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_microsoft pennt

mein xda-taschentelefon ist gar nicht mal so doof. voller stolz, mit einem eigenen hinweis, vermeldete es am sonntag morgen, als ich ihn meines ersten blickes würdigte, dass es die sommerzeit auf winterzeit umgestellt habe. meine anderen uhren, der funk-wecker und die uhr in meinem macbook stellten die zeit ohne ansage, einfach so um.

aber — und ich halte das für microsoft-typisch — so richtig wollte der xda sich dann doch nicht auf die winterzeit einstellen. ich habe den xda angewiesen, mich montags morgens stets um viertel vor fünf zu wecken. aus irgendeinem unerfindlichem grund weckte mich der xda heute aber um viertel vor vier, also eigentlich 4:45h nach sommerzeit. leider bemerkte ich diese grandiose fehlleistung heute früh erst auf dem s-bahnsteig. als ich mich dann um vier für eine weitere stunde ins bett legte hatte ich ausreichend zeit über microsofts programmierkünste nachzudenken. ich fragte mich beim einschlafen, ob bei microsoft niemand jemals die 2001 features testet, die man in windows (mobile) einbaut oder ob das sogar absicht sei und man bei microsoft irgendeiner verqueren logik folge, die ich nicht verstehe. vielleicht ist es ja logisch, dass ein wecker, den man auf montags 4:45h stellt, einen um 3:45h weckt, wenn am tag vorher die sommerzeit zur winterzeit wechselt? nur warum zeigt die weckzeit dann unverdrossen 4:45h an?

vielleicht sollte ich mir keine weiteren grossen gedanken drum machen und bei meinem vorurteil bleiben, dass microsoft absichtlich schrott produziert oder einfach unfähig ist.

felix schwenzel
27.10.2008 22:00 uhr





_der elektrische reporter sendet wieder

bald:
Ab 28.11. geht es hier weiter - frisch renoviert und ganz neu angestrichen. Mehr dazu demnächst. Bleiben Sie am Apparat! [quelle]
aber so lange bleibe ich jetzt nicht am apparat.

[nachtrag 27.10.2008]
der eletrische reporter sendet künftig auch im fernsehen. irgendein sender den man nur mit irgendwelchem digitalen gedöns empfangen kann, aber immerhin. berichtet meedia.

felix schwenzel
25.10.2008 22:51 uhr



_„bräsige Arroganz“

das ZDF entlarvt sich selbst, stefan niggemeier hilft dabei es kristallklar zu erkennen, ws für ein armseliger, kleinkarierter und seichter sender das zdf ist.

felix schwenzel
23.10.2008 16:08 uhr



_freiheit am hindukusch

so richtig beeindruckendende fortschritte macht die leicht blutige demokratisierungsoffensive der us-armee und bundeswehr in afghanistan noch nicht: zwanzig jahre knast für den ausdruck und das verteilen eines flugblattes zu frauenrechten. zuerst wurde parwez kambakhsh vor einem jahr wegen „blashemie“ zum tode verurteilt, jetzt wurde die strafe zu 20 jahren knast umgewandelt.

obwohl, vielleicht passt das ja, manche wollen ja auch blasphemie in bayern wieder härter bestrafen.

felix schwenzel
23.10.2008 09:35 uhr



_web2expo, zweiter tag

der zweite tag auf der web2.0expo fing heute bei mir im bett an. weil ich ein höflicher mensch bin, habe ich gestern das klingelgeräusch meines taschentelefons zur expo abgestellt und leider am abend nicht mehr reaktiviert, so dass ich als markus beckedahl über cc-lizenzen sprach noch am frühstücken war. dafür habe ich mir dann gina poole angehört, die über die praktische nutzung von web2.0-anwendnungen, oder genauer sozialen-webanwendungen bei ibm sprach. ich fand das ziemlich interessant und angeehm vorgetragen. gina poole achtete vor allem darauf nicht allzuviel pr-gewäsch zu blubbern, sprach von der praxis, den erfolgen und schwierigkeiten ohne dass man das gefühl bekam sie wolle werbung für ibm-produkte machen (hier die folien von gina poole). ganz im gegenteil zu robin daniels von salesforce.com, bzw. force.com, der sich noch nichtmal mühe gab ein ganz klein wenig neutral zu wirken und knallhart marketing-stuss absonderte. vertriebler, egal ob am telefon oder hinter einem podium lösen bei mir fluchtreflexe aus. nach 10 minuten (davon gingen acht für einen uneraträglichen force.com-werbefilm drauf) verliess ich den raum.

interessant am mittag war noch rafi haladjian von violet.net, der über vernetzte alltagsgegenstände sprach. violet.net bietet einen einfachen, günstigen rfid-leser an („mirror“), der aufklebbare rfid-tags („ztamps“) einliest, mit eine datenbank im netz abgleicht und dann einen angeschlossenen computer vordefinierte aktionen ausführen lässt. das wedeln mit regenschirm vorm rechner, könnte dann beispielsweise auslösen, dass der rechner den wetterbericht vorliest. hört sich doof an, war aber dank der kurzen, prägnanten und witzigen präsentation von rafi haladjian ziemlich beeindruckend („what are our goals? first step: connect rabbits, second step: connet everything else.“). wenn ich recht gelauscht habe, schreibt torsten kleinz vom reisebüro redaktionsbüro kleinz morgen für heise etwas darüber. gegen 17 uhr habe ich die expo noch entspannter und ausgeschlafener als gestern verlassen.

felix schwenzel
22.10.2008 20:11 uhr



_web2expo, erster tag

abgesehen davon, dass es ungefähr 200 offizielle, teilweise völlig blödsinnige tags zum verschlagworten von tweets, blogeinträgen und fotos gibt (#w2eb #w2e #w2e_ux #w2e_europe #w2e_europe08 #web2expoEU #web2expoEU08) scheint mir die #web2.0expo2008europe prima organisiert. es gab keine probleme beim akkreditieren, es gibt essen aus porzellan-schalen, statt aus tüten und der ort ist sehr benutzerfreundlich mitten in mitte im bcc. die berlinblase hat einen videodurchlauf gefilm, der einem einen ganz guten eindruck vom berliner congress center verschafft.

apropos berlinblase, die jungs und mädchen decken die veranstaltung mit ihrem live-getwitter, live-geblogge und so prima ab, so dass man eigentlich gleich zuhause bleiben kann. aber auch wenn man im bcc ist, ist man dank mitte nur schritte vom nächsten kaffee-latte oder sushi oder burger entfernt.

kein grund zur klage auch bezüglich tim o’really reillys eröffnungsrede. die keynote war zwar gut, was aber nicht unbedingt ein grund ist, tim o’reilly gleich in den arm zu nehmen, was yossi vardi nach der rede umgehend tat. yossi vardi kannte ich bisher nur als den mann, der hubert burda auf der bühne küsste. da scheint eine methode hinter zu stehen.

