rss club
über den rss-club soll man nicht reden.
- st rule of RSS Club is “Don’t Talk About RSS Club”.
- nd rule of RSS Club is “Don’t Share on Social Media”.
- rd rule of RSS Club is “Provide Value”.
Don’t talk about it. Let people find it. Make it worthwhile.
aber weil regeln natürlich dazu da sind sie zu brechen, vor allem selbst auferlegte, mache ich es doch. einerseits weil das exklusive veröffentlichen im RSS tatsächlich spass macht und andererseits weil ich mir in diesem rahmen eine weitere, neue regel auferlegen kann. oder besser, eine neue gewohnheit angewöhnen kann: regelmässig oder (ungefähr) jede woche einen text zu veröffentlichen, der nicht in ein paar stunden hingerotzt ist, sondern über ein paar tage hinweg.
und es hat interessante effekte diese texte halböffentlich zu veröffentlichen, von suchmaschinen und social media seiten auszuschliessen. obwohl ich mir mühe gegeben habe die rss-club texte gut zu verstecken — oder zumindest auf alle internen links und auflistungen zu verzichten, lecken die texte trotzdem ein bisschen in die welt ausserhalb meiner feeds. so bläst der bubbles bot die texte in mastodon, es gibt zwei, drei lecks auf der rückseite und web-reader, wie der von konstantin, zeigen die texte auch. aber suchmaschinen sehen die texte nicht, rivva und bots, die sich an die regeln halten, auch nicht.
die spannende frage (an mich selbst) ist, wie lange ich das durchhalte (ungefähr) alle sieben tage was zu schreiben, das „worthwhile“ ist.
die andere spannende frage ist, hilft das rss-reader wieder attraktiver zu machen? ich finde ja eigentlich, dass exklusivität, genau wie relevanz, firlefanz ist, aber hier passt die exklusivität, die einschränkung auf einen ausgabekanal, weil ich mich damit zu etwas mehr sorgfalt und mühe nudgen kann und mich alle (ungefähr) sieben tage an etwas bsonderem versuchen kann. rss-exklusive texte sind ein bisschen wie ostereier, überraschungseier oder easter eggs.
für den mac kann ich netnewswire empfehlen. netnewswire runteraladen, ein paar opml-feeds runterladen (hier oder hier), in netnewswire importieren, wirres.net/feed abonnieren, lesen.
feedly habe ich früher auch mal länger benutzt (jetzt nutze ich miniflux), bis zu 100 feeds und opml lassen sich auch in feedly mit einem kostenlosen konto nutzen. oder wer rivva unterstützt, kann mit rivva 5 auch den rivva feedreader nutzen.
goethe’s take zu „blog like nobody’s reading“
kürzlich hab ich ja drüber nachgedacht was „bloggen, als ob niemand mitliest“ für einzelne ins internet schreibende bedeuten könnte. goethe wollte da auch was zu sagen:
Wer aber nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben.
quelle: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens (pdf)
der kontext ist, dass goethe für seinen werther viel kritik von zeitgenossen einstecken musste, er diese kritik aber wegsteckte, weil er ahnte dass viele andere seinen text schätzen würden. auch wenn sich der satz grosskotig und nach SEO-optimierung anhört, könnte er damit durchaus sowas ähnliches gemeint haben wie „bloggen, als ob niemand mitliest“: man sollte durchaus mit dem anspruch schreiben viele menschen erreichen zu können, aber auf den drang verzichten können, jedem einzelnen gefallen zu wollen.
bucketlist füllen
connor von den „Pre Internet Labs“ beim bauen des miniatur-blockbusters zuzuschauen fand ich sehr inspirierend. plötzlich habe ich einen neuen eintrag auf meiner bucket liste: auch mal ne fotorealistische miniatur bauen. faszinierend was man heutzutage alleine mit modernem LED-licht machen kann.
ich hab ja als kind auch ne modeleisabahn gehabt und meine der gedanke an dioramen oder nachbildungen der realität in kleinem massstab hat mich immer zum träumen gebracht. solche dinge zu tun hat zwar einen sehr bierseligen und ultrakonservativen ruf, aber mein traum war weniger die vergangenheit abzubilden, als die triste gegenwart. das macht die blockbuster-miniatur eigentlich ziemlich gut, auch wenn es die triste realtität von vor ein paar jahrzehnten ist. aber das kann man ja wohl noch als „jetzt“ gelten lassen.
beim morgenspaziergang am sonntag kam mir die idee einfach mal von einer modelleisenbahn zu träumen die einfach nur — massstabsgetreu und nicht miniaturwunderlandtisiert — das gleisgefüge am und um den bahnhof gesundbrunnen abbildet oder simuliert. ich mein’ da ist einiges los und das auf eine gewisse art auch mehrdimensional. wahrscheinlich würde mich schon die planung einer solchen anlage ausreichend befriedigen und ich müsste sie gar nicht bauen. aber das vermeintlich verzwirbelte gleischaos, voller abzweigungen, überbrückungen und überlagerungen gedanklich zu entwirren und nachzuzeichnen und zu verstehen, das wäre auch ein guter bucketlist eintrag.
serverloses, klitzekleines büro
mein kommentar zu tinylittleroffice.com dort statt hier:
siehe auch:
auch snelle.tools funktionieren wie tinylitteloffice grösstenteils im browser (beim text diff zum beispiel: „alles bleibt in deinem Browser, nichts wird verschickt“). der lecktest (den ich ich hier schon kurz erwähnte) hat natürlich eine serverkomponente, aber vieles funktioniert einfach und datensparsam im browser, mit javascript zauberei. faszinierend!
morgenspaziergang 18.10.2026
mir kommt es vor als läge berlin am polarkreis. morgens wird es nicht mehr richtig hell. heute zumindest. obwohl wir extra spät losgingen, wars wirklich düster.

