whisky-kalender 18

felix schwenzel, in getrunken    

ich fand den geruch ledrig, leicht seifig, eichig. nachdem die beifahrein dran gerochen hatte („riecht schon richtig toll, muss man mal sagen!“) und dann auch noch anis roch, musste ich auch plötzlich weihnachtsplätzen riechen.

den geschmack fand ich gut, schön mild, leicht kantiger, bitterer abgang und nur die zungenspitze spürte einen leichten brand.

richtig aha! hats bei uns erst nach dem blick auf den beipackzettel gemacht. natürlich! karamell! und dass sehr, sehr deutlich.

tyrconnell 12y sherry finish, 46% vol
tyrconnell 12y sherry finish, 46% vol

die zukunft der stadt

felix schwenzel, in links    

wäre ich ein paar jahrzehnte jünger, würde ich nach dem ansehen dieses videos möglicherweise sofort stadtplanung studieren wollen.

youtube-video
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zufälligerweise habe ich vor ein paar jahrzehnten tatsächlich (architektur und) stadtplanung studiert und mich währenddessen auch mehr oder weniger mit einigen der fragen, die in diesem video angesprochen werden, beschäftigt. das video ist stellenweise etwas flapsig und arg schnell, aber das ist eigentlich auch der reiz des videos. denn das video schafft das grosse ganze zu zeigen, quasi in vogelperspektive. das video zeigt wie wichtig es ist, dass wir uns alle gedanken machen, wie die zukunft von städten aussehen könnte und dass wir mehr oder weniger alle gezwungen sind, uns irgendwann mit dieser frage auseinanderzusetzen.

mir gefällt ganz besonders die analogie stadt/internet, die im film immer wieder angedeutet wird — darüber müsste man (ich spreche mit mir selbst) viel mehr nachdenken.

bei kottke gefunden, der auch eins der ziatte aus dem film abgeschrieben hat:

And a relevant quote from Jane Jacobs’ The Death and Life of Great American Cities: “Lowly, unpurposeful, and random as they may appear, sidewalk contacts are the small change from which a city’s wealth of public life may grow.”

whisky-kalender 17

felix schwenzel, , in getrunken    

der duft war interessant, es roch wieder wie eine whiskyfasslagerhalle, mit leichter obstnote. ich roch entfernt zwar wieder spüli, aber sehr weit weg. ich fand den rauch-geruch subtil, die beifahrerin sagte: „das zeug ist richtig rauchig! als würden 10 männer in einem kleinen raum quarzen!“ jedenfalls hatte der geruch eine tiefe, die mich neugierig machte, ich war gespannt, wie sehr der rauch rausschmecken würde.

und es war der hammer! wie bei der #11 schmeckte ich kiefernrauch, eigentlich alle möglichen sorten rauch. an der zungenspitze kribbelte es ein bisschen, danach füllte sich der mundraum mit rauch, aber ohne dass es brannte. lagerfeuer ohne brand. der abgang war langanhaltend, oder genauer, der angenehme rauchgeschmack blieb lange im mund. ich war wirklich neugierig was das sein könnte, sowas, in dieser intensität und so viel freude auslösend, hatte ich bisher noch nicht gehabt.

auf dem beipackzettel von whisky and cigars stand: „as we get it islay, ian macleod’s, 61,3% vol.“ von den 61 umdrehungen war nichts zu spüren, wie gesagt, kein brand, eher ein mildes gefühl. die beifahrerin, die sonst eher empfindlich auf den alkoholbrand reagiert, fand das zeug auch mild und angenehm — und es schmeckte ihr auch richtig gut.

ich war so hin und weg, dass ich gleich eine flasche kaufen wollte, am liebsten wäre ich am montag zu whisky and cigars gelaufen um genau dieses zeug zu kaufen. denn ich hatte im internet gelesen:

In der As We Get It! Serie füllt Ian MacLeod die Fässer ab wie sie sind. Ungefärbt, nicht kühlgefiltert und in Fassstärke. So gleicht kein Batch dem anderen.

kein batch gleicht dem anderen? shit, wie sollte ich jetzt an genau dieses batch, was ich gerade probiert hatte rankommen? noch schlimmer, auf der whisky and cirgars webseite fand ich den as we get it aus islay nicht. dort gibt es lediglich einen (ausverkauften) artikel ohne den islay-zusatz. ok, amazon und whisky.de verkaufen den, aber schmeckt der dann auch so? ich war wieder kurz davor mir sofort eine flasche zu bestellen, besann mich dann aber, weil knapp 50 euro an einem samstag abend wollte ich dann nicht so ohne weiteres für schnaps ausgeben. aber eigentlich will ich das zeug jetzt jeden abend trinken. es ist der hammer und der erste whisky in fassstärke, der mir ohne einen tropfen zusätzliches wasser schmeckt.