tim o’reilly schaffte es, der internet-branche ganz obama-mässig in zeiten der finanzkrise gleich mit zwei „robusten strategien“ hoffnung und sinn zu verleihen: die zwei workshops die ich mir bisher angesehen habe waren sehr OK, wenn man sich das was man sich so über das web durch anschauung, erfahrung und ausprobieren gerne von hochbezahlten, eigens eingeflogenen amerikanern oder ausralierinnen bestätigen lassen möchte. das klingt jetzt arrogant, ist aber gar nicht so gemeint.

dion hinchcliffe beispielsweise hat demonstriert, dass er ein enormes fachwissen in sich rumträgt und tolle, bunte diagramme mit buzzwords und technologien malen (lassen) kann und dass man durch das einordnen von bekanntem durchaus neue perspektiven auf ebendieses gewinnen kann.

und darauf, auf die folien von leisa reichelts vortrags auf slideshare nochmal einen blick zu werfen, freu ich mich sehr. sie hat viele kluge, interessante sachen zitiert und viele quellen zur vertiefung des themas usability genannt, aber leider auch immer ungefähr 20 bis 30 sätze zu lange gebraucht bis sie zum eigentlichen punkt kam. zuviel smalltalk hinter dem podium macht mich fertig. manchmal wünsche ich mir eine speaker-fast-forward-taste.

einen vorteil hatte die relativ leichte kost des ersten tages allerdings: es war sehr entspannend.

[nachtrag]
leisa reichelts folien [via]

felix schwenzel
21.10.2008 23:55 uhr



_mccain

mir fallen gerade lauter doofe fragen zu john mccains namen ein. macht der eigentlich auch wahlkampf bei mcdonalds? gäbe es einen „mccain“ bei mcdonalds, würde man ihn dann auch mit käse bekommen? wurde nicht gerade ein auf einem PC-spiel basierend ein film gedreht der john mcpain heisst?

apropos mccain. peter breuer hat mir eben dieses bild geschickt.


felix schwenzel
21.10.2008 19:01 uhr



_assoziations-dings

dieser kommentar zum kommentar zu diesem video gefällt mir, auch wenn ich kein adjektiv abbekommen habe:
Warum eigentlich schmeißen sich die TV-Fritzen in der Regel immer auf die drei gleichen Hirnis: Den blödelnden Irokesen, den Pseudointellektuellen aus Düsseldoof und Felix Schwenzel. Aua!
kann das jemand erklären, dass leute die sascha lobo und mario sixtus sehen, auch an felix schwenzel denken? #

felix schwenzel
21.10.2008 15:15 uhr



_wasserfall

felix schwenzel
21.10.2008 00:26 uhr
| fotos



_hallo herr jakobs!

anke gröner:
Ich habe mein SZ-Abo gekündigt, weil ich sueddeutsche.de unter aller Würde finde. Und ich weiß nicht, warum eine so gute Zeitung wie die SZ es nicht schafft, ein entsprechendes Onlineangebot hinzukriegen. (weiterlesen)

felix schwenzel
20.10.2008 14:41 uhr



_exklusiver zugang über google?

was philipp lenssen hier über ein neues google-feature schreibt ist ziemlich interessant. google bietet sites mit verschlossenen oder zu bezahlenden inhalten an diese zu indexieren, wenn sie google-benutzern diese inhalte kostenlos zur verfügug stellen.

ich hab so ein gefühl, dass google hier einen entscheidenden schritt zu weit geht und sich von mehreren seiten gehörigen ärger einhandeln könnte. bisher hat google immer versucht, bei neuen projekten oder features kritikern den wind aus den segeln zu nehmen, indem man sich zur quelloffenheit oder grösstmöglicher transparenz bekannte oder die konkurenz gleich mit ins boot holte. das XML-sitemap-protokoll ist so ein fall oder die weiterentwicklung des robots.txt-formats.

dieses „first click free“-dings stinkt meiner meinung nach einen ticken zu viel nach unfairer ausnutzung einer marktbeherrschenden stellung. ausserdem verlässt google seine bisherige, relativ neutrale position und wählt einen technisch minderwertigen und völlig blödsinnigen weg bei der umsetzung dieses features.

ich glaube dieser schuss ins google-knie könnte als kopfschuss enden.

[bei philipp lenssen weiterlesen.]

felix schwenzel
20.10.2008 14:28 uhr



_focus.de vs. spiegel.de

am samstag in hamburg sah ich den chefredakteure von spiegel.de und focus.de dabei zu, wie sie sich bemühten ihren jeweiligen online-auftritten journalistische qualität, markt- und meinungsführerschaft zuzuschreiben. spiegel.de lese ich zwar sehr selten, würde der nachrichtensite aber attestieren lernfähig und, abgesehen von sporadischem abgleiten ins unerträglich boulevardesque oder tittenblattige, ziemlich informativ zu sein. focus.de zieht völlig unbeachtet an mir vorbei, lediglich sein chefredakteur inspieriert mich hin und wieder zu lobeshymnen.

also habe ich mir gedacht, schau dir die beiden sites doch mal zusammen an und vor allem, guck mal, ob focus.de vielleicht doch brauchbarer oder lesenswerter als das blatt selbst ist (das blatt werde ich nach einem testkauf vor vielen jahren, noch nicht einmal mehr mit der kneifzange oder beim friseur anfassen).

heute abend, nachdem ich den halben tag übernächtigt und erschöpft im bett verbracht habe und die andere hälfte kaffee-trinkend und fas-lesend im kaffee — also völlig ahnungslos von der aktuellen weltlage war — habe ich parallell beide seiten aufgerufen um mich auf den letzten stand der dinge zu bringen.

spiegel.de machte mit der meldung auf, dass colin powell barack obama unterstütze: „Powell zieht für Obama in den Wahlkampf“, focus mit der meldung, dass frank-walter steinmeier „bauchschmerzen“ (wegen hessen) habe. hessen und steinmeier interessierten mich heute abend nicht, der erste klick ging an spiegel.de. der artikel im spiegel.de über colin powell war informativ und ziemlich OK. auf focus.de ist die story an zweiter stelle und mit „Bushs Ex-Außenminister unterstützt Obama“ überschrieben. das ist etwas genauer als spons „Powell zieht für Obama in den Wahlkampf“, da, wie ich sowohl auf spiegel.de, als auch focus.de las, powell nur seine bereitschaft für obama in den wahlkampf zu ziehen erklärte. eigentümlich, dass ich nur auf focus.de lese, dass mccain in umfragen „gewaltig“ aufhole: „Obama dürfte sich über die Unterstützung freuen, zumal sein Kontrahent, der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain, nur noch drei Prozentpunkte zurück liegt. Das ergaben Umfragen, die im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters und C-Span erhoben wurden.“ auf spiegel.de keine silbe von diesen umfragen.

