textvergleich

felix schwenzel,

als ich diesen video-kommentar von harald martenstein am donnerstag sah war ich zunächst ganz baff. lakonisch, kurz, prägnant, witzig, unbemüht, auf den punkt gebracht. so wie ich mir video-kommentare vorstelle und nie schaffen werde. in 60 jahren vielleicht, wenn ich so alt wie martenstein bin. wirklich, ich war grün vor neid.

dann schlug ich am freitag die zeitung auf und auf der titelseite las ich diesen text. der text war ebenfalls lakonisch, sinnvoll und auf den punkt. aber er kam mir verdammt bekannt vor.

irgendwie beruhigte mich das dann wieder. mehr als eine gute story pro woche recherchiert martenstein offenbar auch nicht. ok, er schreibt noch für die zeit kolummnen — und beantwortet leserbriefe.

beruhigend zu sehen, dass auch martensteins textausfluss begrenzt ist.

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„eine futuristische Hütte“

felix schwenzel,

das was man auf den fünf bildern zu diesem artikel sieht ist wahrscheinlich im alltag völlig unbrauchbar. man kann nix rumliegen lassen, wenns draussen dunkel ist kommt man sich beobachtet vor, wenn nicht jeden tag 4 stunden geputzt wird sieht alles schmuddelig aus und das auto muss 2 kilometer entfernt geparkt werden, damit es nicht den edlen eindruck zerstört.

trotzdem. die formen, die farben, die materialen auf den hochglanzfotos berühren mich beinahe emotional. ich habe das auch mal studiert, weil ich das spannungsfeld form, design, material, farbe und mensch unfassbar spannend fand (und finde). der tief emotionale gedanke einer schützenden festung, einer festung zu bauen in der hoffnung, dass sie einen vor allem bösen der welt schützt, ist in jedem kind vorhanden. deshalb bauen kinder ständig burgen und höhlen und träumen von geheimkammern und kommandozentralen. also ich tat das zumindest als kind und auch wenn ich mich für etwas speziell und eigenartig halte, glaube ich dass das den meisten menschen so geht. bauen ist ein urtrieb.

zurück zur „VilLa NM“. wenn ich die innenbilder sehe frage ich mich, wo stellt man eigentlich das leergut und das altpapier hin, wo stelllt man die kaffeemaschine oder den entsafter hin, wo die hausschuhe? kann man da auch bilder aufhängen? kann man da wirklich wohnen? ist so ein haus kompatibelmit kindern? auf den bildern sieht man keine spuren menschlichen lebens, nur pure form und reinen gestaltungswillen. faszinierend und beänstigend zugleich, absurd und grandios. witzig. ich dachte ich hab das schon wieder vergessen.

[mehr bilder hier]

stuttmann vs. schäuble

felix schwenzel,

ich kauf mir ja täglich den tagesspiegel. nicht etwa, wie kosmar mal vermutete, weil ich für watchberlin.de/AVE/holtzbrinck arbeite, oder weil der tagesspiegel alle agenturmeldungen vor der veröffentlichung nochmal gegencheckt (oops, das war nix), sondern weil ich auf papier in der strassenbahn besser lesen kann als auf dem handy und weil ich die karikaturen im tagesspiegel mag. gestern zum beispiel, diese schäuble-karikatur:

klaus stuttmann

„Ich hatte keine Wahl: Ein libanesischer Arzt, studierte im Irak, praktizierte in Großbritanien und wollte sich gerade eine Campinggasflasche kaufen!!“

klaus stuttmann dreht gerade voll auf und trifft die schäuble-nägel immer genau auf den kopf. am montag auch:

klaus stuttmann

„Die Baupläne haben wir. Einen Bauplatz suchen wir gerade. Fehlt nur noch die Änderung des Grundgesetzes!“

klar. schäuble hat nur fragen gestellt und die berichterstattung gegen über ihn ist total unseriös. trotzdem hübsch plötzlich beim namen schäuble an jemanden zu denken der sich fragt ob man nicht mal wieder konzentrationslager für „gefährder“ errichten könnte.

[kariakturen von und mit freundlicher genehmigung von klaus stuttmann]

[nachtrag 12.07.2007]
einen verlinkt ich noch: schäuble zum integrationsgipfel.

ein feiner kerl

felix schwenzel,

Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun.

claus schenk graf (manche nennen ihn einen „helden“) von stauffenberg in einem brief an seine frau nina aus dem besetzten polen (quelle)

angry young man

felix schwenzel,

udo vetter wird immer mehr zum „angry young man“. ich frage mich allerdings unter was für verhältnissen wir leben, wenn fdp-wähler den wütenden mob anführen. schäuble schafft, was keinem politiker vor ihm gelungen ist: die mitte der gesellschaft zu radikalisieren und gegen sich aufzubringen.

ich stehe nur da und schüttele ungläubig den kopf. schäuble meint tatsächlich der widerstand gegen seinen politik sei ein ergebnis von „unseriösen öffentlichen Debatten und unseriöser Berichterstattung“.

der wahn der schäuble treibt lässt eher den schluss zu es mit mccarthy2.0 als als mit stasi2.0 zu tun zu haben.

artikeldatum fälschen

felix schwenzel,

habe heute auf dem weg zur arbeit kurz überlegt, aus besonderem anlass mal das artikel-datum eines eintrages zu fälschen. bin schnell davon abgekommen, weil sowas ja eh immer rauskommt.

was machen politiker eigentlich?

felix schwenzel,

ich frage mich das ja schon länger. bei watch berlin dehne ich die frage nassgeregnet auf vier minuten aus. aber angesichts dessen (siehe auch netzpolitik) oder dessen (siehe auch spon) oder dessen frage ich mich ob wir nicht von nullen und einsen regiert werden, sondern nur von nullen.

[nachtrag 14.07.2007]
brigitte zypris sagt sie wisse durchaus was ein browser sei. zuerst habe sie bei der frage der kinderreporter „zugegebenermaßen zunächst etwas auf dem Schlauch gestanden“. detlef borchers meint hans-christian ströbele sei wahrscheinlich internet-affiner als es in dem beitrag erschien. steht beides hier.

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