links vom 15.12.2011

felix schwenzel,    

* marco.org: HP rebrands
hp ändert sein logo? ich finde den minimalismus des neuen logos gut, aber was amrco arment sagt stimmt auch:

HP definitely has its problems, but this is just a coat of paint. Changing the logo to some diagonal lines is only going to represent something meaningful if HP changes its products and actions more deeply.

[nachtrag 15.12.2011]
ups. das design-konzept das gestern noch hier zu sehen war ist jetzt weg:

We have removed the HP case study per the request of HP, in order to clarify the distinction between the aspects of the work that were setting a creative vision for the brand but were not implemented in the market, and the aspects which reflect the actual in-market applications of the Identity and Design System. The ‘Progress mark’ logo is not the go-forward direction for HP.
Please bear with us whilst we update the case study together with HP. Thank you for your support.

achim schaffrinna erklärts nochmal auf deutsch:

Die Lead Agentur von HP, Moving Brands, veröffentlichte dieser Tage einen Artikel, in dem sie detailliert ein Branding-Konzept vorstellte, das einen möglichen Markenauftritt des Technologiekonzerns aufzeigt. Offenbar gab es für die Entwicklung des Strategiekonzepts einen Auftrag seitens HP. Die Veröffentlichung des Bildmaterials war allerdings nicht mit dem Kunden abgesprochen, denn nun hat die Agentur das gesamte Material (Text, Bilder, Videos) auf Geheiß von HP wieder aus dem Netz genommen

… und hat die meisten der bilder der studie bei sich rumliegen.

* jeriko.de: 10 Tipps für bessere Fotos | Jeriko

* spiegel.de: PR im Netz: Schlechte Werbung schadet der Demokratie
sascha lobo:

Auf diese Weise schafft Online-Werbung in fast allen Bereichen das Kunststück, gleichzeitig in den Kinderschuhen zu stecken und veraltet zu sein. Eindrucksvoll ist das zu bestaunen, wenn man auf Google nach Hunde-Kot sucht - und von Ebay eine Anzeige präsentiert bekommt "Kot Hund kaufen", mit viereinhalb Sternen bewertet, Riesenauswahl, Mitbieten & Sofort-Kaufen. Falls Google und Ebay mit intelligenten Algorithmen arbeiten, verbergen sie es hier sehr geschickt.

kostenkultur

felix schwenzel,    

louie ck

eben auf daringfireball einen hinweis auf diesen sehr erfreulichen text von louis ck gesehen. der text ist ein bisschen schwer zu lesen, weshalb es ja readability gibt.

louis ck hat in den ersten 3 tagen wohl über 110.000 mal die aufnahme seines auftritts im beacon theater für fünf dollar verkauft:

The show went on sale at noon on Saturday, December 10th. 12 hours later, we had over 50,000 purchases and had earned $250,000, breaking even on the cost of production and website. As of Today, we've sold over 110,000 copies for a total of over $500,000. Minus some money for PayPal charges etc, I have a profit around $200,000 (after taxes $75.58). This is less than I would have been paid by a large company to simply perform the show and let them sell it to you, but they would have charged you about $20 for the video. They would have given you an encrypted and regionally restricted video of limited value, and they would have owned your private information for their own use. They would have withheld international availability indefinitely. This way, you only paid $5, you can use the video any way you want, and you can watch it in Dublin, whatever the city is in Belgium, or Dubai. I got paid nice, and I still own the video (as do you). You never have to join anything, and you never have to hear from us again.

das heisst obwohl, oder besser weil er seinen film ohne kundenverarschung und technischen nutzungsbehinderungen die man gemeinhin DRM nennt verkauft und es sicherlich ein leichtes wäre sich auch mühlos eine kostenlose kopie zu besorgen, waren über 110tausend leute bereit, fünf dollar zu bezahlen. ich habe das auch gemacht und tatsächlich war der prozess so einfach wie man sich das wünscht: email-adresse eintragen, paypal-button klicken, zahlen, runterladen oder im flash-player auf der site ansehen. ein extra login war nicht nötig (ausser bei paypal), aber wer seinen cookie verliert, kann sich mit einem passwort das er zugemailt bekam neu als zahler einloggen und einen neuen cookie holen.

ich bin ziemlich begeistert über diesen weiteren hinweis auf eine ausgeprägte bezahlkultur im internet. wenn sich die benutzer nicht verarscht vorkommen fair behandelt fühlen, verhalten sie sich ebenso fair. und zur fairness gegenüber den benutzern oder kunden fallen mir spontan diese aspekte ein:

  • den benutzern weder explizit, noch implizit zu unterstellen dass sie eigentlich diebe sind (und sie nur mit technischen miteln oder warnhinweisen davon abzuhalten seien).
  • nicht nur an das gute im menschen appelieren, sondern daran glauben.
  • keine mondpreise verlangen, sondern angemessene, niedrigschwellige preise anbieten.
  • nicht weinerlich, sondern freundlich und höflich darauf hinweisen, welche arbeit und investitionen in dem zu kaufenden ding stecken.
  • keinen müll oder übriggebliebenes verkaufen, sondern einen echten wert, qualität, etwas mit eigenem herzblut.

fast poetisch wird louis ck dann auch noch:

I learned that money can be a lot of things. It can be something that is hoarded, fought over, protected, stolen and withheld. Or it can be like an energy, fueled by the desire, will, creative interest, need to laugh, of large groups of people. And it can be shuffled and pushed around and pooled together to fuel a common interest, jokes about garbage, penises and parenthood.

und jetzt guck ich mir den scheiss erstmal an.

[siehe auch was marcel weiss schrob]

links vom 14.12.2011

felix schwenzel,    

* blog.metaroll.de: Das Ende des Suchmaschinenzeitalters
sorry, aber das was benedikt köhler hier schreibt ist quatsch. weil man durch soziale netzwerke oder intelligente apps die auf diesen netzwerken und mechanismen aufsetzen tolle sachen findet, heisst das doch noch lange nicht, dass man nicht mehr sucht. das ist in etwa so, als würde man argumentieren, dass es wegen amazon bald keine läden mehr gäbe oder niemand mehr bigmacs essen würde, wenn macdonalds salat anbieten würde.

dass es in der suchmaschinen-landschaft zu umwälzungen kommen wird ist keine frage. beziehnungsnetzwerke, empfehlungsnetzwerke, agenten die den zugang zu informationen vereinfachen, einfacher oder unkomplizierter machen werden am markanteil von klassischen suchmaschinen nagen. aber es ist ja einerseits nicht so, dass suchmaschinen sich nicht weiterentwickelten und diese mechanismen nicht integrieren könnten und ganz sicher nicht so, dass wir nicht mehr suchen, weil wir in empfehlungen ertrinken.

benedikt köhler:

Bei einer Sache bin ich mir sicher. Die Generation der Digital Natives wird sich wahrscheinlich an das Thema Suchmaschine auf ähnlich nostalgische Weise erinnern, wie sich die Generation davor an 14400er Modems und Linkverzeichnisse.

das 14.000er-modem ist tot, linkverzeichnisse unpraktisch und meist sinnlos -- aber gut funktionierende suchmaschinen werden auch in 20 jahren noch eine wichtige rolle spielen.

* netzpolitik.org: ZDF-Morgenmagazin: Guttenberg im Auftrag der Netzfreiheit
markus beckedahl steht früh auf (oh?) und trifft cherno jobatey um über die „Berufung von Karl-Theodor zu Guttenberg als EU-Berater für Internetfreiheit“ zu plaudern, lässt sich von jobatey als den top-blogger-deutschlands bezeichnen und argumentiert sehr gut. (mit video)

* techdirt.com: Louis CK: Connecting With Fans & Giving Them A Reason To Buy By Being Polite, Awesome & Human
gestern schon verlinkt, das live-video von einem auftritt von louis ck das man für 5 dollar kaufen kann und ohne DRM-quatsch runterladen kann (eben getan). mike masnick erklärt hier nochmal sehr schön, warum das eine gute sache und eine gute haltung ist.

* zeit.de: Douglas Coupland: "Das Smartphone macht alle Menschen gleich"
unfassbar langweiliges und oberflächliches interview mit douglas coupland. frage: wie wird die zukunft aussehen? antwort: man weiss es nicht.

na toll.

* kochenmitschwadroneuse.twoday.net: heute mal was zum thema: schuhmode

* lawblog.de: Nötigung via Schufa
udo vetter:

Exakt zum Ablauf der gesetzten Frist wurde der Eintrag jetzt gelöscht. Das zeigt wieder mal, wie manche Firmen das Instrument Schufa mittlerweile handhaben. Als Nötigungsmittel. Da passt ins Bild, dass der Protest des Kunden selbst erst mal geschmeidig ignoriert wird. Erst wenn es ernst wird und sich Anwälte melden, wird die Notbremse gezogen.

