links vom 16.08.2011

felix schwenzel,    

* blog.franziskript.de: (5)
peter turi erklärt franziska bluhm die herkunft der bescheuerten turi2-umschreibung für „kein bock auf recherche“. /via stefan niggemeier sein chatprogramm

* faz.net: Youtube-Star Teclebrhan: „Was labersch du?“
der artikel wird ein bisschen hoch aufgehängt, wenn in der einleitung behauptet wird, dass tedros teclebrhan mit seinem youtube-video der „deutschen Integrationspolitik den Spiegel“ vorhalte. trotzdem lesenswert was michael ohnewald über tedros teclebrhan sein leben schreibt.

menüstreifen

felix schwenzel,    

mein menüstreifen

transmit, calenderbar (statt menu calendar clock, läuft unter lion eher unbefriedigend und wird offenbar nicht mehr aktualisiert), smart sleep (hat caffeine abgelöst), tunnelblick, ipsecuritas, smartreporter, typinator, expandrive, bluetooth, vpn-status, timemachine, istatsmenu CPU, istatsmenu festplattenaktivität, istatsmenu netzwerk, wlan, istatsmenu batterie, istatsmenu datum, spotlight.

nicht zu sehen: launchbar, doublepane (statt divvy).

und selbst so?

/via

links vom 15.08.2011

felix schwenzel,    

* blogs.reuters.com/felix-salmon: How the NYT paywall is working
felix salmon mit einem schönen symbolbild für die löchrige NYT-„paywall“ und schönen analogien: 

What happened when the Indianapolis Museum of Art moved to a free-admission policy? Its paid membership increased by 3%. When the Minneapolis Institute of Arts did the same thing, paid membership increased by 33%.

das ist wie bei den kostenlosen zeitungen in cafés: der kostenlose zugang zu zeitungen oder zeitschriften bedeutet keinen finanziellen verlust für die verlage, sondern letztendlich einen gewinn an  zahlenden lesern — wenn das blatt was taugt.

oder anders gesagt: wenn die verlage aufhören würden sich gegenüber ihren lesern wie arschlöcher zu verhalten, wird das mit den gewinnen vielleicht auch wieder was (wenn das blatt was taugt).

* failblog.org: Oddly Specific: LOOK AWAY
hihi.

* haekelschwein.de: Aus einer anderen Zeit
das haekelschwein hat ein paar zitate aus der regierungserklärung von willy brandt von 1969 ausgegraben: 

Wir haben so wenig Bedarf an blinder Zustimmung, wie unser Volk Bedarf hat an gespreizter Würde und hoheitsvoller Distanz. Wir suchen keine Bewunderer; wir brauchen Menschen, die kritisch mitdenken, mitentscheiden und mitverantworten. Das Selbstbewußtsein dieser Regierung wird sich als Toleranz zu erkennen geben. Sie wird daher auch jene Solidarität zu schätzen wissen, die sich in Kritik äußert. Wir sind keine Erwählten; wir sind Gewählte.

* zeit.de: Martenstein: „Die Männer sind alle Verbrecher“
harald martenstein: 

Die Obdachlosen sind zu 70 Prozent Männer, die Drogenabhängigen zu 80 Prozent, von den Kindern mit Lernbehinderungen sind 70 Prozent Jungen. Wenn man solche Zahlen liest, wundert man sich, dass überhaupt genügend Männer für die Besetzung der Aufsichtsratsposten übrig bleiben. Wahrscheinlich gibt es einige Drogenabhängige und auch ein paar Lernbehinderte in den Aufsichtsräten.

links vom 12.08.2011

felix schwenzel,    

* notizen.steingrau.de: Was ist real? Was ist virtuell?
markus breuer fragt sich, was real und was weniger real ist. und nachdem man seinen text gelesen hat, könnte nan pathetisch sagen, dass das was das herz berührt real ist. in der realität ist das aber viel komplizierter. real ist, was wir für real halten.

