vortäuschung
90 prozent aller frauen täuschen regelmässig einen orgasmus vor. 40 prozent aller männer täuschen regelmässig eine erektion vor.
90 prozent aller frauen täuschen regelmässig einen orgasmus vor. 40 prozent aller männer täuschen regelmässig eine erektion vor.
es gibt so kleine erinnerungen, bilder die man mit sich herumschleppt, bilder von ereignissen, von situationen die klein und unbedeutend erscheinen, sich aber ganz tief ins gedächnis eingraben. am intensivsten haben sich bei mir bilder eingebrannt die in einer emotionalen situation entstanden, aber oft nur bruchteile einer sekunde dauern. ein blick, eine subtile geste, ein augenblick im wahrsten sinne des wortes, nämlich der blick in die augen eines anderen. oder der winzige augenblick vor einem unfall. oder der kurze augenblick vor dem aufprall.
ein sehr intensives bild, dass immer wieder aus meinem unterbewussten ins bewusstsein schwappt hat seinen ursprung in einem kleinen, unscheinbaren ereigniss das ausser mir wahrscheinlich keiner wahrgenommen hat als ich als rasenäher arbeitete. genauer, ich zog damals, anfang der neunziger jahre mit einer gruppe schwervermittelbarer arbeitsloser jugenlicher durch fulda und mähte dort rasen, schnittt hecken, jätete unkraut, grub gärten um und schichtete trockenmauern auf. das arbeitsamt fulda war der meinung, dass man diese jugendlichen wieder ins arbeitsleben integrieren könne, wenn man sie an regelmässige, sinnvolle arbeit gewöhnen würde. ich war in unserer kleinen gruppe der einzige der einen führerschein hatte, die anderen hatten ihren versoffen oder gar nicht erst gemacht. ausserdem war ich dazu auserkoren, dafür zu sorgen, dass die jungs nicht allzuviele pausen machten und die zugewiesene arbeit erledigt wurde, ich war eine art motivationstrainer für leute die eigentlich lieber am kiosk gestanden hätten um dort dosenbier zu trinken, die fickende, selbsttätowierte ottifanten auf den unterarmen trugen oder auch schon mal dabei erwischt wurden, wie sie rentnern plastiktüten oder brathänchen aus der hand rissen und auf rasenmähen, schippen, schleppen und schnippeln wirklich keine lust hatten. ausserdem musste ich immer alles was nicht mehr funktionierte reparieren (ein motiv, dass sich durch mein ganzes leben, bis heute zieht), so auch einmal einen grossen rasenmäher, irgendein keilriemen war abgesprungen. ich versuchte das scheissding irgendwie wieder auf das antriebsrad zu frickeln, zuletzt nahm ich einen schraubenzieher zur hilfe. kurz bevor ich den riemen tatsächlich wieder auf das antriebsrad bekommen hatte, rutschte ich mit dem schraubenzieher ab und da ich heftig an ihm zog, bewegte sich die spitze ziemlich schnell in die richtung meines rechten auges. kurz vor meinem auge konnte ich meine hand mitsamt dem schraubenzieher stoppen. ausser dass ich leise „scheisse“ sagte, bemerkte niemand irgendetwas. trotzdem ploppt mir seitdem dieser augenblick, das bild wie ich beinahe ein augenlicht verlor, ständig wieder vor mein inneres auge, so intensiv, so selbstvorwurfsvoll und -mitleidig, so schmerzvoll, als hätte ich mir tatsächlich das auge ausgestochen.
ebenso intensiv, obwohl es eigentlich gar nichts mit mir zu tun hat, verfolgt mich das bild des auges das in loius boñuels film „der andalusische hund“ mit einer rasierklinge aufgeschnitten wird. der film, den ich irgendwann mal als 12jähriger in irgendeinem museum sah, erweckt den eindruck, es sei das auge eines lebenden menschen und auch wenn ich jetzt weiss, dass es ein schnitt-trick war und das auge das eines hundes war, ich werde die intensität dieses bildes nicht mehr los. vielleicht bin ich mit augen auch besonders empfindlich. wenn jemand anders im selben raum wie ich ein gerötetes auge hat oder über augenjucken klagt oder einen fremdkörper im auge hat, fängt mein auge augenblicklich auch zu jucken oder zu tränen oder zu reizen an.
