das war einerseits alles ziemlich vorhersehbar, weil ich das rezept für strange new worlds und star trek langsam in und auswendig kenne. obwohl das rezept stereotype und ungeniessbare zutaten hat, kommt am ende, auf der metaebene, doch immer was ansehnliches raus, was man zwar nicht essen will, aber schön anzusehen ist.
diese folge versucht auch explizit besondern klug zu sein und greift wieder rief in den temporalen bausteinkasten und was am ende rauskommt ist zwar albern, aber nicht doof. irgendwie ergibt sich im ganzen ein bild, das klüger ist als die summe des addierten quatsches.
mir fiel auf jeden fall auf, dass ich diese geschmacksrichtung star trek der noch pathosgetränkteren geschmacksrichtung star fleet academy um längen vorziehe. ich habe mich gut unterhalten gefühlt und musste mich über den quatsch und pathos nicht aufregen, weil das gesamtpaket passte.
nachdem ich zwei tage in folge jeden tag ein 🍀 gefunden habe, fiel mir enflich das deutsche wort für streak ein: strähne. weil man ja auch glückssträhne sagt.
vierblättrige kleeblätter zu finden hat natürlich nichts mit glück zu tun. weder das finden, noch das was einem danach passiert.
ich habe die 🍀 nicht wegen glück oder tüchtigkeit gefunden, sondern weil ich nach ihnen geguckt habe. so wie gabriella gerhardt in diesem video gesagt hat, man findet sie nicht, sondern man sieht sie. das klappt tatsächlich im (langsamen) vorbeigehen.
obwohl glück lösen 🍀 dann doch auch aus, aber eher glück im sinne von zufriedenheit. es befriedigt mich durchaus so ein 🍀 zu finden und mich dann wieder auf den morgenspaziergang konzentrieren zu können.
und ich würde da gerne eine gewohnheit draus machen. ein paar minuten pro tag in so etwas sinnloses zu investieren, das so befriedigend ist, hört sich für mich interessant genug an, um meinen ehrgeiz zu wecken. deshalb folgen hier in den nächsten wochen nicht nur unzählige baumbilder, sondern (hoffentlich) auch unzählige kleebilder.
ich hab in den letzten monaten immer wieder überlegt wie ich artikel von hier auf instagram bringen kann oder umgekehrt. auf instagram habe ich immer noch viele menschen die mir folgen, oder besser gesagt, die auf pflanzenbilder und selfies von mir reagieren. instagram selbst nutze ich selbst so gut wie gar nicht mehr, weil ich mich immer ärgere wenn ich die app offen habe und verführt werde kurze videos in mich reinzustopfen. zack sind 30, 40 minuten vorbei und ich ärgere mich, dass ich meine zeit nicht selbstbestimmt verschwendet habe.
die schwierigkeiten die instagram einem in den weg legt wenn es darum geht eigene inhalte von instagram zurückzuholen sind erstaunlich. instagramm gibt sich sehr viel mühe öffentliche beiträge nicht automatiert auslesabr zu machen, ausser man heisst googlebot. jedenfalls hab ich mehr oder weniger aufgehört auf instagram zu posten, weil das kopieren der beiträge von instagram hierher zu mühsam wurde und umgekehrt nicht möglich ist.
ausser man wandelt sein instagramkonto in ein professionelle konto um, meldet sich bei facebook als entwickler an, verknüpft sein facebook und instagramkonto und stellt an einigen stellschraben rum. nach langem zögern hab ich das jetzt gemacht und kann beiträge von hier einfach auf instagram posten — per knopfdruck im kirby backend.
im indieweb nennt man das posse: „Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere“
ich veröffentliche also hier ein foto und von hier dann zu mastodon, bluesky, standard.site — und jetzt auch zu instagram. und jetzt wo ich über meta/facebook auch eingeschränkten zugang zur API habe, kann ich auch kommentrae von instagram hierherholen.
so nutze ich zwar meta/facebook/instagram, aber wenn die mich morgen sperren solten oder ich sie oder meta verendet oder nur noch spanner-brillen verkauft ist mir das egal — weil ich nix verliere.
ich bin kein freund davon zu behaupten sei irgendwas oder gar alles besser gewesen. aber den zustand der isntagram-app, bzw. der instagram-timeline, würde ich schon gerne beklagen. alles ist unübersichtlich geworden, ständig will mir jemand was verkaufen oder mich hypnotisieren und meine aufmerksamkeit absaugen.
wie wohltuend ist da zum beispiel grain: ein vertikaler, scrollbarer sreifen mit fotos, nichts als fotos. und: dark mode, herzchen zum drücken und … fotos. ich schleiche zwar seit wochen durch die ATmosphere, aber auf grain hat mich heute nochmal pxlnv.com gestupst.
weil grain auf dem ATprotokoll basiert und die fotos und metadaten auf meinem, bzw. dem PDS von bluesky speichert, kann ich kirby auch einfach beiträge auf grain posten lassen (indem kirby eingach im richtigen format/schema metadaten und einen blob speichert). auch das geht aus dem kirby-backend per knopfdruck und sieht dann so aus.
warum nicht pixelfed? ich würde sagen weil es meinem verständnis von digitaler unabhängigkeit widerspricht mir ein weiteres social media konto anzulegen nur um einen weiteren ausgabekanal für das zu haben was ich hier auf wirres.net und meiner eigenen fediverse gotosocial instanz schon habe. bei grain hingegegn melde ich mich mit meinem vorhandenen bluesky-konto an und dort, auf dem bluesky PDS wird das auch alles gespeichert und ich kann mit den daten machen was ich will. keine reibung, kein zusätzlicher login, kein zusätzlicher API key, einfach ein weiterer kanal.
