bei niklas gesehen, dass er seinem blog threads beigebracht hat. niklas hat es bei marcel gesehen. weil ich jetzt über drei beiträge hinweg über französischen whisky geschrieben habe, dachte ich mir: warum nicht auch threads bauen, mit denen ich zusammenhängende beiträge zu einem strang verknüpfen kann?
ich finde die lösung elegant. im backend kommt einfach jeder beitrag eine verknüpfung auf den ersten beitrag, kirby baut das dann alles entsprechend zusammen. auf übersichtseiten und im rss bleibt alles wie vorher, nur die einzelnen beiträge werden etwas umfangreicher.
im ergebnis ungefähr das gleiche wie bei meinem zeiterfassungs-beitrag, aber dann doch ein bisschen anders.
also mal ein glas calibre no1 eingeschenkt und probiert.
eine cognac note ist das erste was mir in die nase zieht. ich bin kein fan von cognac. der geruch weckt erinnerungen an jugendlichen alkoholmissbrauch. keine schönen erinnerungen. auch strohrum noten ziehen in meine nase. das sind auch nicht die besten assoziationen.
wenn ich meine nase ins glas halte, ziehen leichte, angeneheme holznoten in meine nase. das ist gut. es riecht wie der whisky aussieht: hell.
mein erster schluck: angenehm mild, kein cognacgeschmack, aber helles holzfass. was auch immer ein helles holzfass ist. holzig halt, weissweinig, nicht rotweinig.
beim zweiten schluck schluck überrascht mich eine heftige süsse beim schlürfen. der geschmack ist fast schokoladig und nussig.
das ist ein ziemlich komplexes zeug. stark im abgang, aber trotzdem mild. ich glaub ich mag das.
Seit März 2011 logge ich mich mit Hilfe von Foursquare/Swarm an Orten ein. Insgesamt 3004 Check-ins zeigt mir die App an.
Swarm wirkt aus der Zeit gefallen. Die App ist irgendwie stehengeblieben (und ich liebe das), weil sie sich nicht gewandelt hat. Sie wollte nie mehr sein, als sie ist – es gab keine Enshittification. Bis jetzt.
Jetzt wurde das Unternehmen Foursquare verkauft. An eine Ad-Tech-Firma. Und ich denke, das ist der Zeitpunkt ‚Adieu‘ zu sagen.
so sieht das bei thomas aus, wenn man dreitausendmal irgendwo „eincheckt“:
ich nutze foursquare/swarm seit 13 jahren und zähle ca. 1000 checkins. so richtig verstanden habe ich das einchecken nie. foursquare selbst verstand ich, das war vor 10 jahren ein ganz brauchbares tool für restaurant- oder sehenswürdigkeitssuche an fremden orten. das macht man heute mit google maps, auch wenn das mittlerweile auch kaputt ist, weil google maps für unternehmen so wichtig geworden ist, dass sämtliche negativ-bewertungen weg-beschwert werden.
seit 2025 nutze ich swarm wieder aktiv, um bilder und orte via ownyourswarm in wirres.net zu schaufeln. ungefähr 260 checkins haben sich so seit ende 2025 angesammelt. bilder und orte kann ich auch anders ins blog schaufeln, aber mit swarm und ownyourswarm finde ich das besonders einfach. so checke ich jeden tag, wenn ich dran vorbeikomme, an einem bestimmten baum in den rehbergen ein.
anders gesagt: swarm interessiert mich eigentlich nur minimal, aber es ist ein ganz gutes werkzeug um mein blog mit geogetaggten bildern zu füllen. so sieht das im ergebnis bei mir aus:
alle beiträge auf wirres.net mit einem geotag
an der zahl der einträge auf der karte sieht man, dass die 260 checkins nur einen kleinen teil meiner beiträge mit geotags ausmachen. auch meine instagram-importe („sofortbilder“) haben geoinformationen und auch normale beiträge bekommen — sofern sinnvoll — geoinformationen angehängt.
dass foursquare von einem ad-tech-anbieter aufgekauft wirde hab ich erst bei thomas erfahren. aber solange die app funktioniert werde ich überall dort, von wo ich mal eben schnell ein foto posten will, einchecken. und wenns nicht mehr geht, mach ichs dann mit quill. das geht genau so einfach, nur mit ein paar klicks mehr — und am ende landet eh alles hier.