whisky-kalender 13 bis 16, mit zwei zusatzdrinks

felix schwenzel, , in getrunken    

#13: mein erster gedanke beim riechen: glenfiddich. ich roch keinen rauch, milde eiche, die beifahrerin konnte spuren von torf-rauch riechen.

der geschmack war aber um ein vielfaches bitterer und kräftiger als glenfiddich. insgesamt fand ich den geschmack gar nicht mal so gut, sehr, sehr trocken, kräuselnd, kräftig, aber dann auch doch irgendwie lecker.

beim dritten schluck empfand ich kein brennen mehr und der vanillegeschmack von dem in auf dem zettel und im netz las, kommt durch. bowmore small batch merk ich mir mal, aber wahrscheinlich vergesse ich ihn dann doch schnell.

#14: heftiger, rauchiger portweingeruch weht mir beim einschenken entgegen. beim nase reinstecken in das glas, purer, fruchtiger portweingeruch. lecker. wie kann das sein? ein wunder der natur oder aroma?

der geschmack ist sowohl schwer und aromatisch, aber auch leicht wässrig. oder wässrig-mild. am gaumen bleibt leichte bitterkeit und ein ganz leichter brand. sehr eigenartiges zeug.

auf dem beipackzettel steht: auchentoshan 12y, mit nur 40% vol. nie gehört, kommt aus den lowlands.

#15: spüli, eindeutiger, kräftiger spüli-geruch, also wie frisches, heisses spülwasser mit zitronig aromatisiertem spülmittel. die beifahrerin meint, ich solle mal was positiver rangehen an meine verkostungen, riecht aber auch spüli. (nein, das glas habe ich nur mit klarem wasser ausgespült.) sie riecht auch hefe („krasser hefegeruch"). worauf wir uns einigen können: riecht ein bisschen wie die maischefässer in den schottischen destillerien die wir besucht haben.

der geschmack: eigenartig weich, fast wässirig. hier brennt wirklich nichts, der alkohol dominiert nicht. sogar die beifahrerin findet das zeug mild. der geschmack ist ziemlich einmalig, irritierend. wie kann ein brand so mild wirken? wir reissen die verpackung auf und sehen, wir haben gerade einen blend getrunken aus balvenie, glenfiddich und kinivie: monkey shoulder. auf der herstellerwebsite ist die rede davon, dass der monkey shoulder mellow sei, also sanft und weich. das isser wirklich.

blood & sand: mein erster drink heute im immertreu. auf der karte stand „peated single malt whisky, sweet vermouth, cherry brandy, fresh orange“. auf nachfrage welcher single malt denn da drin sei: talisker 10 jahre. musste ich dann wohl oder übel nehmen, single malts im cocktail hin oder her. ich fand das zeug sehr lecker, weil der charakter des talisker alles dominierte, zumindest den geruch und den geschmack. ich schmeckte bittere noten, teer, spiritus, lack. alles das was den taisker für mich interessant macht und was ich, schmecke ich es bei anderen whiskys raus, eigentlich gar nicht mag. die portion war recht klein und knallte auch nicht besonders, aber ich habe das sehr genossen.

suffering bastard: mein zweiter drink im immertreu. bourbon mit gin, limettensaft, angoustura und ingwer-bier. ich liebe ingwer-bier und die kombination war klasse. hat auch nicht geknallt, whisky und gin dominierten nicht, sondern der frische limonadengeschmack des ingwer-biers. davon kann man am abend sicher fünf bis zehn stück wegmümmeln, das einzige problem im immertreu ist allerdings, dass die pro stück so um die 10 euro kosten.

weil die beiden immertreu-drinks nicht geknallt haben (die der beifahrerin schon, die war gut abgefüllt mit ihren zwei drinks), zuhause gleich noch die sechzehnte adventskalendertür aufgemacht.

