links vom 18.10.2011

felix schwenzel,    

* netzwertig.com: Die Samwers: Deutschlands Anti-Geeks
martin weigert:

Die Samwers interessieren sich nicht für disruptive Ideen. Genausowenig wie dafür, was Journalisten, Blogger oder Geschäftspartner über ihre Aktivitäten denken.

der witz ist ja, dass sich die meisten leute für das was die samwers tun, auch nicht interessieren. die samwers sind feuerwerker. kurz, irgendwo in einer nische mit viel kawumm geklaute kopierte feuerwerkskörper abbrennen und während für kurze zeit ein paar fazkes blogger oder wirtschaftsjournalisten begeistert oder weniger begeistert berichten, schnell verkaufen, solange die glut noch heiss ist. das einzige produkt von den samwers, dass ich einmal (fast) benutzt habe ist myhammer. da hat die beifahrerin einen günstigen waschmaschinen-installateur gefunden. nach einem jahr, als die scheiss dichtung wieder kaputt war, haben wir den bosch-kundendienst gerufen. oder anders gesagt, mein leben haben die samwers bisher nicht bereichert.

* marco.org: Introducing Instapaper 4.0 for iPad and iPhone
instapaper fand ich früher total toll. bis instapaper nur noch auf dem iphone zu benutzen war. da ich kein bock mehr drauf. jetzt hab ich ein iphone und finds toll.

* faz.net: „Occupy“-Bewegung: Dann machen es die Bürger eben selbst
stefan schulz in der FAZ über #occupywallstreet:

Mit ein wenig analytischer Kühnheit ließe sich Folgendes behaupten: Die "Occupy"-Bewegungen sind kein gewöhnlicher Protest, sondern der Phänotyp eines kommenden Typs politischer Partizipation. Diese bürgerliche Teilhabe orientiert sich zwar noch an bekannten Formen, beruht aber auf völlig neuen Mechanismen. Schon jetzt zeigt sie enormes Mobilisierungspotenial. Vor allem zeichnet sie sich durch eins aus: Sie überwindet die politische Mutlosigkeit.

/via

* youtube.com: Elektrischer Reporter S03E14 - Bitcoin, Bosch, Schlaue Städte
ich glaube das video ist schon älter, aber es erklärt für doofe (wie mich) was botcoins sind.

links vom 16.10.2011

felix schwenzel,    

* ralfschwartz.typepad.com: Geniales #OccupyWallStreet Video, die Politik eindrucksvoll entlarvend
sehr schönes agitationsvideo.

* surfguard.wordpress.com: Du willst mich rechtsrum drehen, rechtsrum, wie ne Platte, Friedrich!
der surfguard analysiert das interview von bundesinnenminister hans-peter friedrich in der FAZ vom sonntag:

Das ist unterm Strich ein so schlichter Spin-Versuch, eine so durchschaubare Vorneverteidigung, dass er nur die ganze Verzweiflung offenbart, in die der Vorgang die Regierung offensichtlich gestürzt. Wer ernsthaft glaubt, in Zeiten von S21 und Occupy mit sowas durchzukommen, der soll es ruhig versuchen.

* ennomane.dePeter Altmaier, Malte Spitz und die Piraten
die ennomane über das was peter altmaier schreibt, was malte spitz schreibt und die piraten.

* ennomane.de: Cochlea-Implantat: Die Operation
die ennomane über seine zweite cochlea-implantat-operation.

* katiakelm.de/blog: hamburg
katia kelm schreibt, warum wir in hamburg keine zukunft mehr sehen.

* dataloo.de: 6 Jahre Dataloo
hier unbedingt kommentieren, dass dataloo weitergeschrieben werden soll.

