zucchini-haselnuss-salat

felix schwenzel, in wirres.net    

heute auf dem markt haben wir unseren hinterherziehwagen wieder mit gemüse und gedöns vollgemacht. jeden samstag denke ich, das kriegen wir im laufe der woche nie aufgegessen und dann ist am nächsten samstag doch immer der kühlschrank leer.

ich erzähle ja jedem der mich fragt wie uns der wedding so gefällt, wie begeistert ich von den einkaufsmöglichkeiten bin. mein liebstes beispiel ist die petersilie. in hamburg hatten wir, wie ich finde, einen sehr brauchbaren wochenmarkt auf dem man sachen vom grossmarkt, aber auch viele aus eigenem anbau kaufen konnte. die (glatte) petersilie vom bauern war meistens ein bisschen dürre und weich, die vom gemüsestand der offenbar auf dem grossmarkt einkauft, kräftiger und grüner. für einen euro bekam man an beiden ständen eine handvoll petersilie.

im wedding gibts die gleichen wahlmöglichkeiten: offenkundig selbst angebaute, etwas blasse, weiche oder kräftige, durchgedüngte petersilie vom grossmarkt. nur die mengen unterscheiden sich von denen in hamburg signifikant. für einen euro oder weniger bekommt man meistens einen halben petersilienbusch. die petersilientüte im kühlschrank belegt bei uns meistens ein halbes fach.

aber auch die beschaffung von exotischen zutaten ist dank der türkischen und asiatischen einkaufsmöglichkeiten in etwa so einfach wie eine bestellung in einem restaurant. was der vinh-loi nicht hat, hat dann mindestens der bolu. oder umgekehrt.

* * *

was ich aber eigentlich sagen wollte, seit wir im wedding wohnen ist das nachkochen der meisten ottolenghi-rezepte extrem einfach geworden. seitdem mir ein sehr freundlicher mensch tim mälzers greenbox geschenkt hat, stehen mälzer und ottolenghi ständig im wettstreit. derzeit führt ottolenghi. was er in seinen rezepten kombiniert ist zwar meistens wenig komplex, aber immer alles andere als naheliegend. die zubereitung ist meistens idiotensicher und das was rauskommt immer überraschend lecker. das gilt allerdings auch für viele rezepte aus mälzers greenbox.

heute gabs aber ottolenghi: zucchini-haselnuss-salat (mit spagetti-resten von vorgestern):

zuccini-haselnuss-salat (mit spagetti-reste-essen)

die zutatenliste ist übersichtlich:

  • 50 g geschälte haselnüsse oder cobnuts (ich hab ungeschälte benutzt)
  • 7 kleine zucchini (800 g) in 1 cm breite scheiben geschnitten
  • 4 EL olivenöl
  • salz und pfeffer
  • 1 TL balsamico essig (ich hab mehr genommen)
  • 30 g grüne und rote basilikumblätter (ich hab grüne aus dem supermarkt-basilikum-topf genommen)
  • 80 g parmesan
  • 2 TL haselnussöl (WTF?)

ottolenghi meint man solle die haselnüsse im backofen rösten und die zucchini auf einer fast glühenden grillpfanne braten, ich hab einfach unseren teflon beschichteten, wok-artigen topf heiss gemacht, dort erst die haselnüsse erhitzt bis sie (fast) qualmten und danach die zucchini mit etwas öl gebräunt. nach 5 minuten fand ich sie ausreichend röstig und habe sie mit den zerquetschten haselnüssen, öl und (etwas mehr) essig in eine schale zum auskühlen gekippt. nach 15 minuten waren die zucchinis kühl genug, dass ich auch die basilikumblätter untermischen konnte. auf dem teller die zucchini noch mit gehobeltem und zerbröseltem parmesan eindecken (80 g sind fast zuviel), fertig.

obwohl das rezept wirklich einfach ist, merkte die beifahrerin gleich achtmal hintereinander an, wie „hmm“ das schmecken würde. und vermutete, dass es mit haselnussöl vielleicht noch toller schmecken würde.

