rp12 und next12 videos

felix schwenzel,    

die republica-people haben seit ein paar tagen die meisten oder gar alle videos der rp12-sessions online: youtube.com/user/republica2010/videos

schön: auch die videos die bereits bei spiegel-online vorveröffentlicht wurden, dort aber nicht einbettbar oder ohne kopfstand mobil abzuspielen waren, sind jetzt auch im republica2010-youtube-kanal. meins zum beispiel oder das von kathrin passigs „Standardsituationen der Technologiebegeisterung“. sehenswert ist natürlich auch das video vom gespräch mit dem @RegSprecher und natürlich philip banse, wie er sich mit bloggern unterhält (debora weber-wulff (vroniplag), matthias bauer (wir-sind-einzelfall.de), raul krauthausen (wheelmap.org), frank westphal (rivva.de)). auch sehenswert hörenswert, wie tim pritlove podcasts erklärt und cindy gallop geschlechtsverkehr erklärt.

noch nicht gesehen habe ich marcel-andré casasola merkle, wie er erklärt wie man menschen dazu bringt freiwillig regeln anzunehmen. aber ich glaube der vortrag ist sehr gut.

* * *

auch die next-people haben angefangen videos der next online zu stellen. rené obermanns keynote habe ich angefangen zu sehen und mich trotz akzeptablen englishs von minute zu minute gefragt warum oberman nur drei slides vorbereitet hat. souverän wirkt er ja schon, aber rhetorisch oder überzeugend ist obermann leider überhaupt nicht. unbedingt sehen will ich george dysons vortrag. auf der next selbst hab ich den aus irgendwelchen gründen verpasst. apropos verpasst. wer die next verpasst hat, kann sie sich hier in 96 sekunden ansehen, inklusive auf- und abbau.

links vom 24.05.2012

felix schwenzel,    

off the grid

felix schwenzel,    

bei plazes war ich von anfang an (möglicherweise sogar vor kosmar). seit 2005 oder so. anfang mai hat plazes zugemacht.
bei aka-aki war ich auch von anfang an am anfang dabei (wahrscheinlich ein paar wochen nach kosmar). zum ende des monats macht aka-aki auch zu.

das hat mich dazu inspiriert, heute mein drei jahre altes foursquare-konto zu löschen. ich muss zwar fast jeden scheiss mitmachen, finde aber, dass ich ja auch mal selbst den stecker ziehen könnte, statt zu warten bis der laden das selbst macht. besonders schön bei foursquare: es geht.

vor allem habe ich mich heute gefragt: cui bono? mir nicht.

ich kann die frage tatsächlich nicht beantworten: hat irgendeiner dieser dienste etwas zum postiven in meinem leben verändert (ausser meinen spieltrieb auszunutzen und zu reizen)? die bereicherung hielt sich in grenzen. ich habe niemanden kennengelernt, den ich nicht auch so kennen gelernt hätte, ich habe keine orte entdeckt, die ich nicht auch mit google maps oder meinem orientierungssinn entdeckt hätte.

ein frage bleibt: was jetzt?

links vom 23.05.2012

felix schwenzel,    

links vom 21.05.2012

felix schwenzel,    

hmm?

felix schwenzel,    

hier sind ein paar kleinigkeiten, die mir kürzlich auffielen. eher unbedeutende sachen, nichts über das man sich aufregen müsste, aber für ein „hmm?“ reichts allemal.

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ich finde dieses partnergedöns auf das sich manche veranstaltungen wie zeitungen oder fernsehanstalten manchmal einlassen eher so naja. ich glaube die ARD war mal partner der tour de france, was es aus meiner sicht irgendwie schwierig macht mit der nötigen distanz über das ja bekanntlich nicht ganz unumstrittene ereignis zu berichten.

genauso fand ich es vor nicht allzulanger zeit dubios wie spiegel-online mit parship „kooperierte“ und damit einerseits SEO betrieb, andererseits statt „anzeige“ „kooperation“ drüberschrieb. natürlich kann man „kooperation“ als euphemismus für „bezahlt-werden“ benutzen, ich würde mich aber dagegen verwahren, dass mein bäcker mit „in kooperation mit felix schwenzel“ wirbt, nur weil ich ihm geld für seine brötchen gebe.

allerdings parshipt spiegel-online jetzt nicht mehr, sondern nennt partnersuche.spiegel.de jetzt korrekt „anzeige“. die anzeige ist von neu.de. spiegel-online hat sogar die links auf neu.de mit „no-follow“ gekennzeichnet, die inhalte sind per iframe eingebettet. das spiegel-online an dieser stelle die suchmaschinenverarschung unterlässt, finde ich ziemlich lobenswert.

