werkseinstellungen

felix schwenzel, , in artikel    

gegen drei uhr gestern früh kurz aufgewacht und gesehen, dass im flur licht brannte. das bedeutet nie etwas gutes, also entschied ich mich lang aufzuwachen und der sache nachzugehen. tatsächlich war die automatische wohnung kaputt, nichts ging mehr automatisch, kein nachtlich im flur, auf dem klo, in der küche. die batteriebetriebenen lichtschalter gingen nicht mehr (ausnahme: die genialen ikea-tradfri-fernbedienungen, die direkt mit den birnen sprechen). das wlan war weg und die esp8266-mikroprozessoren blinkten immer wieder auf, weil sie sich offenbar nicht mehr mit der zenttrale verbinden konnten und immer wieder neustarteten.

mir fiel ein, dass anfang mai der DSL-anbieter-wechsel angesetzt war. vorgestern abend ging noch alles, eine umschaltung mitten in der nacht? hut ab.

die fritzbox lief, aber keins meiner geräte konnte sich mit ihr verbinden. weil das wlan nun wirklich so gut wie nie ausfällt, fiel mir als einzige erklärung ein: irgendwer, irgendwas hatte die fritzbox auf die werkseinstellungen zurückgesetzt. mit dem hinten auf die fritzbox gedruckten wlan-kennwort konnte ich mir tatsächlich wieder wlan-zugang verschaffen und per knopfdruck das DSL und die telefonie vom neuen anbieter (telekom) automatisch neu einrichten lassen.

als ich wieder internet hatte, trudelten auch meine mails ein, unter anderem diese:

„Die Einstellungen der FRITZ!Box [wurden] auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt.“

WTF? das mein „Internet-Anbieter“ meine fritzbox zurücksetzen kann ist bereits beunruhigend, aber das er das auch tut ist eine extreme schweinerei. schliesslich ist auf meiner fritzbox nicht nur der internet-anschluss des „Anbieters“, sondern alle möglichen anderen daten: telefon-bücher, -blacklists, meine komplette heimnetzwerkkonfiguration, alle langwierig konfigurierte IP-adressen und hostnamen meiner geräte, internetzugangssperrungen für hubs und andere geräte die potenziell nach hause telefonieren möchten und persönlich relevante anruf-historien und sicherheitsrelevante aufzeichnungen (logs). mein „Internet-Anbieter“, ich vermute mein alter anbieter (o₂), meint allen ernstes er könne darüber verfügen und das ungefragt alles löschen?

mir kommt das ungefähr so vor, als würde ein verleger nach der kündigung eines abos bei mir in die wohnung kommen und die zeitungen per flammenwerfer „zurücksetzt“. mitten in der nacht und ohne rücksicht auf kollateralschäden.

klar: backups der fritzbox-konfiguration hatte ich auch, allerdings waren die ein paar wochen alt und ich entschied mich das mal eben alles schnell neu aufzusetzen. gegen halb sieben war ich fertig, die automatische wohnung funktionierte wieder automatisch, das lokale netzwerk und der fernzugriff waren wieder korrekt konfiguriert und die telefone und anrufbeantworter und rufumleitungen und ein telefonbuch, mit den wenigen menschen die uns noch auf dem festnetz anrufen, waren eingerichtet.

aber die tatsache, dass einerseits ein „Internet-Anbieter“ in meiner privatshäre, an meiner informations-infrastruktur rumfummeln kann, log-dateien, einstellungen, filligrane konfigurationen einfach löschen kann und das dann auch noch tut, lässt mich sprachlos zurück. mir fehlen zwar nicht die worte, im gegenteil, aber die spare ich mir, weil diese worte justiziabel sein könnten.