* faz.net: Politik und Internet: Mein neues Leben unter Piraten
peter altmaier habe ich zum ersten mal gesehen, als er nach der berliner abgeordnetenhaus-wahl (unter anderem) mit christopher lauer bei may-britt illner sass. zuerst dachte ich: „wieder so ein CDU fazke.“ aber er redete erstaunlich vernünftiges zeug, war witzig, zuhörig und erstaunlich differenziert und vernünftig.

in diesem FAZ-artikel bringt er es fertig normalen menschen zu erklären, warum das internet die welt verändert hat und warum es mehr und mehr in die „Realität schwappt“. der artikel brachte ihm sogar zweifaces lobvon fefe ein.

altmaier:

Obwohl ich mit Computer und Internet seit Jahren arbeite, verstand ich bis vor kurzem nichts vom „Netz“. Computer stehen in meinen Büros und in meinen Wohnungen, ich besitze iPad und Handy, nutze E-Mail und SMS, surfe und kaufe im Internet, beziehe Informationen aus Online-Medien. Dennoch war mir die gesellschaftliche und politische Dramatik, die von der rasanten Evolution des Internet und der elektronischen Medien ausgeht, bislang nicht einmal im Ansatz klar.

* nytimes.com: Default Choices Are Hard to Resist, Online or Not
was ich an den amis so gerne mag: sie schreiben ellenlange texte überselbstverständlichkeiten, bleiben aber stets verständlich.

* nytimes.com: A Death-Row Love Story
»She was a landscape architect in New York. He was a death-row inmate in Arkansas. This is how they fell in love.«
/via

humorkritik

felix schwenzel,    

ich hab nach drei vier absätzen aufgehört diesen text von anja maier zu lesen. ich fand den text in etwa so vergnüglich wie einen quersitzenden furz oder eine zehn minuten doku-soap im privarfernsehen gucken. langweilig und auch ein bisschen schmerzhaft. schmerzhaft, weil mir fremdschämen halsschmerzen verursacht (von den klössen) und mir manche arten humor darmprobleme bereiten (eine art brechreiz).

eigenartigerweise schreibt anja maier teilweise ganz witzig, wenn sie über ihre eigenen unzulänglichkeiten und ihre kinder und familiengedöns schreibt. teilweise setzt sie unter ihre texte aber auch eine warnung: „Liebe Leserbriefschreiber! Ich geruhte zu scherzen.“

anja maier ahnte also bestimmt, was passieren würde, wenn sie einen text in der taz veröffentlicht über „rinder“ die im café ihre „euter“ rausholen um ihre kinder stillen und irgendwie total stören und doch wieder dahin gehen sollten „wo sie herkommen“: viele leserbriefe und viel empörung. und ein paar leute die herzhaft lachen.

wegen der empörung (facebooklink, möglicherweise nicht für jeden sichtbar) bei vielen denen ix folge, hab ich mir den text dann doch nochmal ganz durchgelesen. das problem mit dem text ist meiner meinung nach, dass er wie poliertes messing-imitat wirkt. angeblich rantet in dem text eine café-besitzerin über die nervigen prenzlbergmütter („rinder“). das ganze ist aber so überzogen und thematisch eigenartig weit aufgespannt, als hätte anja maier das vorher gegliedert und dann an den gag-schreiber von oliver pocher übergeben, damit der das mit pocher-pointen spickt.

(kurze erinnerung aus welchen bauteilen pocher-humor besteht: fotze, ficken, rinder, euter, titten, arschficken)

authentisch wirkt der text nichtmal ansatzweise, was dann die ohnehin nicht vorhandenen distanz von anja maier zum gesagten noch weiter schmälert. man erkennt nicht mehr, hasst anja maier die mütter oder die café-besitzerin oder beide — oder keine von beiden, weil das einfach mal raus musste und ja auch so „erschreckend wahr, […] tragisch und vor allem urkomisch“ ist?

die hasstiraden werden bedauerlicherweise auch nicht gebrochen. hasstiraden sind manchmal mit selbstbeschimpfung und explizitem selbsthass ganz gut zu ertragen. bosch kann sowas super. sich selbst, die welt — alles hassen — und ich muss trotzdem fast immer kichern, wenn ich bosch lese. auch das kann ein grandioses missverständnis sein, genauso, wie ich vielleicht den bruch, die ironie, die relativierungen oder brüche bei anja maiers euter-text nicht zu erkennen vermag und sie und ihren euter-humor deshalb nicht verstehe.

jetzt könnte der einwand kommen: aber es sind doch nicht anja maiers worte in dem artikel! naja, wörtliche zitate sind das aber sicher auch nicht. ich glaube, dass da ne menge literalisiert wurde. oder im besten falle suggeriert.

