ganz einfach: qualitätsjournalismus ist so eine art durchlauferhitzer für agenturmeldungen. qualitätsjournalisten verlassen sich im gegenteil zu amateurjournalisten auf agenturmeldungen, wohingegen amateurjournalisten keinen zugang zu agenturmeldungen haben. oder so. zumindest sieht man das wohl laut bildblog (als „Anm. der Red.“) bei der frankfurter neuen presse:
Als ob wir diese Meldung wider besseres Wissen veröffentlicht hätten. Wie sollen Kunden von Nachrichtenagenturen, also Zeitungen, jede einzelne Meldung überprüfen? Hunderte, tausende täglich. Die Agenturen sind dazu da, dass sie uns korrekt recherchierte Meldungen und Artikel zukommen lassen. Der Umstand, dass DPA diese Meldung bis heute nicht zurückgezogen hat, sollte ebenfalls zu denken geben.
ich bleibe dabei, dass der gute alte joffe-spruch „Versuche nie durch Konspiration zu erklären, was auf Chaos oder Inkompetenz zurückgeführt werden muss“ auch aktuell in der zensursula-, wiefelsschwätz- und sogar der prozessgretel-koch-mehrin-diskussion seine gültigkeit behält.
ich glaube tatsächlich, dass ursula von der leyen mit ihrem schnellschuss-gesetz zur bekämpfung der kinderpornografie meint kinder zu schützen (und sich populär zu machen). dass sie es in den vier jahren als kinder-ministerin nichtgeschafft hat effektive massnahmen zum kinderschutz einzuleiten, dass sie nicht mal ansatzweise dazu in der lage ist zu erkennen und entsprechende massnahmen durchzusetzen um beispielsweise die polizeiarbeit von bürokratischen hürden zu befreien und effektiver zu gestalten ist viel eher ein zeichen ihrer inkompetenz als ihrer boshaftigkeit oder affinität zu zensurmassnahmen zuzuschreiben. meiner meinung nach stehen inkompenz, naivität und geltungssucht hinter ihrem beknackten schnellschuss-gesetz-entwurf.
diese inkompetenz und naivität liess sie glauben, dass niemand politischen widerstand leisten würde. in sachen SPD lag sie richtig. im märz noch unterhielt ich mich mit einem der SPD-spitze nahestehenden menschen, der freiheraus zugab die initiative für eine populistische luftnummer zu halten, aber auch zugab, dass niemand in der SPD-spitze es wagen würde gegen die initiative vorzugehen oder widerstand dagegen zu leisten. eine klare kapitulation vor dem populismus und der bild-zeitung. dass der selbstorganisierte widerstand im netz und die petition gegen die gesetzesinitiative daran langfristig etwas ändern könnte und irgendwann doch kritische stimmen aus der SPD-spitze oder dem bundesrat kommen könnten, ändert nichts an der politischen feigheit und schlappheit der SPD.
im gegenteil. die SPD scheint mir nicht nur seit der zustimmung zum gesetz zur vorratsdatenspeichrung und den unappetitlichen pseudodistanzierungen nach der zustimmung zum gesetz völlig unwählbar zu sein, sondern auch deshalb weil niemand dem „innenpolitik-experten“ dieter wiefelspütz deutlich wiederspricht, wenn der sagt, dass das gesetz zum sperren von kinderpornografischen webseiten eben doch nicht nur dem kinderschutz dient, sondern der zensur:
Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden. Es kann doch nicht sein, dass es im Internet eine Welt ohne Recht und Gesetz gibt.
die berliner zeitung schreibt, wiefelspütz könne sich vorstellen auch „Seiten mit verfassungsfeindlichen oder islamistischen Inhalten“ sperren zu lassen.
udo vetter zeigt, dass wiefelspütz auch hier eher inkompentenz als verafssungstreue demonstriert:
Offensichtlich ist diesem Mann nicht mal bewusst, dass verfassungsfeindliche Schriften (oder was die geliebte Bundesregierung dafür hält) keineswegs “kriminell” sind - es sei denn, sie erfüllen bestimmte Straftatbestände. Volksverhetzung zum Beispiel.
ich glaube tatsächlich, dass wiefelspütz es gut meint. aber ich glaube auch, dass das konzept der meinungs- und informationsfreiheit und das der bürgerrechte ihn schlicht und ergreifend intellektuell überfordert. wiefelspütz ist wie ein schuster, der keine schleife binden kann und deshalb alle schuhe mit klettverschlüssen ausstattet („gehen sie doch zu nem anderen schuster wenn sie ihre schnürsenkel behalten wollen. ich kann sehr wohl schleife!. TRALALA FITITI!“).
und wo wir gerade von inkompentenz reden. mir ist ja eigentlich ziemlich egal wie oft silvana koch-mehrin im europa-parlament anwesend war, in welchen ausschutzsitzungen sie teilnahm und wieviele berichte sie schrieb. ich habe mich schlicht und ergrefend viel zu wenig mit europäischer politik - ja überhaupt mit politik - beschäftigt um solche kühnen korrelationen zwischen anwesenheit und effektiver politischer arbeit herzustellen. mir geht es, wie es wahrscheinlich den meisten menschen geht. ich sehe mir an wie sich politiker im wahlkampf verhalten, wie sie auf kritik reagieren, wie sie mit negativen medienberichten umgehen, wie sie auf kampagnen ihrer politischen gegner reagieren, wie sie reden und argumentieren und versuche zu erkennen ob der politiker der sich mir präsentiert aufrichtig oder verlogen ist. diese beobachtungen der (spitzen-) kandidaten und meinen politischen überzeugungen und den überschneidungen mit deren überzeugungen oder äusserungen leite ich eine art melange ab, anhand der ich entscheide ob ich den kandidaten oder seine partei wähle.
kurz: eine partei wähle ich wenn ich das gefühl habe, dass sie meine ansichten einigermassen vertreten wird und wenn deren kandidaten mir einigermassen auffrichtig und kompetent vorkommen. so würde ich auch vorgehen, wenn ich jemanden einzustellen hätte. im idealfall setzt der kanditat oder die partei oder der angestellte dann die ziele um oder erklärt mir stichhaltig, warum sie nicht umzusetzen waren. wie er sie im detail umsetzt, mit welchen mitteln ist mir in gewissem masse egal. mir bleibt nichts anderes übrig als zu vertrauen.
und das ist natürlich der knackpunkt: das vertrauen in kompetenz und die aufrichtigkeit eines politikers.
wenn nun aber eine politikerin auf die vorwürfe nicht allzuoft im parlament oder in ausschüssen anwesen gewesen zu sein nicht mit argumenten und aufrichtigen antworten antwortet, sondern mit einstweiligen verfügungen gegen zeitungsartikel vorgeht, ihren anwalt nach der aufzeichnung einer gesprächs-sendung an der sie freiwillig und ständig lächelnd teilgenommen hat losschickt umd die ausstrahlung zu verhindern (zapp hat das hübsch zusammengefasst) - wenn also die hauptsächlich wahrnehmbaren reaktionen auf kritik nicht die eigenen antworten oder argumente sind, sondern anwälte und die androhung juristischer konsequenzen, dann ist meine erste reaktion, an der kompenz und aufrichtigkeit dieser person zu zweifeln.
wie kann ich einem politiker vertrauen für die richtigen gesetze zu kämpfen, allianzen zu schmieden, zu streiten, zu argumentieren, wenn er bei kleinen, nichtigen meinungsverschiedenheiten bereits anwaltlichen beistand nutzt? wie kann ich auf die strategischen fähigkeiten einer politikerin vertrauen, die kurz vor der wahl, für die sie als spitzenkandidatin antritt über anwälte und die parteizentrale gegen presseorgane und blogs vorgeht und sich in eine situation manövriert, in der sie schwach, angreifbar und politisch unfassbar inkompent wirkt? soll ich einer politikerin vertrauen die nicht mal in der lage ist ihre eigene kampagne ohne peinliche und amateurhafte fehler durchzuziehen, politische ziele umzusetzen?
ein bisschen erschrecke ich mich jetzt vor mir selbst. ich sehe in der politik haufenweise inkompenz, ignoranz, unredlichkeit und unaufrichtigkeit und was ist meine reaktion? ich werde morgen zum protestwähler. ich werde den sogenannten „etablierten“ parteien, den regierenden erst recht, einen „denkzettel“ verpassen. wie sich das schon anhört: „denkzettel“. aber ich werde es machen.
CDU, SPD, FDP: unwählbar. grüne: hab ich immer gewählt, viele ihrer positionen halte ich für das geringste übel und auch die spitzenkandidaten udn deren programm kommen mir auffrichtig und vernünftig vor, aber für einen denkzettel sind die grünen zu nah am establishment. auch wenn die stimme flöten geht oder versandet, weil wir noch nicht so ein stimmungsbild wie in schweden haben, ich wähle morgen die piraten-partei.
der wahlomat kommt bei mir witzigerweise auch zu dieser empfehlung.
[nachtrag 22:57h]
aus den kommentaren:
wiefelspütz widerspricht der darstellung seiner äusserungen in der berliner-zeitung. er meint, der bericht gebe an „keiner Stelle“ seine meinung wieder und meint das „keine Silbe“ von ihm „autorisiert“ sei. das mag gut sein, aber seit wann müssen aussagen von politikern autorisiert sein um das wiederzugeben was sie gesagt haben? er sagt in seiner anmerkung witzigerweise auch nciht, dass er das was die berliner zeitung schreibt auch nicht gesagt hätte, sondern dass es nicht seine meinung wiedergäbe. und wenn er es wirklich nicht gesagt hat, wie kann sowas passieren?
ausserdem: die ruhrbarone über die ähnlichkeit der frühen SPD mit der derzeitigen piraten-partei.
[nachtrag 07.06.2009]
wiefelspütz hat sich jetzt in einem nachtrag zu seiner oben verlinkten antwort auch inhaltlich geäussert.
[nachtrag 09.06.2009]
lukas heinser hat dieter wiefelspütz zur darstellung seiner ansichten in der berliner zeitung befragt.:
Wiefelspütz glaubt nicht, dass ihm jemand absichtlich schaden wollte. Der Journalist der „Berliner Zeitung“ erklärte die Situation damit, dass er in einem indirekten Zitat aus den „strafrechtlich relevanten“ Inhalten, von denen Wiefelspütz gesprochen hatte, „verfassungsfeindliche oder islamistische“ gemacht habe.
das intro zu „Der LOBOist“ fand ich so witzig, dass ich sogar 1-3 mal gelacht habe. den ganzen film gibts am 18. juli um 20:15 uhr auf arte, steht zumindest bei AVE.
hiermit möchten wir ihnen mitteilen, dass sie unsere fotos und die kommentierung dazu bitte rausnehmen. jeder hat ne eigene meinung.
ich hab ja so ne vage ahnung wer das geschrieben haben könnte. das könnte zum beispiel jemand geschrieben haben der sich mit grob irreführenden sprüchen auf einem öffentlichen platz mit unterschriftensammeln für einen nicht unumstrittenen lobbyverein ein paar euro dazuverdienen wollte. oder ein scherzkeks der schwierigkeiten mit der deutschen sprache oder der meinungsfreiheit hat oder zu viel sopranos geguckt hat und den duktus der dort gezeigten sprache geil fand. oder irgendwer, der den blöden und falschen spruch, das internet sei ein rechtfreier raum, zu sehr zu seinen gunsten auslegt.
heute bin ich (unter anderem) anke gröners aufruf gefolgt am hamburger rathaus aus dem grundgesetz zu lesen. als ich gegen zehn nach zwei dort ankam standen zwar ein paar unschwer als „user“ (mild adipöse körper, schwarze klamotten, wirre frisuren, brillen) zu erkennende menschen rum, aufsehen zu erregen oder zu lesen schien aber niemand.
