ich habe schon lange nicht mehr dokumentiert was ich hier im maschinenraum getrieben habe.
was ich schon lange mit mir rumgetragen habe und jetzt, nach einer inspiration von rast und rost, endlich so umgesetzt habe, dass es mich erfreut: sammlungen.
eigentlich hab ich das jetzt schon ein paar wochen, aber die reziprokität hab ich erst in den letzten tagen umgesetzt. ein artikel, der sich in einer sammlung befindet, zeigt das unter der überschrift mit einem hinweis und link auf die sammlungsseite an. das ist zwar schon reziprok, aber auch sehr subtil. weniger subtil ist (jetzt neu) eine liste der ganzen sammlung unter allen artikeln einer sammlung. so sieht das zum beispiel unter dem chili con carne rezept aus:
bei kottke.org hab ich den fixen „via“-link geklaut. ein via kann ich natürlich auch wie in den letzten 30 jahren im fliesstext setzen, aber so formalisiert, mit einem feld im backend finde ich das auch sehr gut, gerade zum beispiel für kurze empfehlungen, zu denen ich gar nicht viel schreibe (beispiel).
ich kann jetzt aus dem backend fotos zu instagram und grain schicken. grain ist einer der wenigen ATmosphere dienste die nicht schnarchlangsam sind und mir immer noch sehr gut gefallen. grain ist wie instagram früher war.
neben fett, kursiv oder durchgestrichen, kann ich jetzt auch text highlighten.
und natürlich der aus meiner primären blogrolle generierten reader. ich beobachte mich dabei, wie ich den reader ziemlich oft nutze, obwohl die feeds auch alle in meinem regulären feedreader sind. aber es ist schön mal schnell nachzusehen, ob in den blogs, die ich gerne lese, was neues steht. und so zwinge ich mich auch, öfter mal die webseiten zu besuchen, als nur immer alles in meinem feedreader zu lesen.
was ich auch toll finde, dass die blogrollen jetzt nach letzter aktivität sortiert sind. alphabetisch oder nach präferenz sortieren ist so ungerecht. aber die sortierung ihrer nachbarschaft nach bezeichnungslänge von frau klugscheisser gefällt mir auch sehr.
technisch gesehen waren es drei dinge die anfang der zweitausenderjahre für das blogdings entscheidend wichtig waren: der permalinks, RSS und blogrollen. man konnte, damals wie heute, einfach auf einer handgeklöppelten webseite in internet schreiben, aber mit den anfang der 2000er aufkommenden content managmentsstemen wie wordpress (oder seinem vorgänger b2), mit movable type oder textpattern, wurde das ganze etwas einfacher und man konnte beiträge einfach mit permanenten links veröffentlichen, die dann auch noch automatisch in ein archiv eingeordnet wurden oder sich verschlagworten liessen. man konnte sich damit aufs schreiben konzentrieren, der organisatorische kram liess sich weitgehend automatisieren.
anke gröners blog hatte legendärerweise bis ende 2004 keine permalinks (so sah das aus). als sie das im november 2004 umbaute, freute ich mich, weil man dann endlich einzelne beiträge von anke verlinken und sich darauf beziehen konnte. mit permalinks konnte man einzelne beiträge empfehlen, kommentieren oder ergänzen. als leser konnte man sich so von beitrag zu beitrag und von blog zu blog hangeln. und wenn einem ein beitrag gefiel, abonnierte man das blog in seinem RSS-reader. serentipität nannte man das damals auch.
weiteren stoff für den RSS-reader fand man in den seitenleisten von blogs. listen mit blogs, die der autor oder die autorin des blogs empfahl oder selbst gerne las. diese blogrollen, die serentipität, das von einer empfehlung zur nächsten hüpfen und die abonnierbarkeit von blogs reichten aus, um aus webseiten ein soziales netz zu machen. man las sich und lernte andere zuerst durch das geschriebene wort und später auch durch durch treffen in der fleischwelt kennen, 2005 zum beispiel, auf der blogmich-party oder 2007 auf der ersten republica.
aber blogs waren nicht der einzige weg soziale netze im web aufzuspannen. foren funktionierten unter umständen genauso. legendär ist da zum beispiel das höfliche paparazzi-forum, bei dem es auch hier und da überschneidungen zur blog-sphäre gab. in der zeit zwischen ungefähr 2001 und 2007 kamen viele dinge zusammen, die das internet zu einem ort der sozialen vernetzung machten. die technik, wie frei verfügbare content managment systeme oder gehostete blogdienste wie antville, blogger.com und später blogger.de, die ins internet schreiben für viele einfach(er) machten. permalinks und blogrollen, die querverweise, verbindungen und empfehlungspipelines zum entlangsurfen bildeten und später von blog- und tag-suchdiensten wie technorati verstärkt wurden, mit denen dann blogs mit damals ziemlich offnen plattformen wie del.icio.us ode flickr verzahnt werden konnten.
bloggertreffen wie die blogmich-party oder die futura-bold-veranstaltungen von spreeblick (und ab 2007 die republica), stärkten diese bindungen zwischen leuten, die sachen im internet machten (und in berlin wohnten), dann weiter.
der witz war damals, dass das alles selbstorganisierend war. mit ein paar, auf den ersten blick obskuren und unverständlichen technologien wie permalinks, RSS/XML, linklisten/blogrolls, tags/schlagworten und gelegentlichen veranstaltungen, bildeten sich echte, dauerhafte soziale beziehungen. aufkommende plattformen unterstützten das und verstärkten diese netzwerkeffekte. ich glaube ein weiterer meilenstein war 2005 der google reader. er machte es nochmal einfacher blogs, über die man stolperte oder die man mochte, zu verfolgen. technorati half beiträge und blogs über themen zu finden.
aber der kern des ganzen waren empfehlungen. wenn ich A mag und A mir B empfiehlt, kann ich davon ausgehen, das ich B auch mag. und weil links zu anderen blogs oft in textwüsten verborgen blieben, waren blogrollen sozusagen der schnellzugang zu diesen empfehlungen.