(ich vermute sehr, dass das eine aktion von o₂ war, wobei es natürlich auch möglich ist, dass die fritzbox sich selbst zurücksetzt, wenn der konfigurationsserver des alten anbieters verschwindet, bzw. den anschluss für erloschen erklärt. das wäre dann ein veritabler bug in der fritzbox firmware von avm. dass die telekom das zurücksetzen veranlasst haben könnte ist nahezu auszuschliessen, der anschluss war ja noch nicht eingerichtet und damit auch kein zugriff für die telekom möglich. 100%ig auszuschliessen ist das natürlich nicht. aber aus vergangenen schlechten erfahrungen mit o₂ richte ich meinen ärger jetzt zunächst voll auf o₂.)

mich würde natürlich interessieren ob das anderen auch schon beim DSL-anbieterwechsel passiert ist, ob das ein standard-vorgehen ist oder ob das gar eine art digitaler hausfriedensbruch sein könnte. von mir aus kann mein „Internet-Anbieter“ alle daten löschen, die er über mich gesammelt hat, aber doch nicht meine daten und meine von mir vorgenommenen einstellungen.

* * *

ein kitzkleine recherche hat ergeben, dass zumindest die sätze:

Durch Ihren Internet-Anbieter wurden die Einstellungen der FRITZ!Box auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Dabei wurden die bisherigen Einstellungen gelöscht

nur im zusammenhang mit o₂ im netz zu finden sind. in diesem strang diskutieren nutzer, denen o₂, teilweise mehrfach, bei der ersteinrichtung die fritzbox zurückgesetzt hat. unter dem werkseinstellungsreset liegend ist, soweit ich das verstehe, das TR-069-protokoll, dass „Internet-Anbietern“ erlaubt, bestimmte konfigurationen an kundenroutern vorzunehmen. und offenbar „Internet-Anbietern“ auch erlaubt, kundendaten auf fritzboxen nach belieben zu löschen.

avm dokumentiert zwar das implementierte TR-069-protokoll — und auch wie man das deaktivieren kann — dass „Internet-Anbieter“ diese funktion aber auch nutzen können, um alle persönlichen daten und einstellungen von der fritzbox zu löschen, ist dort nicht erwähnt.

Eine FRITZ!Box, die von einem Internetanbieter zur Verfügung gestellt wird, ist so eingestellt, damit der Anbieter die Erstkonfiguration vornehmen und Updates von FRITZ!OS einspielen und Ferndiagnosen durchführen kann.

meine zigbee-netzwerke (enthält werbung)

felix schwenzel, in artikel    

vor etwa einem jahr habe ich mir von innr eine unterschrank-LED-beleuchtung gekauft und darüber geschrieben. insgesamt bin ich mit den innr-leuchten ganz zufrieden, mittlerweile bietet ikea vergleichbare, fernsteuerbare und dimmbare unterschranklampen an. die bekommt man für 15,00 plus drei mal 25,00 euro (90,00 €) zu einem vergleichbaren meter-preis wie von innr (amazonpreis innr uc 110 derzeit 95,00 €). allerdings haben die innr-leuchtstreifen ein paar eigenheiten und merkwürdigkeiten die die mit dem tradfri-treiber nicht vorkommen: beim einschalten gehen die innr-leuchtstreifen zum beispiel immer mit 100% an, statt mit der vorher eingestellten helligkeit.

testgeräteanforderung bei www.innrlighting.com/de/

weil ich vor ein paar tagen auf ein angebot auf der innr-webseite gestossen bin („testgeräteanforderung für blogger“), bin ich seit samstag im (test-) besitz eines innr-hubs, drei innr LED-birnen und einer schaltbaren innr-steckdose. innr hat mir die kostenlos zugeschickt, nachdem ich sie habe wissen lassen, dass mich drahtloses schalten interessiert und ich darüber schreibe (auch wenn es sonst kaum jemanden interessiert). als erstes hat mich natürlich interessiert, ob der LED-streifen auch mit der innr-app ein so komisches schaltverhalten zeigt und ob es vielleicht ein firmware-update gibt, wenn man den leuchtstreifen an den innr-eigenen hub anschliesst.

