recycling-witze

felix schwenzel,    

in nordkorea wird kim jong il mit ziemlicher sicherheit zurücktreten, und die macht an seinen jüngsten sohn übergeben. es ist der nicht so helle sohn, dem kim die macht übergibt, sein name ist übrigens kim jong w. il.

und es bleibt zu hoffen, dass die übernahme in nordkorea besser läuft als das bei jay leno und conan o'brien geklappt hat.

(beide gags bei david letterman geklaut, der sich übrigens auch selbst beklaut: der kim jong w. il gag lief schonmal im juni 2009)

demokratische legitimierung

felix schwenzel,    

süddeutsche.de:

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hält die Proteste gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 für nicht gerechtfertigt. "Ein Widerstandsrecht gegen einen Bahnhofsbau gibt es nicht", sagte Grube der Bild am Sonntag. Das Bauprojekt sei demokratisch ausreichend legitimiert. "Bei uns entscheiden Parlamente, niemand sonst. Unsere frei gewählten Volksvertreter haben das Dutzende Mal getan: im Bund, im Land, in Stadt und Region. Immer mit großen Mehrheiten", sagte Grube.

seit gestern abend muss ich zwanghaft an demokratisch legitimierte dinge denken, dinge gegen die es deshalb laut rüdiger grube auch kein „widerstandsrecht“ gäbe oder gegeben habe:

  • so waren homosexualität und ehebruch in deutschland demokratisch legitimiert bis 1969 strafbar. vergewaltigung in der ehe war bis 1997 sowohl demokratisch legitimiert als auch straffrei. meint grube ernsthaft, die schwulen und die frauen hätten dagegen keinen widerstand leisten dürfen?
  • die bombardierung hunderter menschen und zweier tanklastzüge in der nähe von kundus war, soweit ich sehe, demokratisch legitimiert. meint grube deshalb, dass man kriegshandlungen widerstandslos hinnehmen sollte?
  • die europäischen zug-zulassungskosten sind europaweit demokratisch legitimiert. grubes vorgänger hat sie trotzdem deutlich kritisiert, genauso wie die entscheidung gegen einen börsengang der bahn. hält grube sich neuerdings bei der politischen einflussnahme zurück, um den demokratischen kräften von lobby-interessen unverfäscht ihren lauf zu lassen?
  • in den USA sind und waren waterboarding, guatanamo bay oder der vietnam-krieg durchaus ausreichend demokratisch legitimiert. trotzdem schaden oder schadeten sie der demokratie und dem ansehen des landes. auch die rassentrennung in den USA war demokratisch legitimiert und gesetzlich festgelegt. hatten die schwarzen in den USA deshalb kein widerstandsrecht? hätte rüdiger grube das niederknüppeln schwarzer protestierender damals gutgeheissen?

rüdiger grube hat ein verschrobenes demokratieverständnis. gewaltenteilung und scheint darin kein thema zu sein. immerhin glaubt grube von sich selbst, dass er durch seinen lebensweg werte wie „glaubwürdigkeit“ oder „respekt“ verinnerlicht habe. das mit der glaubwürdigkeit sollte er nochmal überdenken.

* * *

[nachtrag 15:00h]
antje schrupp hat meiner meinung nach sehr passend zu den themen „macht“ und „legitimierung“ geschrieben und hoi polloi hat den „bundesbahnpräsidenten“ schön illustriert.

[nachtrag 18:15h]
Der frühere Verfassungsrechtler Ernst-Gottfried Mahrenholz spricht im Interview über das Vorgehen der Polizei in Suttgart, die Frage der Verhältnismäßigkeit und einen möglichen Baustopp.“ [via]

offenlegungs-allergie

felix schwenzel,    

„Finden Sie Mitschüler wieder“

wenn sich ein unternehmen mit einem anderen unternehmen so eng begattet, dass man sogar einen doppelnamen annimmt (stayfriends.spiegel.de), würde ich mir unter einem solchen artikel schon einen hinweis auf die gegenseitige verbandelung und kooperation wünschen.

dass der artikel einerseits sausackblöd und hysterisch aufbauschend ist und andererseits auch seltsam zurückhaltend, zum beispiel beim hinweis auf kritik der stiftung warentest an stayfriends („Im Frühjahr war das Portal in Sachen Datenschutz bereits von der Stiftung Warentest kritisiert worden.“ - warum kein link hierhin?) sei nur nebenbei bemerkt.