* * *

bei peter praschls texten hab ich auch nicht immer das gefühl, dass sie von einem grossen menschfreund geschrieben wurden. aber er kann dinge wunderbar auf den punkt bringen. wie jetzt. in diesem text hat er die ressentiments aus anja maiers text gezogen und gibt den als „euter-rinder“ beschimpften prenzlbergmüttern ein gesicht. das gesicht seiner frau: „Meine Frau. Das Arschloch.“

Die Frau, die ich liebe, mit der ich lebe und mit der ich ein Baby habe, ist so eine Prenzelbergmutter. Ein Arschloch. Sie hat es sich nicht ausgesucht. Die Adresse und das Kind, aber nicht, den Arschlochhassern Anstoß zu sein, aus dem einzigen Grund, dass sie sichtbar ist. Die Arschlochhasser können sie sehen. Wenn sie mit dem Kinderwagen unterwegs ist, mit dem Kind im Kaffeehaus sitzt, mit dem Kinderwagen einkaufen geht.

witzig ist das was peter praschl schreibt auch nicht. aber man kann es schmerzfrei lesen. naja, ein bisschen tuts weh, weil praschl recht hat.

[via mathias richel]

* * *

ich mach mich ja auch gerne lustig über funktionskleidungsträger im prenzlauer berg (und anderswo) und mir fällt auch hin und wieder auf, dass mütter, so ganz allgemein, auch viel älter sind als früher, wenn sie kinder kriegen. manchmal, wenn ich irgendwo sitze, egal ob in hamburg, berlin, im prenzlauer berg oder in der speicherstadt, rege ich mich auch mal über kindergeschrei auf. öfter aber noch über das geschrei von leuten die nicht in normaler lautstärke reden können oder meinen im zug in ihr telefon schreien zu müsssen, obwohl die mikrofone in modernen telefonen wirklich sehr, sehr empfindlich sind. man glaubt es kaum, aber es gibt jemanden der montags im ICE von hamburg nach berlin pünktlich um 6:25 furzt. dagegegn ist kindergeschrei eine wonne.

gerade gestern mal wieder, sass im balzac eine nicht mehr besonders junge mutter mit ihrer dreijährigen tochter neben mir und redete auf ihr kind ein. dass es das croissant jetzt langsam mal aufessen solle, sich ein bisschen beeilen solle, nicht so viel mit dem essen rumspielen solle und ganz allgemein, dass sie essen nicht wegwerfen möchte und jetzt langsam mal los müsse. das nervte irgendwie gar nicht, was nervte, war der kläffer den eine frau ohne kind und ohne kinderwagen mit ins balzac gebracht hatte und der dann die gelegenheit ergriff und kläffte.

ich kann mich oft einfach nicht entscheiden, was mehr nervt. kläffer, laut-telefonierer im zug, hundekacke auf dem gehweg, fickgeschrei im hinterhof, leute die im ICE furzen, kinder die laut sind oder eltern die ihre kinder anschreien, sie sollten jetzt mal leise sein. oder diese unablässig „pssssst“-zischenden eltern.

das ist irgendwie alles wie beim blog-geschlecht. ich weiss nicht was mehr nervt, leute die sich über leute aufregen die „der blog“ sagen — oder leute die tatsächlich „der blog“ sagen. vielleicht sollte man sich doch weniger aufregen?

* * *

überhaupt. was gibts eigentlich gegen latte macciato zu sagen? oder allgemeiner, gegen guten kaffee?

und: ab wann ist man eigentlich ein yuppi? wenn man kaffee für einen euro kauft, zwei oder drei? oder wenn man eine kaffeemaschine für 100, 200 oder mehr als 300 euro kauft? wenn man tomaten auf dem markt kauft? oder wenn man gar zu aldi geht? aus schwaben kommt? (ich bin nach dem studium aus stuttgart nach berlin gezogen.)

ist man ein yuppi wenn man bestimmte zeitungen bei kaffeetrinken liest oder wenn man zeitung oder facebook oder sonstwas auf einem bildschirm liest?

tragen yuppis wirklich alle funktionskleidung? und sind die prenzlbergmuttis wirklich an der gentrifizierung und dem schlechten humor der schlechten laune von ex-ossis, die sich in „ihre alte Heimat begeben“ schuld?

links vom 13.10.2011

felix schwenzel,    

* off-the-record.de: Das Schweigen der Banker

* macdrifter.com: Pinboard For Nerds
macdrifter über pinboard. eher für nerds.

