high rise

felix schwenzel, , in gesehen    

totaler scheiss.

musste nach andertalb stunden abbrechen, weil ich nicht kiffe.

hat mich in seiner schwachsinnigkeit (die ja durchaus reizvoll sein kann) ein bisschen an themroc erinnert, aber themroc hab ich damals wegen peer-pressure und besseren drogen zuende schauen können.

heimwerkerking

felix schwenzel, , in gesehen    

gestern, kurz vor feierabend, schickte mir die beifahrerin einen link zu diesem video.

youtube-video
youtube

dort sieht man wie fynn kliemann sich in seinem garten einen teich ausbaggert. das video ist ungefähr ne viertelstunde lang und liebevoll und unterhaltsam zusammengeschnitten. nachdem ich das video gesehen hatte, dachte ich: das ist der grund warum youtube so toll sein kann und warum das normale fernsehen es in den nächsten jahren sehr, sehr schwer haben wird.

ich fand das jedenfalls sehr unterhaltsam, fynn kliemann dabei zuzusehen wie er die ganze zeit quatscht und macht. dann habe ich mir mehr videos von ihm angesehen, unter anderem wie er seine terrasse umbaut, den zweiten teil seines teichprojekts oder wie er einen gartentisch baut (und sich dabei mehrfach beinahe tötet).

die beziehungs- und humorkrisen die man in diesen videos sieht, sind denen die ich aus meinem alltag kenne nicht ganz unähnlich. ich fand diesen fynn kliemann auf anhieb sehr sympathisch. noch sympathischer fand ich ihn, nachdem ich dieses kurze portrait von ihm auf der deutschlandradio website gelesen habe: Werbung? In die Tonne gekloppt

dadrin wird er unter anderem so zitiert:

Ich bin jetzt überhaupt nicht grundsätzlich gegen alles oder gegen das System. Das stimmt gar nicht. Sondern ich habe einfach nur kein Bock auf Sachen, die von mir verlangt werden und ich stehe nicht dahinter. Und das ist der Inbegriff von Werbung.

sehr sympathisch. in den nächsten tagen guck ich definitiv seinen youtube-kanal leer.

fernsehen im mai, juni und juli

felix schwenzel, , in artikel    

die letzten wochen fernsehen waren natürlich von der sechsten staffel game of thrones dominiert. ich habe an dieser staffel nichts auszusetzen gehabt, jede folge erfüllte die erwartungen, die wohl die meisten an die serie hatten: fortführung der vielen erzählstränge, saubere, aufwändige inszenierung, viele überraschende tode und rätsel — und viel raum für spekulationen und diskussionen in den weiten des internets.

ebenfalls alle (meine) erwartungen hat die dritte staffel silicon valley erfüllt, auch wenn diese staffel etwas dunkler ausfiel. wurden in den ersten beiden staffeln die folgen jeweils mit einem versöhnlichen bis happy ende gekrönt, endeten die folgen der dritten staffel auch gerne im totalen chaos und platten cliffhangern. das ändert aber nichts am grundton der serie, der das treiben der technik-blase in und um san francisco enorm überzeichnet und radikal der lächerlichkeit preisgibt und dabei doch stets auf dem boden des vorstellbaren bleibt. ich musste in jeder folge mindesten ein bis zwei mal laut lachen, was ein ziemlich gutes zeichen ist. was mich ein bisschen überraschte ist, dass dan lyons einer der autoren der serie ist. ich hielt dan lyons bisher für einen ziemlichen schwachmaten, mit dessen schreibe und humor ich nicht viel anfangen konnte. aber silicon valley ist in der tat gut geschrieben, gut recherchiert und witzig. und daran dürfte dan lyons einen anteil haben.

im new yorker ist ein wunderbarer artikel über die show und ihre entstehung erschienen. den wandel der show-runner auf dem schmalen grat zwischen fiktion und realität, fasst dieses zitat aus dem artikel gut zusammen:

