auf die sinnlosigkeit etwas als sinnlos zu bezeichnen hinzuweisen ist sinnlos

felix schwenzel,    

kürzlich hat sascha lobo ein sehr schönes loblied auf die sinnlosigkeit gesungen: Antipareidolie: Der beliebte Netzkommentar „Das braucht niemand“ ist dumm. Denn Sinnlosigkeit ist fast immer situativ und subjektiv.

dem untertitler vom dienst bei spon und dem beitragstitler bei spiegel.tv ist es offenbar egal dass sascha lobo und ich ihn jetzt für dumm halten:

Erfindermesse: Dinge, die die Welt nicht braucht

links vom 15.09.2011

felix schwenzel,    

* rebelart.net: Verlosung: Gewinnt 3 x das neue Buch “Brad Downey: Spontaneous Sculptures"
very hübsch.

* xkcd.com: Working
ich habs nicht nachgerechnet, aber bei xkcd.com steht, dass jemand der neun minuten damit verbringt einen dollar zu sparen, für weniger als den mindestlohn arbeitet. dazu fällt mir nur ein: wer ins internet schreibt oder zeichnet oder blogt in der regel auch.
[zum glück gibts keine abrechnung verschwendeter lebenszeit.]

harald martenstein über charlotte roche

felix schwenzel,    

harald martenstein hat charlotte roches neues buch gelesen und den auftakt ihrer lesetour besucht und darüber im tagesspiegel über fast die ganze seite drei geschrieben. ich habe zuerst gar nicht gemerkt, dass martenstein der autor des textes war, weil der text keinerlei sarkasmus, ironie oder andere für mich erkennbare martenstein-stilmittel enthielt. der text liest sich über die erste spalte wie eine klare, schnörkellose reportage. bis martenstein am ende der ersten spalte irre subjektiv wird:

Charmanter und unschuldiger kann man ein lustiges Sexbuch vermutlich nicht vorlesen.

Insgesamt ist „Schoßgebete“ von den Literaturkritikern sehr positiv aufgenommen worden, was man ruhig als ein gutes Zeichen für den Zustand der deutschen Literaturkritik verstehen darf.

Aber die Sprache passt sehr gut zur Protagonistin und zum Stoff, sie hat Witz und Kraft, vielleicht ist es ja genau die richtige Sprache.

zuerst dachte ich, dass der text wahrscheinlich von einer frau verfasst wurde. so viel sympathie, empathie und hemmungslose gutfindung traute ich einem mann nicht zu. aber über den autor dachte ich gar nicht bewusst nach, bis ich diesen absatz las:

Die Weltsicht von „Schoßgebete“ ist nicht weit entfernt von der Weltsicht des französischen Autors Michel Houellebecq. Wie Houellebecq hat Roche unter der Trennung der Eltern und der Libertinage der Mutter gelitten. […] Allerdings hasst Houellebecq seine Mutter, die ihn verlassen hat, um sich selbst zu verwirklichen. Roche hasst nicht. Sie ist weniger hart, weniger entschieden. Houellebecq schreibt über eine Gesellschaft, die er verachtet, Roche schreibt über eine Frau, die leidet.

beim letzten satz bekam ich eine empathie-gänsehaut und musste zm erstenmal auf die autorenzeile schauen. und war überrascht martenstein dort zu finden, weil er ja gar keine frau ist.

was ich eigentlich sagen wollte: ganz, ganz grossartiger text von harald martenstein über charlotte roche, ihre lesetour und ihr buch. danach kann man sich zwar nicht entscheiden wen man toller finden soll, roche oder martenstein, aber das ist auch irgendwie egal. weil man ja beide gleichtoll finden kann.

links vom 12.09.2011

felix schwenzel,    

* welt.de: Jürgen Fliege: "Alles kostet Geld, und auch mein Service kostet"
habe meine welt.de- und stuckrad-barre-aversion überwunden und statt günther jauchs ARD-debüt weiterzugucken den stuckrad-barre text über jürgen fliege gelesen. verlinke den jetzt auch schon gleich nach der ersten stelle an der ich gelacht habe:

Die Redewendung „einen an der Waffel haben“ kommt einem in den Sinn, während Pfarrer Fliege irgendein Bibelzitat bemüht, das macht er häufig, und es ist ja auch ein dickes Buch. Bibelzitat und dann ohne Punkt und Komma weiter mit einer Interpretation, in der Wörter wie „Kotzen“, „Mist“ oder „Scheiße“ vorkommen, das ist die Rhetorik des Pastors Fliege, so erdet er die Heilige Schrift.

* kutter.antville.org: Das Trümmerkleid des Kapitalismus
na gut. ein 9/11-link. einer.

* allthingsd.com: Walt Mossberg Ethics Statement
walt mossbergs „ethics statement“, in dem er beschreibt was er tut und was er nicht tut, wenn er produkte testet. sehr beispielhaft. auch beispielhaft: wenn man die seite erstmals besucht, erscheint ein popover, der erklärt dass und welche cookies beim leser für werbung gesetzt werden. /via frédéric filloux

* olereissmann.de: Unterschreiben gegen Vorratsdaten
unterschrieben hab ix, demonstriert nicht.

* herzdamengeschichten.de: Lebe wild und gefährlich
nicht golfen ist das neue grüne haare tragen.

* wahrheitueberwahrheit.blogspot.com: Nachhaltige Vollverblödung
»Diese Flaschen aus hochwertigem Borosilikatglas verfolgen ein nachhaltiges Trinkkonzept im umweltfreundlichen, skandinavischen und zeitlosen Design.« /via die ennomane

links vom 10.09.2011

felix schwenzel,    

* citronengras.de: Das Drama der beknackten Übersetzung
wie übersetzt man eigentlich "übersetzungen crowdsourcen"?

* truthdig.com: John Dean: A Dud From 'Darth' - Book Review
john dean über dick cheneys memoiren: 

 However, one thing is clear from Cheney's memoir, and his promotion of it: He is not likely to be traveling abroad soon. Cheney's “In My Time" speaks to the mentality of a contemporary war criminal, but it certainly provides no defense. Along with videos of him dressed as Darth Vader, it would make a nice exhibit at his war crimes trial. 

links vom 09.09.2011

felix schwenzel,    

* journalist.de: Georg Mascolo: "Hellseher sind wir leider nicht"
hans hoff interviewt den (druck) spiegel-chefredakteur georg mascolo. zusammenfassung (in meinen worten): so! — nö! — doch! — oh, oh nein!

* scilogs.de: Ja, wir sind wirklich zum Mond geflogen
was mich wundert: dass man solche aufnahmen noch nicht früher machen konnte. mein technikglaube teleskopglaube scheint zu gross zu sein.

* daringfireball.net: Why Didn't Google Sue Apple Directly?
google benimmt sich wie die anderen arschloch-konzerne, hat offenbar aber nicht den mut zu sagen, dass sie jetzt genau so ein arschloch-konzern wie apple, microsoft und die tyrell corporation sind.

* internet-law.de: Das unseriöse Geschäftsgebaren der 1&1 Internet AG
merkregel nummer eins: blogs nicht bei massenhostern hosten lassen.