* scripting.com: Why apps are not the future
dave winer:

The great thing about the web is linking. I don't care how ugly it looks and how pretty your app is, if I can't link in and out of your world, it's not even close to a replacement for the web. It would be as silly as saying that you don't need oceans because you have a bathtub. How nice your bathtub is. Try building a continent around it if you want to get my point.

* titanic-magazin.de: Neuer Job für Guttenberg
titanic:

In weiteren Meldungen: +++ Neues Sicherheitskonzept: Elefant wird Türsteher in Porzellanladen +++ Bundespräsident Wulff legt sein Amt nieder und wird Berater für Wirtschaftsethik bei AWD

MVRDV wolkendurchstosser

felix schwenzel,    

im flipboard fand ich in den „cover stories“ (hab ich schonmal gesagt, dass ich flipboard ziemlich toll finde?) fand ich gestern abend diesen BBC-artikel. in dem artikel steht, dass in seoul ein gebäude gebaut werden soll, dass den brennenden, bzw. zusammenstürzenden twin towers des world trade centers in new york ähnle. insbesondere scheint sich seth abramovitch auf gawker mit der kritik am entwurf hervorgetan zu haben. das ist das bild mit dem gawker den entwurf kommentiert:

MVRDV wolkendurchstosser und die zusammenstürzenden twin towers

ich weiss nicht, wenn ich mir den entwurf von MVRDV und die visualisierungen beispielsweise hier ansehe, finde ich den entwurf wie fast alles von MVRDV, ziemlich grossartig (beispiel gefällig?). natürlich spielt der entwurf mit der idee einer schwabbelden, gasförmigen masse, eben einer wolke. in diesem fall ist die wolke wunderbar pixelförmig aufgelöst, bzw. materialisiert und hält die türme zusammen. und natürlich kann man eine wolke auch als eine rauchwolke ansehen. oder im mond einen mann zu sehen glauben — oder wie ein kommentator unter dem gawker-artikel wunderbar auf den punkt bemerkte, kann man auch ein bild mit koi-karpfen so betrachten, als wirkten die karpfen ein bisschen „nuttenhaft“ (slutty). es liegt im auge des berachters, was er in ein bild oder einen entwurf projeziert.

zumndest scheint auf MVRDV gerade ein herrlicher shitstorm niederzugehen, so dass sie sich mittlerweile sogar auf ihrer facebook-seite für mögliche assoziationsmöglichkeiten entschuldigen:

MVRDV regrets deeply any connotations The Cloud projects evokes regarding 9/11, it was not our intention.

worüber ich mich allerdings wirklich aufregen kann, ist die website von MVRDV. die ist komplett aus flash gebaut und so gut wie unbenutzbar, eine benutzbarkeits-katastrophe.

siehe auch architizer.com.

links vom 13.12.2011

felix schwenzel,    

* sprengsatz.de: Wehrlos
ich glaube ja alfred biolek hat michael spreng einfach verarscht, nachdem spreng in seiner zeit beim kölner express eine arschloch-schlagzeile über bilolek verantwortet hat. michael spreng liess sich von biolek verarschen, hats bis heute nicht kapiert und nennts jetzt „perfidie“.

(biolek ist nicht jüdischer abstammung)

* vowe.net: Louis CK: Live at the Beacon Theater
lois ck:

No DRM, no regional restrictions, no crap. You can download this file, play it as much as you like, burn it to a DVD, whatever.

volker weber:

That's how you do it.

genau.

* netzpolitik.org: Der sehr talentierte Herr zu Guttenberg (Update)
der witz der woche.
[ich mochte auch den spon-artikel zum thema: „Ein nervöser Herr zu Guttenberg“]

* waxy.org: No Copyright Intended
entweder das original lesen oder das was marcel weiss schrob. ach nee, am nesten beides lesen.

* vari.antville.org: ...
ein bild einer mücke. guck ich mir irre gerne an.

* vari.antville.org: ...
ein bild des sogenannten wtf-vogels.

* soup.fh.vc: (Image)
ein cat-a-pult.

* faz.net/blogs/deus: Invasion der Erklärbären
irgendwer mit einem furchtbar albernem pseudonym schreibt ganz OKaye zeilen über in vereinen organisierte erklärbären.