(siehe auch bulgurpilaw nach ottolenghi oder diese mit tim mälzer verschlagworteten artikel)

bulgurpilaw nach ottolenghi

felix schwenzel, in wirres.net    

bulgurpilaw nach ottolenghi

eigentlich sollen es 3 kleine zwiebeln sein, ich habe aber 3 mittelgrosse zwiebeln in halbe ringe geschnitten und zusammen mit (leider nur) 2 kleinen in ringe geschnittenen spitzpaprika in 90 millilitern olivenöl 10 minuten an- und weichgebraten.

danach habe ich 2 esslöffel tomatenmark, 2 EL koriandersamen, ein teelöffel sechuan pfeffer (ottolenghi schlägt rosa pfeffer vor), etwas zucker, salz und pfeffer und 100 gramm korinthen nochmal 2 minuten mitgebraten.

400 gramm mittelgroben bulgur habe ich wie beim risotto auch nochmal ein bisschen glasiggebraten und dann mit einem halben liter wasser abgelöscht und aufgekocht. das ganze dann 20 minuten ohne hitze quellen lassen, petersilie (statt schnittlauch), fertig. mit einem klecks jogurt schmeckts besser als ohne.

kürbiskuchen

felix schwenzel, in wirres.net    

gestern habe ich nach diesem rezept einen pumpkin-pie gebacken und mich gewundert, dass er mir gelungen ist. offensichtlich ist pumpkin-pie idiotensicher.

kürbiskuchen

als erstes ging der teig schief. naja, nicht direkt schief, aber als ich

  • 200 g weizenmehl
  • 1 teelöffel backpulver
  • 75 g rohrzucker (die hälfte regulären, die andere vollrohrzucker, der einen kräftigen eigengeschmack hat)
  • 1 prise salz
  • 100 g kalte butter
  • 1 eigelb

in den rührer warf und rühren liess, kam ein angenehm trockes teigpulver heraus, kein teig. das pulver liess sich zwar mit meinen warmen händen zu einer kugel formen, aber nicht ausrollen. aber das war ehe erstmal egal, ich musste ja noch die füllung machen. in fast allen rezpten steht, man solle kürbispüree benutzen. das habe ich mir mit einem kürbisrest von der letzten kürbissuppe selbst gemacht: einfach den kürbis schälen, würfeln und 20 minuten mit wenig wasser köcheln. danach das wasser und den kürbisgeschmack abgiessen und die stückchen pürieren.

bei mir waren es dann nur 560 gramm kürbismus, die ich mit

  • 180 g rohrzucker
  • 1 TL, also viel gemahlenem zimt
  • ½ TL pulveringwer
  • 3 eiern
  • 1 paket frischkäse

in den mixer warf und mixen liess. die prise nelkenpulver aus dem originalrezept habe ich weggelassen (weil die nelken noch in einem umzugskarton sind). leider war die masse die danach aus dem mixer kam sehr, sehr flüssig.

egal dachte ich mir, streute das teigpulver in eine runde silikonform und kippte, nachdem ich das pulver gut festgedrückt hatte, das sehr flüssige und süsse kürbis-, ei- und frischkäsewasser drüber.

mit dem neuen alten gasherd in der neuen wohnung kann man tatsächlich niedrige temperaturen erzeugen, so dass tatsächlich nach ca. 70 minuten bei 180° ein ganz ansehnlicher und sehr köstlicher kuchen rauskam.

risotto mit erbsen und salat und der reispreis

felix schwenzel, in wirres.net    

vor einem oder zwei jahren habe ich glaube ich zum ersten mal dieses risotto von tim mälzer nachgekocht. genauso aufwändig wie im rezept, bzw. in der sendung: erst eine hühnerbrühe kochen, dann zwiebeln und knoblauch und reis anschwitzen und 20 minuten, kelle für kelle die hühnerbrühe zugeben, croutons machen und am ende parmesan, erbsen und salat untermischen. das rezept ist wirklich super und es hat allen geschmeckt, der beifahrerin, dem kind und vor allem mir.

