fonts und politik

felix schwenzel,    

martin z. schröder wurde neben einer handvoll anderer designer von der welt am sonntag gebeten, einen vorschlag für das redesign des FDP-logos zu machen.

sein entwurf (in der schrift „walbaum“ aus der goethezeit) ist total OK, aber seine erklärungen dazu grandios:

Die FDP darf ruhig etwas pathetischer sprechen und mutiger das Ansehen der Freiheit verteidigen, denn es droht unter die schweren Räder allgemeinen Wohlstandes zu geraten, wie ihn auch Diktatoren als das einzig wahre Glück aller in Aussicht stellen, während sie die Macht der eigenen Kaste meinen.
[…]
Mir fällt nur auf, wenn ich die anderen Entwürfe und überhaupt alle deutschen Parteizeichnen sehe, daß die halbfette bis fette Serifenlose offenbar als zeitgemäß gilt.

Das ist auch sicherlich so, denn die sozialistische Idee (Überwachen und Versorgen) geistert kräftig wie nie zuvor durch alle Parteien, und wenn die Serifenlose einer Idee zuzuordnen ist, dann eben der Moderne und ihren Vorstellungen von Gleichheit, die als Ideologie des 20. Jahrhunderts immer Gleichförmigkeit und nicht Eröffnung gleicher Möglichkeiten bedeutet hat, was ohnehin in einer offenen Gesellschaft nur im Ansatz erreichbar ist. Die Serifenlose und die Pinselschriften sind die Werbemittel moderner Ideologen. Lautstärke siegt. Eine Partei, die sich den Liberalismus auf die Fahne zu schreiben vorgibt, sollte sich auch in ihrer Bild- und Zeichensprache der Aufklärung zuwenden. Einfach etwas intelligenter aussehen. (alles lesen)

einen blick auf die anderen entwürfe kann man hier werfen.

#rp11, tag drei

felix schwenzel,    

wie? schon wieder vorbei? so würde in etwa mein republica fazit lauten, wenn mich jemand fragen würde.

ansonsten habe ich es am freitag nicht geschafft mir auch nur eine session anzusehen. erst habe ich ausversehen ausgeschlafen, nachdem ich am vorabend noch länger an meinem vortrag geschraubt habe und ins internet geschrieben habe, dann habe ich morgens beim kaffee über 10 jahre bloggen nachgedacht (ja, wir haben unser panel vorbereitet) und plötzlich war es schon halb zwölf. im friedrichstadtpalast wollte ich mich, den laptop und die handys noch kurz aufladen und neustarten, habe mich dann aber nach langem zögern überzeugen lassen wieder etwas in eine kamera zu sagen („herr schwenzel, wollen Sie …“ — „OK!“).

danach war ich völlig durchgeschwitzt, hab ein bier getrunken, mich in den kleinen saal in der kalkscheune gesetzt und zuerst zugehört, dann gesprochen, dann im grossen saal weiter gesprochen, noch ein bier getrunken und bin dann schräg gegenüber von @snapitup zurück nach hamburg gefahren.

ansonsten hab ich mich gewundert, wie viele neue follower man bekommen kann, wenn man auf ner konferenz rumläuft und mich sehr über die vielen komplimente und das echtzeit-feedback gefreut (heute hab ich drin gebadet).

ausserdem ist mir aufgefallen, dass ausser bloggern kaum noch jemand über längere texte über die republica schreibt. die journalisten haben sich diesmal nicht sonderlich echauffiert, wahrscheinlich weil alle dazu verdonnert wurden mit videokameras leute zu interviewen. und wenn mal ein journalist was geschrieben hat, dann über die „digitale gesellschaft“. aber noch gibts ja ein paar blogger: die kaltmamsell und das nuf über den dritten tag.

* * *

[nachtrag]
johnnys rückblick.

* * *

[nachtrag 16.04.2011, 23:56h]
aus unerfindlichen gründen habe ich es in die überschrift von thomas knüwers republica-rückschau geschafft.

thomas knüwer:

Anke Gröner, Felix Schwenzel, Jörg Kantel, Don Dahlmann – vor fünf Jahren waren das Namen, die ich nur aus dem Digitalen kannte. 2007 saß ich ebenfalls in der Berliner Kalkscheune. Es war eine Dienstreise, von der das gedruckte Handelsblatt am Ende nichts hatte.

erstmals kennengelernt, so anfassmässig, habe ich thomas knüwer nicht auf der republica 2007, sondern auf der ersten next-konferenz, die war im mai 2006.

an die next06 hab ich zwei entscheidende erinnerungen: johnny an der gitarre und thomas knüwer und lyssa auf der tanzfläche.

abschlussparty next 10 years 12.05.2006

abschlussparty next 10 years 12.05.2006

wenn man das bild genau betrachtet, könnte man das gefühl bekommen: in den letzten fünf jahren hat sich nicht so arg viel verändert.