#16: riecht offen, leicht herb, leicht spüli-zitronig, vielleicht auch ledrig. ein mildes feuer im mund. schmeckt würzig, aber nicht scharf, aber vor allem nicht langweilig und gar nicht spülig. nur das leder kommt leicht durch. eindeutig schotte, sage ich mal, in der annahme, dass es bestmmt was ganz anderes ist und ich voll daneben liege.

speyburn bradan orach OA, aha, glück gehabt. die flaschen hab ich heute im immertreu gesehen. im beipackzettel ist die rede von frischer zitrone, mir war der geruch zu wenig frisch. auf die reife ananas, von der der beipackzettel spricht, können wir uns einigen.

beim dritten, kleinen schluck, nehme ich auch ein bisschen hefe- und malz-aroma wahr. im rachen belibt ein leichtes sodbrennen, wenn man nicht sauber schluckt. alles in allem sehr OK und mit mildem feuer wohl am besten umschrieben.

whisky-kalender 12

felix schwenzel, in getrunken    

im gegenteil zu gestern ein sehr dunkler whisky. wie meistens, nahm ich dem whisky die farbe nicht ab, sondern dachte an zuckerkulör. rauch oder torf habe ich nicht gerochen, die beifahrerin bestand aber darauf: „da issn bisschen rauch!“ der geruch war sehr, sehr mild, sehr rund und sehr angenehm. beim schlucken empfand ich eine mischung aus milde und schärfe. vorne an der zunge brannte erstmal nichts, es machte sich eher ein süssliches aroma breit, hinten an der zunge brannte die flüssigkeit dann höllisch. auch das habe ich mehrfach versucht zu reproduzieren: die flüssigkeit kurz an der zungenspitze halten und erst dann weiter nach hinten leiten, jedes mal das gleiche.

zum ersten mal fiel mir bei der verkostung die temperatur des whiskys auf: angenehm kühl. seit tagen steht der kalender-karton in unserer kammer, die derzeit so 18 bis 19° kühl ist, aber bei diesem fläschchen fiel mir die temperatur erstmals auf.

die #12 war ein fettercairn fior highland-whisky, der sowohl von whisky + cirgars, als auch whisky.de als nach kaffee-noten und schokolade schmeckend beschrieben wird. in ansätzen konnte ich das mit der zungenspitze wahrnehmen, wenn er sich im mundraum ausbreitete, blieb davon, neben dem brennen, fast nichts übrig. der fior hat keine altersangabe, dürfte also aus verschiedenen batches zusammengemischt sein, um seinen angeblich wahrhaften geschmack zu entwickeln. ich empfand den whisky eher irritierend, als wahrhaft. nicht schlecht, aber auch nicht überragend.

fettercairn-fior-beipackzettel

whisky-kalender 11

felix schwenzel, , in getrunken    

nach der pleite gestern, war ich heute natürlich etwas nervös beim blindverkosten der nummer 11 aus meinem whisky-adventskalender. unverkennbar nahm ich ein kräftiges torfaroma wahr. nur halb im spass sagte ich zur beifahrerin: na toll, heute erkenne ich wahrscheinlich den laphroaig nicht. für den laphroaig roch die #11 aber ein bisschen zu mild und hatte nicht diesen herrlichen, leicht brackigen geruch vom laphroaig. ausserdem war die #11 auffallend hell, sowohl von der farbe, als auch vom geruch.

erstaunlich unmild dann der geschmack: heftiges brennen, dass einen angenehmen kokelgeschmack im mund hinterliess. ich habs mehrfach geprüft: bei jedem schluck blieb danach rauchgeschmack im mund, aber nicht torfrauch, sondern eindeutig der rauch von verbrannter kiefer. den geruch kenne ich ganz gut aus meiner zeit als schreiner, vom sägen und zu heiss schleifen von kiefernholz.

j sei dank war in der #11 dann kein laphroaig, sondern ein acht jahre alter lagavulin. vom geruch her hab ich den islay-charakter erkannt, der kiefernholzrauch-geschmack ist mysteriös, aber toll. kommt irgendwann auch auf meine einkaufsliste.

lagavulin 8y, OA, 48% vol

whisky-kalender 10

felix schwenzel, , in getrunken    

ich kann jetzt im prinzip aufhören diese altklugen geschmacksbeschreibungen aus meinen whisky-adventskalender-blindverkostungen aufzuschreiben. ich bin nämlich völlig unfähig und geschmacklos und lasse mich von den markennamen und den esoterischen, mystisch aufgeladenen geschichten die die whiskyhersteller und -händler erzählen übermässig beeinflussen. das hier habe ich nach dem einschenken von fläschchen #10 notiert:

heller, leicht stechender, alkoholischer geruch, aber angenehm, mit ganz subtiler rauchnote. ich kann mich irren oder falsch erinnern, aber mich erinnert der geruch ein bisschen an cognac.

der geschmack hat wieder was trockenes, spiritusartiges, sticht ein bisschen, scheint hochprozentig zu sein. nicht rund, aber interessant. brennendes leder, oder harzige eiche. kann mich nicht entscheiden.

