christoph-koch.net: Kathrin Passig: Mein Medien-Menü (Folge 2) #
kathrin passig:
Ich besitze keinen E-Reader, ich lese gern auf dem Handy und dem Laptop. Dass Bücher oder Leseproben, die ich am Rechner neu heruntergeladen habe, ganz von allein auf dem Handy auftauchen, und dass die beiden Geräte sich über die zuletzt gelesene Stelle verständigen, erfreut mich nachhaltig. So muss es den Leuten kurz nach der Einführung des elektrischen Lichts gegangen sein, vermutlich haben sie täglich ein paar Minuten lang nur das Licht ein- und wieder ausgeschaltet.
blogs.taz.de: notyourpresident #
detlef guertler:
Beide Seiten fühlen sich a) unverstanden und b) im Recht. Und beide Seiten haben mit beidem Recht: Es ist ein Unding, Konflikte in Demokratien mit Diktaturen zu vergleichen; und es ist ein Unding, mit dem Verweis auf früher viel schlimmere Zustände eine Verschlimmerung des heutigen Zustands zu relativieren.
Die Konsequenz: Wir werden spannende fünf Jahre vor uns haben. Joachim Gauck wird keinem Konflikt aus dem Weg gehen, schon gar nicht diesem. Er wird etwas lernen können (und müssen, insbesondere bei den Themen Integration und Ökonomie), und die andere Seite bzw. Generation auch. Und sie wird es meines Erachtens auch brauchen: Der Wind weht wieder rauher in Europa und in der Welt, Globalisierungs- und Friedensdividende sind verbraten, da ist ein bisschen mehr Verständnis für Werte und ihren Wert dringend nötig.
pantelouris.de: Die will das doch! #
nee. geplant hat merkel das alles nicht. was merkel gut kann ist die gelegenheit beim schopfe zu packen und zu ihrem vorteil zu verwenden. sie ist quasi eine improvisations-, eine jazz-kanzlerin.
22.02.2012 05:00
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ronnie grob:
2. „Diesen Kuss der ganzen Welt“
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Thierry Chervel zeigt auf, wie die deutschen Verlage den Begriff „geistiges Eigentum“ deuten und nutzen. „Eigentum bezeichnet die Verfügungsgewalt über eine Sache, also eigentlich das Recht, sie zu zerstören. Den Stuhl, den ich besitze, kann ich auch zerhacken und verheizen. Nicht einmal der Urheber eines Werkes aber hat diese Gewaltoption und dieses Recht, zumindest wenn das Werk veröffentlicht ist. Ist ein Werk in der Welt, gehört es ihr auch. Thomas Mann kann nicht in die Nationalbibliothek gehen und auf die Herausgabe des 'Zauberbergs' drängen, weil er den Schluss überarbeiten will.“
felix schwenzel:
ganz grossartig. unbedingt lesen.
21.02.2012 09:40
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stefan-niggemeier.de: Vorauseilende Selbstverstümmelung #
ich habe gehört, dass es immer noch menschen gibt, die stefan niggemeiers blog nicht aboniert haben oder regelmässig lesen. deshalb hier nochmal ein link auf einen artikel der neben vielen medienpolitischen fragen auch eine medienjournalistische frage aufwirft: warum schreibt ein journalist der beim spiegel unter vertrag steht, einen in vielfacher hinsicht so wichtigen artikel in sein privates blog? meine, stark simplifizierte antwort würde lauten: weil dieses blogdings und dieses internet ganz grossartig ist.
theoatmeal.com: I tried to watch Game of Thrones and this is what happened #
mich erinnert die unterhaltungsindustrie an einen kellner der uns 1989 in erfurt, kurz nach der wende, nicht bedienen wollte. er fand das wir uns wie die vandalen benähmen (wir hatten uns zwei freie stühle an unseren tisch gezogen) und uns nicht bedienen wollte. kunden nicht bedienen, weil sie sich nicht an selbstausgedachte regeln halten ist durchaus OK, aber das gejammer darüber dass zahlende kundschaft ausbleibe ist dann wirklich schwachsinnig.
scheint so, als sei das hauptproblem der unterhaltungsindustrie nicht die massenhaften lizenzverstösse („raubkopien“), sondern unfähiges management, dass weder die nachfrage bedienen kann, noch die kosten in den griff bekommt. mike masnick hat dazu ein paar interessante zahlen. /via
21.02.2012 09:25
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faz.net: Wulffs Rücktritt: Der tödliche Vermerk #
thomas gutschker:
Die Lawine, die Christian Wulff begrub, wurde in einer Talkshow losgetreten: Dort erwähnte Peter Hintze ein Dokument, das die Staatsanwälte interessierte - nun schweigt er.
das ist wirklich lustig, hintzes verteidigung führte zu wulffs rücktritt.