das wirklich skandalöse, die jahrmarkts-, verwirrungs- und verarschungs-strategien von stayfriends um mitglieder zu werben und zu kostenpflichtigen „gold“ mitgliedern zu machen, bleiben unerwähnt. so frage ich mich immer wieder, wie hinterfotzig jemand sein muss, der sich ein „soziales netzwerk“ ausdenkt, dass die nutzer mit nachrichten wie diesen konfrontiert:

[E-Mail]
Betreff: Persönliche Nachricht von Kerstin
» Nachricht lesen

[Website]
Sie können diese Nachricht noch nicht lesen! Jetzt Gold-Mitglied werden und alle Nachrichten lesen

ganz ehrlich, facebook mag auch etliche arschloch-komponenten haben und an der einen oder anderen stelle vermisst man auch bei facebook den respekt vor den nutzern, aber bei stayfrfriends komme ich mir vor wie eine milchkuh der ständig gras versprochen wird, die aber in wahrheit nur gemolken werden soll.

apple

felix schwenzel,    

screenshot aus „die köche und die sterne“

screenshots aus der dokumentation „die köche und die sterne“ von lutz hachmeister die auf arte lief, noch ein paar tage 22 stunden online steht bevor sie depubliziert wird und am freitag den 15. oktober um 01:00 Uhr wiederholt wird und sehr sehenswert ist und die ich mir nur angesehen habe, weil stevan paul sie mir in seinem blog ans herz gelegt hat.

kostenloskultur?

felix schwenzel,    

vor ein paar wochen, mitten im urlaub auf rügen, klingelte mein telefon. am telefon war cathrin-hegner, die verantwortliche redakteurin von screen.tv, einem von der pro7-sat1-media-dings finanziertem online-magazin. sie sagte mir, dass sie unter anderem diesen und andere flattr-artikel von mir gerne gelesen hätte und fragte mich ob ich nicht einen artikel über flattr — oder genauer — über die „chancen von paid content im internet“ für screen.tv schreiben würde. es gäbe auch ein honorar und stefan niggemeier und peer schader hätten auch schon für screen.tv geschrieben. ausserdem könne ich schreiben was ich wolle, inhaltliche vorgaben zum artikel gäbe es nicht. screen.tv verstehe sich als unabhängiger „ideengeber“ rund um das thema bewegtbild.

dass stefan niggemeier mal für screen.tv geschrieben hat, versuchte ihm später ein spiegel-redakteur um die ohren zu hauen, aber da ich bekanntermassen eh käuflich und unseriös bin, wird der spiegel sicherlich nicht versuchen mit dreck nach mir zu werfen. schade eigentlich.

zurück aus dem urlaub hab ich zugesagt.

den artikel selbst habe ich mir an ein paar abenden aus der nase gezogen und als er fertig war, habe ich erschreckt festgestellt, dass er weder besonders gut, lustig, noch, wie gefordert, unter zehntausend zeichen lang war. cathrin hegner hat ihn dann ein bisschen gekürzt und irgendwie prägnanter gemacht (wie auch immer sie das geschafft hat), das büro linientreu hat ihn aufgehübscht, auf print gebürstet und ziemlich stark verschwenzelt und jetzt liegt er hier und gefällt mir sogar ein bisschen:

screen.tv: sofort-kultur!

screenshot screen.tv

* * *

meine hauptthese im text ist altbekannt: ix bin der festen überzeugung, dass medienkonsumenten für ihren medienkonsum bereit sind zu zahlen und wenn es einfach und unkompliziert möglich ist auch tun. deshalb wollten wir unbedingt einen flattr button unter den text setzen (der flattr-button dort und hier ist identisch), quasi als abstimmung oder meinungsbild zum realismus meiner these.

da ich für den text bereits ein anständiges honorar kassiert habe, möchte ich den betrag der eventuell durch den flattr button zusammenkommt weitergeben. für vorschläge an wen ich den betrag spenden könnte bin ich dankbar, ansonsten denke ich derzeit an dieses projekt von christian jakubetz oder dass ich die darbende fernseh und filmindustrie unterstütze, indem ich das komplettset von the wire kaufe.

kommentare unter den artikel bei screen.tv einzubauen erschien allen beteiligten etwas kompliziert, deshalb soll hier der ort zum kommentieren des screen.tv-artikels sein. ausserdem werde ich hier links und artikel nachtragen, die mir zum thema zu passend erscheinen.