* techdirt.com: It's Not About 'Free,' It's About Sharing
interessanter punkt den rick falkvinge hier macht:

People don't copy because of a price tag somewhere else, entirely regardless of what that price tag says. People copy because they can, because it is associated with freedom and because it is in human nature to share.

* techland.time.com: Is 'Top Gear' Really Out to Kill the Electric Car?
top gear ist unterhaltsam, aber auch ganz schön fake.

* boingboing.net: Jonathan's Card: a social experiment using a public Starbucks card
witzige idee.

links vom 11.08.2011

felix schwenzel,    

* blog.koehntopp.de: IVW jetzt "datenschutzkonform"
juristen vs. techniker. immer wieder lustig.

* photoshoplooter.tumblr.com: LIVE on Abbey Rd
grossartig, auch die anderen gephotogeshoppten plünderer.

* daringfireball.net: Amazon Kindle Cloud Reader
ich finde das ziemlich sensationell. jetzt ist klar: DRM-scheiss security by obscurity funktioniert auch mit HTML5. (siehe kommentare, kein DRM. ist das nicht auch sensationell?)

* dasnuf.de: Von der Dienstleistung zum Machtmonopol
das nuf hat behördengänge absolviert und lässt uns an ihren lernerfahrungen teilhaben:

Als ich noch sehr unerfahren war, bin ich nicht auf Knien in die Amtszimmer reingerutscht oder habe die Sachbearbeiter mit ihren offiziellen Titeln (Hochwohlgeboren, Eure Eminenz, Eure Exzellenz, Eure Majestät, Eure Durchlaucht...) angesprochen. Ich habe zudem meistens die maximal zulässige Rückfrageanzahl von n=3 überschritten.

* jstn.cc: VT220 serial console (circa 1983) set up as a terminal for Mac Pro (circa 2010)
auch das finde ich ziemlich sensationell. /via

* lumma.de: Grünes Astroturfing am Fahrradweg
nico lumma:

NewThinking und die Berliner Grünen verstossen gegen die Transparenzgebote, die sie selber bei anderen einfordern! Das ist lupenreines Astroturfing und kein Anfängerfehler.

* meedia.de: SR-Bericht weist auf Porno-Website hin
turi2-sprech auf meedia.de:

Wozu der Journalist eines öffentlich-rechtlichen Senders während der Arbeitszeit auf einer Webseite für Pornovideos surfte - unklar.

warum meedia-autoren sich genauso bescheuert ausdrücken wie turi2-autoren — unklar.

[nachtrag 12.08.2011]
stefan niggemeier weist mich darauf hin, dass es in dem sr-bericht unter anderem darum ging, dass die adressen, die bei rewe gehackt wurden, teilweise porno-spam für genau die abgebildete pornoseite bekamen. der pornotab in dem abgebildeten browser war also keinesfalls privatvergnügen, sondern gegenstand, bzw. sollte gegenstand sein, die pornoseite wurde dann nämlich doch nicht im film gezeigt.

[nachtrag 15.08.2011]
stefan niggemeier macht sich über die medienfuzzis lustig, die wie ein hysterischer hühnerhaufen „porno“ und „sauerei“ schrien und muss sich im gegenzug von einem medienfuzzi in den kommentaren als humorloser „nörgel-nigge“ bezeichnen lassen (warum nicht gleich nörgelmeier?).

* stuttmann-karikaturen.de: Er sollte sich schämen
grandios.

* indiskretionehrensache.de: Lufthansa wird Ryanhansa
beim austeilen ist thomas knüwer wirklich souverän.