After the scene aired, viewers complained about the lack of diversity in the audience. Berg recalled, “A friend of mine who works in tech called me and said, ‘Why aren’t there any women? That’s bullshit!’ I said to her, ‘It is bullshit! Unfortunately, we shot that audience footage at the actual TechCrunch Disrupt.’”

der rest des artikel ist lang, aber lesenswert.

ganz schnell durchgerutscht in den letzten beiden monaten, ist die dritte staffel peaky blinders. ich mochte die ersten drei folgen, auch wenn ich ungefähr nichts von dem was dort passierte verstand. die darauf folgenden drei episoden klärten das dann, schlossen ein paar handlungsstränge ab und auch tom hardy darf wieder in andertalb folgen mitspielen. erfreulich finde ich, dass es wohl noch mindestens zwei weitere staffeln gibt, weniger erfreulich fand ich den massiven cliffhanger am ende dieser staffel.

gerade vor ein paar wochen gestartet, und jetzt auch schon um eine staffel verlängert, ist die comic-umsetzung von preacher. preacher hat sich in nur fünf folgen zu einer meiner lieblingsfernsehserien entwickelt. die wilde mischung aus western, revenge-drama, vampir-, superhelden- und mysterygedöns ist überraschend gut gelungen. mir gefallen die überzeichneten figuren, der humor und dass ich, weil ich die comics nicht kenne, überhaupt keine ahnung habe, wohin sich die geschichte entwickelt. zum ersten mal seit breaking bad habe ich (ein kleinwenig) das gefühl, dass ich eine serie gucke, die bereits in der ersten staffel ihren zentralen protagonisten verlieren könnte. wenn die serie auf diesem niveau und diesem look’n’feel weitermacht, gucke ich gerne 10 staffeln davon.

die zweite staffel wayward pines nervt ein bisschen, so wie ich das nach dem piloten hervorgesehen habe. auch der handlungsverlauf war relativ vorhersehbar — und trotzdem guck ich die serie noch weiter. je länger ich die serie gucke, desto unglaubwürdiger, löchriger und absurder kommt mir die ganze geschichte vor. die serie hält sich auch nicht lange mit widersprüchen oder der klärung von widersprüchen auf, sondern versucht einfach die geschichte, mit möglichst niedrigen produktionskosten, schnell weiterzuerzählen und voranzutreiben. da stört es dann auch nicht, dass eine expedition, in die angeblich seit ein paar tausend jahren von menschen unberührte natur, auf ein frisch gemähte wiese führt. die behauptung von unberührter, wilder natur muss ausreichen, für die visuelle darstellung reicht das budget eben nicht. ich werd mir den scheiss aber wohl trotzdem weiter ansehen.

ganz schlimm fand ich auch die letzte (fünfte) staffel person of interest. der serie merkte man schon immer das niedrige produktionsbudget an (eine hauptstatistin muss reichen, deutschland kann man auch in new york schnell nachbauen), aber in dieser letzten staffel wurde offensichtlich auch bei den autoren gespart. versprach die serie in den ersten staffeln kluges nachdenken über die implikationen von künstlicher intelligenz, überwachung und das, was uns menschen im kern ausmacht, wurde das in dieser staffel fast vollständig von absurden, mcgyver-esquen handlungssträngen, pseudo-spannenden, durchsichtigen erzählmustern und hanebüchenen dialogen verdeckt. erst in der letzten folge hatte ich das gefühl, dass das autorenteam nicht mehr nur aus praktikanten und fliessband-serien-autoren bestand.

es ist immer schwer, serien befriedigend zu ende zu führen und in ansätzen gelang es der serie den künstlich hochgepushten konflikt zwischen gut und böse wieder einigermassen einzukochen — wäre da bloss nicht die absurde zwangsstörung amerikanischer produktionen, jedem scheiss auch noch ein happy-end-krönchen aufzusetzen.

