links vom 10.05.2016

felix schwenzel, in links    

komischer karton.

the hateful eight

felix schwenzel, , in gesehen    

also ich mochte the hateful eight und fand den film auch nicht zu lang (ne stunde mehr wär auch OK gewesen) — und das format hätte von mir aus statt ultra-panavision auch 4:3 sein können. ansonsten was man von tarantino halt so erwartet: ultra-gewalttätig und blutig und trotzdem — auf ne art — lustig.

(im us-itunes-store geliehen)

silent movie gifs

felix schwenzel, , in notiert    

das ist eins der tollsten twitter-konten, die ich in letzter zeit gesehen habe: @silentmoviegifs. könnte ich stundenlang drin scrollen.

(stimmt das, dass die menschen früher ins kino gegangen sind um animierte GIFs zu sehen?)

* * *

links vom 08.05.2016

felix schwenzel, , in links    

prokrastinieren mit tim urban

felix schwenzel, , in links    

vor einer weile hat tim urban darüber geschrieben, wie es ist einen TED-talk vorzubereiten (von mir am 2. märz verlinkt). der artikel ist irre lang, der talk selbst, der seit ein paar tagen auf der ted.com-seite steht, ist, nur 14 minuten.

abgesehen davon, möchte ich jedem empfehlen waitbutwhy.com in irgendeiner form zu abonnieren, als RSS, newsletter oder bookmark.

ads first

felix schwenzel, , in artikel    

ich hatte grosse leise hoffnungen, dass das google AMP-projekt eine sinnvolle alternative zu facebook instant articles sein könnte und dafür sorgen könnte, mobile webseiten nicht nur schneller, sondern auch ansehnlicher und benutzbarer machen könnte. die hoffnung habe ich mittlerweile zweifach aufgegeben. einerseits, weil google/AMP, auch fast ein jahr nach dem offiziellen start, lediglich grosse medienhäuser zu unterstützen scheint und andererseits, weil das aufmerksamkeits-missbrauchspotenzial bei AMP-seiten genauso hoch ist, wie bei normalen HTML-seiten. wenn schon ein seriöser verlag, wie die zeit, eine angeblich mobil-optimierte AMP-seite wie diese in die google-suchergebnisse haut, kann man wohl davon ausgehen, dass die verlage das AMP-projekt nicht als accelerated mobile pages ansehen, sondern accerlerated mobile ads, mit denen sie weiterhin benutzern den telefonbildschirm zukleistern können.

ads first project
die zeit interpretiert das accelerated mobile page (AMP) projekt als ads first project (AFP)

auf der seite ist ohne scrollen nicht eine einzige information sichtbar. weil die werbung auch per AMP, wie gewohnt, etwas langsamer als der rest der seite lädt, erschien die seite beim initialen laden zunächst leer. ich habe das eben mit vier amp-seiten der zeit online ausprobiert, die ich in google-suchergebnissen gefunden habe. alle sahen wie folgt aus:

mit solchen aktionen arbeitet der zeit-verlag an der abschaffung des offenen webs mit, hier sogar explizit und implizit. implizit, indem die zeit nutzern der google-suche zeigt, das sich der werbeirrsinn auch nicht mit an sich sinnvollen projekten wie AMP stoppen lässt und dass das (verlags-) web einfach scheisse aussieht — und explizit, indem es sonne und genuss verspricht, wenn man eine app statt des verseuchten webs benutzt. die zeit schreit in diesem beispiel schamlos ins netz: „siehste wie scheisse unsere webseite im web aussieht? probier doch mal unsere APP!“

solchen missbrauch habe ich in ansätzen auch schon bei den facebook-instant-articles gesehen. dort kann man das obere drittel des bildschirms mit einem artikelbild oder video füllen und der eine oder andere verlag hat dieses bild schon mit werbung gefüllt. aber immerhin ist dann noch die artikelüberschrift und der anreisser sichtbar — und alles sofort da.

wer solchen kaputten scheiss an leser ausliefert, darf sich wirklich nicht über rückgängige aufmerksamkeit und flächendeckendes abblocking beklagen. und wo ich gerade bei worst practices bin, nachdem ich die zeit-startseite eben drei minuten offen stehen hatte, erklärt mich die zeit für zu blöd das web zu bedienen:

hinweis zum neuladen auf zeit.de
die zeit erklärt ihren benutzern, ganz subtil, dass sie dumm sind

marseille s01e03 (crocodile)

felix schwenzel, , in gesehen    

an den eigenen ansprüchen untergegangen: marseille

drei folgen wollte ich marseille geben, bevor ich mein urteil fixiere oder die serie zu ende schaue. um es kurz zu machen: ich schaue marseille nicht weiter. mir ist die serie zu klischeehaft und aus der zeit gefallen, die dialoge und erzählung sind mir zu hölzern. am störensten empfinde ich, dass die serie sich nicht darauf verlässt, dass sich die dramatik aus der geschichte entwickelt, sondern mit dramatischer musik und überdramatisiertem schauspiel erzwungen wird. kurz: marseille langweilt mich.

ganz besonders ärgerlich fand ich das frauenbild das die serie transportiert. mich nervte das von anfang an, bei der kritik der zweiten folge bechdelte ich bereits ein bisschen daran rum, aber eine szene in der dritten folge deutete darauf hin, dass das ungebremst so weitergehen würde. lucas barrès (völlig überzogen von benoît magimel gespielt) versucht in einer szene die generalsekretärin der partei, in der er und der von depardieu gespielte bürgermeister mitglieder sind, auf seine seite zu ziehen. er erzählt ihr eine herzerweichende geschichte, versichert ihr seine loyalität, blinzelt theatrlisch ein bisschen, sie zeigt empathie, leckt sich die lippen und 10 sekunden später sieht man die beiden auf dem klo vögeln. das ist nicht nur überflüssig, sondern auch hochgradig absurd und wie fernsehen aus dem letzten jahrhundert.

vielen der kritikpunkte des pilotfolgen-reviews von felix böhme auf serienjunkies.de schliesse ich mich an, nachdem ich die kritik jetzt, nach drei folgen, gelesen habe. felix böhme hatte, wie ich, die hoffnung, dass sich die serie vielleicht nach dem piloten noch einigermassen einfängt, aber ich habe ich die hoffnung jetzt aufgegeben.

ein paar dinge mochte ich an marseille, vor allem die bilder der stadt, gérard depardieu, den trailer und den vorspann. der créateur des vorspanns, laurent brett, war so freundlich den vorspann auf seinen vimeo-kanal online zu stellen:

vimeo-video
vimeo

auch die im vorspann verwendete titelmusik gfiel mir sehr gut, das ganze lied (orange blossom von ya sidi) liegt auf youtube rum.

(meine reviews der folgen eins und zwei)