Die „Blogroll“ enthält Verweise auf andere Weblogs, meist als Leseempfehlungen oder Listen befreundeter oder regelmäßig gelesener Autoren. Da die Blogroll in der Regel permanent auf der Startseite eines Weblogs sichtbar ist, besitzen diese Relationen einen stärkeren Stellenwert gegenüber den vergleichsweise flüchtigen Verweisen in Einzelbeiträgen, die nach einer gewissen Zeit von der Startseite verschwinden und nur noch im Archiv aufzufinden sind
Since the earliest blogs were published, blogrolls helped readers discover new blogs. Each blogger could promote the blogs they follow by listing them somewhere on their site (their blogroll). Readers could discover these suggestions as they browsed, helping them explore the blogosphere. A blogroll could be as simple as a list of hyperlinks, although recent tooling has become more advanced.
und dieses „more advanced recent tooling“ ist genau das, was ich gerade sehr spannend finde. so wie es damals, anfang der 2000er eine grosse erleichterung war, dass content managment systeme die texte, die ich ins internet schreiben wollte, automatisch in archivierbare, permanentverlinkte einzelbeiträge arrangieren konnten und ich bei einer aktualisierung nicht alles neu in html stricken musste, gibt es jetzt tools die mir die pflege, das anzeigen und die portabilität meiner leseempfehlungen erleichtern.
frank westpfahl von rivva stiess uns/mich vor ein paar wochen auf die neuen möglichkeiten für sowas, als er auf das (wordpress) blogroll-plugin von matthias pfefferle hinwies.
A blogroll is a list of the sites you read, put on your own site so other people can find them. This plugin adds one block for that. You collect the links, the block renders them on your page, and visitors can take the whole list with them into their feed reader.
also mit anderen worten: so wie bisher einfach eine liste mit empfehlungen anlegen, nur dass die liste zusätzlich noch etwas angereichert wird mit einem icon, links zum feed und das ganze von anderen (mit ein bisschen RSS/OPML/XML-magie) einfach in ihren RSS-reader mitgenommen werden kann. ich hab das schnell nachgebaut für mein kirby und spiele seitdem begeistert damit rum.
durch den artikel von robert alexander hab ich dann gesehen, dass die grundidee vom gleichen menschen, wie die grundidee von RSS (und podcasts) kam: dave winer hat das vorgeschlagen und sein dienst feedland macht das schon einen ganze weile so: man kann sich dort anmelden und entweder eine eigene liste von blogs anlegen die man gerne liest, die liste aus seinem feedreader importieren oder aus den blogrolls von anderen kopieren.
der vorteil von dieser formalisierten, strukturierten oder eben maschinenlesbaren liste ist, dass leichter zu pflegen ist und ich selbst und andere auch gleich sehen können, was aus den abos rauskommt. ich sehe also, wenn ich will, nicht nur eine empfehlungsliste, sondern auch gleich was drinsteckt, umgekehrt chronologisch geordnet.
feedland blogrolle und reader
wirres.net blogrolle und reader
seit kurzem geht das auch mit follow.rivva.de (wenn man rivva unterstützt).
rivva blogrollen und rivva reader
die qualität oder der nutzen eine blogrolle hängt natürlich nicht an der maschinenlesbarkeit, aber diese maschinenlesbarkeit und portabilität öffnet viele neue, wie ich finde, spannende möglichkeiten.
man könnte visualisieren, wie blogs zusammenhängen, man könnte feeds abonnieren, die einem nicht nur neue beiträge in den feedreader spülen, sondern auch neue blogempfehlungen. oder man könnte thematische blogrollen-pakete schnüren. oder seinen feedreader zum bersten füllen.
aber das entscheidenste ist, blogrollen könnten genauso wie gute blogs funktionieren die man gerne liest: sie können überraschen, erfreuen, nachdenklich machen, einem fremde welten erschliessen und weiterempfohlen werden.
Früher™ war bloggen eine Tätigkeit, die sich in mindestens zwei Bereiche aufteilte: Blog schreiben und andere Blogs lesen. Dazu nutze man seinen Feedreader, wo die Liste der regelmäßig gelesenen anderen Blogs zu finden war und das war und ist die Blogroll.
Was ich bei den anderen aber vor allem mag, und ich auch machen moechte, sind die kurzen Beschreibungen zu jedem Blog. Die sind naemlich individuell, die machen eine Blogroll persoenlich.
dieses chili con carne rezept habe ich ursprünglich von jamie olivers webseite, hier meine variante. das rezept gehört seit mindestens 11 jahren zu unseren alltagsspeisen. es funktioniert mit „echtem“ hackfleisch genauso gut, wie mit hackfleisch-ersatz (fake-hack).
das gute alte chili con carne
das chili lässt sich wirklich einfach und schnell zubereiten. hack anbraten, etwas gemüse schnippeln und anbraten und ein paar dosen öffnen, alles zusammen ne stunde (oder kürzer) schmoren fertig. den zimt bemerkt man, aber das ganze hat nix weihnachtliches.
zutaten
2 zwiebeln
2 knoblauchzehen
2 möhren
2 stangen sellerie
2 rote paprika
olivenöl
1 tl gemahlene chilischoten (oder 1 el sambal olek)
1 tl gemahlener kreuzkümmel
1 tl gemahlener zimt
salz und frisch gemahlener schwarzer pfeffer
1 dose (400 g) kichererbsen
1 dose (400 g) kidneybohnen
2 dosen (je 400 g) gehackte tomaten
500 g hackfleisch
1 bund koriandergrün
2 el balsamico-essig
500 g naturjoghurt
ergibt: 6 portionen
zubereitung
abweichend zum originalrezept brate ich das hackfleisch erst krümelig an. im originalrezept steht, dass man das fleisch erst hinzufügen soll, wenn das ganze gemüse und die dosentomaten schon im topf sind. mit fleisch geht das, mit hackfleischersatz schmeckts scheusslich. also: hack erst kräftig in öl anbraten und zur seite stellen.