* * *

damit fange ich dann gleich mal an: viele ideen zum thema und zum artikel habe ich von marcel weiss aufgegriffen. besonders gut gefallen haben mir marcels gedanken zu clay shirkys neuem buch gefallen. nach redaktionsschluss hat marcel weiss nochmal etwas zum thema finanzierung von medienangeboten mit spenden geschrieben und andreas von gunten hat einen lesenswerten und vielfach geflatterten artikel über „das geschwätz von der gratiskultur“ geschrieben. das habe ich auch vor knapp einem jahr getan, allerdings nicht ganz so prägnant.

auch die gedanken von leander wattig zum thema freiwilliges bezahlen fand ich inspirierend. etwas unterstützen, zum beispiel durch freiwillige zahlung für etwas was man (gesellschaftlich, persönlich) sinnvoll hält, oder für etwas was einem im weitesten sinne etwas gibt und dem man etwas zurückgeben möchte, ist mit sicherheit in uns allen verankert. und ich glaube auch, dass hier nicht nur gesellschaftlicher druck etwas zu geben vorhanden ist, sondern auch eine art psychischer druck; wer mir einen gefallen oder etwas gutes tut, hat etwas bei mir gut. steckt diese haltung nicht mehr oder weniger in uns allen?

so könnte man statt zahlungsdruck (oder zahlungszwang) lieber versuchen zahlungssog aufzubauen?

dieser artikel über eine forschungsarbeit des historikers eckhard höffner über die „Geschichte und Wesen des Urheberrechts“ hat mich sehr beeindruckt, aber keinen platz im artikel gefunden. artikel zum thema gab es auch (englischsprachig) in wired und (deutsch) im spiegel-online.

tim pritlove hat vorgestern nochmal interessant über flattr philosophiert und khoi vinh weist darauf hin, dass radiohead, bzw. deren bassist über das pay-what-you-like modell der band philosophiert.

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[nachtrag 18:30]
marcel weiss widerspricht ergänzt meinen text und vertritt die gar nihct mal so unwahrscheinliche ansicht, dass die einnahmen der neuen geschäftsmodelle sehr viel geringer ausfallen werden als bisher. zumindest für die alten player, bzw. die grossen player. ich kann mir zumindest vorstellen dass einzelne oder kleine wendige organisationen durchaus mehr aus dem markt herausholen können.

die von dirk von gehlen und marcel weiss (zu recht) kritisierte „merkwürdige Aufteilung auf mehrere Seiten“ meines artikels bei screen.tv (die den artkel wohl printartiger wirken lassen soll), kann man übrigens mit dem „safari reader“ automagisch abschalten.

filme mit augen

felix schwenzel,    

nachdem ich den labor-dummy für hyperland kürzlich zu aufgeblasener flitzkacke erklärkt habe, erkläre ich diesmal einen weiteren dummy aus dem labor des elektrischen reporters als sehenswert. ich korrigiere: hörenswert. in glasers blauem planeten sitzt peter glaser vor der kamera und tut das was er am besten kann: er erzählt was aus den weiten der welt und den weiten des netzes. ich kann peter glaser stundenlang zuhören, wie er erst vom hölzchen, dann vom stöckchen und danach von irgendwas erzählt. glücklicherweise redet peter glaser in „Glasers Blauer Planet“ aber nur knapp zweieinhalb minuten, so dass man am ende der folge angefixt, aber nicht überzuckert ist und lust auf die nächste folge hat.

nur warum sämtliche sendungen aus der werkstatt des elektrischen reporters einen mit einem nahezu barocken überfluss an bildern, schnitten, splitscreens, transformationseffekten und allem was das schnittprogramm und das bildarchiv hergeben überschüttet werden, das erschliesst sich mir nicht. wozu diese unfassbare ornamentik? ist das das rheinland, dass man dort jeden furz, jedes wort, jede silbe ausschmücken und überbordend illustieren muss? warum ist das einzig minimalistische an den blinkenlichten produktionen die website des elektrischen reporters?

das gute an glasers blauem planeten ist aber, dass man ihn auch einfach nur hören kann, ohne was zu verpassen. radio mit geflacker.