als ich vor dreizehn jahren anfing die wohnung zu automatisieren gabs fernsteuerbare steckdosen eigentlich mehr oder weniger nur auf basis von 433mhz funk. steckdosen die man mit einer fernbedienung schalten konnte. mittlerweile gibts fernsteuerbare steckdosen in jeder geschmacksrichtung und mit jedem erdenklichen funkprotokoll. zigbee, wlan, matter, bluetooth.
nur klacken tun sie ausnahmslos alle. zu 433-mhz-zeiten hat sich in den niederlanden ein system mit dem namen KlikAanKlikUit (KAKU) verbreitet. das klacken der steckdosen wurde damit sogar zum markenzeichen. ich frage mich: warum? technisch sind auch relais möglich die nicht klacken. solid-state-relais ermöglichen geräuschloses schalten. soweit ich verstehe sind sie allerdings teurer und technisch etwas komplizierter.
das hauptproblem finde ich aber, dass sich das klacken bei vielen steckdosen schrecklich anhört. wenn man bedenkt, dass in modernen autos jedes geräusch gestaltet ist, vom zufallen der autotür bis zum blinker — wobei das blink-geräusch schon seit jahrzehnten synthetisiert wird, weil blinken ohne relais oder bimetall zuverlässiger ist.
an fernsteuerbaren steckdosen hat sich offenbar noch nie ein sound-ingenieur versucht.
zum schalten hab ich damals keine schaltbare steckdose benutzt, sondern ein relais aus china das ich mit 433mhz-funk steuern konnte. weil ich damals ein bisschen angst vor billiger china-ware hatte, hab ich das relais in eine mehr oder weniger luftdichte und feuerfeste aufputz-dose gesteckt. die unbeabsichtigte folge davon war ein ein wohlklingendes, sattes und angenehmes klacken beim schalten.
jetzt hat das relais seinen geist aufgegeben, entweder aus altersgründen, weil billige kondensatoren verbaut waren oder es überhitzte. als ersatz habe ich es mit einer ikea inspelning-steckdose ersetzt. deren fieses klacken hab ich keine drei tage ausgehalten und mir einen shelly bestellt, den ich wieder in die aufputz-dose stecken kann. erstmal war ich beeindruckt von der packungs- und der gerätegrösse.
und jetzt bin ich so begeistert vom gedämpften, gesättigten klacken, dass ich die neon-leuchte die ganze zeit ein und ausschalte.
den shelly finde ich auch beeindruckend. so klein und doch alles an bord: matter, wifi, bluetooth, mqtt, verbrauchsmessung — alles für 12 € (bei amazon). da muss man nicht mal mehr in china einkaufen.
weil die beifahrerin kerzen im schlafzimmer haben wollte, brauchte ich einen infrarotsender im schlafzimmer. die konstruktion mit einer infrarot-LED, widerständen und einem transistor hat funktioniert, aber missfiel der beifahrerin (und mir) visuell. zu recht.
am esp8266 hängt neben der 4 × 8 × 8 pixel-matrix ein anwesenheits-radar-sensor (HLK-LD2410B) und eben eine infrarot-LED. mit einer loch-platine und etwas arbeit und einem lötkolben liess sich das verbessern.
esphome ist für solche spielereien ein segen. und mit den letzten releases von esphome hat sich die qualität, stabilität, geschwindigkeit und bedienungsfreundlichkeit nochmals stark verbessert. grossartiges projekt.
in den 90er jahren zog bei uns der der erste macintosh ein: LC II. was ich damals sensationell fand: man konnte zwei monitore anschliessen (weil wir ne grafikkarte dazu gekauft hatten). eigentlich sollte der mac eine art schreibmaschine oder druckmaschine sein. einladungen und adressen auf umschläge drucken. das hat er auch gut gemacht (mit einem angeschlossen drucker).
meine allerliebste beschäftigung mit dem LC II war aber bildschirmschoner anzusehen. ich erinnere mich stundenlang (vielleicht war es auch weniger) auf die after dark screensaver geschaut zu haben. insbesondere die simulation der bouncing balls (wir hatten damals ja nicht viel und ohne inernet gabs nicht viel zu scrollen auf so nem rechner).