20.02.2012 05:00
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jetzt wo joachim gauck bundespräsident werden soll, habe ih meinem artikel vom juni vorletzten jahres eigentlich nichst hinzuzufügen. hier sind noch ein paar weitere artikel die ich 2010 zu joachim gauck schrob.
* * *
na gut. zwei kleinigkeiten möchte ich doch noch hinzufügen. den witz den joachim hauck in der pressekonferenz eben mit merkel, rösler und gabriel machte, dass er ein bisschen verwirrt und noch nichtmal gewaschen sei war nicht nur witzig, sondern zeigt welches verständnis joachim gauck von würde hat: nämlich nicht das gespreizte, etwas steife und inszenierte von christian wulff, sondern eines das sich aus selbstbewusstsein und entspanntheit zusammensetzt. und was mir auch auffiel: gauck höre ich, auch wenn er ein bisschen pastoral klingt, gerne zu. er betont die worte so, dass man ihm gerne zuhört und nicht beim zuhören stolpert, wie es passieren konnte, wenn christian wulff sprach.
ich glaube joachim gauck wird ein guter präsident, der keine unschuldvermutungen für sich in anspruch nehmen werden muss.
[nachtrag 20.02.2012]
da es in den kommentaren und anderswo ein thema ist, kopiere ich mal einen kommentar von mir weiter unten hierein: ob man aus ein paar aus dem zusammenhang gerissenen zitaten (aber sie standen doch inner zeitung!) auf gaucks charakter schliessen kann weiss ich nicht. ich habe aber das gefühl eher nicht.
19.02.2012 22:12
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techdirt.com: Shining Light On ACTA's Lack Of Transparency #
glyn moody erklärt warum die verhandlungen zu ACTA zwischen der EU und den USA alles andere als transparent und partizipativ waren, auch wenn die EU-kommission nun bereits zum wiederholten mal das gegenteil behauptet. glyn moody:
So the European Commission's claim that "all stakeholders have been informed and involved in the negotiation process" is true only at the most superficial of levels. Yes, MEPs were told minimal information -- but weren't allowed to pass it on to the people they represent; yes, NGOs were able to sit in the same room as the negotiators for an hour or two -- if they managed to overcome the series of obstacles designed to stop them getting there on the right day; yes, members of the public could express their views - but only once a year, by travelling to Brussels at their own expense, and without access to the vast majority of relevant documents.
anmutunddemut.de: Black Boxes in Black Boxes #
benjamin birkenhake:
Der verblüffende Moment der Einsicht bei mir, war dieser: Das geht immer weiter. Ein graphisches Betriebssystem ist eine Black Box für die Leute, die sich mit der Komplexität der Shell nicht mehr beschäftigten möchten. Drupal ist ein Black Box für Leute, die sich mit der Komplexität von CMS-Programmierung nicht mehr beschäftigen möchten. iOs ist nichts als eine Black Box für die Leute, die sich mit der Komplixtät von Dateien und Programmen nicht mehr beschäftigen möchten. Facebook ist eine Black Box für Leute, die sich mit der Komplexität des Internets nicht mehr beschäftigen möchten. Journalismus ist ein Black Box für Leute, die sich mit der Komplexität der tatsächlichen Ergeignisse nicht beschäftigen möchten.
lawblog.de: Rosenmontag in Großburgwedel #
udo vetter:
Dem ehemaligen Bundespräsidenten stehen also noch unruhige Tage bevor. Nach meinem Gefühl wird die Hausdurchsuchung auch der Anlass sein, wegen dem Christian Wulff auf seinen Ehrensold verzichtet. Er tut damit der Kanzlerin und dem Kabinett einen riesigen Gefallen, weil diese natürlich zu Recht den Volkszorn fürchten, wenn sie Wulffs üppige Apanage abnicken.
spiegel.de: Weißrussischer Blogger Malischewsky: "Das Netz ist was für feige Hamster" #
interview mit dem weissrussischen blogger wiktor malischewsky:
SPIEGEL ONLINE: Aber das Netz erleichtert doch via Facebook und Twitter die Koordinierung von Protesten und die Mobilisierung, oder nicht?
Malischewsky: Vielleicht. Aber wie schwer war es denn für Russlands Bolschewiken, 1917 die Oktoberrevolution zu organisieren, so ganz ohne Twitter? Und wenn es das Netz 1933 schon gegeben hätte, dann würde man wahrscheinlich heute behaupten, es sei das Internet gewesen, das Hitler an die Macht gebracht habe.
