pinboard.in
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ich bin seit dem 22.01.2011 mitglied bei pinboard, habe 46.172 bookmarks dort angelegt und habe das konto 2021 für $150 für 60 monate in ein bezahl-konto umgewandelt. die 60 monate (5 jahre) sind am 21. februar um.
ich mag pinboard und ich mag maciej ceglowski der pinboard.in betreibt und gelegentlich bloggt oder vor publikum spricht. pinboard funktioniert seit jahren zuverlässig und ich nutze es mit einem bookmarklet um bookmarks anzulegen und mit einer integration in meinem RSS-reader miniflux, der automatisch ein bookmark bei pinboard anlegt, wenn ich etwas im RSS reader mit einem ⭐ markiere.
früher (so bis 2018), als ich fast täglich linkposts auf wirres.net veröffenticht habe, habe ich die links mit html auf pinboard kommentiert, mit s und w getaggt und dann importiert und morgens automatisch ein linkpost generieren lassen.
ich habe backlinks (leute die auf wirres.net linken) mit pinboard getrackt. der übergeordnete tag war linking2wirres und einzelne zitate, wie das hier auf turi2 war dann ein pinboard-bookmark in das einen tag mit der wirres.net-url hatte: link:http://wirres.net/article/articleview/10072/1/6/. indem ich die pinboard-api abfragte, konnte ich diese backlinks dann unter dem artikel anzeigen.
die technischen details sind eigentlich wurst. was ich sagen will, ich habe pinboard früher intensiv als werkzeug genutzt. seit mehreren jahren eigentlich nicht mehr wirklich. es flossen immer noch bookmarks aus meinem feedreader in pinboard, in der hoffnung, dass ich die bookmarks später nochmal ansehe und auf verwendbarkeit als link im blog prüfe.
aber seit dem relaunch vor knapp einem jahr frage ich mich, warum soll ich die werkzeuge mit denen ich arbeite auf basis von diensten bauen, die ich nicht kontrolliere und die jederzeit verschwinden können oder an arschlocher verkauft werden können?
ich glaube zwar nicht dass maciej ceglowski pinboard verkaufen würde, aber richtig sicher, ob pinboard noch 30 jahre existieren wird, bin ich auch nicht.
jetzt wo ich bookmarks und favoriten mit einem klick direkt in ströme hier auf wirres.net werfen kann, sie mit ein, zwei weiteren klicks nach vorne ins schaufenster holen kann frage ich mich: warum soll ich noch pinboard nutzen? ein grund fällt mir ein: um maciej ceglowski zu unterstützen. aber geld für einen dienst zu bezahlen, den ich nicht mehr wirklich nutze ist dann acuh für mich einen ticken zu absurd.
ich habe mich trotz der freundlichen erinnerungsmails von maciej ceglowski dafür entschieden, mein pinboard-abo nicht mehr zu verlängern. stattdessen habe ich mir ein kleines script gebaut, dass alles was ich in meinem RSS-reader markiere jetzt in den bookmarks-fluss wirft, von wo ich das bookmark dann weiterverarbeiten kann oder, wie auf pinboard, einfach rumliegen lassen und vergessen kann. auch youtube-favoriten landen jetzt automatisch im favoriten-fluss und ich bin mir sicher, mir fallen nopch viele neue automatisierungen und arbeitserleicherungen ein, die ich mit meinen eigenen werkzeugen, in meiner eignen hemishäre bauen kann.
tl;dr: ich bin seit 15 jahren aktiver pinboard.in nutzer, möchte das ab jetzt aber alles lieber selbst machen und bin deshalb ab jetzt inaktiver pinboard.in-nutzer.
lorraine (ki generiert)
nachtrag 16 uhr: die kalmamsell weist darauf hin, dass
… der Film wurde künstlich erzeugt, recht weit unten steht auf YouTube "The person in this video is AI-generated, not a real individual"
bin ich wohl drauf reingefallen. ich war schon voller bewunderung, dass man mit 92 jahren noch frei, so lange am stück sprechen kann. trotz all der glätte und mehr oder weniger schnittlosigkeit, bin ich nicht misstrauisch geworden, im gegenteil, ich dachte: „ob man sowas künftig wohl mit KI hinbekommt?“
trotzdem, der text hat bei mir gewirkt, deshalb lasse ich meine initiale reaktion unten stehen.