ganz schlimm auch in diesem jahr: the last ship. bereits die erste staffel war eine grässliche, pathostriefende idealisierung von militärischer disziplin, gehorsam und kameradschaft. eine serie, die sich anfühlte als sei der writers room im pentagon untergebracht. und trotzdem habe ich mir den scheiss gerne angesehen. denn auch wenn die serie sich anfühlt wie ein rekrutierungsvideo der US-marine, ist das erzählmuster dem von star-trek gar nicht mal so unähnlich: ein (raum-) schiff, gestrandet in einer (potenziell) feindseligen, menschenleeren welt, in der superschurken, unsichtbare kräfte und gewalten nicht nur die mannschaft gefährden, sondern die gesamte (verbliebene) menschheit. die lösung in star-trek, oder hier in in the last ship, liegt stets in einer starken führungspersönlichkeit, die sich auf ihre disziplinierte, gehorsame mannschaft verlassen kann. bei star-trek ist das abstraktionslevel etwas grösser um diese militär-logik erträglich zu machen, bei serien wie the last ship — oder früher bei serien wie JAG, muss man das abstrahieren und distanzieren dann selbst vornehmen.

so grässlich the last ship auch ist, ich schaue es mir gerne an. my guilty pleasure.

was ich von cleverman nach vier folgen halten soll, weiss ich noch nicht so recht. der pilot hatte es mir ziemlich angetan und ich fand auch die darauf folgenden episoden nicht schlecht. aber ich fürchte dass sich die serie einerseits im immer komplexer werdenden handlungssträngenetz verfangen könnte und sie andererseits ihre erdung im immer aufgeblaseneren mystery-gedöns ein bisschen verlieren könnte. trotzdem, bis auf die künstliche körperbehaarung der hairypeople, sauber und aufwändig produziert und nach wie vor sehenswert.

sehr schön wegzusehen ist das britische new blood auf BBC one. eine polizei-serie, deren kriminalfälle, bzw. deren aufklärung sich über zwei bis drei folgen hinzieht und durchgängig unterhaltsam, klug und geerdet gemacht ist. aufhänger für das handlugsgerüst und den serientitel sind zwei begabte neulinge, die sich an ihren vorgesetzten reiben und ständig für ihre unorthodoxen ermittlungsmethoden rechtfertigen müssen. die beiden geben ein prima odd-couple ab und auch wenn der humor sich manchmal ein bisschen 80er-jahre mässig anfühlt, ist das anständige, zeitgemässe krimi-unerhaltung.

graham nortons show ist gerade nach 14 folgen in die sommerpause gegangen und ich habe seit folge acht und neun jede folge angeschaut und erstaunt festgestellt, dass es in wirklich jeder ausgabe mindestens einen fäkalwitz gibt oder jemanden, der davon erzählt, wie er sich mal in die hosen gekackt hat. ich kann jede einzelne ausgabe der show empfehlen. wer alle folgen sehen möchte: sie liegen (fast) alle (noch) auf youtube.

ausserdem weggeguckt wie schokolade: sechs folgen von penn and teller: fool us. die sendung ist immer gleich aufgebaut: jonathan ross, der moderator der sendung, betritt die bühne, macht zwei witze, holt penn und teller auf die bühne, die setzen sich vor die bühne und sehen dann drei zauberern bei einer nummer zu, bevor sie selbst eine nummer aus ihrem bühnenprogram zeigen. der witz der sendung ist, penn und teller mit einer nummer zu täuschen, also einen trick zu zeigen, den sie sich nicht erklären können. leider kennen penn und teller so ungefähr alle tricks der welt, aber hin und wieder bekommt es einer der gäste dann doch hin, etwas zu zeigen, was sich die beiden nicht ohne weiteres erklären können. penn jillette wird dann manchmal ein bisschen aggressiv und unwirsch, aber das ist immer alles höchst unterhaltsam. die tricks werden übrigens nie erklärt, penn deutet zum beweis, dass sie sich nicht haben foolen lassen, immer nur die lösungen an. wer sich ein bisschen mit zaubertricks auskennt, ahnt das ohnehin meistens, aber darum geht es ja auch nicht, sondern es kommt eben immer drauf an, wie unterhaltsam eine nummer ist. und das ist der eigentliche reiz der sendung: man bekommt dort tatsächlich erstklassige und unterhaltsame zauberei zu sehen.