weniger lobenswert, dass der tagesspiegel das SEO-spiel von parship jetzt mitspielt und eine seiner subdomains dafür zur verfügung stellt. leider fehlen parship aber offenbar die finanziellen oder logistischen mittel ein SSL-zertifikat für partnersuche.tagesspiegel.de zu besorgen, so dass der anmeldeprozess bei parship, wenn er über die tagesspiegel-subdomain gemacht wird, leider völlig ungesichert stattfindet. sowohl die initiale passwortübergabe, als auch der „wissenschaftliche PARSHIP-Persönlichkeitstest“ laufen also wenig vertraulich ab, auch wenn parship und der tagesspiegel anderes behaupten:

„Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt.“ — ohne https?

„Ihre Angaben werden streng vertraulich behandelt.“ — ohne https?

technisch spielt sich die kooperation zwischen dem tagesspiegel und parship übrigens auf DNS-level ab: die subdomain partnersuche.tagesspiegel.de löst zu einer parship IP auf. kurz gesagt: tagesspiegel.parship.de ist identisch mit partnersuche.tagesspiegel.de. würde parship auf das SEO-gedöns verzichten und die domain tagesspiegel.parship.de benutzen, könnte parship tatsächlich die versprochene vertraulichkeit sicherstellen. aber die tagesspiegel.de-toplevel-domain scheint parship wichtiger zu sein, als der schutz der kundendaten.

die partnerschaft des tagesspiegel und parship erstreckt sich auch auf andere bereiche.

tagesspiegel vom 14.05.2012

tagesspiegel vom 14.05.2012

wahrscheinlich hätte ich die kooperations-anzeigeansage gleich wieder vergessen, wenn im wirtschaftsteil des tagesspiegel vom letzten montag nicht dieser artikel über online-dating-portale gestanden hätte. weder in der druck-version, noch online gibts einen hinweis auf das geschäftsverhältnis des tagesspiegels mit parship.

sauber ist das nicht.

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in der aktuellen c’t gibts ein interview mit den zwei ärzten bela b und rodrigo gonzález zum urheberechtsgedöns. das interview zeigt ein deutliches bildungsgefälle innerhalb der band. zu ACTA meint bela b zum beispiel:

Bela: […] Bei ACTA, da heißt es dann „ihr wollt uns das Internet wegnehmen“. Die Leute wussten zum Teil gar nicht, worum es geht, demonstrieren aber dagegen.

c’t: ACTA fändet ihr also im Prinzip gut?

Bela: Ich habe das nicht komplett gelesen, aber ich finde es nicht schlecht. ACTA sollte die Durchsetzung des durchaus sinnvollen Urheberrechts etwas erleichtern, aber nicht das Internet einschränken.

Rod: Das Problem bei ACTA ist ja gewesen, dass es unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemacht wurde. Deswegen gab es diese Empörung.

ich würde mal sagen doppelter punktabzug für bela b, einerseits für ahnungslosigkeit, andererseits für ahnungslosigkeit gepaart mit zeigefinger-hybris. wäre ich so schlagfertig wie meine frau, würde ich bela b hinterherufen: „bela b weiss zum teil gar nicht, worum es geht, findet es aber »nicht schlecht«.“ ein punkt geht an rodrigo fürs der debatte folgen und einen weiteren extrapunkt hätte es für rodrigo für weiteres differenzieren gegeben.

ohne jetzt allzusehr auf der sachebene rumzuhüpfen, aber bela b hat natürlich den knackpunkt getroffen. leider versehentlich. wie weit wollen wir gehen, um sinnvolle dinge durchzusetzen? wenn aber leute wie heribert prantl, die nicht unbedingt dafür bekannt sind, sachen nicht zuende zu lesen oder über dinge zu sprechen von denen sie nur so vom hörensagen gehört haben, vor ACTA warnen, weil vor allem „bemerkenswert“ sei, was in Acta fehle, nämlich „angemessene Rechtsschutzmöglichkeiten für die Beklagten“ … [hmm. satzanfang vergessen.]

wenn also nicht nur prantl, wikipedia und ein paar tausend andere seiten und menschen (dieses plakat mag ich sehr) warnen und sich zu drastischen massnahmen entschliessen, bin ich persönlich — auch wenn ich kein fan von massenbewegungen bin — immer ein bisschen vorsichtig damit, zu behaupten die hätten alle keine ahnung.

aber das peinliche balancieren zwischen möchtegern-coolness und bequem gesetzter arriviertheit von bela b wollte ich eigentlich gar nicht weiter kommetieren. was ich faszinierend fand, war etwas was ich in meinen 15 jahren als c’t-abonnent bis jetzt noch nie in der c’t gesehen hatte: eine anzeige der ärzte.

