guardian wechselt von delicious zu pinboard

felix schwenzel, in wirres.net    

wow. der guardian hat einen linkdump linkbucket in den er links wirft und täglich automatisch einen artikel mit den links des letzten tages produziert. bisher hat der guardian das mit delicious gemacht. seit ein paar tagen mit pinboard. doppelwow.

die gründe für den wechsel lesen sich wie meine und der workflow ist dem meinen auch nicht unähnlich:

We just wanted somewhere we could dump our links and then reconstitute them (via calls to the API and a little bit of PHP scripting using curl) into a post, ready bright and early each morning.
[…]
But eventually earlier this week Delicious began adding even more detail to saved pages (an image of the site; quite why that's thought useful we don't know, but it's their site..) while for hours its servers remained inaccessible for our key task - bookmarking pages.

And that's when the relationship had to end. I had set up a Pinboard account some time back, and paid the required amount for it; we'd also kept the account synchronised so that pages bookmarked in Delicious would already be in Pinboard. So we were ready to go.

A few tweaks to the PHP and we were ready; and since Wednesday that's what we've been doing.

ich sollte nochmal erwähnen wie (und warum) ich zufrieden mit pinboard bin:

  • ich kann beliebiges HTML in das anmerkungsfeld eingeben, ohne dass pinboard das ausfiltert (delicious macht das). pinboard rendert zwar kein HTML, aber das kann man dann ja auch selbst machen.
  • es gab in den letzten tagen ein paar ausfälle des pinboard-API. damit ging das einfüttern der links per iphone-apps (reeder, instapaper) nicht mehr, aber auch die RSS-feeds funktionierten nicht mehr. die ausfälle waren teilweise ein paar stunden lang („database crashes“), aber meine emails an den support wurden von maciej ceglowski innerhalb von minuten beantwortet und daten gingen auch nicht verloren.
  • das subscriben von beliebigen nutzern, und damit das einspeisen von deren links in meinen RSS-reader funktioniert ziemlich gut. wirkt gut gegen die die filter-bubble.

wer mir auf pinboard folgen will kann das hier tun, RSS abonieren geht beispielsweise hier. /via

kostenkultur

felix schwenzel, in wirres.net    

louie ck

eben auf daringfireball einen hinweis auf diesen sehr erfreulichen text von louis ck gesehen. der text ist ein bisschen schwer zu lesen, weshalb es ja readability gibt.

louis ck hat in den ersten 3 tagen wohl über 110.000 mal die aufnahme seines auftritts im beacon theater für fünf dollar verkauft:

The show went on sale at noon on Saturday, December 10th. 12 hours later, we had over 50,000 purchases and had earned $250,000, breaking even on the cost of production and website. As of Today, we've sold over 110,000 copies for a total of over $500,000. Minus some money for PayPal charges etc, I have a profit around $200,000 (after taxes $75.58). This is less than I would have been paid by a large company to simply perform the show and let them sell it to you, but they would have charged you about $20 for the video. They would have given you an encrypted and regionally restricted video of limited value, and they would have owned your private information for their own use. They would have withheld international availability indefinitely. This way, you only paid $5, you can use the video any way you want, and you can watch it in Dublin, whatever the city is in Belgium, or Dubai. I got paid nice, and I still own the video (as do you). You never have to join anything, and you never have to hear from us again.

das heisst obwohl, oder besser weil er seinen film ohne kundenverarschung und technischen nutzungsbehinderungen die man gemeinhin DRM nennt verkauft und es sicherlich ein leichtes wäre sich auch mühlos eine kostenlose kopie zu besorgen, waren über 110tausend leute bereit, fünf dollar zu bezahlen. ich habe das auch gemacht und tatsächlich war der prozess so einfach wie man sich das wünscht: email-adresse eintragen, paypal-button klicken, zahlen, runterladen oder im flash-player auf der site ansehen. ein extra login war nicht nötig (ausser bei paypal), aber wer seinen cookie verliert, kann sich mit einem passwort das er zugemailt bekam neu als zahler einloggen und einen neuen cookie holen.

