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title: "#rp19: Weniger Autos wagen!"
date: "2019-05-20T10:00:00+02:00"
url: "https://wirres.net/articles/rp19-weniger-autos-wagen"
tags: [piqd, picks, piqs, technologie und gesellschaft, rp19]
category: links
additional_categories: [wirres.net]
author: felix schwenzel
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<h1>#rp19: Weniger Autos wagen!</h1>

Auf der republica wurde dieses jahr (zu Recht) viel über Aktivismus geredet. Ein paar Stunden bevor Sascha Lobo [seinen Vortrag](https://19.re-publica.com/en/session/realitatsschock) mit [Greta Thunbergs Aktivismus-wirkt-Zitat](https://twitter.com/gretathunberg/status/1122745656651677696) beendete, zeigte Mikael Colville-Andersen was Aktivismus erreichen kann. Er skizzierte nicht nur die Zukunft der Stadt, sondern *zeigte* sie auch, unter anderem am Beispiel Kopenhagens.

Ich fand es extrem inspirierend und augenöffnend, wie Anderson von den ziemlich erfolgreichen Bemühungen erzählte, um das Auto in Kopenhagen und anderen Städten zurückzudrängen und damit die Lebensqualität für alle zu heben. Er zeigte keine politischen Visionen, sondern seit Jahrzehnten erprobte Erfahrungen, best practices und Erfolge. Kopenhagen ist so fahrradfreundlich, dass sogar im Winter über 70 Prozent der Fahrradfahrer weiter mit dem Rad zur Arbeit fahren. Fast zwei Drittel der Politiker in Kopenhagen nutzen Fahrräder, um zur Arbeit zu kommen.

Anderson setze bei seinem Vortrag weniger auf Wut als Motor um Aktivismus zu säen, sondern tatsächlich auf Inspiration, beinahe Wehmut — und Daten. Er zeigte, dass Städte und Straßen wieder zu demokratischen Räumen werden können, statt Spielwiesen für Straßenbauingenieure und Verkehrslenker und dass man, um schnell von A nach B zu kommen, eben nicht unbedingt ein Auto braucht, sondern kluge Infrastruktur, die allen nützt und nicht nur ein paar Autofahrern.

Alles was Anderson zeigte war schlüssig, logisch und keine Spur radikal. Nach dem Vortrag war ich überzeugt, dass die Zukunft der Städte nicht im Hofieren des Autoverkehrs liegt und das Zurückdrängen des Autoverkehrs aus Städten auf eine Art alternativlos und zwangsläufig ist.

Eine gewisse Dosis Wut kam dann doch noch in mir auf, vor allem angesichts der Tatsache, dass sich in unseren Nachbarländern die Bürger schon seit Jahrzehnten die Städte und Strassen von den Autos zurückholen und wir uns hier aus unerfindlichen Gründen weiter scharenweise von Autos von den Fahrrädern fegen lassen und das offenbar als normal empfinden.

[![video auf youtube ansehen](https://wirres.net/cache/md-yt-thumbs/articles-rp19-weniger-autos-wagen-luzA74TgJI8.jpg)](https://youtu.be/luzA74TgJI8)