und man kann glasers blauen planeten auch wunderbar für überleitungen nutzen:

screenshot glasers blauer planet

screenshot glasers blauer planet

screenshot boardwalk empire

screenshot boardwalk empire

boardwalk empire ist auch irre bildlastig und fast barock in seiner detailversessenen optik, aber im gegenteil zu den bilderfluten bei den blinkenlichten produktionen nicht beliebig. ansonsten kann ich diesmal peter praschl voll zustimmen, der meint, dass das boardwalk empire so gut sei, „dass es Schaudern macht“. praschl meint: „Scorseses neue TV-Serie könnte das Kino ruinieren.“

nur dass gerade diese serie das kino ruinieren könne, ist meiner meinung nach quatsch. wahr ist, dass es in den letzten jahren mehrere amerikanische fernsehserien gab, die ihre geschichten über 10 oder zwölf stunden erzählen, statt in andertalb und damit neue, faszinierende neue erzählformen gefunden haben. breaking bad, die sopranosm, the wire, the west wing — all diese serien sind als kinofilme unvorstellbar. mir geht es im kino mittlerweile oft so, dass ich am ende des filmes denke „oh, schon zuende?“ und frage warum die geschichte so bruchstückhaft und gehetzt erzählt wurde. kinofilme explodieren einem vor der nase, gute fernsehserien fressen sich, folge für folge in einen rein.

das heisst natürlich nicht, dass gute kinofilme nicht mehr möglich sind, im gegenteil. auch das kino erfindet ständig neue erzählformen. das kino ist noch lange nicht tot, was allerdings ein problem werden könnte ist das überleben von kinos. mit der familie einen film zu sehen, ist mittlerweile ein fast unbezahlbarer luxus geworden. für einen kinoabend zu dritt muss ich mittlerweile fast 40 euro ausgeben. da kauf ich mir doch lieber ne dvd oder leih oder kauf den film online für 20 oder 10 euro.

hamburg

felix schwenzel,    

heute nach der arbeit hatte ich den unstillbaren drang einkaufen zu gehen. also raus aus den home-office-klamotten, rein in den anzug und die s-bahn. zuerst bei budnikowski vollkorn-gedöns für mein morgendliches müsli gekauft, old-spice-deo gekauft (was ich nicht erst seit der old-spice-youtube-kampagne kaufe, sondern seit jahren kaufe, weil mich der geruch an meine zeit als austauschstudent in den USA erinnert). danach im asia-laden am bahnhof sojasosse, chili-sosse, kokosmilch und curry-paste gekauft und dann entschieden, statt mit der bahn zu fuss zurück zu den landungsbrücken zu laufen.

am chile-haus mal am neuen rach-restaurant, dem „slowman“ vorbeigelaufen, das bei qype erstaunlicherweise schon relativ viele reviews gesammelt hat. den namen find ich ziemlich bescheuert, hört sich an wie restaurant mit lahmen kellnern.

chile-haus und „slowman“

auch der schnitt des restaurants scheint suboptimal. dort wo man auf dem foto den restaurantnamen sieht klebt ein zettel, man solle doch bitte den eingang „an der spitze des chili-hauses“ benutzen. wo auch immer die ist. die karte sah gut aus und im laden die leute rumstehen zu sehen, die man aus dem fernsehen kennt (ich guck die sendung gerne) hatte was eigentümlich paparazzi-artiges und realitäts-verschiebendes. fotos von den nasen hab ich keine gemacht, aber irgendwann werde ich da mal essen gehen.

danach bin ix vorbei an den spiegel-verlags-hochhäusern richtung speicherstadt gelaufen. meine güte. journalisten sehen nicht nur aus wie lehrer, auch ihre lebensräume gleichen denen von lehrern. man denkt ja immer, das chaos, der schmutz und die kaputtheit und abgeranztheit von schulen liege an den rücksichtslosen und zum vandalismus neigenden schülern, aber journalisten schaffen es ihre büros auch ohne schüler abzuranzen. beim vorbeilaufen an der spiegel-kantine ist mir dann auch klar geworden, warum manche spiegel-journalisten so schreiben wie auf koks. orange macht offenbar grössenwahnsinnig.

elb-philarmonie

zur speicherstadt hin stolpert man über lauter baustellen. hochwasserschutz-mauern, brückensanierungen und über allem thronend die philarmonie. ich mag den entwurf ja ganz gerne, aber die verzogenen, teilweise geöffneten fenster sehen irgendwie kaputt und ausversehen angelaufen aus. zumindest nicht wie auf den entwurfszeichnungen. aber auf die rolltreppe freu ich mich trotzdem.

neben den baustellen, stolpert man zwischen dem spiegel-verlag und den landungsbrücken ständig über skater. als ich früher ein skateboard benutzt habe, habe ich es als transportmittel benutzt, quasi für den kombiverkehr: bus und bahn, fuss und roll. die jungen menschen heute benutzen skateboards als mittel sich elegant auf die fresse zu legen, zu springen und stadtmöbel zu zerkratzen.

skater

und: eher als das vorankommen, scheint bei den modernen benutzern von skateboards das festhalten im vordergrund zu stehen.