geht hin und baut eigenheime
um 12 uhr mache ich mittag. manchmal auch fünf bis zehn minuten später. dann sage ich: „hey snips, 25 minuten mittagsschlaf“, was einen sanften wecker stellt, den rechner ausschaltet und 25 minuten alle geräte auf DND (oder wie apple sagt, fokus auf „nicht stören“) stellt und lege mich hin.
sobald ich wieder wach bin, mache ich mir einen quark mit süssstoff und TK obst und lese 15 minuten in meinem RSS reader. neben dem morgenspaziergang, dem frühstück und dem feierabendbier ist das der beste teil meiens tages.
heute habe ich dann dann eine sehr schöne entdeckung gemacht, die mich dann vom weiteren RSS-konsum abhielt.
paul ford schreibt beruflich und das sehr viel und gut. vor ein paar monaten entschied sich paul ford seinen „stuff scattered all over the web“ in seinen eigenen „blob“ zu ziehen. ein zuhause im netz für sein zeug. tweets, veröffentlichungen, links und gedöns. mit viel expertise gevibecodet. in etwa das was ich mir hier auch baue, nur in strukturierter.
mittlerweile glaube ich, dass die gefühlte blog-renaissance auch zu einem grossen teil auf LLM-basierte coding-assistenz zurück zu führen ist. heiko hat mit hilfe von claude den sprung von wordpress zu kirby gemacht, paul ford hat seine imports mit claude gemacht und ich hätte den umzug aus meinem antiken und kaputten ezpublish auch nicht ohne maschinen-assistenz hinbekommen. ich verstehe den reiz von wordpress: das funktioniert wie ein pop-up-zelt: hinstellen, an einer leine ziehen und zack steht das zelt und just works. aber genau so verstehe ich den reiz sich einen soliden baukasten zu besorgen und dann alles, mit etwas assistenz, selbst zu bauen.
sich ein zuhause im web zu bauen ist weiterhin nicht trivial, aber mit etwas expertise und erfahrung eben auch keine grossbaustelle und mit ein bisschen hingabe und beharrlichkeit für fast jede erreichbar.
paul fords berichte aus dem maschinenraum haben etwas poetisches. ich lese (und sehe) sehr, sehr gerne was andere über die technik in ihren maschinenräumen berichten. aber bei paul ford ist das ein besonderes vergnügen. hier schreibt er über den irrsinn der manischen bot-armeen, die wie berserker webseiten abhämmern. wenn so ein zuhause ungeschützt im windigen, weltweiten netz steht, ist es erstaunlich zu beobachten, was diese bot-armeen so treiben.
in den letzten monaten ging mein server auch gelegentlich durch solche besuche in die knie, bis ich die bots mit mit einer 5 minuten langen aktivierung von cloudflare vertreiben konnte. anfang der woche schossen meine besucherzahlen über zwei tage von 300 täglichen besuchern auf fast 1000. irgendwer hatte sich die mühe gemacht ein „headless“ chrome so viele meiner seiten wie möglich lesen zu lassen. dieses headless chrome konnte, im gegenteil zu anderen crawlern, auch javascript und den matomo-js-schnipsel ausführen, weshalb es sich in meiner, ansonsten ziemlich botfreien, matomo-statistik deutlich bemerkbar machte — als besucher aus allen teilen der welt.
jedenfalls ist das alles irrsinn und ich bin erstaunt wie kopflos, stumpf und brute forcig diese bots vorgehen. auch deshalb mag ich schon länger nicht mehr glauben, dass selbstfahrende autos, also bot-autos, irgendwas an der verkehrssituation zum positiven verbessern würden. da hinter jedem bot auch menschen stehen, sorgt es wahrscheinlich für keinen merklichen unterschied, wenn bots, statt menschen autos steuern, auch wenn manche das noch fest glauben. die nutzung von LLMs, die zusammenarbeit mit bots und die beobachtung ihres trainings in der freien wildbahn zeigen: es sind dann nicht weniger fehler, nur andere fehler, anderer irrsinn, die dann passieren.
statt eines schlussworts, heute ein schlussgeräusch.