manchmal wache ich von der vorstelllung auf, dass ich mit den fingernägeln über nicht mehr ganz glänzenden autolack kratze. die vorstellung allein sorgt bei mir für eine gänsehaut, komischerweise ist der autolack meist giftgrün. das bild schleicht sich manchmal unvermittelt von hinten an und bleibt manchmal stundenlang vor meinem auge stehen.
besonders gut kann sich der mensch offenbar an gesichtsausdrücke der verwunderung oder überraschung erinnern. man kann es leicht ausprobieren: einfach an einer vielbefahrenen strasse gegen den verkehr entlanggehen und die entgegenkommenden fahrer mit hochgerissenem arm grüssen. auch wenn die autos mit 60 oder 80 kilometern pro stunde an einem vorbeirasen, man erinnert sich immer an den gesichtsausdruck des fahrers, so als hätte man ihn für 30 sekunden studiert oder als hätte man ein photographisches gedächnis. ganz abgesehen davon, dass alle fahrer zurückgrüssen.
dieses phänomenenale menschliche gesichtsausdrucksgedächnis muss auch der grund sein, warum ich mir, insbesondere in emotional aufgeladenen situationen, gesichtsausdrücke so gut merken kann. ein gesichtsausdruck den ich seit wochen nicht los werde ist eine mischung aus überraschung, gerade verflogener guter laune, verletztheit und verwirrung. mich schmerzt dieses bild, es bereitet mir ein unglaublich schlechtes gewissen, obwohl ich weiss, dass die eignerin des gesichts schon lange gras über den augenblick hat wachsen lassen. aber ich war der auslöser, mit einer unbedachten, überreagierten äusserung, einem satz, habe ich den verstörten augenblick ausgelöst und den vorherigen, fröhlichen zerstört. wie zur strafe, wie zur mahnung hängt mir dann das bild jetzt wochenlang hinterher, vielleicht verlässt es mich nie wieder.
und vielleicht ist das auch gut so, wahrscheinlich sind diese bilder, diese gefrorenen augenblicke einfach warnungen, mahnungen vorsichtig zu sein, rücksicht zu nehmen, sich stets zu merken, dass der menschliche körper und die seele fragil und sterblich sind und dass die liebe zwar ein üppiges gewächs sein mag, aber eben auch ein ganz zartes pflänzchen ist.
die deutschen scheinen unterlassungsaffin zu sein:
Etwas weniger bekannt ist diese Liste der Electronic Frontier Foundation, aus der hervorgeht, dass über drei Viertel der seit September 2005 bei Google eingegangenen Unterlassungsanordnungen aus Deutschland stammen. (weiterlesen)
witzig auch was ein in der schweiz ansässiger, wahrscheinlicher anwalt (oder witzbold) der frau schnatterliese unter weglassung einer ordentlichen kanzleiadresse so schreibt, weil ein kölner boutiquenbesitzer meint er rieche nicht schlecht aus dem mund und allen die das behaupten eine berührung seiner „vitalen geschäftlichen interessen“ unterstellt.
thomas kapielskis writersblog bei zweitausendeins. ich glaub ich druck mir das aus und les das inner ubahn, auf dem weg zur und von der arbeit. aufmerksam drauf geworden durch den blogtalk mit till tolekemitt.
ursula von der leyen möchte „eckpunkte für eine wertegebundene erziehung“ mit „den beiden großen Kirchen“ erarbeiten. sie möchte ihr „bündnis für erziehung“ vorerst ausschliesslich mit den beiden christlichen kirchen zimmern, um „Bausteine“ für eine erziehung die sich an „werten“ orientiere hinten raus zu bekommen. ab herbst dürften auch vertreter anderer religionen mitzimmern. da stellt sich doch die frage was die grinsebacke sich dabei gedacht hat, gerade bei einem verein nach erziehungstipps zu fragen dessen leitenden angestellten nicht nur in den usa hundertfacher kindesmisbrauch vorgeworfen wird, sondern in den letzten jahren allein in irland über hundert repräsentanten wegen kindesmishandlungen verurteilt wurden, ein verein der noch vor wenigen jahren nichts gegen prügelde nonnen und priester in katholischen kinderheimen unternahm und nach wie vor vertuscht und abwiegelt wo es nur geht.