seitdem habe ich das rezept immer wieder gekocht und dabei ständig vereinfacht. witzigerweise schmeckt es immer noch so gut wie im original. die erste vereinfachung war der reis. im supermarkt wird man ja stets erschlagen von der reisauswahl. es gibt speziellen risotto-reis, der so um die drei euro für 500 gramm kostet. bis ich verstanden habe, dass man auch einfachen rundkornreis, also milchreis für 60 bis 80 cent das halbe kilo fürs risotto nehmen kann, vergingen ein paar monate. umsomehr ärgere ich mich jetzt, fürs kilo je knapp fünf euro zuviel gezahlt zu haben.

eine weitere vereinfachung war die brühe. selbst ein hähnchen auskochen ist zwar hin und wieder ganz nett und allein schon das rezept von tim mälzer dafür ist mundwässernd, aber das was bei mir am ende rauskam, war auch nur mit extrem viel salz geniessbar. also nehm ich instant-gemüsebrühe von alnatura.

die dritte vereinfachung ist das einrühren der brühe. tim mälzer und jeder vernünftige koch empfielt:

So viel heiße Brühe zugeben, dass der Reis bedeckt ist. Offen bei mittlerer Hitze kochen, bis die Flüssigkeit fast aufgesogen ist, dabei gelegentlich umrühren. Mit der restlichen Brühe ebenso verfahren, bis der Reis nach 20-25 Min. gar ist.

ich kipp nachdem ich die zwiebeln den knoblauch und den reis angeschwitzt habe, das alles mit 200ml weisswein abgelöscht habe die ganze brühe auf den reis und lasse das dann 20 minuten auf mittlerer hitze kochen.

nochmal alles zusammen:
risotto:

  • 1,2 l brühe
  • 2 knoblauchzehen (meisten nehm ich mehr)
  • 2 zwiebeln
  • 6 el olivenöl (weniger, snst haut mich die beifahrerin)
  • 300 g milchreis
  • 200 ml weisswein
  • ½ kopfsalat (ich nehme meisten 2 roma-salat-herzen)
  • 100 g tiefkühlerbsen
  • 80 g parmesan
  • keine butter
  • pfeffer
  • salz
  • 20 g gehobelter parmesan

croutons

  • 1/3 baguette (ich nehm meistens zwei scheiben toastbrot)
  • ½–1 rote chilischote (ich nehm eine kleine getrocknete, wenn ich zwei nehme höre ich beim essen immer leichte stöhngeräusche)
  • 1–2 el thymianblättchen
  • salz


eine oder fünf knoblauchzehen und zwei zwiebeln fein würfeln und in olivenöl anschwitzen. reis zugeben und auch anschwitzen. bevor alles braun wird mit 200 ml weisswein ablöschen und rühren bis der wein eingesogen ist.

andertalb liter brühe hinzugeben und 20 minuten leise köcheln lassen. ab und zu umrühren.

toast toasten und in kleine würfel schneiden. eine oder fünf knoblauchzehen in dünne scheiben, chilischote in ringe schneiden und zuerst den knoblauch und die chilis im heissen olivenöl garen danach die toastwürfel und den thymian zugeben. kräftig salzen und drei minuten viel bewegen und rösten und danach zur seite stellen.

den salat putzen und in feine streifen schneiden, die erbsen aus der tiefkühltruhe holen und 80 gramm parmesan reiben.

fünf minuten vor ende der garzeit die erbsen zum reis schmeissen, wenn alles gar ist topf von der hitze nehmen, den geriebenen parmesan unterrühren, keine butter hinzufügen, salat unterrühren und gleich auf tellern servieren.

den risottohaufen auf dem teller mit den croutons bestreuen und noch ein bisschen parmesan drüberhobeln.