doch noch ein schlusswort. aus dem strom der favoriten und bookmarks, die ich im hinterhof sammle, habe ich jetzt einen „river“ gemacht, der favoriten und bookmarks gemeinsam anzeigt. die favoriten und bookmarks, die ich in artikeln verwende, werden etwas ausgefadet angezeigt. ich finde das sehr praktisch. und ich sehe paralellen: ich bin auch so art eine crawlender, haulender bot im netz und sammle erstmal, leicht kopflos, alles was mir auf den ersten blick gefällt. und später wird das alles dann nochmal ausgewertet und auf weiterverwendbarkeit und teilbarkeit geprüft.
lauter morgenspaziergang
schnee und eis haben jeden morgen einen anderen klang, andere konsistenz und ausrutschbarkeit. heute waren die gehwege wieder mit eienm frischen, glänzenden eispanzer überzogen und in den rehbergen hat sich unter dem rauen eispanzer eine luftschicht gebldet. das verhindert das rutschen für wesen > 20 kilo, frida rutschte heute kräftig und fand die raue lauffläche eher unangenehm.
es war auch sehr laut.
RSS ist mein newsletter, aber …
ich bin kein grosser fan von newslettern. mein newsletter ist RSS. ich habe sogar mal einen dienst benutzt, mit dem ich den tagesspiegel-checkpoint in einen RSS feed wandeln konnte. funktionierte dann allerdings irgendwann nicht mehr, wie fast alles um das man sich nicht selbst kümmert. um meine abonnierten RSS-feeds kümmere ich mich sehr intensiv. derzeit zählt mein miniflux 424 abonnierte feeds und 5298 ungelesene beiträge. ungelesene feed-items stressen mich nicht im geringsten. alle paar monate setz ich die einfach alle auf gelesen. RSS lese ich immer umgekehrt chronologisch. wichtiges schwimmt immer irgendwie nach oben oder erreicht mich auf anderen wegen.
andererseits glaube ich, dass nicht alle wie ich ticken. viele mögen podcasts, manche mögen newsletter. deshalb habe ich vor ein paar tagen angefangen mich nach diensten umzuschauen die RSS in e-mails umwandeln können. da gibt’s irgendwie nicht viele. ich dachte vielleicht kann steady sowas, aber leider pustekuchen. was selbstgehostetes wäre einerseits schön, andererseits ist email-versand etwas um das man sich doch sehr kümmern können muss und ein bisschen expertise mitbringen sollte. entgegen aller digitaler-unabhäng9gkeits-trends habe ich mich entschieden einen einfachen, automatisch generierten RSS-feed-newsletter mit hilfe des amerikanischen anbieters mailchimp zu bauen.
der werkzeugkasten von mailchimp erscheint mir auch in der kostenlosen version ziemlich gut. damit war es mir innerhalb von wenigen stunden möglich, eine ganz ok aussehnde version meines RSS feeds ins email-format umwandeln zu lassen. etwas besseres habe ich nicht gefunden, wem vergleichbare dienste bekannt sind: ich freue mich davon zu hören. jetzt geht erstmal mit mailchimp los.
zum abo-formular gehts hier lang: eepurl.com/jyHDZA
täglich um 6 uhr morgens werden die, im vergleich zum vortag, neuen beiträge aus dem RSS feed dann per mail versendet. das tracking habe ich, soweit wie es in den einstellungen möglich war, deaktiviert, aber in den test-emails wurden weiterhin die links mit klick-trackern via us8.mailchimp.com verunstaltet.
eigentlich hatte ich als zielgruppe jemanden wie meine mutter für so einen newsletter im sinn. die liest seit einer weile wieder hier mit und eigentlich ist das auch die wurzel dieser seite. einerseits dient wirres.net mir dazu, dass ich mich an mein leben erinnere, andererseits habe ich damit angefangen ins internet zu schreiben, damit menschen die mir nahestehen die möglichkeit haben nachsehen zu können, was ich gerade so treibe oder denke.
irgendwann um die jahrtausendwende habe ich angefangen mit yahoo-groups regelmässig mails an freunde und bekannte zu versenden. dadrin stand schon damals eine wirre mischung aus blöden witzen, links und dingen die mir durch den kopf gingen. ein paar dieser mails habe ich archiviert. bitte nicht lesen!