ich bin ziemlich begeistert über diesen weiteren hinweis auf eine ausgeprägte bezahlkultur im internet. wenn sich die benutzer nicht verarscht vorkommen fair behandelt fühlen, verhalten sie sich ebenso fair. und zur fairness gegenüber den benutzern oder kunden fallen mir spontan diese aspekte ein:

  • den benutzern weder explizit, noch implizit zu unterstellen dass sie eigentlich diebe sind (und sie nur mit technischen miteln oder warnhinweisen davon abzuhalten seien).
  • nicht nur an das gute im menschen appelieren, sondern daran glauben.
  • keine mondpreise verlangen, sondern angemessene, niedrigschwellige preise anbieten.
  • nicht weinerlich, sondern freundlich und höflich darauf hinweisen, welche arbeit und investitionen in dem zu kaufenden ding stecken.
  • keinen müll oder übriggebliebenes verkaufen, sondern einen echten wert, qualität, etwas mit eigenem herzblut.

fast poetisch wird louis ck dann auch noch:

I learned that money can be a lot of things. It can be something that is hoarded, fought over, protected, stolen and withheld. Or it can be like an energy, fueled by the desire, will, creative interest, need to laugh, of large groups of people. And it can be shuffled and pushed around and pooled together to fuel a common interest, jokes about garbage, penises and parenthood.

und jetzt guck ich mir den scheiss erstmal an.

[siehe auch was marcel weiss schrob]

MVRDV wolkendurchstosser

felix schwenzel, in wirres.net    

im flipboard fand ich in den „cover stories“ (hab ich schonmal gesagt, dass ich flipboard ziemlich toll finde?) fand ich gestern abend diesen BBC-artikel. in dem artikel steht, dass in seoul ein gebäude gebaut werden soll, dass den brennenden, bzw. zusammenstürzenden twin towers des world trade centers in new york ähnle. insbesondere scheint sich seth abramovitch auf gawker mit der kritik am entwurf hervorgetan zu haben. das ist das bild mit dem gawker den entwurf kommentiert:

MVRDV wolkendurchstosser und die zusammenstürzenden twin towers

ich weiss nicht, wenn ich mir den entwurf von MVRDV und die visualisierungen beispielsweise hier ansehe, finde ich den entwurf wie fast alles von MVRDV, ziemlich grossartig (beispiel gefällig?). natürlich spielt der entwurf mit der idee einer schwabbelden, gasförmigen masse, eben einer wolke. in diesem fall ist die wolke wunderbar pixelförmig aufgelöst, bzw. materialisiert und hält die türme zusammen. und natürlich kann man eine wolke auch als eine rauchwolke ansehen. oder im mond einen mann zu sehen glauben — oder wie ein kommentator unter dem gawker-artikel wunderbar auf den punkt bemerkte, kann man auch ein bild mit koi-karpfen so betrachten, als wirkten die karpfen ein bisschen „nuttenhaft“ (slutty). es liegt im auge des berachters, was er in ein bild oder einen entwurf projeziert.

zumndest scheint auf MVRDV gerade ein herrlicher shitstorm niederzugehen, so dass sie sich mittlerweile sogar auf ihrer facebook-seite für mögliche assoziationsmöglichkeiten entschuldigen:

MVRDV regrets deeply any connotations The Cloud projects evokes regarding 9/11, it was not our intention.

worüber ich mich allerdings wirklich aufregen kann, ist die website von MVRDV. die ist komplett aus flash gebaut und so gut wie unbenutzbar, eine benutzbarkeits-katastrophe.

siehe auch architizer.com.

fernsehen

felix schwenzel, in wirres.net    

nom24

ich werde heute abend mal wieder fernsehen. laut programm gucke ich um 20:15 uhr „verstehen sie spass?“ bei/mit bei nom24. verstanden habe ich das nicht ganz, aber möglicherweise ist das genau das, was auch den grand prix d’eurovision erträglich macht. das online-geplapper, bzw. -gezwittscher von vielen verschiedenen leuten.