* artsbeat.blogs.nytimes.com: Vince Gilligan of 'Breaking Bad' Talks About Ending the Season, and the Series
interview mit vince gilligan, dem hauptautoren von breaking bad. voll mit spoilern, erst lesen wenn man die staffel vier von breaking bad gesehen hat!

* tunedin.blogs.time.com: Interview: Vince Gilligan on Breaking Bad's Finale, Season Four and the Future
interview mit vince gilligan, dem hauptautoren von breaking bad. voll mit spoilern, erst lesen wenn man die staffel vier von breaking bad gesehen hat!

links vom 12.10.2011

felix schwenzel,    

* blogs.taz.de/reptilienfonds: Haltet den Dieb!
jakob hein:

Das erinnert etwas an den Zehnjährigen, der sich zu seinem Geburtstag einen Tampon wünscht. „Warum?“, fragt sein Kumpel. „Was is das denn?“
„Ich weiß auch nicht“, sagt der Zehnjährige. „Aber damit soll man reiten, schwimmen und Auto fahren können.“

* schockwellenreiter.de: Entwurf eines P2P Social Networks
rss befreit — und verbindet.

* freitag.de: Bewegung: Verkehrte Ressourcen-Welt
naomi klein:

Occupy Wall Street hat demgegenüber ein festes Ziel gewählt und seinem Protest kein zeitliches Ende gesetzt. Das ist klug. Nur wenn man an einer Stelle bleibt, kann man Wurzeln schlagen. Das ist entscheidend. Denn viele Bewegungen sprießen aus dem Boden wie schöne Blumen, sterben dann aber schnell wieder ab, weil sie keine Wurzeln ausgebildet und keine langfristigen Pläne gemacht haben, wie sie sich am Leben erhalten wollen. Wenn dann ein Sturm aufkommt, werden sie hinweggeweht.

/via

* truthdig.com: Why the Elites Are in Trouble
chris hedges schreibt, warum er meint, dass den amerikanischen eliten ärger wegen #occupywallstreet droht. ein bisschen pathetisch, aber lesenswert:

This movement is an effort to take our country back.

This is a goal the power elite cannot comprehend. They cannot envision a day when they will not be in charge of our lives. The elites believe, and seek to make us believe, that globalization and unfettered capitalism are natural law, some kind of permanent and eternal dynamic that can never be altered. What the elites fail to realize is that rebellion will not stop until the corporate state is extinguished. […] And that is why the elites, and the rotted and degenerate system of corporate power they sustain, are in trouble. That is why they keep asking what the demands are. They don't understand what is happening. They are deaf, dumb and blind.

“It’s funny that the cops won’t let us use megaphones, because it’s to make our lives harder, but we actually end up making a much louder sound [with the “people’s mic”] and I imagine it’s much more annoying to the people around us,” she said. “I had been in the back, unable to hear. I walked to different parts of the circle. I saw this man talking in short phrases and people were repeating them. I don’t know whose idea it was, but that started on the first night.”

“The undercover cops are the only ones who ask, ‘Who’s the leader?’ ” she said. “Presumably, if they know who our leaders are they can take them out. The fact is we have no leader. There’s no leader, so there’s nothing they can do.”

* blog.stephenwolfram.com: Steve Jobs: A Few Memories
stephen wolfram über mathematica, steve jobs, siri und den next:

In my life, I have had the good fortune to interact with all sorts of talented people. To me, Steve Jobs stands out most for his clarity of thought. Over and over again he took complex situations, understood their essence, and used that understanding to make a bold definitive move, often in a completely unexpected direction.

* kopfzeiler.org: Die Revolution als Mem
johannes kuhn:

Ob #occupywallstreet den Durchbruch schafft oder schon mit dem ersten Schnee, spätestens im Frühlings-Tauwetter langsam in Vergessenheit gerät: Wir sollten uns hüten, die Ernsthaftigkeit der Beteiligten anzuzweifeln und sie vorschnell mit den vielen hedonistischen Slacktivism-Bewegungen der jüngeren Vergangenheit in eine Schublade stecken. Den Menschen von #occupywallstreet ist es ernst, und wer das nicht glaubt, sollte einfach nur mal einen Blick auf das Tumblr-Blog “We Are The 99 Percent“ werfen. Das passiert, wenn ein Land seine Mittelschicht vor die Hunde gehen lässt.