micro-flashmob zur grundgesetz-lesung vor dem hamburger rathaus
die beifahrerin und ix genossen noch eine weile die sonne, hielten ausschau nach aufläufen, der gröner oder anderen bekannten gesichtern, schlenderten dann aber nach 20 minuten wieder richtung u-bahn. auf dem weg beobachteten wir zwei aufgebrezelte damen weissen t-shirts, high heels und einem aufgedruckten stopp-schild, die um die menschen um das rathhaus herumschlawenzelten. vorne auf dem t-shirt war das logo der deutschen kinderhilfe aufgedruckt.
unterschriftensammlerin der deutschen kinderhilfe (rechts)
die beiden sammelten unterschriften für die deutsche kinderhilfe, während ein paar meter weiter netzaktivsten mit grundgesetzen in der hand rumstanden.
die beifahrerin liess sich von einer der beiden erklären um was es ging: man sammle unterschriften für „ein gesetz gegen kinderpornografie im internet“. das gesetz sehe vor, stopp-seiten zu errichten auf denen dann leute die auf der suche nach kinderpornografie im netz seien, „registriert“ würden. auf die frage was denn passiere, wenn man „aus versehen“ auf so einer stopp-seite lande, antwortete die dame, das sei unmöglich, ausversehen könne man auf solchen seiten nicht landen. sie sei noch nie „aus versehen“ auf kinderpornografie gestossen, selbst „auf so seiten wie youporn“ gebe es keine kinderpornografie. um auf so einer stopp-seite zu landen, müsse man schon aktiv nach kinderpornografie suchen. um ihrer erschütternden unkenntniss noch etwas mehr flair zu verleihen, steigerte sie sich dann noch in eine tirade gegen „die reichen“, die sowas ja bräuchten und meinte damit wohl — hm, ja was eigentlich? keine ahnung. gute kombination zumindest, wer kann schon seine unterschrift unter etwas verweigern, das gegen kinderpornografie und gegen reiche ist? jedenfalls würde sie heute noch den ganzen tag weiter unterschriften sammeln und wenn nicht genug zusammen kämen, würde sie auch morgen noch weitermachen.
bierdose abstellen und für „das gesetz gegen kinderpornografie im internet“ unterschreiben
auch wenn man das an der aussage einer einzigen promoterin, die sonst vielleicht schnaps, eintrittskarten ins solarium oder kekse „promotet“ festmachen kann, so scheint es doch, dass die groben, verfälschenden und vereinfachenden aussagen die die deutsche kinderhilfe auf ihrer webseite trifft, vor dem rathaus nochmal stark vereinfacht und verfälscht werden (um nicht zu sagen, dass hier passanten vorsätzlich in die irre geführt werden). dass kinderpornografie bereits im internet wie auch überall sonst illegal ist, welche methoden das gesetz vorsieht und welche folgen es haben könnte, wie es umgesetzt werden soll - all das wollen (und können) die „promoterinnen“ nicht erwähnen.
immerhin kann man sie 5-10 minuten vom sammeln abhalten, indem man ihnen freundlich fragen stellt und sie reden lässt.
[nachtrag 16:30]
herr batz hat auch kinderporno-promoterinnen getroffen.
[23.05.2009, 20:14: der streit zwischen dem betreiber der seite dubistterrorist.de und kempertrautmann hat sich erledigt, beide parteien haben sich gütlich geeinigt. plötzlich geht es nicht mehr ums markenrecht sondern um persönlichkeitsschutz und „missverständnisse“. weitere anmerkungen hier.]
wie ist das eigentlich mit dem „markenrecht“? die agentur kempertrautman hat ja gerade eine abmahnung wegen „markenrecht“-gedöns gegen den betreiber von www.dubistterrorist.deangekündigt (siehe meinen vorherigen eintrag). aber wie sieht kempertrautmann das mit fremden markenrechten? auf den ersten blick geht man bei der agentur kempertrautmann recht locker mit fremden markenrechten um, beispielsweise für eine kampagne gegen alkohol am steuer:
Johnnie Walker engagiert sich gegen Trunkenheit am Steuer - allerdings ungefragt. Der Auto Club Europa (ACE) nutzt das Markenzeichen des schottischen Whiskeys für die Kampagne „Tödlicher Genuss“. Zum Verkehrsgerichtstag in Goslar veröffentlicht der ACE drei Anti-Trunkenheitsmotive, entworfen wurden die Plakate von der Agentur Kempertrautmann, Hamburg.
ich weiss ja nicht ob kempertrautmann von den marken die sie da ungefragt benutzt haben abgemahnt wurden, aber kempertrautmanns arbeiten zeigen eines ganz deutlich: ohne sampling, ohne bezugnahme auf die ideen und marken anderer, ohne witz und ohne umdeutung funktioniert weder werbung, kunst, forschung oder demokratie.
deshalb eine ernstgemeinte frage an kempertrautmann und deren juristen: warum darf kempertrautmann fremde markenrechte umdeuten, nutzen und samplen, ein student in seiner abschlussarbeit aber nicht?
mögliche antworten:
wir sind doch die guten!
die ACE-kampagne war für eine gute sache, die dubistterrorist.de-kampagne hingegen ist nicht gut für deutschland!
wir haben mehr geld und mehr juristen!
wenn wir ne erektion haben, können wir damit nen ganzen acker umpflügen!
[23.05.2009, 20:14: die sache hat sich erledigt, beide parteien haben sich gütlich geeinigt. weitere anmerkungen dazu weiter unten.]
die macher der kampagne mit dem hundeschiss-logo („du bist deutschland“), die agentur kempertrautmann, hat den macher der kampagne „du bist terrorist“ laut netzpolitik.de abgemahnt. genauer: alexander lehmann, der das „du bist terrorist“-video als abschlussarbeit erstellt hat, hat „eine Ankündigung zur Abmahnung“ erhalten.
abgesehen davon, dass hier, gewollt oder nicht gewollt, der eindruck entstehen könnte, dass kempertrautmann grossen wert auf regierungsnähe legt und dass so eine abmahnung, wie die PR-profis von kempertrautmann wissen, potenziell ein riesiges medienecho hervorrufen kann, ist die abmahnung von kempertrautmann ziemlich unsportlich.
ich frage mich auch, wie michael trautmann das wort „destruktiv“ genau definiert. 2005, als die kampagne heftig von bloggernkritisiertwurde, sagte er laut handelsblatt:
„Mit dem negativen Feed-Back bei den Weblogs haben wir gerechnet. Die sind immer destruktiv“, sagt er und verweist auf überaus positiv ausgegangene Umfragen verschiedener Sender.
kritik und parodie sind also „destruktiv“. und wie nennt man die androhung von juristischen konsequenzen mit unbekannten finanziellen konsequenzen gegenüber jemandem der eine parodie oder satire veröffentlicht? konstruktiv?
oder eher undemokratisch? arrogant? unfair? pappnasig?
ein paar unzusammenhängende fragen fielen mir eben noch ein:
ist das eigentlich so ne art werberlogik, dass man sich wie ein arschloch benehmen muss, um an ganz grosse aufträge zu kommen?
kann es sein, dass kempertrautmann sich gerade um den etat eines bundesministeriums bemüht?
witzig, dass michael trautmann die akzeptanz der ursprünglichen du bist deutschland-kampagne damals mit „umfragen“ von „sendern“ zu belegen versucht?
[nachtrag 11:41h]
noch mehr fragen, vor allem zur haltung von kempertrautmann zum markenrecht in nem extra artikel von mir.
Michael Trautmann, Geschäftsführer der Werbeagentur, sieht dagegen seine „Markenrechte“ verletzt. Immerhin sei „Du bist Deutschland“ eine eingetragene Marke.
eingetragene markenrechte verletzen? würde kempertrautman selbst nie machen, oder?
Sollte „Du bist Terrorist“ aufgrund von Markenrechtsverletzung abgemahnt werden können, sollte man auch „Du bist doof“ abmahnen können bzw. nicht benutzen dürfen.
[abschluss 20:14]
alexander lehmann und michael trautmann haben sich telefonisch und gütlich geeinigt:
Heute hat sich im Netz eine Diskussion um die Website www.DubistTerrorist.de entwickelt, die im wesentlichen auf Missverständnissen beruhte. Michael Trautmann, Geschäftsführer von kempertrautmann, und Alexander Lehmann, Initiator der Seite www.DubistTerrorist.de haben miteinander telefoniert und die Angelegenheit gütlich geklärt. Das Ergebnis: „Du bist Deutschland“ wird nicht gegen Nutzung der Domain www.DubistTerrorist.de vorgehen. Adaptionen und Satiren der Kampagne hat es immer gegeben, und die Verwendung von „Du bist...“ ist allgemein auch nicht geschützt.
Anders steht es um die Persönlichkeitsrechte der Kinder, die auf den Motiven der Kampagne „Du bist Deutschland“ abgebildet sind. Sie gilt es im Rahmen der Fürsorgepflicht zu schützen; die Eltern der Kinder haben der Nutzung auch nur im Rahmen der Kampagne zugestimmt. Alexander Lehmann versprach daher, die Kinderbilder der Kampagne kurzfristig von seiner Website zu entfernen. um die Persönlichkeitrechte der Kinder zu wahren.
Inhalte von www.DubistTerrorist.de wurden im Telefonat nicht thematisiert, „Du bist Deutschland“ bezieht hierzu keine Stellung.
so kanns kommen, wenn man juristen mal eben „was wegmachen“ lässt, statt selbst von anfang an miteinander zu reden. der jurist holt dann (laut zeit.de, die aus dem brief an alexander lehmann zitiert) die keule aus dem sack, droht und schüchtert ein („Sollten Sie meinen Bitten nicht innerhalb der nächsten 3 Tage nachkommen, werden unsere Auftraggeber den Rechtsweg einschlagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dann Kosten auf Sie zukommen ist groß.“), redet von „markenrecht“ und dann wars plötzlich alles nur ein „missverständniss“, persönlichkeitsschutz von kindern und eigentlich gar nix.
bemerkenswert finde ix das alles, weil ich bemerke wie sich bei mir erste ekel-reaktionen auf die politik breitmachen. poltik-ekel als nachfolger von politik-müdigkeit.
während der letzten wochen bin ich zu der überzeugung gekommen, dass politiker die wähler nicht nur für doof halten, sondern sie wahrhaftig verachten. wie verklebt im kopf muss man sein, um auf die idee zu kommen, im vorbeigehen unterschriften von besoffenen, gröhlenden fussballfans aufzuklauben und sie danach als ein votum für oder gegen irendetwas zu präsentieren? für symbolpolitik symbolische, nichtssagende unterschriftenlisten präsentieren, umfragen präsentieren, die zustimmung symbolisieren sollen - die damen und herren in den verbänden, ministerien, ausschüssen, der regierung, aber oft auch den redaktionsstuben glauben wirklich einer herde blöd glotzender rinder gegenüberzustehen, die zufrieden sind, solange die wiese grün aussieht. der politik, so scheint es, geht es nur noch darum gut auszusehen. zuversicht auszustrahlen. sicherheit zu geben. freundlich zu wirken.
das ultimative symbol für diese symbol-politik ist übrigens ursula von der leyen und ihr aufgesetztes, fletschiges symbol-lächeln. seit 4 jahren jagt mir dieses lächeln kalte schauer über den rücken. ursula von der leyen lächelt nicht, sie stellt eine politikerin dar, die lächelt.
bald bin ich so weit politiker im gleichen masse zu verachten, wie sie mich verachten.
Diese Verachtung gegenüber uns Wählern, die da offenbar wird, ist ein guter Motivator. Sie verhindert die übliche Resignation, indem sie so wütend macht, daß man einfach was tun muss.
