das private politisch - und so

felix schwenzel, in wirres.net    

das private politisch - und so

sabine beikler macht es sich ganz einfach: erst ein paar frauen auf der strasse fragen ob sie berlusconi „attraktiv“ finden und sich danach von einem professor in england erklären lassen was frauen nu wirklich am berlusconi gut finden und eigentlich meinen.

ein bisschen ist das wie trash-fernsehen in der zeitung: dämliche strassenumfragen über uninteressante themen, am ende garniert mit ein paar worten von jemandem der viele bücher in seinem büro hat.

jetzt bin ich mal gespannt, wann der tagesspiegel strassenumfragen über die pilli-grösse von ulrich wickert, die körbchengrösse von anne will oder das prinz-albert-piercing von lady gaga bringen wird. interessant wäre auch die frage, was die leute auf der strasse so über die verbreitung von „analbleaching“ bei deutschen spitzenpolitikern denken.

fressen und saufen bei der SPD

felix schwenzel, , in wirres.net    

fressen und saufen bei der SPD

ulla schmidt ist gut gelaunt und meint: „dat habta aber schön jemacht!“ steinmeier isst schweinebraten, fisch gibt's auch. die nahles lacht wie die hunziker und es herrscht erstaunlich gute laune auf der andrea doria - äh im maritim dresden.

[nachtrag 22:27]
kurt becks trankt heute abend (viel) bier, steinmeier rotwein und gabriel wasser. ulla schmidt hat zwei personenschützer (hat die eigentlich noch ein amt?), kurz beck nur einen. steinmeier hat entweder unsichtbare, sehr unauffällige oder eine alte frau als personenschützer.

joachim wagner, der heute im tagesspiegel einen treffenden kommentar über die probleme der SPD schrob war auch da, wie überhaupt alle zehn oder elf politik-journalisten die ich kenne. wagner beschrieb in seinem kommentar, wie die SPD sich von der „angebliche Koalition der sozialen Kälte“ in sachen harz IV korrekturen die butter vom brot nehmen liess:

„Union und FDP entschärfen Hartz IV“: Es gab wohl keine Schlagzeile , die die SPD jüngst so ins Mark getroffen hat, wie diese Zuspitzung von Plänen der schwarz-gelben Koalition, das Schonvermögen beim Arbeitslosengeld II zu erhöhen.

hinzu kommt natürlich noch, dass sich die SPD in sachen bürgerrechten und netzkomeptenz — zumindest in der öffentlichen wahrnehmung — auch den schneid wegnehmen liess. ebenfalls im tagesspiegel las ich auf dem weg durchs funkloch nach dresden, dass „die SPD in ihren Kernkompetenzen Arbeit und Soziales deutlich an Vertrauen und Glaubwürdigkeit verloren“ habe. das geht leider am kern der sache vorbei. denn die eigentliche frage ist: wo geniesst die SPD eigentlich überhaupt noch vertrauen und glaubwürdigkeit? ich für meinen teil vertraue der SPD nicht die bohne. wer ohne mit der wimper zu zucken der vorratsdatenspeicherung, dem BKA-gesetz, dem gesetz zur online-durchsuchung und dem „zugangserschwerungsgesetz“ nicht nur zustimmt, sondern es auch noch auf seine fahnen schreibt, den würd ich noch nicht mal im traum wählen. wer weiss was die in regierungsverantwortung sonst noch alles für blödsinn machen.

und ob das mit der wiederherstellung von vertrauen klappt, wenn jemand generalsekretärin wird, die im bundestag gesetzen zustimmt die sie selbst für verfassungswidrg hält? wird sie als generalsekretärin auch weiterhin für initiativen kämpfen und sie beschliessen die sie für dumm, ungerecht, verfassungwidrig oder saudoof hält? und sigmar gabriel? dem vertraut doch noch nichtmal die SPD. ich wette ein snikers, dass gabriel das schlechteste wahlergebniss eines parteivorsitzenden der SPD seit urzeiten einfahren wird. wie kann man so naiv sein und glauben, dass so ein mann vertrauen bei wählern wecken könnte?

wo war ich? achso, ja beim SPD-parteitag in dresden, der morgen losgeht und den ich mir einen oder zwei tage lang angucken werde.

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potemkinscher schlossplatz

felix schwenzel, in wirres.net    

potemkinscher schlossplatz

[nachtrag 20.10.2009]
der schlossplatz in berlin steht voll mit leeren hüllen und kulissen.
da ist die schinkelschen bauakademie-kulisse, eine ecke gemauert, der rest aus gerüsten und kunstofffolien zusammengestöpselt. die kunsthalle ist ein bemalter oder mit folien beklebter schuhkarton, immerhin findest sich in ihrem inneren mehr inhalt als taubenscheisse, müll und kies. daneben, ganz neu, eine aussichtsplattform aus gerüstteilen, die mit einer folie behängt wurde, die die schloss-fassadekulisse zeigt, die hier angeblich bald wiedererstehen soll.

ist das ein ausdruck der zeit, dass man die landschaft mit hohlen körpern vollstellt, mit nix drin, aber einer geschwätzigen, bunten, aufgemalten hülle? und warum häufen sich diese kulissen gerade am schlossplatz, in der mitte berlins?