whisky-kalender 11

felix schwenzel, , in getrunken    

nach der pleite gestern, war ich heute natürlich etwas nervös beim blindverkosten der nummer 11 aus meinem whisky-adventskalender. unverkennbar nahm ich ein kräftiges torfaroma wahr. nur halb im spass sagte ich zur beifahrerin: na toll, heute erkenne ich wahrscheinlich den laphroaig nicht. für den laphroaig roch die #11 aber ein bisschen zu mild und hatte nicht diesen herrlichen, leicht brackigen geruch vom laphroaig. ausserdem war die #11 auffallend hell, sowohl von der farbe, als auch vom geruch.

erstaunlich unmild dann der geschmack: heftiges brennen, dass einen angenehmen kokelgeschmack im mund hinterliess. ich habs mehrfach geprüft: bei jedem schluck blieb danach rauchgeschmack im mund, aber nicht torfrauch, sondern eindeutig der rauch von verbrannter kiefer. den geruch kenne ich ganz gut aus meiner zeit als schreiner, vom sägen und zu heiss schleifen von kiefernholz.

j sei dank war in der #11 dann kein laphroaig, sondern ein acht jahre alter lagavulin. vom geruch her hab ich den islay-charakter erkannt, der kiefernholzrauch-geschmack ist mysteriös, aber toll. kommt irgendwann auch auf meine einkaufsliste.

lagavulin 8y, OA, 48% vol

whisky-kalender 10

felix schwenzel, , in getrunken    

ich kann jetzt im prinzip aufhören diese altklugen geschmacksbeschreibungen aus meinen whisky-adventskalender-blindverkostungen aufzuschreiben. ich bin nämlich völlig unfähig und geschmacklos und lasse mich von den markennamen und den esoterischen, mystisch aufgeladenen geschichten die die whiskyhersteller und -händler erzählen übermässig beeinflussen. das hier habe ich nach dem einschenken von fläschchen #10 notiert:

heller, leicht stechender, alkoholischer geruch, aber angenehm, mit ganz subtiler rauchnote. ich kann mich irren oder falsch erinnern, aber mich erinnert der geruch ein bisschen an cognac.

der geschmack hat wieder was trockenes, spiritusartiges, sticht ein bisschen, scheint hochprozentig zu sein. nicht rund, aber interessant. brennendes leder, oder harzige eiche. kann mich nicht entscheiden.

nicht mein ding, aber gerne probiert.

das peinliche an diesen worten ist: das war ein zehnjähriger talisker, den ich gestern bereits, zufällig, aus sentimentalen gründen, gekauft und verkostet habe. da hörten sich meine eindrücke noch ganz anders an:

klare torfnote, aber deutlich anders als die torfnoten der islay whiskys die ich so kenne. der geruch ist ein bisschen weihnachtsfruchtig, rund und zum ersten mal habe ich neben dem teergeruch auch deutlich salzgeruch wahrgenommen. auch der talsiker hat spuren von lederhosen, aber ganz subtil.

der geschmack, wenn das erste, deutliche brennen abgeklungen ist, hat auch spitzen, aber runde spitzen. es entwickelt sich im mund eine angeneheme alkoholische wärme, die lang anhält.

gestern wars noch einer meiner lieblingswhiskys, jetzt interessant, nicht mein ding. mir zeigt das jedenfalls, wie sehr whisky-geschmack von der eigenen tagesform oder verfassung abhängt. was man gerade gegessen hat — oder nicht. und was sich man sich von den etiketten oder den beipackzetteln einreden lässt.

„Der Vulkan unter den Whiskys.“

whisky-kalender 8 und 9 plus bonus whiskys

felix schwenzel, , in getrunken    

etiketten für den dailuaine 6y und den basil hayden’s 8y

8. dailuaine 6y

mochte ich überhaupt nicht. der geruch hatte die typischen spiritus-noten die ich an manchen whiskys nicht mag, obwohl er nicht wirklich unangenhem roch. ich hatte die vermutung, dass es sich vielleicht gar nicht um einen schottischen whisky handelte, wars dann aber doch, ein speyside-whisky. beim probieren kam alles zusammen was ich am whisky manchmal nicht mag. spitze schärfe, scharfer alkoholgeschmack der ungedämpft durchkommt, frische eiche.

