gestern nachmittag, vor dem spazierengehen, hatte ich den impuls mit frida zu einem mcdonald’s zu spazieren um dort pommes zu essen. ich wandelte meinen appetit auf pommes dann aber schnell in den plan um, nochmal am pommes aus dem airfryer-rezept zu feilen.
leider habe ich die rauhigkeit der oberfläche auch dieses mal nicht so hinbekommen wie ich es wollte, die pommes waren knusprig und luftig, aber trotzdem nicht so wie ich wollte. der kritische punkt ist das blanchieren. ich glaube ich war hier immer noch zu ungeduldig.
ich weiss nicht ob die spd immer noch mit einem würfel wirbt, aber als ich heute auf diesen dpd-lieferwagen zuging, sah ich das vor meinem inneren auge.
das bild habe ich selbst mit pixelmator gephotoshopped. das original ist in der beilage.
relief im goethepark, beinahe zu genderfluid, um zu sagen, ob wolfgang oder wolfgard goethe.
nachdem ich vor ein paar tagen im 2005er archiv dieser webseite gewühlt habe und drüber geschrieben habe, konnte ich in den letzten tagen einen 20 jahren alten punkt von meiner tofoliste streichen: die beiträge die ich damals ins wahlblog.de geschrieben habe auf wirres.net kopieren.
weil das schnell unübersichtlich wurde habe ich eine sammlungsseite verfasst, die das alles bündelt: sammlung #wahl05
sammlungen sind eine idee die mir frank westphal mindestens einmal ins ohr gelegt hat. die sammlungsseite habe ich als einfachen blogbeitrag angelegt, aber alle in ihr erwähnten oder relevanten beiträge linken auf den artikelseiten wieder zurück auf die sammlung (beispiel). so eine art kontext-klammer finde ich gut.
weil ich gerade dabei war zu schauen was ich sonst noch so über parteitage schrieb, fiel mir auf wie nötig solche übersichtseiten sind. ich erinnerte mich, dass ich in den folgejahren noch ein paar mal auf parteitagen war und darüber schrieb. aber so richtig zurechtgefunden habe ich mich in meinem archiv nicht. also habe ich das mal etwas sortiert und für die anderen parteitage eine eigene sammlung angelegt: sammlung parteitage
in der #wahl05 sammlung schrieb ich, dass ich zwar das archiv aufgeräumt und etwas strukturiert habe, die wahlblogseiten aber weiterhin für suchmaschinen indexierung sperre:
das archiv dient meinem privatvergnügen und ich empfehle niemandem den alten scheiss von mir zu lesen (obwohl es teilweise ganz amüsant zu lesen ist).
so wie ich vor 20 jahren schrieb, würde ich heute nicht mehr schreiben, aber in 20 jahren werde ich das sicher nochmal interessiert lesen. so wie ich es jetzt, 20 jahre später auch nochmal (fast) alles gelesen habe. aber sonst muss das wirklich keine(r) lesen, auch wenns geht.
frida hat einen empfindlichen darm. bei jeder futterumstellung kriegt sie dünnschiss — bis sich irgendwann ihre verdauung stabilisiert. es gibt auch viele gemüse und fleischsorten an die sie sich nicht gewöhnt. wegen fridas fragiler verdauung ist die qualität von fridas stuhlgang ein ständiges thema zwischen mir und der beifahrerin.
normale menschen würden nach dem morgenspaziergang berichten: „kacki war super“ (oder die konsistenz beschreiben, wenns nicht so super war). ich kann mir naürlich nicht verkneifen jeden tag den gleichen gag zu machen: „kacki war super! [kurze pause] das von frida auch!“
natürlich ist der eigentliche gag die wiederholung und die konsistenz der darbietung.
jedenfallls ist das kacki von frida seit monaten bombig gut. morgens kommen zuerst feste köttel raus (ich nenne sie „den pfropfen“) und danch weitere würste mit immer weicher werdender konsistenz. sie kackt sich sozusagen jeden morgen auf der bristol-stuhlformenskala1 von typ 1 bis typ 4.