hört sich kompliziert an, braucht aber defacto nicht länger als 30 minuten kochzeit, je nachdem wie schnell man zwiebeln und knoblauch schneiden kann.

hier nochmal das originalrezept.

kürbissuppe mit ingwer und kokosmilch und koriander-pesto

felix schwenzel, in wirres.net    

kürbissuppe

ich mochte kürbissuppe nie. im herbst zwang mich die beifahrerin immer wieder ihre zugegebenermassen ganz passable kürbissuppe zu essen. dieses jahr hab ich das kürbissuppenkochen übernommen. das kürbissuppenrezept von tim mälzer überzeugte weder mich, noch die beifahrerin: mit äpfeln und ohne karotten, meinte die beifahrerin, das gehe gar nicht. also gegoogelt und dieses rezept mit karotten und kokosmilch gefunden.

ich habe die kürbissuppe mit ingwer und kokosmilch dieses jahr bereits 4 mal gekocht, sie ist wirklich köstlich. allerdings nur mit zwei kleinen tricks. einerseits muss man sie unbedingt mit limetten würzen — und nicht mit zitronen. einmal habe ich sie aus mangel an limetten mit zitrone abgeschmeckt, was zu heftigem geschmacksgemäkel führte. und andererseits sollte das rezept mit der kokosmilch unbedingt mit dem korianderpesto von tim mälzer kombiniert werden.

das korianderpesto schmeckt ohne die suppe ziemlich scheusslich. bitter und korianderig. aber in kombination mit der kürbis-karotten-ingwer-kokosmilch-suppe schmeckt es göttlich.

zutaten

kleiner kürbis (ca. 800 g)
600 g möhren
1 grosse zwiebel
viel ingwer
1-1,5 liter gemüsebrühe
500 ml kokosmilch
salz, pfeffer, sojasauce

pesto

1 bund koriander
1-2 knoblauchzehen
2 esslöffel sonnenblumen-, kürbis- oder pinienkerne
60 ml olivenöl

den hokaido-kürbis lasse ich immer die beifahrerin waschen, damit sie sich nicht über sand oder krümel in der suppe beschweren kann. sowohl den kürbis, als auch die karotten und die zwiebel schneide ich in grobe würfel und scheiben. den ingwer würfle ich so fein ich kann.

kürbis, möhren, ingwer und zwiebeln brate ich in reichlich olivenöl brutal an. bis es fast qualmt. dazu nehme ich instant-brühe (gerade weil alle köche die ich kenne oder sehe sie verdammen) und lösche das gemüse mit etwas mehr als einem liter heissem wasser ab.

das ganze 15 bis 20 minuten köcheln lassen, pürieren, kokosmilch rein, nochmal pürieren und mit salz, pfeffer, sojasauce und limettensaft abschmecken.

während die suppe kocht bereite ich das korianderpesto vor. reichlich koriander, am besten ein ganzes, zur not ein halbes bund (die korianderwurzel nehm ix auch) mit einer handvoll gerösteter sonnenblumenkerne (oder wenn man sowas hat, kürbiskernen, pinienkerne gehen aber bestimmt auch), 60 ml olivenöl und zwei oder drei knoblauchzehen, etwas zuviel salz mit dem mixstab pürieren.

gurkensalat

felix schwenzel, , in wirres.net    

ich bin ja bekennender internetrezeptausdrucker. google ist eines der besten vorstellbaren rezeptbücher: zutaten googlen, staunen dass chefkoch.de für fast jede zutaten-suchanfrage an platz eins oder zwei steht, zwei, drei rezepte angucken, das beste ausdrucken, kochen, essen.

gut funktioniert auch tim mälzer im fernsehen oder auf seiner webseite beim kochen zuzugucken und das eine oder andere nachzukochen.

in letzter zeit gibts bei uns fast jede woche den gurkensalat, den tim mälzers oma ursprünglich mal gemacht hat. das rezept dazu bei tim mälzer oder weiter unten.

