links vom 27.08.2011

felix schwenzel,    

* immateriblog.de: Er so: “Googles U-Boot!" Ich so: “Journalismus!" - Eine Antwort auf Christoph Keese
matthias spielkamp vs. christoph keese. sehr unterhaltsam.

* holyfruitsalad.blogspot.com: Ich und Steve (Jobs)
„creezy“ über apple. und auch ein bisschen über steve jobs: 

Und wenn dann die ersten Lieferungen der neuen Geräte kamen, rannten alle runter ins Lager und wollten die neuen Kisten als erste auspacken, anfassen, installieren, mit ihnen arbeiten. Bei uns liefen die Macintoshs liebevoll unter «Bärchen", wir fanden die alle heiß! So war es mit jeder Neuerscheinung. Und so waren auch unsere Kunden, die uns mit Bestellungen noch lange vor Verfügbarkeit zuschütteten. Wir bastelten ganz simple Anwendungsscripte in HyperCard. Dann die Revolution vom SE/30, dem ersten Deskoptmac mit Farbkarte und -screen. Der AppleShare-Dateienserver! Unser erster Server! Wir tauschten Dokumente aus über Kabel! Nix mehr via Diskette oder so! Hammer! 

* kopfzeiler.org: Amerikas Nudeldiplomatie
»Ein kleines Lehrstück in Sachen Symbolwirkung.«

heute und damals

felix schwenzel,    

arschloch (symbolbild)

frank patalong:

Manchmal bekomme ich Briefe, die so aussehen: "Sie Arsch! Sie habn dieses ding nicht genug gelobt!" Oder so: "ich wär gern der mujahedien der dir den bauch aufschlitzt!" Dann gibt es noch höfliche Varianten der Hassmail: "Mein Herzenswunsch ist es, Ihnen einen großen Kübel voll Scheisse auf Ihre Tastatur zu kippen."

So etwas hat es immer gegeben. Online aber erreicht es eine andere Qualität: Viele der Mails sind rückverfolgbar, man könnte klagen, wenn man wollte. Bei vielen erklären sich die Verfasser, die mitunter offen justitiable Dinge von sich geben, sogar mit der Veröffentlichung bereit: Sie wollen, dass ihre Verbal-Flatulenzen öffentlich lesbar werden - und zeichnen oft sogar mit vollem Namen. Als ob ihr Verhalten normal sei.

kai posmik über reaktionen auf einen cartoon von loriot:

Die Reaktion der Leser fällt vernichtend aus. Lachen kann offenbar niemand über Loriots Hunde-Cartoons. Einige der erbosten Leserbriefe hat Loriot später in seinem Buch "Möpse und Menschen" veröffentlicht. In einem heißt es: "Ich sehe in den Bildern eine starke Herabsetzung des 'homo sapiens'. So weit darf es doch nicht gehen!" In einem anderen Brief steht: "Humor soll nicht zu kurz kommen, aber derartige Zeichnungen sind alles andere als belustigend. Sie sind widerlich." Ein weiterer Leser empfiehlt dem "Stern" gar, diesem "Idioten" von Zeichner doch ein "Fläschchen E 605" zu verabreichen. Das Insektizid hieß damals im Volksmund "Schwiegermuttergift".

ich weiss nicht ob das beleidigen und bescheuerte briefe schreiben online oder heutzutage „eine andere qualität“ erreicht, oder worin diese andere qualität genau liegen soll. sind hassmails derber als hassbriefe? werden heutzutage mehr hassmails als früher hassbriefe geschrieben? naja, dann wärs glaube ich eine andere quantität und keine andere qualität.

ich würde vielleicht behaupten, dass der hass, die idiotie, die dummheit vieler menschen heutzutage eine andere öffentlichkeit erreicht. aber auch das passt in diesen beispielen nicht, da sowohl patalong, als auch posmik/loriot aus emails oder briefen an die jeweilige redaktion zitieren.

vielleicht bin ich auch zu blöd, die neue qualität von der patalong spricht zu erkennen. oder aber, es wird zeit, dass ich meine alte these die ich in vielen varianten immer wieder von mir gebe, mal stark ansteile und veinfache:

bleibt alles gleich. immer.

* * *

ich lese mal wieder mit grossem vergnügen geo epoche. diesmal über die römische republik, 500 bis 27 vor christus. facebook-revolutionen menschenaufläufe auf öffentlichen plätzen, die die politische ordnung auf den kopf stellen gab es bereits vor über zweitausend jahren. was in der aktuellen geo epoche über politik, über senatoren, volkstribune, populismus, aufwiegelung oder diktatoren steht, ist dem, was wir heute täglich in den nachrichten lesen und sehen gar nicht so unähnlich. es gab keine blogger oder journalisten im alten rom, aber sehr wohl krisenkommunikation, PR und schaufenstergesetze.

wenn man es genau anguckt, hat sich die politik in den letzten paar tausend jahren nicht grossartig verändert. das was wir als zivilisation empfinden, ist eine dünne lackschicht, die schnell abplatzt und ständig neu aufgetragen werden muss, damit die hässliche, brutale wirklichkeit nicht allzuoft durchscheint.