und wie kommt von der leyen eigentlich darauf, dass es ethische werte nur im rahmen von religion geben würde? womöglich auch nur im rahmen christlicher religion? das frage nicht nur ich mich. jetzt sind juden und muslime „erzürnt“ schreibt die zeit, was ist mit den hunderttausenden menschen die durchaus werte für sich in anspruch nehmen, aber auf die institutionalisierten religionen scheissen?
natürlich ist die zusammenarbeit mit vereinen ganz angenehm, die sich trotz des bezugs auf „ewige werte“ auch immer gerne mal ein bisschen an die politischen gegebenheiten und gesellschaftlichen normen anpassen. das führte schon früher zu ganz hübsch viel konsens, händchenhalten und legitimation:
In einer Caritas-Festschrift über die katholische Kinder- und Jugendfürsorge hieß es bereits in den dreißiger Jahren: Dem Fürsorgezögling „darf es schon in Fleisch und Blut übergehen, dass die Arbeit in Gottes Auftrag geschieht und nicht bloß klingende irdische Münzen einbringt, sondern auch den ewigen Lohn bedingt. Das Wort »Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen« darf den Eingang jeder Werkstätte zieren.“ (quelle)
natürlich haben sich die kirchen verändert, tun gutes und rufen mittlerweile auch nicht mehr zum krieg gegen ungläubige auf, aber ist es nicht auch so, dass in demokratischen staaten religion und staat streng getrennt sind, ist diese säkularisierung nicht genau das, was wir immer als den grund für die überlegenheit und stabilität westlicher demokratien gegenüber irgendwelchen irren kirchenstaaten ins feld führen?
also ich kann auf die expertise der grossen kirchen in erziehungsfargen gut verzichten, insbesondere wenn sie händchenhaltend mit der regierung daherkommt. obwohl ich an von der leyens initiative trotz aller rückwärtsgewandheit und spalterischer idiotie auch etwas gutes abgewinnen kann: von der leyen arbeitet mit der laut dem jesuiten hermann kügler „grössten transnationalen schwulenbewegung“ zusammen. das hat — muss ich zugeben — auch was progressives. so gesehen.
paulsen herzzereissend. lu beim friseur (via). ist bastian sick osterhase1980? egal, hauptsache gude laune.
[junge, junge.ix bin zu blöd zum linken. jetzt stimmen text und links, nach 4 stunden.]
in der aktuellen brandeins hat mercedes bunz (bloggt hier) einen artikel über webzwonull geschrieben. liest sich, wie erwartet, gut und verbreitet keine ammenmärchen oder blödsinn. leider ist der artikel („Wenn der Kunde handelt“) noch nicht im volltext online. in der gedruckten ausgabe befinden sich am ende des textes ein paar links über deren nutzwert man sich streiten kann, denn wer kennt amazon, ebay oder google noch nicht? und obwohl johnny haeusler vom spreeblick im artikel zu wort kommt, gibts keinen link zu spreeblick. wohl aber flickr und last.fm. und da hat die redaktion oder der satz ganze arbeit beim verhunzen geleistet: statt www.last.fm steht dort www.last.fun. lange nicht mehr so gelacht.
mir hat man immer gesagt, popel essen sei eklig. stimmt wahrscheinlich auch. allgemein ist das meiste am menschen, selbst oder gerade wenn es aus dem eigenen körper stammt, nicht zum verzehr geeignet. sogar die eigene spucke ruft bei den meisten menschen ekel hervor, sobald sie den mund verlassen hat. von fäkalien mal gar nicht zu reden, auch wenn es den einen oder anderen gibt, der mit dem mittelstrahl-urin gerne auch mal gurgelt oder morgens ein warmes glässchen davon trinkt.