die ergebnisse des formel1-rennen heute früh interessierten mich auch, da ich das rennen komplett verpennt hatte. sowohl spiegel.de, als auch focus.de war das rennen keinen aufmacher mehr wert. artikel über das rennen waren auf beiden seiten an die zweite stelle der sport-teaser gerutscht, bei spiegel.de unter eine fussball-meldung, auf focus.de unter einen omninöse teaser auf denen man ameriaknische cheerleader erkennen kann die ihre ärsche in die kamera recken, was der teaser-textende focus-redakteur „Verwirrende Cheerleader-Posen“ nannte. mich machen solche arsch-und-titten-teaser wahnsinnig aggressiv. selbst wenn so ein aufgeilungs-schrott kräftig geklickt wird, wie kann sich ein chefredakteur ohne rot zu werden auf ein podium setzen und von qualität schwadronieren? spiegel.de ist da auch nicht so viel besser, verpackt seine arsch-und-titten-story aber feuilleton-artig als besprechung eines fotobandes.

der focus.de-formel1-artikel auf der homepage beschränkt sich leider auf die ferrari-stallorder („Formel 1: Übler Stallordergeruch“), nicht schlecht geschrieben, aber weder fand ich im artikel einen hinweis auf eien zusammenfassung des ganzen rennens, noch hatte ich lust mich durch die focus.de-ressortübersicht durchzuklicken um einen zu finden. ausserdem war der artikel auf zwei seiten verteilt, was mich nach dem aufgeil-arsch-teaser innerhalb von zwei minuten erneut voll aggro werden liess. die spiegel.de-rennzusammenfassung („Hamilton-Sieg in China: Silberpfeil zielt auf Gold“) war sauber geschrieben, informativ und am ende wusste ich alles was ich wissen wollte — im gegenteil zum focus.de, der mich nur partiell informierte.

was mich auch interessierte, auch wenn ich schon ein paar stunden vorher das original gesehen hatte, war der auftritt von sarah palin bei saturday night live. spiegel.de titelt „Saturday-Night-Live-Auftritt: Sarah Palin floppt in der Comedy-Show“, focus.de „Gute Miene zu böser TV-Parodie“. die überschriften zeigen deutlich, dass sowohl spiegel.de als auch focus.de windschief sind: spiegel.de neigt sich nach links, focus.de nach rechts. ich tendiere rein subjektiv zur spiegel.de-perspektive, zumal ich tina fey nicht böse, sondern urkomisch finde.

focus.de schreibt über den fernsehauftritt palins eine kurze zusammenfassung, die OK ist, aber keine sonderliche tiefe aufweist. vor allem gibts keinen link zur show oder zu einem video. bei spiegel.de schon. ausserdem schreibt sich marc pitzke aus „new york“ (warum muss man das betonen?) einen wolf, liefert sehr viele hintergrund- und nebeninformationen, so dass ich mich auch hier von spiegel.de ungefähr 34mal besser informiert fühle.

meine aufmerksamkeitsspanne ist bei spiegel.de nun erschöpft, ausser den oben beschriebenen artikeln erregt nichts weiter mein interesse. focus.de hat irgendwo am unteren ende der seite noch eine meldung die ich klicke: „Apple-Interview mit kuriosen Momenten“. auf der homepage wird angekündigt: „Apple gilt als höchst verschwiegenes Unternehmen ─ doch FOCUS-Redakteur Ulf Hanneman konnte mit Vertriebsvorstand Ron Johnson sprechen.“ nach dem klick wird schnell klar, dass focus.de mich hier erneut zu verarschen versucht. der artikel ist lediglich ein hohler teaser, diesmal nicht mit arsch und titten, sondern mit äpfeln. nach drei absätzen in denen lediglich über den unglaublichen, unfassbaren widrigen interview-bedingungen lamentiert wird, lese ich: „Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen FOCUS-Ausgabe auf Seite 130.“

nein, focus.de, spar dir deine werbe-imperative. ganz sicher lese ich das nicht.

vielleicht bin ich ja zu anspruchsvoll, zu erwarten, auf einer nachrichtenseite umfassend informiert zu werden, hinter teasern das zu erwarten was im teaser steht und von altmänner-titten-und-arsch-ködern verschont zu bleiben. fakt ist, ausser dem etwas besseren colin-powell-artikel hatte der focus.de keine chance gegen spiegel.de. im gegenteil, vom focus.de kam ich mir auch noch mehrfach verschauckelt vor. wenns um mein subjektives informationsbedürfnis geht, kommt mir spiegel.de sehr viel mehr entgegen. den ranzigen eindruck den ich vom focus auf papier habe, konnte die online-version nicht abschütteln. spiegel.de schafft das einigermassen.

felix schwenzel
19.10.2008 22:43 uhr



_zeugnissverweigerungsrecht

wenn ich als schüler etwas vom zeugnissverweigerungsrecht gewusst hätte, wäre mein notenspiegel sicher besser gewesen.

felix schwenzel
19.10.2008 03:14 uhr
| super witze, selbstgemacht



_alicia keys

heuet abend hat mich o2 in die o2-arena eingeladen um mir das alicia keys konzert anzuhören. das hatte mit dem von ethority organisierten xda-projekt zu tun, bei dem zwei blogger (er und ix) und vier forums-affine menschen einen xda und eine telefonflatrate zum testen bekamen und darüber schreiben sollten.

im rahmen dieses projektes sollten also mal alle teilnehmer zusammenkommen und bekamen auf den xda und die 6-monatige-o2-flatrate also noch eine konzertkarte und eine premium-dings-zugangs-karte. damit sollten kost und logis kostenlos sein. weil ich vorher noch in hamburg war, kam ich etwas später und erfuhr erst nach der schrecklichen vorgruppe, dass ich meine premium-dings-karte in ein blaues armband umwandeln könne, mit dem ich dann frei saufen und eine vorspeise und ein hauptgericht essen dürfte.

als mir nach einer halben stunde alicia keys die ohren klingelten (o2 arena, ohren klingeln: höhö), ging ich raus um in der premium-lounge ein bier zu trinken. leider konnten mir weder die kellner oder die zahlreichen anderen rumstehenden aufpasser, kartenabreisser kartenscanner und sicherheitsleute sagen wo ich dieses ominöse blaue band bekommen würde. selbst die voll wichtig aussehende dame an die mich ein nicht minder wichtig aussehender kartenscanner verwies, konnte mir das nicht sagen. und das, obwohl die dame sogar ein klemmbrett trug, also definitiv die wichtigste von allen in sichtweite sein musste. so ging ich übelgelaunt zurück zur bar und liess die herumstehenden, zahlreichen, wichtig aussehenden angestellten weiter wichtige abstimmungsgespräche führen, wo sich, als ich schon für mein bier bezahlen wollte, eine bardame meines premium-dings-passes erbarmte und mir das bier so gab und mich endlich mal ein bisschen wichtig fühlen liess.

zu essen bekam ich nach dem konzert auch noch ein bisschen (crabmeat-burger mit mango und chili von „borcherts-catering“ — war triefig, aber ganz OK), aber nur weil sich unser ethority-gastgeber verbal kräftig ins zeug legte.