gurkensalat

was mich aber auch interessiert, ist dieses suchmaschinen-gedöns. chefkoch.de ist da ja offensichtlich immer ganz weit vorne. eine google-suche nach gurkensalat, zum beispiel, listet an erster (und zweiter) stelle chefkoch.de, aber bereits an dritter stelle mälzers gurkensalat. die suchergebnisse von bing sind (mehr oder weniger) exakt gleich. beide sites arbeiten ohne maschinenlesbare microformate, chefkoch.de baut das layout sogar noch mit tabellen auf. weder hrecipe, noch das von google propagierte schema.org recipe-format oder RDFa. trotzdem, oder gerade deswegen, landen sie ganz weit oben — zumindest wenn man die deutsche google-version benutzt. bei der amerikanischen version schieben sich zwei rezepte die offenbar mit microformaten versehen sind zwischen chefkoch.de und mälzer (beide im hcard-format).

ich würde das auch gerne mal ausprobieren und versehe das rezept hier mit dem schema.org/recipe-format um es maschinenlesabr zu machen. mal sehen was mit dem rezept in sachen google (und anderen suchmaschinen) passiert.

für das rezept hier klicken …

frappierend leckerer eiskaffee (frappuccino)

felix schwenzel, in wirres.net    

gestern verlangte die beifahrerin nach einem kaffee. er sollte am besten so schmecken, wie diese frappuccino bei starbucks, nur ohne zucker und ohne fett. also habe ich alle verfügbaren eiswürfel, zwei espressi aus unserer nespresso-maschine und die gleiche menge milch wie kaffee in den mixxer geworfen, ein paar spritzer süssstoff hinterher und gemixxt.

bei diesem ersten versuch haben sich leider nicht alle eiswürfel aufgelöst, so dass noch eine menge eissplitterchen in der kaffee-masse steckten, die aber doch eine erstaunlich fluffige konsistenz hatte. er war auch einigermassen geniessbar, aber so richtig zufrieden waren wir nicht: zu fest (und gleichzeitig zu wässrig), zu wenig stark, nicht süss genug.

heute wollte ich es besser machen und googelte vor der zubereitung ein rezept. die vorbesprechung mit der beifahrerin erforderte all mein verhandlungsgeschick. sie wollte weder den vanillezucker (ich handelte sie von zwei tütchen auf eins runter), noch den kakao (ich handelte sie von 4 teelöffeln auf einen runter), ersetzte den zucker durch süssstoff und versprach nicht so viel milch zu benutzen.

hier das modifizierte rezept für zwei personen:

  • 12 eiswürfel
  • 3 espressi (ca. 110 ml)
  • ca. 110 ml fettarme milch
  • 1 tütchen vanillezucker
  • 1 teelöffel kakaopulver (echtes kakaopulver, kein nesquick oder so)
  • 2 spritzer flüssiger süssstoff

alles zusammen in den mixer werfen und ca. 3 minuten rödeln lassen. danach ist der mixer voll mit ca. 4 bechern fluffigen, kaltem kaffeeschaum.

die beifahrerin liess sich anschliessend durch die kaffeemasse dazu hinreissen zu sagen, dass das der beste frappuccino gewesen sei, den sie jemals getrunken hätte. ich fand ihn auch angenehm süss und herb.

so sahen die tassen und teile der küche nach dem austrinken aus:

frapuccino

amerikaner

felix schwenzel, in wirres.net    

so wie hamburger natürlich nicht mit einem salatblatt und einer brötchenhälfte auf dem kopf rumlaufen, laufen amerikaner nicht mit zuckerguss auf dem kopf herum. ich kann das aus eigener erfahrung bestätigen.