der 6 jährige dailuaine hatte, fällt mir nachträglich ein, alles unangenehme am eichengeschmack in sich, das andere whiskys offenbar, sei es durchs altern und reifen oder die nutzung von gebrauchten, ausgebrannten fässern irgendwie überkommen. der vergleich ist überzogen, aber ich muss jetzt dran denken, wie ich als kind einmal probieren wollte wie eicheln schmecken. ein bisschen so wie dieser whisky, nur ohne alkohol. dazu kommt, dass der sechsjährige dailuaine in fassstärke abgefüllt war und so über 54 volumenprozente hatte. whisky + cigars empfahl ihn „unbedingt mit ein paar tropfen wasser aufzuschliessen.“ hab ich gemacht, das half aber auch nichts.

ardbeg 10y

ausserhalb der konkurrenz, bei freunden getrunken und auch nicht blind verkostet, sondern aus dem schnapsschrank ausgesucht, der zehn jahre alte ardbeg. die ardbeg-destillerie liegt, wie laphroaig, auf islay und produziert ähnlich torfige whiskys wie laphroaig. ich fand den geruch und den geschmack herrlich mild, als die beifahrerin einen schluck probierte, lachte sie über meine charakterisierung „mild“. sie fand den gar nicht mild. der ardbeg ist im geschmack, vor allem im nachgeschmack, auch ein bisschen dunkelschokoladig. die ähnlichkeit zum laphroiag ist offensichtlich, unterscheidet sich aber deutlich durch diese dunkle kakao-note, die übrigens über eine stunde lang als angenehmer nachgeschmack im mund bleibt. sehr toller stoff, von dem ich mir irgendwann auch mal ne ganze flasche kaufen werde.

9. basil hayden’s 8y

der geruch hat mich irritiert. ich roch eine leichte rasierwassernote, nicht unangenehm, leicht ledrige, fast nach moschus riechende noten — oder kurz gesagt: ich roch lederhose. auch wenn sich lederhose nicht wie ein kompliment anhört, ich hätte den geruch angenehm gefunden, wären nicht wieder diese störenden, metallischen, spiritusartigen spitzen drin gewesen.

die beifahrerin konnte fruchtige noten rausriechen die mir verborgen blieben und fand den geruch weich und ein bisschen vanillig.

der geschmack war auch nicht mein ding, bei mir kräuselte sich der hintere gaumen ein bisschen, wie das bei mir zu viel tanin im rotwein auch macht. beim geschmack war ich mir nicht sicher, was ich exakt nicht mochte. das aroma ist interessant, der geschmack nicht mein ding, der zweite bourbon, der mich nicht begeistern konnte. was ich dem basil hayden aber positiv ankreide: es bleibt stundenlang ein angenehmes moschus-artiges aroma im mundraum.

talisker 10y

auch ausserhalb der konkurrenz: der zehn jahre alte talisker. den hatte ich vor einem jahr bei unserer schottlandreise auf skye getrunken. der talisker war überhaupt der erste single malt den ich seit vielen jahren getrunken habe, im prinzip fing damit die ganze whisky-probiererei an. aus sentimentalen gründen wollte ich schon lange wieder mal einen schluck davon trinken, meistens bekommt man aber nur die talisker blends storm und skye, die OK sind, aber denen meiner meinung nach der stürmische charakter ein bisschen fehlt.

und weil uns gestern (oder heute?) ein zehn euro werbegutschein für amazon now ins haus flog (mindestbestellwert 30 euro), hat zuerst die beifahrerin mit ihrem amazon-konto gemüse und rasierwasser für 30 euro bestellt (und 20 bezahlt) und dann, 10 minuten später, ich eine flasche 10 jahre alten talisker für 35 euro (und 25 euro bezahlt). kurz nach der bestellung hat dann zuerst ein „michael“ den einkauf der beifahrerin vorbeigebracht und kurz darauf „oleg“ meine flasche. funktioniert also, dieses amazon now.

weils dann schon nach 21 uhr war, hab ich mir nach den 20 millilitern basil hayden, gleich auch noch 20 milliliter des talisker eingeschenkt. das aroma hat mich wieder umgehauen: klare torfnote, aber deutlich anders als die torfnoten der islay whiskys die ich so kenne. der geruch ist ein bisschen weihnachtsfruchtig, rund und zum ersten mal habe ich neben dem teergeruch auch deutlich salzgeruch wahrgenommen. auch der talsiker hat spuren von lederhosen, aber ganz subtil.