die ärzte in der c’t 12/2012

die ärzte in der c’t 12/2012

auch wenn hier der eindruck einer gefälligkeit entstehen könnte, jürgen kuri von der c’t redaktion sagte mir, redaktion und anzeigen seien und blieben bei der c’t streng getrennt. einen deal anzeige gegen artikel gebe es bei der c’t „never“. also haben die ärzte neuerdings in computer-fuzzis IT-entscheidern eine neue zielgruppe entdeckt, die zu erreichen ihnen 7390 euro anzeigenpreis wert ist.

IT-entscheider als zielgruppe für den veganen ärzte-anti-alkoholiker-pop. ich finde das ziemlich „hmm“.

* * *

ich muss mir immer bildlich, vor meinem inneren auge vorstellen, wie mcwinkel für solche blogeinträge zuerst auf den dachboden geht und dort seine sammlung alter vintage-magazine durchblättert und den ganzen kram dann mit seinem iscanner einscannt und sich danach in den whirlpool legt, um sich einen passenden text auszudenken. denn so stell ich mir mcwinkel nach wie vor in meinem inneren auge vor: ein witziger, fleissiger und fairer typ, der zudem seine feedleser unter jedem blogeintrag dazu auffordert, nett zu den leuten zu sein („Please be nice to people.“ — früher stand da „Please "like" WHUDAT on facebook!“).

nur soo nett ist mcwinkel dann doch nicht zu den leuten. wer die alten (in der tat grandiosen) alkoholmissbrauchsakzeptanz-anzeigen eingescannt hat, lässt sich wirklich schwer zurückverfolgen: die gescannten anzeigen scheinen seit mindestens drei jahren durchs netz zu fleuchen. aber wäre es nicht nett, das „via“ statt es in <small> gesetzt unter alle bilder zu klemmen etwas auffälliger zu plazieren? wäre es nicht nett, den autor des text-abschnitts den mcwinkel kopiert und in mcwinklisch übersetzt hat zu verlinken? kann natürlich sein dass mcwinkel in seinen alten tagen vergesslich geworden ist, aber selbst als versehen ist das eher not nice und ziemlich hmm.

abschliessen und zuhören statt lesen

felix schwenzel,    

ich habe 1987 meinen highschool-abschluss auf der steilacoom highschool in der nähe von tacoma in washington state gemacht. der highschool-schulabschluss wird in amerika auf zwei arten gefeiert. einmal indem man eine klassenkameradin um ein date fragt, sie zum essen ausführt und danach zur abschlusstanzveranstaltung (prom) fährt, wo auch alle anderen klassenkameraden sind, die ein date gefunden haben.

umgekehrt, dass eine klassenkameradin einen klassenkamerad um ein date fragt, war das zumindest 1987 in steilacoom übrigens verpönt. die männer hatten zu fragen, das blumengesteck, die anfahrt und das essen zu bezahlen. ich wünschte mir damals sehr, dass es umgekehrt gewesen wäre*.

das erste was man auf der abschlusstanzveranstaltung macht ist natürlich ein foto.

felix und anna beim prom

in amerika gibt es für niedergelassene fotografen sehr gute förderprogramme. in jeder schule gibt es jährlich mehrere möglichkeiten sich semi-offiziell professionell fotografieren zu lassen. am anfang des schuljahres, gruppenfotos des sportteams oder der clubs in denen man mitglied ist und eben graduation- (abschluss-) und prom-fotos.

neben dem abschlusstanz gibt es auch noch eine abschlussfeier zu der sowohl die lehrer, als auch die eltern eingeladen werden und bei der sich die abschlussschüler billige synthetik-umhänge anziehen und ein quadrat mit bommel auf den kopf setzen. bei der abschlussfeier werden dann die abschlusszeugnisse in einer länglichen zeremonie übergeben, irgendwann die quadrate mit bommel vom kopf genommen und in die luft geworfen und irgendein prominenter hält eine sogenannte commencement speech.

an die commencement speech bei meiner abschlussfeier kann ich mich leider kaum noch erinnern. das kann daran liegen, dass die feier bereits 25 jahre her ist oder dass ich die ganze zeit abgelenkt war. die commencement speech sprecherin war eine nachrichtensprecherin eines lokalen fernsehsenders und ich wunderte mich die ganze zeit darüber, wie nachrichtensprecher es schaffen, sich jederzeit wie nachrichtensprecher anzuhören wenn sie sprechen.

ich habe noch ein VHS-tape von der veranstaltung. im NTSC-format. ich glaube vor 10 jahren hatte ich in während des studiums mal die möglichkeit den film zu sehen. ich kann mich aber an nichts erinnern.