also habe ich als erstes den innr-hub neben meinen hue-, den tradfri- und den zigbee2mqtt-hub gelegt, angeschlossen, die innr-app runtergeladen und mich beim einrichten der app gewundert, warum ich mich bei innr als erstes registrieren muss. für den betrieb des zigbee-hubs, das schalten von lampen oder die funktion der app ist diese anmeldung nicht nötig. nach den aktuellen europäischen datenschutzregeln muss so ein anmeldegedöns eigentlich auch erklärt werden, es müssen gründe genannt werden, warum man auf datensparsamkeit verzichtet. erkennbaren nutzen hat man als nutzer von der anmeldung jedenfalls nicht, im gegenteil, ich habe mich noch vor dem anschluss der ersten lampe geärgert, weil die anmeldung in der innr-app erst im dritten anlauf funktionierte. das paaren mit den leuchten oder dem leuchtstreifen geht dann, wenn man die anmeldung hinter sich gebracht hat, bei innr einfach und soweit ich einschätzen kann relativ hack-sicher: die lampe verbindet sich mit dem zigbee-koordinator nur, wenn sie ungepaart ist und nur in den ersten fünf sekunden nachdem man sie ans stromnetz angeschlossen hat. hue hat es jahrelang versäumt den paarungsvorgang abzusichern, weshalb man mit entsprechend kräftigen zigbee-sniffern ganze hue-zigbee-netzwerke kapern konnte. mittlerweile hat hue das problem wohl behoben. ikea sichert den paarungsvorgang durch nähe ab, nur wenn ein bereits gepaartes gerät (meistens eine fernbedienung) wirklich nah an der lampe ist, lässt sie sich zum eintreten in das neue netzwerk überreden.

leider zeigte der UC 110 leuchtstreifen auch am innr-hub sein eigenartiges einschaltverhalten. ein firmware-update schien auch nicht zur verfügung zu stehen. ansonsten verhielt sich der UC 110 wie am hue hub: er ändert die helligkeit mit geschmeidigen übergängen und lässt sich auf sehr, sehr niedrige helligkeit runterdimmen, so niedrig wie kein anderes fernsteuerbares leuchtmittel das ich bisher gesehen habe.

etwas eigenartig verhielt sich die mitgelieferte RGB leuchte (RB 285 C) am innr hub. beim wechseln der farben leuchtete die lampe immer wieder weiss auf. der übergang insgesamt war zwar weich, aber warum beim wechsel von blau zu rot über die weissen LEDs gegangen werden müsste ist nicht nachvollziehbar. dafür merkte sich die RB 285 C — anders als der UC 110 — ihren vorherigen einschaltzustand: wenn ich sie mit der app auf niedrige helligkeit und hellblau stellte, abschaltete und wieder anschaltete, ging sie hellblau mit niedriger helligkeit wieder an. was die innr-leuchten nicht können, die tradfri-lampen auch nicht, ist ein neues feature dass die neuere hue-lampen-firmware beherrscht: bei hue lampen lässt sich jetzt das einschaltverhalten nach stromnetz-entzug konfigurieren. schalte ich tradfri- oder innr-lampen den strom ab, gehen sie danach immer an, j sei dank allerdings immer mit den vorher eingestellten werten. den hue lampen kann man jetzt sagen, dass sie das auch so machen sollen, dass sie immer an gehen sollen oder nur dann angehen sollen, wenn sie vor dem stromentzug auch schon an waren (vorher gingen hue-birnen nach trennung vom stromnetz immer mit 100% helligkeit an).

die beiden letzten schwachpunkte der innr app- und hub-kombination waren dann der grund, warum ich den hub schnell wieder demontiert habe: wenn ich einer lampe den strom wegnahm, merkte die app nicht, dass die lampe nicht mehr erreichbar ist. in der app konnte ich die lampe weiter schalten und konfigurieren, als wäre sie noch im zigbee-mesh. das können hue, tradfri und die open-source lösung zigbee2mqtt besser.

ein völliges k.o.-kriterium für die innr app- und hub-kombination ist die völlige abwesenheit einer API. sind leuchtmittel oder aktoren an die innr-bridge angeschlossen, lassen sie sich ausschliesslich von der innr-app fernsteuern. es gibt keine API und bisher scheint sich niemand die mühe gemacht zu haben, dass kommunikationsprotokoll zwischen app und hub reverse zu engineeren. das ist andererseit aber OK, weil man die innr-geräte auch problemlos mit anderen zigbee hubs verbinden kann, der die geräte dann per API steuerbar und auslesbar macht.