* * *

mir ist das nie so deutlich aufgefallen, aber die kriege mit denen die geschichtsbücher über jahrtausende vollgeschrieben wurden, über die wir lesen und manchmal über die brillianz der feldherren staunen, diese kriege waren fast ausnahmslos totale arschlochaktionen. eine gruppe menschen, eine stadt, ein land fühlt sich stark genug, zieht rüber zu einer anderen gruppe menschen, haut denen die köpfe ein oder ab und nimmt sich was denen vormals gehörte. deren land, deren besitz, deren leben. später werden solche arschlochaktionen dann gerne als geniale strategische schachzüge, aktionen zur sicherung der freiheit, der religion, der zivilisation oder sonstwas verklärt. oder steht in irgendeinem geschichtsbuch, dass die punischen kriege waschechte arschlochaktionen von ein paar grössenwahnsinnigen, erfolgstrunkenen stadtbewohnern waren, die sich so siegessicher und stark und klug und übermenschlich fühlten, wie sich heute nur noch werber fühlen?

mir fiel auf, dass wir immer wieder vergessen auf welchen schweinereien, ungerechtigkeiten, brutalitäten unsere angebliche „zivilisation“ aufbaut. die angebliche „römisch-christlich-jüdische tradition“ die von blitzblanken politikern gerne als das fundament auf dem wir stehen heraufbeschworen wird, besteht aus soviel getrocknetem blut, dass einem ganz schwindelig wird.

oder als binsenweisheit formuliert: krieg ist eine riesen-schweinerei. jeder krieg. das war früher so, das ist heute auch noch so.

* * *

ich bin der festen überzeugung, dass man für die folgenden aussagen belege und zitate aus jedem der vergangenen 30 oder 40 jahrhunderte finden könnte, wenn man nur tief genug gräbt:

„die jugend verdummt.“ — „die jugend behandelt die alten nicht mehr mit ausreichend respekt.“ — „schrifttafeln/romane/zeitungen/das radio/das fernsehen/das internet/irgendwas gaukeln scheinwelten vor, lassen menschen vereinsamen/verdummen, hetzen menschen auf, streuen hass.“ — „früher war alles besser.“

die sprüche der pessimisten sind seit jahrtausenden die gleichen. dooferweise die der optimisten auch.

anders gefragt: was, ausser einer dünnen lackschicht zivilisation, die das tier, das arschloch in uns gerade mal so verdeckt, hat sich in den letzten paar tausend jahren eigentlich substanziell verändert?

[bildquelle]

links vom 26.08.2011

felix schwenzel,    

* scilogs.de: Das Blog ist tot, es lebe der Blog
anatol stefanowitsch:

Mir, und allen anderen, für die es das Blog heißen muss, sage ich deshalb: Der Kampf ist vorbei. Das Maskulinum hat gewonnen. Auf dem Neutrum zu beharren, wird bald ebensoviel Charme haben, wie die Behauptung, dass Busen „eigentlich“ das „Tal zwischen den Brüsten“ bezeichnet.

* print-wuergt.de: Kommt mal wieder auf den Teppich
offensichtlich gibt es viele männer, die in der suite 2806 des new yorker sofitel an wände und teppiche wichsen.

ix vor 3,5 jahren über apple

felix schwenzel,    

ich habe, nachdem tadeusz szewczyk heute in einem interview diesen artikel, bzw. alten watchberlin film zum damaligen launch des macbook air erwähnt und auch verlinkt hat, den alten watchberlin-film wieder gangbar gemacht. watchberlin ist ja schon eine ganze weile offline und damit auch meine filme dort. glücklicherweise hab ich jeweils ein paar lokale kopien angefertigt.

den film würde ich so nicht mehr machen: zu lang, viel zu lang, zu unstringent, zu wenig auf den punkt, zu unwitzig. aber über zwei drei szenen kann ich mich immer noch kaputtlachen.

steve-jobs-links vom 25.08.2011

felix schwenzel,    

* thenextweb.com: A front row seat to Steve Jobs’ career
robert scoble über steve jobs: 

It was at the iMac launch where he was showing off the modern line that is on my desk today “look at the metal on the back, isn’t it beautiful?” he told me. It was.

* daringfireball.net: Resigned
john gruber über steve jobs:

 Jobs’s greatest creation isn’t any Apple product. It is Apple itself.

