links vom 11.02.2016

felix schwenzel, in links    

links vom 09.02.2016

felix schwenzel, in links    

* nzz.ch: Geschmack und Nervenzusammenbruch

text der woche, von peter glaser (der text gefällt mir, also bin ich):

Der Versuch, Wege aus der Heillosigkeit der Gegenwart zu finden, führt zu einer ziellosen Entschiedenheit, Motto: Ich weiss zwar nicht, wo ich hinwill, aber dafür bin ich schneller dort.

Das einzige, das wirklich gegen die neue Langeweile, die sich aus einem Rauschen von Kurzweilepartikeln zusammensetzt, ist Veränderung. Nun ist die Veränderung selbst zum Hauptprodukt der Entwicklung geworden. Dies war die letzte Neuigkeit der Welt.

sophie hunger

felix schwenzel, , in links    

in der letzten schulz-und-böhmermann-sendung bin ich noch nicht zum @sophiehunger-fan geworden, aber sie ein bisschen zu googeln, machte mich fast sofort zum fan.

links vom 02.02.2016

felix schwenzel, , in links    

* mediasteak.com: Die heute Show „interviewt“ AfD-Spitzenkandidat Meuthen

„anne“ von mediasteak:

Hier kommt die AFD zu Wort: Hochprofessionell interviewt heute-show Journalist Carsten van Rissen den AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen.

Besser als alle sonstigen Interviews mit der AFD!

ich mag carsten van ryssen nicht, zumindest nicht als ich ihn zuletzt hin und wieder bei polylux sah, wo er auf dem alexanderplatz wenig intelligent aussehenden leuten, wenig intelligente sachen aus der nase zog. die heute show mag ich auch nicht. oliver welke mag ich ebenso wenig und die afd sowieso nicht.

was mich aber verrückt macht, sind links auf die 2DF-mediathek, die wegen eines fehlenden flash-plugins auf die startseite der mediathek landen, so wie derzeit bei mediasteak.de, wenn man den link bespielsweise in safari klickt. deshalb hier ein link zu dem besagten ausschnitt der auch mit flashlosen browsern funktioniert, der aber keinesfalls eine ansehempfehlung oder gutfindung sein soll: Carsten van Ryssen bei der AfD

und weil das ZDF seine mp4-dateien exponiert, kann man die ausschnitte natürlich auch einbetten:

donald gegen trump

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* spiegel.de: Republikanische Partei im TV-Duell: Ohne Donald Trump, mit Anspruch

veit medick:

Für Donnerstag hatten sich die Moderatoren etwas besonders Unangenehmes einfallen lassen: In Videoeinspielern wurden Cruz und Rubio mit widersprüchlichen Aussagen zur Einwanderung gezeigt. Mal pro Amnestie für illegale Einwanderer, mal contra.

Eine einfache, aber äußerst effektive Idee, die beide erkennbar verunsicherte. […] Schade nur: Man hätte sehr gerne gesehen, wie der Sender auch Donald Trump mit seiner inhaltlichen Flexibilität konfrontiert hätte. Ging aber nicht.

ging schon, allerdings nicht auf fox, sondern auf CBS:

youtube-video
youtube

(hier gefunden)

das ist schon ein ziemlich grossartiges stück fernseharbeit, das stephen colbert hier abliefert. donald gegen trump mit all seinen widersprüchen.

links vom 28.01.2016

felix schwenzel, in links    

die joffe-formel: ausgewogen berichten = „schönreden“ = „sprechverbot“

felix schwenzel, , in links    

* zeit.de: Sprache: „Neusprech“ neu

josef joffe:

Dass wir kein „Wahrheitsministerium“ haben, ist nur ein halber Trost, wenn die Demokratie das „Gleichdenk“ auch ohne Geheimpolizei erzwingen kann. Deshalb sollten wir Orwell und Tocqueville lesen, immer wieder.

ich bin mir nicht sicher, ob ich guten gewissens sagen kann, wir sollten „immer wieder“ joffe lesen. er ist zwar sehr kreativ darin andersdenkende als naiv zu diffamieren, aber seine logik scheint mir zuverlässig fehlerhaft zu sein, auch in diesem text.

das erste was auffällt ist dass er in die martenstein-übergeigungsfalle tappt, wenn er diskussionen über den umgang mit bestimmten ereignissen als „denk-“ und „sprechverbote“ diffamiert. das ist genauso stumpf wie gelöschte kommentare in blogs oder unter journalistischen texten als „zensur“ zu bezeichnen. den ausschluss von diskussionen mit staatlicher erzwungener publikationskontrolle oder publikationverboten zu vergleichen ist aber nicht nur kurzsichtig und dumm, sondern auch abstumpfend. wenn alles zensur ist, wie soll man dann noch echte zensur differenzieren können? von „sprechverboten“ zu reden, obwohl es keine verbote gibt, sondern sprechen hier und da lediglich zu kritik führt, vergiftet die debatte und lenkt von den themen auf eine unheilvolle metaebene ab.

am ende seines textes versucht er dann nicht etwa die verwendung des wortes „sprechverbot“ als irrtum darszustellen, sondern die diskussion über berichterstattung als „dreifachen Irrtum“:

Das Sprechverbot entspringt einem dreifachen Irrtum.

Einmal, weil Benennung („Flüchtlinge haben …“) nicht Bezichtigung ist („So sind die Araber“). Zum Zweiten, weil die Randständigen keine Nachhilfe brauchen; sie haben ihre Vorurteile schon. Das Vor- Urteil schafft sich seine Fakten selber durch selektive Wahrnehmung – wie bei jeglichem „Anti-Ismus“.

wenn andere bereits vorurteile haben, kann es also nicht schaden, vorurteile zu befeuern? oder aufklärung, ausgewogene und vorurteilsfreie berichterstattung bringen niemanden von seinen abstrusen ansichten ab, sind also quasi müssig? vermutlich ist der zitierte absatz einfach joffe-sprech für den dummsprech-satz: „haters gonna hate“.

im nächsten absatz macht joffe dann aber eine 180°-wende. plötzlich sind sprache, nuancierung und subtile signale für die braven „randständigen“ dann doch wichtig:

Zum Dritten, weil der brave Bürger ins Grübeln gerät: Wenn Polizei, Politik und Medien die Tatsachen schönreden, ja mir „Rassisten“ das Maul verbieten, wie kann ich noch den demokratischen Institutionen trauen? Pegida und Co. sind Geschöpfe und Sprachrohre der Entfremdung. Die frisst sich in die Mitte, wenn das verordnete Gutdenk die Realitäten verdrängt und die Wohlmeinenden den Demagogen zutreibt.

wenn „brave Bürger“ selektive wahrnehmung betreiben, schrillen in joffes kopf dann doch die alarmglocken. was joffe hier sagt, muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen: es müsse möglich sein auch rassistisch und demagogisch zu berichten und ressentiments zu bedienen, damit „brave Bürger“, die selektiv wahrnehmen und demokratischen institutionen gegenüber skeptisch sind, nicht den demagogen zugetrieben werden.

wenn ich mich nicht irre, ist das die klassische CSU-strategie. rassisten, flachdenker, vorurteils-aficionados umarmen und umgarnen, damit sie ihre position halten und rechts-innen, statt rechts-aussen wählen. ich glaube man könnte diese strategie zur verdeutlichung auch ins extrem aufblasen: zum arschloch werden, um arschlöcher zu werben und damit zu verhindern, dass arschlöcher sich anderen arschlöchern anschliessen.

links vom 26.01.2016

felix schwenzel, , in links