wir sind vom wedding zum prenzlauer berg gelaufen. richtung prenzlauer berg wurde es zwar nicht heller, aber je näher wir dem prenzlauer berg kamen, desto höher wurde die anzahl einladender cafés. oder wie ich momentan sagen würde: die dichte der einladenden kohlenhydrate-, zucker- und koffein-dealer verhält sich offenbar umgekehrt proportional zur entfernung vom prenzlauer berg.
es ist wirklich erstaunlich wie emotional ich auf kaffeehaus-geschirrgeklimper und stimmen-wirrwar reagiere. oder kaffeeduft und gedimmtes, gelbstichiges licht die aus solchen läden strömen. nur die auslagen in den theken und den regalen reizen mich nicht mehr. das ist erstaunlich, denn früher wäre ich für eine gute cinnamon roll oder ein nata oder croissant meilenweit gegangen. jetzt hab ich morgens bock auf deftig. während des spaziergangs meditierte ich darüber wie ich mir den restlichen krautsalat von gestern abend heute früh verlängern würde. mit frisch blanchierten bohnen und zwei stangen surimi, etwas sahne und sojasauce hat mir das dann späer zuhause mehr freude bereitet als eine süssspeise.
ansonsten war der spaziergang ein deutlicher hinweis der welt darauf, dass jetzt die trübe jahreszeit begonnen hat und die stadt noch etwas trübseliger wirkt als sonst.

wenn man die augen zusammenkneift, kann man am gesundbrunnen kurz das gefühl generieren in manhattan zu sein. aber das gefühl hält nicht lange.

andererseits ist auch manhattan trübselig und wandelt sich mit brutaler härte. am s-bahnhof schönhauser allee sind überall alte fotos in die kacheln und wände eingearbeitet. bilder aus der zeit vor dem mauerfall oder den weltkriegen. nichts ist mehr so wie früher, fast kein laden den es noch vor 5 oder 10 jahren gab gibt es noch. das espresso house das vor ein paar jahren noch am eingang der arcaden war, ist jetzt über die strasse gewandert und hat die räume des ehemaligen balzac coffee übernommen. da wo früher das espresso house war ist jetzt ein starbucks. die einen kommen, die anderen gehen und dann kommen wieder andere. auch mit autoteilen scheint man offline heutzutage kein geschäft mehr machen zu können.

auch auffällig wie schnell das neue berlin altert. diese neubauten am gesundbrunnen, bzw. bärbel-bohley-ring sind gerade mal zehn jahre alt und scheinen nicht in würde altern zu wollen. kann natürlich sein, dass diese neubauten in sonnenlicht weniger trübsal blasen.

das ehemalige umspannwerk an der kopenhageren strasse altert dagegen ziemlich würdevoll, auch nach gut hundert jahren.