die mühe die RGB-birne und die schaltbare steckdose an unseren hue-hub anzuschliessen habe ich mir gar nicht erst gemacht, sondern beide gleich mit meiner zigbee2mqtt-instanz verbunden. das ging kinderleicht, einfach die lampe und die steckdose zurücksetzen, indem ich sie aus der app lösche und sobald die join-option aktiviert ist, schnappt sich zigbee2mqtt die beiden geräte sofort.

eine freudige überraschung war, dass zigbee2mqtt alle features der RGB-birne und der steckdose erkennen: für die steckdose liefert zigbee2mqtt folgenden json-string:

4/27/2019, 3:57:00 PM - info: MQTT publish: topic 'zigbee2mqtt/0x00158d0001fdecc6', payload '{"state":"ON","linkquality":68,"power":0,"current":0,"voltage":229}'

die dose misst also den verbrauch angeschlossener geräte und überträgt diese werte per mqtt alle paar sekunden.

schaltbare steckdosen waren mein einstieg in die vernetzte wohnung, allerdings in der nur mittel-zuverlässigen, dafür sehr günstigen 433 mhz funk-variante. ausser beim nicht mehr so günstigen homematic-system, bieten diese funkdosen keinen rückkanal, man selbst und die steuerungssoftware muss also optimistisch sein und einfach davon ausgehen, dass ein schaltvorgang geklappt hat. auch den stromverbrauch einiger geräte habe ich jahrelang über das 433 mhz protokoll ausgelesen. die revolt RF-dosen sind spotbillig (14 €), funken ihre werte allerdings im sekundentakt, was andere 433-mhz-kommunikation potenziell stört. trotzdem messe ich den stromverbrauch unserer waschmaschine bis heute mit so einer revolt-dose, um uns vom abschluss von waschvorgängen informieren lassen zu können.

vor einem jahr habe ich mir für 10 euro bei obi schaltbare wlan-steckdosen gekauft, auf die man eigene firmware (tasmota) flashen konnte. damals waren die mit 10 euro unschlagbar billig, messen allerdings nicht den stromverbrauch. das kann für knapp 30 euro die tplink hs 110, die zwar eine proprietäre firmware hat, aber dafür auch eine lokale API bietet, sich also ohne cloud auslesen und steuern lassen. davon habe ich mittlereile zwei und bin recht zufrieden damit.

die innr sp120 ist preislich vergleichbar mit der tplink hs110 (beide um die 30 euro), sieht aber um einiges besser aus.

innr-steckdose und tplink-steckdose — messen beide den strom

dafür schaltet sie maximal 10 ampere, die tplink schaltet 16 ampere. 10 ampere dürften für die messung des stromvebrauchs von wasch- oder spülmaschine ein bisschen schwachbrüstig sein.

auch spottbillig, aber leider ohne strommessung, sind die neuen tradfri schaltsteckdosen: sie kosten 10 euro und schalten auch 16 ampere. leider sind sie in deutschland noch nicht lieferbar (mehrfach verzögert, derzeit heisst es, sie seien ab februar 2020 in deutschland lieferbar)

innr-steckdose und tradfrie-steckdose

ich habe mir drei dieser dosen in holland gekauft, zusammen mit einem neuen schalter. das pairing war etwas fummelig, aber ich konnte sowohl die dosen, als auch den schalter problemlos mit zigbee2mqtt verbinden. die home-assistant tradfri-implementierung kann die dosen auch verbinden, aber nicht den schalter. und weil meine home-assistant-version schon etwas älter ist 0.75.3 (aktuell ist 0.92) ist die lösung mit der zigbee2mqtt-bridge momentan die beste. was vor allem erstaunlich ist, vieles funktoniert mit zigbee2mqtt besser als mit den hersteller-lösungen. wenn ich beispielsweise die innr-RGB-birne oder die innr steckdose vom stromnetz trenne, markiert zigbee2mqtt sie zuverlässig als nicht verfügbar. tradfri kann das auch, allerdings nur nach langer timeout-zeit oder wenn man nicht verfügbare aktoren versucht zu schalten. die innr-hub und ap-kombination kanns nicht, bei hue geht’s mit längreen time-out-zeiten auch.

