tweet von @artonaline

felix schwenzel,    


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„blogger privat“

felix schwenzel,    

eben, nach ungefähr 6 jahren, war ix mal wieder in einer sendung von radio trackback. „blogger privat¹“, nennen die die rubrik. in dem moment in dem teresa sickert mich anrief, fing die waschmaschine an zu schleudern, keine ahnung was das zu bedeuten hat. früher, wenn mich radio-leute anrufen wollten, bin ich immer raus auf die strasse gegangen, weil ich erstens kein festnetz hatte, zweitens schlechten mobil-empfang in der wohnung (o₂) und drittens sehr viel echo in der wohnung hatte. jetzt hab ich festnetz und ne waschmaschine.

hier das protokoll der sendung, an das, soweit ich weiss, später die sendung als podcast angehängt wird hier der podcast.

empfohlen für die nächste sendung habe ich übrigens smilla dankert. und die klassikerin anke gröner auch, weil teresa sickert auch noch einen zweiten vorschlag wollte. wenn ich noch einen dritten blogger empfehlen hätte sollen, wärs der kiezneurotiker geworden.

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1) WTF?

hubert jobatey huffington

felix schwenzel,    

ich bin mal gespannt, welcher blogger als erstes leistungsschutzrechte gegen hubert jobateys huffington-post gelten machen wird. ich fände das, obwohl ich eine schwere jura-allergie habe, sehr amüsant. möglich müsste das ja sein, wenn verleger jetzt sogar für satzfetzen ihrer kritiker auf buchrücken schutzgeld erpressen¹ wollen.

* * *

als ich das schrieb, fiel mir ein, hat cherno jobatey eigentlich nochmal was in die huffington post geschrieben? hat er, schon das zweite stück.

über der autorenseite von cherno jobatey steht:

Begann bei der taz. Gesellenzeit beim Frühstücksfernsehen (20 Jahre). Schreibt für viele Publikationen von Wirtschaftswoche bis Zeit.

schreibt für die zeit? laut zeit-archiv stimmt das:

müsste das aber nicht korrekter heissen: … schrob für die zeit?

* * *

als ich cherno jobateys artikel von heute 14:34 uhr (!) las, fragte ich mich: was kann der mann eigentlich, ausser floskelreich zu plaudern?

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(dieser artkel war mal ein facebook-status)

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1) den text hinter dem link relativiert, bzw. differenziert wolfgang michal auf carta

20 dinge die isabel bogdan heute mal nicht über sich geschrieben hat

felix schwenzel,    

  1. Ich wurde mal als „Artist in Residence“ an die Universität Nanjing eingeladen
  2. Ich bin auf der Buchmesse dreimal Bastian Sick über den Weg gelaufen
  3. Ich stand mal in einer Runde mit Detlev Buck, Moritz Rinke, David Wagner, Daniel Kehlmann und Thomas Glavinic
  4. Ich bin für die verpflichtende Einführung von Namensschildchen
  5. Ich kaufe lokal, bio und fair
  6. Ich war mal Model
  7. Ich hab vom Carlsen-Verlag mal ganz viele Bücher geschenkt bekommen
  8. Ich habe mal ein Interview mit Elisabeth Rank geführt
  9. Ich bin mal um die Alster gelaufen
  10. Ich habe bekanntermaßen das schlechteste Gedächtnis der Welt
  11. Als ich in die Schule kam, konnte ich bereits lesen
  12. Ich war nie Fan irgendwelcher unerreichbarer Stars
  13. Manchmal würde ich gern die Figuren aus Büchern kennenlernen, beispielsweise die Männer aus Wilhelm Genazinos Romanen, oder Alina Bronskys tatarische Großmutter
  14. Ich war mal beim Folkfestival in Stonehaven
  15. Ein Buch von mir war mal nach einem Jahr in der ersten Auflage ausverkauft
  16. Ich habe mal Orkas gesehen. Orkas! Einfach so! Am Strand bei St. Cyrus!
  17. Mein Mann ist Lehrer
  18. Ich bin eine Banausin, meist verstehe ich Kunst einfach nicht
  19. Ich war mal auf einer TEDx-Konferenz Bloggerin vom Dienst
  20. Das Rhönrad ist mein Markenzeichen