ich gebe zu, ausser meinem tränen, meinem eigenen blut, einem gelegentlichen hautfetzen den ich mir von der hand oder schnittverletzungen nage, esse ich nichts menschliches, noch nicht einmal meine selbstproduzierten haferflocken. soweit ich weiss ist es ja auch verboten menschenfleisch zu essen. das hindert aber tom cruise offenbar nicht daran, die plazenta seiner freundin kati holmes nach der geburt ihres kindes aufessen zu wollen, samt nabelschnur. roh. steht so bei dlisted und den top-seriösen britischen „life style extra showbiz news“. tom cruise kann einem schon angst machen, wie damals bei oprah.
[nachtrag]
mein leser eay hat ein leckeres mutterkuchen-rezept aufgetan.
[nachtrag 19.04.2006]
noch ein plazenta-rezept, via mayweather.
ich möchte in der zeit in der ich mich vornehmlich um meine eigenen eier gekümmert habe, meine gelangweilten und teilweise bereits sorgenvollen leser auf das weblog axonas hinweisen, insbesondere auf diese artikel (Euroweb - eine Spurensuche, „Ich sah keinen Grund für Mißtrauen und unterschrieb.“ und PROXIMEDIA - wiederholt sich Geschichte? Nun, manchmal vielleicht schon) und sicher auch einige weiteren in der nächsten zeit. die geschichte entfaltet sich langsam und wird zunehmend interessant.
einen hinweis auf dieses blog möchte ich mir auch erlauben, auch wenn der eigner noch mit der einen oder anderen technischen schwierigkeit kämpft.
so geht man vorbildlich mit kritik um. probleme einfach immer an die rechtabteilung leiten. nie normal reden. immer den erstkontakt den kommunikationsprofis von der rechtsabteilung überlassen. denn so sorgt das für entertainment; ich freu mich immer wenn der knüwer explodiert.
selbst der schockwellenreiter hat den unterhaltungswert schon bemerkt.
so will ich auch mal schreiben wen ich gross bin:
It‘s hard to remember a time when Britney Spears didn‘t look like a beached whale, desperately trying to look sexy while flopping on the beach. (weiterlesen und video gucken bei thesuperficial)
[nachtrag]
text wurde geändert.
sebastian Handke im tagesspiegel von 9. märz über das remake vom „rosaroten panther“ mit steve martin:
Zu den Pflichten eines Darstellers gehört mitunter auch die Verkörperung eines Betrunkenen. Es gibt dafür eien Grundregel: Spiele jemanden der so tut, als sei er NICHT betrunken! Dieser feine, aber erhebliche Unterschied gehörte zur komödiantischen Virtuosität des großen Peter Sellers.
turi2 heute mal ohne sinnfreies arsch und titten-bild, ohne hohles troll geseihe, aber dafür mal richtig lesenswert und mit einem link zu einem fussball-hänger (wmv, 2,5 MB).
[nachtrag 12.04.2006]
es las sich ja ganz gut. aber wenn ich mir das ding wie johnny oder heise mal näher angeschaut hätte, hätte ich merken müssen, dass turi der zweite nichts als aalglatte pr-scheisse schrob. try again peter.
eben habe ix auf dem klo unterhalb der klowand eine zeitung liegen sehen. darin eine anzeige der citibank. offenbar werben die auch in deutschland mit diesem slogan: „citibank, live richly“.
das hört sich an wie werbung für ein china-restaurant. soll wohl heissen, dass man bitteschön wohlhabend leben solle. aber ich dachte immer wohlstand kommt von arbeit und ncht vonner bank?
ende letzten und anfang dieses jahres, die presse kochte gerade in rudeln die vögelgrippen-panik von höhepunkt zu höhepunkt („ANGST!“, „FURCHT!“, „ERREGER!“), da konnte man vereinzelt auf plakatwänden den werbe-super-gau betrachten: werbung für bifi geflügel-salami. geiles timing, zusammen mit der einführung der vögelgrippe in europa die bifi geflügelsalami auf den deutschen markt einführen. die plakate verschwanden bald wieder, im supermarkt habe ich das zeug noch nie gesehen und ich dachte die bifi geflügelsalami ist dahin zurückgekehrt wo sie herkam, ins nirgendwo, ins nichts oder die käfighaltung.
