echt? so „absolutely“ würde ich die meinung von andrew keen nicht teilen. angelina irinici zitiert eine ältere aussage von andrew keen zu seiner selfie-kritik, die so mehr oder weniger auch in keens buch „the internet is not the answer“ steht und die er heute abend, soweit ich das mitbekommen habe, auch nicht weiter differenziert hat:

Andrew Keen, described [selfies] as an “extreme form of narcissism” and that people who take them are trivializing and embarrassing themselves.

well:

na gut, für eine gute sache, kann man sich dann ja auch mal „trivialisieren“ oder „blamieren“:

und für eine gute sache, kann man selfies dann auch mal so gut finden, dass man sie retweeted:

andrew keen differenziert nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ selfies. er bügelt sie einfach pauschal als narzisstischen blödsinn ab. oder hab ich heute abend was verpasst?

michael konken ist ein verleger? der DJV ist ein verlagsverband?

das problem mit dem bargeld ist, dass es, wie alle zahlungsverfahren, vom staat reglementiert wird. das heisst, in krisenzeiten kann es abgewertet oder handstreichartig abgeschafft werden. die krisen-sicherheit oder das feel-good-potenzial das du in deinem nachtrag dem bargeld (andeutungsweise) zuweist haben genau betrachtet eigentlich nur gold, diamanten, land- oder immobilienbesitz, auch wenn dieses ebenfalls gepfändet oder geraubt werden können.

ansonsten sind wir glaube ich gar nicht so unterschiedlicher meinung, vor allem in sachen staatskritik. kurz gefasst lautet meine antwort (bereits seit gestern): ich hoffe es gibt bessere argumente gegen eine bargeldabschaffung als „totalitäres Potenzial“.

ich bezweifle, dass du von deinem gehalt lebst. ich glaube du hast jemanden davon überzeugt, dass das was du machst & kannst es wert ist dir geld im austausch für deine zeit zu geben. (und vermutlich hängt das was du machst auch mit deiner fähigkeit zusammen, aufmerksamkeit zu erregen oder zu lenken.) wenn du von deinem gehalt leben würdest, hättest du in deinem lebenslauf sicher gehaltsempfänger, statt copywriter stehen.
am anfang steht immer die aufmerksamkeit und der austausch. was man daraus macht um davon leben zu können (und lattes zu kaufen), ist dann allerdings nicht ganz unwichtig, um nicht zu sagen entscheidend.

eigentlich wäre das ein thema für nen eigenen artikel. nur so viel auf die schnelle:

wenn du bargeld am automaten ziehst, fallen durchaus daten an (summe, ort, zeit), die (mit weiteren daten) zu aussagefähigen profilen verknüpft werden können. auch im geschäft können daten zu deinen einkäufen erfasst oder getrackt werden (kameras, rfid-tags, usw.).

vor allem aber: ich glaube nicht dass bargeld die lösung für datenschutz im zahlungswesen ist. das sollte woanders ansetzen. ein ansatz ist bitcoin, ich bin sicher es gibt viele weitere (technologische oder juristische) lösungsansätze.

und: zumindest im vergleich zu den bisherigen kreditkartenzahlungen (vor allem in den USA, wegen der dort verwendeten antiken technologien), entkoppelt zum beispiel apple pay bestimmte datenerfassungen und bringt in sachen datenschutz durchaus die eine oder andere verbesserung beim zahlungsvorgang.

das ist sogar alles noch viel mehr aufwand als man denkt, denn die paralelle veröffentlichung von wirres.net in die silos lässt grösstenteils sich nur halbautomatisch machen. mit bildern und kurzen statusmitteilungen geht’s ganz gut vollautomatisch, aber alles andere ist zum grossen teil noch immer handarbeit.

gerade der neue notes-editor bietet sich natürlich dafür an, blogposts parallel im blog und auf facebook zu posten. aber da der editor weder formatierungen noch links per copy-paste übernimmt (oder gar ne API hat), muss ich den ganzen artikel in einer note nachberabeiten und -formatieren — oder bei einem status-update überlegen, wie ich die formatierungen und links substituiere.

hoffnung macht, dass facebook angekündigt hat, die instant articles per RSS einlesen zu können. die RSS-geschmacksrichtung muss dafür ein bisschen angepasst werden, bzw. das HTML5 das man facebook liefert, aber das geht eigentlich ganz easy peasy. nur: bis ottonormalblogger die instant articles, oder apple news, nutzen kann, wird noch einiges an zeit vergehen.

aber abgesehen davon ist der entscheidende punkt in der tat: schreibe dort, wo die leute sind, die du erreichen willst.

früher™, als die alternativen noch nicht so weit verbreitet waren, hab ich genau das gemacht: ich habe das programm der privaten genutzt und die werbespots geblockt. die adblocker hiessen damals videorekorder, fernbedienung und pinkelpause.

ganz allgemein gesprochen: wenn redaktionen bilder verwenden würden, die nicht von den firmen, über die sie berichten, gestellt werden, würde das meiner meinung nach journalistisch ein bisschen unabhängiger wirken.

jetzt könnte man natürlich sagen, aus rechtlichen, finanziellen oder organisatorischen gründen sei man auf die zulieferung von bildern von firmen (die zufällig auch potenzielle werbekunden sein könnten) angewiesen, aber das wäre dann gleichzeitig auch ein eingestädnis von abhängigkeit oder zumindest angewiesenheit.

wie weit sich das im rechtlichen rahmen bewegt, einfach selbst screenshots aus dem film zu machen über den man berichtet, weiss ich nicht. ich vermute die firmen werden da schnell kiebig, wenn man text-bebilderung genauso unabhängig angeht, wie die texte selbst.