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das hat isabelle bogdan zwar alles geschrieben, aber eben nicht in eine liste. sie hat sich stattdessen entschieden, die eitelkeit, das selbstdarstellertum und die ICHigkeit solcher listen ironisch und schlechtgelaunt mit einer total uneitlen liste aufzubrechen.

mir scheint das sowieso ein neuer trend in meinen filterblasen zu sein, wenn man den kommentarspalten glauben schenken darf: sehr viele leser fühlen sich von schlecht gelaunten und miesepetrigen texten glänzend unterhalten. zum beispiel ingrid, die „die tendenziell peinliche Selbstauskunfterei“ in listen von isa „adäquat und unterhaltsam“ kommentiert sieht.

abgesehen davon habe ich heute gelernt, unter jede miesepeterei folgendes zu schreiben: das ist sonst gar nicht meine art.

20 fakten über mich

felix schwenzel,    

mich hat zwar keiner gefragt (und ich frage auch niemanden, dieses stöckchen aufzuheben), aber ich dachte mir, ich könnte auch mal zwanzig fakten über mich aufschreiben, so wie das das nuf, die kaltmamsell, anne schüssler und johannes mirus (und viele andere) getan haben. und weil nico lumma mich auch was gefragt hat, kann ich vielleicht gleich zwei fliegen erschlagen.

  1. ich habe am 24. dezember in las vegas geheiratet. das jahr kann ich mir nicht merken, aber auf der innenseite des rings steht 2008. von jetzt ab kann ich googlen, wann ich geheiratet habe.
  2. ich habe als kind von einer geheimen komandozentrale geträumt. obwohl es in der kommandozentrale meiner vorstellung natürlich monitore und unzählige schalter gab, ging es mir dabei, glaube ich, weniger um kontrolle als darum das sie niemand ausser mir kennen würde und betreten könnte.
  3. mein lieblingssuperheld ist phantomias.
  4. als kind wollte ich mein leben so weit wie möglich automatisieren und fernsteuerbar machen. mir fiel schon als kind auf, dass ich grosse mühe und viel zeit darauf verwende um zeit und mühe zu sparen. so habe ich in meinem kinderzimmer aufwändige konstruktionen aus haken, seilen und radiergummis gebaut, mit denen ich per zugseil den lichtschalter ausschlagen konnte.
  5. ich schlafe bei formel-eins-rennen immer ein und liebe es. also das einschlafen und die geräusche die so ein rennen macht. die formel eins selbst finde ich seit einigen jahren unfassbar langweilig.
  6. ich sehe aus wie mein vater, nur unrasiert und unfrisiert.
  7. ich wäre theoretisch gerne astro­naut geworden. praktisch, also als ich erfahren habe, was das bedeutet, nicht.
  8. ich habe meine pläne psychologie zu studieren aufgegeben, als ich erfahren habe, dass die arbeitsplätze für psychologen zum grossen teil von kirchlichen trägern angeboten werden.
  9. ich trage seit meinem 16. lebensjahr keine armbanduhr mehr. einerseits weil ich meine damals heissgeliebte swatch verloren habe und andererseits weil ich fand, dass armbanduhren doof aussahen.
  10. mein erstes mal im internet, auf meinem eigenen computer (damals ein performa 630 performa 6300), war mit dem netscape navigator 1.0. vielleicht aber auch mit NCSA mosaic. ist ewig her. auf meiner ersten homepage die ich kurz darauf hatte (so gegen 1995), habe ich „unütze links“ eines gewissen fefe verlinkt.
  11. den ersten aha-moment im internet habe ich gehabt, als ich zum ersten mal über die komandozeile in einen irc-chat gegangen bin und mein computer mir kurz darauf folgendes anzeigte: „Hallo Felix“. da habe ich bemerkt, dass man mit diesem internet mehr aus einem computer rausbekommt, als man reinsteckt. bis dahin kam aus einem computer nämlich nur das heraus, was ich per tastatur oder diskette oder CD reingetan habe.
  12. ich war noch nie auf einem barcamp.
  13. ich lese auch im urlaub, oder wenn ich krank bin, berufliche emails. ich lese überhaupt ziemlich viel, aber (leider) sehr wenige bücher.
  14. ich konnte als kind gesichter in türbeschlägen sehen. das hat mir nicht wenige alpträume beschert. für eine weile war ich der festen überzeugung, dass sich in unserer wohnungstür ein aufzug in den keller befindet. zumindest nachts.
  15. mir ist es egal, wenn andere mich nicht verstehen, aber ich rege mich furchtbar auf, wenn ich falsch verstanden werde.
  16. ich halte ins netz geschriebenes für plastischer als auf papier geschriebenes.
  17. ich habe eine allergie gegen perfektion. mein gesellenstück fand ich beispielsweise ziemlich gut, wusste aber auch, dass ich die tischoberfläche perfekt und sehr intensiv feinschleifen müsste, damit meine prüfer das auch fanden. ich habe vor der abgabe auf genau diesen feinschliff verzichtet, weil ich glaubte, dass das gesellenstück auch ohne den feinschliff mehr als gut genug war. mittlerweile weiss ich, dass das mehr trotz als faulheit war und leider konnte ich diesen trotz gegen perfektion bis heute nicht ablegen. das merkt man an jedem text den ich verfasse.
  18. ich tanze nicht gerne und kann mit der meisten musik nicht viel anfangen. ich habe mir beispielsweise auf anregung von benjamin kürzlich amadeus angesehen (ein euro fünzig leihgebühr im amerikanischen itunes store) und fand den film ganz bezaubernd. aber die musik fand ich fast ausnahmslos grässlich.
  19. ich hasse pathos. bis auf manchmal.
  20. ich mag iOS 7.
  21. ich habe fast immer recht (siehe).