heute auf dem morgenspaziergang nix fotografiert ausser dem baum. aber gestern war ja die beifahrerin dabei, deshalb hier ein paar bilder von ihr. ich habe ja selten gelegenheit beim spaziergang fotografiert oder gefilmt zu werden.
heute wars wieder neblig, sehr neblig und (leider) wenig licht. weil die fotos gestern so schön geworden sind, ist heute früh sogar die beifahrerin mit auf den morgenspaziergang gekommen. unterwegs sind uns einige leute mit hunden und spiegelreflexkameras begegnet.
was ich über die bloglesung in münchen am wochenende lese, hört sich alles nach einer sehr schönen veranstaltung an (teil 1, teil 2 und teil 3 bei frau klugscheisser, die alles wichtige verlinkt). ich wäre auch gerne dabei gewesen. aber ich muss sagen, ich war auch gerne zuhause. am samstag habe ich nach dem morgenspaziergang erstmal drei stunden mittagsschlaf gemacht. manchmal ziehe ich an wochenenden das nichtstun dem erleben vor, insbesondere wenn ich vorm ende der woche zuviel oder genug erlebt und getan habe.
nichts zu tun hat interessante effekte: ich spüre dann, wie mir die zeit durch die finger rinnt. wenn ich an veranstaltungen oder unternehmungen teilnehme, spüre ich das nicht und wundere mich dann hinterher, wo die zeit geblieben ist.
wenn mich leute fragen, wie es mir geht, antworte ich meistens: „ich kann nicht klagen“, schiebe dann noch ein „literally“ hinterher und behaupte ich könne es einfach nicht. was einerseits auf zwei bis drei metaebenen witzig sein soll und andererseits nicht stimmt. ich könnte klagen, wenn ich wollte — aber in der regel will ich es nicht.
viele menschen lieben es zu klagen. über alles mögliche, über die jugend, über die rentner, nachbarn, fremde, bekannte, über politiker, KI oder ihr vermeintlich verkorkstes leben.
klagende menschen können sehr witzig sein, zumindest wenn sie auf parschip versuchen vanessa kennenzulernen und sie dann einen sehr witzigen text daraus macht (den sie auf der bloglesung vorgelesen hat).
im herbst scheint mir danach zu sein über meine kerzen zu schreiben, letztes jahr ende september und mitte november und jetzt wieder. letztes jahr habe ich der beifahrerin 3 kerzen geschenkt, von denen sie nur so mittel-begeistert schien. sie stehen seitdem im wohnzimmer und haben das jahr über kaum gebrannt und hinter davor gestapelten sachen verbracht.
aber vor zwei wochen fragte mich die beifahrerin, ob sie nicht auch kerzen im schlafzimmer haben könnte, das sei ja so gemütlich.
mein worte. ich freue mich fast täglich wenn sie abends (automatisch) bei mir im zimmer angehen. das licht und das subtile flackern ist angenehm und beruhigend. die frage ob das realistisch sei, stelle ich mir gar nicht, genauso wie ich mir diese frage nicht beim adaptiven licht stelle, das wir mittlerweile fast überall in der wohnung haben. wenn das licht abends gelbstichiger wird und tagsüber heller und kälter, entspricht es einfach der unbewussten erwartung, die man ans licht hat. nachts, wenn alte menschen aufstehen müssen um aufs klo zu gehen, ist das licht funzelig, morgens um sechs erinnert es einen bereits daran, langsam mal wach werden zu können.
jedenfalls hatte ich noch kerzen auf halde, eigentlich mit der idee die irgendwann mal jemandem zu schenken, aber dann hab ich sie eben der beifahrerin geschenkt und im schlafzimmer aufgebaut.
der witz dieser kerzen ist ja, dass sie alleine an- und aus gehen, ohne dass man das handy oder eine fernbedienung suchen muss oder dass man überhaupt an sie denken muss. in meinem zimmer und im wohnzimmer stehen infrarot-blaster, die das übernehmen, aber im schlafzimmer gabs das nicht. also hab ich (im prinzip) eine infrarot-LED an eine vorhandene, selbstgebaute esp8266-uhr gelötet. ein widerstand und ein transistor waren auch noch nötig, aber damit schalten sich die kerzen jetzt mit dem nachttisch ein und aus. oder in der home app oder einer fernbedienung.