worauf ich mich im juli freue ist natürlich die zweite staffel mr robot (geht am 13. los) und brain dead, die neue serie der the-good-wife-macher robert und michelle king. ken levine hat ein bisschen was darüber geschrieben: BRAINDEAD — My sort of review.

london spy s01e01

felix schwenzel, , in gesehen    

am anfang habe ich fast abgeschaltet, als die pilotsendung mit zeitlupen-gedöns anfing. die erste szene war ein klassischer serien und filmaufmacher: lonely cowboy partyboy streift durch u-bahn-gänge und geht in einen club (an der warteschlange vorbei). tatsächlich rettete eine gekonnte inszenierung dann aber doch den ersten eindruck:
der typ geht (in zeitlupe) in den club — schnitt — und er kommt im morgengrauen, leicht gerädert wieder raus.

endlich (!) eine sendung, die nicht wild umherschneidend wilde, happy party-people zeigt, flacker- und stroboskop-licht nutzt, um wurstige partystimmung zu erzeugen. was im club passiert, bleibt im club. ich hoffe diese wunderbare inszenatorische abkürzung wählen künftig noch mehr filme- und serienmacher.

also habe ich trotz des zeitlupen-gedöns weitergeguckt. was dann passiert ist das, was ich in der pilotfolge von the nightmanager mochte: die handlung bleibt nachvollziehbar und geerdet. wir sehen wie sich sanft eine beziehung zwischen zwei sehr unterschiedlichen männern entwickelt. das wirkt alles echt und fast ein bisschen schmonzig, weil sich die erzählung fast 30 minuten auf die entwicklung der beziehung konzentriert. dann in der letzten viertelstunde wird’s etwas mysteriöser, spioniger. etwas ist passiert und danny, der hauptdarsteller, hat so ne ahnung und der zuschauer auch, und danny macht alles richtig und bleibt misstrauisch, und der zuschauer auch. und zack, ist die pilotfolge vorbei.

das gefiel mir alles sehr gut, auch wenn ich befürchte das mir hier das gleiche passiert wie beim nightmanager: grandiose, geerdete, nachvollziehbare eröffnung und dann über die nächsten folgen ein stetiges abgleiten in stereotypen genre-schmu. aber vielleicht ja auch nicht. ich schaue jetzt einfach mal weiter.

(läuft auf netflix)

„keiner findet sich schön“ von rené pollesch

felix schwenzel, , in gesehen    

die beifahrerin hat heute das kind und mich ins theater geschleppt, in die volksbühne, in keiner findet sich schön von rené pollesch. ich fand’s schrecklich.

was mir gut gefiel waren die stimmige und durchgehende inszenierung. in der volksbühne passt wirklich jedes detail zum anderen: grafik, bühne, bühnenraum, flyer, bühnenbild, requisiten. wobei ich die bühne, das bühnenbild von bert neumann in seinem minimalismus ausserordentlich gut fand. ein starkes bild, schon beim reinkommen.

bühne von „keiner findet sich schön“ von rené pollesch

auch das schauspiel von fabian hinrichs war angemessen und grösstenteils auf leicht pathetische art lakonisch — oder genauer, nicht übermässig theatralisch. wegen der vielen metaebenen und bezugspunkten zum theater selbst, war das schauspiel auf gewisse weise geerdet. fabian hinrichs bezog sich in seiner rolle mehrfach auf die theatersituation und den bühnenraum, und nannte mitten im spiel den gestalter des bühnenbilds (bert neumann) und liess sich, wie hinrichs selbst am ende sagte, etwas zu oft von der souffleuse helfen, was aber keinesfalls störte.