die zwiebeln, knoblauch und möhren schälen und fein würfeln, paprikaschoten und sellerie (lasse ich in der regel weg) auch würfeln. das gemüse in öl anbraten, später mit dem cayennepfeffer, dem kreuzkümmel, dem zimt, salz und pfeffer würzen.
statt der gemahlenen chilischoten („cayennepfeffer“), nehm ich immer nen löffel sambal olek.
das gemüse ca. 7 minuten braten, regelmässig umrühren, bis es weich ist und etwas farbe angenommen hat. kichererbsen, kidneybohnen vom schleimigen dosensaft unter fliessendem wasser befreien und mit den dosentomaten zum angebratenen gemüse geben. das hackfleisch dazugeben. eine der leeren tomatendosen mit wasser füllen und das wasser auch dazugeben.
die korianderblätter abzupfen und zur seite legen. die stiele waschen und fein hacken und unter das chili rühren. mit dem balsamico-essig und einer kräftige prise salz und pfeffer würzen.
alles aufkochen, die temperatur runterschalten und mit schräg aufgelegtem deckel 1 stunde köcheln lassen. gelegentlich umrühren.
wer will kann dazu reis servieren, aber pur, mit etwas joghurt, schmeckts auch.
Mir geht es um die Lüge von der Intelligenz. Gut raten, welches Wort als nächstes in einen Satz gehört scheint zu reichen, um das auszuüben, was ich mir mehr oder weniger autodidaktisch als Beruf beigebracht habe, das überrascht mich jetzt nicht mal wirklich. Aber das ist keine Intelligenz.
Das wäre kein Problem, wenn dieser Irrglaube, wir hätten es hier mit Intelligenz zu tun, nicht gerade dazu führen würde, das alles wa[s] wirkliche Intelligenz ausmacht, abgewertet wird.
nico redet hier — natürlich — über sogenannte künstliche Intelligenz, KIs, LLMs.
das lese ich seit vielen jahren immer wieder, allüberall, die betonung, dass das was LLMs, oder die large language models, die wir in der alltagssprache meist als künstliche intelligenzen bezeichnen, eben keine intelligenz sind, sondern nur dinger die worte aneinander reihen die irgendwelche wahrscheinlichkeiten erfüllen, also im prinzip nur autovervollständiger sind.
AI isn’t “artificial” and it’s not “intelligent.” “Machine learning” doesn't learn. On this week’s Trashfuture podcast, they made an excellent (and profane and hilarious) case that ChatGPT is best understood as a sophisticated form of autocomplete – not our new robot overlord.
ich bin kein philosoph und nicht besonders gut im tiefen nachdenken, weshalb ich mich hüte solchen behauptungen zu widersprechen. was mir aber fehlt, ist eine definition was intelligenz denn nun eigentlich ist. was macht „wirkliche Intelligenz“ aus?
die beste arbeitshypothese dazu hat mir hoimar von ditfurth von 40 jahren in den kopf gesetzt. releativ weit vorne in seinem buch „im anfang war der wasserstoff“ schreibt er:
[…] Geist und Verstand [sind] offensichtlich nicht erst mit uns Menschen in diese Welt hineingekommen […]. Diese Einsicht ist, wie mir scheint, eine der wichtigsten Lehren, die wir aus den Ergebnissen der modernen Naturwissenschaft ziehen können. Zielstrebigkeit und Anpassung, Lernen und Probieren, den schöpferischen Einfall ebenso wie Gedächtnis und Phantasie, das alles gab es, wie ich in diesem Buch im einzelnen zu zeigen versuchen werde, schon lange, bevor es Gehirne gab. Wir müssen umlernen: Intelligenz gibt es nicht deshalb, weil die Natur es fertigbrachte, Gehirne zu entwickeln, die das Phänomen »Intelligenz« am Ende einer langen Entwicklungsreihe schließlich ermöglicht hätten. […] Die Natur hat nur deshalb nicht bloß Leben, sondern schließlich auch Gehirne und zuletzt unser menschliches Bewußtsein hervorbringen können, weil es Geist, Phantasie und Zielstrebigkeit in dieser Welt schon immer gegeben hat, vom ersten Augenblick ihres Bestehens an.
sein argument ist, grob verkürzt, dass die evolution, die natur, leistungen produziert, die im prinzip wie intelligentes problemlösen aussehen — ohne ein planendes subjekt. beispiele die er nennt sind tarnung, evolutionäre anpassungsfähigkeit oder antibiotikaresitenz. einfache regeln in komplexen systemen, wie bei bienen- oder ameisenvölkern, mutation und selektion erwecken „den Eindruck von Lernfähigkeit und intelligentem Verhalten“.
Klammert man sich nicht mehr daran, daß eine intelligente Reaktion nur dann intelligent genannt werden darf, wenn es die Reaktion eines Individuums ist, nicht dagegen, wenn es sich um die Reaktion einer Art handelt, dann bestehen keine Schwierigkeiten, sich die isolierte Entstehung einzelner Leistungen vorzustellen, die in ihrer Gesamtheit dann an einem sehr viel späteren Punkt der Entwicklung, durch individuelle Gehirne zusammengefaßt, den Beginn der »psychischen« Entwicklungsstufe markieren.