mittlerweile habe ich über zigbee2mqtt knapp 20 sensoren und aktoren angeschlossen (neben den ikea- und innr-steckdosen, einer hue und der innr-RGB-birne, einigen xiaomi-sensoren vor allem super günstige, zuverlässige und ausreichend schicke xiaomi-schalter) und bin super zufrieden mit der funktion und der zuverlässigkeit, aber vor allem der weiterentwicklung der software. an ein paar stelllen klemmt’s gelegentlich noch, aber das tut’s auch bei der home-assistant tradfri-implementierung, die manchmal über netzwerkprobleme stolpert oder sich aufhängt.

fazit

mein fazit zu den vier bisher näher angesehenen innr-produkten ist zweispältig. die produkte sind einwandfrei gestaltet, sowohl optisch, als auch technisch. aber die innr-eigene hub- und app-kombination ist nahezu nutzlos, weil sie keinerlei API bietet. dank des zigbee-standards lassen sich die innr-produkte aber mit allen marktüblichen geräten paaren und nutzen. als ich zuerst vor ein paar jahren von innr gehört habe, habe ich das geschäftsmodell so verstanden, dass man hue mit günstigeren, aber kompatiblen zigbee-produkten unter druck setzen wollte. diesem geschäftsmodell hat ikea einen strich durch die rechnung gemacht, die seit zwei jahren günstige, zuverlässige und ständig gepflegte zigbee-produkte anbieten. qualitativ scheint mir die innr-RGB-birne der tradfri- und hue-konkurenz mindestens ebenbürtig bis überlegen. die innr-birne hat definitiv ein besseres farbspektrum als die tradfri-RGB-birnen und subjektiv erscheint mir auch die leuchtkraft der innr-RGB-birne der hue-variante überlegen.

mit der schaltbaren zigbee-steckdose, die auch den stromverbrauch misst, hat innr (noch) ein herausragendes und schick gestaltetes produkt, dass es von den anderen herstellern so noch nicht gibt. aber ikea zeigt mit seinen 10-euro-zigbee-dosen der konkurenz, wo sie ihren hebel ansetzen. gegen philips und seine hue-produkte wird die positionierung auch nicht einfacher. hue drückt immer neue produkte in den markt und punktet mit qualität, anspruchsvollem design und stetiger weiterentwicklung der firmware, auch ihrer älteren produkte. bei innr sehe ich gerade bei der firmware wenig bis keine bewegung, vor allem auch keine ansätze schwächen per software-updates auszubügeln.

überhaupt nicht nachvollziehbar ist der registrierungszwang in der innr-app bei der nutzung des innr-hubs. in der app landet man bei einem klick auf „Datenschutz“ auf der innr-website, dort kann man ein (auf dem handy kaum lesbares) englischsprachiges pdf runterladen.

If you purchase the bridge Product (plus any other Products) and install it at home on your Wi-Fi network, in combination with downloading the App on your smartphone or tablet, you need to create a login account or log in with the account created in the LA or in the App. The App then collects the names of the lights you use, and the rooms and lighting scenes that you use in your settings. If you purchase Products without the bridge, then no further data is collected and the App has no functionality.

Innr collects additional data from your use of the Products
In order to improve your experience and help troubleshoot any problem that may arise, we collect additional technical information such as the serial number of the Products (such as lamps and the bridge, the software version and the like), if you have the bridge Products installed. To be able to use the services we offer or may offer in future, the Products need to be connected to your Wi-Fi network. During the set-up, the Product will save your IP address.

warum innr einen login erfordert und danach technische lampendaten, meine IP-adresse oder szenen- und lampennamen sammelt, wird daraus nicht klar. die einzigen, etwas dünnen erklärungen, warum innr auf datensparsamkeit verzichtet lautet:

[…] sharing your personal data with Innr will enable us to make it easier for you to:
- control your Products through WiFi networks; and
- receive software updates automatically.

das ist natürlich quatsch, weil das alles auch ohne vorherige registrierung funktioniert. es erscheint beinahe so, als ob innr hier indirekt von der nutzung der eigenen hub-lösung abrät.

