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title: 10 jahre zigbee (bei uns zuhause)
date: "2026-03-22T20:55:00+01:00"
url: "https://wirres.net/articles/10-jahre-zigbee-bei-uns-zuhause"
tags: [automatische wohnung, zigbee, matter, zigbee2mqtt, hue, ikea]
category: artikel
additional_categories: [wirres.net]
author: felix schwenzel
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# 10 jahre zigbee (bei uns zuhause)

[vor ziemlich genau 10 jahren](https://wirres.net/articles/9930) habe ich die ersten beiden *hue* LED-birnen gekauft. von den zwei birnen die damals im *hue*-starterset waren lebt eine noch und ist noch im einsatz. die erwartungen an LED-leuchten lauten damals: 15 bis 20 jahre lebensdauer. in der praxis freue ich mich darüber, dass eine von denen tatsächlich 10 jahre hält. es zeigt sich leider, dass LED-birnen teilweise genau so schnell kaputtgehen (oder lange halten) wie die alten glühbirnen. entweder gibt das netzteil, die eletronik und manchmal auch das gehäuse auf.

trotzdem bereue ich nicht, die ganze wohnung nicht nur auf LED umgestellt zu haben, sondern zum grössten teil auch auf *zigbee*. seit dem ich vor sechs jahren die proprietären hubs von *ikea* und *hue* weggeschmissen habe und einen eigenen hub mit [*zigbee2mqtt*](https://www.zigbee2mqtt.io/) betreibe, lässt sich das potenzial von *zigbee* auch voll ausschhöpfen. fummelig und teilweise buggy war es trotzdem gelegentlich, vor allem fielen immer wieder die tollen, kleinen und günstigen *xiaomi* und *aquara* gerätchen aus dem *zigbee* netz und wollten neu gepaart werden. aber auch die firmware meines zigbee-koordinators, also meines DIY-hubs (ein [*CC26x2R LaunchPad*](https://www.ti.com/product/LAUNCHXL-CC26X2R1/part-details/LAUNCHXL-CC26X2R1)) zickte immer wieder mal und hatte bugs.

aber insgesamt war zigbee über die jahre stabil, schnell, gut zu erweitern und zufriedenstellend. insgesamt sind hier 88 geräte, davon 39 batteriebetriebene (sensoren und schalter). aber als *home assistant* vor ein paar monaten einen neuen, selbstenmtwickelten, offenen *zigbee*-router ([*zbt-2*](https://www.home-assistant.io/connect/zbt-2/)) vorstellte, schlug ich zu. das versprechen von zukunftsfähigkeit, einer optimierten antenne, modernster chipsätze und guter performance gefiel mir und bisher hab ich gute erfahrungen mit der hardware (der software sowieso) die *home assistant* baut gemacht.

die migration vom alten „hub“ zum neuen hub war leider sehr fummelig, unter anderem, weil ich meine 80 geräte nicht alle neu anlernen wollte. am ende lief alles, auch merklich stabiler, aber ein paar eigenartige probleme blieben. so konnte ich bestimmte geräte einfach nicht ins netzwerk hinzufügen. der workaround war, dass ich diese geräte dann in mein zweit *zigbee*-netz hinzufügte, das ich seit ein paar jahren mit dem vorgänger des *zbt-2*, dem *sky-connect* betrieb. dorthin hatte ich damals alle *xiaomi* und *aquara* sensoren ausgelagert, die im hauptnetz immer rausfielen, und im kleinen sondernetz keine mucken mehr machten. insgesamt fand ich das unbefreidigend und weil ich dieses wochenende sturmfreie bude hatte und lichtausfälle nicht beschimpft werden würden, entschied ich mich mein haupt-*zigbee*-netz neu aufzuspannen.

den ersten test führte ich mit einer jungfräulichen, frisch geonboardeten *zigbee2mqtt*-installation durch, ich wählte einen weniger belegten *zigbee*-kanal und schaute ob die geräte die sich vorher nicht joinen liessen jetzt dem netzwerk beitraten. dass sie es taten war gleichzeitig eine gute und eine schlechte nachricht. jetzt konnte ich um die 80 geräte manuell hinzufügen und neu konfigurieren und hätte dann am ende ein fehlerloses *zigbee*-netz.

