links vom 23.03.2017

felix schwenzel, in links    

simone schmollack vs. thomas fischer

felix schwenzel, , in links    

simone schmollack wollte ein portrait über thomas fischer schreiben. der ist richter und schreibt ellenlange kolumnen auf zeit.de. die kolumnen finde ich manchmal betörend gut, manchmal saudoof und meistens ignoriere ich sie. das interview von simone schmollack lief bei der autorisierung nicht so, wie sich simone schmollack das vorstellte und hier in form eines offenen briefs an thomas fischer beklagt. thomas fischer hingegen fand das alles in ordnung und klagt auf seine art auf meedia.de und veröffentlicht („leicht gekürzt“) eine variante der interview-abschrift, die ihm zur autorisierung vorgelegt wurde.

ich kann mich mit beiden standpunkten anfreunden, dem von thomas fischer und dem von simone schmollack. ich weiss aus eigener erfahrung, dass man sich als portraitierter immer falsch verstanden fühlt und schmollige gefühle entwickelt, wenn man nicht ausschliesslich honig um den mund geschmiert bekommt. und ich weiss als autor, dass es keinen spass macht, eigene texte abzustimmen oder von irgendwem, vielleicht sogar den betroffenen, redigieren zu lassen.

abgesehen davon, dass der öffentliche schlagabtausch der beiden auf eine art amüsant ist, finde ich es grässlich, dass sich beide, implizit und explizit, öffentlich und hinter den kulissen, darauf einlassen sich gegenseitig mit juristischen schritten (oder „prüfungen“) zu drohen. das erinnert mich dann doch eher an eine kindergartenauseinandersetzung, in der, sobald die argumente ausgehen, damit gedroht wird: „das sag ich meinen eltern — und dann …!“

aber abgesehen davon: gerne gelesen, a und b.

graturilation

felix schwenzel, in notiert

turi2 hat mir graturiliert. nett und gut zusammengestellt aus den fragen die mir markus trantow per mail gestellt hat. der vollständigkeit halber hier die originalversion:

T: Was war toll am abgelaufenen Lebensjahr?
ix: alles.

T: Was eher blöd?
ix: nichts.

T: Was wünschen Sie sich fürs neue Lebensjahr?
ix: für mich nichts, für die welt eventuell mehr ambiguitätstoleranz.

T: Wie feiern Sie den Geburtstag? Wo?
ix: ich koche für freunde und trinke bier.

T: Auf welchem Weg sind Gratulationen willkommen?
ix: bloss nicht antufen!

T: Was war das Beste, was Sie im Leben erreicht haben?
neugierig und wissbegierig zu sein.

T: Was wollen Sie in diesem Leben unbedingt noch getan haben?
ix: seitdem ich meine spül- und waschmaschine dazu gebracht habe anzuzeigen ob sie gerade laufen und bescheid zu geben, wenn sie fertig sind, ist meine bucket-list eigentlich leer und, wenn überhaupt, mit sachen gefüllt die ich nicht tun will: zu glauben, dass früher irgendwas besser war, neugier, wissensdurst oder detailverliebtheit zu verlieren, klagen oder dinge zu tun, hinter denen ich nicht stehe. ach, vielleicht noch eins: das wort ambiguitätstoleranz öfter benutzen.

T: Was beschäftigt Sie gerade?
ix: neben meiner arbeit als projektleiter (bei espresto.de) und erfüller und antizipator von kundenwünschen, beschäftige ich mich zur zeit vor allem damit, die vorbereitung meines republica-vortrags vor mir herzuschieben, zu wenig ins internet zu schreiben und die grenzen der hausautomatisierung auszuloten. und kochen.

p.s.: seit „zwei jahrzehnten“ blogge ich natürlich noch nicht auf wirres.net, sondern erst seit ziemlich genau 14 jahren, 10 monaten und 24 tagen.