nutzung

ich bin eigentlich mit fernsteuerbaren LED-birnen ganz gut ausgestattet, bzw. wir haben den umstieg von glühfaden, halogen oder neon zu LED in der wohnung abgeschlossen. grösstenteils nutzen wir LED-licht mit weiss-spektrum, also kaltem weiss und warmen weiss. RGB, also farb-effekte nutzen wir im alltag kaum, ein realistisches nutzungsszenario für farbiges licht existiert praktisch kaum. bei der überlegung wie ich die innr-RGB-birne nutzen könnte fiel mir ein, dass sie den besetzt-status vom klo signalisieren kann. schliesslich habe ich jetzt einen sensor, der „sieht“ ob jemand auf der schüssel sitzt. nach der umkoniguration meiner flur-licht automationen in home-assistant funktioniert das jetzt wunderbar.

die innr-RGB-birne leuchtet rot, wenn das klo besetzt ist

die innr-steckdose werde ich für das automatische ein- und ausschalten der wachstumslampen in der kammer nutzen. die ziehen derzeit alle zusammen 43 watt und das möchte ich weiterhin gerne im blick behalten um die kosten für den selbstgezogenen salat irgendwann mal auszurechnen. bisher nutze ich dafür eine tplink-dose, die aber dann wohl an die waschmaschine wandern wird und dort die alte 433-mhz-revolt-strommessdose ablösen wird. das bringt dann hoffentlich wieder ein bisschen zuverlässigkeit in das 433-mhz-spektrum, dass derzeit arg von der revolt-dose zugespammt wird. denn ein paar 433-mhz sensoren und aktoren haben wir hier noch in benutzung.

ikea växer woche 7

felix schwenzel, , in artikel    

kohl, mangold und salat nach jeweils 7 wochen

der mangold hat jetzt dank ein paar zahnstochern halt gefunden und spriesst so wie ich das gerne habe. ein paar blätter habe ich schon abgeerntet und er lässt immer wieder neue blätter nachwachsen. parallel habe ich drei weitere mangold-samen angesetzt, denen ich in der steinwolle jetzt ein bisschen halt gegeben habe, damit ich sie später nicht wieder stützen muss. nur leider zeigen sich auch nach 2 wochen noch keine triebe. mal schauen.

aus der ersten runde ist auch noch der spitzkohl da, der zwar auch spriesst, aber noch nicht so richtig in die höhe. dem muss ich nochmal ein paar wochen geben. und der salat, der es am anfang langsam angehen liess und jetzt ganz gut wächst, kann auch noch 2-5 wochen vertragen.

unterste etage mit salat in jogurt-eimern und einem supermarkt-basilikum

salat möchte ich wegen des platzbedarfs jetzt aber in eimern ziehen. dafür fülle ich joghurt-eimer mit nährlösung, in die gitter-wuchsbecher fülle ich neben den steinwolle-anzuchtmedien blähton und ein bisschen bims und spare mir den umweg über separates samen-anziehen. die samen kommen gleich rein. das scheint ganz gut zu funktionieren und ich hoffe, dass die salate, wenn sie den eimer ausgetrunken haben, erntereif sind. hier wachsen neben einem kopfsalat noch rauke und endiven-salat.

der supermarkt-basilikum, der uns auf der fensterbank immer innerhalb von 3 tagen eingeht, gedeiht im LED-licht und mit nährlösung bestens. ich habe schon mehrfach kräftig geerntet, aber er wächst und wächst und wächst. und duftet.

oberste etage mit salat, pak choi, einem ahorn-setzling und hofffentlich bald keimenden mangoldsamen

in der oberen etage sind auch nochmal 4 salate denen es schon nach 3 wochen wieder zu eng wird und 4 mal pak choi, die aber wieder nichts zu werden scheinen. ausserdem steht da noch ein ahorn (glaube ich) setzling, den ich vor drei wochen von einem waldweg aufgelesen habe. der wächst gut, scheint sich aber nicht 100% wohl in der nährlösung zu fühlen. der kommt dann wahrscheinlich bald auf den balkon, in erde. rechts ist mein versuch zu sehen, drei mangold-samen zum keimen zu bewegen.