heute surfte ich die sehr schwer beeindruckende seite der pr-agentur worx ab, weil ich im jonet las, dass man dort für den fifa-trademark-verein diesen bescheuerten löwen ohne hose und nem fussball inner hand „promotet“. über was stolpere ich dort? eins a marketing-geschwätzt zum thema geflügelwurst für zum fremdschämen. da werden von den PR-ofis „geschmacksnerven befügelt“ und „fans von geflügel“ wird „purer genuss“ versprochen. promt frage ich mich, wer zum teufel ist fan von geflügel? gibt es geflügel-fanclubs? sollte es einen geflügel-fan auf dieser welt geben, ich bitte ihn sich bei mir zu melden. ich möchte ihn unbedingt treffen.
aber halt. vielleicht gibt es ja wirklich geflügel-fans, denn laut worx wird „geflügel in deutschland immer beliebter“. wow! die deutschen schaffen es sich gegen trends zu stemmen und leben nicht nur in solidarität mit potenziell infektiösem flatter-vieh wie es einst jesus mit den aussätzigen vormachte, nein, sie lieben es auch zunehmend. das muss das verdienst der kommunikationsprofis bei workx sein. obwohl die in aller bescheidenheit das ziel ihrer „kommunikationsmassnahmen“ nur mit der „ankündigung der produktneuheit in publikums- und fachpressemedien“ angeben. naja. immerhin in ein blog haben sie es schon geschafft.
(weitere informationen zur geflügelsalami gebe es auf bifi.de: in der tat. dort finde ich folgende information: die bifi-geflügel-salami verleihe „zwar“ keine flügel, schmecke aber „einfach“ lecker. mehr nicht. ach doch. ein filmchen!)
[nachtrag]
jetzt bin ich verwirrt! ich habe weitere informationen gefunden, einfach hier auf den qualitäts-stempel klicken. dort steht dann: „Zur Herstellung aller BIFI-Produkte verwenden wir reines Rind-, Puten- und Schweinefleisch, Speck und Gewürze.“ und warum heisst das dann „bifi geflügel“ und nicht „bifi geflügel, rind, schwein und speck“?
wer hat das gesagt?
I’ve always had a great voice. You either have it or you don’t. It’s something you’re born with. I’m a brand, a model, an artiste, an actress, a designer. I write books.
muss jemand unglaublich talentiertes, kluges und bescheidenes gewesen sein. ein blogger? (lösung)
[nachtrag]
alter schwede, die olle brunzette kann was! und bewegen kann sie sich! und reden! sieht man hier.
lobo disst seine eigene headline.
[nachtrag]
mtv stoppt die popetown-werbung „vorerst“, meldet kress.de. möchte mal wissen ob die auch diesen oder jenen blogeintrag „stoppen“. können die das?
ende märz wurde ich von qype auf ein kleines preview-„event“ eingeladen. stephan uhrenbacher und sein qype-team stellten dort qype mit sushi und etwas zu wenig bier vor. ein kleines feines event mit ein paar bloggern, journalisten und freunden und eine kleine feine idee die die sich dort ausgedacht haben. besonders geschickt natürlich blogger einzuladen, die beherrschen ja angeblich dieses „virale marketing“, auch wenn sie sich nach solchen events auch immer darüber beschweren, dass nicht genug bier dagewesen sei und sich wundern, dass man sushi auch mit dosenthunfisch herstellen kann. wie perfekt die qype marketing und pr-maschine funktioniert (sie heisst mark pohlmann, ist normalerweise pressesprecher bei sinnerschrader und bloggt auch), zeigt sich daran, dass qype bereits vor dem offiziellen vorstelllungstermin und launch eine mehr als lobende erwähnung in der zeit bekam.