was mich störte war der text von rené pollesch. die erste gefühlte stunde kämpfte ich mit dem schlaf, die gefühlten nächsten 4 stunden mit aggressionen, weil der scheiss einfach nicht aufhören wollte und sich ständig wiederholte und um irgendwelche, als existenzielle nöte dargestellten, befindlichkeiten und beziehnungsphantasien drehte, die mir völlg am arsch vorbeigingen. tatsächlich dauerte das vortragen des textes etwas über andertalb stunden und wurde nur durch kurze musik-, gesangs- und tanzeinlagen unterbrochen. das war alles ganz wunderbar und pfiffig inszeniert, fühlte sich aber für meine ohren an, wie zwei stunden vorlesen von lore-ipsum-texten.

bei der beifahrerin stiess mein kurzfazit („alles wunderbar, vor allem das bühnenbild, aber der text war pathetische kackscheisse“) auf kein verständnis. sie fand den text genial und ironisch, gar nicht pathetisch, das ganze stück grossartig und fabian hinrichs grandios. schliesslich hatte sie es heute sogar schon zum zweiten mal gesehen. was sie scheisse fand, war dass einer ihrer begleiter ständig einschlief (ix) und der andere den kopf in die hände legte und sich offenbar zu tode langwelte (das kind) und die freundin des kindes gar nicht erst kam, trotz vorbezahlter karten.

ich hab jetzt wieder genug vom theater für die nächsten 10 jahre. wer sich einen eindruck von der inszenierzung verschaffen will, kann diesen trailer anklicken, den ich auf der volksbühnenseite gefunden habe.

vimeo-video
vimeo

* * *

das stück kam insgesamt beim publikum ziemlich gut an. der schlussapplaus war euphorisch und der für fabian hinrichs (zu recht) besonders heftig. faszinierend fand ich, wie jung und zahlreich das publikum war. beinahe hätte ich gesagt, dass das publikum bunt war, aber das wäre völlig falsch. denn es war genauso bürgerlich wie jedes andere theaterpublikum, nur jünger und überdurchschnittlich stark intellektuell und künstlerisch angehaucht. bürgerlich bin ich auch, nur nicht mehr jung, aber ich habe mich selten so am falschen ort gefühlt, wie heute zwischen sechs und halb acht.

ingo zamperoni und ich in portland

felix schwenzel, , in gesehen    

bei mediasteak diesen hinweis auf eine reportage von ingo zamperoni über portland gefunden. der titel, „Nackt und nachhaltig – Portland ist anders“, ist mir ein bisschen zu klickbaitig, aber die reportage ist OK und klassisch. erinnert mich an die achtziger jahre, in denen ich in meinem vorstadtjugendzimmer staunend vorm fernseher sass und mir im nacktprogramm nachtprogramm staunend die welt von reportern aus aller welt zeigen liess.

die reportage soll bis zum nächsten jahr in der ARD-mediathek liegen. die sendung hat eine eigene sendungsinfoseite und irgendwer war so freundlich, die sendung zur leichteren einbettbarkeit auf youtube zu kopieren:

youtube-video
youtube

(scheint trotz der enthaltenen nacktheit unzensiert auf youtube zu liegen)

* * *

ich war schon ein paarmal in portland und mag die stadt sehr. als ich mir die halbe stunde von ingo zamperoni in portland ansah, war ich gespannt, ob das sensationelle voodoo doughnut auch drin vorkommen würde und tatsächlich wurde der laden auch entsprechend gewürdigt, vor allem der sensationelle bacon maple bar doughnut wurde eigens erwähnt. allerdings nicht der cock-n-balls doughnut , der aussieht wie ein penis und mit weisser bayerischer creme gefüllt ist — obwohl der doch gut zum sendungsmotto gepasst hätte.