das sind die freuden der heimautomatisierung, wenn sich die mitbewohnerin auch mal drüber freut.
es sollte den ganzen tag stürmisch und regnerisch werden. wars dann auch am morgen, deshalb sind frida und ich nur eine kleine runde vor dem angekündigten regen gelaufen. am nachmittag kam dann die sonne raus und aus den stürmischen böen war auch die luft raus.
die zeitumstellung ging bei allen uhren glatt. nur die mikrowelle und frida müssen noch manuell umgestellt werden oder sich an die gewonnene stunde gewöhnen.
zigbee2mqtt hat sich vermutlich an der zeitumstellung verschluckt, heute früh wollten die meisten lichter nicht mehr angehen, bis ich den container neu gestartet hatte. notiz an mich selbst: automatisierung bauen, die den zigbee2mqtt-container zwei stunden nach der zeitumstellung neu startet.
gestern fiel mir auf, dass meine regenradar daten fehlten. ich beziehe (mehr oder weniger) alle wetterdaten in home-assistant vom deutschen wetterdienst. und der deutsche wetterdienst macht mit diesen wetterdaten, was man als steuerzahlender bürger von einer öffentlich rechtlichen anstalt erwartet: er stellt sie im internet für jedermann, jederfrau und jedermaschine zur verfügung. beim öffentlich rechtlichen fernsehen ist das ja nicht so, da wird weiterhin depubliziert und funktionierende urls in 404s verwandelt.
dehalb möchte ich hier ein kurzes loblied auf den DWD singen. ich bekomme alle aktuellen wetterdaten von der wetterstation in tegel und vorhersagen die sich stündlich aktualisiert werden. damit sehe ich auf einen blick wie es morgen wird: trocken, am nachmittag etwas sonne, leicht böig und wolkig bei temperturen um die zehn grad.
ausserdem liefert der DWD auch einen regenradar der mir in den letzten 2 oder 3 jahren ziemlich genau sagen konnte ob und wieviel es in den nächsten zwei stunden regnen wird. das schöne ist ja, wenn man die daten einmal hat, kann man damit machen was man will. wetter- oder regenwarnungen auf bildschirmen oder mit subtilen lichteffekten im flur, so dass man am lichteffekt ablesen kann ob und wieviel regen es beim verlassen der wohnung geben wird. nachrichten aufs telefon und neuerdings unterstützt home-assistant auch live-aktivitätsanzeigen, die dann durchgehend die stärke des regens über die nächsten zwei stunden anzeigt.
jedenfalls funktionierte das abholen genau dieser regenradar-daten seit gestern nicht mehr. der DWD stellt die daten jetzt in einem moderneren format und an anderer stelle zur verfügung. weil ich mir noch vor den zeiten von künstlicher intelligenz selbst ein script zusammengegooglet habe um diese daten zu holen und in home-assistant weiterzubearbeiten, konnte ich das mit coding-assistenz ziemlich schnell wieder fixen. der maintainer meiner lieblings HA custom-integration (dwd weather) brauchte noch einen tag länger. weil diese custom-integration seit ein paar monaten auch radardaten von DWD ausliest (wenn man das will), brauche ich eigentlich keinen eigenen radar-daten scraper mehr, aber weil ich die radardaten auch haben will, wenn ich nicht zuhause bin, brauche ich das doch noch.
home assistant weiss ja jederzeit wo ich bin und holt dann die radar daten von genau dieser geolocation — um mir dann, falls es bald regnen sollte, bescheid zu sagen.
aber dafür gibts doch apps, höre ich die lesenden sagen. ja, so halb. carrot weather bietet das an, aber das mit dem benachrichtigen funktioniert immer nur so halb (also oft nicht) und ich habe das gefühl, dass die daten nicht so genau sind.
nano, eine ios-app die ihre daten auch vom deutschen wetterdienst zieht und schön darstellt, kann auch regenwarnungen basierend auf radar-daten auf den sperrbildschirm zaubern, aber das muss ich noch weiter testen.