ich schweife ab. das was stephan uhrenbacher (kein unbeschriebenes blatt in sachen internet) da vorstellte hatte tatsächlich das potenzial mich leicht zu euphorisieren, vielleicht auch weil die idee so einfach ist. sie lässt sich, wie jede gute idee, in einem satz beschreiben oder in den sand am strand skizzieren (obwohl letzteres eigentlich eher für gute logos gilt). qype ist eine art gelbe seiten mit kommentar- und taggingfunktion. hinter qype steht eine ganz normale telefon-datenbank und jeder registrierte benutzer kann jede adresse, jede firma, jedes restaurant nach gutdünken bewerten, kommentieren und verschlagworten. den italiener bei mir um die ecke muss ich mir also nicht aus einer riesigen liste aus hunderten „restaurants“ raussuchen, sondern auch, wenn den italiener jemand so „getaggt“ hat auch nach „italiener“ oder „pizza“. ausserdem sehe ich nur an der wertung des restaurants, sondern auch an der kommentarhäufigkeit ob in dem laden etwas los ist. die tags können mir unter umständen bereits nachdem ich die postleitzahl eingegeben habe ein gutes bild geben von dem was dort los ist. so sieht das beispielsweise bei mir zuhause, bei „10437“ aus:
ich gestehe, ich bin schon länger ziemlich begeistert von der idee der des taggens, der folksonomy. dass es funktioniert, wenn auch einige daran zweifeln, zeigt flickr und bespielsweise die cluster die flickr daraus bildet. dass es auch mit qype funktionieren wird, da bin ich ganz sicher und es wird sich auch zeigen, wenn erst mal ausreichend benutzer mitmachen. tags und „folksonomy“ sind die trampelpfade der benutzer. da wird es sicher die eine oder andere sackgasse geben, aber der nutzen wird überwiegen.
was mir bei qype noch fehlt ist eine funktion, ähnlich wie bei flickr, mit der man eigene kommentare über eine weblogschnittstelle ins eigene blogstellen kann. und links die man in die eigenen kommentare einbauen kann, warum nicht grossartige dinge wie restaur.antville.org verknüpfen? ausserdem will ich rss für alles, ein knackiges api, kurz: ich will mehr flickr bei qype!
wenn jemand interesse am qype-beta-testen hat, neuerdings kann man als qype benutzer auch andere benutzer einladen. ich habe noch 19 einladungen parat.
[nachtrag]
im zusammenhang mit qype vielleicht interessant was spon zur lokalen suche so palavert:
Während die Branchenriesen für Europa blind sind, bieten hiesige Anbieter bequemen Service bei der Suche nach Kino oder Kneipe - kostenfrei.
[nachtrag 11.04.2006]
dem geschmacksberater sein beitrag zu qype tut mir ganz gut gefallen. echt jetzt:
Dem Geschmacksberater sein Bauchgefühl fehlt aber bei dem aalglatten Start der Sympathie-Faktor. Irgendwie fehlt etwas die frische Idee, die es erst wirklich interessant macht (gemeint sind nicht Ecken und Kanten wie sprödes UI -der Bilderzoom ist übrigens cool- oder wenn der Server die Grätsche macht). (weiterlesen beim geschmacksberater)
wie nennt man einen vollbart wo nur die schnurrbarthaare um den mund und das kinn rasiert wurden? invers-gesichtsfotze? invers-hauth? hat jemand schon mal sowas gesehen? könnte das ein trend werden?
die spatzen pfeifen es von den dächern, also sing ich mal mit. die melodie ging in etwa so: ehrensenf sendet demnächst auf spiegel online. ob sich focus.de demnächst den mahoni holt?