irgendwann habe ich dann von push auf pull umgestellt. newsletter sind ja ein bischen pushy, wenn sie sich in die inbox drängen. RSS ist pull, man zieht sich das selbst in den leseapparat und kann das dann auch gut wegignorieren. aber wem’s gefällt, kann sich jetzt wieder einer push mechanik bedienen um wirres zu lesen: eepurl.com/jyHDZA
haha, sehe gerade: eigentlich sind nur 16 plätze frei. 500 emails darf ich mit dem kostenlosen mailchimp-tarif versenden. das sind ca. 16 × 31 mails. vielleicht mach ich nenn wöchentlichen newsletter draus? dreitägig? oder ich mach ne steady-seite auf um die 30 euro zu refinanzieren, die das nächst grösere paket bei mailchimp jostet? oder es interessiert sich ausser meiner mutter eh niemand für den newsletter?
ungetestete alternativen zu mailchimp:
- auch aus amerika: buttondown.com, bietet auch ein rss-to-email-feature, allerdings für +$9.
- brevo.com ist aus europa und sieht gut aus, bessere kostenlose konditionen und auch rss to email (via)
hart nachdenken?
thomas fragt (rhetorisch):
Wann hast du zum letzten mal richtig hart nachgedacht?
wenn ich über die frage nachdenke muss ich sagen: nie.
ich denke nicht „hart“. ich taste mich eher an antworten, lösungen, ziele oder auch texte heran. ich sitze zum beispiel gerade hier auf dem sofa, bin inspiririert von thomas frage und denke nicht über eine antwort nach, sondern suche formulierungen oder bilder um die antwort die mir vorschwebt zu fassen oder zu begreifen.
diese antwort ist nichts über das ich hart nachdenken müsste (oder könnte), sie ist schon halb fertig da, vielleicht noch fragil, weich und formbar, ich muss sie nur herausarbeiten. ich muss dem prozess in meinem kopf nur zuzuarbeiten. das eigentliche denken findet dann ohne mich statt. ich muss nur für inspiration sorgen, skizzen anfertigen, wortballons steigen lassen, vielleicht ein bisschen abschweifen und quatsch machen.
eigentlich bedeutet nachdenken für mich mit einem thema zeit zu verbringen. wenn ich mich einmal in ein thema eingehakt habe, verändert sich meine wahrnehmung. ich kann ich mich relativ weit vom thema entfernen und trotzdem inspiriert alles dem ich begegne die sache mit der ich mich gerade beschäftige.
der entscheidende punkt ist also nicht härte oder konzentration, sondern die hingabe, die beharrlichkeit, der wille zeit mit einem problem, einer frage, einer lösungsfindung zu verbringen. je weicher, je flexibler ich diesen prozess steuere, desto besser das ergebnis.
eine bessere frage könnte also lauten: wann hast du dich zum letzten mal einer sache hingegeben und bist beharrlich dran geblieben?
mit diesem projekt ist es wirklich einfach sehr schöne karten oder karten-poster herzustellen. basiert (natürlich) alles auf open street map.
das habe ich auf meiner linux-kiste eingegeben:
curl -LsSf https://astral.sh/uv/install.sh | sh
git clone https://github.com/originalankur/maptoposter.git
cd maptoposter
uv run ./create_map_poster.py --city "Wedding" --country "Germany" --theme "neon_cyberpunk" -d 7200
und fertig, mein kiez:
(download grössere bild-version hier oder hier in „noir“)
mutti
wir sind grosse discounter fans. gerne immer die günstigen dosentomaten, die schmecken auch in ganz günstig mindestens so gut wie sugo aus frischen treibhaus-tomaten. jahrzehntelang haben wir immer die ganz günstigen dosentomaten gekauft.
vor ein paar wochen erwähnte eine freundin der beifahrerin, dass es bei ihnen immer nudeln mit tomatensosse aus mutti-dosentomaten gäbe.
also kaufte die beifahrerin zwei dosen mutti-tomaten. gut zwei bis dreimal so teuer wie der discounter-preis — aber, leider, merklich sehr viel leckerer, sämiger, fruchtiger, süsser als unsere bisherigen dosentomaten.