ein paar fragen von nico lumma sind jetzt unbeantwortet geblieben. das liegt unter anderem daran, dass ich auf manche fragen keine antworten habe. ich weiss nicht, welchen vorteil politiker haben, die social media benutzen — oder ob sie einen vorteil haben. ich weiss auch nicht, ob ich ein einzelnes lieblingsblog benennen könnte. die die ich gut finde, habe ich aufgelistet — wahrscheinlich fehlen da auch noch ein paar. ich weiss auch nicht, wer dringend mit dem bloggen anfangen sollte, ausser die, die etwas zu sagen haben. aber die merken es meisten irgendwann selbst. wie zum beispiel wladimir kaminer. tweets schreibe ich immer vor, bevor ich sie abschicke. manchmal lasse ich sie auch noch ein paar tage liegen. und die grenzen der transparenz sind bei mir fliessend. kommt halt drauf an.

paradeuniform

felix schwenzel,    

friedrichstrasse ecke dorotheenstrasse: an der roten ampel touristen, passanten und ein sehr grossgewachsener polizist in paradeuniform. von hinten sieht er ein bisschen aus wie tom selleck in blue bloods. einen schnurrbart hat er auch, allerdings grau meliert, mit nach oben gezwirbelten enden. die hosen sind etwas hochwässrig, aber der anzug makellos. vorne hängt ein messingfarbenes namensschild mit seinem nachnamen, auf dem kopf trägt er eine der etwas albernen, blauen schirmmützen mit amerikanischem einschlag. obwohl der polizist in seine paradeuniform aus den wartenden an der ampel herausragt wie ein murmeltier mit schirmmütze, wagt es auf der gegenüberliegenden seite jemand bei rot die dorotheenstrasse zu überqueren. der polizist erklärt dem mann, dass er bei rot über die ampel gegangen sei und dass das verboten sei, belässt es aber bei der ermahnung.

an der mittelstrasse ist wieder rot. ein mann neben dem polizisten will bei rot die menschenleere und autolose strasse überqueren. der polizist in paradeuniform hält den mann an der schulter fest und zeigt mit dem zeigefinger auf die rote ampel.

zufrieden und mit federndem schritt verschwindet der paradepolizist kurz darauf im u-bahneingang der station französische strasse. keine pointe.

ist mein telefon loyal?