insgesamt 6 kilometer gelaufen und um die zwei stunden unterwegs gewesen.
→ streckenprofil ansehen …ifttt gekündigt

ifttt.com habe benutzt seit es ifttt gibt. drüber geschrieben hab ich mal 2013 und 2014. ifttt.com war ein wahrgewordener traum für mich. unkomplizierter zugriff auf alle möglichen APIs und damit mal eben schnell was bauen oder ausprobieren. aber alles schöne hat ein ende und das erste ende hat ifttt um das jahr 2020 selbst einegführt als fast alle dienste und applets kostenpflichtig wurden oder ein kostenpflichtiges konto benötigten. ich habe das noch bis jetzt mitgespielt weil ich keinen anderen weg fand die daten von meiner selbstgebauten waage in die ios health app zu schaufeln.
diesen weg habe ich jetzt gefunden und mein ifttt-konto gekündigt, für das ich die letzten 6 jahre so um die 5 euro monatlich bezahlt habe.

in the end i used ifttt more or less only to get my weight from home assistant in ios health. that did not work reliably any more for a couple of month. i found a much better and relable DIY solution (home assistant notification that triggers a shortcut on my phone).
bevor ich den shortcut beschreibe, mit dem ich jetzt tatsächlich zuverlässig mein gewicht in ios health bekomme, nochmal ein paar worte dazu, was auch nicht zuverlässig funktioniert hat.
es gibt mehrere apps die exakt meinen usecase abbilden: daten aus home assistant aufs telefon oder umgekehrt schicken:
weil diese apps alle dazu gezwungen sind im hinttergrund des telefons zu arbeiten, hakelte es immer wieder beim eintragen meines gewichts in die ios health app. ausserdem: warum mit ner kanone auf spatzen schiessen, bzw. auf ein datum mit ner app schiessen?
meine lösung: home assistant sendet, sobald ich mich gewogen habe, ein benachrichtigung an mein telefon:
automation:
- id: gewicht_ix_apple_health_shortcut
alias: Gewicht ix → Apple Health
description: Notify mit Prefix HAWEIGHT → iOS prüft Message im Wenn-Block
mode: single
triggers:
- trigger: state
entity_id: sensor.gewicht_ix
not_to:
- unknown
- unavailable
conditions:
- condition: template
value_template: "{{ trigger.from_state.state != trigger.to_state.state }}"
actions:
- action: notify.mobile_app_ixr
data:
title: Gewicht
# Prefix für Shortcut-Wenn. Komma beibehalten (Punkt → 926 kg).
message: >-
HAWEIGHT:{{ states('sensor.gewicht_ix') | float(0) | round(1)
| string | replace('.', ',') }}
data:
tag: gewicht_ix_health
# Shortcut braucht etwas Zeit; clear via Companion-Tag (kein HA aus Shortcuts)
- delay:
seconds: 60
- action: notify.mobile_app_ixr
data:
message: clear_notification
data:
tag: gewicht_ix_health
auf ios seite triggert das einen shortcut. shortcuts können seit ios 27 (endlich) auch ohne mein zutun von benachrichtigungen getriggert werden. das ging vorher nur mit einem klick auf die benachrichtigung. so ist der shortcut aufgebaut:
TRIGGER:
Mitteilung von "Home Assistant"
Titel enthält "Gewicht"
# weil der Filter nach Titel nicht zuverlässig funktioniert
# werden die Home Assistant-Mitteilungen hier nochmal gefiltert.
WENN Mitteilung.Text "HAWEIGHT" enthält:
Ersetze "HAWEIGHT:" in Mitteilung.Text durch ""
SONST:
Kurzbefehl stoppen
ENDE WENN
Wenn-Ergenis in eine Zahl umwandeln
Protokolliere Health-Messung:
Typ: Gewicht
Wert: Zahl (kg)
Datum: Standardwert
ich hatte noch eine zweite automatisierung bei ifttt: sobald ich ein youtube video gefavt habe, führte ifttt einen webhook aus, der dann in kirby das anlegen eines favoriten für das youtube-video auslöste. statt die youtube-api abzufragen, prüft kirby jetzt den RSS-feed einer playlist und holt alle paar minuten neu hinzugefügte videos in kirby.