My first thought upon reading this was, What a load of shit. Then I realized, well, yes, literally.
der load of shit sind äusserungen zu ernährung und stuhlgang von sean o’mara die in einem NYT-artikel zitiert werden.
At one point in our conversation he pulled up the Bristol Stool Chart, which ranges from Type 1 (“separate, hard pellets”) to Type 7 (“watery, no solid pieces”). O’Mara is consistently delivering Type 4 (“smooth, soft, like a snake”), with pointed ends, indicative of healthy rectal function, he told me. “When you start eating healthy, you don’t need toilet paper,” he claimed. “Animals in the wild have no residual stool on their anus.
seit ich meine ernährung auf zuckerfrei, viel gemüse, TK-obst, sehr wenig fleisch, viel öl, hülsenfrüchte, röstaromen und umami umgestellt habe, kann ich o'maras beobachtung teilweise bestätigen, muss ihr aber zugleich heftig widersprechen: die stuhlgänge einiger wildtiere in den rehbergen haben hundertprozentig spuren an deren anussen hinterlassen!
gleiches, aber anderes thema: ganz stimmt „kein zucker“ natürlich nicht. seit dem semaglutid ist mein appetit auf süsses meistens nonexistenz, bzw. lässt sich (absurderweise) mit ein paar gesalzenen nüssen wirksam stillen, sollte er mal kurz aufflammen. und der milchzucker in meiner morgenlatte meinem morgenkaffee mit milch ist natürlich auch zucker, ganauso wie der zucker in manchen asiatischen saucen die ich gelegentlich noch benutze. aber ich scheine mich vom zucker extrem entwöhnt zu haben, wie ich kürzlich merkte als das kind, das gerade zu besuch war, uns und seiner freundin ein paar macarons backte. natürlich musste ich einen probieren. er war sehr lecker, aber danach habe ich zum erstenmal seit monaten magenschmerzen bekommen.
ich finde jimmy carr wahnsinnig unsympathisch. aber auch witzig. seine moderation des britischen lol (last one laughing) war gut und witzig. er lacht komisch. obwohl ich ihn unsympathisch finde, mag ich ihn.
das ist ein phänomen, das ich im alter öfter erlebe. ich muss leute nicht mögen um sie zu mögen. vielleicht isses aber auch nicht das alter, sondern die briten. zum beispiel die briten im britischen lol: sehen komisch aus, sind nicht wirklich sympathisch aber sind doch alle irgendwie liebenswert.
vor ein paar tagen habe ich diesen schlimmen podcast mit jimmy carr und katherine ryan gesehen. das gespräch ist sehr inspirierend für fremdschäm-aficionados, aber weil beide es schaffen ihre peinlichen haltungen und ansichten auf verschiedenen metaebenen zu reflektieren habe ich bis minute 40 durchgehalten.
peinlicherweise teile ich einige ansichten von jimmy carr und eine idee gefiel mir besonders gut. sinngemäss lautet sie:
What could you do today that you tomorrow would be happy you did?
das ist in der tat ein wunderbares werkzeug zur selbtmanipulation. meine, sehr viel primitivere, version dieser idee resultierte aus einer beobachtung: wenn man schokolade oder süssigkeiten an einem absurden ort lagert, schafft man es manchmal sie zu vergessen und seinem zukünftigen ich eine grosse freude zu machen, wenn es die süssigkeit wieder findet.
mir hilft diese idee auch gelegentlich weniger zu essen. denn alles was ich auf dem teller oder der schüssel lasse, über das kann ich mich dann am nächsten tag beim resteessen zum frühstück freuen.
die frage, was man für sein morgiges ich heute tun könnte, über das es sich morgen freuen würde, scheint jimmy carr bei jeder gelegenheit zu wiederholen. zum beispiel bei diesem aufttritt in frankfurt. dort zeigt sich jimmy carrs stärke, die vielleicht auch sein schwäche ist. er ist nicht nur vorbereitet witzig, sondern auch spontan witzig und ernst. er schafft es nicht nur mit zwischenrufern souverän umzugehen, er kultiviert und organisiert in seinen shows offenbar sogar das zwischenrufen. dabei wandelt er relativ gekonnt zwischen witzig, ernst und beleididigend. aber irgendwann erschien mir carrs ernste seite dann so pathetisch, dass ich auch das video vom franfurter auftritt schliessen musste.