24 Stunden Fernsehen!
Anne und Phil bloggen 24 Stunden Fernsehen live und werden dabei von wechselnden Gästen begleitet. Wenn Marcel Reich-Ranicki das noch erleben könnte!

D64 404

felix schwenzel, in wirres.net    

D64 404

huch. tina kulow ist bei D64 plötzlich 404. /via

tina kulow verlässt D64? oder wurde gelöscht? rausgeworfen? warum 404 und nicht einen kleinen hinweis — und sei es ein floskelhaftes „tina kulow hat aus persönlichen gründen D64 verlassen.“ nichts. kein tweet, keine news, kein hinweis auf facebook.

* * *

vorbildlich find ix übrigens diese D64-seite.

* * *

[nachtrag 10:04h]
nach einem hinweis von nico lumma in den kommentaren nochmal geguckt und dann doch gefunden: tina kulow wurde bereits vor vier tagen in aller form per twitter verabschiedet:


Tina Kulow hat sich entschieden, nicht bei D64 mitzumachen, da auch bereits eine Kollegin von ihr dabei ist.
@D64eV
D64

irgendwie eigenartig inkonsistent, die argumentation, dass ein paar pressesprecher oder lobbyisten privat bei D64 sind, es aber dann irgendwie auch reiche, wenn nur einer und nicht zwei von facebook bei D64 sind.

link doch!

felix schwenzel, in wirres.net    

tom könig fragt auf spiegel online beim „Twitter-Service der Deutschen Bahn“ nach, „ob das Laptop-Verbot [in Speisewagen] eine allgemeine Konzernrichtlinie ist - oder lediglich ein origineller Einfall des örtlichen Zugpersonals.“

laut könig antwortet der „Twitter-Service der deutschen Bahn“ (vermutlich @db_bahn):

Mit Rücksicht auf andere Reisende wurde die Nutzung von Laptops in der Bordgastronomie verboten. Viele Kunden fühlen sich durch das Tippgeräusch belästigt.

das problem ist nur, ein solcher tweet ist per suchmaschine nicht zu finden (möglicherweise bin ich aber auch zu blöd). was ich aber fand, war folgender tweet:


@ Auch im Bordbistro sind Laptops nicht generell verboten - auch hier hoffen wir auf gegenseitige Rücksichtnahme. /ja
@DB_Bahn
DB Bahn

ich neige mittlerweile dazu, journalisten, die nicht willens sind ihre quellen zu verlinken, als blutige amateure oder märchenonkel anzusehen.

* * *

[nachtrag 10.12.2011]
das sind wohl die beiden originaltweets von @db_bahn in antwort auf @koenigistkunde (aus den kommentaren):
https://twitter.com/DB_Bahn/status/137130938667761664
https://twitter.com/DB_Bahn/status/137134247868772352

wahrscheinlich sind bei spiegel online gerade der linkbeauftragte und bei der bahn der konsistenzbeauftragte im urlaub.

watch later

felix schwenzel, in wirres.net    

im laufe des tages habe ich ein paar videos gesammelt, die ich mir heute abend ansehen wollte. noch hab ich sie nicht gesehen, hab mich aber gerade gefragt, warum ich sie nicht einfach veröffentliche. also bitte:

festival des nacherzählten films

felix schwenzel, in wirres.net    

seit ein paar tagen sind einige beiträge des festival des nacherzählten films online. den ersten platz und dritten platz hab ich mir bereits angesehen. beide sind sehr witzig, aber auch sehr langatmig. wobei die langatmigkeit, die erklärbärkeit auch gerade der witz an der ganzen veranstaltung ist. wenn man sich zuerst den ersten platz von christian brandes ansieht, der eine „Werbeunterbrechung aus den 90er“ jahren nacherzählt ansieht und danach (!) einen der werbespots die er nacherzählt, erkennt man das sehr deutlich. nacherzählt ist der spot irre witzig, in natura ist er nur erschütternd. wenn marcel und kosmar gleich aufgehört haben auf meinem computer zu sprechen, schau ich mir auch platz zwei an. /via