nicht mein ding, aber gerne probiert.

das peinliche an diesen worten ist: das war ein zehnjähriger talisker, den ich gestern bereits, zufällig, aus sentimentalen gründen, gekauft und verkostet habe. da hörten sich meine eindrücke noch ganz anders an:

klare torfnote, aber deutlich anders als die torfnoten der islay whiskys die ich so kenne. der geruch ist ein bisschen weihnachtsfruchtig, rund und zum ersten mal habe ich neben dem teergeruch auch deutlich salzgeruch wahrgenommen. auch der talsiker hat spuren von lederhosen, aber ganz subtil.

der geschmack, wenn das erste, deutliche brennen abgeklungen ist, hat auch spitzen, aber runde spitzen. es entwickelt sich im mund eine angeneheme alkoholische wärme, die lang anhält.

gestern wars noch einer meiner lieblingswhiskys, jetzt interessant, nicht mein ding. mir zeigt das jedenfalls, wie sehr whisky-geschmack von der eigenen tagesform oder verfassung abhängt. was man gerade gegessen hat — oder nicht. und was sich man sich von den etiketten oder den beipackzetteln einreden lässt.

„Der Vulkan unter den Whiskys.“

whisky-kalender 8 und 9 plus bonus whiskys

felix schwenzel, , in getrunken    

etiketten für den dailuaine 6y und den basil hayden’s 8y

8. dailuaine 6y

mochte ich überhaupt nicht. der geruch hatte die typischen spiritus-noten die ich an manchen whiskys nicht mag, obwohl er nicht wirklich unangenhem roch. ich hatte die vermutung, dass es sich vielleicht gar nicht um einen schottischen whisky handelte, wars dann aber doch, ein speyside-whisky. beim probieren kam alles zusammen was ich am whisky manchmal nicht mag. spitze schärfe, scharfer alkoholgeschmack der ungedämpft durchkommt, frische eiche.

der 6 jährige dailuaine hatte, fällt mir nachträglich ein, alles unangenehme am eichengeschmack in sich, das andere whiskys offenbar, sei es durchs altern und reifen oder die nutzung von gebrauchten, ausgebrannten fässern irgendwie überkommen. der vergleich ist überzogen, aber ich muss jetzt dran denken, wie ich als kind einmal probieren wollte wie eicheln schmecken. ein bisschen so wie dieser whisky, nur ohne alkohol. dazu kommt, dass der sechsjährige dailuaine in fassstärke abgefüllt war und so über 54 volumenprozente hatte. whisky + cigars empfahl ihn „unbedingt mit ein paar tropfen wasser aufzuschliessen.“ hab ich gemacht, das half aber auch nichts.

ardbeg 10y

ausserhalb der konkurrenz, bei freunden getrunken und auch nicht blind verkostet, sondern aus dem schnapsschrank ausgesucht, der zehn jahre alte ardbeg. die ardbeg-destillerie liegt, wie laphroaig, auf islay und produziert ähnlich torfige whiskys wie laphroaig. ich fand den geruch und den geschmack herrlich mild, als die beifahrerin einen schluck probierte, lachte sie über meine charakterisierung „mild“. sie fand den gar nicht mild. der ardbeg ist im geschmack, vor allem im nachgeschmack, auch ein bisschen dunkelschokoladig. die ähnlichkeit zum laphroiag ist offensichtlich, unterscheidet sich aber deutlich durch diese dunkle kakao-note, die übrigens über eine stunde lang als angenehmer nachgeschmack im mund bleibt. sehr toller stoff, von dem ich mir irgendwann auch mal ne ganze flasche kaufen werde.

9. basil hayden’s 8y

der geruch hat mich irritiert. ich roch eine leichte rasierwassernote, nicht unangenehm, leicht ledrige, fast nach moschus riechende noten — oder kurz gesagt: ich roch lederhose. auch wenn sich lederhose nicht wie ein kompliment anhört, ich hätte den geruch angenehm gefunden, wären nicht wieder diese störenden, metallischen, spiritusartigen spitzen drin gewesen.

die beifahrerin konnte fruchtige noten rausriechen die mir verborgen blieben und fand den geruch weich und ein bisschen vanillig.

der geschmack war auch nicht mein ding, bei mir kräuselte sich der hintere gaumen ein bisschen, wie das bei mir zu viel tanin im rotwein auch macht. beim geschmack war ich mir nicht sicher, was ich exakt nicht mochte. das aroma ist interessant, der geschmack nicht mein ding, der zweite bourbon, der mich nicht begeistern konnte. was ich dem basil hayden aber positiv ankreide: es bleibt stundenlang ein angenehmes moschus-artiges aroma im mundraum.

