typisch österreichisch

felix schwenzel,    

alexander becker über das boulevard-magazin „östereich“:

Verbreitet wird die Tageszeitung an typisch österreichischen Zeitungsständern.

der tagesspiegel wird übrigens an oft draht oder blechartigen zeitungsständern verkauft, oft von verkäufern mit migrationshintergrund und oft in eisiger kälte. meedia mach medienjournalismus, der richtig an die wurzeln geht.

west wing, wikileaks

felix schwenzel,    

jetzt wo ich wie mathias richelthe west wing“ zum zweiten mal gucke, habe ich das gefühl, dass aaron sorkin mehr über die regierung der vereinigten staaten verraten hat, als wikileaks. (übrigens, das thema „wikileaks“ behandelt spiegel online witzigerweise sehr stiefmütterlich, die „themenseite“ zum thema „wikileaks“ ist alles andere als aktuell, der letzte eintrag dort datiert vom 27.09.2010. furchtbar unübersichtlich und verwirrend gestaltet: die spiegel-online „themenseite“ zum thema „wikileaks“)

abgesehen davon, so sehr ich wikileaks und julian assange bisher kritisch gesehen habe (hier beim tagesspiegel kann man sich ein bisschen eine übersicht verschaffen), es ist doch faszinierend zu beobachten wie sehr die hauruck-strategie von assange die amerikanische regierung, amazon und andere privatfirmen demaskiert und zeigt wie sehr sie auf die freiheit des wortes und bürgerrechte scheissen. heute sind es assange und wikileaks die von den speicher-, DNS- und hosting-systemen vertrieben und verfolgt werden. ist es morgen der guardian, die new york times oder spiegel online? ganz so drastisch wie dave winer würde ich es noch nicht ausdrücken, auch wenn er wohl recht hat mit der feststellung, dass der einzige weg die informationen zu unterdrücken, das gesamte internet abzuschalten ist:

Once the distribution is underway the only way to shut it down will be to shut down the Internet itself. Politicians should be aware that these are the stakes. They either get used operating in the open, where the people they're governing are in on everything they do, or they go totalitarian, around the globe, now. (alles lesen)

das faszinierende, wie gesagt ist, das nicht die geleakten informationen die regierungs-organe (und kommerziellen-internet-dienst-anbieter) demaskieren, sondern wie sie es selber tun. und, das scheint sicher, jetzt wird ernst gemacht, mit der filter-infrastruktur. in kürze werden die konservativen in den USA und der ganzen welt geschlossen ihr herz für kinder entdecken.

geheimes budget in danger (aktualisiert)

felix schwenzel,    

gestern kündigte „innocence in danger“ an, gegen den verlag der berliner zeitung „presserechtlich“ vorzugehen und „strafanzeige“ gegen „den journalisten“ und die verantwortlichen redakteure dieses artikels zu erstatten (pdf-datei der pressemitteilung auf innocenceindanger.de). seltsam allerdings: »Die betroffenen Journalisten haben die Pressemitteilung zur Kenntnis genommen, Schreiben von "Innocence in Danger" liegen ihnen jedoch nicht vor.«

„der journalist“, von dem „innocence in danger“ eigenartigerweise spricht, heisst „Matthias Thieme und Katja Tichomirowa“ und behauptet unter anderem, dass es sich bei »Innocence in Danger um einen gemeinnützigen Verein handele, "der an das Finanzamt Berlin berichtet und dort seine Zahlen vorlegt"« und auf dieser grundlage im »vergangenen Jahr für weitere fünf Jahre die Gemeinnützigkeit bestätigt bekommen« hat.