blackberry playbook

felix schwenzel,    

auf zeit online habe ich einen text ablassen dürfen, den ich über das blackberry-playbook geschrieben habe. so richtig begeistern konnte mich das gerät nicht. was mich aber begeistert, sind die kommentare unter dem artikel. da wird apple-werbung gerochen, mangelnde objektivität, fehlende vergleiche mit android tablets von htc und samsung moniert (komischerweise wird aber nicht moniert, dass ich nichts über das wetab, HP touchpad oder windows7 gesagt habe), es wird geklagt, dass ich die von webOS geklaute gestensteuerung des playbooks nicht erwähnt hätte (was ich aber getan habe) und das ich keine ahnung hätte, was „symmetrischen Multi Processing“ sei, bzw. auf die werbesprüche von RIM hereingefallen sei, weil ich mich darüber lustig machte, dass RIM ebendieses „symmetrische Multi Processing“ und das „ein-Gigahertz-Dual-Core-Gedöns mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher“ mit einem drei jahre alten, relativ anspruchlosen spiel zu illustrieren sucht.

nächstes mal wähle ich für einen technik-test als autoren-pseudonym aneliese schmidt, mal sehen was dann in den kommentaren los ist.

drei elefanten

felix schwenzel,    

holger schulze in den kommentaren unter diesem googleplus-diskussionsstrang über katja kullmanns facebook-glosse in der FAS:

Entscheidend ist, dass Infrastrukturplattformen wie Facebook oder Google+ faktisch längst den Charakter privater Unternehmensideen verlassen haben; sie werden mehr und mehr zu Strukturen, die für ein öffentliches Lebens notwendig sind.

Damit aber fällt ihr Erhalt, ihre Pflege wie auch ihre Fehlerbeseitigung und Klientenbetreuung zunehmend in den Bereich öffentlich-staatlicher Aufgaben.

Es mag für manchen vulgärmarxistisch klingen, wäre aber nur sachdienlich: Infrastrukturplattformen sollten unter eine Rechtssicherheit verbriefende öffentliche und kommunale Aufsicht gestellt werden (ähnlich wie Autobahnen, Stromnetze, Wasserversorgung etc.pp.).

Und ich bin sicher, dass dies bald ernsthaft diskutiert wird. Auch im Zuge der beginnenden Rekommunalisierung aller im neoliberalistischen Wahn privatisierten Versorgungsunternehmen.

enno park auf facebook zum gleichen thema:

Google und Facebook müssen ganz dringend aufhören, dem User gegenüber anonym aufzutreten. Facebook und Google als Internet-Staaten. Ob sich ihr Business-Modell noch rechnet, wenn sie "Ämter" einrichten, damit "Bürger" vorsprechen können?

ich so vor ner weile:

eigentlich lauten die fragen doch nicht internet vs. privatsphäre, appstore oder google vs. transparenz, sondern AGBs vs. bürgerrechte.

@diplix

felix schwenzel

alle drei zitate zeigen: da steht ein pferd aufm flur ein elefant im raum über den wir mal reden und nachdenken müssen.

eigentlich sind es drei elefanten:

  • kann es sein, dass journalisten bei facebook und google die einzigen sind, die nachvollziehbare und verbindliche antworten bekommen und alle anderen sich in kafkaesquen situationen wiederfinden?
  • wie vertragen sich bürgerrechte und die AGBs grosser unternehmen? wie lässt sich rechtssicherheit für kommunikationsstrukturen wie google+, twitter oder facebook sicherstellen?
  • wieviel regulierung verträgt das internet, wieviel regulierung ist überhaupt möglich ohne die ebenfalls nötigen freiräume und marktkräfte zu zerstören?

* * *

[nachtrag 10.08.2011]
interessante folgebeiträge, unter anderem von christoph kappes, der auf googleplus weitere fragen aufwirft, bzw. ein bisschen ordnet. auch auf googleplus ein beitrag von silvan rehberger, der dafür plädiert errungenschaften unserer „Rechtskultur“ wie fairness, anhörung der gegenseite und eine unschuldsvermutung auch beim umgang grosser unternehmen mit ihren kunden zu nutzen.

eins der probleme ist natürlich auch, dass unternehmen wie google, facebook oder twitter ihre benutzer gar nicht als kunden ansehen, sondern ihre werbekunden. dafür gibt es übrigens bei google auch plötzlich personelle resourcen. google bietet adsense-kunden an, mit einem berater einen kostenlosen telefon-termin auszumachen um über keyword- und kampagnen-optimierung zu sprechen. am telefon! mit einer echten person!