der geschmack, wenn das erste, deutliche brennen abgeklungen ist, hat auch spitzen, aber runde spitzen. es entwickelt sich im mund eine angeneheme alkoholische wärme, die lang anhält. weil mein verhältnis zum talisker ein bisschen mit pathos aufgeladen ist, würde ich hier sogar das wort kaminfeuer aufschreiben ohne rot zu werden.

der talisker ist ein bisschen wie verflüssigter rauch und absurderweise ist er gleichzeitig scharf und mild. ich glaube den kann (und will) ich nicht all zu oft trinken, weil er mich pathetisch macht. obwohl ein bisschen einschränken muss ich meine begeisterung doch, denn der talisker hat deutliche nebengeschmäcke, die ich bei bourbons oder anderen whiskys deutlich kritisieren würde. aber beim talisker sind diese störungen, die spitzen, die bitterstoffe, teer und spiritusnoten so ausgewogen, dass sie ihn gerade interessant machen. so wie bier eben ein bisschen bitter sein muss, aber eben nicht zu viel. oder andersrum: gewöhnt man sich an ausserordentlich bittere biere, trinkt man sie irgendwann ganz besonders gerne.

whisky-kalender 7

felix schwenzel, , in getrunken    

belvenie 14y caribbean cask

das habe ich mir nach einschenken notiert, bevor ich auf etikett geschaut habe:

riecht nicht die spur torfig, aber sehr eichig. nach weinkeller oder genauer nach einer whisky-lagerhalle die mit angel’s share gefüllt ist. sehr runder, milder geruch.
beim schlucken ein paar kräftige spitzen, das zeug brennt ein bisschen, aber der geschmack ist ausgewogen. es entfaltet sich ein angenhemer duft im mundraum, der fast dunkel-schokoladig ist.

ich habe den belvenie gegoogelt und bin, wie immer, bei whisky.de gelandet. die sind nicht nur extrem gut google optimiert, sondern haben auch immer sehr angenehm zu guckende videos von der verkostung jedes einzelnen whiskys. dieses mal wars besonders reizvoll, weil ich ja kurz vorher das gleiche gemacht habe. und auch schön, dass horst lüning den whisky ganz ähnlich beschreibt wie ich. interessant auch, dass belvenie zu glenfiddich gehört, bzw. seit generationen den gleichen besitzern gehört. beim ersten riechen, bei der völligen abwesenheit von torfnoten, musste ich nämlich auch an glenfiddich denken. bei glenfiddich trocknet man den malz nämlich nicht über torffeuer, sondern über steinkohle (wenn ich mich recht erinnere).

mit um die 60 euro ist mir der 14 jahre alte belvenie eigentlich einen tacken zu teuer, aber ich fand den, im gegeteil zu horst lüning, sehr lecker.

fluch und segen

felix schwenzel, , in notiert    

die kaltmamsel hat einen von fraglos vielen positiven aspekten der vernetzung herausgearbeitet:

(Sie sehen: Ich halte mich trotz aller Internetschlechtigkeit am warmen Kerzenschein des „Everybody has a voice“ fest. Das Internet hat mir erstmals direkten und einfachen Zugang zu den Stimmen von Behinderten ermöglicht, von Rollstuhlfahrerinnen, Gehörlosen, Sehbehinderten, Kleinwüchsigen, Menschen aus dem Autismus-Spektrum. Dank ihrer sehe ich den Alltag und die Welt mit anderen Augen, nämlich ein bisschen auch mit ihren.)

ich will das nicht relativieren oder der kaltmamsel worte in den mund legen, aber mir kam dieser gedanke in den sinn, den ich, trotz seiner trivialität, kurz ausformulieren möchte: das was toll an der vernetzung durch das netz und soziale medien ist, ist auch immer gleichzeitig ein fluch. durch die vernetzung haben wir nicht nur direkten und einfachen zugang zu den stimmen von interessanten menschen, sondern auch zu den stimmen von arschlöchern, menschenhassern, radikalen und mario-barth-fans. das ist freilich kein neues problem, sondern eigentlich allen dingen innewohnend: man kann jedes werkzeug zum guten und zum weniger guten nutzen.