„innocence in danger“ möchte das nun (unter anderem) wie folgt richtigstellen:

Innocence in Danger e.V. ist ein eingetragener Verein, dessen Gemeinnützigkeit zuletzt 2009 vom Finanzamt Berlin geprüft und für weitere fünf Jahre attestiert wurde.

der artikel in der berliner zeitung enthalte, so „innocence in danger“, »haltlose Vorwürfe und verleumderische Aussagen zur angeblich intransparenten Mittelverwendung der Organisation«. so wird in dem artikel (unter anderem) folgendes gefragt:

Doch wohin fließen die vielen Spenden, was wird mit dem Geld gemacht?
Wer Antworten auf diese Fragen sucht, stößt auf die andere Seite der Guttenbergschen Glitzerwelt. Dann herrscht bei den Kinderschützern mit Sitz in Köln plötzlich eisernes Schweigen. Intransparenz statt Eloquenz. Anfragen der Berliner Zeitung bei Innocence in Danger wurden tagelang nicht beantwortet.
Keine Auskunft gibt der Verein etwa zu Fragen nach der Höhe der Spendeneinnahmen, der Zahl der Mitarbeiter, der Mittelverwendung und den Verwaltungskosten.

„innocence in danger“ stellt dazu klar:

Die Geschäftszahlen werden jährlich ordnungsgemäß vorgelegt. Auf der Website stellt der Verein zudem sämtliche Presseveröffentlichungen und die Jahresberichte zur Verfügung.

tatsächlich finden sich auf der website jahresberichte, zum beispiel der des jahres 2009. darin wird das wort „euro“ allerdings nicht ein eiziges mal erwähnt. nirgendwo sind zahlen zur höhe der spendeneinahmen oder der mittelverwendung oder den verwaltungskosten zu finden.

„innocence in danger“ weiter:

Interessierte haben somit die Möglichkeit sich über die Projekte und das intensive Engagement von Innocence in Danger umfassend zu informieren.

das ist richtig. auf der website sind „projekte“ aufgelistet. das projekt „peer2peer-aufklärung“ stellt der verein mit 750 worten „umfassend“ vor. sicherlich keine schlechte idee, jugendliche andere jugendliche aufklären zu lassen, auch wenn die wortwahl irgendwie holprig erscheint:

In Schulen, Vereinen und Freizeiteinrichtungen werden Jugendliche ihre sogenannten Peers (also andere Jugendliche) über Schutz vor sexualisierten Übergriffen durch die neuen Medien aufklären.

was auch immer „sexualiserte übergriffe durch neue medien“ sind, es steht sicherlich im „flächendeckenden Konzept“ das „innocence in danger“ „in Kooperation mit Expertinnen und Experten von Eigensinn e.V., IJAB, der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, den Berliner Jungs e.V. und  jugenschutz.net“ entwickelt hat. nur ist dieses konzept alles andere als „umfassend“ dokumentiert. über die kosten oder wie die mittel genau verwendet werden sollen steht da zumindest nichts.

dafür kann man sich ein bild machen, mit welcher kruden logik „innocence in danger“ mitunter argumentiert. der verein hat sich ja, wir erinnern uns, dem schutz von kindern und jugendlichen durch „sexualisierte Übergriffe durch die neuen Medien“ verschrieben. der fokus liegt auf den neuen medien, also dem schutz der kinder vor den gefahren des internets.

„innocence in danger“ schreibt:

Die große Mehrheit will glauben, sexuelle Gewalt an Kindern findet immer nur woanders statt doch leider sieht die Realität anders aus: 80–90% aller Fälle finden im sozialen Umfeld des Kindes statt. Wir müssen begreifen, dass für Kinder und Jugendliche der Chatroom oder das soziale Netzwerk längst zu ihrem sozialen Umfeld gehört. Hier haben Täter und Täterinnen direkten Zugriff auf das Kind.

da gibt es also studien die belegen, dass 80-90% aller missbrauchsfälle im sozialen umfeld von kindern und jugendlichen stattfinden. also im verwandten-, bekannten- und freundeskreis. um den fahrtwind dieser studien mitzunehmen, vollzieht „innocence in danger“ eine wilde logische volte und neuinterpretation: das internet gehört für viele kinder und jugendliche zu ihrem sozialen umfeld — zack damit ist belegt das sich irre viele (man hört die zahl 80-90% noch nachhallen) missbrauchsfälle im internet, in den neuen medien abspielen. die chuzpe, so zu argumentieren muss man erstmal haben. die ziele des vereins mögen ehrenwert sein, keine frage dass im internet gefahren für kinder und jugendliche lauern — aber die art wie hier argumentiert, aufgebauscht und agiert wird, scheint doch zumindest ansatzweise fragwürdig zu sein.