das indieweb macht keine vorschriften
aaronparecki.com: Why I'm rebuilding my IndieWeb projects with Claude
I recently came across Brennan's post noticing that Claude Code has been showing up in the commit history of a bunch of my IndieWeb projects lately. That's true! I was wondering when someone would notice. I haven't been hiding it, but I also haven't written anything about why I'm doing it, so this seemed like a good time to finally get my thoughts down.
ich nutze einige der indiewebtools die aaron parecki zur nutzung im web bereitstellt: meine checkins über die swarm ios app landen über ownyourswarm bei mir auf der webseite. wenn es ownyourswarm nicht gäbe, würde ich swarm nicht nutzen. früher, als man instagram noch scrapen konnte, habe ich das mit instagram und ownyourgram gemacht. ownyourgram funktioniert seit einer weile nicht mehr, dehalb nutze ich instagram jetzt andersrum. ich poste bilder zuerst hier und wenn ich sie für geeignet für instagram halte, lasse ich sie automatisch aus kirby per script auf instagram posten.
ich nutze quill von aaron um anderer leute beiträge im web zu liken oder zu bookmarken und um fotos von unterwegs zu posten. in der neuen, komplett neu geschriebenen version ist es nochmal nützlicher geworden. ich kann ein oder mehrere bilder von unterwegs posten, inklusive tags, alt texten, titel, einem text und syndizierungs-targets. konkret: per knopfdruck wird ein bild das ich mit quill auf wirres.net veröffentliche auch gleich auf bluesky, mastodon, grain oder instagram crossgepostet.
jedenfalls: aaron hat seine tools mit hilfe von claude „rebuildet“. die tools sind teilweise bereits 15 jahre alt und einen solchen zoo an öffentlich zugänglichen web-diensten zu verwalten ist sicher kein vergnügen. deshalb freue ich mich sehr, dass aaron diese tools jetzt renoviert hat, statt sie abzuschalten. denn das wäre die alternative zur überarbeitung mit hilfe von coding-assistenz gewesen.
ich bin schon lange ein grosser fan des indiewebs. es bedeutet ja auch in erster linie auch nichts anderes als das, was brennan kenneth brown hier sagte:
the main idea being to empower individuals to own their own identity, data, and web presence rather than relying on centralized social media silos
das ist der zentrale gedanke: die mir wichtigen dinge verwalte ich selbst. das schliesst nicht aus, dass ich zentrale oder dezentrale externe dienste oder silos benutze. der unabhängigkeitsgedanke des indiewebs schreibt nicht vor welche werkzeuge ich zum erreichen dieses ziels benutze, noch nicht mal die protokolle die ich nutze. wenn mir danach wäre, könnte ich eine 1a indiewebseite bauen, die ausschliesslich über das gopher-protokoll zugänglich wäre. ich muss keine webmentions oder microformate nutzen um indieweb zu machen. ich kann auch mit json-ld und mention-scrapern völlig unabhängig das netz weben. oder indem ich einfache txt, md oder html dateien veröffentliche. aber ein paar dieser indiewebtools haben sich als enorm praktisch und effizient erwiesen. deshalb nutze ich sie auch soweit ich sie begreife.
diese tools, standards und protokolle die man allgemein mit dem indieweb verbindet, habe ich in der zeit vor KI-coding assistenten immer nur so halb verstanden und deshalb halbgar umgesetzt. mit coding assistenz und viel experimentierfreude verstehe ich das alles nicht nur besser, sondern kann es auch so betreiben, dass es für mich reibungsfrei und nutzbringend funktioniert.
das indieweb verstehe ich dehalb nicht als sammlung von regeln oder vorschriften, sondern als ständige erinnerung daran, wie wichtig es ist hier und da kontrolle über die eigenen dinge zurückzuholen und zu behalten, aber vor allem als ständige inspirationsquelle und neugierbefriedigungsmaschine.