talisker 10y

auch ausserhalb der konkurrenz: der zehn jahre alte talisker. den hatte ich vor einem jahr bei unserer schottlandreise auf skye getrunken. der talisker war überhaupt der erste single malt den ich seit vielen jahren getrunken habe, im prinzip fing damit die ganze whisky-probiererei an. aus sentimentalen gründen wollte ich schon lange wieder mal einen schluck davon trinken, meistens bekommt man aber nur die talisker blends storm und skye, die OK sind, aber denen meiner meinung nach der stürmische charakter ein bisschen fehlt.

und weil uns gestern (oder heute?) ein zehn euro werbegutschein für amazon now ins haus flog (mindestbestellwert 30 euro), hat zuerst die beifahrerin mit ihrem amazon-konto gemüse und rasierwasser für 30 euro bestellt (und 20 bezahlt) und dann, 10 minuten später, ich eine flasche 10 jahre alten talisker für 35 euro (und 25 euro bezahlt). kurz nach der bestellung hat dann zuerst ein „michael“ den einkauf der beifahrerin vorbeigebracht und kurz darauf „oleg“ meine flasche. funktioniert also, dieses amazon now.

weils dann schon nach 21 uhr war, hab ich mir nach den 20 millilitern basil hayden, gleich auch noch 20 milliliter des talisker eingeschenkt. das aroma hat mich wieder umgehauen: klare torfnote, aber deutlich anders als die torfnoten der islay whiskys die ich so kenne. der geruch ist ein bisschen weihnachtsfruchtig, rund und zum ersten mal habe ich neben dem teergeruch auch deutlich salzgeruch wahrgenommen. auch der talsiker hat spuren von lederhosen, aber ganz subtil.

der geschmack, wenn das erste, deutliche brennen abgeklungen ist, hat auch spitzen, aber runde spitzen. es entwickelt sich im mund eine angeneheme alkoholische wärme, die lang anhält. weil mein verhältnis zum talisker ein bisschen mit pathos aufgeladen ist, würde ich hier sogar das wort kaminfeuer aufschreiben ohne rot zu werden.

der talisker ist ein bisschen wie verflüssigter rauch und absurderweise ist er gleichzeitig scharf und mild. ich glaube den kann (und will) ich nicht all zu oft trinken, weil er mich pathetisch macht. obwohl ein bisschen einschränken muss ich meine begeisterung doch, denn der talisker hat deutliche nebengeschmäcke, die ich bei bourbons oder anderen whiskys deutlich kritisieren würde. aber beim talisker sind diese störungen, die spitzen, die bitterstoffe, teer und spiritusnoten so ausgewogen, dass sie ihn gerade interessant machen. so wie bier eben ein bisschen bitter sein muss, aber eben nicht zu viel. oder andersrum: gewöhnt man sich an ausserordentlich bittere biere, trinkt man sie irgendwann ganz besonders gerne.

whisky-kalender 7

felix schwenzel, , in getrunken    

belvenie 14y caribbean cask

das habe ich mir nach einschenken notiert, bevor ich auf etikett geschaut habe:

riecht nicht die spur torfig, aber sehr eichig. nach weinkeller oder genauer nach einer whisky-lagerhalle die mit angel’s share gefüllt ist. sehr runder, milder geruch.
beim schlucken ein paar kräftige spitzen, das zeug brennt ein bisschen, aber der geschmack ist ausgewogen. es entfaltet sich ein angenhemer duft im mundraum, der fast dunkel-schokoladig ist.

ich habe den belvenie gegoogelt und bin, wie immer, bei whisky.de gelandet. die sind nicht nur extrem gut google optimiert, sondern haben auch immer sehr angenehm zu guckende videos von der verkostung jedes einzelnen whiskys. dieses mal wars besonders reizvoll, weil ich ja kurz vorher das gleiche gemacht habe. und auch schön, dass horst lüning den whisky ganz ähnlich beschreibt wie ich. interessant auch, dass belvenie zu glenfiddich gehört, bzw. seit generationen den gleichen besitzern gehört. beim ersten riechen, bei der völligen abwesenheit von torfnoten, musste ich nämlich auch an glenfiddich denken. bei glenfiddich trocknet man den malz nämlich nicht über torffeuer, sondern über steinkohle (wenn ich mich recht erinnere).

mit um die 60 euro ist mir der 14 jahre alte belvenie eigentlich einen tacken zu teuer, aber ich fand den, im gegeteil zu horst lüning, sehr lecker.