das ist auch einer der kritikpunkte im artikel der berliner zeitung:

"Dieser Verein lenkt von den wichtigen Problemen ab", kritisiert Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbunds. "Ich wüsste nicht, dass die eine einzige Beratungsstelle oder ein Kinderhaus hätten." Stattdessen kapriziere sich Innocence in Danger allein auf Missbrauch im Internet. "Das sind sehr wenige Fälle im Jahr", sagt Hilgers.

die pressemittteilung von „innocence in danger“ von gestern stammt übrigens aus der feder von simone stein die in bonn eine agentur für kommunikationsberatung führt und in einer (undatierten) pressemitteilung (die metadaten der pdf-datei sagen, dass die PM vom 10.09.2010 ist) stolz vom „neuen etatgewinn“ berichtet (gemeint ist der etat für kommunikationsarbeit für „innocence in danger“):

Die Kommunikationsarbeit für diesen Partner leisten zu dürfen, ist für Bonne Nouvelle eine lohnenswerte und spannende Herausforderung.

da „innocence in danger“ laut der pressemitteilung von gestern sehr sparsam mit den spendengeldern umgeht („verzichtet bewusst auf die kostenpflichtige Beantragung des DZI-Spendensiegels und lässt stattdessen die so eingesparten Mittel Projekten für Kinder und Jugendliche direkt zugute kommen“) bleibt nur zu hoffen, dass bonne nouvelle die kommunikationsarbeit ehrenamtlich leistet, damit die eingesparten mittel projekten für kinder und jugendliche direkt zugute kommt.

am ende der PM von gestern schreibt simone stein:

Der Verein […] verzichtet bewusst auf die kostenpflichtige Beantragung des DZI-Spendensiegels und lässt stattdessen die so eingesparten Mittel Projekten für Kinder und Jugendliche direkt zugute kommen. Mit dieser Entscheidung reiht sich Innocence in Danger e.V. in die Liste vieler anderer NGOs ohne DZI-Spendensiegel ein, wie z. B. Greenpeace, Ein Herz für Kinder und Deutsche Krebshilfe.

im gegenteil zu „innocence in danger“ stellt aber beispielsweise greenpeace jedes jahr einen genauen und umfangreichen rechenschaftsbericht über das spendenaufkommen und die ausgaben auf (pdf-datei jahresrückblick 2009). die deutsche krebshilfe veröffentlicht ebenso genaue zahlen zur mittelherkunft und mittelverwendung (pdf-datei geschäftsbericht 2009).

mal im erst: was ist so schlimm daran, statt nur dem finanzamt und einigen grossspendern, allen seinen spendern und unterstützern rechenschaft abzulegen?

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[nachtrag 01.12.2010, 8:55h]
bettina winsemann fragt sich auf telepolis auch warum spender nicht erfahren sollten wie ihr geld verwandt wird.

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[nachtrag 01.12.2010, 21:40]
die faz spricht von einer „kampgane“ der frankfurter rundschau und schreibt:

Der Verein „Innocence in Danger“ hat sich nicht geweigert, seine Zahlen zu veröffentlichen. Er hat das Interesse, dass über ihn hereingebrochen ist, einfach unterschätzt und das Ultimatum eines Journalisten nicht eingehalten. „Wir sind noch ein relativ kleiner Verein mit 2,5 Hauptamtlichen, einigen Ehrenamtlichen und Honorarkräften“, sagt Stephanie zu Guttenberg. „Wir beantworten alle Anfragen. Weil unsere Bücher von einem Steuerberatungsbüro geführt werden, dauert das manchmal länger als einen Tag. Wegen des großen Interesses am Verein werden wir demnächst die Finanzdaten 2010 und 2009 veröffentlichen“.