Hier zeichnet sich folglich die Möglichkeit ab, das Gehirn zu begreifen als ein Organ, dessen eigentliche Leistung unter einem evolutionistischen Aspekt darin zu sehen sein könnte, daß es bestimmte Reaktionsmöglichkeiten, die unabhängig voneinander entstanden sind und fertig vorliegen, zu einem geschlossenen, individuellen Verhaltensrepertoire integriert.
platt gesagt, habe ich hoimar von ditfurth damals wie heute so verstanden, dass der geist, die fähigkeit zur intelligenten reaktionen auf die welt, einfach da ist, im universum oder den naturgesetzen steckt und sich im Laufe der evolution in immer komplexeren formen und irgendwie, irgendwann auch in unseren gehirnen manifestieren konnte.
hoimar von ditfurth kann man zum glück nicht nachsagen, er sei dem hype aufgesessen oder anthromorphisiere das universum. im gegenteil, er ermahnte uns bereits 1972 dazu, intelligenz nicht zu einer exklusiv menschlichen fähigkeit zu machen und ihre existenz nicht an gehirne oder ein individuelles bewusstsein zu knüpfen.
oder kurz gesagt: sätze wie
das ist keine Intelligenz
oder
AI is […] not “intelligent.”
scheinen mir einen erstaunlich geringen erkenntniswert zu haben, solange ungeklärt ist, wtf intelligenz eigentlich sein soll.
heute wieder mal chili con carne mit fake-hack gekocht. das ist sehr gut geworden und ich wollte das rezept aufschreiben. vorher diese site abgesucht, ob ich das rezept vielleicht schon mal gepostet habe. so wie es aussieht hab ich das nicht. vor 11 jahren hab ich mal ein foto und einen link zum originalrezept gepostet. das originalrezept ist mittlerweile 404. dasnuf hat das rezept ein paar monate später nachgekocht). dass ich chili con jamie jetzt seit mindestens 11 jahren koche, überraschte mich.
weil es auf der blogger-party „blogmich 2005“ auch chili con carne gab, hab ich ausserdem diesen beitrag gefunden, in dem ich bilder der #blogmich auf flickr verlinkt habe — und die sind tatsächlich noch alle da (ausser meinen, weil ich später irgendwann mein flickr-konto gelöscht habe).
das rezept schreibe ich die tage mal auf weil es wirklich lecker und unfassbar einfach herzustellen ist.
Meine ältesten Blogartikel – Was würde ich heute anders machen?
ich habe schon vor diesem artikel ins internet geschrieben, aber das hier war der erste den ich vor 24 jahren mit einem content management system veröffentlichte und der eine permanente url hatte. im archive.org ist der artikel in seiner damaligen pracht zu sehen. hier ist er eingebettet:
wurstsalat und ein würschtle für 3,33 euro. erschütternde worte und zahlen.
am 15.04.2002 bei wallisch-binder gekauft, dem metzger der nie offen hat...
anders machen würde ich heute nicht viel. eigentlich würde ich das heute genau so veröffentlichen. allerdings würde ich nicht 5 tage warten bis ich einen lustigen kassenzettel poste und ich würde auch keinen wurstsalat mehr kaufen, sondern den selber machen.
im juli und august 2015 waren wir zum ersten mal in schottland (2017 zum zweiten mal). damals habe ich sehr viele bilder von der reise geinstagramt. schon damals habe ich die instagram-bilder per ownyourgram (RIP) auf wirres.net kopiert. allerdings habe ich nie eine sammlung der reise angefertigt, mit der man eine übersicht über die reise bekommt. das ist hiermit nachgeholt. ausserdem habe ich 2015 noch zwei artikel über die reise geschrieben, einen über schottischen whisky und einen über das falkirk wheel.
eine karte, mit den orten der fotos gibts auch.
heute abend wollten wir eigentlich nach edinburgh fliegen. leider kam das flugzeug das uns nach amsterdam fliegen sollte so spät in berlin an, dass wir unseren anschlussflug nach edinburgh verpasst hätten. also hat KLM uns umgebucht auf einen british airways-flug morgen früh. mit ner britischen airline nach gross britanien zu fliegen ist auf jeden fall stilvoller als mit ner niederländischen fluglinie.
doof ist, dass wir heute nacht dann wieder zuhause übernachten, statt in einem bed and breakfast in edinburgh. und dass wir 4 stunden unterwegs und am flughafen tegel waren für nix. die mitarbeiter von KLM waren aber sehr hilfsbereit auch wenn die schlangen um zu ihnen zu gelangen unerfreulich lang waren. und morgen können wir auf kosten von KLM mit nem taxi zum flughafen fahren.
ich musste erst foursquare bemühen, bevor ich die beifahrerin hier reinbekam. den haddock (schellfisch) will die beifahrerin jetzt immer essen.
in dem b and b wo wir gerade sind, wohnt auch dieses schaf, das denkt es sei ein collie. mittlerweile isses mutter, aber immer noch anders als die anderen schafe.
einmal rechts hoch, hinter dem dem berg rumlaufen und dann links vom berg im schlamm wieder runterrollen. (wandern in #schottland kann ganz schön anstrengend sein.)
auf dem Weg zu den bone caves in der nähe von lochinver quillt plötzlich wasser aus dem boden und formt nen reissenden und sehr laut rauschenden strom. und die rehe sind hier gross wie lamas (nicht im bild, wollt ich aber mal los werden)
die pies aus #lochinver waren übrigens super. meiner war mit chorizo und käse, der der beifahrerin mit dicken apfelstücken und viel zimt.
die führungen durch die whisky-destillerien waren ausnahmlos toll. überall gabs mal was anderes zum riechen oder anfassen oder probieren. mal geröstete gerste, mal den spirit zum in den händen verreiben und überall natürlich das endprodukt in verschiedenen varianten. am beindruckensten war immer das riechen an den fassöffnungen der gefüllten fässer.
grosszügiges probiergelage bei glenfiddich. etwas stillos fand ich, dass man zum whisky leitungswasser statt des viel gelobten quellwassers (das in jedem produktionsschritt genutzt werde) serviert. ach, das quellwasser wird auch nicht zur destillatskühlung und gerstenquellung genutzt.
cat content anno 1896. das buch in dem ich das gefunden habe ist ne art listicle mit dem namen „the hundred best pictures, second series“ und wurde 1902 von c. hubert letts veröffentlicht. manchmal hab ich das gefühl es ändert sich nix, außer der quantität und geschwindigkeit.