vielleicht ist geplante ambivalenz heutzutage die eigentliche kunst?
beim stöbern im archiv gestern einen alten quicktime VR film gefunden. mit QTVR konnte man damals panoramen sphärisch darstellen oder objekte drehen. das liess sich damals auch mit einem quicktime plugin im browser im web darstellen. mittlerweile kann noch nicht mal mehr macos solche filem darstellen.
mit object2vr und der hilfe von cursor habe ich das wieder rekostruiert, bzw. reanimiert: ix bewegt.
ich gehöre nicht zu den leuten die die alten zeiten im internet vermissen. ich finde das internet so wie es ist immer noch gut. ist halt noch unübersichtlicher geworden. 2005 war das internet kleiner, aber auch schon gross und unübersichtlich.
2005 hatte sascha lobo noch keinen irokesen und erklärte anderen das internet noch nicht. das hat 2005 mario sixtus getan, zum beispiel hier in der zeit.
im artikel lässt er doc searls blogs erklären:
»Bloggen ist wie Schneebälle einen Hang herunterrollen, manche bleiben liegen, andere rollen weiter, manche werden sogar riesig«, sagt Searls. Ein einziger inspirierter Eintrag kann in der Welt der Blogs eine Eigendynamik ohnegleichen entwickeln. Daher gilt die Blogosphäre als Frühwarnsystem für Themen, Trends und manchmal sogar Nachrichten. »Blogs sind Gespräche«, persifliert sich Searls selbst. Mit der Phrase »Märkte sind Gespräche« hatte er vor sechs Jahren die Grundlage des Cluetrain Manifests gelegt.
heute sind blogs nur noch schneeflocken.
2004 hatten „der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry zusammen mit dem Web-Entwickler und Blog-Guru Dave Winer eine Methode, Audiodateien zeitversetzt und automatisiert in den Speicher von MP3-Spielern zu übermitteln“ ersonnen. so lange ist das schon her.
weil 2005 das wort „social media“ noch nicht geläifig war, schrieb mario sixtus damals von einem „humanisiertem netz“, damals bestand die hoffnung, dass das internet von menschen geprägt werden könne. kommunikation, zusammenarbeit, vertrauen und persönliche beziehungen würden sich in und um blogs bündeln — so die hoffnung.
2005 fand ich, dass dieser artikel von mario sixtus der „beste artikel über blogs (ever)“ sei. so hab ich das damals aufgeschrieben in einem artikel den ich über ein interview schrieb, das marin majica damals mit mir gefürhrt hat.
er wollte mich interviewen, wir trafen uns um 18 uhr im starbucks am hackeschen markt. er kam fünf minuten zu spät, aber ich schleimbeutel lobte ihn für seine pünktlichkeit. ich wurde, parteitagsgestählt, gleich investigativ: „lesen sie blogs? welche?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kannte er, aber von jamba und spreeblick hatte er noch nix gehört. ich trug ihm mit meiner unverbesserlichen arroganz auf das zu googlen und drückte ihm den besten artikel über blogs (ever) in die hand, den ich zufällig (wirklich), ausgedruckt, dabei hatte.
marin majica interessierte sich damals für mich, weil im (bundetags-) wahlkampf 2005 die damalige blogplattform um nico lumma blogg.de ein wahlblog organisisrte, dass ein paar blogger, unter anderem mich, zu parteitagen schickte. mit ein bisschen pressearbeit machte das damals eine kleine welle in der journalistenwelt.
das pressecho zu mir hab ich damals hier festgehalten: respektlos?
Bei einem Treffen in einem Berliner Café demonstriert Schwenzel ganz nebenbei seine Arbeitsmethoden. Ungefragt macht er mit dem Handy ein Foto des Gegenübers, das er direkt in seinen Blog lädt. "Flickrn" heißt das, benannt nach der dafür benutzten Software Flickr. Am Nachmittag wird er noch einen Kommentar zu dem Gespräch mit dem Journalisten dazustellen. Für den ist das gewöhnungsbedürftig: beschrieben zu sein, bevor man selbst beschreibt.