Es ist eine primitiv- populistische Symbol- Politik, die entschlossenes Handeln vorgaukeln soll und die Beschraenkung von Freiheitsrechten billigend (teilweise absichtsvoll) in Kauf nimmt, um auch von Versagen und den eigentlichen Problemen abzulenken. […] Insofern lohnt sich der Widerstand gegen von der Leyen & Co als ein Akt der Staerkung von Freiheit und Demokratie. Um nichts anderes geht es bei der Auseinandersetzung.
sind da lauter sachen vom vortag drauf? wird der journalistenteller auf papptellern serviert, weil journalisten der überzeugung sind, dass qualität stets auf papier kommt? gibts das fleisch in „boulevard“ (blutig), „stern“ (halbgar) oder „geprantlt“ (gut durch)? gibts paris hilton jeden tag zwangsweise als nachtisch, obwohl sie niemand haben will? gibts den journalistenteller auch in „kompakt“, komplett befreit von fleisch, gemüse und beilagen, nur mit der leicht verdaulichen sosse?
ausserdem: warum ist der journalistenteller so billig?
mittlerweile sind relativ viele videos von der next auf dem next-video-kanal auf 7load. ein paar videos habe ich bereits angeguckt, zum beispiel dieses interview mit sascha lobo oder dieses mit martin oetting oder die präsentation von dieter rappold und tony douglas. ich hatte ja gehofft, dass ich einige der vorträge bald verlinke könne, zum beispiel diesen von itay talgam. aber wenn das ebenso zerschnitten und abgeschnitten ist wie der auf twitter allseits gelobte vortrag von martin oetting von trnd und sven markschläger von jägermeister, dann kann ich das nicht empfehlen zu gucken. und jetzt hab ich auch keine lust mehr videos auf 7load von der next09 zu gucken oder zu empfehlen, weil ich davon ausgehe, dass die alle zerschnitten und zerstückelt sein könnten.
[nachtrag 21.05.2009]
wahrscheinlich war ich nicht der einzige, der sich über das wegschneiden der halben diskussion zwischen sascha lobo, martin oetting und sven markschläger beklagt hat. zumindest ist das video jetzt unter einer neuen ID hochgeladen und offenbar auch länger. da könnt ich mich jetzt beklagen, dass die tatsache, dass der alte link nicht mehr funktioniert nicht sehr kompetent wirkt, mach ich aber nicht.
selten so gelacht. im deutschlandfunk lief am 12. mai das feature „Ein Käfig voller Enten? Recherchen zur Sauerlandzelle“ von walter van rossum [via annalist].
die ermittlungen gegen die sogenannte „sauerland zelle“ und der angeblich „größte Terroristen-Prozess seit der »Roten Armee Fraktion«“ scheinen vor allem eins zu zeigen: inkompetenz, mainstream-medien im enddarm der staatlichen stellen und unglaubliche verwicklungen.
Diese Jugendlichen hätte man beobachten können mit ner Besatzung von einer Dorfpolizeistelle. Man hat aber, ich glaube 500 Beamte auf sie angesetzt, und hat sie über ein halbes Jahr - allein die Kosten muss man sich vorstellen! - durch mehrere Bundesländer verfolgt. Wobei dieser Aufwand wäre bestimmt nicht nötig gewesen, weil diese drei haben keine Gelegenheit ausgelassen, auf sich aufmerksam zu machen.
Eine Sache ist ganz wichtig, was in der medialen Darstellung keine Rolle spielt, nämlich, dass der Chef der Gruppe, dieser Fritz Gelowicz, praktisch gecoacht wurde über Jahre hinweg von einem Ulmer Hassprediger, der seinerseits auf der Gehaltsliste des Verfassungsschutzes stand, ein gewisser Yehia Yousif.
Ein Hassprediger arbeitete für den Verfassungsschutz und stiftete aus der Bahn geratene Jugendliche zur Vorbereitung von Anschlägen an, die wiederum ein Innenminister zum Anlass für die Verschärfung von Gesetzen, den Abbau von Grundrechten nutzt? Da deutet sich ein spektakulärer Stoff mit quer über den Globus agierenden Geheimdiensten an, abenteuerliche Verstrickungen, mit denen man sonst doch so gerne das Publikum unterhält, eine skandalöse Geschichte, in der die Presse ihre viel beschworene Rolle als vierte Kraft glänzend spielen könnte. Doch was passiert? Die allermeisten Medien und Journalisten wollen damit partout nichts zu tun haben.
Jede Generation hat seinen grossen eigenen Aufbruch. Es geht dabei immer um die Freiheit und Selbstbestimmung. Gegen Hierarchien und Fremdbestimmungen. Es ist erstaunlich mit welcher Regelmässigkeit diese historischen Aufbrüche entstehen und sich entwickeln. Die jeweils aufbrechende Generation reift im Laufe ihrer Entwicklung, verkrustet, wird erneut aufgebrochen, zerfleischt sich, aus Idealisten werden Realisten, und wandelt sich immer mehr in das nächste neue Establishment, das anfängt seine neu erworbenen Vorrechte und Vorgärten zu verteidigen… bis die nächste grosse neue Generation kommt.
Es ist lächerlich, als Konsequenz aus Winnenden ein nur für Erwachsene erlaubtes Spiel zu verbieten – aber auch bedrohlich. Der Staat betritt mit Gewalt eine Welt, in der er nichts zu suchen hat. Paintball wird auf privatem Gelände gespielt. Man mag es blöd oder abstoßend finden, aber wer nicht will, wird davon nicht belästigt. In folgerichtiger Konsequenz kann diese Regierung auch Paaren erklären, welche sexuellen Verhaltensweisen in ihrem Schlafzimmer in Ordnung sind und welche menschenverachtend oder sittenwidrig und deshalb verboten. Unter dieser Regierung wird der Staat zur Moralinstanz – er maßt sich an, darüber zu richten, was gut ist und schlecht. Damit aber löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem.
In Kreuzberg, offenbar auch in Schöneberg, gibt es seit ein paar Jahren Gesinnungs-Bullen. Sie schicken Rollkommandos. Man muss Regenbogenfahnen hissen, um nicht verprügelt zu werden, man darf nicht für die CDU sein, man soll nicht bei McDonald’s essen, es ist das perfekte Spießertum. Ein Spießer ist jemand, der andere Lebensweisen und andere Gesinnungen nicht aushält. Diese Leute sind ungefähr so, wie in den 50er Jahren die schlimmsten Hausmeister waren.
den einsatz der der patrouille suisse über hamburg zahlt die schweiz, denn als werbebotschafter soll die staffel im ausland mit ihren fliegerischen kunststücken für die eidgenossenschaft sympathiepunkte sammeln, gerade auch in deutschalnd und ungeachtet der aktuellen steuerparadis-kritik von bundesfinanzminister steinbrück.
das mit dem sympathiepunkte sammeln ist bei mir persönlich völlig daneben gegangen. ich kann da nix sympathisches dran finden, wenn 6 kampfbomber 100 meter von meinem schlafzimmerfenster entfernt und über tausenden von zivilisten angeber-kunststückchen vorführen. im gegenteil. ich finde das äusserst unsympathisch.
kann sich noch jemand an die zeit erinnern, als die „digitale boheme“ noch „urbane penner“ genannt wurden? mercedes bunz hat diese komische spezies die vor allem in berlin mit laptop am existenz-minimum „projekte“ am laptop erledigte so genannt. damals, anfang 2006, hoffte mercedes bunz noch, dass der begriff „am Ende des Jahres […] im Lexikon des »SZ-Magazins« stehen“ würde und „in zwei Jahren im Duden“.
da hatte sie die rechnung ohne sascha lobo und holm friebe gemacht, die das phänomen in ihrem buch „wir nennen es arbeit“ griffiger als „digitale boheme“ prägten.
gestern habe ich die festplatte eines alten 12-zoll ibook G4 ausgetauscht. das dauerte etwa drei stunden und führte nach dem anschliessenden zusammenbau zu einer tiefen befriedigung, als das ibook wieder zusammengebaut war und keine der vorher entfernten 80 schrauben übrig war. noch besser, das ibook funktionierte danach tadellos.
vor ein paar tagen habe ich die festplatte in meinem macbook ausgetauscht. dafür brauchte ich nur ungefähr 5 minuten und drei schrauben zu lösen. der einkauf der platte hat länger gedauert, als der einbau.
das ibook steht seit gestern zum verkauf. gut — 350 euro ist ein optimistischer preis, aber damit habe ich dann doch nicht gerechnet:
heute mittag eine mail:
Betreff: iBook 12“
Hallo würden sie auch tauschen?
ich so, mit ebensowenig grussformelgedöns:
gegen was denn?
die antwort:
Hallo ich hätte einen iMac G3 und einen iPod 2G
ich war begeistert:
ja, die würde ich eventuell gegen ein oder zwei vollkornbrote tauschen.
kaffee
der kaffee war, wie am ersten tag, sehr gut, bis auf die tatsache, dass das h der milch geschmacklich ein bisschen doll durchkam. auch mit der geschwindigkeit war es am zweiten tag viel besser geworden, auch weil die bedienungen einen drauf hinwiesen, dass cappuccini schneller gehen als milchkaffees. in die cappuccini formten die bedienungen manchmal mit dem schaum kleine herzchen.
englisch
fast alle hielten ihre vorträge auf englisch. das war auf der next viel besser auszuhalten als beispielsweise auf der republica. warum mich das englisch auf der next überhaupt nicht störte, auf der republica aber schon, kann ich auch nicht erklären. was mir auffiel, war allerdings, dass manche sprecher sprachen als hätten sie vorher helium inhaliert oder als seien sie direkt aus der muppets show entsprungen.
wlan
in track 2 habe ich heute nachmittag einmal keine ip-adresse zugewiesen bekommen. sonst hat das wlan super funktioniert, bis in alexander svenssons wohnung. ausserdem war mein handy der überzeugung, dass ich keien SIM-karte eingelegt hätte. nach 20 bootvorgängen habe ich mal die SD-karte rausgenommen, geboototet und plötzlich hat der verkackte XDA doch die eingelegte SIM erkannt. dafür kann sinnerschrader natürlich nix und interessieren muss das auch niemanden. aber wem soll ich das denn sonst erzählen? und wo?
journalisten
ich hatte den eindruck, dass kaum von der next gebloggt wurde. ich bin zumindest öfter über klassische presseartikel gestolpert, als über blogeinträge. kann aber auch daran liegen, dass technorati komplett im arsch ist, rivva müde und ich blind. getwittert wurde soviel, dass es mir aus den ohren wieder rausgekommen ist.
witzig war es in der kaffeepause neben einem haufen meedia-journalisten zu sitzen. schwanzvergleich, klickzahlen-geilheit und -angeberei scheint bei den journalisten, im vergleich zu bloggern, nochmal um den faktor zweitausend verstärkt zu sein.
scholz and friends
nachdem sich gestern, dank einer albernen trennwand, kaum jemand in die sogenannte „blogger-lounge“ verirrt hat, war sie heute, nachdem die trennwand entfernt wurde und die lounge offen war, voll. allerdings nicht mit bloggern. auch toll (das fiel entweder herrn bosch oder mspro auf), dass scholz and friends mit ihrer twitterwall noch nicht einmal das kernfeature von twitter darstellen konnte: 140 zeichen. die tweets auf der scholz and friends twitterwall waren auf ungefähr 112 zeichen begrenzt. das wirkte genauso professionell wie die in die breite verzerrte darstellung der twitterwall auf einem bildschirm in der lounge. das gegenteil von gut ist bekanntermassen gut gemeint.
auch wenn matthias schmidt bei seinem vortrag die werber-arroganz aus jeder seiner poren quoll, gefiel mir seine gespielte demut. schmidt gab zu, dass die werbebranche und speziell scholz and friends, das internet komplett verpennt hat. sehr schön illustrierte er das mit einem bild des matterhorns: ganz oben in der hierarchie die werber, gerade mal überragt von picasso, mozart und gott, darunter die kunden, darunter die konsumenten, ganz weit darunter das internet, noch weiter unten alle „die was mit dem internet zu tun haben“ und ganz unten rechts die fotografen von stock-fotos.