* * *

[nachtrag 17.04.2011, 12:30h]
prima zusammengefasst, so dass ich es auch verstehe, hat alexander endl meinen und andere vorträge vom letzten tag: „Die Zukunft des Internets, der Welt und des ganzen Rests — Republica letzter tag“.

* * *

[nachtrag 17.04.2011, 19:40h]
frau elise sammelt links zu republica besprechungen (via), claudia klinger auch. selbst der spon verlinkt die moserer (und gunter dueck).

lesenswert fand ich noch den rückblick von björn haferkamp und den von malte steckmeister und ganz grandios und subjektiv, den rückblick von anke gröner.

* * *

[nachtrag 17.04.2011, 21:35h]
jens scholz blickt auch lesenswert zurück. stefan rosinski fand die republica eine „äußerst polemische veranstaltung“. er erklärt das mit buzzwords wie „hegel“ (2 mal), „gesellschaft“ (24 mal), „fundamental“ (4 mal in kombinationen, unter anderem: „Fundamentalkritik“, „Fundamentalbegriffe“, „Fundamentalcodierungen“) und „gemeinschaftsbildung“ (3 mal). inhaltlich ein ganz guter, anregender text, leider total verquast und intellektualisierend ausgedrückt.

* * *

[nachtrag 18.04.2011, 21:20h]
don dahlmann erklärt was die republica nicht ist, nie war und gar nicht sein soll, linkt unter anderem auf dieses sehr lesenswerte resümee von thomas euler und dieses resümee fand ich auch lesenswert, hab aber vergessen wo und wie ich es gefunden habe.

ausserdem höre ich jetzt auf hier links nachzutragen, das wird hier mit grosser genauigkeit getan.

na gut, einer noch, und das nicht nur, weil @misscaro sagt, ich gehörte nächstes jahr auf „die größte bühne der re:publica“, sondern weil der text so schön euphorisch und wahr ist. auch ne art schlusswort unter die #rp11.

#rp11, tag zwei

felix schwenzel,    

nachdem der erste tag der republica nicht so knorke war (im gegenteil zum abend), war der zweite tag extrem knorke. um 10, nachdem ich die fahrverbotszone die die nato aussenminister über berlin verhängt hatten überwunden hatte, sah ich till kreutzer mit seinem vortrag über die reform des urheberrechts (das urheberrecht an die gegebenheiten anpassen, nicht die alten gesetze mit aller gewalt und macht gegen die anforderungen der wirklichkeit durchboxen). kreutzer erinnerte mich an eine schlankere und deutschere variante von cory doctorow, konnte sich aber nicht entscheiden, ob er das publikum duzen oder siezen wollte.

danach sah ich jens scholz, carolin buchheim, bov bjerg, konstantin klein und maike hank über vergangene shitstörmchen im blogdings plaudern. an einer stelle habe ich mich kurz an der diskussion beteiligt, als jens nicht einfallen wollte, wie man „retweeten“ und „liken“ früher nannte. die antwort ist einfach: „verlinken“.

ganz grandios war dann gunter dueck. dueck ist ein verrückter mathematiker von grosser weisheit und mit einer leisen fistelstimme. selten habe ich einen gleichzeitig so amüsanten und inspirierenden vortrag gesehen wie heute. sobald der vortrag online ist, werde ich ihn mir noch zwei bis dreimal ansehen. letztes jahr hat mich ja der analytische und scharfe verstand von peter kruse umgehauen, dieses jahr war es duecks leise, breite und tief einsickernde analyse von dem was das internet eigentlich aus unserer gesellschaft macht, die mich beeindruckten.