Auch dass Lafontaine so häufig das Wort „ich“ verwendete, wurde von Schwenzel kommentiert: „Da scheint sich eine neue Spielart im linken Spektrum abzuzeichnen: Sozialichmus.“
so war das damals: das internet steckte noch voller hoffnungsfroh stimmendem potenzial und man konnte aufmerksamkeit erregen, indem man einfach ins internet schrob.
von der prognostizierten humanisierung des netzes ist im grösseren masstab — ausser podcasts — nicht mehr allzuviel übrig. aber vielleicht ja doch, nur eben etwas anders als wir uns das damals vorgestellt haben. das internet besteht nach wie vor vor allem aus menschen, mit all seinen vor- und nachteilen.
vielleicht sollten wir wieder mehr darüber nachdenken wie wir die aufmerksamkeitsströme wieder humanisieren und aus den klauen der grossen plattformen und algorithmen befreien — oder unsere kleinen, übersichtlichen resonanzräume ausbauen, wie ich es vor ein paar monaten mal hier skizziert habe: elaborierte kulturtexte
unter den linden, zwichen ca. 1890 und 1900 (quelle)
an dem bild oben finde ich faszinierend, dass unter den linden wie in einem alten western aussieht. was ja auch nicht völlig abwegig ist, weil es die gleiche epoche ist, so um die vorletzte jahrhundertwende. und wenn man sich den google streetview aus der gleichen perspektive anschaut, fällt einerseits auf, dass die vermeintlich historischen strassenlaternen zumindest nicht die version aus den 1890ern imitieren und dass heute deutlich weniger pferdegespanne unterwegs sind als damals.
viktoriapark berlin zwischen ca. 1890 und 1900 (quelle)
dieses bild vom wasserfall im viktoriapark setze ich mir hier als reminder irgendwann ein foto aus der gleichen perspektive zu machen. obwohl dieses bild schon ziemlich nah dran kommt.
Wie erfüllend so Nichts sein kann Wie eine grosse, leere Kirche ist es hier – einfach ohne Gott (oder mit Gott, das ist wohl eine individuelle Angelegenheit) Das blosse Hiersein ist erholsam wie ein Saunabesuch – einfach ohne die Hitze
[Lindsay Ems] schreibt: „Mir wurde klar, dass die Amish der Technologie gegenüber eigentlich neutral eingestellt sind. Es ist für sie zweitrangig, worum es sich bei einer neuen Technologie handelt oder wie sie funktioniert; entscheidend ist für sie, welche Auswirkungen ihre Einführung auf die Gemeinschaft hätte.“
I became less intrigued by Amish restrictions on technology than by the social world they sought to preserve and protect with those restrictions. In the end, I came to realize that the Amish are, in fact, technology-agnostic. They do not care much about what a new technology is or how it works; they care about what its adoption would mean for the surrounding community.
lindsay ems buch über die amisch ist schon etwas älter (2022), auch wenn der artikel auf mitpress.mit neu ist. leider scheinen die inhalte des buchs bereits ein bisschen veraltet zu sein. so schreibt ems über den service pcfreemail, mit dem einige amish per fax emails schreiben und empfangen würden. den service gibts allerdings nicht mehr — nur noch auf archive.org.
aber darum gehts ja nicht, sondern eben darum, dass man sich fragen sollte/könnte, welche auswirkungen technologie auf die gemeinschaft hat. auch wir nicht amish tun das ja, man denke nur an die diskussionen um das social media verbit für jugendliche oder neil postmans buch von anno dazumal über die auswirkungen von fernsehen auf die gesellschaft. wobei wir als nicht amisch uns schon länger dazu entschieden haben, dass es ok ist, wenn technologie unsere gesellschaft verändert.
abgesehen davon, das ist ein schönes beispiel, dass religöse gebote durchaus auch etwas für unreligöse menschen bereithalten können. die drei C’s finde ich gut: danach streben ein vorbild zu sein, kritik annehmen und für eigene fehler einstehen.