momentan bilden sich ja medien-rudel an und um hauptschulen. ob fernsehteams da geld zahlen oder nicht um an die richtigen bilder zu kommen ist ja gar nicht die frage, aber ich frage mich ja immer warum „die medien“ (die etablierten) ein thema immer so lange durchkauen und wiederkäuen müssen, bis es wirklich keiner mehr hören und sehen kann. als ob man alle energie daran setze das thema durch inkompetentes und sensationsheischendes „bericht erstatten“ von der agenda der aufmerksamkeitsökonomie zu runter zu holen. nichts desto trotz las ich heute ein applauswürdiges meinungsstück von susanne vieth-entus im tagesspiegel. der letzte satz fasst es passend zusammen: „Das Geld, das wir heute in den Schulen einsparen, werden wir morgen in die Gefängnisse stecken.“ ich sage ja seit 16 jahren einen spruch den ich in meinem austauschjahr in seattle aufgeschnappt habe: „wenn ihr meint bildung sei teuer, wartet ab und schaut wie teuer dummheit ist.“
[nachtrag]
und morgen darf martenstein sich zum thema äussern.
wenn das stimmt, dass google talk webseiten die der benutzer absurft nach hause telefoniert, könnte google ein echtes problem bekommen. andererseits isses vielleicht auch gut zu wissen wie man den google-bot lotsen kann.
dinge auf die ich gut verzichten kann: abends ein eine benachrichtigung für ein einschreiben im briefkasten finden (1), morgens um 9 auf dem weg zur post vor dem frühstück an einem übel riechenden käseladen vorbeigehen (2), nachmittags bei der präsenation einer 3d-software aus versehen badewannenbilder von einem 3d-software-vertriebler sehen (3).
schön dagegen der kosename eines amerikaners der mit seiner freundin deutsch lernt: „mein wortschatz“.
1) war keine abmahnung oder so, nur die pin für meine „packstation“.
2) ab 15 uhr rieche es sowas gerne. vorher nicht.
3) der andere vertriebler hatte seine brille vergessen
sagt das nicht immer gotthilf fischer? „böse menschen haben keine lider.“ können böse menschen die augen nicht schliessen? whatever. schönes zitat dazu hier von robert lemke.
Es sei ein „immenser Imageschaden“ enstanden.
sagt euroweb-geschäftsführer christoph preuss laut heise.de.
(bei transparency international ist ein imageschaden entstanden und ein guter artikel. und mich beschleicht das gefühl, dass die monothematischen zeiten im blogdings noch lange nicht vorbei sind.)
huch, in der fr steht, monis anwalt sei ein sehpferd.
[nachtrag]
die fr-online-redaktion hat ne spitze klammer geschlossen und jetzt stimmts was man dort lesen kann.
Transparency Deutschland ist aus anderen Lebensbereichen mit dem Phänomen vertraut, dass auch ein guter Ruf durch wenige Skandale gefährdet werden kann, wenn die Verantwortlichen nicht ebenso kompetent wie glaubwürdig reagieren. (weiterlachen bei ti-d)
andere lebensbereiche?
[tnx thomas]
am mittwoch, den 05.04.2006 findet in düsseldorf (düsseldorf?) ein prozess statt, in dem eine firma einem unzufriedenen kunden untersagen will, seine erfahrungsberichte über diese firma per email zu versenden. warum diese blogger aber auch immer so undifferenziert und harsch reagieren müssen: annakuehne.twoday.net: Holznagel und die Maulkorb-Brigade.
[via jens scholz, der immer noch keine reaktion von euroweb erhalten hat.]
[nachtrag 05.04.2006]
heise.de berichtet von der verhandlung.
fiete stegers versucht sein ramponiertes image zu flicken und achtet bei seinem heutigen bericht auf tagesschau.de über „moni-gate“ diesmal darauf beide seiten der medaille zu beleuchten. nur wenn er behauptet, dass „ein Teil der Community“ auch bereits gedanken darüber mache „ob nicht bei den harschen Reaktionen der Blogger über das Ziel hinausgeschossen wurde“ bleibt ist das sowohl unbelegter (und an den haaren hergezogener) schwachsinn, als sich auch sein „kronzeuge“ darüber wundert, was ihm da an zitaten aus dem zusammenhang gerissen wurde und * dass ihn niemand mit professionellen journalistischen ansprüchen angerufen oder gefragt habe. ich halte es mit dr. dean: „die blogger“ kann man im zusammenhang mit „moni-gate“ gar nicht genug loben. undifferenziert waren da auch nach jörg-olafs meinung eher andere.