loch ness. unser wirt hat das monster zweimal gesehen. es habe grosse zähne und könne auch fliegen. er schien enttäuscht zu sein, dass wir ihm das nicht glauben wollten. wir haben dann später 12 enten am loch ness gesehen. die können auch fliegen. keine souvenirs gekauft.
nadelwald. unten rum sind die nadelbäume hier grün vom moss, das nadeln nicht unähnlich ist, oben scheinen die bäume noch echte nadeln zu haben. sieht man auf dem bild natürlich nicht, stimmt aber.
rund um inverness ist die natur sehr kultiviert. mir fehlt jetzt schon, nach 2 tagen #inverness, die brutale wildnis der highlands um ullapool und lochinver.
das private scheisshaus des 1st duke of albany im doune castle. mit der audiotour, gesprochen von terry jones, hat das schloss sehr viel spaß gemacht. und viele szenen von „ritter der kokosnuss“ wurden hier auch gedreht.
vielleicht ist das auch das ideale #schottland-symbolbild: farbenfroher himmel, einspurige strassen, wildnis mit gelegentlich eingesprenkelten zivilisationsspuren. #latergram#telefonzellen
an einer zusammenfassung unserer schottlandreise oder einer übersicht der bilder, die wir in den letzten zwei wochen gepostet haben, werde ich in den nächsten tagen ganz bestimmt arbeiten. wobei die bisher von mir veröffentlichten bilder natürlich bereits alle hier sind. im instagram-konto der beifahrerin finden sich (natürlich) auch ganz viele schottlandbilder.
ziemlich geschickter spin von cleo abram, um den handlungsbedarf angesichts des klimawandels als möglich darzustellen. der kontext in den sie das stellt sind zwei ereignisse:
der antarktisvertrag (antarctic treaty) von 1959, der die friedliche nutzung der antarktis regelte
das montrealer protokoll (Montreal Protocol) von 1987, das den weltweiten verzicht aufs stoffe regelte, die zu einem abbau der ozonschicht führen
in beiden fällen gab es eine globale einigkeit und zusammenarbeit. warum sollten wir das nicht auch beim klimawandel schaffen?
der softwareentwickler nikita prokopov war (2024) frustriert von webseiten mit kinoprogrammen und programmierte sich und allen menschen in deutschen städten schnell eine schlanke webseite mit allen kinos in deutschland und allen filem und allen spielzeiten. keine werbung, keine cookies, kein logo, kein firlefanz, nur das programm in filterbaren tabellen. hier das programm des city-kinos im wedding, für das ich noch einen gutschein habe, hier das programm des cinemaxx am potsdamer platz.
obwohl solche spontanen experimente ja oft bei schwindendem interesse der entwickler verwaisen, allekinos.de läuft auch nach 2 jahren noch.
auf oh no hab ich schon mal vor einem jahr hingewiesen. heute beim durchklicken meiner blogroll gesehen, dass die seite wohl aus meinem RSS-reader gefallen ist und wieder hinzugefügt. ich finde das sehr, sehr witzig.
manche der wahlplakate die momentan überall in berlin rumstehen oder hängen treffen gelegentlich einen nerv bei mir. also in dem sinn, dass ich sie gut oder nicht dumm finde. die von der CDU sind meistens strunzdumm und scheinen von billigem populismus getrieben. die von volt wirken nicht dumm, aber trotzdem sehr unsympathisch und selbstverliebt.
andererseits habe ich ein paar CDU-plakate gesehen, die ich nicht dumm fand. wenn man einen spitzenkandidaten hat, der aussieht wie ein 20-jähriger streber, ist es nicht dumm aus dieser vermeintlichen schwäche, zu versuchen eine stärke zu machen: „einer muss vernünftig sein“
das hier von der SPD hat mir gefallen, auch wenn zettel mit solchen fragen früher™ zwei kästchen zum ankreuzen hatten: ja und nein.
SPD wahlplakat von stefan krach mit dem slogan: „wollt ihr mit mir gehen?“
aber ich sehe nicht, wie mich wahlplakate, egal ob sie mir gefallen oder nicht, in meiner wahl beeinflussen sollen. ausser, dass ihre präsenz signalsiert, dass bald eine wahl ansteht, enthalten sie keine für mich verwertbare information.
FDP wahlplakat von batuhan temiz mit dem slogan: „aufstieg durch leistung?“
ich vermute, wenn man sich als politiker zum märchen „der hase und der igel“ äussern müsste1, dann wäre batuhan temiz bestimmt im fan-lager des hasen.
abgesehen davon, schreckliches märchen, misogyn und ansatzweise xenophob. oder anders gesagt: ich erinnere mich gar nicht daran, dass der igel so ein arschloch war und der angeber-streber-hase im märchen beinahe sympathischer wirkt als der igel. ↩
schon ein bisschen albern mit der taschenrechnerkamera bilder mit einem bit und 252 × 189 pixeln aufzunehmen. aber mit bitcam geht das und ich finde das gut.
jonas ussing hat in den letzten zwei jahren sechs videos veröffentlicht, in denen er gegen den marketing-mythos der modernen film industrie argumentiert, dass filme ohne computer generierte effekte (CGI) etwas gutes seien. sein hauptargument ist auch der titel seiner reihe:
fast immer wenn beim marketing eines film behauptet wird, alles sei echt, alle stunts und effekte seinen „praktisch“ (practical) gefilmt und nicht am computer generiert, stimmt das immer nur so halb. stundenlang seziert jonas ussing in seinen videos solche behauptungen von practical effects. ich habe die filme von jonas ussing imemr wieder hier empfohlen und tue das nach wie vor.
ich habe mir den titel von jonas ussings video-reihe mal geborgt, weil ich glaube, dass bei „CGI“ und „AI“ oder „KI“ die gleichen effekte wirken.