* wirres.net: surfen mit dem zeigefinger
steve jobs über technologie (1984):

Technology is nothing. What’s important is that you have a faith in people, that they’re basically good and smart, and if you give them tools, they’ll do wonderful things with them. It’s not the tools that you have faith in — tools are just tools. They work, or they don’t work. It’s people you have faith in or not. Yeah, sure, I’m still optimistic I mean, I get pessimistic sometimes but not for long.

* zeit.de: Wahnsinn mit Methode
kai biermann über steve jobs:

Wenn Gates und Zuckerberg tatsächlich die Symbole für die Rache der Nerds an der Gesellschaft sind, als die sie oft bezeichnet werden, dann ist Steve Jobs die Rache der Aussteiger und Querköpfe.

* plus.google.com: Sascha Lobo: Mein schönstes Erlebnis mit Steve Jobs
sascha lobo schreibt einen googleplus-eintrag über eine email die er mal schrob:

Im Frühsommer 2010 beschloss ich, Jobs eine Mail zu schicken.

* blogs.reuters.com: My iXperiences with Steve Jobs
esther dyson über steve jobs:

At a later PC Forum, he could not attend or left early because he was being interviewed by Larry King. This was the mid-80s; the rivalry between him and almost everyone in the industry was bitter. He and Apple were considered arrogant loners; they didn’t play nicely with others. […]

Nonetheless, a number of us gathered in a hotel suite to watch the show, and as he talked with Larry King, the mood in the room changed. Steve was no longer our competitor inside our market; he was one of us in a bigger, alien world, explaining our immature little industry and products to a much broader public than we could reach on our own. We cheered as he explained the effect personal computers could have on people’s lives in eloquent, simple terms, speaking for all of us.

/via boingboing.net

links vom 23.08.2011

felix schwenzel,    

* wired.com: The Cutting-Edge Physics of a Crumpled Paper Ball
wie bringt man theoretische physiker in die bredouille? einfach ein stück papier in vier teile zerknüllen.

* thenextweb.com: The Terminator made millions, the man who inspired it got peanuts
everthing is a remix, teil 984734986234286.

* xkcd.com: Depth Perception
sehr tolle idee. sowas müsste man eigentlich als attraktion in einem vergnügungspark anbieten!

* stuttmann-karikaturen.de: Ölfeld entdeckt! (19.08.2011)
hihi.

blade runner

felix schwenzel,    

wo man gerade überall hört, dass ridley scott angeblich ein pre- oder sequel oder remake oder was auch immer von blade runner machen solle, dachte ich mir, ich könnte ja den original blade runner nochmal angucken.

nachdem ich den film („Remastered Director’s Cut“) gesehen habe bemerkte ich zu meiner eigenen überraschung, dass ich den film noch nie gesehen hatte, noch nicht mal ausschnittsweise.

ich war auch schon bevor ich den film jemals gesehen habe der festen überzeugung, dass blade runner ein überragender film ist, aber jetzt, nachdem ich ihn wirklich gesehen habe, natürlich umso mehr.

und wenn man dann auch noch die dokumentation „On the Edge of Blade Runner“ anguckt weiss man erstens, dass man den film wohl meisterwerk nennen kann und zweitens, dass hollywood eine grössere kopierwerkstatt als jedes peer2peer- oder torrent-netzwerk der welt ist.

warum ich mir einbildete den film bereits gesehen zu haben ist mir jetzt zumindest klar. ich habe bereits 324 plagiate kopien des filmes gesehen. mal in spielfilmform, mal als werbespot, mal als computerspiel und sogar schon als architektur-diplomarbeit.

[bildquelle, bitte auch dieses bild beachten]

links vom 22.08.2011

felix schwenzel,    

* print-wuergt.de: Ich beginne zu glauben, dass die Rechte tatsächlich langsam lernt, dass die Linke recht hatte
michaelis pantelouris darüber wie die lechte rinke positionen einnimmt und rinks immer mehr lechte ansichten einnimmt. oder so. sehr lesenswert.

* tmz.com: Hollywood's Puppet Look Alikes
puppen die hollywood schauspielern ähnlich sehen. das grossartige an muppet-show-charakteren ist ja, dass man sie auf jede gruppe menschen beziehen kann. nur mal so als beispiel: richard gutjahr, robert basic, jens schröder, sascha lobo, johnny haeusler, rené walter, fixmbr, fefe, fonsi.
/via mcwinkel

* berlinonline.de: Wenn die unten nicht mehr wollen
toller text von arno widmann, über damals und heute, politik und gesellschaft und dinosaurier. (ich weiss, jeder der ein twitter- oder facebook-account hat, ist sicher schon über den text gestolpert)

* stefan-niggemeier.de: Christoph Lütgert
geht mir auch so: wenn ich eine lütgerts reportage sehe, frage ich mich warum muss der mann sich die ganze zeit dabei filmen lassen wie er sich echauffiert oder hilflos herumeiert.

* kottke.org: How toilet paper is made
sendung mit der maus für amerikaner.