mir ist das eigentlich nicht recht, weil ich gerne behaupte dass die qualität von discounter-produkten mindestens so gut ist, wenn nicht sogar besser, als die von markenprodukten. das gibt’s auch in journalistisch aufgearbeitet beim SWR: „(Marke vs. No-Name-Produkte – was ist besser?)“. aber in diesem fall bleiben wir jetzt leider mal bei der marke.
gern gesehene werbung
wedium
02.02.2026
heute früh um 7:30 uhr hatten wir einen termin um das auto in tegel zur inspektion zu bringen. der plan war: hinfahren abgeben, eine stunde morgenspaziergang und danach mit der bahn bis nach hause fahren.
das hinfahren klappte gut. autofahren im tiefsten winter in berlin ist wirklich angenehm. während man sich auf dem bürgersteig nicht wie ein bürger, sondern eher wie ein affe auf dem schleifstein fühlt, der von einer split-spur zur nächsten balanciert um sich nicht die knochen zu brechen, fühlt man sich als autofahrer in berlin wie ein kaiser. die strassen sind trocken, das auto ist geheizt, dass wetter lässt sich zu 100% ausblenden — bis man aussteigt.
der rückweg klappte weniger gut, wegen des warnstreiks der BVG in berlin fuhren weder busse, noch u- oder strassenbahnen. von der werkstatt in tegel bis nach hause wären es andertalb stunden fussweg gewesen. bei -7°C eine herausforderung. glücklicherweise fuhren die s-bahnen. so sind wir eine stunde von tegel über gesundbrunnen nach westhafen gefahren und dann vom westhafen 30 minuten bis nach hause gelaufen.
die luft war stechend kalt, so kalt, dass ich hoffte ein stück unter tage gehen zu können, durch den ubahnhof amruner strasse, um frida und mich zumindest 400 meter lang ein bisschen aufwärmen zu können. das ging natürlich nicht, weil der ubahnhof abgeschlossen war. ich fragte mich, wo denn wohl die obdachlosen die sonst da unten sitzen ihren tag verbringen würden, wenn die ubahnhöfe alle geschlossen sind. ich will mich nicht über streiks und streikende aufregen, aber den nahverkehr für leute ohne auto aus geheizten blechbüchsen an die frische, sehr, sehr kalte luft zu verlegen kam mir am heutigen tag nicht besonders solidarisch vor.
dank der s-bahn gab es dann letztendlich keine verzögerungen im betriebsablauf meines arbeitstages, ich hatte sogar noch zeit ordentlich zu frühstücken vor dem daily.
abends die dritte folge von a knight of the seven kingdoms geguckt. das war die bisher beste folge, auch wenn die beiden vorher auch toll waren. ich mag dass die serie klein bleibt, hauptsächlich die perspektiver der einfachen und nicht der adeligen leute zeigt. game of thrones war pink floyd. knight of the seven kingdoms ist johnny cash. freude an den kleinen dingen, an den details. alltag statt weltpolitik. salzfleisch, statt fasan. und nicht nur arschlöcher, auch mal nette menschen.
seit wann zeigt google maps bei der navigation ein kleines auto, statt eines pfeils an?
für einen moment dachte ich: woher zum teufel weiss google maps, dass ich einen grauen ID3 fahre? dann fiel mir auf: ein grauer ID3 ist so generisch, dass es generischer nicht mehr geht. das icon in google maps ist kein grauer ID3, sondern ein generische auto-icon.
heiko ist jetzt (auch) auf kirby umgestiegen. find ich gut. hut up was er da schon hingezaubert hat. jetzt darf er auch optimieren, was ein grosser spass ist.
nachtrag 03.02.2026:
dank der anregung von christoph in den kommentaren mal in den google maps einstellungen geguckt. scheint ein generisches icon zu sein, aber passend automatisch ausgesucht. so sieht’s in den einstellungen aus. ich hatte da vorher nur „e-auto“ ausgewählt, die autoavatare sind neu, jetzt hab ich allerdings die farbe von weiss zu grau umgestellt.
