ich sage seit ungefähr sechs oder sieben jahren zu jeder zeit „mahlzeit“, wenn jemand an meiner bürotür vorbeigeht oder rein- oder rausgeht. das sind sehr viele mahlzeiten pro tag. wirklich sehr viele. meine alten kollegen irritiere ich damit schon lange nicht mehr, aber es ist trotzdem interessant wie jeder einzelne auf meine konsequente „mahlzeit“-begrüssung reagiert. einige ignorieren es still, andere mit einem leisen „orrr“, manche spielen es (mehr oder weniger) begeistert mit, manche antworten einfach mit „hallo“ oder, ganz neu, mit „danke“.

neue kollegen sind meist nur kurz irritiert, aber hin und wieder verliert der eine oder die andere kollegin kurz die contennance, je nach stress- und gemütslage. aber insgesamt, da bin ich mir sicher, verstehen die meisten den witz als das was er ist: ein schrecklich langfristig angelegter, schlechter dauerwitz, der nicht mehr wegzubekommen ist und mit dem man, wie mit dem wetter, irgendwie zu leben hat.

manchmal bin ich mir aber doch unsicher, ob mein dauerwitz nicht doch einfach nur nervt.

seit gestern bin ich mir relativ sicher, dass das wohl nicht so ist. weil ich ab nächster woche zwei wochen urlaub habe, hat ein kollege sich vorgenommen mich zu automatisieren. einen kleinen esp8266- oder raspberry-pi-basierten automaten, der bei bewegung in oder vor meinem büro „mahlzeit“ sagt. gestern habe ich die dafür nötigen audio-aufnahmen gemacht und bald kann ich dann auch im urlaub oder home-office meine kolleginnen und kollegen mehrfach pro tag begrüssen.

synthetic sensors

felix schwenzel, , in notiert    

youtube-video
youtube

dieses konzept eines multisensors mit integrierten lern-algoritmen finde ich unfassbar spannend. offenbar ist es noch im entwicklungsstadium und es gibt ihn noch nicht zu kaufen, aber sobald es diesen sensor gibt und er bezahlbar ist, möchte ich mit so einem sensor rumspielen.

das konzept habe ich in ansätzen und im kleinen bereits testweise umgesetzt. unter anderem habe ich mir, um in der terminologie des videos zu bleiben, einen virtuellen sensor zweiter ordnung gebaut, um offene fenster zu detektieren. wenn die temperatur in einem bestimmten zeitraum, bzw. zwischen einer bestimmten anzahl verschiedener messpunkte fällt, bzw. ein bestimmes delta überschreitet, gehe ich davon aus, dass ein fenster offen ist. das funktioniert einigermassen, aber hat grossen verbesserungsbedarf. vor allem müsste ich faktoren wie aussentemperatur, luftfeuchtigkeit und deren änderungen in die berechnung mit einbeziehen, um wirklich zuverlässige ergebnisse zu bekommen. das ist mit den werkzeugen, die mir bisher zur verfügung stehen, einfach noch zu kompliziert.

mustererkennung, bzw. machine-learning, würde hier wirklich helfen und mit dieser technologie wäre das, was gemeinhin „smart-home“ genannt wird, zumindest in ansätzen klug. bis jetzt fällt mir kein heimautomatisierungs-gerät oder -system ein, dass ich wirklich smart nennen würde. vernetzt: ja, automatisierungsfähig: auch. aber sonst: eher nichts.

und: hier steckt die smartness lediglich in der sensorik. die aktoren, bzw. die steuerung von systemen, die über einfache wenn-dann-regeln hinausgeht, ist noch ein sehr unterbearbeitetes gelände.

ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich das projekt „synthetic sensors“ weiterentwickelt.

(via)

freitag-rezensions-kritik am donnerstag

felix schwenzel, in notiert    

wohwollende rezension meines #rp17-vortrags von „Freitag-Community-Mitglied Judith Kersting“ (die mich vor ein paar tagen auch schon portraitiert hat). leider sind die zitate beinahe durchgehend sehr unpräzise. beispiel:

„Sieht das nicht dämlich aus?“, sagt Schwenzel. „Natürlich. Ein Trottel hat einen Trend vorgemacht und Hunderte waren mit ihm gemeinsam Witzfiguren.“

gesagt habe ich:

irgendwer, oder irgendeine gruppe, muss in den achtzigern damit angefangen haben, sich schulterpolster unter die klamotten zu stecken. und plötzlich hat sich nicht nur einer lächerlich gemacht, sondern so gut wie alle.

ich hab mir für meinen vortrag die mühe gemacht, teile von carolin emkes vortrag wortwörtlich zu transkribieren, bevor ich sie zitiert habe. da ist mir zwar einmal ne wortdopplung reingerutscht, aber ich habe ihr, abgesehen davon, nichts dazu gedichtet.

der vortrag steht zwar noch nicht als einzeldatei auf youtube, ist aber im „live“-stream der republica seit gestern 17:50 uhr online: youtu.be/dnV_PxSWXQ0?t=28273

da könnte man, mit pausen- und sprungfunktion, prima abschreiben und präzise zitieren.

aber das ende von judith kerstings artikel gefällt mir (auch wenns die jackettasche war):

Felix Schwenzel greift in seine Hosentasche, wirft Konfetti in die Luft und verlässt die Bühne.

ich bin 4 tage vor meinem #rp17 vortrag fertig mit der vorbereitung. und bin unsicher ob das ein gutes oder schlechtes zeichen ist. die selbstzweifel beim vortragsschreiben fehlen mir beinahe ein bisschen.

es werden wohl wieder 30-35 minuten vortrag, diesmal mit über 180 folien. der witz ist, dass die beifahrerin sich beklagte, als ich ihr eben ein paar ausschnitte zeigte, dass eine folie fast 15 sekunden lang zu sehen war, bevor es weiterging.