man habe den schuss jetzt gehört (früher „zzzz“, jetzt „ooops“) und die potenziale des internets, des crowd-sourcing, des empfehlungsmarketings und des „user generated advertisings“ erkannt. und wer hat den werbern dabei geholfen? schmidt meinte: nico lumma und barack obama.
abgesehen davon finde ich es wirklich interessant werbern bei der selbstdarstellung zuzusehen.
essen
am ersten tag war das essen der hammer. wirklich gut. am zweiten tag qualitativ und quantitativ ein reinfall. zum frühstück lauter ausländische sachen: donuts, muffins, croissants. zum mittagessen kantiniges putenbrust ragout und verkochtes gemüse mit straf-reis. zur zweiten kaffeepause wieder ausländisches süsses, aber auch ganz leckerere, salzige pastetchen. gerissen hat es die erste kaffeepause, die von einem dänisch klingenden hersteller gesüsster und aromatisierter pflanzlicher und tierischer fette gesponsort wurde.
die panels
jan schmidt hielt einen anständigen und gar nicht mal uninteressanten vortrag über seine jüngste studie über jugendliche und wie sie das netz benutzen. am ende blieb für mich die erkenntnis, dass die harten daten, die man mit solchen umfragen gewinnt, zwar ganz interessant sein können, aber fehlinterpretationen unvermeidbar sind. als ian forrester am ende anmerkte, dass die BBC teilweise ganz andere daten herausgefunden hatte, stellte sich später wohl heraus, dass die BBC anders gefragt hatte. wenn ich orgendwo lese, „wissenschaftler in xxx haben herausgefunden, dass yyy“ wende ich meine aufmerksamkeit sofort anderen dingen zu. statistik muss tot-differenziert werden — und das fällt teilweise schon den wissenschaftlern schwer. journalisten sollten die finger davon lassen. mit einer ausnahme.
die von sascha lobo moderierte diskussion zwischen sven markschläger (jägermeister) und martin oetting (trnd) habe ich leider verpasst und hoffe sie auf video sehen zu können. auf twitter stapelten sich die lobeshymnen.
die diskussion zwischen jaiku-gründer jyri engeström und chris messina war teilweise ganz witzig, weil engeström robin wauters von techcrunch belgien teilweise die moderation abnahm, aber ansonsten leider ohne tiefgreifenden erkenntnisgewinn. ebenso wenig beeindruckten mich tim leberecht, simone brunozzi und die diskussion zwischen ian forrester und robert amlung. wen das, was stowe boyd erzählt interessiert (der übrigens unglaublich viele „dear friends“ hat), werde ich mich wohl bis an mein lebensende fragen.
rafi haladji von violet.net begeisterte mich wie bereits auf der webexpo 2008. kernsatz: jetzt, wo wir sogar kleine platikhasen vernetzt haben, wollen wir den rest der dinge vernetzen. dinge die sich ausschliesslich im netz abspielen, ohne bezug zur echten welt, ohne verbindung in die welt der dinge oder der politik locken niemanden mehr hinter dem ofen hervor. online communities, nachrichten-seiten, blogs interessieren keinen menschen mehr. was zählt sind echtzeitanwendungen (twitter) und anwendungen die das leben oder die welt erleichtern oder verbessern — oder anders ausgedrückt, dinge die ich mit einem satz auch meinen eltern als nützlich erklären kann. das was violet macht, die welt der dinge zu vernetzen, ist unumgäglich, folgerichtig und voller potenzial.
rafi haladji präsentation war zumindest enorm inspirierend und überzeugend. ich hoffe die präsentation und das video hier später verlinken zu könnnen.
mich hat schliesslich der letzte vortrag des dirigenten itay talgam mit allen schlechten vorträgen und panels versöhnt. einer kleiner, lockerer, alter, wacher mann, dem das kunststück gelang mich für eine welt zu interessieren die mir bisher völlig fremd war und total egal war: die der dirigenten. ihm gelang zusätzlich noch das kunststück, diese welt mit mir bekannten welten zu verknüpfen: dem web, dem organisieren von arbeitsprozessen, motivation, inspiration und kreativität. ein sehr beeindruckender vortrag, von denen ich mir ungefähr 12 gewünscht hätte.
www.next-conference.com/next09 nutzlos. der link zu „videos“ führt bis heute abend (22:22 uhr) zu den videos der letzten next, weder die präsentationen sind dort verlinkt noch habe ich das gefühl, dass die aggregation der twitter- und blog-backchannels funktionierte. wenn überhaupt, habe ich interessante weiterführende informationen oder links zu videos oder präsentationen aus meinem twitterstream gefischt. zum beispiel das speaker-rating für die next09. aber vielleicht bessert sinnerschrader die aufarbeitung dr konferenz im web ja noch nach.
fazit
es gab zwar keinen fisch, aber danke dafür. echt.
entweder ist bei turi das zeitkontinuum kaputt oder man ist zu blöd in den kalender zu gucken: kress.de schreibt „Georg Pagenstedt (Foto) übernimmt ab 1. Juni 2009 bei EliteMedianet als kaufmännischer Geschäftsführer und COO die Verantwortung für Operations und alle kaufmännischen Bereiche.“
turi2 macht daraus „Der Ex-CEO von wallstreet:online führt ab sofort die Geschäfte beim ElitePartner-Betreiber EliteMedianet.“
06:30 uhr
wecker klingelt, frau steht widerwillig auf um das kind zu schmieren und butterbrote zu wecken. herrlich: ich hab urlaub und schlafe weiter.
06:45 uhr
wache wieder auf, weil die frau in der küche flucht.
08:57 uhr
chef ruft an.
09:20 uhr
denke darüber nach, dass urlaub früher auch mal anders gewesen ist.
11:00 uhr
mache feierabend, schneide einen kohlrabi in stifte und esse den kohlrabi mit einem käsebrot.
13:45 uhr
mein tomtom lotst mich die 1,2 kilometer von der ubahn zum „kampnagel“. bin jetzt auf der #next09. nico lumma steht vor dem eingang und isst döner.
13:54 uhr
in sechs minuten spricht jeff jarvis. ich bestelle noch schnell einen milchkaffee.
14:02 uhr
bekomme einen sieben minuten lang gezapften, aber sehr leckeren milchkaffee serviert, trinke ihn hastig aus und frage mich zu „track 1“ durch, wo jeff jarvis bereits seit 8 minuten redet. jeff jarvis erzählt interessante sachen und beschimpft sich selbst als „heuchler“. leider habe ich alles was er erzählt schon vor tagen und wochen im netz gelesen oder gehört. trotzdem ist er ein sehr angenehmer redner, ich muss sogar ein paar mal lachen. am ende nimmt er fragen entgegen und läuft mit dem mikrofon durch den saal zu den fragestellern. jeff jarvis errinnert mich, wenn er läuft, an eine giraffe. wenn giraffen schnell laufen, sehen sie aus als liefen sie in zeitlupe. jeff jarvis auch.
14:55 uhr
stehe auf, rufe laut „was für ein liebloser scheiss!“ und stampfe empört aus der keynote „Capitalism 2.0“ hinaus — leider nur in meiner phantasie. in der realität lausche ich weiter, beobachte wie sich umair haque ungeschickt — aber betont lässig — mit prezi abmüht. um 15:03 uhr halte ich es wirklich nicht mehr aus und schleiche leise zu meinem zweiten milchkaffee.
15:10 uhr
wlan! es gibt funktionierenedes wlan! die entdeckung des tages. schreibe meinem chef eine email.
16:20 uhr
sehe die letzten 10 minuten von andrew keens vortrag [foto]. bin sofort inspiriert und beschliesse die debattenkultur in deutschland neu zu beleben.
16:25 uhr
ich spüre, dass der kohlrabi extrem flatulenz-steigernd wirkt.
16:30 uhr
sehe mir 30 minuten werbung für t-mobile, simyo und irgendeinem angeblichen „think-tank“ an [foto davon]. im publikum rumort es, weil raimund schmolze es nichtmal ansatzweise peinlich ist einem zahlenden publikum eine wahrscheinlich von seinem 13jährigen sohn erstellte powerpoint-präsentation zu zeigen und mit dummdreister telekom-werbung zuzuschwallen. das kam nicht gut an, knüwer fands sogar imageschädigend. frage mich erstens ob das image von t-mobile oder der telekom noch weiter zu schädigen ist, zweitens warum ich nicht aufstehen konnte sondern fasziniert auf den peinlichen werbemüll auf der bühne starren musste und drittens, was ich gefühlt hätte, wenn ich mehrere hundert euro für die veranstaltung gezahlt hätte.
am ender der diskussion wirds nochmal lustig als raimund schmolze behauptet, t-mobile blockiere skype, weil man die übertragungsqualität des dienstes nicht garantieren könnten. der halbe saal lacht.
17:10 uhr
bier? gibts erst ab 19 uhr. ist ja wie zuhause hier!
17:46 uhr
rufe meine oma an.
18:30 uhr
twitterlesung. noch hat keiner gelacht, obwohl schon seit 15 minuten vorgelesen wird.
19:05 uhr
spreche mit einem gut vernetzen arbeitslosen.
19:20 uhr
mich spricht jemand an, dem ich mal im internet ans bein gepinkelt habe. merke: leuten im internet ans bein pinkeln ist der ultimative persönlichkeitstest aus dem sich sehr angenehme bekanntschaften entwickeln können. oder abmahnungen.
19:30 uhr
auf dem klo zwei business-kasper. der eine so: „hast du nicht noch ein meeting heute abend?“ der andere: „ja. ich muss kellnern.“
19:40 uhr
der typ der am nachmittag auf der bühne als simyo-gründer vorgestellt wurde hat ein iphone. frage mich ob er es geknackt hat und mit ner simyo-SIM benutzt, es in italien gekauft hat oder ob er telekom-kunde ist.
19:55 uhr
spreche mit jemandem der bald arbeitslos ist und esse blumen mit dressing.
20:15 uhr
sinniere darüber wie ich die debattenkultur in deutschland neu beleben soll. die domain wäre noch frei: reaktionaeres.net.
20:20 uhr
spüre den hauch des todes und stelle die steile these auf, dass es die next10 nicht geben wird. sehe peter kabel und michael trautmann rumstehen. mir wird kalt.
20:40 uhr
neben mir sagt jemand, das web sei tot. ich frage mich: was ist eigentlich zum web noch nicht gesagt worden? interessiert sich da noch jemand für? braucht man in einer phase der konsolidierung konferenzen?
21:00 uhr
esse noch mehr blumen mit dressing.
22:00 uhr
sehe, dass ich nicht der einzige bin der sich langweilt und dass die webfuzzis besseres zu tun haben als auf einer party rumzustehen. fernsehen gucken im hotelzimmer zum beispiel. irre wie leer der laden schon ist.