19.02.2012 05:00
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die idee von eli parisers filterblasen-problem habe ich bisher immer intuitiv abgelehnt, obwohl ich bisher nichts von pariser gelesen habe oder ihn selbst über seine idee habe reden hören (andere schon). heute floss mir dieses bookmark von der technikabteilung des guardians in den RSS-reader*. das bookmark verlinkte auf einen kurzen vortrag von eli pariser auf einer TED-konferenz im frühjahr 2011. hier die youtube-version:
direkt youtube-link
guardiantech war von dem vortrag ziemlich begeistert:
Stunning talk, just nine minutes long, whose key message is embodied by comparing two peoples' searches on one word: Egypt. [The best use you'll make of nine minutes today.]
mich hat das nicht wirklich überzeugen können. ich glaube es geht wie immer um die wahl der werkzeuge und um kompetenz im umgang mit diesen werkzeugen. wenn ich eine zeitung als werkzeug um an informationen zu kommen ansehe, dann brauche ich bestimmte fähighkeiten um das sinnvoll zu nutzen: ich muss lesen können, ich sollte ungefähr wissen wie die artikel entstehen (recherchiert und redigiert von menschen die irren können oder auch mal irren wollen), ich sollte immer eine kritische distanz wahren und dinge die ich lese in frage stellen oder mit anderen quellen vergleichen. das gleiche gilt für modernere werkzeuge wie suchmaschinen, soziale netzwerke oder online publikationen. will ich mir eine autonome meinung bilden, sollte ich immer versuchen zu verstehen wie das was ich konsumiere entsteht, es hinterfragen, vergleichen und prüfen.
faulheit oder inkompentenz im umgang mit werkzeugen führt in zu abhängigkeit und eingeschränkter wahrnehmung. das war schon immer so. wer nur die bild-zeitung liest, weiss über die welt nur das, was die bildzeitung ihm über die welt erzählt oder erzählen will. das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, es könnte ja sein, dass die macher der bildzeitung den anspruch verfolgen ihren lesern ein ausgewogenes und faires bild von ereignissen in der welt zu vermitteln (schon klar, dass das nicht so doll der fall ist). aber der ausweg aus einer bildzeitungs-blase (und jeder anderen medienblase) ist eigentlich ganz einfach: neben der bild auch andere zeitungen zu lesen. oder walraff lesen. bücher lesen. reisen. studieren.
es gibt sechs schrillionen auswege aus filterblasen. aber sie haben alle eine entscheidende eigenschaft: man muss aktiv etwas dagegen tun. da der erste schritt um etwas zu unternehmen natürlich ein gewisses bewusstsein voraussetzt, ist das was eli pariser tut eine gute sache: er zeigt die potenziellen probleme die uns in filterblasen führen könnnen auf.
was pariser allerdings nicht deutlich genug macht: wir selbst müssen den arsch hochkriegen.
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ich glaube auch nicht, dass die problematischsten filterblasen durch medienkonsum oder mangelnde medienkompetenz entstehen. sie entstehen durch unsere lebensweise. der mensch lebt nunmal gerne in bestimmten sozialen verbänden. man kann nicht teil jeder (gesellschaftlichen) gruppe sein. man sucht sich meistens eine aus und diese gruppenzugehörigkeit bestimmt dann auch zu grossen teilen die wahrnehmung.
ich habe das als besonders krass empfunden, als ich nach meinem abitur erst zivildienst und dann eine ausbildung gemacht habe. obwohl ich in den ersten 18 jahren meines lebens nicht wenig gelesen und gesehen habe, war mein weltbild doch sehr stark gefiltert. seit dem querlesen von diversen philosophen wusste ich zwar auch, dass ich nichts weiss und auch unmöglich die welt so erkennen kann wie sie ist, das hinderte mich aber nicht daran auch ein überzeugter klugscheisser zu sein (bis heute).
während meines zivildienstes und meiner ausbildung empfand ich es als ausgesprochen überraschend zu erfahren welche lebensweisen, ansichten und probleme ausserhalb eines gymnasiums und eines mittelklassehaushalts existieren. ich erkannte in meiner zivildienst- und ausbildungsfilterblase, dass ich die letzten 18 jahre in einer gymnasiums- und mittelklassefamilienblase lebte.
ich erkannte aber auch, dass der bevorzugte lebensraum der menschen blasen sind. und der einzige weg aus einer blase besteht darin, in andere blasen zu steigen. die werkzeuge, um möglichst viele blasen zu betreten liegen auf der hand: reisen, lesen, neugierde, experimentierfreude, lernen, kommunizieren und lesen, lesen und lesen.
aber das wichtigste werkzeug ist und bleibt das ständig aufgefrischte bewusstsein, dass wir nunmal in blasen leben und dass es werkzeuge dagegen gibt, die wir immer wieder aktiv nutzen müssen.
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*) auf pinboard kann man anderen nutzern folgen, den RSS-feed all der pinboard-accounts denen ich folge, habe ich abonniert, was dazu führt, dass ich ziemlich viele bookmarks in meinen RSS-feed gespült bekomme.
18.02.2012 19:15
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