jedenfalls ist das ne gute gelegenheit hier ein paar bilder vom juli 2014 aus portland abzuladen.

zufälliges bild aus portland
zufälliges bild aus portland
schlange vor dem voodoo-doughnut-laden
schlange vor dem voodoo-doughnut-laden
beute aus dem voodoo-doughnut-laden
beute aus dem voodoo-doughnut-laden

zootopia

felix schwenzel, , in gesehen    

die erste stunde habe ich mehrfach herzlich lachen müssen. sehr schön animiert, gute figuren, tolle schauspieler hinter den figuren. idris elba gleich an der stimme des gnus chief bogo erkannt. in der zweiten hälfte wird dann ein bisschen doll auf die tränendrüse und die moralvenen gedrückt, trotzdem immer noch sehr schön und eigentlich, wie das meistens so mit fabeln ist, auch gar nicht mal so doof. ich fand die handlung am ende dann aber nicht mehr so flüssig oder rund wie am anfang, sondern so’n bisschen hingebogen.

man glaubt ja kaum, dass der film von disney ist, isser aber und eben nicht von pixar. och, dass ist doch dasselbe mittlerweile, gehört doch alles zu disney, sagte die beifahrerin. ich habe aber im internet gelesen, dass die sich nur die (technischen) resourcen teilen, die filme aber getrennt und eigenständig entwickeln.

eigentlich verdient der film fünf punkte, nicht nur weil es der erste disney-film mit nackten darstellern ist, sonder auch, weil er klar stellung bezieht und angesichts trump und seinem angst-schür-wahlkampf top-aktuell ist. aber irgendwie haben die erzählstränge im zweiten teil nicht mehr so richtig zusammenngepasst.

zootopia

die behörden-faultiere verdienen eine separate erwähnung, die waren nämlich wirklich toll und auch noch für einen schlussgag gut. der „official sloth trailer“ (youtube) zeigt den hauptauftritt der verwaltungs-faultiere beinahe komplett.

aber, wie gesagt, auch die anderen figuren waren teilweise sensationell. sehr schöner anthromorphismus. apropos anthromorphismus, das wort kommt auch im ersten teaser-trailer für den film vor.

youtube-video
youtube

der „official US trailer #2“ (youtube) verrät wieder einiges an handlung und guten szenen.

wissen macht ah! — urinstinkt

felix schwenzel, , in gesehen    

donnerstag abend war ich bei meiner freundin gita zum essen und zur computerpflege. sie fragte mich, ob ich die aktuelle ausgabe von wissen macht ah! gesehen hätte, weil da alles voll mit kacka und pipi geschichten war. dann fiel mir auf, dass ich ziemlich selten wissen macht ah! gucke und das ich das ja mal ändern könnte.

die aktuelle sendung heisst urinstinkt und hat hier eine dauerhafte archivseite. die mp4-datei liegt hier, weshalb ich sie (unten) auch einbetten kann.

die themen der sendung sind:

  • Warum heißen (Schul-)Noten auch Zensuren?
  • Wie tief muss das Becken bei einem 10-Meter-Sprungturm sein und warum?
  • Woher kommt der Ausdruck „kleines oder großes Geschäft“ machen?
  • Warum riecht das Pipi, wenn man Spargel gegessen hat?

die sendung trifft meinen nerv nur so halb, hat aber ein paar qualitäten, die mir gut gefallen. die eine qualität ist: alles selbstgemacht. in der sendung gibt’s kein fremdproduziertes materal, wirklich jede sekunde der 1484 sendungssekunden ist selbstproduziert. die sendung ist auch schön rhytmisch aufgebaut: vorspann, anmoderation, geschichte eins, anmoderation 2 und so weiter, bis zum abmoderation gibt’s 4 geschichten. die geschichten sind eine mischung aus off-kommentar, einfachen animationen und schauspielern, die vor einfachen kulissen oder green-screens, meist stumm zum off-kommentar grimassieren oder gestikulieren. das ist nicht so mein ding, ich mag’s gerne wenn’s durchillustriert ist, oder etwas aufwändiger produziert.