22:30 uhr
gehe sehr zufrieden und ziemlich nüchtern nachhause.
mittwoch, 18:30h
am mittwoch abend im zug habe ich mir angesehen, wie katrin bauerfeind mit harald schmidt plauderte. fremgeschämt habe ich mich auch ein bisschen, aber nicht so doll wie herr schader. eigentlich hab ich mich auch weniger für frau bauerfeind geschämt, sondern für harald schmidt. der sah fast so ungepflegt aus wie ix!
aber harald schmidt hat was schönes gesagt. naja, zitiert. auf die frage von katrin bauerfeind (oder vielleicht auch eine ganz andere frage), was ihn und feuerstein verbinden würde, antwortete er, das feuerstein mal gesagt habe, dass das was er und schmidt gemeinsam hätten der hass auf die menschheit und die liebe zu ihrem publikum sei. misanthropen finde ich übrigens total doof, ausser sie sind unglaublich witzig.
mittwoch, 21:00h
am hamburger hauptbahnhof fiel mir mal wieder auf, dass die stimmung auf dem bahnhofs-vorplatz dort exakt wie in einem casino in las vegas ist. exakt:
es läuft immer klassische musik im hintergrund
egal ob tag oder nacht, egal ob morgens oder abends, die leute saufen und rauchen ständig
fast alle tragen shorts und andere unvorteilhafte kleidung
es sind nirgendwo kinder zu sehen
es geht um geld
freitag, ca. 14:00h
ich habe ein langzeit-experiment zu meiner gestörten selbstwahrnehmung erfolgreich abgeschlossen. die beifahrerin liebt es brot auf meiner lieblingsarbeitsfläche in der küche zu schneiden. oder besser, seitdem wir ausschliesslich vollkornbrot essen, zu sägen. die sägespäne lässt sie dann gerne liegen, was auch vollkommen verständlich ist, denn so ein frisch gesägtes brot will ja sofort verspeist werden. trotzdem stört mich das immer ein bisschen und ich sauge die späne, so wie ich das in meiner schreinerausbildung gelernt habe, weg. denn die berufsgenossenschaften verbieten schon seit vielen jahren das kehren von sägespänen und verlangen den einsatz von staubsaugern für solche zwecke. arbeitsplatzsicherheit und lungenschutz, oder so.
mein versuchsaufbau war recht einfach: nachdem ich die sägespäe der beifahrerin weggesaugt hatte, sägte ich mir selbst ein paar scheiben brot ab und liess die späne liegen. zu meiner sehr grossen verwunderung störten mich meine selbstgemachten sägespäne ganze drei tage lang nicht die bohne.
samstag, 20:00h
am samstag ist die festplatte in meinem macbook verstorben. dankenswerterweise haben festplatten ja heute einen mechanismus eingebaut, mit dem sie vermelden können, dass sie sterben. s.m.a.r.t heisst das — und ob die abkürzung absichtsvoll mit „SM“ anfängt vermag ich nicht zu beurteilen. freundlicherweise hält apple einem solchen technischen kleinkram vom leib, so dass der tod der platte mich überraschte und völlig ohne vorwarnung kam. tick, tick, tick, waren ihre letzten worte.
aber vielleicht ist dieses ständige erneuern, die endlichkeit, verletzbarkeit und die sterblichkeit von technik ja auch etwas gutes. die antroposophen sind ja grosse fans von natürlichen zyklen und rhytmus. im frühjahr blüht alles auf, lebt den sommer hindurch um im winter wieder abzusterben. weniger pathetisch ausgedrückt: meine neue festplatte ist doppelt so schnell und dreimal so gross wie die alte und viel geiler! ich habe mich auch dagegen entschieden meine alten daten unterzupflügen und neue auszusäen und den den alten stand der festplatte mit einem backup von letzter woche komplett rekonstruiert, timemachine sei dank, mal wieder. man musses ja auch nicht übertreiben, mit der erdverbundenheit.
sonntag, 12:00h
überhaupt. kaum gewöhnt man sich daran, dass technik fragil ist und sich zur entropie sehnt, überrascht sie einen. der akku meines macbooks stemmt sich gegen den trend und will einfach keine kapazität verlieren. 99% prozent restkapazität nach 22 monaten. das ist eigentlich ein wunder, ähnlich wie blut das aus den augen einer gips-madonna fliesst.
montag, 6:00h
im zug hab ich mir eine folge „einsatz in vier wänden spezial“ angeguckt. peinlich aber wahr, mir kamen die tränen. danach hab ich einfach weitergeheult, als ich diese bilder sah [via].
danach wollte ich eigentlich noch die aufzeichnung von „zimmer frei“ ansehen, mit katharina schubert. leider war die aufzeichnung fast komplett im arsch, bis auf ca. 10 minuten, relatv am ende der sendung. das ist nicht weiter schlimm, was schaupsielerinnen über die welt zu sagen haben interessiert mich in der regel eh nicht so arg doll. ich habe mich aber gefragt, warum katharina schubert bei sprechen hin und wieder ihre zunge rausstreckt. das hat mich auch schon damals bei anke engelke gewundert.
montag, 8:30h
ersteigerte ebay-artikel beim verkäufer zuhause abholen hat etwas ernüchterndes. was man nicht alles tut um porto zu sparen. künftig werde ich das porto wieder zahlen, der vorteil der virtuellen internet-welt ist definitiv ihre körperlosigkeit.
montag, 19:00h
tintenherz auf DVD geguckt. leider ein liebloser, vorhersehbarer und wirrer, kreuzöder film. die lieblosigkeit spricht aus jedem detail:
montag, 22:00h
ich habe mich innerlich aufs mein zwanzigjähriges klassentreffen vorbereitet. bei xing. bei den zwei, drei namen die ich gefunden habe nicht ein gesicht wiedererkannt. kaum einer meiner ehemaligen klassenkameraden ist xing- und googlebar. schlimmer noch, kaum einer, mit vier oder sechs ausnahmen, ist mir in irgendeiner form im gedächnis geblieben.
Das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit weltweit durchsetzen und der Internetzensur entgegentreten
könnte man meinen, dass das angesichts der debatte um die internet-filter der #zensursula und der bundesregierung bei netzpolitik.de oder auf der homepage der piratenpartei oder des CCC stehen würde.
es ist aber die überschrift eines gemeinsamen dokumentes der CDU/CSU und SPD bundestagsfraktionen vom april letzten jahres. unterschrieben wurde es von „Volker Kauder, Dr. Peter Ramsauer und Fraktion Dr. Peter Struck und Fraktion“.
in dem dokument stehen wahre perlen des politischen wechselbalgentums:
In der Mehrzahl der Staaten dient die Zensur der Machtsicherung der Regierenden.
so kann man die initiative der familienministerin zenzursula von der leyen ja durchaus sehen: als einen durchsichtigen versuch ein delikates und hochkomplexes thema für wahlkampfzwecke, also machterhalt zu instrumentalisieren.
Ein Novum ist, dass sich in China viele ausländische Anbieter von Internetdiensten dem Druck der Behörden gebeugt haben und sich selbst zensieren. Die chinesischen Behörden betreiben zudem ein umfassendes Filternetzwerk, das den Zugang zu brisanten Seiten blockiert.
das ist jetzt kein novum mehr. die inländischen internetprovider wurden mit gezieltem druck dazu angehalten einen vertrag zu unterschreiben und ein umfassendes filternetzwek zu installieren und zu betreiben und das internet nach den vorgaben des BKA zu zensieren.
In Staaten des Nahen und Mittleren Ostens wird eine erhebliche Anzahl unmoralischer Webseiten durch Filter blockiert. In Iran z. B. geschieht dies offiziell aufgrund angeblich pornographischer oder religionsbezogener Inhalte […].
das wort „angeblich“ passt nicht nur für den nahen und mittleren osten. ein vertreter der hessischen landesregierung, heinrich sievers, schlägt vor, gleich „ausländischen Glücksspiel-Anbieter“ mit auf die sperrlisten zu setzen und fordert, laut augenzeugen seines auftritts auf dem kölner forum medienrecht, mal zu prüfen „ob man nicht diese chinesische Technik einführen könne“. (quelle)
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung deshalb auf, […] im Rahmen aller genannten Forderungen auch und insbesondere die Zensur im Internet zu thematisieren und dieser entgegenzutreten.
komischerweise sind sowohl die fraktion als auch die anderen unterzeichner gerade jetzt, nachdem das bundeskabinett am mittwoch den „Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet“ verabschiedet hat (PDF des entwurfs), eher zurückhaltend mit ihren forderungen. die bundesregierung beschliesst zensurmassnahmen und sie schweigen.
ralf bendrath verwies heute auch in einem artikel auf das dokument und stellt fest:
Leider hat offenbar in Köln niemand den Mund aufgemacht und gesagt, warum ein freies Internet auch politisch wichtig ist für eine freie Gesellschaft. Für andere Länder hat das ja sogar die CDU/CSU schon eingesehen, nur für Deutschland offenbar noch nicht.
witzigerweise sind die leute im bundestag ja der meinung, dass ihre wähler ihr treiben nicht als rückgratloses, verlogenes, doppelzüngiges treiben wahrnehmen und sie, wenn sie ein paar wochen vor der wahl nur ihr freundliches, verständnisvolles gesicht auzfsetzen wählerstimmen oder an glaubwürdigkeit gewinen könnten. klar, einerseits wohl durch erfahrung, bis jetzt sind sie ja immer mit jeden blödsinn durchgekommen und glauben wahrscheinlich tatsächlich, dass politik nichts mit überzeugungen, richtig oder falsch zu tun hat, sondern mit mehrheiten, kompromissen und machbarkeiten.
deshalb glauben politiker unverdrossen wiedergewählt zu werden, wenn sie sagen:
zensur ist scheisse, aber wir beschliessen sie trotzdem
wir sind für freie märkte, aber enteignung muss einfach manchmal sein
das „börsencasino“ und die „Jagd nach Maximalrenditen“ in der wirtschaft verletzen „das Gerechtigkeitsgefühl vieler Menschen“ aber die politiker in den aufsichtsräten der landesbanken und anderen maximalrenditefordernden aufsichträten haben da rein gar nichts mit zu tun
dieses ganze verlogene und verantwortung von sich weisende kasperletheater das die CDU und SPD derzeit veranstalten hat aber vielleicht doch einen gewaltigen vorteil. nämlich dass sich erstmals seit langem wieder echter widerstand bildet, echte und tatkräftige unzufriedenheit, die der herrschenden kaste zur wahl klar macht, dass sie sich von denen die sie wählen sollen so weit wie nie entfernt haben.
blogs lese ich auf ganz verschiedene arten, morgens, meist noch im bett, alle die die bei mir im google reader stecken. morgens bei meinen 2-3 morgen-kaffees und im laufe des tages les ich die, die ich in meinem netnewswire abonniert habe. die listen der beiden RSS-reader sind nicht deckungsgleich, aber die meisten die ich im netnewswire habe sind auch im google reader. stringent oder wirklich durchschaubar sortiert habe ich die einzelnen blogs nicht. ein bisschen nach vorlieben. blogs die ich mag, blogs die ich lese und blogs oder blogger die eigentlich nerven, von denen ich aber überzeugt bin sie lesen zu müssen — oder besser: überlesen zu müssen. da rivva bei mir in den feedreadern steckt, lese oder überlese ich auch alles was dort aufläuft. praktisch finde ich auch das google reader-sharing, was mir immer wieder blogeinräge von blogs in den reader spült, die ich nicht abonniert habe. ausserdem lese ich natürlich blogs die in den blogs die ich lese verlinkt sind und wenn ich mal ein bisschen im twitter-dings mitlese stolpere ich auch immer wieder über blogeinträge.
trotzdem gibt es in dieser masse von blogs natürlich blogs die herausragen, und blogs die ich bevorzugt als startpunkte fürs internet-leerlesen benutze. bei einigen lächeln mich neue artikel manchmal sogar an. einige dieser blogs folgen.
http://www.malte-welding.de/
grandios geschrieben, immer irgendwie an der grenze: zu lang, zu eklig, zu fiktiv, zu authentisch, aber eigentlich auch immer grandios.
http://anmutunddemut.de/
jemand der beinahe noch mehr rechtschreibfehler macht als ich und dem es noch scheissegaler ist. wunderbar anders und erfrischend, fast immer inspirierend, irgendwie.
http://www.dasnuf.de/
erschütternd lustig und schockierend klug. gilt seit vielen jahren als geheimtipp, was mich irritiert. also das es nicht schon lange jeder abonniert hat.
http://coffeeandtv.de/
ich kann mich nicht entscheiden ob ich die schreibe oder die videos lieber mag, lese nicht alles, aber das was ich lese, ist immer toll.