die faz nennt auch die summe der bisherigen einnahmen von innocence in danger (2009 270173 euro). ob simone stein die pressearbeit ehrenamtlich macht oder nicht, habe ich bisher, knapp 24 stunden nach meiner anfrage (per email) noch nicht beantwortet bekommen, aber da laut stephanie zu guttenberg alle anfragen beantwortet werden, kommt bestimmt irgendwann mal eine antwort. ausserdem prüfe der steuerberater von „innocence in danger“ jetzt, „ob sich die Kosten für das [DZI-] Siegel lohnen“. sollte „innocence in danger“ für die presse- und pr-arbeit zahlen, lohnen sich diese ausgaben ganz sicher. die pressearbeit gegenüber der faz war zumindest allererste sahne. wobei natürlich einige fragen offen bleiben. warum war in der pressemitteilung vom 29.11 nicht davon die rede, dass man die finanzdaten für 2009 und 2010 veröffentlichen möchte und überlegt sich doch um das DZI-siegel zu bewerben?

(faz-link via dana in den kommentaren)

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[nachtrag 02.12.2010, 08:40]

möglicherweise, so legt es zumindest der text in der faz nahe, bezieht sich innocence in danger in der pressemitteilung vom 29.11 nicht auf diesen (von mir oben verlinkten) artikel vom 28.11 in der berliner zeitung, sondern auf diesen artikel vom 29.11 in der frankfurter rundschau. beide sind im gleichen verlag erschienen (dumont) und von den gleichen autoren (oder wie innocence in danger sagt „dem journalisten“) matthias thieme und katja tichomirowa geschrieben.

in der tat ist der artikel in der frankfurter rundschau etwas mehr auf krawall gebürstet als der in der berliner zeitung, da „innocence in danger“ aber sagt, dass der DZI-geschäftsführer burkhard wilke sich mittlerweile „vom Kontext in den seine Aussagen“ gestellt wurden distanziere, muss es sich doch um den text in der berliner zeitung handeln, da wilke im text in der frankfurter rundschau nicht erwähnt wird.

mittlerweile habe ich das gefühl, dass allerhand nebelkerzen gezündet wurden und werden und die pressearbeit von innocence in danger sich langsam warmgelaufen hat.

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[nachtrag 02.12.2010, 11:30]

auch die sueddeutsche.de schrieb am 1.12, dass innocence in danger nicht bereit gewesen sei auskunft über einnahmen und ausgaben zu geben:

Der als gemeinnützig anerkannte Verein war erstaunlicherweise nicht zu einer Auskunft bereit. Auch auf Anfrage von sueddeutsche.de wollte eine Sprecherin nicht einmal grob die Einnahme- und Ausgabenstruktur des Vereins erläutern.

und auch matthias thieme legte gestern nochmal in der frankfurter rundschau nach:

Stephanie zu Guttenbergs Vereingegen Kindesmissbrauch im Internet, „Innocence in Danger“, hat der FR am Mittwoch keine Antwort auf Fragen zur Höhe der eingenommenen Spenden und zur konkreten Verwendung der Mittel gegeben. Als Reaktion auf wachsende Kritik äußerte sich Guttenberg allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur dapd und der FAZ und kündigte mehr Transparenz an. Sie sagte, offensichtlich sei der Bedarf an Offenlegung von Zahlen so groß, dass dem künftig nachgekommen werde.

(via altpapier)

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[nachtrag 03.12.2010, 10:02]

(via lawblog.de) t. denkler in der süddeutschen:

Erst versucht Stephanie zu Guttenberg kritische Journalisten mit Anzeigen einzuschüchtern. Jetzt verspricht sie mehr Transparenz in der deutschen Sektion von "Innocence in Danger", der die Ministergattin als Präsidentin vorsteht.

jörg-olaf schäfers fasst auf netzpolitik nochmal die diskussion (diesen artikel hier allerdings ignorierend) zusammen und blickt linkt auch zurück, zum beispiel auf diesen artikel von stefan niggemeier.