* notes.computernotizen.de: Internetfreiheit der anderen.
rosa kleinz hat recht.

* zeit.de: Stimmt's?: Messen Körperfettwaagen wirklich das Körperfett?
spoiler: stimmt nicht.

links vom 12.12.2011 (spätausgabe)

felix schwenzel,    

* prenzlauerberg-nachrichten.de: EIne Bürgerinitiative in der Klischee-Falle
juliane wiedemeier:

Wer Ruhe wünsche, solle in die provinzielle Heimat zurückkehren, hieß es, und auch Autos bräuchten nun mal einen Platz, an dem man sie nachts abstellen könne, nicht nur Kinderwagen. In der Berliner Zeitung kumulierte sich das ganze sogar zur Pauschalbeschimpfung als „Arschgesichter".

* maennig.de: Die russische Glühlampe
jens arne männig:

Wer eine neue Glühlampe braucht, kauft hier, auf dem Flohmarkt eine alte, durchgebrannte. Die nimmt er dann mit an seine Arbeitsstelle. Dort schraubt er sie in einem unbeobachteten Moment eine funktionierende Glühbirne heraus und ersetzt sie gegen die kaputte.

* superlevel.de: [Titel des Beitrags für $1,99 freischaltbar*]
fabu:

The Daily Show über das ekelhafte Geschäftsmodell der sogenannten Freemium-Games. Wirkliche Videospiele sind das meiner Meinung nach nicht mehr, da es dort per Design nur noch um Sucht (und vor allem Geld), statt Unterhaltung geht. Aber das ist eine andere Geschichte.

* merelythinking.net: Nobody fucks with the Jesus!
gibts irgendwo kurse, wo man lernt solche animierten gifs zu bauen?

* metronaut.de: Auch das noch: NPD stellt nationaldigitale Denkfabrik vor
D64 im nazi-vergleich.
(steht satire drüber, was entweder auf die blödheit des autoren deutet oder die grenzwertigkeit des inhalts. hier ist es glaube ich letzeres.)

* forschungs-blog.de: Windkraft ohne Ende durch Nutzung von Jetstreams?
spoiler: nee, funktioniert nicht.

* leitmedium.de: Fünf Zeilen. Ein wirklich tägliches Tagebuch
caspar clemens mierau:

Ein Tagebuch-Eintrag besteht aus einer einzeiligen Überschrift und einem fünfzeiligen Inhalt. Die Überschrift enthält Datum, Wochentag und Ort in der Form „2011-11-12 Samstag Berlin“. Der Inhalt ist fünf Zeilen zu je maximal achtzig Zeichen lang.

Diese Form wird natürlich nicht der Heterogenität des Lebens gerecht, aber genau das soll sie auch nicht. Tage, an denen man einer gewohnten Routine nachgeht, bekommen genauso viel Raum wie Tage mit außergewöhnlichen Ereignissen. Manchmal scheint es schwierig, fünf Zeilen zu füllen, manchmal muss man Sätze kürzen, um Ziel und Limit zu erreichen. Der besondere Effekt ist, dass Ereignisse, an die man sich wahrscheinlich auch ohne die Fünf Zeilen erinnern würde, nur wenig, Alltag und kleine Erlebnisse, die man gern vergisst, überhaupt Raum bekommen. Geburten und Begräbnisse stehen neben Wochenendeinkauf und Büro.

/via

* sozialtheoristen.de: Empathie und Verwaltung
ich mochte den vergleich mit dem „key account manager“, der, wenn das „key account“ flöten geht zur verantwortung gezogen werden kann und dass diese verantwortung bei der staatlichen verwaltung eben nicht gegeben ist. stefan schulz:

Die moderne Gesellschaft hat es geschafft, keine Täter mehr zu kennen. Die Opfer sind nun ganz allein.

fernsehen

felix schwenzel,    

nom24

ich werde heute abend mal wieder fernsehen. laut programm gucke ich um 20:15 uhr „verstehen sie spass?“ bei/mit bei nom24. verstanden habe ich das nicht ganz, aber möglicherweise ist das genau das, was auch den grand prix d’eurovision erträglich macht. das online-geplapper, bzw. -gezwittscher von vielen verschiedenen leuten.

24 Stunden Fernsehen!
Anne und Phil bloggen 24 Stunden Fernsehen live und werden dabei von wechselnden Gästen begleitet. Wenn Marcel Reich-Ranicki das noch erleben könnte!