One of my closest Amish contacts was Noah, a 57-year-old entrepreneur and self-described “technology buff.” Noah himself was a minister yet used a smartphone, email, and text messages, and even had a Facebook account. His usage was animated by the three C’s: conviction (modeling the right behavior), confession (asking others to hold you accountable), and contrition (being willing to own up to your mistakes). “Whether or not you use a technology is less important than how you use it,” he told me.
jetzt habe ich endlich mal ein pro-argument für pixelfed gehört, dass ich verstehe:
Mastodon kann ja immer nur die ersten vier davon anzeigen, aber Pixelfed kann mit mehr Bildern umgehen.
trotzdem: nur um mehr als vier bilder ins fediverse posten zu können werde ich mir kein pixelfed-konto zulegen. zumal die probleme die steffen hier beschreibt und die ihn zum umzug bewogen haben, genau die gleichen sind, denen ich auch aus dem weg gehen möchte.
„wir“ wundern uns ja immer über immigranten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“
wenn politiker hingegen verschärfungen des straf- oder zivilrechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. populismus funktioniert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mitgemeint sind, dass verschärfungen und freiheitseinschräkungen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wiederkehrenden forderungen scharf zu differenzieren von thomas fischer teilweise auch sehr anstrengend und gelegentlich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.
Zwei alte Bücher mit Bukowski-Kurzgeschichten gefunden. Habe mal durchgeblättert; ich glaube nicht, dass ich das Zeug heute noch lesen möchte. In Zeiten des Heranwachsens war Charles Bukowski für viele eine große Sache. Anti-bürgerlich, verkommen und sowohl gegen rechte als auch gegen linke Lehrer zu gebrauchen.
Kurz kam mir auch wieder die Erinnerung daran, wie ich mit den Söhnen, als sie noch klein waren, einen vermeintlich lustigen Film aus meiner Kindheit sehen wollte, mit Bud Spencer und Terence Hill. Denn was hatten wir gelacht damals! In den ersten Minuten des Films wurden dann Frauen und Kinder geschlagen, wurde ohne Gurt Auto gefahren, wurde beim Familienessen geraucht und gesoffen. Ich hatte so viel spontanen Erklärungsbedarf, wir haben den Film dann nicht weitergesehen. Zumal auch keine einzige der Pointen bei den Söhnen funktionierte.
Tempi passati, das gilt oft auch für den Humor der Zeit.
dieses überwachsene gitter fiel mir heute früh auf. das sieht wirklich schön aus und so sollten eigentlich alle gitter und gullis dekoriert sein.
beim weitergehen fiel mir dann ständig weiteres grünzeug auf, dass sich über die blanken zivilisationsartfakte legt und lanfsam den asphalt aufbricht oder den stein verdeckt.
sugar s02e07 (läuft auf appletv) gesehen. das diner in einer szene kam mir bekannt vor.
also kurz in meinem externen gedächnis gesucht und daran erinnert worden, dass frank’s restaurant schon vor 11 jahren in sons of anarchy und the bridge mitgespielt hat. das internet sagt, in gone girl und parks and recreation hat es auch mitgespielt.
ich nutze ja einige dienste in der ATmosphere. die „ATmosphere“ sind anwednungen oder webseiten die man (verkürzt gesagt) mit seinem bluesky konto nutzen kann, die aber nix mit bluesky zu tun haben (müssen). leaflet erklärt das hier ganz gut für nicht-so-technisch-versierte:
grain ist das was instagram mal war: foto posten und verschlagworten und fotos angucken. dieser minimalismus, bzw. die konzentration auf das unkomplexe visuelle hat einen ganz eigenen reiz. ich beobachte mich wild dabei alles zu liken was mir gefällt und menschen deren fotos mir gefallen unbesehen zu folgen. bei textbasierten inhalten bin ich da meistens zurückhaltender oder bedachter. fotos sind so wunderbar niedrigschwellig und oft eben auch einfach schön.