zum einen wirkt marketing nur, wenn es auf fruchtbaren boden fallen kann. die behauptung: „kein CGI in diesem film“ wird ja nur deshalb gemacht, weil sie ein qualitätsversprechen ist, das einen wunsch des publikums abbildet. dass sich das versprechen dann bei genauerer betrachtung als kleine lüge herausstellt ist nicht schlimm, solange das CGI-gedöns unsichtbar, unmerklich bleibt.
auch die härtesten kritiker von KI haben keine oder kaum probleme mit dem, was unserere taschenrechnerkameras (smartphonekameras) seit vielen jahren produzieren: bilder die nicht mehr einfach das abbilden was linsen und sensoren eingefangen haben, sondern bilder die eine algorithmisch rekonstruierte interpretation der fotografierten szene sind. moderne taschenrechnerkameras rekonstruieren aus messdaten ein bild, das darauf optimiert wird unserere erwartung zu entsprechen, wie die welt aussieht.
bereits 2018, mit dem iphone XR, sprach apple davon, dass die bildverarbeitungspipeline auch die hilfe einer neural engine in anspruch nähme.
in unseren taschenrechnern werkelt also seit fast 10 jahren KI (machine learning) an unserern bildern rum. aber das stört uns nicht, weil das was rauskommt, genau unseren erwartungen entspricht und damit quasi unsichtbar ist.
The AI backlash was not caused by scary warnings about the future from tech CEOs, or the fact that OpenAI and Anthropic have not yet cured cancer. It’s about the ways AI is already starting to change society, which many Americans fear is for the worse.
oder mit anderen worten, der gegenwind, den KI nicht nur in den USA, sondern auch hier erfährt, liegt nicht nur daran dass KI-slop die medien verstopft oder KI-firmen die tolle zukunft, die uns KI bringen soll, nicht gut genug kommunizieren, sondern auch daran das wir jetzt schon beobachten können, wie diese technologie vertrauen erodiert, gesellschaftliche konflikte schürt und unsicherheit säät — so wie jede neue technologie die gesellschaft, geschäftsmodelle, lebensweisen verändert.
allerdings erscheinen die veränderungen die KI verursacht im unterschied zu vorherigen disruptionen durch technologiewandel, offenbar selbst hartgesottenen technologiefans und nerds unheimlich und unberechenbar. mir auch.
während das internet auch auf heftigen widerstand bei der gesellschaftlichen adoption traf, schienen immer irgendwie die vorteile zu überwiegen, auch wenn das internet die gesellschaft und die wirtschaft an vielen stellen auf den kopf stellte.
bei KI summieren sich die vor- und nachteile offenbar mehr und mehr zu einer negativen summe. und dagegen scheinen KI-firmen weder mit PR-kampagnen, noch mit immer blumigeren versprechen anzukommen.
das unbehagen, was viele menschen gegenüber KI haben, gleicht dem unbehagenm das viele menschen gegenüber donald trump haben. plötzlich ist da etwas, das an wichtigen schaltstellen der welt sitzt, das enorme macht und wirkmächtigkeit hat, aber gleichzeitug auch schlampig, verlogen, geschichtsvergessen arbeitet — und keinen geschmack und anstand hat. trump und KI machen uns auch deshalb angst, weil es so viele menschen gibt, die ihnen vertrauen oder sich vorteile von ihnen erhoffen und sie in machtvolle oder potenziell allmächtige positionen heben. wir beobachten trump und KI beim dilettieren und dass sie sich kaum einhegen oder kontrollieren lassen.
Jep. Ich setze KI ein. […] KI als Lektor. […] KI zum Ausloten von Optionen. Ja, ich liess manchmal KI Entwuerfe auf Basis meiner Ideen schreiben, um Richtungen auszuloten. Natuerlich habe ich danach diese Rohmasse redigiert, neugeschrieben, oder verworfen. Manchmal kam ich auch mit einem Problem zum LLM, und wir haben besprochen, welche Loesungen es geben kann.
aus meiner sicht ist eine solche nutzung von KI genauso legitim, wie eine bildverarbeitungspipeline in einem taschenrechner, so wie CGI kein CGI ist, so lange es unsichtbar bleibt. oder besser, solange das anthropomorphe, das menschliche, das handgedachte sichtbar und klar erkennbar bleibt.
andererseits ist es genauso legitim über so eine arbeitsweise zu denken: „Das ist mir zu viel KI.“
Text ist und war schon immer ein Gewebe eigener und fremder Gedanken und Worte, geformt durch nicht-simplizistische Prozesse und Werkzeuge. Im Weinberg des Textes und so …
… aber … [mit KI] sinkt der Wert aller Texte, automatisch. Egal, wie viel oder wenig. Text fällt im Wert und Text gerät unter Generalverdacht und wird es fortan bleiben.
im prinzip gehts wieder um die wurst. einerseits in dem sinn, dass wir als gesellschaft wieder wege finden müssen die verwerfungen der technologie so zu navigieren, dass wir unsere gesellschaften zusammenhalten können und vor dem auseinanderbrechen bewahren können. gesellschaftliche krisen die durch technologiewandel ausgelöst wurden, haben wir in der jüngeren geschichte ja schon öfter — mehr oder weniger erfolgreich — navigiert.
aber andererseits gehts auch um die herstellung der wurst. ich zitiere alle paarmonate dieses zitat von teller:
Sometimes, magic is just someone spending more time on something than anyone else might reasonably expect.
wenn wir wieder „handdenken“ (wortschöpfung: dvg), mehr arbeit in texte stecken als sich irgendwer vorstellen kann, haben wir vielleicht die chance den wert von text wieder zu steigern — auch wenn der generalverdacht bleiben wird.
text und andere kreative gewerke haben noch chancen, wenn der herstellungsprozess genau so sichtbar gemacht wird, wie es filmstudios gelegentlich in ihrem marketing versuchen, wenn sie behaupten ein film enthalte (angeblich) „no cgi“.