das konzert war so lala. irgendwer meinte hinterher „gute show“. kann ich nicht sagen. alicia keys sprang zuerst ein bisschen auf der bühne rum, setzte sich dann irgendwann an den flügel und liess ihre band rumspringen. sie hat die ganze zeit gesungen, was lobenswert ist, und leider zwischenzeitlich auch immer wieder geredet, was grausam war. sänger sollten nicht reden, genauso wie moderatoren nicht singen sollten. beides ist peinlich, vor allem wenn man seinem publikum verbal in den hintern steigt um dafür applaus einzuheimsen und das dann auch noch 5mal textgleich wiederholt.

ich bin mittlerweile so weit, dass ich musik nur noch mit einer „skip“-taste ertrage. zuhause kann ich schreckliche lieder vorspulen, im konzert muss man sie unerbittlich ertragen. leider hat alicia keys einige unerträgliche lieder im repertoire, bei denen sie mitunter auch ganz schrecklich laut singt. ihre stimme ist ja durchaus angenehm, sie dringt mir teilweise auch unter die haut und erzeugt eine leichte gänsehaut, aber 1,5 stunden sind dann doch ungefähr 1,2 stunden zu viel für mich.

die o2-arena ist jetzt ungefähr 5 wochen alt und schon ganz enorm runtergerockt. aus den armlehnen kam bereits der schaumstoff gequollen, die toiletten sehen aus und riechen wie bei die mir zuhause und die halle hat den charme eines fünf jahre alten ikea-warenlagers (auch farblich). bei der gastronomie im „premium“-bereich erwartet man dann auch eher borcherts-köttbülar und wird auch ähnlich zuvorkommend bedient. nur die kostenlose babynahrung und free-refills fehlen.

eine stunde nach dem konzert wurden wir vor die wahl gestellt uns einschliessen zu lassen, oder zu gehen. das mit dem premium-service muss man in der o2-arena noch ein wenig üben. sonst wars aber super. echt.

felix schwenzel
19.10.2008 02:56 uhr



_ode an jochen wegner

jochen wegner ist der barack obama des focus. ich kann das heft nicht leiden und der online auftritt rauscht komplett an meiner aufmerksamkeitsschwelle vorbei. ich glaube zum letzten mal hab ich die focus.de-seite zur cebit aufgerufen. oder zur fussball wm. ich frage mich gerade obs schonmal nen focus.de-artikel in rivva (huch: rivva-leitmedien platz 433) gab? wegner hingegen finde ich super.

jochen wegner würde ich, wenn er auf podien spricht, sogar hinterherreisen. wenn er auf einem podium etwas sagt, halte ich das immer für wahnsinnig intelligent (hier ist kein ironietag versteckt!) und er kommt mir völlig uneitel und sympathisch vor. wenn ich markwort sehe, platzt er vor eitelkeit, redet populistisches, seichtest, uninteressantes zeug und ich fühle mich durch ihn bestätigt, dass focus ein käseblatt ist.

wegner verleiht dem focus ein menschliches antlitz, er gibt mir das gefühl, wenn ich ihn reden höre, das focus.de doch ein profundes, interessantes produkt sein könnte. wenn wegner barack obama ist, ist helmut markwort george w. bush. er personifiziert alles was mir am gedruckten focus (und am journalismus) unsympathisch ist: oberflächlichkeit, populismus, rechtslastiger kampagnen-journalismus, selbstverliebtheit, infotainment und humorlosigkeit.

wegner gab mir heute hoffnung, dass das mit dem onlinejournalismus in deutschland doch noch was werden könnte. heute auf dem erste podium der veranstaltung „besser online“ sass er zusammen mit stefan keuchel, dem aalglatten presssprecher von google, manfred hart, dem stammelnden und offenbar an einer schweren argumente-allergie leidenen chefredakteur von bild.de, wolfgang büchner, dem haarigen, aber ziemlich überzeugenden chefredakteur von spiegel-online und jörg sadrozinski, dem redaktionsleiter von tagesschau.de, dem man jede gremiensitzung die er erleiden musste, an seiner bürokratisch-differenziert sprache ablesen kann, auf dem podium (ausser sadrozinski sprach niemand von „journalistinnen und journalisten“ und ausser der moderatorin michaela skott, war niemand so sehr (vergeblich) auf ausgleich bemüht wie er).

obwohl frau skott in der tat „die unerträgliche kunst, aus spannenden diskussionen durch zwischenmoderationen die luft zu nehmen“ beherrscht, bliebe dank wegner (und büchner) am ende der diskussion hoffnung.

hoffnung, dass es leute gibt die das internet verstehen, oder genauer verstehen wollen und die potenziale und chancen erkennen und daraus, im besten falle, guten journalismus machen. am deutlichsten zeigte sich das für mich bei der diskussion, als es um google ging. verleger und chefredakteure haben ja ein ziemlich gespaltenes verhältnis zu google. einerseits schaufelt google ihnen massig traffic ins haus, wegner meinte bei focus seien es 40%, bei anderen blättern auch gut und gerne mal 60-70%. andererseits argmentieren viele, vor allem belgische, zeitungsverleger, dass das was google und google-news mache content-klau und parasitär sei. oder wie manfred hart von bild.de nebulös sagte, journalisten mögen es nicht, wie gogle mit ihnen umgeht. wenn ich mich recht erinnerte behauptete er sogar, dass die uraufgaben des journalismus, recherche, einordung und zusammenfassung von ereignissen von google „verhindert“ (oder verändert?) würden. wegner reicherte harts worte mit ein paar durchaus nachvollziehbaren und klugen argumenten an: das problem mit google sei vor allem die mangelnde transparenz. die regeln nach denen google beispielsweise hin und wieder webseiten abstraft, seien nicht transparent, bzw. schwer nachvollziehbar bis willkürlich. zumindest sei es schwer herauszufinden, wenn man mal aus dem index geflogen sei, weshalb und was man tun kann um wieder reinzukommen. google werde durch sein quasi-monopol in deutschland, wo ca. 90% der internetnutzer google als suchmaschine nutzen, zu einer art neuem gatekeeper (kein wunder dass da journalisten fuchsig werden).

der pressesprecher von google wich dem mangelnde-transparenz-vorwurf geschickt aus, indem er antwortete, er könne das nicht nachvollziehen, warum google zum feindbild stilisiert würde. er häte auch extra mal die definition von monopol nachgeschlagen (ich auch). google sei nunmal einfach eine suchmaschine (was so auch nicht mehr wirklich stimmt) die sich durchaus harter konkurenz ausgesetzt sehe: microsoft, yahoo, äh, ich glaube er nannte auch eine dritte, aber die fällt mir jetzt partout nicht mehr ein. dass google mit yahoo bei der online werbung zusammenarbeiten (möchte) vergass er zu erwähnen. dafür wies er darauf hin, dass die benutzer ja auch über soziale netzwerke, facebook, twitter, myspace an informationen kämen, dass man das mit der starken stellung von google also nicht überbewerten solle. dass google auch im bereich soziale netzwerke schwere geschütze gegen die konkurenz auffährt und man mit myspace eine milliardenschwere werbe-kooperation hat, erwähnte er auch nicht (das präzisierte wegner später, als er sagte, google werde mehr und mehr zum „web“ selbst). aber er wurde nicht müde, zu betonen, dass google vielen webseiten sehr viel traffic zuspüle, auch kleineren seiten. traffic, den wegner übrigens sehr hochwertig nannte. leser, die von google kämen seien im nutzerverhalten kaum von denen zu unterscheiden, die über die homepage kämen.

