links vom 02.03.2013

felix schwenzel,    

meine lieblingstweets im februar

felix schwenzel,    

Der Zweijährige möchte zum Fasching als Kacke gehen. Ich weiß ja nicht.

@tristessedeluxe

Tillmann Allmer
Eine Kinokarten, ein Bier, Chips, M&Ms & Kinderpopkorn. Macht 2000 Euro. Gerne doch.

@svensonsan

Sven Dietrich
0 Uhr, das Kaffeehaus schließt: cc @ http://t.co/M9IHdcrtXr

@ChristophKappes

Christoph Kappes
Was nützt es dem Schmetterling, dass er Tornados auslösen kann, wenn er mit seinen Flügeln nicht mal eine Büchse Linsensuppe öffnen kann?

@peterbreuer

Peter Breuer
der plural von bambus ist ja gar nicht bambi!

@ruhepuls

maike
Wie viele Leistungsschutzrechtler braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Keinen, das soll gefälligst Google machen. #lsr

@saschalobo

Sascha Lobo
Völlig zu Unrecht vernachlässigt bei der Ursachenforschung zur Print-Krise: die Hässlichkeit der Abo-Prämien. http://t.co/0GtRCrVQXL

Im Schaufenster gesehen: dekorative Sofakissen mit aufgeflocktem Text „Platz des Himmlischen Friedens“. Harter Humor oder bloß Unwissen?

@wortfeld

Alexander Svensson
Der goldene BER geht an Klaus Wowereit für schlechtesten Film, Hauptdarsteller, Drehbuch, Regie, Spezialeffekte und Lebenswerk.

@ahoi_polloi

Ahoi Polloi
"Ich würde meine Kinder mehrsprachig erziehen" "Find ich gut, dann kann das Kind selbst entscheiden, in welcher es am liebsten programmiert"

@UCasLife

Uwe Caspari
Comic sans heißt übrigens „witzlos“

@ChristophKappes

Christoph Kappes
Woran man Pferdelasagne erkennt: der Nährwert wird auf der Packung nicht in kcal angegeben, sondern in PS. #pferdefleisch

@HeinrichNils

Nils Heinrich
Ich wusste nicht mal, dass der Papst einen Doktortitel hat.

@343max

Max Winde

[automatisch generierte blackbird pie ansicht (fast) aller tweets, an die ich im februar ein sternchen gemacht habe.]

links vom 27.02.2013

felix schwenzel,    

links vom 25.02.2013

felix schwenzel,    

kaffeehäuser

felix schwenzel,    

vor (sehr) vielen jahren träumte ich davon einmal ein kaffeehaus zu betreiben. es war kein sonderlich realistischer wunsch, sondern eine eigentümliche faszination die ich mit einem etwas idealisierten bild von kaffeehäusern verband. das eine bild das mir nicht aus dem kopf ging war ein typisches franszösisches café in dem man morgens im sonnenschein an einem kleinen bistrotisch sass, milchkaffee trank und ein schokocroissant ass. milchkaffee schmeckt nirgendwo so gut wie im frühen sonnenschein an einem bistrotisch unter einer grünen markise.

diese erinnerung muss sich vor ungefähr 25 jahren während meiner ersten interrail-reise in arcachon in mein gedächnis eingebrannt haben. vermutlich hatten wir vorher im schlafsack auf einer düne am strand geschlafen, was den geschmack des milchkaffees im sonnenschein vor dem café wahrscheinlich nochmal verbessert hat.

andere erinnerungen die ich nicht mehr aus meinem gedächnis bekomme sind die an wiener kaffeehäuser. auch dort war es wahrscheinlich nicht so sehr der geschmack des kaffees, sondern das ambiente, die eigentümlich altmodische art bedient zu werden und die gleichzeitigkeit von ohrenbetäubendem lärm von geschirr, stimmengewirr, musik und absoluter ruhe. eine ruhe die einkehrt, wenn einen lärm, mit dem man nichts direkt zu tun hat und der laut, aber nicht wirklich störend ist, wie watte verpackt und zu einer inneren ruhe führt, die ich nur aus cafés oder kaffeehäusern kenne.

natürlich wusste ich immer, dass einen kaffeehausbetreiber diese ruhe nicht unbedingt so erfasst, wie sie die gäste erfassen kann. im gegenteil, ein café zu betreiben ist wahrscheinlich ein ziemlich stressiger job, weshalb ich wohl auch nie ein café eröffnet habe.

aber kaffeehäuser haben noch eine andere eigenschaft die mich vom ersten besuch an fasziniert hat; sie sind das natürliche habitat von intellektuellen. zumindest empfand ich das damals so. ein blick in die geschichtsbücher wikipedia bestätigt meine vermutung allerdings:

Unter anderem Habermas betont in seinem Werk Strukturwandel der Öffentlichkeit die Funktion der Kaffeehäuser als wichtigen Bereich der öffentlichen Sphäre, durch die sich eine bürgerliche Öffentlichkeit etablieren konnte.