wer wurst herstellt und dafür konsumenten finden will, wird künftig möglicherweise nicht mehr umhin kommen, den herstellungsprozess so transparent wie nur möglich darzustellen. das heisst aber auch, ein einfaches label „no AI“ / „keine KI“ wird nicht reichen, da muss auch ganz viel differenziert werden. einfache label werden nicht reichen. harte und viel kreative hand- und denk-arbeit allein auch nicht.
so wie jonas ussing mit viel mühe über 6 videos hinweg die behauptung „no CGI“ als kleine oder grosse lüge entlarvt hat, werden auch label wie „no AI“ oder „keine KI“ nie die ganze wahrheit über die herstellung kreativer arbeit ehrlich abbilden. es ist immer komplizierter als man denkt. so wie „made in germany“, „selbstgebackenes brot“ oder „ohne konservierungsstoffe“ auch immer nur einen teil der geschichte erzählen.
vielleicht sollten wir uns statt auf labeling, eher darauf konzentrieren unserer KI-nutzung in bessere worte zu fassen? eine sprache dafür finden, um zu beschreiben wie wir arbeiten. vielleicht lohnt es sich darüber zu reflektieren, was wir von kunst, text und kultur eigentlich genau erwarten, was uns eigentlich wichtig ist? was wir eigentlich wollen? wo die grenzen verlaufen, wo wir die pflöcke einschlagen?
schön und lesenswert in diesem zusammenhang:
eigentlich wollte ich ja bis april 2027 nicht mehr über mein gewicht schreiben. aber ich freue mich, dass die durchschnittswerte diesen monat ein bisschen nach unten zeigen. immerhin habe ich im august meine pommes-experimente wieder aufgenommen und rösti in butter getränkt. und das freut mich: dass ich auch ohne wirklichen verzicht mein gewicht halten und im rend sogar noch ein bisschen runterbekommen kann. kann natürlich auch daran liegen, dass ich in sachen muskelaufbau in den letzten wochen etwas faul war.
und andererseits ist es jetzt fast ein jahr her, dass ich zum letzten mal semaglutid/ozempic genommen habe und sehe, dass das gewicht da bleibt wo ich es gut finde.
mein monatliches durchschnittsgewicht vom januar 2025 bis zum august 2026 (stand vom juni 2026)
mir ist aufgefallen, dass noch einige blogs die ich gerne lese in meinen blogrollen fehlen. meine blogrollen auffüllen oder umsortieren werde ich jetzt reglmässig machen weil ich sie mittlerweile selbst mit grossem vergnügen selbst nutze, derzeit vor allem in meinem reader, aber auch mittels eines neuen rivva-feature, dass gegebenenfalls bald öffentlich zugänglich ist.
was mir im reader auffiel. ich mag netzpolitik, aber die veröffentlichungsfrequenz von artikeln die ich nicht unbedingt sofort lesen möchte ist mir ein bisschen zu hoch. deshalb wandert netzpolitik von meinner „startpack-blogrolle“ in „auch in meinem feedreader“ — und damit aus dem reader.
ich führe künftig also drei blogrollen, eine (das „starterpack“) mit deutschsprachigen blogs die ich so gerne lese, dass ich sie gerne vor allem anderen in meinem feedreader lesen würde. dann eben jene blogs die ich auch in meinem feed reader habe und von denen ich fast alles lese, aber eben auch gelegentlich was überspringe oder auch später lesen kann. und dann die englischsprachigen blogs. da werde ich in zukunft vielleicht noch eine vierte blogrolle draus extrahieren, mit englischsprachigen blogs die ich für essenziell halte, wie daring fireball oder waxy.org oder this isn't happiness.
ole reissmann lese ich auch furchtbar gerne, auch wenn er sich thematisch derzeit fast ausschliesslich auf KI und journalismus konzentriert. ich finde dort gelegentlich echte perlen. → englischsprachige blogs
das war lange zeit mein lieblingsblog von meinem lieblingsjournalisten. dann kam übermedien und stefan-niggemeier.de schlief ein. jetzt (2026) veröffentlich stefan dort wieder artikel, die er anderswo veröffentlicht hat. ich bin sicher, dasss stefan-niggemeier.de irgendwann wieder mein lieblingsblog wird. → auch in meinem feedreader
beim letzten follow-montag landete johannes kuhn noch in einer eigenen blogrolle und OPML-datei. die habe ich jetzt entfernt und johannes ins starterpack aufgenommen.
mit trakt habe ich auch ein paar jahre meinen medienkosum getrackt, aber vor einer ganzen weile damit aufgehört, weil mir das einerseits zu doof wurde einer firma so ein datengeschenk zu machen auf eine art auch suspekt wurde.
vor ein paar monaten entschied ich mich jedenfalls für mindestens ein jahr hier im blog festzuhalten, was ich an serien und filmen sehe. da wo es geht oder sinn ergibt, ziehe ich es vor, meine daten selbst zu verwalten und zu meinen bedingungen zu veröffentlichen. es zeigt sich soweit, dass das ganz gut geht und auch semiautomatisch. wenn es nicht semiautomatisch gehen würde, verliesse mich schnell die lust soetwas zu tun. mein workflow war hauptsächlich dass alles was ich auf plex sehe automatisch einen eintrag im blog erzeugt. dinge die ich auf netflix, amazon prime oder in mediatheken sehe, musste ich noch gelegentlich manuell anlegen. ein bisschen half mir dabei popfeed, das eine gute metadatenquelle ist und das ich im rahmen meines ATmosphere-wahns gerne ausprobieren wollte (zum paralellen tracken).
jedenfalls habe ich mir dann auf anregung von florian eben jenes floppy angesehen. floppy ist wie trakt oder popfeed ein medientracker, nur dass man ihn selbst betreiben kann. floppy hat mir auf den ersten blick gefallen. ich konnte alle daten, vor allem die gesamte dort gespeicherte histiorie, von trakt und plex importieren und gleichzeitig metadaten-dienste nutzen, die auch von trakt, plex, popfeed und allen anderen genutzt werden. floppy weiss aus der plexhistorie, dass ich gerade silo sehe, weiss was die nächste folge kommt und sobald ich die neueste folge gesehen habe, markiert floppy die, dank einer verbindung zu meinem plex, automatisch als gesehen. wenn ich eine folge reacher auf amazon prime sehe, kann ich die gesehene folge mit drei klicks als gesehen markieren und der eingebaute kalender in floppy zeigt mir, wann die nächsten folgen kommen.