to title or not to title
social media posts haben in der regel keinen titel. man schreibt einfach irgendwas ins eingabefeld und fertig ist die statusmeldung. unter ins internet schreibenden, vor allem solchen die auf ihren eignen seiten ins internet schreiben, gibt’s deshalb immer wieder diskussionen und experimente wie man soetwas abbilden könne.
denn wenn man etwas veröffentlicht, speist man das einerseits in feeds ein, will es aber gegebenenfalls auch mit einer permanenten adresse versehen, also auf einer eindeutigen, verlinkbaren seite veröffentlichen. und webseiten haben traditionell nicht nur einen inhalt, sondern auch einen seiten- (oder tab-) titel. plattformen, auf denen man titellose statusmeldungen veröffentlichen kann, generieren dann titel wie …
[person xy] auf [plattform abc] hat was gepostet was mit diesen worten anfängt …
in blogs behilft man sich ähnlich, als titel werden einfach die ersten paar worte der titellosen statusmeldung als titel genommen. dieser beitrag hätte denn den titel:
wirres.net — social media posts haben in der regel …
so sähe die statusmeldung dann auch in einem RSS reader aus. RSS erfordert zwar in der von dave winer erdachten spezifikation kein titel-attribut, aber RSS readern ist das egal, sie wollen (fast) immer einen titel darstellen. da stünde dann:
wirres.net — social media posts haben in der regel …
social media posts haben in der regel keinen titel. man schreibt einfach irgendwas rein und fertig ist die statusmeldung. unter ins internet schreibenden, vor allem solchen die auf ihren eignen seiten ins internet schreiben, gibt’s deshalb immer wieder diskussionen und experimente wie man soetwas abbilden könne. […]
jedenfalls habe ich für mich eine lösung gefunden, mit der ich sehr gut leben kann. ich vergebe auch kurzen statusmitteilungen einen titel, zeige diesen aber nicht an (beispiel). da er aber dann doch da ist, zeigen browser, RSS-feeds, suchergebnisseiten ihn dann aber trotzdem an. für eine weile hab ich meine content managment systeme auch 128-zeichen lange zusammenfassungen aus dem beitrag generieren lassen, als titelersatz. aber so finde ich das sehr viel logischer, angenehmer und pragmatischer.
nachtrag und klassiker aus dem archiv
das habe ich heute mit meiner an-diesem-tag-funktion (in der beilage) wiedergefunden. quasi ein klassiker.
zugefrorener weg, zugefrorener bach, zugefrorener kanal.
alles eis, alles schön, aber kalt.
eigentlich sollte man aus protest konsequent auf der strasse laufen. die wahrscheinlichkeit, dass einem ein auto die knochen bricht, ist im berliner winter vermutlich geringer als das risiko, sich auf dem auf den gehwegen ausliegenden eis zu zerlegen.
subway (1985)
gestern hat mir der youtube algorithmus vorgeschlagen doch mal zu gucken „what really happend to christopher lambert“. mit christopher lambert verbinde ich in erster linie subway (nicht wie einige andere den highlander), ein film von 1985 von luc besson. während ich das video über christopher lamberts leben auf youtube sah, dachte ich mir: subway kannste eigentlich noch mal gucken. das letzte mal, dass ich den gesehen habe ist jetzt so um die 40 jahre her, mal gucken wie der film gealtert ist.
obwohl eigentlich gingen mir ganz andere fragen durch den kopf. damals hat mich der film emotional gepackt, ich glaube ich war bestimmt eine woche lang high von dem film. regt sich in mir noch was, wenn ich den jetzt gucke? wird’s peinlich? um was ging der film nochmal?
also hab ich amazon 4 euro in den rachen geworfen und mir den film „geliehen“. um was der film geht weiss ich, nachdem ich ihn gesehen habe, immer noch nicht, aber das ist auch unerheblich, weil der film eigentlich nur die pariser ubahn zeigen und ein paar junge schauspieler gut aussehen lassen will. eigentlich ist er ein musikvideo in spielfilmlänge. das erklärt auch die emotionale reaktion, die ich auf diesen film damals hatte. musikvideos sind darauf ausgelegt emotionale reaktionen auszulösen und gut gemachte musikvideos haben das dann gelegentlich auch geschafft.