um die landungsbrücken herum gibt es einige eigentümliche kirchen. eine finnische, eien schwedische, eine dänische seemannskirche, aber auch eine flussschifferkirche. die hat in den letzten monaten offenbar kräftig expandiert. habe ich hier früher nur ein kirchenschiff gesehen (doppeldeutigkeit galore!), haben die jetzt auch noch einen verwaltungstrakt und innenhof ins wasser gesetzt. am geld scheints nicht zu mangeln.

flussschifferkirche

danach vorbei am gruner und jahr gebäude, dass um 17:30 wirkte als sei dort gerade eine lehrerkonferenz zu ende gegangen (den witz hab ich soeben zum letzten mal gemacht, versprochen). an der rückseite vom G&J-gebäude stieg rauch auf, aber auch bratenduft und altweibersommer-stimmung.

grillen im park

kurz bevor ich wieder zuhause war, bemerkte ich dann, dass ich die ganze tour mit offener hose rumgelaufen war. nächstes mal fahr ich wieder bahn.

hyperland

felix schwenzel,    

mein name ist felix schwenzel.

mario sixtus blinkenlichten produktionen hat einen ersten dummy für ein wöchentliches internet-dings im 2DF produziert, hyperland.

wo der ich-lese-vom-promter-ab-und-mir-ist-egal-ob-man-das-hört-tonfall von mario sixtus noch charmant war und ein bisschen an peter von zahn erinnerte, ist der ich-lese-ab-weil-ich-offenbar-nicht-anders-kann-tonfall von nadia zaboura leider etwas schmerzhaft. diese schauspielschulen-tonfall, mit dem nadia zaboura versucht auch die letzte unhörbare silbe auszubetonen erscheint mir total verkrampft und unauthentisch. und am anfang den eigenen namen zu flöten ist auch total RTLII.

aporopos RTLII. die kulisse wirkt wie gut gemeint, also nicht gut. die bemühte und überflüssige mimik und gestik wie die von christian rach. bertram gugel wirkt wie ottmar zittlau, gespielt von bastian pastewka. die soundeffekte wirken wie aus ner ollen schublade von kobalt. erinnert mich an ehrensenf in version 0.1 auf viagra. wenn man 80 prozent weglassen würde (kulisse, einleitung, vorstellung mit namen, unnötige animationen, das vorlesen vom promter, die gestik, die überflüssigen adjektive, die abmoderation) könnte das was werden mit diesem „hyperland“.

merkt man, dass mir der dummy nicht gefallen hat?

robin hood

felix schwenzel,    

robin hood ist ein ganz guter film. schmutzig, matschig, nicht allzu romantisch und kitschig (nur ein bisschen, zum ende hin), ziemlich grandios besetzt und total ridly scottisch und prequelig. ich hab mir den film in der DVDthek für 2 euro geliehen, was vermutlich legal ist, aber das weiss bei der heutigen lizenz und nutzungsrechte-, urheberrechts- und leistungsschutzrechtlage ja niemand mehr. zumindest hat mir ein kleiner mann gedankt:

„By purchasing this DVD, you are supporting your local film and television industry. Thank you.“

„By purchasing this DVD, you are supporting your local film and television industry. Thank you.“

ganz wunderbar fand ich auch den anfang des films. dort konnte man beinahe sowas wie implizite selbstkritik der filmindustrie, die sich eben noch bei mir bedankt hat, sehen:

„In times of tyranny and injustice when law oppresses the people, the outlaw takes his place in hist

„In times of tyranny and injustice when law oppresses the people, the outlaw takes his place in history.“

analogie galore! eine industrie, die mir vorschreiben will, auf welchem endgerät ich einen film sehen darf, die mir verbieten will, filme die ich in den USA gekauft habe, in deutschland zu sehen, die mir verbieten will screenshots oder sicherheitskopien von filmen zu machen und gegen angebliche raubkopierer mit fragwürdigen juristischen mitteln vorgeht, glorifiziert „outlaws“? leute die sich gegen blödsinnige, ungerechte und aus geldgier geborene gesetze auflehnen und machen was sie für richtig halten?

ob man das gutfinden mag oder nicht, aber in zeiten in denen DRM und unverständliche urheberrechts- und lizensierungsregelungen leute nerven und den genuss von bezahlten waren nachhaltig stören, ändern hacker und raubkopierer den lauf der geschäftsmodelle.

irgendwie muss man die filmindustrie auch wieder lieben, mit all ihrer widersprüchlichkeit und absurdität.