aber auch wenns nicht so mein ding ist, in dieser sendung habe ich mich gut amüsiert, weil mein humor, wenns um pups- und kackgeräusche geht leider sehr einfach gestrickt ist. und tatsächlich war die sendung voll mit pups- und kackgeräuschen. überhaupt ist die nachvertonung sehr liebevoll gemacht — und teilweise sogar sehr subtil. so machte die sonnenbrille des arg stereotypen zuhältertypen, als der sie etwas nach vorne zog, ein subtiles quietschgeräusch.

sehr schön die zwischenmoderation, in der ralph caspers und shary reeves die bristol stuhlformen erklärten.

bristol-stuhlformen-skala
ralph und shary mit der bristol-stuhlformen-skala

das war ein bisschen eklig, aber sehr interessant. mit den stuhlformen 3 und 4 ist jedenfalls alles im grünen bereich. sehr schön auch die idee, die bristol stuhlformen auch als ausmal-PDF zum download anzubieten.

(hier das eingebettete video sehen …)

the big short

felix schwenzel, , in gesehen    

ich habe mich bei diesem film sehr gelangweilt, auch wenn einige der spezial-effekte ganz OK waren. einige der protagonisten sprachen, zum beispiel, hin und wieder frank-underwood-mässig in die kamera und es gibt szenen, in denen prominente bestimmte sachverhalte erklären. das hatte ich so noch nicht gesehen, ausser bei house of cards und der sendung mit der maus. wirklich neu ist lediglich die metaebene, die diese art dialog mit dem publikum in mindestens einer szene hinzufügt, wenn einer der charaktere den zuschauer darauf hinweist, dass die szene die sie eben gesehen haben „nicht ganz akkurat“ wiedergegeben sei und in echt anders passiert sei.

tatsächlich habe ich kaum etwas verstanden. ich konnte weder der handlung folgen, noch wurden mir die wahren ereignisse und deren hintergründe, um die der film ging, dadurch auch nur einen funken klarer. was der film immerhin geschafft hat: er hat mich auf ein paar personen aufmerksam gemacht, die ich vorher nicht kannte und die interessant wirkten. irgendwann, habe ich mir vorgenommen, versuche ich mir die hintergründe zu diesen personen im netz anzulesen.

so richtig unterhaltsam war der film auch nicht. das kann natürlich daran liegen, dass ich zu doof bin, oder das der film überambitioniert an das komplizierte thema rangegangen ist. gegen das hochkarätige ensemble lässt sich nichts sagen. christian bale scheint wie immer etwas zu dick aufzutragen und brad pitt beweist erneut, dass er in filmen nicht unbedingt wie brad pitt aussehen muss und wahnsinnig wandlungsfähig ist. steve carell trägt auch dick auf, aber es gibt hinweise in der wikipedia, dass er den menschen, auf dem seine rolle basiert, akkurat darstellt, ebenso wie christian bale.

was mir gefiel, war das der film zum ende hin politische haltung zeigte und geradezu wütend wurde. eine wut die das potenzial hatte, anzustecken.

was mich durchgehend störte, war, dass ich weder die motivation der charaktere verstand, noch nachvollziehen konnte, was sie eigentlich treibt — ausser die aussicht auf erfolg und geld. ich verstand nicht warum die figuren mal wütend, mal frustriert waren, ich verstand noch nicht einmal ob die figuren zu bestimmten zeitpunkten zu scheitern drohten oder im geld zu ersticken. vor allem aber verstand ich nicht, warum alle diesen film so hoch gelobt haben.

youtube-video
youtube

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zum weiterlesen bietet sich alex von tunzelmann im guardian an, der auch ein paar wikipedia-artikel verlinkt hat, zur weiteren vertiefung: „How historically accurate is The Big Short?