felix schwenzel,    

goethe beim diktat mit siri

auf dem weg nachhause habe ich heute kurz darüber nachgedacht, warum smartphones smart sein sollen. zu klugheit gehört ja erstmal wissen. mein smartphone weiss einiges über mich: alle meine adressen, meine termine, meinen aufenthaltsort, mit wem ich telefoniere und schreibe. natürlich weiss mein telefon das alles nicht, sondern es speichert diese daten erstmal nur. der prozess diese informationen zu echtem wissen umwandeln, steckt noch ziemlich am anfang. software- und telefonhersteller versuchen durch die verknüpfung der daten die über mich vorliegen mit anderen datenquellen und dahinprogrammierter logik, intelligenz zu simulieren. so stellt google now mutmassungen darüber an, wo ich hin möchte oder was ich suchen könnte. ich kann mittlerweile meinem telefon auch einfach sagen, es solle meine frau anrufen oder mich nach hause dirigieren.

soweit ist das alles natürlich nichts neues. mir fiel aber auf, dass das problem mit der datensammelwut, also das sammeln von informationen über eine person, eigentlich gar nicht so neu ist. im prinzip gibt es diese situation schon viele hundert jahre. ein butler muss zum beispiel, wenn er ein guter butler sein will, so viel wie möglich über seinen chef wissen. vor allem sollte er so viel privates wie möglich wissen. auch ein guter butler (oder assistent) sollte meine kontakte, korrespondenz-metadaten und termine kennen, jederzeit meinen aufenthaltsort so genau wie möglich bestimmen können und so viel wie möglich über meine vorlieben und abneigungen wissen. diese daten sollte sich ein butler auch gut merken können, damit ihm das alles nicht jeden morgen neu erklärt werden muss.

ein guter butler geht also, von berufs wegen, einer manischen datensammelwut nach. ausserdem bügelt und faltet er, wie ein gutes smartphone, jeden morgen die zeitung. die probleme, die wir heute (unter anderem) mit smartphones haben sind also keineswegs neu. zum beispiel die frage, welche daten sammelt das ding über mich? ist mein smartphone loyal und verschwiegen, bzw. schützt es die daten die es über mich sammelt, oder tratscht es die bei jeder gelegenheit aus? diese fragen haben sich in den letzten jahrhunderten sicherlich auch schon unzählige adelige oder privilegierte gestellt. und wir jetzt eben auch.

vielleicht wäre das gar keine schlechte idee, die eine oder andere gepflogenheit oder tabu das sich im verhältnis von privilegierten und ihren dienern oder assistenten in den jahrhunderten herausgebildet hat, auch auf technik anzuwenden. vielleicht sollten wir von geräten, die uns dienen oder das leben leichter machen sollen, nicht nur reibungsloses funktionieren und einfache bedienbarkeit erwarten, sondern eben auch verschwiegenheit, diskretion und loyalität?

wenn wir über die technik, die wir derzeit nutzen, sei es in form von tragbaren geräten oder diensten, die auf geräten dritter laufen und die uns über das netz verbunden helfen unser leben zu organisieren, in den kategorien von loyalität und aufrichtigkeit nachdenken, kommen wir vielelicht zu ganz neuen schlussfolgerungen oder narrativen?

dann sind nachlässlichkeiten oder kooperationen von grossen und kleinen dienstleistern mit polizei und geheimdiensten vielleicht eben kein abstrakten datenschutzlücken mehr, sondern empörende fälle von illoyalität und vertrauensbrüche.

andererseits ist loyalität auch ein teures gut. ein butler kostet in deutschland etwa €6000 im monat. da nimmt man vielleicht auch mal einen für €60 im monat, der seinen job einigermassen erfüllt, aber dafür ständig nach hause telefoniert. aber muss loyalität wirklich teuer sein oder nur für privilegierte erreichbar sein?

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[bildquelle]

visualisierung hui, musik pfui

felix schwenzel,    

auf spiegel online gefunden: eine beeindruckend anschauliche visualisierung des geplanten baufortschritts der nächsten 13 jahre der basilika sagrada família von antoni gaudí in barcelona.

youtube-video

direkt youtube-link


ich frage mich allerdings wie das passieren kann, dass ein verein der einen solchen aufwand in die produktion einer visualisierung steckt, nur 3 euro fünfzig für die musikalische untermalung dieser visualisierung übrig hat. die musik, mit der das video unterlegt ist, kenne ich (glaube ich) aus fünfzig anderen werbeclips. aber wenn man das video stummgeschaltet ansieht, dann geht’s.