rauke, salat und verschiedene selbstgezogene basilikum-setzlinge

unten nochmal salate. hinten rauke, die sich sehr wohl zu fühlen scheint und schon irre lange wurzeln ausgebildet hat, davor nochmal der langsam wachsende kopfsalat. ganz vorne drei sorten basilikum, zwei oder drei von ikea, und ein genoveser basilikum, aus samen, die die beifahrerin vor jahren mal gekauft hat. der genoveser basilikum wächst auch irre langsam (ich glaube die ersten keime kamen vor 6 wochen), aber stetig und kräftige wurzeln hat er auch schon.

wachstumsregal in unserer speisekammer

die gesamtsituation mit dem speisekammer garten ist befriedigend: fast alles wächst so wie ich es mir erhofft habe. meine erwartung, dass das system idiotensicher ist, hat sich leider nicht erfüllt. es gibt immer noch wahnsinnig viele variablen, die das an- und aufziehen unberechenbar machen. völlig unverständlich, warum der pak choi hier nicht wachsen will und warum der mangold sich mit dem keimen so schwer tut. auch das gelegentlich auftauchen von algen ist frustrierend, auch weil ich fürchte, dass sie sich irgendwann mit schimmel zusammentun. den wasserstand niedrig zu halten scheint die feuchte des bims niedrig zu halten — und damit auch das algenwachstum. aber auch der blähton in den eimern ist zur zeit noch gut feucht, wahrscheinlich bis der pegel der nährflüssigkeit unter die wurzelkörbchen abgesunken ist. aber bis die wurzeln lang genug sind, muss der wasserstand ja entsprechend hoch sein.

auch ein bisschen enttäuschend finde ich, dass die gewächse nicht wie versprochen nach 7 wochen — bäm — da sind, sondern offensichtlich teilweise noch sehr viel länger ihre ruhe brauchen. aber ich glaube das groovt sich in den nächsten monaten ganz gut ein.

klo-sensor

felix schwenzel, in artikel    

seit langem wollte ich einen sensor bauen, der ein grosses geschäft im bad anzeigt und entsprechend agiert, zum beispiel den lüfter einschaltet. alle lösungen die mir über die jahre einfielen fanden nicht den gefallen der beifahrerin — zu recht, weil meistens zu unhygienisch. zum beispiel der bewegungsmelder hinter der kloschüssel, der „gesehen“ hat, wenn man nach der klbürste greift. auch druck-schalter oder -sensoren im oder am klodeckel kamen nicht in frage.

donnerstag kam dann eine bestellung aus china an, die die lösung versprach: ein VL53L1X-sensor, der abstandsmessung bis zu 4 meter entfernung auf den millimeter genau vornehmen könnte. der hängt jetzt an der decke über dem klo und schafft es tatsächlich ganz gut das klo zu vermessen. so gut, dass er den unterschied messen kann, ob der klodeckel offen oder zu ist, ob die klobrille hochgeklappt ist oder ob jemand drauf sitzt — alles über abstandsmessung von der decke aus.

sitzt jemand länger als andertalb minuten auf dem klo, geht der lüfter an, jemand der es 10 minuten lang schafft, bekommt einen belohnungs-tusch vorgespielt.

klo-sensor

leider lässt sich der sensor von wasserdampf aus dem tritt bringen, also zum beispiel beim duschen. diese falschen werte lassen sich aber gut ausfiltern, misst der sensor 5 mm abstand von der decke zum klo ist klar, dass eine falschmessung vorliegt. ab und an stellt der sensor seine kontinuierlichen messungen ein. das meldet die bibliothek, die die werte des VL53L1X-sensor ausliest aber freundlicherweise, so dass ich den arduino neustarten kann, der mir die messwerte in die heimautomatisierung funkt.

...

gestern war nach 6 wochen erntetag für den salat. zwei, drei wochen hätte der noch weitermachen können, aber nicht in der #ikeaväxer box, die wurde jetzt einfach zu eng. salat ziehe ich künftig in jogurt eimern. mal sehen wie das klappt. der andere salat darf/muss noch weierwachsen. der mangold ist nach wie vor ohne halt und der kohl unentschlossen.