* * *

commencement speeches sind im netz auch viel besser aufgehoben als auf VHS-bändern. ein klassiker ist natürlich steve jobs commencement speech in stanford, die er 2005 hielt und die seitdem mindestens sechs schrillionen mal angesehen wurde. warum commencement speeches so grandios sind, wird bei steve jobs rede ziemlich deutlich:

jemand redet ausschliesslich von sich und seinem leben — und dann eben doch nicht, sondern vom künftigen leben und den potenzialen die in den zuschauern stecken.

ein oft prominenter und zumindest in irgendeiner form irre erfolgreicher mensch redet von seinen erfolgen und den grossartigen dingen die er erreicht hat — und dann eben doch nicht, sondern von seinem scheitern und seinen zweifeln und schwächen.

viele commencement speeches lassen sich wahrscheinlich in einem satz zusammenfassen: folgt eurem eigenen weg, hört nicht auf das was euch andere sagen, aber tut etwas sinnvolles.

* * *

weshalb ich überhaupt auf dieses commencement-speeches-ding gekommen bin, ist dass ich in den letzten tagen auf zwei reden gestossen bin die mir beide ziemlich gut gefallen haben und deren kontrast zueinander ich ziemlich beeindruckend fand. einerseits habe ich aaron sorkins „commencement address“ vor der diesjährigen abschlussklasse der syracuse universität gesehen, andererseits neil gaimans commencement speech vor der abschlussklasse der „university of the arts“ in philadelphia.

beide reden sind brilliant und ich kann sehr empfehlen, sie anzusehen. und obwohl ich aaron sorkin für einen der besten drehbuchschreiber jemals halte, fand ich es bemerkenswert, wie viel kälter, unsympathischer oder fast misanthropisch sorkin im kontrast zu gaiman wirkt. nein. ich formuliere das nochmal um: obwohl ich sorkin für ziemlich sympathisch und brilliant halte, war ich erstaunt, um wieviel offener, sympathischer und vielleicht auch ehrlicher gaiman wirkte. und während ich das schreibe, fällt mir auch auf warum. sorkin sagt an einer stelle:

You'll meet a lot of people who, to put it simply, don't know what they're talking about. In 1970 a CBS executive famously said that there were four things that we would never, ever see on television: a divorced person, a Jewish person, a person living in New York City and a man with a moustache. By 1980, every show on television was about a divorced Jew who lives in New York City and goes on a blind date with Tom Selleck.

I wish you the quality of friends I have and the quality of colleagues I work with.  Baseball players say they don't have to look to see if they hit a home run, they can feel it.

obwohl sorkin vor leuten warnt die keine ahnung haben, macht er in seiner rede deutlich, dass er voll die ahnung hat. gaiman sagt wiederholt (implizit und ich glaube auch explizit), dass er keine ahnung habe wie das mit dem erfolg funktioniere, ausser dass er beobachtet habe, dass es manchmal funktioniert wenn man echt bock auf das hat was man tut. sorkin has it all figured out.

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commencement speeches die ich vor einer weile mal gesehen habe und die mir sehr gefallen haben:

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tim pritlove hat kürzlich auf der republica darüber geredet, warum podcasts seiner meinung nach erfolgreich sind. abgesehen davon, dass man sich tim pritloves auftritt auch gut ohne bewegtbild, also nur als podcast anhören kann, hat er glaube ich in fast allem was er sagt sehr recht. vor allem, wenn er erklärt warum wir natürlich lieber hören wie jemand redet (eine rede hält), als das transskript zu lesen. wobei tim allerdings auch ein bisschen verkennt, das gut geschriebene texte durchaus auch ihre qualitäten haben, die mitunter das gesprochene wort meilenweit schlagen können.

so oder so, meine lange-wochenend-erkältung hat mir gelegenheit gegeben fast ebensovielen leuten zuzuhören, wie ich gelesen habe — und ich fand es gut.

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*) ich wurde tatsächlich von einer austauschschülerin an einer anderen schule in seattle zum prom-date gefragt. keine ahnung ob das gegen die amerikanischen sitten anno 1987 verstiess. es hat sich auf jeden fall gelohnt zuzusagen, da die prom-feier der schule in seattle in der space needle stattfand und weil ich so noch an ein zweites prom-foto kam.

links vom 20.05.2012

felix schwenzel,    

links vom 19.05.2012

felix schwenzel,    

links vom 18.05.2012

felix schwenzel,