http://www.racingblog.de/
don kann nicht nur schreiben, sondern konsequent, fundiert und mit ungeheurer ausdauer schreiben.
http://www.dondahlmann.de/
hier schreibt don viel zu selten rein, aber wenn dann mit hand und fuss seiner tastatur. das tolle an don: er meint nicht nur rum, sondern argumentiert auch wunderbar.
http://www.blog-cj.de/blog/
neuerdinsg ist christian jakubetz bildblogger, in seinem privat-blog mag ich die unbekümmertheit und unangestrengtheit, mit der er schreibt.
http://www.nerdcore.de/wp/
nerdcore ist wie zappen. das gegenteil von nachhaltig, aber bunt, schnell und reichhaltig.
http://fickr.org/
so geht bloggen (aber auch ganz anders). hier: eine kleine feine idee nehmen und konsequent und liebevoll ausbauen.
http://www.ankegroener.de/ http://stefan-niggemeier.de/blog/
ich traue mich ja kaum die gröner und den niggemeier aufzuzählen, einerseits weil sie jeder kennt und liest und jeder weiss, dass diese beiden wirklich wunderbar schreiben können. aber bei diesen beiden fällt mir immer wieder auf, dass ich nicht nur enttäuscht bin, wenn sie nichts schreiben, sondern auch enttäuscht bin wenn sie täglich weniger als 14 DINA4-seiten schreiben.
http://sprechblase.wordpress.com/
auch einer von den bloggern bei denen ich mich freue, wenn sie über etwas schreiben, über das auch alle anderen schreiben und rummeinen: bei cem finde ich immer eine neue perspektive, einen anderen dreh, eine andere sicht als überall anders. oder anders gesagt, cem ist jemand dessen meinung ich sehr schätze.
http://www.qxm.de/
lebt auch in einer völlig anderen welt („potsdam“), hat komplett andere ästhetische massstäbe als ich, ist aber eine wahre fundgrube. kein witz. von michael preidel habe ich viel gelernt. und ich liebe die einträge die mit „Liebes Tagebuch“ anfangen.
http://thesuperficial.com/ http://www.sprengsatz.de/
im prinzip sind beide hervorragend geschriebene tratsch-blogs. superficial ist ein bisschen böser, spreng ein bisschen tratschiger. spreng ist lesenswert wenn er tratscht erzählt aber unerträglich wenn er rummeint oder doziert.
http://www.thilo-baum.de/lounge/
apropos unerträglich. komplett unlesbar, kommt nie zum punkt, kann sich mir nicht verständlich machen. ich mache mir aber einen sport daraus zu versuchen mal was von thilo baum ohne fremdschämen zu lesen. bisher war ich dabei nicht erfolgreich, aber ich werde es weiter probieren.
http://blog.stuttgarter-zeitung.de/
ungefähr seitdem peter glaser schreibt, lese ich ihn mit begeisterung. früher wurden seine blogs noch gedruckt, das HTML hat seinen texten aber nicht geschadet. im gegenteil.
http://www.pop64.de/
es geht um hamburg und berlin und städte-punkte. nie verstanden wie das funktioniert oder ob es irgendwann mal einen gewinner gibt. liest sich trotzdem gut.
http://kaliban.de/
gunnar lott ist toll. er hat auch das einzige stern-blog, dass lesbar ist und das ich lese. konnte ich aber gerade nicht finden (das stern-blog).
http://saschalobo.com/
ich halte sascha lobo für einen der grandiosesten schreiber der welt, einen echten berserker. seine texte im höfliche paparazzi-forum zogen mir regelmässig die socken aus. leider fehlt saschalobo.com ein bisschen das alte berserkertum, die alte scheissegal-haltung. das kann daran liegen, dass sascha lobo nicht mehr alles, sondern nur noch 80 prozent scheissegal sind. trotzdem, ein sehr diszipiniert geführtes, tolles blog.
http://benjaminnickel.com/blog/
herr nickel ändert ungefähr alle sechs monate seine blogadressen und blogsoftware und spitznamen, aber sein werk ist konsequent wunderbar absurd und abwegig.
kai „dann machts halt“ biermann machts einfach, das richtige interview, zur richtigen zeit auf zeit.de. wer kai biermanns interview mit christian bahls, dem vorstand von mogis (MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren) liest, erfährt mindestens genauso eindringlich wie in der c’t, dass die regierung hier eine widerliche wahlkampfshow abzieht und sich nichtmal ansatzweise dafür schämt, ihre wähler für dumm zu verkaufen.
eigentlich sollte ich morgen, am freitag, auch früh aufstehen und bei der „zenzurursula“ vor der tür stehen, statt nur rumzulinken. ix kan aber leider nicht.
wolfgang stieler versucht auf peter glasers text „In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?“ zu antworten. stieler erhofft sich „Im Forum“ seines artikels „eine rege Diskussion, so dass wir im Idealfall zu einer neuen, möglicherweise ganz anderen, kollektiven Antwort auf die Frage kommen: In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?“ drei kommentare in vier tagen sprechen für die spritzigkeit und originalität seiner anmerkungen. vielleicht auch ein bisschen für die unlesbarkeit seiner thesen, denn statt eines angemessenen „blockquotes“ setzt er glasers text in den fliesstext und seine anmerkungen kursiv dadrunter. auf dem mobilen opera ist das komplett unlesbar. ist aber auch egal. oder auch gut. ich habe so glasers text nochmal kritischer gelesen, weil ich immer raten mussten, welche these nun von glaser und welche von stieler ist. beispiel:
Das Teilen mit technologischer Hilfe führt nicht nur zur Vermehrung von Ideen, sondern auch zur Vermehrung von Problemen. Computer helfen uns dabei, Dinge schneller zu erledigen, die wir ohne Computer gar nicht hätten erledigen müssen, das wusste Marshall McLuhan schon in den sechziger Jahren... Im übrigen ist die Vermehrung von Problemen nicht unbedingt ein Manko. Von Egon Friedell stammt der Satz „Kultur ist Reichtum an Problemen“. Davon haben wir heute reichlich.
wären diesen sätze von stieler, hätte ich ihm widersprochen, glaser möchte ich nur ergänzen:
denn die art der probleme die wir nun haben (und die wir ohne computer gar nicht hätten) unterscheiden sich qualitativ und quantitativ gar nicht so sehr von denen die wir vorher hatten. oder anders gesagt, technologie löst viele probleme, lässt aber auch viele offen und schafft einige neue. nur neigen wir dazu, die probleme die wir noch vor ein paar generationen hatten aus unserer heutigen, gesättigten perspektive zu vergessen oder zu verdrängen. noch vor ein paar generationen haben uns raubtiere nicht in den zoo getrieben, sondern in lebensgefahr gebracht, haben keime, bakterien und viren millionen von menschen umgebracht oder verstümmelt und die frage „kohl“ oder „kartoffeln“ war keine die man sich an der gemüsetheke gestellt hat, sondern im angesicht des hungers.
natürlich hat die erfindung des penicillin nicht alle krankheiten verschwinden lassen, natürlich haben weder das internet, wikipedia, das blogdings oder der online-journalismus dummheit, ignoranz und desinformation verschwinden lassen — aber auch nicht verursacht. natürlich sind seit knut aus eisbären keine kuscheltiere geworden, wie manche zu glauben scheinen. weder dünger, noch traktoen haben den hunger ganz aus der welt geschafft.
natürlich können waschmaschinen, computer oder traktoren kaputtgehen, erfordern wartung, kraftstoff, strom, bedienungskompetenz und stetige weiterentwicklung um nutzbringend zu sein, aber war das leben ohne sie wirklich besser oder unproblematischer? natürlich nicht. und deshalb sind probleme, peter glaser und faulheit wichtig.
habe nach dem übermässigem konsum von amerikanischer fersehware gerade eine verschwörungstheorie aufgestellt:
amerikanische fernsehware soll nach übermässigem konsum dazu verleiten, den konsumenten dazu zu bringen leichter an verschwörungstheorien zu glauben. zu glauben, dass ausser den drehbuchautoren amerikanischer fernsehware, auch politiker und emailausdrucker in der lage sind das ende eines irre komplexen planes vorauszusehen und entsprechend zu handeln. was natürlich völliger blödsinn ist und bleibt, aber nach dem konsum amerikanischer fernsehware wahrscheinlicher scheint. (konsumierte fersehware: „XIII“ und „dollhouse“ - empfohlenes gegenmittel „burn after reading“. dank an surfguard für die empfehlung)
ich bin ja wirklich ein grosser fan der fritzbox. die dinger funktionieren gut, werden relativ liebevoll mit regelmässigen firmwareupdates gepflegt und das linux auf dem sie laufen lässt sich relativ gut hacken. hab ix gehört. fritzboxen sind einfach einzurichten und arbeiten klaglos und zuverlässig.
in der fon-variante erlauben sie sehr einfach alte, analoge telefone per voip und festnetz zu benutzen, dass heisst angerufen werden kann man nach wie vor unter der alten festnetznummer, telefonieren kann man mit leicht einzustellenden regeln über billige voip-anbieter. wenn man nen „komplett“-anschluss hat funktonieren sie auch klaglos rein unter voip. besonders toll: auch unter os x lässt sich kinderleicht ein vpn-tunnel einrichten mit dem man dann auf die fritzbox und das dahinterliegende netzwerk aus der ferne zugreifen kann. alles toll soweit.
nur wenn man den alten spruch, „never change a running system“ nicht beachtet und immer die aktuelle firmware aufspielt, kann man ins klo greifen, zumindest mit der FRITZ!Box WLAN 3270 und der aktuellen firmware-version 67.04.70 und freenet-internetzugang. da geht die fritzbox nämlich davon aus, dass man als freenet-kunde auch telefonie betreiben möchte. nur kann die 3270 das eigentlich gar nicht — nur mit dem völlig überteuerten fritz-mini-dings. zumindest hat die fritzbox sich seit dem letzten firmware-upgrade ständig, also ungefähr alle 10 sekunden darüber beschwert, dass pppoe-fehler aufträten und die internetverbindung (telefonie) getrennt wurde:
PPPoE-Fehler: Zeitüberschreitung
Internetverbindung (Telefonie) wurde getrennt.
internet ging zwar noch, aber das log lief voll mit diesen meldungen und die fritzbox und das internet wurden sehr langsam. zumindest in einem forum fand ich einen hinweis auf das problem. die lösung war aber mit der 3270 nicht zu machen.
also habe ich die fritzbox zurückgesetzt und neu eingerichtet. und siehe da, plötzlich war klar, dass die fritzbox mit der aktuellen firmware bei freenet-kunden davon ausgeht, dass voip-telefonie genutzt werden soll:
ohne die eingabe der freenet-telefonnummer, verweigerte der assistent die dsl-einrichtung. wir haben zwar eine freenet voip-nummer, aber auch die eingabe der nummer fürhrte zum gleichen, ätzenden pppoe-fehler und der meldung, dass die voip-verbindung nihct hergestellt werden könne. der einzige ausweg war einen „anderen“ dsl-anbieter bei der einrichtung der fritzbox auszuwählen und die freenet daten in folgender form einzugeben:
frn6/LOGINNAME
PINPASSWORT
dann gehts. ich hoffe AVM nimmt dieses problem zum nächsten firmwareupgrade zur kenntnis.
Ein anderes vieldiskutiertes Thema ist das Urheberrecht. Mit dem amerikanischen Rechtsprofessor Lawrence Lessig tritt der prominenteste Verfechter eines weitgehend Copyright-befreiten Internets auf. Lessig hat die „creative commons“-Bewegung gegründet, ein Modell der freien Lizenz für Medienerzeugnisse. Niemand dürfe für vermeintlich urheberrechtsverletzende Downloads kriminalisiert werden, trägt Lessig in einer erstaunlich schlichten Powerpoint-Präsentation vor: Kultur lebe von Freiheit der Gedanken und (kosten-) freier Verwendung von Medienerzeugnissen. Gegenwärtig herrsche ein „Kulturkampf“, in dem Künstler und große Medienhäuser aus Angst vor Veränderung ungerechtfertigt Besitzstand wahren wollten.