...

wäre der baumarkt-salat nicht, würde ich den ersten lauf des #ikeaväxer experiments nach 5 wochen als gescheitert betrachten. nach den pak chois letzte woche, hab ich jetzt auch je einen der beiden spitzkohl- und mangoldsetzlinge in den biomüll pensioniert. der andere spitzkohl hat noch ne chance, der arschlochmangold liegt, ist aber stämmig und spriessig.

speise- und wachskammer

felix schwenzel, in artikel    

weil jemand gefragt hat, hier ein paar worte zu meinem gemüse und kräuterprojekt in der speisekammer (#växer). vor vier wochen hatte ich die pläne ja schonmal beschrieben, mittlerweile habe ich mehr wachstumslampen aus china und deutschland geliefert bekommen. zwei von diesen und um die wartezeit zu verkürzen auch noch die 30 watt-variante dieser lampe, die ich zwar bei aliexpress bestellt habe, die aber aus deutschland, innerhalb von 2 tagen geliefert wurde.

die chinesischen lampen haben als leistung 30 watt und 25 watt angegeben, die ikealampen verbrauchen im monat nach angaben von ikea 4,8 kWh, also ca. 11 watt. eine strommesssteckdose misst beim einsatz der derzeit drei lampen (25+30+11) allerdings nur 34 watt. soll mir recht sein.

in der mitte die vier wochen alten setzlinge, oben, seit anderthalb wochen verschiedene basilikumsor

auf dem foto erkennt man, dass die ikea-lampe sehr viel weisses/gelbes licht beigemischt hat, die untere chinesische hat auch ein bisschen weiss beigemischt und die obere chinesische hat kaum weiss (herstellerangaben: 47 rote, 19 blaue, 3 UV, 3 IR und 3 weisse LEDs).

wie sich die verschiedenen varianten auf das wachsverhalten auswirken kann ich nicht sagen, aber die ikea-version funktioniert auf jeden fall, wenn man sich den irren salat ansieht.

der pak choi hat aufgegeben, der eine salat macht das, was ich eigentlich von allen teilnehmern erwa

etwas enttäuscht bin ich von der mangelnden idiotensicherheit des ikea systems. seit zwei wochen wird das bimsstein-substrat, in dem die pflanzen halt und feuchte finden sollen von algen heimgesucht. nur der irre salat nicht, weil er den algen das licht nimmt. ich bekämpfe die algen mit einer stark verdünnten wasserstoffperoxid-lösung (3%), was ein bisschen hilft und hofentlich auch pilzbefall verhindert, von dem viele andere växer-nutzer berichten.

auch die ikea-samenauswahl kommt mir nach dem ersten versuch nur so mittel vor. gerade die am erfolgreichsten aufgehende pflanze habe ich als samen auf gut glück im baumarkt gekauft. die pak chois verkümmerten nach zwei wochen, eventuell wegen des algenbefalls, der magold ist nach wie vor sehr haltlos. dafür macht sich der weisskohl ganz gut.

beim zweiten satz sprösslinge (oben), habe ich neben dünger auch noch ein bisschen wasserstoffperoxid in das wasser gemischt (8 ml auf 1,5 liter). das soll nicht nur gegen algen und pilze helfen, sondern auch die sauerstofversorgung der wurzeln verbessern. verschiedenen düngemitteln ist wohl auch h₂o₂ beigemischt.

beim dritten satz, heute ausgesäät, versuche ich dem pak choi nochmal eine chance zu geben. in den ersten 1,5 wochen ist der zuletzt eigentlich mustergültig abgegangen.

in einer woche nehme ich dann für den dritten satz setzlinge die vierte lampe in betrieb und sääe dann vielleicht auch nochmal mangold aus, den ich vorher im steinwolle-anzuchtmedium festklemme (für den halt). in spätestens vier wochen steht dann die erste ernte an und theoretisch darauf folgend knapp jede weitere woche. bin ix mal gespannt.

...

ikea gibt seinen #växer wachstumsleuchtern viel weiss dazu, um sie wohnzimmerkompatibel zu machen. bin gespannt, wie sich die erste chinesische lampe dagegen schlägt. zwei weitere lampen sind noch unterwegs aus china.