aber das beste ist: sobald floppy eine folge oder einen film als gesehen markiert, legt es, mit einem kleinen selbstgeschriebenen script, auch einen eintrack im medientracker auf wirres.net an.
serien wie die sendung mit der maus oder die formel 1 zu tracken, war mit trakt und popfeed entweer mühsam, unmöglich oder buggy. das tracken der sendung mit der maus mit floppy war auch buggy, aber weil floppy auf meinem heimserver läuft, konnte ich es patchen, so dass ich jetzt sowohl die formel 1, als auch die sendung mit der maus fehlerfrei und mühelos tracken kann.
was ich sagen will: floppy ist toll, seine eigenen metadaten zu verwalten ist noch toller und mein trakt-konto zu löschen fühlte sich gut an.
letterboxd finde ich nach wie vor sympathisch und werde meine gesehenen filme und kurzkritiken dort weiterhin veröffentlichen.
popfeed finde ich toll, aber es scheint einerseits nicht weiterentwickelt zu werden und ist andererseits irre langsam. die nutzung von popfeed pausiere ich erstmal.
während frida und ich zwei wochen alleine zuhause waren, war die beifahrerin in hamburg und hat bei der pentiment sommerakademieeinen malerei-kurs geleitet. die dozenten der sommerakademie halten auch immer einen vortrag. das ist ihr vortrag, den sie nochmal eingesprochen hat.
er handelt von meinen vier letzten arbeitsgruppen und wie sie entstanden sind.
claudia hat aufgeschrieben, was sie beim kommentieren (in blogs) nervt. von meinen vorherigen kommentarsystem war sie (zu recht) genervt. mit der einbindung von isso ist sie zufrieden, aber ich selbst auch.
obwohl ich isso jetzt seit fast zwei monaten in betrieb habe, ist hier noch kein spam-kommentar gelandet. das mag daran liegen, dass es (derzeit noch) ausschliesslich über javascript funktioniert. das nervt claudia nicht, aber andere — und ich möchte das langfristig noch ändern. ansonsten habe ich isso wirklich niedrigschwellig konfiguriert: wer mindestens drei zeichen kommentar eingibt, kann das formular und damit einen kommentar abschicken. die angabe des namens, der emailadresse oder der eigenen website ist optional. so oder so gibts eine vorschau und die option den kommentar 30 minuten lang (nach der veröffentlichung) zu editieren (über einen cookie). markdown ist unterstützt, links werden klickbar, lediglich der hinweis darauf, dass markdown unterstützt wird, fehlt noch. wobei ich glaube, dass, ausser ein paar spezialisten, ohnehin niemand weiss was markdown ist.
jedenfalls denke ich, claudia hat recht. ich finde es auch extrem nervig, wenn man einen kommentar schreibt und nach dem senden entweder nix passiert oder ein hinweis auf moderation erscheint. wenn schon moderation, dass könnte der kommentar mir selbst doch wenistens weiter angezeigt werden?
ich kommentiere schon länger so, dass ich kommentare, die ich anderswo hinterlasse, auch hier veröffentliche. wie alles was ich hier mache, mache ich das natürlich in erster linie für mich selbst. so kann ich später schauen ob es antworten gab, ob die moderation erfolgreich war oder gelöschtes zumindest bei mir selbst behalten. und für die eine oder andere person mag es sogar interessant sein zu sehen, was ich anderswo ins internet schreibe.
aber am liebsten ist mir das kommentieren per webmention. das geht nicht überall, aber zum beispiel bei eay.de oder dem kopfzeiler. ich schreibe aber beim webmention-kommentieren nicht nur eine antwort unter einen fremden beitrag, sondern ich behalte auch die fähigkeit den zu editieren oder zu löschen. das finde ich ziemlich sensationell. mit wordpress kann man das kommentieren per webmention mit (natürlich) matthias pfefferles indieweb-plugin konfigurieren, mit kirby und ein bisschen handarbeit hilft einem maurice renks indieconnector.
was mich im gegenteil zu claudia nicht nervt: wenn man gar nicht kommentieren kann.
Kommentieren unmöglich:Blogg doch selbst, steht dann z.B. da. Ok, alles klar, ich lese dann aber auch nicht mehr mit. Für mich sind Blogs die einzig verbliebenen Medien, wo noch gute Gespräche möglich sind – keine Wandzeitungen.
die gespräche sind ja immer noch möglich. diesen sermon hier möchte ich nicht unter claudias eintrag posten, aber trotzdem ist dieser beitrag auch ein kommentar. claudia wird diesen artikel sehen, entweder in ihren referern oder bei rivva. oder weil sie hier zufällig mal reingeschaut hat. das ist ja das tolle am internet, an links, an eienr wandzeitung. besteht alles irgendwie aus gesprächen und kommentaren.
wähhrend die beifahrerin auf dienstreise war, durfte ich mit frida 2-4 mal täglich raus gehen. sonst bin ich nachmittags nicht so oft in den rehbergen, in den letzten beiden tagen war nachmittags immer irgendwo live musik. nicht mein ding, aber musik, menschen die feiern und in die büsche kacken find ich auf ne art ganz schön. und der himmel hat sich auch jedesmal für unsere spaziergönge rausgeputzt.
ziemlich geschickter spin von cleo abram, um den handlungsbedarf angesichts des klimawandels als möglich darzustellen. der kontext in den sie das stellt sind zwei ereignisse:
in beiden fällen gab es eine globale einigkeit und zusammenarbeit. warum sollten wir das nicht auch beim klimawandel schaffen?