zu suchmaschinen und suchmaschinenoptimierung sagte wegner auch noch zwei dinge die mir aus der seele sprachen. für ein schlechtes produkt könne man so viel werbung machen wie man wolle, nur wird dadurch das schlechte produkt nicht besser. im gegenteil, mehr leute bemerken, dass das produkt schlecht ist. insofern störe ihn exessive suchmaschinenoptimierung bei der konkurenz gar nicht. im gegenteil, manchmal wünsche er sich beim lesen von papier-zeitungen, dass man dort mal ein bisschen suchmaschinenoptimierung betreibe. gute suchmaschinenoptimierung, beispielsweise mit überschriften die auch mal was mit dem inhalt des artiels zu tun hätten, helfe den lesern eben auch, das wichtige auf einen blick zu erkennen.

wolfgang büchner, von spiegle online stiess in das selbe horn: an erster stelle käme die qualität, dann erst solle man sich um reichweite kümmern und dann um monetarisierung. am anfang der diskussion scherze büchner auch mit manfred hart, der ihm androhte, dass bild.de nächstes jahr spiegel online bei den leserzahlen überholen würde, dass ihm das wirklich nix ausmachen würde, solange man sie nicht bei der qualität überholten. das befürchte er allerdings nicht.

und nochetwas beeindruckte mich an wegners ausführungen. bei focus.de habe man workflows im content-managment-system entwickelt und umgesetzt, die die redakteure dazu anhalten auf leserkommentare mit inhaltlicher kritik oder korrekturvorschlägen zu reagieren, entweder in kommentarform oder durch eine korrektur des artikels.

und um diese eloge auf jochen wegner endlich abzuschliessen, möchte ich noch eines erwähnen was er sagte und was sich entweder als prophetisch oder einfach blöd dahin gesagt herausstellen könnte: er könne sich vorstellen, dass angesichts des stetig weiterwachsenden suchmaschinen-traffics, dem vormarsch von aggregatoren und feedreadern, journalisten in zukunft vielleicht reine feedproduzenten werden. angesichts meiner feedburner zahlen (konstant um die 3000 abos) und dagegen beinahe lächerlichen leserzahlen, könnte da was dran sein.

was mir ausserdem noch so auffiel:
  • niemand trug schlips
  • ausser wegner sagten auch andere viele kluge sachen, aber die hab ich mir offenbar nciht aufgeschrieben — oder die notizen verloren
  • es wurde mehr fotografiert als getwittert
  • es gab kein bier
  • christian jakubetz schrieb sich einen wolf, was sich ziemlich gut liest, aber beim tippen sehr laut war.
  • journalisten mangelt es manchmal an humor. (mir auch).
  • ich habe mich, drei bis viermal (zweimal nach aufforderung) zu wort gemeldet und jedesmal nachdem ich aufhörte zu reden das gefühl, mich um kopf und kragen geredet zu haben.
  • nach der diskussion zwischen stefan niggemeier und lutz tillmanns kam ich zur erkenntnis, dass der deutsche presserat „kokolores“ ist. leider hab ich das auch laut gesagt.
  • bei alexander svensson „besser trendig“-veranstaltung habe ich gelernt, dass es einen sogenannten „gartner hype cycle“ gibt.
  • nach zwei brötchen in der zwölf-uhr-pause konnte ich bis 17 uhr 30 nichts mehr essen.
[nachtrag 19.10.2008]
peter schink hat die erste podiumsdiskussion schön knapp zusammengefasst.
alexander svensson hat seine folien online.

[nachtrag 22.10.2008]
jochen wegner hat sich am samstag sechs minuten vor der kamera zu den plänen von focus.de geäussert, wie ix finde sehr interessant. ich habe mich auch zu irgendwas geäussert. achso, stefan niggemeier auch.

felix schwenzel
19.10.2008 02:11 uhr



_hybrisverlage

dieser artikel von peter glaser ist ein augenöffner. ein augenöffner dafür, dass die deutschen (und wahrscheinlich auch alle anderen) zeitungsverlage online bisher so einigermassen alles vergeigt haben was zu vergeigen ist.

das konzept bezahlter inhalte war kein irrweg, es war von anfang an dumm. es war dumm zu glauben, dass leser massenhaft für inhalte, für nachrichten bezahlen würden. es war vor allem auch von anfang an verlogen zu behaupten, für „qualitätsjournalismus“ müsse der leser eben zahlen. die währung mit der zeitungsverleger schon immer kalkulierten ist aufmerksamkeit. die auflage einer (papier-) zeitung misst nicht die einnahmen aus dem verkauf, sondern die reichweite, die aufmerksamkeit die ihr die leser schenken. diese aufmerksamkeit lässt sich wiederum mit werbeeinnahmen vergolden. auch wenn es in deutschland bis jetzt kaum gratis-zeitungen gibt, waren zeitungen genau betrachtet schon immer kostenlos. zeitungen und zeitschriften liegen in cafés aus, beim friseur, im flugzeug, sie werden in lesezirkeln in umlauf gebracht, selbst in der dunklen zeit ohne internet, lagen bei mir zuhause stets mehrere zeitungen und zeitschriften auf dem küchentisch aus, die ich kostenlos lesen konnte. aber zeitungen wurden doch auch immer verkauft? janee. die kosten eine zeitung zu drucken und zu vertreiben übersteigen den verkaufspreis bei weitem. papier, druck und vertrieb einer zeitung die für 80 cent verkauft wird, dürfe den verlag so um die zwei euro fünfzig kosten. und bei abos zählt nicht der abopreis, sondern die bindung der abonnenten die wiederum in werbeerlöse umzusetzen ist.

zeitungen und zeitschriften finanzieren sich schon immer aus den werbeeinnahmen.

aber die verleger meinten sie seien pfiffig genug und könnten mal eben im internet ein neues geschäftsmodell kreieren; sich über den verkauf refinanzieren, statt über werbung. dieses modell ist komplett in die hose gegangen, zeitungen verloren aufmerksamkeit, relevanz, bedeutung und leser weil die sich ihre informationen (weiterhin) dort holten wo sie kostenlos oder leicht zugänglich lagen und liegen.

die verleger wurden, während sie sich in ihrer hybris sonnten, rechts und links überholt. google perfektionierte das traditionelle refinanzierungsmodell der verleger und schaffte es (fremde) inhalte mit werbung zu vergolden. selbst die gute alte cashcow kleinanzeigen wird mittlerweile von anderen als den verlegern gemolken. zwischenzeitlich „ebay“, jetzt „craigslist“, „amazon marketplace“ und tausend andere websites öffnen märkte, die die kleinanzeigenteile der zeitungen sehr alt, sehr unpraktisch und sehr teuer aussehen lassen.