(nachtrag: hier ein mitschnitt des livestreams /via)

leider war das anschliessende panel mit gunter dueck dnach in der kalkscheune hoffnungslos überlaufen. auf dem weg vom friedrichstadtpalast zur kalkscheune, überholten uns mehrere leute im laufschritt, um noch einen platz zu ergattern. vergeblich.

zwischendrinn hab ich ole reissmann drei ode vier fragen vor einer speigel-online-kamera beantwortet und danach das gefühl gehabt mich um kopf und kragen geredet zu haben, vor allem weil ein witz den ix riss, auch als ein peinliches kriechen in den spon-arsch gedeutet werden könnte.

sehr angenehm danach philip banse, der mehrere blogger einzeln in gespräche verwickelte. das war ein sehr angenehmes und ruhiges format, dass ich gerne auf jeder weiteren republica sehen möchte. besonders beeindruckend fand ich den auftritt von julia probst die gehörlos ist und ohne gebärden-dolmetscherin auftrat (insider-witz für die, die das interview gesehen haben). julia probst ist genauso augenöffnend wie christiane link und beide sind gründe dafür, dass ich das blogdings und das twitterdings ud das internet so gerne mag.

später am abend habe ich noch einen blick in dieses newshype-dings geworfen und gesehen, dass da noch sehr, sehr, sehr viel arbeit drin steckt. dankenswerterweise habe ich nach meinem beleidigte-leberwurst-tweet schon am mittwoch eine karte mit drei einladungscodes in die hand gedrückt bekommen. wer einen der beiden übrigen einladungscodes haben möchte kan mir eine email schicken, wer zuerst kommt, wird zuerst bedient.

* * *

[nachtrag 15.04.2011]
lesenswert: das nuf und christiane link über den zweiten republica-tag.

#rp11, tag eins

felix schwenzel,    

irgendwie habe ich es dieses jahr geschafft, am ersten republica-tag vor 10 uhr vor ort zu sein. deshalb konnte ich erstmals seit jahren die begrüssung der republica-organisatoren sehen und ein grusswort an die „respublica“ (oder so) von einem esa-astronauten mit von der schwerelosigkeit leicht aufgedunsenem kopf bestaunen. auffällig war im friedrichstadt-palast die neue, riesige, brilliante video-projektion und dass fast alle vorträge die ich sah unerträglich waren.

die keynote von philipp schäfer war mir zu bass- und speichellastig und öde. der vortrag von christian friege war genau wie der von mitchell baker so glattgeschliffen und durchwirkt von marketing-lingo, dass ich bei beiden in null komma nix abschwiff und meine aufmerksamkeit (vergeblich) dem versuch ins netz zu kommen widmete. der frisur von baker widmete ich auch noch ein wenig aufmerksamkeit, verlor dann dann aber ziemlich flott mein interesse, um mich mit dem durch den netzmangel (kein wlan, kein funknetz, kein gar nix) impotentisierten cloud-handy „htc incedible“ zu beschäftigen, dass mir von simyo für 4 wochen zur verfügung gestellt wurde.

johannes beetlebum kretschamars vortrag über die geschichte der comics war super sympathisch und interessant, den darauf folgenden vortrag von jürgen ertelt musste ich dann aber verlassen, weil mich die präsentationstechnik kirre machte. soll aber noch gut gewesen sein, der vortrag, inhaltlich, versicherte mir später mathias richel, dem ix das sogar glaube.

danach hab ix mit dem weltentümmler und dem schockwellenreiter über die alten zeiten geplaudert, mich danch pudern lassen und mit sascha lobo im fernsehen (so ab minute 34) über die zukunft des internets geplaudert. vorgestellt wurde ich im frensehen als der mann mit den komischen haaren.

danach mit christian stöcker und seiner literatur-agentin geplaudert und erfahren dass stöcker ein buch über das internet geschrieben hat, auf das ich mich sehr freue und von dem ich ein rezensionsexemplar bekommen werde. das freut mich doppelt, weil ich mich nicht traue in selbst gekaufte bücher zu kritzeln und mit text-markern rumzumarkieren, in rezensionsexemplare aber schon und ausserdem fest damit rechne, dass christian stöckers buch lesenswert sein wird.

meiner beinahe ständigen begleitung sagte ich im vorfeld von sascha lobos 19-uhr-vortrag noch halb im scherz, dass sascha den friedrichstadtpalast füllen würde, was dann auch tatsächlich der fall war. sascha sprach vor vollem haus — und das zu recht. ix hab tränen gelacht und knie nieder vor saschas fähigkeit, das publikum gleichzeitig zu beschimpfen und zu amüsieren.