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[nachtrag 06.12.2010, 16:20]

charitywatch.de ist der meinung, dass innocence in danger „unschuldig der intransparenz angeklagt“ sei:

Seit einigen Tagen wird kritisch über den Verein Innocence in Danger mit Freifrau Stephanie zu Guttenberg als Präsidentin berichtet. Hauptvorwurf: Intransparenz. Das merkwürdige daran: CharityWatch.de wurde schon Mitte Oktober zugesagt, die Finanzzahlen nach Fertigstellung zur Verfügung zu stellen. Zwischenzeitlich liegen die Einnahmen und Ausgaben vor und bestätigen eine gute Arbeit des Vereins, der sich für die Bekämpfung von Kindesmissbrauch einsetzt.

CW-Meinung. Die Vereine Innocence in Danger und sein Kooperationspartner N.I.N.A. zeigen sich sehr transparent. Öffentlich geäußerte Kritik, die das Gegenteil unterstellt, kann von CharityWatch.de nicht nachvollzogen werden. Im Gegenteil: Die Verwendung der Gelder ist nachvollziehbar und vernünftig, weshalb Spenden problemlos empfohlen werden können.

ein ♥ für flatter-abos

felix schwenzel,    

bei flattr kann man jetzt abonnements abschliessen und ein „ding“ für 3, 6 oder 12 monate automatisch flattern lassen. ich bin mal meine flattr-timeline durchgegangen und habe alle flatterbaren seiten die ich gerne regelmässig flattern würde „subscribed“. bei den meisten habe ich versucht das generische hauptdings, für die site zu finden, wenns das nicht gab oder ich es nicht fand, dann hab ich einen einzelnen artikel genommen. (das wirres.net-haupt-dings ist übrigens hier, falls das jemand automatisch flattern lassen will.)

hier also die liste von „flattr-things“ die ich abonniert habe:

über ergänzungen und hinweise würd ich mich freuen, gerne in den kommentaren oder einem einzelnen blogartikel.

[nachtrag 29.11.2010: 3 abos hinzugefügt]

mathias döpfner meint, chinesische kommunisten sind die besseren kapitalisten

felix schwenzel,    

mathias döpfner (symbolbild)

mathias döpfner schreibt in der welt:

Das freie Modell des Westens ist latent und akut bedroht. Akut gar nicht mehr so sehr durch alte kommunistische Trutzburgen wie Nordkorea oder Kuba, sondern vielmehr durch die Aggression des nichtdemokratischen, also totalitären und damit wesentlich effizienteren Kapitalismus Chinas.

das ist ja ne interessante logik. bleibt natürlich die frage, warum der totalitäre und damit doch eigentlich wesentlich effizienteren kapitalismus, beispielsweise der DDR, so sang und klanglos untergegangen ist. weil die DDR-kommunisten keine richtigen kapitalisten waren, die kommunisten in china aber schon?

irgendwie eine krude logik, die der kapitalist döpfner da aufs parkett legt. so richtig überzeugt von der stärke der freien marktwirtschaft und der freien welt, scheint döpfner nicht zu sein, wenn er das chinesische, bzw. totalitäre modell als „effektiver“ ansieht. ein paar krisen, welt-kriege und globale konflikte hat das angeblich so schwache freie modell des westens ja schliesslich bereits überlebt. und woher weiss döpfner eigentlich, dass ein freies, demokratisches china, mit einem entfesselten kapitalismus nicht noch stärker und bedrohlicher wäre?

und weiss döpfner eigentlich, dass sein heilsbringer, der „die verlagsindustrie“ seiner überzeugung nach retten soll, das ipad, in china hergestellt wird?

einerseits bedroht china den westen akut, anderseits rettet es den westen? günstige produkte aus china findet döpfner knorke, aber die wirtschaftliche stärke die china daraus schöpft, ist ihm unangenehm?

manchmal, insbesondere wenn man den leicht hetzigen text döpfners ganz liest, kann man den eindruck gewinnen, dass bei döpfner ein paar sicherungen durchgebrannt sind.