und was machen die verleger? statt endlich die potenziale zu erkennen und zu nutzen jammern und klagen sie, lügen sich in die taschen und quälen uns mit blöden sprüchen darüber, dass qualität nur auf papier entstehen kann.

es ist die aufmerksamkeit um die es geht, nicht das medium.

felix schwenzel
14.10.2008 09:35 uhr



_ach: blödsinn ist blödsinn?

keine scheisse, sondern symbolbild „fernsehmacher“
noch blödsinniger und langweiliger als blödsinniges und langweiliges fernsehen oder blödsinnige und langweilige fernseh-jubelshows mit einem gastauftritt von jemandem, der die blödsinnige und langweilige show „blödsinnig und langweilig“ nennt, sind die blödsinnigen und langweiligen berichte, kommentare und interviews die dazu im nachhinein aus nicht minder blödsinnigen medien sprudeln.

ich sehe es schon kommen: bald wird es ein berliner auf die titel- und startseiten schaffen weil er in einem haufen hundescheisse scheisse erkannte und den mut hatte das vor einer kamera einem haufen hundebesitzer ins gesicht zu sagen.

[bildquelle] #

felix schwenzel
13.10.2008 09:04 uhr



_ich

rené fasst es ganz gut zusammen:
Es geht mir beim Bloggen also vor allem lediglich um mich und meine Website und den Content, den ich da haben will. Und ich verstehe es tatsächlich überhaupt nicht, warum ich da andere Websites zum Maßstab machen soll. [im zusammenhang lesen]
ix ergänze: warum (und vor allem wie) sollte ich das was andere leute (oder gar meine leser) interessiert zum massstab machen?

felix schwenzel
08.10.2008 17:48 uhr
| blogdings



_buchvorstellung „dinge geregelt kriegen ohne einen funken selbstdisziplin“ im radial-system

neben vielen anderen, war dies mein lieblings-zitat heute abend: „auch unfertiges kann seinen zwec

felix schwenzel
07.10.2008 23:22 uhr



_demo „Freiheit statt Angst“ am 11. oktober in berlin

ich bin leider zu müde um noch zu versuchen mich irgendwie klug zum thema zu äussern — und zwar müde im ganz praktischen sinne, als auch im allgemeinen. das thema vortsdatenspeicherung, datenschutz und eigentlich auch web2.0 und web ganz allgemein ist eigentlich viel zu akut und wichtig um es mit einem denkboykott aus müdigkeit zu belegen.

mir kommt einerseits enorm viel dazu in den sinn und andererseits nichts sinnvolles aus der feder. trotzdem, mir fiel in den letzten tagen auf, dass zu dem thema viel zu wenig gedacht wird, viel zu wenig bewusstseinsbildung und aufklärungsarbeit stattfinden und dass wenn das thema diskutiert wird, die diskussion meist angstbesetzt oder von aktuellen datenskandalen entfacht wird (und nach wenigen tagen wieder aus dem bewusstsein verschwindet).

mit dem globalen, grenzenlosen internet haben wir ziemlich unvorbereitet neuland betreten, viele leben in diesem neuen lebensraum, dessen gesetzmässigkeiten technisch und politisch noch nicht einmal ansatzweise ausgelotet sind, aber unsere lebenswirklichkeit bereits entscheidend beeinflusst.

dass daten überhaupt in diesem nie dagewesenen umfang gesammelt und gespeichert werden können, trifft alle beteiligten völlig unvorbereitet, anbieter, nutzer und politik gleichermassen. auch weil alle gleichermassen ratlos (oder ahnunglos) vor den durch diese neue welt aufgeworfenen fragen stehen, finde ich es wichtig und richtig sich zusammenzutun und zu versuchen die grenzen auszuloten, sich meinungen zu bilden, zu streiten, zu debattieren. ein anfang ist gegen uferlose datensammelwut zu demonstrieren, sich zusammenzurotten und aufzustehen und zu sagen „ich habe rechte“. ich weiss zwar noch nicht genau welche, ich habe noch nicht alles zuende gedacht, ich bin müde, aber einfach so weitermachen, die techniker, die technokraten, die politiker einfach bestimmen zu lassen wo es langgehen soll ist nicht der richtige weg.

deshalb, auch wenn es sich vielleicht doof anhört, lohnt es sich ganz bestimmt jetzt zu demonstrieren.

und es besteht meiner meinung nach, ganz im gegenteil zu gregor keuschnigs einwand, kein gegensatz zwischen protest und aufklärung. es geht darum ein bewusstsein zu schaffen, wachzurütteln (zur not sich selbst) und vor allem seinen arsch hoch zu kriegen.

felix schwenzel
06.10.2008 22:39 uhr



_politisch korrekt durch die krise

gestern habe ich mit halbem ohr in der tagesschau aufgeschnappt, wie angela merkel davon sprach, dass sich die „sparerinnen und sparer“ keine sorgen machen müssten weil politiker und politikerinnen, banker und bankerinnen, versicherungsmanager und versicherungsmanagerinnen, aufsichtsbehörden und aufsichtbehördinnen und vor allem experten und expertinnen kümmern würden. irgendwer wolle auch mit irgendwas bürgen, für die sparer und sparerinnen, bzw. deren einlagen. und diese einlagen betreffen, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht nur die sparerinnen.

felix schwenzel
06.10.2008 17:49 uhr



_dwdl hält harald schmidt für einen günstling von oliver pocher

dwdl.de:
In einem Interview bekräftigt Oliver Pocher, dass es zwischen ihm und seinem Protegee Harald Schmidt keine Spannungen gab oder gibt. Allerdings sieht Pocher sich auch in der Lage, eine Sendung alleine zu bestreiten.
genau. nach dieser logik ist woody allen die muse von scarlett johansson und donald sutherland der filius von kiefer sutherland.