* sueddeutsche.de: Staatliche Daten-Spionage - Trojaner fressen Grundrecht auf
heribert prantl:

Wenn Behörden solche Trojaner in Auftrag geben und sie benutzen, handelt es sich um eine neue Form der Staatskriminalität. Behörden, die so agieren, dringen nicht nur illegal in den PC und die Privat- und Intimsphäre des Bürgers ein; sie brechen auch ein in das von den Verfassungsrichtern geschützte Haus der Verfassung. Solche Sicherheitsbehörden sind Unsicherheitsbehörden, weil ihre digitale Zudringlichkeit die Akzeptanz staatlicher Sicherheitspolitik zerstört.

* nakedcapitalism.com: On Wall Street's Private Police in NYPD Uniforms
das ist schon ziemlich erstaunlich, was yves smith da schreibt:

And it turns out that big financial service firms have also been buying protection via the NYPD. Literally.

* heise.de/tp: Amerikanischer Frühling
peter mühlbauer über das was lawrence lessig über #occupywallstreet sagt:

Erfolgreich kann dieser "amerikanische Frühling" nach Ansicht des Creative-Commons-Miterfinders aber nur dann sein, wenn sich Occupy Wall Street nicht als Gegenbewegung zur Tea Party abstempeln lässt, sondern sozialliberale und konservative Positionen dem Ziel unterordnet, die "Wurzel des Übels" anzugehen. Denn um zu wachsen, muss sie sich auf eine Forderung konzentrieren, auf die sich eine möglichst breite Basis von Menschen einigen kann: Die Beseitigung der Ursache dafür, dass das System korrupt ist.

* spiegel.de: Brandsätze in Berlin: Linke Szene spottet über Bekennerschreiben
spon grast indymedia und sein eigenes und „linke“ foren nach zitaten ab. praktisch. brauch ich nicht alles selbst zu lesen. was mich wundert: ausser links auf spon-berichte, spendiert „anr“ nur einen einzigen link — noch nicht mal das eigene forum wird verlinkt.

In einem Beitrag wird die Begründung von Hekla zitiert: "Deutsche Soldaten morden weltweit ohne Zustimmung der Bevölkerung". Der Verfasser des Kommentars schreibt dazu: "Feige Idioten legen Brandsätze ohne Zustimmung der Bevölkerung... was macht Euch besser? Meine Zustimmung habt Ihr nicht."

nutze deine stimme

felix schwenzel,    

während ich so im internet über #occupywallstreet und #0zapftis lese kam mir mal wieder der gedanke in den sinn, warum ich ins internet schreibe: weil ich mich gerne aufrege und ich aufregen für eine der triebfedern des bloggens halte. und dieses aufregen, sich über etwas konkretes oder weniger konkretes aufzuregen, ist nicht nur eine triebfeder des bloggens, sondern auch ein weg etwas zu ändern. wenn sich nur genug leute aufregen und das hörbar artikulieren, ändert sich als erstes die wahrnehmung. die wahrnehmung, dass man einfach so weitermachen könne. die wahrnehmung, dass die mehrheit schon ruhig bleiben wird. die wahrnehmung, dass sich ausser einem selbst niemand aufregt.

ob man seine empörung nun ins internet schreibt oder irgendwann sogar auf die strasse geht ist nicht entscheidend. entscheidend ist sich hörbar oder sichtbar aufzuregen. über ungerechtigkeit, gier, dummheit, unverfrorenheit, lügen.

wichtig ist auch, sich nicht einreden zu lassen, dass man eine versalzene suppe nur kritisieren dürfe, wenn man kochen könne. sich über eine versalzene suppe zu empören steht jedem frei. wichtig ist nur, dass man es tut, auch wenn es in anderen teilen der welt salzigere oder gar bittere suppen gibt.