das scheint in beide richtungen zu funktionieren. grain ist bisher der reaktionsstärkste AT-dienst den ich (testweise) nutze. auch das fühlt sich ein bisschen wie das frühe instagram an. posten, gucken, liken. nicht gross nachdenken. keine videos die einen fesseln und weiterswipen lassen. ein ruhiger fluss, kein jahrmarkt mit marktschreiern.
es ist wirklich einfach: wer ein bluesky (oder eurosky) konto hat, kann sich damit einfach bei grain anmelden. dein profil wird übernommen, lässt sich aber auch anpassen. alles sehr unkompliziert, keine popups, kein gedöns. grain steckt noch in der entwicklung, so gibts zum editieren von eigenen posts auf der website oder der app (ja, app gibts auch) keinen button, aber auf der website kann man einfach ein /edit an die url hängen und man ist im edit modus. posting per api ist auch möglich indem man auf den PDS schreibt.
bei solchen privat gestemmten projekten kann man sich natürlich — genau wie bei projekten der grossen plattformen — nie 100% sicher sein wie langlebig sie sind oder ob sie verkümmern, verscheissen oder kaputtgehen. deshalb mache ich es wie bei allen anderen diensten: fotos, beiträge erst bei mir veröffentlichen und dann syndizieren, also anderswo, zum beispiel zu grain, kopieren.
fragmentebloggt wieder. mindestens dreissig tage lang will sie das machen. ich bin sicher, sie wird danach weitermachen. ich habe nie aufgehört und doch vier jahre kaum bis nichts ins internet geschrieben. zumindest keine längreen texte. ich war beschäftigt mit hundeerziehung und brot backen und heimautomatisierung — und doch: gelegentlich musste ich die eindrücke aus meinem leben teilen. das hab ich dann vier jahre lang hauptsächlich auf instagram gemacht.
was ich sagen will: das leben ist auch schön ohne bloggen. aber mit bloggen ist es interessanter. ich habe das gefühl bloggen zwingt mich auf mehr, auf anderen ebenen zu denken. das denken strukturiert sich anders, mein innerer monolog bekommt eine zusätzliche stimme die versucht erlebtes anders aufzuarbeiten, als wenn ich es nur für meinen inneren monolog aufarbeiten würde.
normalerweise, beim einschlafen, wenn mein bewusstsein langsam in den hintergrund tritt und mein unter- oder neben- oder autonom-bewusstsein langsam die bilder und gedanken in meinem kopf übernimmt, sehe ich luftbilder. im wahrsten sinne des wortes. ich sehe schwarz mit leuchtpunkten, so als ob man nachts mit dem flugzeug in einer grossen stadt landet (und dabei aus dem fenster schaut). eine weite dunkle ebene, die mit lichtpunkten gespickt ist. das fliegen ist nicht das thema, es geht auch nichts um licht oder die dunkelheit. es ist offenbar einfach ein bild das beruhigend auf mich wirkt.
gestern sah ich beim einschlafen einen kleeteppich auf einer wiese. in den letzten tagen betrachtete ich auch im wachzustand sehr viele kleeteppiche auf wiesen und versuchte — im langsamen gehen — vierblättrige kleeblätter zu sehen. seit mehreren tagen vergeblich — aber nicht umsonst. auch diese kleeteppiche die ich im übergangszustand zwischen wach und unwach sah hatten auch eine beruhigende und befriedigende wirkung. aber obwohl ich eigentlich beim einschlafen war, dachte ich im gleichen moment, kurz vor dem wegdämmern, darüber nach ob und wie ich das wohl ins internet schreiben könnte.
ich mag es, wie mein vorsatz regelmässig ins internet zu schreiben meine wahrnehmung verändert. genau deshalb mag ich es auch, wie mein vorsatz weitere vierblättrige kleeblätter zu finden, auch meinen blick auf die welt verändert.
jedenfalls lese ich das was fragmente ins internet schreibt sehr gerne. gestern zum beispiel über urlaub.