rené hat das thema modelbauen aufgegriffen und mich dazu gebraht jemandem 90 minuten dabei zuzuschauen ein revel-modelbauauto zusammenzubauen und anzumalen. rené findet das entspannend, ich auch, aber das war mir dann doch etwas fummelig und kleinteilig und perfektionitisch um mich zu inspirieren. sowas will ich nie selbst machen! aber dabei zugesehen habe ich fasziniert und gerne. (teil 1, teil 2 und teil 3 auf youtube)
weil ich die daten ohnehin habe, bzw. seit jahren manuell tracke, habe ich mir gedacht mal eine übersichtsseite zu machen, auf der ich alle erwähnungen bei rivva aufliste. weil ich diese erwähnungen seit 2011 sammle, ist die liste ziemlich lang geworden (wirres.net/rivva). und man sieht, dass ich nach ein paar jahren abwesenheit in den letzten anderthalb jahren wieder gelegentlich von anderen ins internet schreibenden verlinkt werde.
gestern einen grossen topf chili con carne gemacht der uns auch heute noch befriedigt hat und morgen mit dem frühstück zu neige gehen wird. das beyond hack hat sich gut darin gemacht und der mais von zwei frischen maiskolben auch. dieses chili zu kochen ist herrlich einfach und unkompliziert und effizient. wenn mich jetzt jemand fragen würde, was ich auf eine einsame insel mitnehmen würde, wären es 200 dosen mutti tomaten und je 100 dosen kidney bohnen, kichererbsen und mais (oder die getrockneten varianten davon).
ich habe früher regelmässig briefe geschrieben. auch wenn es über 30 jahre her ist, erinnere ich ich daran, dass es ein grossses vergnügen war. wenn ich briefe schrieb, bekam ich auch briefe zurück. also nicht die unangenehmen oder langweiligen dinger die die post heutzutage in den briefschlitz drückt (werbung, (ab-) rechnungen, todesanzeigen), sondern texte, die sich jemand für mich persönlich ausgedacht hatte. entweder um mich zu unterhalten, zu informieren, zu erfreuen oder nach meinem wohlergehen zu erkundigen. ohne die intention mir etwas verkaufen zu wollen oder nach geld zu fragen (meistens).
der unterschied zwischen briefen und modernen kommunikationformen ist nicht in erster linie das medium. briefe wurden zwar meistens auf papier geschrieben oder gedruckt und in papierumschlägen verschickt, aber das entscheidende war die sorgfalt, die mühe und die zeit die man in briefform goss.
briefe schrieb man damals nicht um aufmerksamkeit zu bekommen, sondern um aufmerksamkeit zu geben.
moderne textformen die briefen nahekommen gibt es natürlich weiterhin: newsletter, blogbeiträge, essays die mit mühe und sorgfalt erstellt werden.
aber wer schreibt heute noch essays für eine einzige person?
ich nicht. damit habe ich tatsächlich vor etwas über 30 jahren aufgehört — vermutlich aus effizienzgründen.
damals hab ich mir überlegt, dass es doch viel effektiver wäre, wenn ich briefe so verfasse, dass ich sie an mehrere leute senden kann. deshalb setzte ich in mit yahoo eine liste auf, fügte alle meine freunde hinzu, die damals schon email hatten, und schickte ihnen updates aus meinem leben. im gegenteil zu briefen die man einer einzelnen person schickt, schrieb nie jemand zurück. aber das gefiel mir trotzdem, bis auf die aufdringlichkeit die so ein newsletter hat. diese effizienteren, aber eben auch unpersönlicheren briefe buhlten um die gleiche aufmerksamkeit und drückten sich in die gleiche inbox, in die eigentlich nur briefe gehörten.
statt mit druck, wollte ich lieber mit sog arbeiten. unter einer festen adresse ins internet schreiben schien mir eine gute lösung und klügere leute als ich hatten dafür auch gerade kostenlose software entwickelt mit der man genau das machen konnte.
seitdem ich mir ezpublish auf einem server installiert habe, schreibe ich briefe an viele ins internet. aber einen brief an eine einzelne person hab ich seitdem nicht mehr geschrieben. oder erinnere mich nicht mehr daran. schade eigentlich.