selbst christopher lauer von den piraten regt sich jetzt endlich auf (und zerschiesst dabei ausversehen ein paar fakten, aber das ist OK). sich still aufregen sollte nur die vorstufe zum sich laut aufregen sein. wenn alle unzufriedenen laut rufen, kann es zwar sein, dass man keine agenda oder einzelforderungen mehr heraushört, aber das ist erstmal egal. wichtig ist zu verstehen, dass man eine stimme hat — und das diese stimme hörbar ist.

empört euch. geht an die börse. schrei(b)t.

links vom 11.10.2011

felix schwenzel,    

* robgwilson.com: What I'm Working On - Everything Is A Remix: THE MATRIX
wir stehen alle auf den schultern von giganten.

* robertbasic.de: Loser networken, Winner bloggen
robert basic lobt sich selbst (um die ecke) — aber mit recht. denn natürlich sind wir blogger die krone der social-media-schöpfung. aber mal im ernst. das ist das erste mal, dass ich mir wünsche robert basic hätte sich mal länger gefasst.

So bleibt es dabei: Loser networken, Winner bloggen. Auf die Gefahr hin, dass ich mich damit beliebt mache, jo mei, ich bin Blogger und fahre gut damit, meine Meinung deutlich zu äußern.

links vom 10.10.2011

felix schwenzel,    

* tagesspiegel.de: SPD-Bilanz: Wowereit, deine Neider
harald martenstein:

Die Berliner SPD unter Klaus Wowereit sei der Garant für eine moderne Infrastruktur [sagt Sigmar Gabriel]. Daraufhin habe ich mir die seit zehn Jahren von Wowereit gemanagte Berliner Infrastruktur einmal näher angeschaut. Wie sieht seine Vision für die Infrastruktur einer modernen Großstadt konkret aus?

Ganz wichtig ist offenbar, dass der öffentliche Nahverkehr nicht funktioniert.

* scripting.com: Boots on the ground!
sag ich doch. RSS befreit.

links vom 08.10.2011

felix schwenzel,    

* guykawasaki.com: How to Change the World: What I Learned From Steve Jobs
grossartig. der ganze artikel. meine lieblingsstelle, gleich am anfang. „Experts are clueless.“ guy kawasaki:

Experts — journalists, analysts, consultants, bankers, and gurus can’t “do” so they “advise”. They can tell you what is wrong with your product, but they cannot make a great one. They can tell you how to sell something, but they cannot sell it themselves. They can tell you how to create great teams, but they only manage a secretary.

er hat „blogger“ vergessen. egal. lesen!

* zeit.de: Onlinedurchsuchung: CCC enttarnt Bundestrojaner
gnihihi:

Die Beamten haben offensichtlich gepfuscht. Das Programm enthält theoretisch eine Art Selbstmordfunktion: Auf ein von außen kommendes Kommando hin sollte es sich selbst löschen. Constanze Kurz, Informatikerin und eine der Sprecherinnen des CCC, sagt dazu: „Das Programm wurde nur in den Papierkorb geschoben und nicht überschrieben.“

/via fefe.

* scienceblogs.de/kritisch-gedacht: Steve Jobs: Tod durch Alternativmedizin?
ulrich berger:

Möglicherweise war [die] tragische Fehlentscheidung [sich vorerst eine alternativmedizinische Behandlung in Form einer „Spezialdiät“ zu entscheiden] mitverantwortlich für Steve Jobs frühen Tod.

* kaliban.de: Apple-Bashing bei der SZ
herr kaliban:

Erstaunlich, dass sich eine tolle Zeitung wie die SZ hier auf Bashing-Niveau begibt. Ist sowas befohlene Linie oder persönliche Beißlust eines Journalisten?

* occupyweb.org: a river of news about #occupywallstreet
dave winer:

I wanted to get a feel for what the various Occupy communities look like, and poking around, as usual, wasn’t doing it for me.
So I wrote a little aggregator that pulls pictures from Flickr with the tag #occupywallst and flows them through a reverse-chronologic river.

* thenextweb.com: Steve Jobs’ Last Public Appearance [Video]
steve jobs stellt den entwurf für das neues apple hauptquartier vor dem cupertino city council vor. faszinierend: der vorsitzende des city council ist lloyd lee (aris ehemaliger assistent) aus entourage.