Würde Lessig, einmal anders gefragt, auch von Immobilienmaklern, Steuerberatern und Rechtsprofessoren verlangen, dass sie auf ihren Besitzstand und die Bezahlung ihrer Leistungen verzichten? Dass die Urheber von Gedanken, die nicht bezahlt und geschützt werden, bald keine Zeit und kein Geld mehr haben, diese zu denken, und dass eine Avantgarde, die über 140 Zeichen und den Horizont ihres Privatlebens nicht hinauskommt, kaum geeignet ist, die Weltöffentlichkeit aufzuklären - an diesen Widerspruch mochte Lessig aus Angst vor Veränderung keinen Gedanken verschwenden.
da hat er glaube ich was falsch verstanden.
#1 „Mit dem amerikanischen Rechtsprofessor Lawrence Lessig tritt der prominenteste Verfechter eines weitgehend Copyright-befreiten Internets auf.“
soweit ich lessig verstanden habe, vertritt er keineswegs die meinung, dass das „copyright“ abgeschafft werden solle. im gegenteil, er hält dazu an, die kosten des, wie er es nennt „copyright-krieges“, gegen den nutzen aufzurechnen. was kostet uns die verfolgung angeblicher „copyright“-verstösse? welche freiheiten müssen wir für diesen aufgeben? ist es OK kinder und jugendliche vor gericht zu zerren die ihre videos mit urheberrechtlich geschützter musik untermalen, ist es hinnehmbar dass angebliche rechteinhaber verstösse gegen das urheberrecht als vorwand nehmen, um unliebsame inhalte verschwinden zu lassen? beispiele dafür, dass rechteinhaber die rechte die ihnen der „Online Copyright Infringement Liability Limitation Act“ auf übeleste weise missbrauchen finden sich alleien auf hundertfach. auch in deutschland zeigt sich dieses phänomen mittlerweile.
wie weit lohnt es sich einen (aussichtosen) kampf gegen „copyright“-verstösse zu führen, menschen zu kriminalisieren, bürgerrechte einzuschränken, einer industrie legislative und exekutive rechte einzuräumen fragt lessig und antwortet, dass es in vielen fällen aussichtslos und unsinnig ist.
abgesehen davon gibt es in deutschland kein „copyright“ das abgeschafft werden könnte. hier gilt das sogenannte „urheberrecht“.
#2 „Würde Lessig, einmal anders gefragt, auch von Immobilienmaklern, Steuerberatern und Rechtsprofessoren verlangen, dass sie auf ihren Besitzstand und die Bezahlung ihrer Leistungen verzichten?“
hat lessig gesagt, irgendwer solle auf die bezahlung seiner leistungen verzichten? ich kann mich da nicht dran erinnern. er wies jedoch darauf hin, dass sich geschäftsmodelle stets wandeln und dass es durchaus vorkommen kann, dass ein geschäftsmodell dass unter bestimmten umständen funktioniert, unter anderen nicht funktioniert. saublödes beispiel (von mir): am polarkreis kann man eis auf dem wochenmarkt, offen ausliegend, verkaufen. soll der eisverkäufer vom polarkreis die sonne verklagen, weil er in italien sein eis nicht offen ausliegend verkaufen kann udn sein vom polarkreis erprobtes geschäftsmodell in italien nicht funktioniert?
was hielte herr stahnke davon, wenn imobilienmakler und architekten ihm und seinem stand verbieten würden, ihre gebäude zu fotografieren, wegen ihrer urheberrechte und weil sie die zu geld machen wollen? er würde einen ganzseitigen artkel verfassen, in dem er den niedergang der pressefreiheit beklagen würde. (ach das urheberrecht wird schon benutztumfotoszu verbieten?)
was hielte herr stahnke davon, dass steuerberater und rechtsprofessoren journalisten verbieten aus ihren arbeiten oder gutachten zu zitieren? wegen ihrer urheberrechte und weil sie die glauben zitate müssten ab einer länge von 20 buchstaben bezahlt werden? naja. wenn man für die faz arbeitet, hält man es wahrscheinlich mit dem herausgeber, der ja den eindruck erweckt, dass ausschliesslich die faz selbst zitieren darf, aber sonst niemand.
#3 „Dass die Urheber von Gedanken, die nicht bezahlt und geschützt werden, bald keine Zeit und kein Geld mehr haben, diese zu denken, […] an diesen Widerspruch mochte Lessig aus Angst vor Veränderung keinen Gedanken verschwenden.“
es geht eben nicht darum jemanden um seinen besitzstand, seine rechte oder seine bezahlung zu bringen, sondern vor allem darum, die bezahlung und den schutz der rechte an die gegebenheiten anzupassen und fair zu gestalten. auch die rechte die mit einer CC-lizenz lizensiert sind, sind durchsetzbar und zu schützen. das beste beispiel wie soetwas funktionieren kann, sind cory doctorows bücher, die er alle unter einer CC-lizenz veröffentlicht und zum download anbietet. trotzdem, oder gerade deshalb, erfreuen sich seine bücher allerbester verkaufszahlen. muss mario sixtus hunger leiden, weil „der elektrische reporter“ und „sixtus vs. lobo“ und „lost in deutschland“ unter CC lizensiert sind? im gegenteil. diese beispielen möchte jochen stahnke nicht mal ansatzweise nachgehen, weil er dann gedanken verschwenden müsste.
ich würde herrn stahnke empfehlen, die vorträg von lessig und doctorow einfach nochmal anzuschauen und zur abwechslung mal zuzuhören. kann natürlich sein, dass er kein englisch versteht.
[thomas knüwer meint auch, dass stahnke was falsch verstanden hat.]
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nicht dass ich da was gegen hätte, von mir aus kann beckmann seinen gästen alle meine videos zeigen, was mich aber wunderte war, dass beckmann das video in etwa folgendermassen ankündigte:
es gibts schon im internet eine wirkliche parodie dieses fotos, da hat sich jemand die mühe gemacht, alle kennen den autor nicht, aber das ganze etwas künstlerisch aufzuladen.
wenn beckmann betont den autor oder urheber von etwas nicht zu kennen, vor allem wenn er stets darum bemüht ist, wie ein journalist zu wirken, kann man ja davon ausgehen, dass er oder seine redaktion zumindest ein bisschen rumgefragt haben um diese wissenlücke zu stopfen. auch wenn manche journalisten-darsteller sich mittlerweile sogar mit ihrer unfähigkeit zu recherchieren öffentlich brüsten („Nachprüfen lässt sich für uns weder die eine, noch die andere Version.“) — beckmann hat mich nicht gefragt. weder per telefon, mail oder kommentar unter dem video.
kurz: beckman nimmt ein video aus meinem youtube-account, fragt weder woher es kommt noch obs OK ist es zu benutzen und behauptet im fernsehen, er wisse nicht wer das video gemacht hat.
am montag früh habe ich eine mail an die beckmann-redaktion geschrieben um nachzufragen ob man mit einem solchen vorgehen neue journalistische standards setzen möchte. aber ehrlichgesagt glaube ich es gibt gar keine redaktion für die sendung. der beckmann macht das alles selber, wie früher der sixtus. der arme mann ist schlicht überfordert. oder?
Er sieht aus wie Käse, schmeckt wie Käse, ist aber kein Käse. Denn beim so genannten „Analog-Käse“, einem Käse-Imitat, wurde das teure Milchfett gegen billiges Pflanzenfett ausgetauscht. Das ist zwar erlaubt - nur darf man das Produkt nicht mehr als „Käse“ bezeichnen.
[…]
Schätzungsweise an die 100.000 Tonnen Analog-Käse werden jährlich in Deutschland produziert. […] [Analog-Käse] verträgt bis zu 400 Grad Hitze. Selbst das robuste Teflon schmilzt bei 327 Grad. So können Fließband-Pizzas doppelt so schnell gebacken werden wie mit echtem Käse, der schon bei 200 Grad anbrennt.
was während der republica durchgehend nervte, war die immer wieder durchscheinende haltung, dass die organisatoren der republica dieses oder jenes nicht richtig gemacht hätten, diese oder jene gruppe benachteiligt hätten, diese oder jenes zu viel oder zu wenig betont hätten. ich hab ja nix gegen kritik, auch gegen kritik unter der gürtellinie, aber dieses diffuse, pauschale rumnörgeln nervt.
natürlich hätte man vieles auf der republica besser, anders, eleganter, pointierter, pünktlicher machen können, vor allem aber hätte man selbst etwas machen können. die aufrufe mitzumachen, hallen mir seit monaten in den ohren.
die republica war zu oberflächlich, zu belanglos, zu labertaschig? schlagt bessere themen und referenten vor, setzt euch selbst auf die podien. schreibt überzeugende blogs mit guten argumenten, ruft zu kampagnen auf, redet mit den politikern, geht in den bundestag oder auf ausschusssitzungen — und berichtet drüber. immer nur zu sagen „macht doch mal was“, „macht das mal besser“, nervt auf dauer.
das problem sind nicht nur „die da oben“, sondern dass von unten, von rechts, von links nix kommt, dass kaum einer bereit ist selbst was zu machen, selbst zu reden, selbst zu schreiben, sich hinzustellen und stellung oder prügel zu beziehen. ein klassiker unter bloggern ist ja, den journalisten (zu recht) mangelnde recherche, oberflächlichkeit oder die falschen themen vorzuwerfen. selbst zu telefonieren, selbst nachzufragen oder selbst recherchieren, dazu hat aber auch keiner bock. blogger weisen dann gerne darauf hin, dass man ohne presseausweis ja eh nix machen könne als von anderen seiten zu zitieren. was natürlich quark ist wer o-töne haben, mit politikern reden, auf einen parteitag oder in den bundestag will, bekommt das auch so hin — wenn er will.
politikern ahnungslosigkeit vom internet vorzuwerfen ist einfach, mach ich auch gerne, aber mit ihnen reden, dazu reichts dann meistens nicht. bei mir spielt oft die angst mit, dass es auffallen könnte, dass ich in bezug auf politik völlig ahnungslos bin. nur: ist das nicht auch genau der grund (neben zeitknappheit) mit dem sich die politiker vor dem internet drücken?
ich merke schon, das entwickelt sich hier zu einem rant gegen mich selbst, gegen meine eigene lahmarschigkeit. und tatsächlich bin ich frustriert, dass ich selbst ständig in dem chor derjenigen mitsinge, der das lied singt, wie scheisse alles ist, wie ahnungslos alle sind, wie dumm und verbohrt politiker sind. noch frustierter bin ich aber, wenn ich mit politikern rede, über politik nachdenke oder diskutiere und sehe, dass es keine einfache lösungen gibt, dass politik irre komplex ist und wohl auch sein muss und eben nicht vom „gesunden menschenverstand“ bestimmt wird. sondern von mehrheiten, stimmungen, polemik, strategie, kompromissen und menschen. und noch frustrierender: der einzige weg etwas zu verbessern ist es selbst zu versuchen, selbst etwas zu machen.