Vor fünfzehn Jahren habe ich angefangen zu arbeiten, also außerhalb der akademischen Welt, in einem Angestelltenverhältnis, und ich habe seither nicht mehr aufgehört. Erst hatte ich 26, dann 28 und mittlerweile 30 Tagen Jahresurlaub. Aber mehr als drei Wochen am Stück hatte ich nie frei.
Es fehlt mir. Diese langen, staubigen, heißen Tage. Pläne immer nur bis übermorgen. Ein Badeanzug, irgendwas drüber, Sandalen und seit Wochen keine Socken. Schwimmbadpommes und Cornetto-Eis und Gummitiere. Mit dem Fahrrad unterwegs. Grillenzirpen und Rasensprenger.
Es war so nie, außer in meiner Erinnerung. Trotzdem.
mir ist urlaub egal. unseren letzten campingurlaub vor 10 jahren haben wir irgendwann abgebrochen und haben zuhause gemerkt, dass es viel erholsamer und schöner ist, zuhause urlaub zu machen. gelegentlich machen wir noch (kurze) städtereisen, besuchen freunde oder verwandete anderswo oder verbringen einen tag am strand. aber drei wochen am stück weg von den anehmlichkeiten und routinen zuhause? finden wir mittlerweile beide schrecklich. auch der hund sperrt sich dagegen anderswo als zuhause zu entspannen.
meine arbeitskolleginnen müssen mich jedes jahr dazu drängen meinen urlaub aufzubrauchen. einerseits finden sie es praktisch, dass ich mir über weihnachten und zwischen den jahren keinen urlaub nehme, andererseits ist es nervig wenn ich im november noch mit mehr als 20 tagen urlaub da sitze. um meinen urlaub aufzubrauchen nehm ich mir dann wochenlang einen tag pro woche frei. das strukturiert die woche ganz interessant. so kann man aus einer woche zwei wochen mit zwei wochenenden (einem langen und einem kurzen) machen:
mo | di | - | do | fr | -- | mo | di | etc.
ich arbeite gerne. aber ich stelle mir sisyphos auch als glücklichen menschen vor. kürzlich dachte ich einen gedanken wieder, den ich als kind schon öfter dachte; mit etwas abstand betrachtet ist es eigentlich schon ein bisschen absurd dass wir uns 20 bis 30 jahre ausbilden lassen um dann 5 × 8 stunden pro woche die fähigkeiten unseres ausgebildeten gehirns an einen arbeitgeber zu vermieten. andererseits ist es genau so absurd den ganzen tag durch die savanne zu latschen und nüsse und wurzeln zu suchen, um die dann zu verspeisen, zu schlafen und dann, nach dem aufstehen, wieder nach nüssen und wurzeln oder nach weniger gut ausgebildeten tieren zu suchen.
aber mit etwas abstand betrachtet ist ja wohl alles ein bisschen absurd. dreieinhalb milliarden jahre evolution, dreihunderttausend jahre menschheitsgeschichte damit ich hier auf dem sofa sitzen kann und über die absurdität der welt laut nachdenken kann.
ich suche weiter nach vierblättrigen kleeblättern. seit tagen erfolglos. mittlerweile glaube ich, dass ich die beiden einzigen vierblättrigen kleeblätter im wedding gefunden habe. which is natürlich quatsch. aber es fühlt sich so an. denn meine wahrnehmung funktioniert im prinzip. ich sehe immer wieder vierblkättrige kleeblätter, die sich dann aber leider immer als optische täuschung, überlagerung herausstellen.
dafür kenne ich mitllerweile die kleeinseln in und um den volkspark rehberge ganz gut, weiss wo das zeug wächst und erkenne mittlerweile auch die verschiedenen sorten. ausserdem hat das video von rabbithole (mein kommentar dazu) in der zwischenzeit etwas mehr verbreitung gefunden. bin mal gespannt wann ich die ersten 🍀-funde im netz sehe. weil grundsätzlich funktionieren die tricks aus dem video beim finden gut. grundsätzlich.
frida wartet währen dich auf den boden starre.
johnny ist immer noch auf substack (statt auf spreeblick), war auf der CSD trauerveranstaltung, hat ein bild-fernsehteam gesehen, still gegen die bild protestiert und ist viral gegangen.