Aber nicht nur die Geschäftsleute hatten ihre Kaffeehäuser, es gab ebenso Stammcafés für Literaten (etwa das berühmte „Will’s“, in dem John Dryden Hof hielt, auch Alexander Pope verkehrte hier, oder das „Smyrna“, das Jonathan Swift und Daniel Defoe zu seinen Gästen zählte), für Gelehrte („The Grecian“), Juristen und Spieler. Kennzeichnend für Kaffeehausgesellschaften war die Überwindung von Standesdünkel – hier saßen einfache Leute und Adlige am selben Tisch zusammen und redeten über die Weltlage im Allgemeinen und ihre Geschäfte im Besonderen.

wikipedia.org

im oben verlinkten artikel heisst es dann weiter, dass kaffeehäuser auch „der Ursprung des Postwesens“ gewesen seien und „hinsichtlich der Entwicklung der Zeitung“ eine bedeutetende rolle gespielt hätten.

dass in modernen kaffeehäusern tageszeitungen und zeitschriften für die gäste auslagen, war zentraler bestandteil meiner jugendphantasie. wie grossartig das wäre, ein café zu betreiben, in dem alle möglichen zeitungen aus aller welt auslagen. wäre ich kaffeehausbetreiber geworden, wäre die zeitungsauswahl sicherlich sehr exquisit gewesen, wahrscheinlich erlesener als die kaffeequalität oder der service.

zeitungen sind, wie bücher, gucklöcher in die welt. man konnte mit ihnen, damals vor 20 jahren, selbst mit käseblättern wie den aachener nachrichten, in die grosse weite welt schauen. oder im urlaub zurück in die heimat blicken. zeitungen wurden auch damals schon zum verpacken von fisch oder porzellan benutzt, aber trotzdem waren sie damals wertvoll. weil sie der beinahe einzige weg waren auf einigermassen vernünftige und reflektierte art und weise in die welt zu schauen, oder einen blick in die maschinenräume zu werfen, die die welt am laufen hielten.

mein kaffeehaustraum stirbt seit einigen jahren, genauso wie die zeitungen sterben. vor zwanzig jahren habe ich gelegentlich noch 10 oder zwanzig mark für eine ein paar tage alte ausgabe der new york times bezahlt. vor 16 jahren habe ich mehrfach 20 oder 30 mark für eine ausgabe der wired bezahlt. seit ein paar jahren mache ich das nicht mehr — oder kaum noch. erstens gibt es internationale magazine und zeitungen ziemlich aktuell und günstig auch überall in deutschland am kiosk und zweitens das internet.

und das internet ist genau das geworden, was ich mir damals als ideales kaffeehaus vorgestellt habe. zeitschriften und zeitungen aus aller welt hängen kostenlos rum, überall sitzen intellektuelle, es herrscht lärm und rauschen — und doch findet man hier seine innere ruhe (beispielsweise wenn man ins internet reinschreibt). das internet ist ein wichtiger bereich der öffentlichen sphäre, in dem sich derzeit eine neue öffentlichkeit etabliert. literaten und kolumnisten halten im internet hof, sind ansprechbar und man redet über die weltlage und geschäfte. auch das postwesen hat sich im internet neu erfunden und es hat bedeutenden einfluss auf neue formen des journalismus.

vielleicht ist diese website genau die erfüllung meines alten traums, nicht nur mein digitales zuhause (oder heimat), sondern mein kleines kaffeehaus. nicht besonders gross oder irre frequentiert, aber meins, so eingerichtet wie ich es mag, ein bisschen gemütlich und durchgehend offen für gäste, die manchmal sogar was in die kaffeekasse werfen. zeitungen veröffentlichungen aus aller welt liegen für alle besucher kostenlos aus, teilweise sogar mit empfehlungen vom wirt.

andererseits gibts im internet keinen kuchen und keine wiener melange.

* * *

[nachtrag 25.02.2013]
sehr schöner artikel in der zeit: youtube als salon des 21. jahrhunderts. der artikel ist auch gut für musikmuffel wie mich lesbar. /via maximilian buddenbohm

links vom 23.02.2013

felix schwenzel,    

links vom 22.02.2013

felix schwenzel,    

links vom 21.02.2013

felix schwenzel,    

links vom 20.02.2013

felix schwenzel,