danach hatte google zu einem umtrunk in den spiegelsaal von clärchens ballhaus geladen. die veranstaltung fühlte sich beinahe wie eine kurzversion der republica nummer eins an, war gut gefüllt und füllte auch alle anwesenden gut ab. es war faszinierend die kommunikationsmaschine stefan keuchel bei der arbeit zu beobachten und ix habe den restabend sehr nett plaudernd rumgebracht.

danach leicht angetrunken und euphorisiert meine eindrücke von ersten tag der republica aufgeschrieben, statt meinen vortrag fertigzuschreiben. obwohl die eindrücke heute und die gespräche mit christoph kappes, sascha lobo, johnny und tanja haeusler und mathias richel erkenntnisreicher waren und meinem vortrag möglicherweise besser taten, als stumpfes vorm bildschirm sitzen und vor sich hinschreiben.

erkenntnis des tages: die republica ist gar nicht so digital wie sie scheint und viel körperlicher, verbaler und offliniger als man so denken mag.

* * *

das nuf schrob auch über die #rp11. ausserdem habe ich noch ein bild von der frau mit den zwei frisuren gefunden (mitchell baker) und vergessen zu erwähnen, dass dieses jahr eigenartigerweise alle mit meinem nicknamen auf ihrem rp11-armbändchen rumlaufen.

„wieder stärker deutlich machen“

felix schwenzel,    

extrem phrasiges interview mit silvana koch-mehrin im tagesspiegel. laut gedrucktem tagesspiegel führte antje sirleschtov das gespräch, laut www.tagesspiegel.de antje sirleschtov und matthias schlegel. auch egal. bemerkenswert fand ix die vaselinigen antworten von silvana koch-mehrin. auf die frage ob westerwelles rückzug als parteivorsitzender die probleme der FDP löse, antwortet sie:

Nein, die Diskussion auf die Person des Vorsitzenden zu begrenzen, greift zu kurz. Es muss in der Partei eine weit reichende inhaltliche und personelle Erneuerung geben.

kurz darauf auf die frage ob alle führungsmitglieder (gemeint sind natürlich die der FDP) ihre posten zur verfügung stellen müssten:

Das werden wir im Zusammenhang diskutieren müssen. Wichtig ist, dass die Diskussionsphase jetzt rasch beendet wird. Wir können uns keine Unklarheiten über mehrere Wochen hinweg erlauben. Deshalb muss es jetzt ein schlüssiges Konzept geben, das am kommenden Montag mit den Vertretern aller Landesverbände besprochen wird.

mit anderen worten, die „weit reichende“ inhaltliche und personelle erneuerung ist so weitreichend, dass sie bereits am kommenden montag besprochen werden soll. diskussionen darüber hinaus, meint koch-mehrin, könne sich die FDP nicht erlauben. andererseits soll dann aber nach abschluss der diskussionsphase doch viel diskutiert werden:

Wir müssen über viele Themen neu diskutieren. Zum Beispiel über das Bildungsthema. Der Bildungsföderalismus schafft es offensichtlich nicht, Lösungen zu schaffen, die der praktischen Lebenswirklichkeit entsprechen. Darüber werden wir in den nächsten Monaten sprechen und uns positionieren.

hm. jetzt fordert sie doch unklarheiten (= diskussionen) über mehrere wochen hinweg. offenbar sind diskussionen und unklarheiten dann OK, solange es nicht um personen geht. mit inhaltlichen unklarheiten kann die FDP aus silvana-kochs sicht offenbar gut leben. auch gut zu wissen: lösungen die der praktischen lebenswirklichkeit entsprechen, hatte die FDP bisher nicht im angebot, die müssen erst in der diskussion gefunden werden.

die schönste stelle im interview finde ich ihre antwort auf die frage, ob westerwelle ein guter aussenminister sei:

Ganz eindeutig: Ja. Guido Westerwelle spielt in dieser komplizierten Weltlage eine gute Rolle.

guido westerwelle spielt eine rolle? er spielt aussenminister nur? faszinierende sichtweise. vielleicht sollten bundesparteitage der FDP künftig bundescastings genannt werden?

ganz im sinne von diesen politik-konzept als darstellende kunst, antwortet koch-mehrin auf die frage, welche fehler die FDP in den letzten 18 monaten gemacht habe:

Es wurde viel zu wenig deutlich, welche Ziele die FDP in dieser Koalition verfolgt und welche sie auch durchsetzen will. In der Frage der Steuerpolitik hat sich die FDP zu lange auf die Senkung der Steuern fokussiert, obwohl die Haushaltslage einen solchen Schritt nicht möglich gemacht hat. Das realistischere Ziel einer Steuervereinfachung ist dabei aus dem Blick geraten. Das war für uns ein Problem, weil wir den Wählern nicht das Gefühl vermitteln konnten, dass wir unsere Wahlversprechen auch durchsetzen können. Ein Problem war auch, dass wir zu wenige Ministerien haben, mit denen wir mit liberalen Themen positiv sichtbar werden.

es wurde nicht deutlich welche ziele die FDP verfolgt? klar, koch-mehrin versucht im ersten satz die probleme der FDP zu kommunikations- bzw. darstellungsproblemen umdeuten. nur: wenn etwas zu „wenig deutlich“ wird, liegt das natürlich nicht nur an den darstellern, sondern oft auch am drehbuch. möglicherweise ist das hauptproblem aber auch, dass überhaupt niemandem klar ist, welche ziele die FDP verfolgt oder durchsetzen will.

eindrucksvoll finde ich koch mehrins phrasensalat zum thema wahlversprechen: wir konnten unsere wahlversprechen nicht durchsetzen (normal), realistische ziele konnten wir auch nicht durchsetzen (mist), das schlimmste aber: die wähler haben das gemerkt.

sivana koch-mehrin hat die lösung der probleme der FDP parat: irgendwas nun wieder mit frischen gesichern stärker deutlich machen. ganz einfach.

arschleiste

felix schwenzel,    

turi2, wie immer knapp daneben:

Twitter schaltet iPhone-Werbeleiste wieder ab: Die von Nutzern inbrünstig gehasste "Dick Bar", benannt nach Twitter-Chef Dick Costolo, hatte zu Spott und Protesten unzähliger iPhone-Besitzer geführt.

das wort „dickbar“ wurde von john gruber geprägt, allerdings war sein ursprünglicher gedanke nicht dick costolo sondern:

For what it’s worth, I was only thinking “dick as in dick move”; that it works on two levels, as a reference to Costolo, is a happy coincidence.

dick move“ kann man wohl am ehesten mit „extrem arschiges verhalten“ übersetzen, „dickbar“ könnte man also mit „arschige leiste“ oder besser „arschleiste“ übersetzen.

ansonsten hat turi2 natürlich vollkommen recht.

[ix habe kein iphone.]

deutsch synchronisiert und kommentiert

felix schwenzel,    

konrad lischka schreibt im spiegel online über die autobiographie von microsoft co-gründer paul allen. einen langen vorabdruck, äh, eine vorabveröffentlichung davon gibts bei vanity fair online.

lischkas deutsche paraphrasierung und interpretation kann man guten gewissens, wie die deutsche synchronisierung von fernsehserien, ignorieren. zumal lischka mit möglichen falschen eindrücken jongliert, die man eh nur bekommt, wenn man über die biographie liest, statt das original zu lesen. lischka:

Obwohl man den Eindruck gewinnen könnte, es gehe Allen darum, Bill Gates' Schattenseiten zu beschreiben, ist sein eigentliches Anliegen wohl eher ein anderes: Der 58-Jährige […] will der Öffentlichkeit seine eigenen Qualitäten präsentieren.

also als ich die auszüge las, bekam ich erstmals einen eindruck von gates lichtseiten. erstmals sah ich, das es nicht, wie ich bisher vorurteilte, fortüne war, die für bill gates erfolg massgeblich war, sondern vor allem sein geschick und seine hartnäckigkeit. und dass jemand eine biographie schreibt um seine eignen qualitäten zu präsentieren ist ja nun auch keine wirklich bemerkenswerte erkenntnis, sondern eine ziemlich flache plattitüde.

wenn aaron sorkin das drehbuch schrübe, könnte man die geschichte ohne weiters zu einem ziemlich spannenden film machen.

laber-rhabarber

felix schwenzel,    

das was thilo baum, autor von büchern wie „komm zum punkt“ und anbieter von beratungsmassnahmen zur klaren kommunikation, hier schreibt, hätte man auch in vier absätzen sagen können. aber thilo baum zieht es vor in weiteren sechs zähen absätzen seine thesen aus den vorherigen vier absätzen zu wiederholen und seiner wut wortreich und überflüssig ausdruck zu verleihen.

nur mal so am rande gefragt, was soll man von jemandem halten der anderen beibringen will zum punkt zu kommen und so wortreich rumschwadroniert?

er hat ja recht, aber wie wärs mal mit prägnanz und kürze?