Es wird verflucht noch mal Zeit, dass die Akteure des Web 2.0, die Social Networker, Twitterer und vor allem die Blogger, von sich ablassen, die selbstbeschworene Macht ausüben und ihren Fokus auf die Probleme unserer Zeit richten! Vom Pathos hingerissen, möchte ich sagen: Nehmt die Zügel in die Hand, macht Stimmung im Land, reißt die Grenzen ein und zeigt der Politik wo der Hase läuft. Die Lippenbekenntnisse der großen Politik in Richtung Einigkeit im internationalen Handeln, und sei es nur auf europäischer Ebene, reichen erfahrungsgemäß bis zu dem Moment, wo es ernst wird. Jetzt ist die Lage ernst! Es ist genau der richtige Moment, in dem die Blogosphäre beweisen könnte, dass sie sich nicht dem politischen Verhalten anpasst. Welcher Rahmen böte sich hier besser an, als eine re:publica in diesen Tagen? Das Programm lässt leider anderes vermuten. Hübsch verklausuliertes Stochern um den heißen Brei herum. Nicht mehr tun das! Shift happens? Veränderung passiert nicht von alleine! What are you doing? At the moment I do democracy. Cause it’s my fucking job!
in der aktuellen brandeins (04/2009) witzigerweise auch:
Barbara Kellermann: Wir sehen Proteste in Island und Russland, aber die Leute hier wissen nicht einmal mehr, wie man Widerstand organisiert. Es herrscht unglaublich viel Wut und Zorn in der Blogosphäre — aber sich im Internet zu beklagen ist kein wirklicher Protest. Es kann gut sein, dass der Ärger einer handfesten Protestbewegung die Kraft entzieht. Es kann auch gut sein, dass die Menschen ihre Energien in die Fantasievorstellung kanalisiert haben, dass Obama sie auf wundersame Weise retten wird.
Damit sind wir wieder bei der Frage nach der Leadership-Industrie: Wir starren wie gebannt auf den Ritter in der strahlenden Rüstung.
manchmal quält mich das schreiben. besonders quälend ist es, wenn man mal was geschrieben hat, was einem ganz gut gefällt und man merkt, das das niveau am nächsten tag nicht mal ansatzweise zu halten ist. dann schreibt man sich nen wolf und heraus kommt nur langatmiger quark, den andere schon längst besser aufgeschrieben haben oder von anderen komplett dokumentiert wurde. früher half es mir beim verstehen von vorträgen oder diskussionen unentwegt notizen zu machen, danach alles runterzuschreiben und dabei über das gesagte nachzudenken und zu reflektieren. mittlerweile reflektiere ich lieber ohne mich mit dem schreiben zu quälen.
aber ich wollte was ganz anderes sagen. ich habe gemerkt, dass ich die kurzen zusammenfassungen vom dritten tag der republica, die ich gestern im zug von berlin nach hamburg zusammengeschrieben habe, auch kürzer (≤140 zeichen) fassen kann, beinahe ohne erkenntnisverlust:
lang: „jimbo“ wales
auf eines war auf der republica verlass: auf den terminkalender konnte man sich nicht verlassen. das passte heute früh ganz gut, statt zum vortrag von jimmy wales zu spät zu kommen („jimbo wales“ stand im programm — ich finde den spitznamen ja ein bisschen obzön), war ich dann viel zu früh, obwohl ich eigentlich zu spät war. nachdem ich einmal vor ein paar wochen gehört hatte was herr wales als honorar fü einen vortrag nimmt, waren meine erwartungen an den vortrag jedoch einen tick zu hoch. für einen saal voller email-ausdrucker wäre der vortrag sicher eine sensation gewesen, so war er nur so, naja mittelmässig. immerhin kenne ich jetzt alle möglichen statistischen eckdaten der wikipedia und von wikia, habe einiges über das wesen von enzyklopädien gelernt (sie sind nicht alles andere) und erfahren, dass es sich lohnen könnte mal nach muppets und matrix zu googlen und dass es mindestens einen besucher auf der republica gab, der nicht wusste das „wiki“ auf hawaianisch „schnell“ heisst.
kurz: jimmy wales, egal wieviel honorar er bekommen hat, war sein geld nicht wert. immerhin kenn ich jetzt die kennzahlen der wikipedia.
lang: rechte kann man nicht essen
danach sprach cory doctorow, ohne rechner und ohne powerpoint, nur mit ein paar zerknüllten papierfetzen vor sich. cory doctorow kann ich stundenlang zuhören und all seine argumente gegen DRM, „takedown notices“ udn diesen ganzen copyright-wahnsinn, die geltenmachung von urheberrechten für willkürliche zensurzwecke (gerade auch wieder aktuell von stefan niggemeier beleuchtet und in einem etwas anderem zusammenhang von der FAZ) sind so einleuchtend, so kristallklar, dass ich mich wundere, dass die verantwortlichen der medienndustrie nicht reihenweise mitglieder in der piratenpartei werden. ernsthaft.
[sind cory doctorows romane eigentlich lesenswert? hat die schonmal jemand gelesen?]
kurz: ich bin davon überzeugt, dass musikmanager oder filmbosse nach einem vortrag von cory doctorow sofort mitglied in der piratenpartei würden.
lang: dada-falafel
der falafel-mann am oranienburger tor war auch am zweiten tag grossartig. das haar im schawarma war glücklicherweise lang, dünn und blond — und nicht kurz, dick, gekräuselt und schwarz.
kurz: im dada-falafel am oranienburger tor ein haar und ein schawarma gegessen. http://is.gd/qHVc
lang: „katholische femministInnen — äh fundamentalistInnen“
die diskussion um die frage „Warum Babykotze genauso relevant ist wie das iPhone“ ist leider recht schnell in die 80er jahre abgeglitten. immerhin entstand eine lebhafte diskussion, wobei ich nicht genau verstand um was es eigentlich ging und warum der tonfall teilweise so irre aggressiv war. was ich verstanden habe: es ging nicht um babykotze und nicht ums ipohne, frauen stellen ihr licht gerne unter den scheffel und kraulen sich nicht gegenseitig die eier.
kurz: manchmal habe ich den eindruck, dass der grösste feind von frauen die frauen sind.
lang: politische blogs
diese diskussion war eine der interessanteren, auch wenn sie von einem als cherno jobatey verkleidetem und werner höfer imitierenden falk lueke moderiert wurde. kai biermann schreibt überzeugender als er spricht, julia seliger ist irre hibbelig und kommt auf dem podium exakt so rüber wie auf twitter und ihrem blog (humorlos, angriffslustig), markus beckedahl hat zwar kein charisma, kann mich aber immer wieder überzeugen und jens matheuszik war witziger als man denken sollte. inhaltlich ging es in etwa um folgendes: „mensch leute! macht doch selbst mal was!“
kurz: falk lueke hat sich als cherno jobatey verkleidet. #rp09
von der republica gabs gestern eigentlich nichts zu berichten. es ist nichts bemerkenswertes passiert, ausser dass den ganzen tag lang geredet wurde. vielleicht kann man die republica tatsächlich genau so zusammenfassen:
vom 1. bis zum 3 april redeten in berlin sehr viele leute miteinander.
ich bin übrigens zur republica gegangen ohne vorher einen blick ins programm zu werfen und ohne irgendetwas zu erwarten. ausser natürlich, ein paar leute zu treffen die reden und denen man zuhören kann und selbst ein bisschen zu reden, zu essen und zu trinken. insofern sind meine erwartungen nicht enttäuscht worden.
ein paar dinge haben mich gestern (und vorgestern) dann aber doch überrascht. zum beispiel das wetter. oder die erfahrung, dass radeberger um 15 uhr besser schmeckt, als um 23 uhr. ich überlege ob ich meinen lebensrhytmus künftig umstellen sollte, denn ich habe in den letzten wochen auch bemerkt, dass das mittagessen um 10:30 besser schmeckt als um 13 uhr. insofern sind meine erwartungen gestern sogar übertroffen worden.
gestern habe ich bemerkt, dass man auch mal gut einen tag ganz ohne internet verbringen kann.
naja fast. der vortrag von peter glaser war so inspirierend, dass ich mich danach fast eine stunde lang in den hof gesetzt habe und per umts meinen rss-reader leerzulesen. dabei habe ich mich wohl recht oft geräuspert. naja, ein paar emails hab ich auch gelesen und geschrieben, dann hab ich noch die fritzbox meiner eltern über einen ssl-tunnel ein bisschen umkonfiguriert, 1und1 verflucht und versucht den support von 1und1 zu kontaktieren. aber ins internet hab ich nix geschrieben, weder auf twitter noch hier. gab ja auch kaum internet gestern. geht ja auch ohne internet. nicht.
es wurde sehr viel geredet gestern. eigentlich besteht diese republica fast nur aus reden. peter schaar, manche nennen ihn auch „den schah“, fing morgens an zu reden, was hübsch anzusehen war was ganz interessant war, aber doch die entscheidende frage offen liess: wie können wir eigentlich unsere daten schützen? wenn ich peter schaar richtig verstanden habe, geht das (noch) nicht. ganz schrecklich wurde es nach peter schaar, beim zweiten vortrag des tages. da quälten drei deutsche sich und ihr publikum, weil sie den eindruck erwecken wollten, dass sie ihre vorträge auf englisch vortrugen. es gibt fast nichts peinlicheres, als wenn ein deutscher „ztudiwiehzieh“ oder „ztudiwiehzett“ sagt, wenn er über studiVZ redet. ach doch. wenn man das publikum auf englisch fragt ob „native speakers“ anwesend seien und man dann, wenn sich niemand meldet, unverdrossen weiter englisch stammelt (trotzdem war die twitterlesung toll!).
irgendwann redete markus hündgens. sein vortrag hinterliess mich ebenso ratlos wie herrn klein. was genau wollte er uns mitteilen? ich filme, also filme ich? hündgens wies zwar ziemlich stolz darauf hin, dass er mit twittpic bilder „bis zu einer stunde schneller als die agenturen“ veröffentlichen kann, aber die antwort auf die frage, worin genau der vorteil dieser geschwindigkeit liegt, liess er offen. was ist gut an diesem schnell? nur so nebenbei, ich fand das bild des abgestürzten flugzeugs im hudson river nicht gut weil es schnell war, sondern weil es gut war.
ich habe dann auch irgendwann, so gegen die mittagszeit angefangen zu reden. auf der treppe, an der theke, im hof, beim falaffelmann. meistens versucht man in den gesprächen abgebrochene email-konversationen weiterzuführen („tut mir leid, dass das mit den tickets nicht geklappt hat“), aufgeschnappten tratsch zu verifizieren („bist du jetzt echt wieder single?“) oder mit in blogs angelesenem wissen zu glänzen („ist das dein hochzeitsanzug?“). auch wenn ix gestern ein paar neue gesichter kennenlernen durfte („ich bin der den du vor nem jahr mal gedisst hast“, „ich les dich“), sind die gespräche und gesprächspartner zum grossen teil exakt die gleichen wie vor einem jahr. hört sich doof an, ist aber ziemlich angenehm. weniger angenehm dürften die interviews sein, zu denen die veranstalter von diesen berichterstattern gezwungen werden. irgendwann gestern platzte es aus aus markus beckedahl raus. in einer interview-pause, meinte er, dass er ein bisschen müde sei, immer wieder blogs für über 60jährige zu erklären.
am besten von allen reden konnte übrigens lawrence lessig. teilweise fühlte ich mich an einer der besseren folgen von „boston legal“ erinnert. spätestens als eines meiner boston-legal-lieblingswörter auf die leinwand fiel: „OUTRAGEOUS“. gegen lessig ist alan shore ne null. natürlich auch, weil shore ohne apples „keynote“ arbeitet.
was ix mich auch fragte:
wer hat nochmal gesagt, dass wir uns vom qualitätsjournalismus hin zum quantitätsjournalismus bewegen?
wo war frank westphal?
ist jens schröder gewachsen?
färbt sich don dahlmann die haare grau?
bekommt mario sixtus den lawrence lessig-award (in messing), weil er dem 2DF und 3SAT CC-lizenzen aufgeschwatzt hat?
wer hört eigentlich noch radio?
warum behauptet thomas knüwer, heiko hebig habe getwittert „Wenn ich groß bin, möchte ich so vortragen können wie Lessig.“ obwohl er nur twitterte „lessig. rocks.“?