ich habe übrigens kürzlich mit der 1und1 hotline gesprochen. das grosse ärgerniss der 01805er-nummer ist ja schon seit ner weile verschwunden. j sei dank. ich hatte auch schnell jemandem am telefon, die mir erstaunlich kompetent helfen konnte. die dame war definitiv keine technikerin, aber offensichtlich hat 1und1 es geschafft die telefonisten mit schritt-für-schritt anleitungen am bildschirm durch jedes mögliche szenario zu manövrieren. bei meiner störungsmeldung wurde definitiv ein skript abgearbeitet, viele fragen las die dame ab — aber das gespräch war pragmatisch und effektiv und führte rasch zu einer lösung. auch wenn die versprochene benachrichtigung per SMS sobald die störung ausgeräumt sei ausblieb: die störung verschwand innerhalb von 2 stunden.

was ich fragen wollte: wie bekommen wir unternehmen wie google, facebook und twitter dazu uns als kunden anzusehen und entsprechend anständig zu behandeln, auch im krisenfall?

links vom 09.08.2011

felix schwenzel,    

* zeit.de: Digitale Arbeitsweisen: Verstehen Sie Spaß?
catharina koller über die ZIA. fand ich lesenswert.

* blog.ronniegrob.com: Ein Staat, den wir uns nicht leisten können
ronnie grob widerspricht constantin seibt. fand ich lesenswert.

* lawblog.de: Google siegt gegen Sick
find ich gut. wir müssen mit den automatisch generierten snippets leben. das heisst aber auch, dass wir mit den snippets von minderwertig programmierten suchmaschinen wie yasni leben müssen. snippet ist snippet.

* larsreineke.de: Der Fehler der Julia Schramm
lars reineke: »Der Fehler, den Julia Schramm gemacht hat: Sie hat diesen Artikel geschrieben, wie ihn eine Politikwissenschaftlerin schreiben würde, nicht wie jemand, dem man gerne zuhört.«

das gilt im übrigen für viele, die sich der „spackeria“ zuordnen. die geschwurbelte ausdrucksweise, oder wie lars reineke es ausdrückt, das „Soziologengeseiher“ ist teilweise unerträglich. ja, ich meine auch dich, michael seemann.

* zeit.de: Meinungsfreiheit: Anonymität ist ein Schutz, keine Gefahr
kai biermann über den „Preis der Meinungsfreiheit“.

fritzbox

felix schwenzel,    

ich liebe meine fritzbox. sie bringt mir das internet nach hause, sie leitet meine anrufe genau dahin, wo ich sie haben will, leitet die anrufe von callcentern auf den anrufbenatworter, ich kann weiterleitungen aus der ferne verstellen und auf das netzwerk zuhause zuhause zugreifen, auch wenn ich woanders bin. und auch wenn ich noch nicht so weit bin, die die klingelanlage der haustür auf ein telefon umzuleiten um am handy zu fragen wer klingelt, macht sie fast immer genau das was ich will und das auch noch zuverlässig, mit, wenns sein muss, 200 tagen uptime.

seit dem letzten firmwareupdate funktioniert der weckruf nicht mehr. seit einem oder zwei jahren klingelte montags um eine minute vor fünf zuverlässig das telefon neben meinem bett um mich zu wecken. jeden montag um 4:59 stand ich auf, putzte meine zähne, fuhr zum hauptbahnhof hamburg und dann nach berlin. seit vier wochen klingelte das telefon am montag morgen nicht mehr. ich habe alles versucht. die klingelsperre die uns vor spacken-anrufen in der nacht beschützt aufgehoben, statt des weckrufs 1 habe ich den weckruf 2 eingestellt, ich habe sie um 19 uhr getestet, alles funktionierte, nur der 4:59 uhr weckruf blieb aus.

aber seit 2 wochen habe ich der technik ein schnippchen geschlagen. ich wache monatgs von allein auf. mal um 4:51h, mal um 4:49h. zuverlässig. fuck you, technik.