was wir im fall des internets noch nicht besonders gut gelernt haben, ist der umgang mit dieser sichtbarkeit. sowohl die filterung dieser neuen sinneseindrücke, als auch ihre bewertung fällt uns noch enorm schwer. und was wir noch überhaupt nicht drauf haben: die wecheselwirkungen, die aufschaukelungsbewegungen und schwingungen des systems richtig einzuschätzen. ich habe lange dafür argumentiert, dass es vor allem um das erlernen neuer filter- und sichtbarkeitsmethoden geht, sozusagen um die geschickte konstruktion von filtern, die nicht alles durchlassen, aber uns auch nicht die sicht verstellen.

was ich stark unterschätzt habe, sind die schwingungen, die aufschaukelungen die durch die sichtbarkeit entstehen können. ein paar dieser mechanismen habe ich in den letzten jahren vermeintlich in meinem umfeld erkannt; ich weiss ungefähr, wie blogs und journalismus themen auf die agenda heben können (säue durchs dorf treiben), ich kenne ein paar der themen, die in bestimmten zielgruppen empörung und aktivismus auslösen können, aber ich habe unterschätzt wie sehr sich wellen abseits meines tellerrands aufschaukeln können und sogar einen deppen ins weisse haus spülen können. obwohl ich mir dieses video regelmässig alle paar jahre ansehe, es zeigt sich, ganz verstanden habe ich (und viele andere) das alles noch nicht.

youtube-video
youtube

amphtml — update

felix schwenzel, in notiert    

ich stelle seit anfang des jahres meine seiten auch im AMP-format zur verfügung. die seiten wurden früh von google indexiert, im april flogen meine AMP-seiten dann komplett aus dem index raus. ich konnte mir nicht erklären warum und versuchte fehler in meiner implementierung zu finden. jetzt, fast 8 monate später, hab ich den fehler gefunden. eine blödheit von mir. sämtliche AMP-seiten hatten eine robots-meta-anweisung im header, die google das indexieren verbot. eigentlich sollte diese sperre nur für seiten gelten, die älter als drei jahre sind gelten, aber ein kleiner fehler in der AMP-seiten-vorlage sperrte alle seiten.

seitdem ich die robots-anweisung in ordnung gebracht habe, tauchen meine seiten auch als AMP-seiten in (mobilen) google suchergebnissen auf.

suchergebnis mit AMP

fever → miniflux

felix schwenzel, , in notiert    

irgendwo in meinem feedreader (immer noch reeder auf macos und ios) las ich von miniflux. ein minimalistischer feedreader der auf dem eigenen server läuft und (unter anderem) den reeder-reader befüllen kann, über die fever-API. fever hat mich nun ein paar jahre begleitet und mir tausende von artikeln serviert. aber fever wird seit ein paar jahren nicht mehr weiterentwickelt.

fever funktionierte aber weiterhin sehr, sehr gut, aber ich spiele gerne mit neuem rum, also installierte ich mir flux miniflux, exportierte und importierte meine feeds von fever zu miniflux und fertig.

naja, nicht ganz fertig. in meinem fever waren offenbar sehr viele inaktive feeds. fever schaute grosszügig üerr die hinweg und klagte nicht. miniflux schon. so wurden aus 1200 feeds nach ein paar stunden aufräumen, ca. 600 feeds. da ist immer noch viel schrott oder inaktives drin, aber zumindest nichts (technisch) fehlerhaftes mehr. miniflux zieht auch ein paar feeds, die ich in fever nie sah, aber ich habe auch ein unbestimmtes gefühl, dass ein bisschen was fehlen könnte, also dass fever zuverlässiger feeds abrief.

hier ist meine liste von RSS-feeds, die ich regelmässig lese im OPML-format.

miniflux hat ein paar features die den umstieg lohneswert machten. es gibt einen mechanismus, mit dem man einzelne feeds die nur gekürzt vorliegen, komplett laden kann. auch die zusammenarbeit mit dem reeder ist besser als die von fever. so kann ich statt einen artikel mit drei klicks zu pinboard zu speichern, einfach auf den bookmark-stern klicken und miniflux spült den artikel dann über die pinboard-API zu pinboard rüber. sehr praktisch auch, dass die gebookmarkten artikel dann auch für späteres lesen im reeder verbleiben.

tl;dr: miniflux ist kostenlos, bescheiden, funktioniert und ich mag es.