abgesehen davon, kann man amerikaner erstaunlich einfach selbst backen, sofern man eine rührmaschine und einen ofen hat. was mich dann aber doch überrascht hat war, dass amerikaner, also die, sie man backt, ein päckchen vanilliepudding-pulver im teig haben. hört sich eklig an, schmeckt aber lecker. die beifahrerin hat mir heute ein amerikaner-rezept ausgedruckt und hingelegt, dass dann das zur folge hatte:

amerikaner

beim guss habe ich ein bisschen gespart, 200 gramm zucker im guss waren mir dann doch ein bisschen viel, schliesslich waren im teig schon 100 gramm. trotzdem sehr pudrig und lecker.

im rezept steht:

Zubereitungszeit: 10 Min.
Ruhezeit: 1 Tag 11 Std.

das stimmt nicht ganz. um viertel nach acht, nach der tagesschau, habe ich angefangen zu backen, um 20:45h haben wir die amerikaner bereits gut abgekühlt gegessen. und als ruhezeit werden mir gleich 6 stunden schlaf reichen. 1 tag und 11 stunden halte ich für übertrieben, auch wenn ich noch urlaub habe.

gefrorenes wasser mit zucker, frucht und eischaum

felix schwenzel, in wirres.net    

letzte woche habe ich in der faz einen artikel über speiseeis gelesen. kernaussage: speiseeis, egal ob beim italiener, dänen oder supermarkt gekauft, besteht mittlerweile fast nur noch aus zucker und künstlichem aroma. wer es „fruchtig“ wolle, solle das eis am besten selbst herstellen.

im artikel war ein rezept für schwarzes johanisbeersorbet, dass ix gestern als heidelbeersorbet nachgekocht habe.

300 g zucker
100 ml wasser
500 g frische heidelbeeren
4 eiweiss
salz
50 g puderzucker
1 grosser gefrierbeutel

den zucker sollte man zuerst mit dem wasser zu „läuterzucker“ reduzieren, also so lange kochen, bis „ein zäher sirup entsteht“. ich habe den sirup wohl ein bisschen zu lange gekocht, er hatte am ende die konsistenz von karamelbonbons. tatsächlich verwandelte sich die masse in der schüssel in die ich sie zum abkühlen gefüllt hatte, in ein grosses karamelbonbon. bevor die masse komplett zu einem klumpen geran, konnte ich 70 prozent wieder zurück in den heissen topf retten, in dem ich mittlerweile die heidelbeeren mit ein wenig wasser zu matsch kochte. dadrin löste sich das karamelbonbon glücklicherweise auf. die schüssel mit dem restkaramel, musste ich leider wegschmeissen.

nach 5 minuten hatte sich die frucht-zucker-wasser-mischung in eine appetitliche, dickflüssige, schwarze flüssigkeit verwandelt.

im rezept stand, man solle 4 eiweiss mit einer prise salz steifschlagen. aus sportlichem ehrgeiz schlug ich die eier mit der hand dem schneebesen steif und spendierte ihnn statt 50 gramm puderzucker, 25 gramm normalen zucker. danach sollte die heisse fruchtmasse unter den eischnee „gehoben“ werden. entgegen meiner erwartung, löste sich der eischnee nicht in schleim auf, sondern es bildete sich zusammen mit der fruchtmasse ein fluffiger, appetitlicher brei.

den brei füllte ich dann mit viel luft in einen grossen gefrierbeutel und packte ihn in die tiefkühltruhe. im rezept stand, man solle die masse alle zwei stunden durchkneten, damit das sorbet „geschmeidig“ und ohne eiskristalle bliebe. ich knetete die masse alle 30 minuten und tatsächlich konnte ich den fruchtsaft, der sich am beutelboden bildete auch wieder in die schaumige masse zurückkneten.

nach 5 stunden frieren und kneten hab ich eine kugel probiert: das sorbet hatte eine angenehm fluffige konsistenz, war sehr süss, aber auch sehr fruchtig. das nächste mal werde ich definitiv weniger zucker nehmen, aber dass es so einfach ist, ohne sahne leckeres eis zu machen, hätte ich nicht gedacht.

heidelbeersorbet