ein ♥ für …
meine mutter hat es sich stets verbeten ihr zum „muttertag“ zu gratulieren. warum sollte man nur an einem bestimmten tag seine mutter wertschätzen? wir haben uns deshalb bemüht immer nett und anerkennend zu sein, nicht nur am muttertag.
zu weihnachten schenken die beifahrerin und ich uns schon lange nichts mehr. erstens haben wir alles und zweitens, wenn uns etwas fehlt, kaufen wir es uns unter dem jahr oder überraschen uns einfach mal so mit etwas schönem. wenn die beifahrerin einkaufen geht frag ich immer halb im scherz: bringste mir ne überraschung mit? wozu braucht man da noch weihnachten?
als frank kürzlich zu „Ein ♥ für Blogs“ aufrief, hatte ich einen ähnlichen gedanken: warum am 6.12. einen beitrag veröffentlichen, in dem ich „lesenswerte, deutschsprachige Blogs“ vorstelle? das mache ich doch ohnehin schon so gut wie jeden tag?
ich würde schon behaupten wollen, dass ich gerne auch mal aus meinen blasen in andere blasen krieche und linke — oder das zumindest versuche. und in den letzten monaten hat nach meinem empfinden die qualität und quantität in meinem feedreader signifikant zugenommen, auch weil es so viele neue werkzeuge oder neuerdings top-gepflegte blogrollen gibt. ich hab viele neue blogs entdeckt und teile das auch regelmässig hier mit.
für mich ist jeder tag ist ein ♥ für blogs. deshalb mach ich am 6.12 bei franks lobenswerter aktion nicht mit.
ausser … ihr macht mir hier in den kommentaren oder per mail vorschläge1 die mich interessieren und die ich noch nicht kannte oder unterrepräsentiert habe. dann veröffentliche ich die kommentiert in eimem beitrag am 6.12.
-
selbstnominierungen sind nicht ausgeschlossen. ↑︎
siggi
Exegesetip falls das zu komprimiert ausgefallen ist: in den Blechkollegen der Wahl werfen und Erklärung bitten.
siggi becker war früher ein integraler bestandteil des eletrischen reporters. soweit ich weiss, arbeitete er dort redaktionell mit und trat am ende auch öfter auf („siggis letzte worte“). gelesen hab ich ihn auch schon immer1.
nur verstanden habe ich ihn nie.
dank siggis klugem tipp am ende des oben verlinkten artikels habe ich jetzt erstmals etwas von dem verstanden was er schreibt oder sagt. das ist fortschritt.
-
auch wenn siggis NOW!-archiv nur bis 2010 zurückreicht, hab ich ihn schon zu mehrzweckbeutel-zeiten gelesen. davon sind noch fragmente auf siggibecker.de zu finden. dort reicht das archiv zurück bis 2003. das archiv des elektrischen reporters selbst reicht leider nur bis 2012 (auf youtube). ↑︎
„ehrenamtliches Publizieren“ — wolfwitte.de
„ewige unklarheit“
von mir völlig aus dem zusammenhang gerissen:
Ich bin leider für ewige Unklarheit.
[N]icht richtig scheiße sein zu wollen, bleibt eine wichtige Aufgabe.
weil ich’s aus dem zusammenhang gerissen habe, empfehle ich natürlich auch das selbst zu lesen: Inventur.
oder besser, gleich das ganze „Lasst uns gemeinsam einen besseren Weltuntergang bauen!“ zu lesen oder zu abonnieren.
followdonnerstag
Lasst uns gemeinsam einen besseren Weltuntergang bauen!
Schaffen wir es, in einer Gegenwart zu leben, die gerade über uns zusammenbricht? Verzweiflung, Hoffnung, Promiklatsch und Buchtipps.
lecktest
dank an blogsequenz.de für den hinweis auf den lecktest (heisst wirklich so). der lecktest testet webseiten auf datenlecks. also cookies, aufruf von google analytics, youtube-einbettungen. wirres.net schneidet gut ab, weil ich mich sehr bemühe hier kein drittanbieter-gedöns einzubauen und alles lokal und cookielos auszuliefern.