am anfang vom film war ich noch ein bisschen kritisch und suchte fehler. wie kann fred beim herumstreunen in der ubahn-infrastruktur einfach einen safe sprengen, obwohl er vorher, ganz offensichtlich nichts als einen anzug am leib hatte? später fiel mir dann auf, dass er ständig einen halfter mit ein paar stangen sprengstoff am leib trug, auch wenn er schlief.
dann war ich irritiert, weil der film kaum einen gedanken zu ende führte und ständig abrupt schnitt, wenn sich eine handlung zu ergeben schien. dann kam mir der gleiche gedanke, der mir kürzlich bei fallout kam: mir reicht’s eigentlich die bilder anzuschauen und den figuren bei ihrem treiben zuzusehen. handlung und dialoge sind sekundär bis egal. das scheint sich damals auch luc besson gedacht zu haben, denn handlung und dialoge sind spartanisch. und das funktioniert heute noch genau so gut wie damals.
wirklich grossartig sind die bilder. der film spielt zu 95% unter tage, im gewirr der pariser ubahn-infrastruktur. soweit ich verstehe, wurde der film auch tatsächlich vor ort, in der pariser ubahn, gedreht und nicht im studio. und das sieht man auch, alles wirkt hyperrealistisch und gleichzeitig surreal und vertraut. auch erstaunlich: die ubahn des paris der achtziger ist der ubahn des berlin von heute gar nicht mal so unähnlich.
jetzt, 40 jahre später, stelle ich fest, dass die achtziger, wenn sie ordentlich fotografiert sind, auch gar nicht so peinlich aussahen wie in meinen fotoalben. die unterschiede sind andererseits deutlich: es wird andauernd und überall geraucht, kamera-überwachung schien es zwar in ansätzen gegeben zu haben, aber so richtug scheint sie damals noch nicht funktioniert zu haben.
ich finde der film ist gut gealtert und mir war es dann gar nicht peinlich, dass ich den film damals so gut fand. ich hab den damals zwar in der deutschen synchronisierung auf einem niedrig auflösenden CRT-display im linearen fernsehen gesehen und jetzt, quasi wie im kino, auf einem hochauflösenden bildschirm 60 zentimeter vor meinem gesicht. aber er funktioniert damals wie jetzt und unabhängig von der projektionsmethode. der film hat kaum handlung und sinnvollen dialog und zeigt eher als dass er erzählt. damit ergibt sich einiges an projektionsfläche. ich merkte oder erinnerte dann auch, was mich damals so packte. ich weiss nicht ob das ein achtziger jahre ding ist, aber einen taugenichts wie fred zu sehen, der die annehmlichkeiten und die infrastruktur der gesellschaft zwar gerne nutzt, sich ihr und ihren regeln aber verweigert, war für mich damals ein starker anknüpfungspunkt. möglicherweise wollten wir damals irgendwie alle so sein wie fred und hélèna.
und es war schön jean reno und isabell adjani in jung zu sehen, christopher lambert wirkte wie ein alter bekannter — die pariser ubahn sowieso — und trotzdem hielt sich bei mir die nostalgie auf einem erträglichen niveau. vielleicht war das auch schon damals die essenz des film: er hat bereits in den achtzigern nostalgie nach den achtzigern erzeugt.
das grösste kunststück ist natürlich das ende. quasi ein virtuelles happy-end das keins ist und gerade deshalb ungeheuer zufrieden oder euphorisch macht. was mir auch jetzt erst auffiel, die klammer mit der besson den film einrahmt und im prinzip bereits auf der ersten titel-karte das ende des films framed: do be do be do, mah na mah na.
letzte einstellung von subway (1985)
siehe auch:
⭐ 👍 ❤️ 🔖 KW 5 2026
eine liste von dingen, die ich in den letzten tagen anderswo geliked, favorisiert oder gebookmarked habe, teilweise kommentiert.
ich mag die videos und die nerdige fachkunde von alt shift x. und ich mag a knight of the seven kingdoms.
starfleet academy folge 4 war leider ziemlich unerträglich und knirschte erzählerisch an jeder ecke. pathetisch, vorhersehbar, unlogisch und übers knie gebrochen. am ende blieb ausser einem spruch nix hängen:
maybe the trick is not to let go of the past, but to let the present in.
(via)