die ganze prozedur war dann wirklich sehr mühsam, auch weil ich im *home assistant* viele der entity-ids und namen neu setzen musste, aber andererseits konnte ich auch ein bisschen aufräumen. tatsächlich, nach zwei tagen arbeit, läuft das zigbee-netz laut *zigbee2mqtt* fehlerfrei, die einzige leuchte die gelegentlich fehlermeldung im log verursacht ist die 10 jahre alte *hue*-birne, die zu ihrer verteidigung aber auch in einem metallenen lampengehäuse steckt. ansonsten keine fehlermeldungem, timeouts oder unerreichbare geräte.

auch die beiden neuen [*kajplats* weissspektrum birnen](https://www.ikea.com/de/de/p/kajplats-led-leuchtmittel-e27-1521-lm-smart-weissspektrum-rund-opalweiss-10611302/) mit 1500 lumen, die ich kürzlich gekauft habe, sind jetzt im *zigbee*-netz. die werden eigentlich mit matter ausgeliefert, sprechen aber auch *zigbee*. weil mein *zbt-2* die aber nicht ins zigbeenetz aufnehmen wollte, habe ich die auch 2-4 wochen mit *matter* betrieben. das lief eigentlich auch sehr gut, matter reagiert mindenstens so schnell wie zigbee, subjektiv vielleicht sogar einen ticken schneller. was matter aber noch fehlt ist eine brauchbare gruppierung auf netzwerk-ebene. bei *zigbee* kann man beliebig viele leuchten in eine *zigbee*-gruppe stecken und dann mit einem einzigen broadcast-befehl alle leuchten schalten, statt jede einzelne zu schalten. bei zwei, drei birnen ist das eigentlich egal, aber es fühlt sich einfach besser an, alle drei lampen im flur mit einem einzigen befehl zu schalten und den weisswert zu setzen, statt mit dreien.

zwischen *matter* und *zigbee* kann man übrigens so umschalten: erst *matter* zurücksetzen, indem man die birne 6 mal aus- und anschaltet, danach *zigbee* zurücksetzen, bzw. in den verbindungsmodus versetzen mit 12 mal aus- und anschalten.

nervig ist, dass von den 10 verschiedenen herstellern von denen ich *zigbee*-birnen besitze, jeder eine eigene art hat die birnen zu resetten, bzw. in den verbindungsmodus zu versetzen: mal, wie bei ikea, sechsmal aus und an, manchmal 5 mal je 5 sekunden aus und 5 sekunden an und manche muten ihren nutzern sogar kombinationen aus 5 sekunden und 2 sekunden schaltsequenzen zu. zum glück gibt’s *touchlink*, zum beispiel mit der 10 jahre alten *hue* fernbedienung: wenn man die fernbedienung an eine lampe hält und an- und aus-taster 10 sekunden lang hält, resetten die meisten lampen sich und verbinden sich neu.

ausserdem gelernt, die bindings mit denen man zum beispiel *zigbee*-fernbedienungen direkt mit einer leuchte verbinden kann, so dass man die auch mit der fernbedienung steuern kann, wenn das *zigbee*-netz ausgefallen ist, diese bindungen werden nicht in *zigbee2mqtt* gespeichert, sondern in den geräten selbst. man sieht diese bindings zwar im *zigbee2mqtt*-frontend, aber zigbee2mqtt holt sich die info jedes mal aus dem gerätespeicher. das ist ein bisschen schade, weil ich immer die vorstellung hatte, dass *zigbee2mqtt* diese info sichert und wenn sie im gerät verloren gehen sollte, wieder neu setzen kann beim „rekonfigurieren“. is aber nicht so.

mein fazit lautet also: ich liebe und hasse mein *zigbee*-netz gleichzeitig. einerseits ist es (bisher) zu 95% zuverlässig gewesen, aber die 5% probleme kosten immer noch zu viel zu viel zeit. ich hoffe mit dem *zbt-2* jetzt auf 99,9% zuverlässigkeit. matter ist bereits sehr gut, aber noch nicht ganz so weit um damit grosse netze zu verwalten. der teufel und die arbeiten stecken da noch in vielen kleinen details. beide, *zigbee* und *matter* sind deshalb toll, weil man sich damit zu 100% herstellerunabhängig machen kann. und allein deshalb überwiegt meine liebe zu *zigbee* — und in ein paar jahren sicher auch zu *matter*.