[nachtrag 07.10.2008]
aus dem „protegee“ harald schmidt ist bei jetzt dwdl.de der „arbeitgeber“ harald schmidt geworden. #

felix schwenzel
06.10.2008 16:54 uhr



_KW43: web-woche berlin

nicht nur um das kompliment zurückzugeben, sondern weil es mir tatsächlich bereits vor ein paar tagen aufgefallen ist, das übersichtlichste web 2.0 expo ich-will-umsonst-rein-geblogge macht christian heller. bei ihm habe ich zum erstenmal die preisstrukturen der web 2.0 expo verstanden und bewundere, dass er glaubhaft den eindruck vermittelt, er habe sich bereits einen überblick über die veranstaltung verschafft.

apropos überblick. die woche vom 20. bis zum 24. oktober (KW43) scheint ziemlich unübersichtlich, bzw. vollgepackt mit internet-fuzzi-zeug zu werden.

felix schwenzel
06.10.2008 08:21 uhr



_web 2.0 expo kalender-dings


letztes jahr und auch dieses jahr habe ich mich bitterlich beklagt, dass das konferenzprogramm so hinterwälderisch und einsnullig daherkam. das programm wurde damals auf eine html-seite geschmiert und am eingang zur konferenz gab ein eine gedruckte ausgabe die zwar schön bunt, aber ebenso unverständlich daherkam. eine praktische .ics-kalenderdatei die man in seinem desktop-kalender abonieren konnte und mit seinem taschentelefon synchronisieren konnte bot o’reilly damals nicht an und überliess die arbeit, dann doch wieder ein bisschen zweinullig, den benutzern selbst. damals hat sich jeremy keith die mühe gemacht die einzelnen workshops und keynotes in das ics-format zu übertragen.


dieses jahr hatte ich ja bereits der hoffnung ausdruck verliehen, dass die veranstalter lernfähig sind. in sachen termin-planung scheinen sich meine hoffnungen zu erfüllen. o’reilly kooperiert offenbar mit dem total zweinulligen „crowdvine.com“, einer webanwendung zum organisieren und communitisieren von konferenzen oder anderen veranstaltungen. crowdvine verspricht:
CrowdVine, founded in 2007, builds simple and powerful social software to help people connect. While we believe our products are very good, the killer feature of social software is people.
mark zuckerberg hat ja mal gesagt, dass man „online communities“ nicht erzwingen, bzw. bauen kann, sondern den menschen eigentich nur gute werkzeuge geben muss, um die herum sich dann im besten fall gemeinschaften bilden könnten. crowdvine für die web 2.0 expo erfüllt diesen anspruch. kurz und schmerzfrei anmelden (schön datensparsam, man muss lediglich einen spitzname, seine emailadresse und ein passwort eingeben) klickt man sich indem man auf ein grosses „+“ klickt seine sessions und keynotes für die man sich interessiert zusammen.

am ende hat man dann eine liste mit den veranstaltungen die einen interessieren, sieht wer sich ebenfalls für die veranstaltung interessiert, wo und wann sie stattfindet, wenn man will kann man sich ziemlich viele informationen über die referenten ansehen und sich ein netzwerk mit bekanten zusammenklicken. und an kann sich die termine mit einem klick als .ics-datei-abo oder -download in seinen desktop-kalender ziehen. das sieht dann bei mir so aus:


sehr lobenswert. die web 2.0 expo und ix könnten noch freunde werden. technisch. inhaltlich habe ich nichts gefunden was mich euphorisieren würde. viele der workshops drehen sich darum, wie man inhalte und anwendungen auf taschentelefone bekommt, man liest von allgemeinplätzen („Building Successful Next Generation Web 2.0 Applications“) und überall steht was von „social-“, „cloud-“ und „location based-“ gedöns. mal schaun, manchmal lernt man ja auch was, wenn man ein buch zum zwölften mal liest. vielleicht lernt man ja auch was, wenn man einen referenten zum zwölften mal zuhört.

mein profil auf crowdvine, meine expo-kalenderdatei.

felix schwenzel
02.10.2008 21:50 uhr



_lesungen am wochenende

am sonntag war ich, statt formel1 zu gucken, mal wieder auf einer kaffee.satz-lesung. das schöne an solchen lesungen ist, man sich prima inspirieren lassen (mir kommen auf lesungen immer unheimlich viele gute ideen in den kopf die ich kurz nach der lesung allerdings alle wieder vergessen habe) und viel über sich selbst lernen.

ich habe gestern beispielsweise bemerkt, dass ich mich mehr und mehr in ein intolerantes, vorurteilsbeladenes arschloch verwandle (oder schon immer eins war). wenn jemand einen text vorliest der nicht 100 prozentig meinen hör- oder lesegewohnheiten entspricht schalte ich erstmal auf stur und lasse den text aus formalen gründen auf der einen seite rein und auf der anderen seite gleich wieder raus ohne ihn auch nur ansatzweise verstehen zu wollen. wohlgemerkt aus formalen gründen, weil mir irgendwas am satzbau oder an der erzählform nicht passt.

am sonntag waren es die texte von andreas stichmann, den jochen reinecke hier adäquat gewürdigt hat. erst als das halbe publikum sich scheckig lachte, liess ich mich herab den text überhaupt wahrzunehmen, hinter die formale fassade, an die man sich als toleranter mensch ja auch einfach so gewöhnen kann, zu blicken um dort wunderbare und urkomische gedanken, fragmente und beobachtungen wahrzunehmen. als jemand, der von anderen verlangt, über formalien wie rechtschreibung oder gross- und kleinschreibung hinwegzusehen, ist so eine haltung schon ganz schön dreist.

noch arroganter und intolerater war ich bei der wahrnehmung des gastgebers. jedesmal wenn ich ihn sehe, wenn er sich breit grinsend, wild gestikulierend, selbstverliebt und irgendwelchen spontan ausgedachten quatsch erzählend vor das publikum stellt, empfinde ich abscheu. muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen, ich sitz bei dem in der wohnung und finde ihn einfach doof obwohl er doch das gleiche macht wie jeder der ein publikum hat. er versucht sein publikum nicht zu langweilen, lustig zu sein, zu unterhalten und will einfach nur gemocht werden. bestens verständliche motive, die auch mich (manchmal) in meinen hellen stunden antreiben.

auch ich bin selbstgefällig, dränge mich in den vordergrund und tue das, was ich tue oft mit handwerklichen fehlern. ich bin so vermessen schlecht oder gar nicht vorbereitet vor mein publikum zu treten, sie mit ollen kamellen zu langweilen und verleihe meiner ich-bezogenheit brutalsmöglich ausdruck. und nur bei diesem schauspieler stört es mich. aber vielleicht nervte mich auch gar nicht der schauspieler so sehr, sondern das publikum. warum lachen und klatschen die bei witzen die einem eigentlich die fussnägel aufrollen sollten, warum schreit eine aus dem publikum „mehr!“, als die qualvolle performance endlich zuende geht?

ansonsten fand ich die lesung übrigens ganz grandios. und ich bin mittlerweile bereit, jochen reinecke zum witzigsten menschen den ich kenne zu erklären — und das obwohl er aussieht wie ein jurastudent mit leichtem hang zur adipositas, frisch aus dem verbindungshaus.

die andere lesung, am samstag, war übrigens auch ganz famos. tondokumente davon gibt es auch ein paar.

felix schwenzel
01.10.2008 19:09 uhr



_der dings-komplex

malte welding:
Adolf Hitler, der den BKA-Präsidenten Horst Herold spielt, ist bis zur Schlussszene die einzige Figur, durch die die Autoren zu uns sprechen. [satz im zusamenhang lesen]
grandiose filmkritik, grandioser schlusssatz.

felix schwenzel
01.10.2008 09:35 uhr



_der wortspielkönig …

… hatte gestern offenbar die aufgabe überschriften für den tagesspiegel zu kalauern. im kulturteil las ix „Die Kirche im Castorf lassen“, auf seite zwei über „Schwund und Sühne“ und auf dem titel stand etwas von „Kreischsägen“.