[interview via beate wedekind gefunden]

windows iphone 7

felix schwenzel,    

Multimedia-Inhalte überträgt das iPhone mit der Zune-Anwendung zwischen Telefon und PC. Für die Anbindung an den Mac gibt es aktuell eine gut funktionierende Beta des Windows Phone 7 Connectors.

kleiner autokorrektur-fehler (?) in volker webers windows phone 7 test in der aktuellen ix. oder schreibt man telefon auf englisch bereits generell mit einem kleinen i davor?

[abgesehen davon, mir gefällt das typo-gedöns und design der neuen windows phones benutzeroberfläche. nur haben will ich keins. in drei, vier jahren guck ich mir die dinger nochmal an.]

wackelbilder

felix schwenzel,    

dieses bild kann ich mir, wie fast alle auf dieser site, stundenlang ansehen. heute abend mach ich das vielleicht auch mal, stundenlang auf die couch setzen und jack nicholson beim kacken zugucken.

apropos: diese wackelbilder wären doch super sinnvolle inhalte für diese digitalen bilderrahmen-dinger, vor allem die etwas subtileren (1, 2, 3, 4, etc.).

[ganz im ernst: ich fasse einfach nicht, wie fasziniert ich von diesen bildern bin. einfache, gut ausgewählte standbilder aus filmen haben ja bereits oft ikonografisches potenzial, bzw. sperren grosse momente eines filmes in ein bild. klar, das ist der witz an fotografie, nur sind bilder aus filmen natürlich extrem aufgeladen mit zusätzlichen (be)deutungen. wenn solche aufgeladenen bilder von grossen momenten aus der kinogeschichte jetzt auch noch die fähigkeit haben mehr als einen moment oder verschiedene aspekte eines momentes zu zeigen, dann wird aus einem gif manchmal etwas ganz grosses.]

VERLEGERSTREITKINDERKACKE

felix schwenzel,    

ich habe einen text von nico lumma von vor drei wochen mal aktualisiert und leicht redigiert ein paar worte getauscht.

Seit einigen Tagen gibt es in verschiedenen Medien Berichte um einen vermeintlichen Familienstreit im Hause Neven DuMont. Ich bin zutiefst angewidert von der Art und Weise, wie hier versucht wird, aus einer vermeintlichen Vater gegen Sohn Situation Kapital zu schlagen. Konstantin Neven DuMont ist eigentlich ein netter Mensch, aber gleichzeitig auch ein besserwisserischer Korinthenkacker, der nicht nur alles, alles besser weiß, sondern auch noch alle darüber informieren muß, wie es besser ginge und was man bitte zu tun oder zu lassen hätte. Freundlicher ausgedrückt würde ich sagen, dass Konstantin Neven DuMont einiges an Sendungsbewusstsein hat. Anstatt im Konflikt mit seinem Vater nun einfach eine nette Email zu schreiben oder ihn anzurufen, versucht Konstantin Neven DuMont nix anderes, als ihn öffentlich in die Pfanne zu hauen. Beide, Alfred und Konstantin Neven DuMont sind nur Menschen, und noch dazu sehr nette, und in einem persönlichen Gespräch hätte sich vieles klären lassen.

Für mich ist die angebliche DuMont-Fehde allerdings keine Sternstunde der deutschen Verlagslandschaft, sondern ein Zeichen für den miesen kleinkrämerischen wir-gegen-uns Charakter der journalistisch geprägten Szene in Deutschland. Alter Schwede, so etwas Selbstgerechtes ist mir wegen einer derartigen Kinderkacke noch nicht über den Weg gelaufen! Es kotzt mich an, wie hier versucht wird, Aufmerksamkeit zu erlangen. Das ist Bild- oder gar Express-Stil! Klärt das wie Männer, trefft Euch auf ein Bier!

[Disclosure: Der Text ist ursprünglich von Nico Lumma, mit dem ich hin und wieder mal Kaffee getrunken habe oder was essen war. Er und ich sind beides nette Menschen und haben solche schwachsinnigen und dummen Texte eigentlich nicht nötig.]