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medienmenü-update

felix schwenzel, , in notiert    

weil mich jemand (per mail) gefragt hat, was ich so lese, anbei meine (leicht modifizierte und mit links angereicherte) antwort, die quasi ein update zu meinem medienmenü von vor ein paar jahren ist.

seit ein paar jahren habe ich auch meine letzten printabos gekündigt, weil ich es nicht mehr einsehe, altpapier zu horten. nach wie vor ist meine hauptlesequelle mein rss reader mit derzeit ca. 600 quellen, davon einige kuratiert, so dass die zahl der quellen um einiges höher ist, die mir der rss-reader vors auge spült.

sehr toll fand ich lange zeit auch blendle, einerseits weil dort (so gut) wie alles zu finden ist und andererseits, weil es dort ganz gute empfehlungsmechaniken gibt. aber das stöbern dort, oder gar durchblättern ganzer zeitungen/magazine kostet zeit, die ich manchmal für längere zeit nicht aufbringen mag. die kuratierten blendle-newsletter hingegen sind totaler schrott und landen immer gleich im mülleimer.

was ich immer noch regelmässig kaufe, allerdings nicht jede ausgabe: geo epoche. finde ich super, lese ich wahnsinnig gerne und meist in einem oder zwei rütschen durch. bei der brandeins dachte ich, nachdem ich das abo gekündigt habe, dass ich sie öfter online lese würde, ist ja alles online, mehr oder weniger, mach ich aber kaum.

in letzter zeit auch sehr gerne und als einzigen von fünf die mir täglich ins postfach quellen: der tagesspiegel checkpoint newsletter. flott geschriebener überblick über die lage in berlin und der welt, mit vielen möglichkeiten das gelesene zu vertiefen (aka links).

auf der arbeit liegt noch die papier-c’t rum, davon lese ich fast jede ausgabe, allerdings dauert das nie länger als 20 minuten. dann bin ich durch, entweder weil ich die artikel schon (aus dem netz) kenne oder weil mich 60% der inhalte nicht interessieren.

facebook und twitter spülen mir manchmal, wenn mein feedreader leer ist, auch links, artikel oder videos vors auge, aber facebook ist für mich ein bisschen wie c’t lesen: vieles hab ich schon anderswo gelesen, das meiste interessiert mich nicht.

weil ich für die gedruckte t3n schreibe, bekomme ich auch immer ein belegexemplar. ich blättere jede ausgabe durch, bleibe aber an den wenigsten artikeln hängen. die aktuelle ausgabe dagegen finde ich ziemlich toll: interessant erscheinende artikel, das layout gefällt mir und das völlig abwegige thema gefällt mir auch.

manchmal wünsche ich mir die gute alte zeit zurück, in der ich sonntags eine FAS gekauft habe und an einem nachmittag in einem café durchgearbeitet habe oder die montage an denen ich früh morgens von hamburg nach berlin gependelt bin und mir einen tagesspiegel gekauft und im zug gelesen habe. ich glaube aber, das ist ähnlich wie das spielen im sandkasten: eine wunderschöne erinnerung, aber vorbei.

letzte woche ist mir eine ausgabe des tagesspiegel berliners in die hände gefallen. sieht toll aus, fühlt sich an wie ein gedrucktes querfeldeinblog. genau wie die t3n hab ich es am wochenende aber nicht geschafft dadrin zu lesen. was ich hingegen geschafft habe: ein paar hundert rss-artikel zu lesen (wovon ich 10-15 stück gebookmarkt habe, für späteres teilen oder verlinken), 4 blendle artikel, darunter einem von stefan niggemeier über den youtuber/fernsehfuzzi billy eichner, dessen videos ich mir danach gleich für andertalb stunden alle ansah. 

das ist übrigens auch einer der vielen vorteile vom online-lesen. wenn ich über einen youtuber, film, eine fernsehserie oder interessante menschen lese, kann ich das gelesene gleich vertiefen, nebenan, einen browsertab weiter, als youtube-clip, trailer oder mini-google-recherche.

guilty pleasure, nach wie vor, ungefähr einmal täglich spiegel online. über laterpay hab ich auch schon bezahlt, an mir solls nicht liegen, falls das scheitert.

hat eigentlich schon jemand, nachdem „arrogante“ linke, „versiffte“ grüne, „abgehobene“ intellektuelle, verstädnislose femministinnen oder „nutzlose“ gender-studies durchgeprügelt sind, satire-parteien wie die partei, oder sonneborn persönlich, für trump verantwortlich gemacht?