tissy bruhns hat den wortspielkönig allerdings nicht an ihren artikel gelassen und, wie ix fand, treffend das „Ende des »bürgerlichen Lagers«“ analysiert. oder hatte der wortspielkönig vor dem lesen von bruhns schon mein hirn erweicht? 

felix schwenzel
01.10.2008 09:35 uhr



_podiumsdiuskussion zum „System Google“ in der akademie der künste

ich bin mir noch nicht ganz klar, warum, aber ich bin erschüttert. nachdem ich heute mittag im de:bug-blog über eine diskussionsveranstaltung in der akademie der künste gelesen hatte, entschoss ich mich relativ spontan mir heute abend das „Akademie-Gespräch“ über „Das System Google“ anzusehen. das podium war ziemlich hochkarätig besetzt:
  • annette kroeber riel, die europäische lobby-tante für google in deutschland, östereich und der schweiz („Google’s European Policy Counsel für Deutschland, Österreich und die Schweiz“)
  • thierry chervel, journalist und mitbegründer des perlentaucher.de
  • gerald reischl, autor des buches „Die Google-Falle
  • peter schaar, bundesbeauftragter für den datenschutz und die informationsfreiheit
  • klaus staeck, präsident der akademie der künste und plakatgestalter
  • und mercedes bunz, chefredeurin des tagespiegel.de als moderatorin
während mercedes bunz 15 lange minuten von adam und eva die 10jährige geschichte von google nacherzählte und erklärte was man mit google so alles machen kann, machte sich annette kroeber riel bereits fleissig notizen und guckte latent genervt. keine ahnung ob sie von mercedes bunz etwas neues erfuhr oder sich noch aktiv auf ihre redebeiträge vorbereitete. ich habe zumindest in den ersten 15 minuten nichts neues erfahren.

chervel, schaar und reischl eröffneten die diskussion mit redebeiträgen die sich kurz mit folgenden worten zusammenfassen lassen: „google und was google macht, ist nicht ganz unproblematisch.“ ich glaube reischl fasste es folgendermassen zusammen „google ist cool, googles datensammelwut ist uncool.“ schaar bemühte für diese aussage eine kleine analogie: kindern müsse man beim fernsehen anfangs erklären, dass die menschen im fernseher einen gar nicht sehen können, dass das nur so aussehe und dass sie ruhig „in der nase bohren“ könnten, die menschen im fernsehen sähen einen dabei nicht. im internet sei das anders, da hinterliesse zwar nicht das nasebohren, aber jeder schritt spuren. bei den daten die da gesammelt würden, fing es an kompliziert zu werden. ip-adressen würden zusammen mit suchanfragen gespeichert, über cookies könnten die suchanfragen und ip-adressen „theoretisch“ zu profilen geformt werden und google wisse so, wer man sei. die ip-adressen und suchanfragen seien früher „unbefristet“ gespeichert worden, datenschützer hätten aber erreicht, dass google die daten jetzt noch für 18 monate speichere und davon rede, die daten künftig nur noch 9 monate zu speichern. welche daten nun genau gespeichert würden und vor allem wozu, wisse er aber auch nicht genau. ausserdem beklagte er, dass den benutzern oft das bewusstsein fehle dass sie datenspuren hinterliessen. die antwort von annette kroeber riel von google auf die frage wozu google diese daten benutze fiel dann leider auch unbefriedigend aus und deutete bereits das dilema der ganzen diskussion um google, internet und datenschutz heute abend, aber auch darüber hinaus an.

google nutze die daten dafür die produkte zu verbessern und „die sicherheit“ zu verbessern. beides präzsisierte sie zwar noch noch, indem sie sagte, die daten der suchabfragen würden beispielsweise dafür genutzt die suchergenisse „kleiner“ sprachen zu verbessern, man brauche einfach eine gewisse zahl an daten um gute ergebnisse zu liefern, bei grossen sprachen wie englisch oder deutsch deutlich weniger, als für kleine sprachen. leider sagte sie das nicht, aber vermutlich meinte sie damit funktionen wie korrekturvorschläge, semantische analysen über statistische auswertung um ähnliche wortbedeutungen zu erfassen und beispielsweise bei der suche nach einem wort im singular auch die pluralformen im suchergebniss anzuzeigen. ebensowenig sagte sie, wozu dafür ip-adressen oder daten aus denen potenziell profile konstruiert werden können, gespeichert werden müssten. auch als sie später auf nachfrage den recht generischen begriff der „sicherheit“ etwas differenzierte, blieb sie eine antwort schuldig wozu diese potenziell persönlichen daten denn überhaupt und vor allem so lange gespeichert werden müssten.

das dilema der diskussion lautet ahnungslosigkeit. der datenschutzbeauftragte der bundesregierung weiss nicht welche daten gespeichert werden und wozu, die google-lobbyistin weiss es auch nicht und kann es noch weniger plausibel erklären, so dass sowohl die nutzer als auch die zuhörer der diskussion es nicht erfahren, geschweige denn verstehen und am ende bleiben diffuse ängste, verdächtigungen und wilde spekulationen.

irgendwann sagte annette kroeber riel zu peter schaar, google habe auf die anfrage der europäischen datenschützer „ausführlich dargelegt“ wozu google die daten sammelt. präzise und befriedigend wiederholen konnte oder wollte sie es aber nicht. ebenso schien es im späteren diskussionsverlauf, dass peter schaar weder verstehen wolle oder könne, wozu diese daten genutzt werden, geschweige denn, dass der normale benutzer oder zuhörer in der diskussion es verstünde.

klaus staeck verdeutlichte später mit seinen zwei oder drei redebeiträgeen das elende dilema, als er seiner ahnungslosigkeit donnernd ausdruck verlieh, indem er das „system google“ in sein beinahe wahnhaftes gesellschaftsbild und seine fundamentale kapitalismuskritik einzumontieren versuchte und wild rumsuggerierte, ob das „system google“ nicht die demokratie in frage stelle. er kippte eine ganze LKW-ladung vorurteile und hysterie aus und nannte das später „kritik üben“.

ein zuhörer fasste diese absurde situation am ende mit einem filmzitat zusammen: „wenn dich die komplexität nicht schafft, dann tuts am ende der widerspruch.“ nochmal langsam zum mitdenken: google schafft ungeheuer komplexe technische systeme, die wegen ihrer überragender qualität oft eine marktbeherrschende stellung erreichen, schafft es aber nicht die bedenken die durch diese situation entstehen glaubwürdig zu entkräften. auf der anderen seite sind diejenigen die sich mit oder ohne mandat dazu berufen fühlen dieses system zu kontrollieren, zu regulieren oder zu kritisieren völlig von der komplexität, den technischen und politischen gegebenheiten überfordert. sie verstehen weder wie es funktioniert, noch wissen sie was sie eigentlich fordern wollen oder sollen. gänzlich überfordert scheinen die gemeinen nutzer zu sein. sie hören mal fundierte warnungen, mal unfu