aber als ich ein paar blogs in meiner blogrolle mal dem lecktest unterzogen habe, hab ich alles gesehen, von A, B, C bis E. also teilweise fette lecks. da ich auch die technische verantwortung für die webseiten der beifahrerin habe und lecktest da auch lecks festgestellt hat, hab ich da eben ein bisschen rumgefummelt bis katiakelm.de und katiakelm.de/blog ihre A-wertung bekommen haben. ich kann das allen ins internet schreibenden empfehlen da mal ihre webseiten zu testen und das dann gerade zu biegen (lassen) bis ein A rauskommt.
beim morgenspaziergang roch die ganze strecke nach kaffee-röstung und angenehm fermentierem laub. der himmel sah dramatisch aus und auf der kanal dampfte an den stellen auf den die sonne bereits schien.

auf dem westhafen gelände entluden zwei bagger kies von eisenbahnwaggons auf LKW. gelegentlich schob ein kleiner, ferngesteuerter android die waggons ein paar meter nach vorne.

ich frage mich ja immer, warum die menschen und gastronomen zu halloween spinnenweben an und in häusern anbringen, wenn es doch viel einfacher wäre in vorbereitung auf halloween einfach nie zu putzen und nichts zu reparieren. dann wäre man zu halloween immer perfekt vorbereitet.
bloggen, als ob …
ins internet schreibende lieben es über das ins-internet-schreiben ins internet schreibend nachzudenken und sich dabei die köpfe einzuschlagen. dabei haben tatsächlich immer alle recht.
→ weiterlesen …rss2email — wirres.net per mail, wenns sein muss
roman jasiek hat es mehrfach auf seiner seite erwähnt und schreibt es auch gerne in kommentarspalten:
[Ich denke], dass eine große Chance für Blogger darin besteht, die Inhalte per Newsletter an die eigene Leserschaft auszuspielen.
als ich vor acht monaten mal testweise einen newsletter mit mailchimp gebaut habe, meldete sich exakt eine person an: meine mutter. kurz danach schoss mailchimp den newsletter dann ab, angeblich wegen verstössen gegen mailchimps „Richtlinie zur zulässigen Nutzung“.
ich habe meiner mutter dann auf meinem heimischen linux server ein script installiert (rss2mail), dass den /feed einliest und für jeden neuen beitrag eine mail an meine mutter (und mich) schickt. das funktioniert jetzt seit 8 monaten sehr zuverlässig und fehlerfrei. meine mutter freut sich, meint sie würde alles lesen, auch das was sie nicht versteht oder was sie nicht interessiert.
RSS ist für meine mutter keine option: dafür brauchts eine eigene app, die konfiguriert werden müsste und dann auch noch auf telefon, ipad1 und ipad2 installiert werden müsste. dann müsste sie die auch noch öffnen, was sie mit ihrer email-app ohnehin jeden tag (oder mehrfach am tag) macht.
für mich ist die kopie praktisch, weil ich so gelegentlich fehler sehe, die ich sonst nicht sehe und eine art backup isses auch.
jedenfalls dachte ich: auch wenn sich niemand für einen wirres.net newsletter interessiert, könnte ich den mailversand ja trotzdem anbieten auf meiner /folgen seite.
wer also wirres.net per email bekommen möchte kann ich auf meiner zuhause betriebene rss2mail-instanz hinzufügen. diese versendet für jeden auf der startseite veröffentlichten artikel eine email mit dem vollen inhalt. die email wird über mein privates google-mail-konto (im bcc) als html-mails versendet. email an ix ät wirres punkt net reicht, dann trage ich die adresse manuell ein.
die emails sehen so aus:
hier die mails als .eml zur voransicht:
reparieren, restaurieren und machen
in den letzten monaten erwische ich mich immer wieder dabei wie ich mir stundenlang reparatur- und restaurierungsvideos ansehe. vor allem beobachte ich, wie sehr mich das befriedigt. das ist nicht neu, vor zehn monaten hab ich das schonmal angemerkt.
aber heute frage ich mich, ob diese befriedigung nicht auch einen politischen aspekt hat. in einer welt der entropie, in der nicht immer alles zusammenpasst oder so funktioniert, wie man sich es vorstellt oder wünscht, kann reparatur, heilung, auf hochglanz bringen eine kathartische wirkung haben.
zu sehen, dass man kaputtes, zerstörtes, hoffnungslos verschmutztes auch wieder schön und funktionsfähig machen kann zeigt, dass verfall nicht zwangsläufig ist, dass es besser werden kann, dass wir etwas ausrichten können, dass veränderung möglich ist.
vielleicht ist schreiben, ins internet schreiben, kreative werke schaffen und reparieren auch genau deshalb so ein tiefes bedürfnis von uns allen. ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass malen in meienr kindergartenzeit eine beinahe magische und tief befriedigende wirkung hatte. etwas einfangen und festhalten und gleichzeitig gestalten. an diesem blog rumschrauben und da rein zu schreiben und zu posten ist auch ein aufstand gegen die entropie, den verfall, das vergessen.
und auch hier fällt mir wieder sisyphos ein. reparieren, festhalten, kreieren ist der felsbroken von sisyphos. jede reparatur geht irgendwann wieder kaputt, nach der spülmaschinen-reparatur ist vor der spülmaschinen-reparatur. aber, man muss sich den reparierenden als glücklichen menschen vorstellen. das wahre schlaraffenland ist nicht der ort wo einem die gebratenen tauben in den mund oder die hand fliegen, sondern der ort und die zeit an dem man sich tauben braten kann — und es dann auch tut — für sich oder andere.
in genau diesem zusammenhang fiel mir heute auf, dass bilder von fein säuberlich geordneten sachen (things neatly organized) die gleiche wirkung haben können wie reparaturen. aber vor allem fiel mir auf, dass thingsorganizedneatly.tumblr.com irgendwann aus meinem RSS-reader gefallen sein müssen. war es aber gar nicht, es gibt nur offensichtlich nicht mehr so viele fein säuberlich geordneten sachen.





