weil es so einfach ist bei diensten mitzumachen, die auf dem ATprotokoll aufsetzen, hab ich mir gedacht mal alle profile die ich im lauf der zeit angelegt habe aufzulisten. das ist auch ganz einfach, indem ich in meinen PDS gucke.
ich weiss nicht ob mein verständnis von unabhängigkeit richtig ist oder der reinen lehre entspricht, aber dieses possen fühlt sich gut an. alles zuhause an einem ort zu haben und da wo es geht, da wo es vielleicht wen interessiert, auch meinen quark hinschieben zu können. oder eben auch nicht. wiediewied es mir gefällt.
tageswerk heute erledigt.
wegweiser sind immer auch weg-weiser im sinne von „geh weg“
🍀
mal schauen ob ich nen streak schaffe. jeden tag eins finden.
nach vierblättrigen geguckt hab ich heute nur 2 minuten lang. dann stach es mir (quasi) ins auge.
ich erinnere mich noch gut wie ich 2001: odyssee im weltraum zum ersten mal gesehen habe: vor 37 jahren auf einem blassen, niedrig auflösenden röhren-farbfernseher1 im keller der eltern meiner damaligen freundin heike. ich hab den film noch nicht mal von anfang an gesehen, sondern als wir einschalteten lief er schon ne ganze weile. die handlung war nicht wirklich nachvollziehbar und der film war deutsch synchronisiert.
der film war also auf vielfältige weise verhunzt: niedrigauflösend, niedrig frequent, lichtarm, mit deutschen stimmen gepanscht, mit einemschepprigen mono-lautsprecher, nicht in einem darkroom (kino) präsentiert. wahrscheinlich waren auch die seiten wegen des fernsehformats abgeschnitten.
trotzdem schlug der film voll bei mir ein. ich war schwer beeindruckt und auf eine gute art irritiert. als ich mir den film später nochmal auf DVD oder im stream ansah, sehr viel besser aufgelöst, mit besserem ton und den originalstimmen, war ich genau so beeindruckt und irritiert. und konnte die handlung immer noch nicht nachvollziehen.
den neuen film mit ner odyssee, den der nicht im weltraum und nicht 2001, sondern irgendwas mit 3000 b.c. spielt, der nicht von kubrick, sondern von nolan gefilmt wurde, hab ich noch nicht gesehen. ich hab momentan keine lust auf kino.
ich sehe mir filme lieber alleine, in meinem tempo, mit einer scheinbar riesigen leinwand, 50 zentimeter vor meinem gesicht, in form eines hochauflösenden apple displays an. als ich das letzte mal einen film in einem imax-fähigen kino gesehen habe war ich mehr irritiert und abgelenkt von den effekten, als ich es mir gewünscht hätte.
mich lenkt das ganze gewummer und der bombast eher vom inhalt ab, als es mir hilft in den inhalt einzutauchen.
nolan behauptet mit imax würde die leinwand verschwinden und dass das ein bild sei, in dem man sich verlieren könne.
ich werde mir nolans odyssee jedenfalls nicht im kino ansehen. weder im normalen, noch im imax kino. ich warte bis der irgendwo streamt und schaue ihn mir dann auf dem laptop an.
wenn ich so drüber nachdenke, würde ich mir den film vielleicht sogar gerne auf einem alten röhrenfernseher anschauen2. allerdings nicht synchronisiert.
irgendwo las ich in einer kritik, dass nolan bestimmte dinge gar nicht zeige, sondern der phantasie des zuschauers überlasse. das halte ich immer für eine sehr gute idee und wir alle wissen, dass das gut funktioniert, bzw. eines der grundrezepte von guten geschichten ist. auch deshalb frage ich mich oft: dient der bombast dazu, von einer schwachen geschichte abzulenken, ist der bombast die eigentliche geschichte oder dient die technik hier tatsächlich der geschichte?
mir fällt bei der aktuellen (dritten) staffel von house of the dragon (hotd) auf, wie sehr mich bombast manchmal langweilt. die kleine, in jedem detail liebevoll gestrickte geschichte des hecken-ritters (hedge knight) in a knight of the seven kingdoms hat mir um längen besser gefallen als diese staffel hotd. das langweilige kann so viel interessanter sein als das komplexe.
trotzdem. auf ne art bin gespannt auf nolans odyssee. aber ich habs nicht eilig.
das war der gleiche fernseher, auf dem ich subway zum ersten mal gesehen habe. ↩
wenn ich noch weiter drüber nachdenke: im prinzip ist nolans odyssee ein diabend mit einer viertelmillion schnell abgespielten dias. (3 stunden = 180 minuten = 10.800 sekunden macht 10.800 × 24 = 259.200 einzelbilder) ↩
gestern beim morgenspaziergang habe ich nach dieser inspiration im goethepark nach vierblättrigen kleeblättern gesucht. vergeblich. aber ich habe gemerkt, ja, wenn man hinschaut sieht man im stehen die einzelnen blätter ziemlich gut. frida hat das sehr irritiert, dass plötzlich nicht nur sie den boden intensiv inspiziert, sondern auch ich. aber mag die vorstellung, dass wir nun auf eine art gemeinsam den boden abschnüffeln, die eine olfaktorisch, der andere optisch.
den raben in den rehbergen gehts gut (die aufnahme ist vom freitag, heute früh habe ich sie aber wieder krächzend ums wildschwingehege fliegend gesehen).
sugar staffel 2 gefällt mir von der ersten folge an sehr gut. aber ich bin immer wieder irritiert, wie ähnlich colin farrell arnold schwarzenegger sieht. selbst die schrankfarbenen haare stimmen.
ich bin seit ein paar tagen auf dem iphone und meinem mac mit der betriebsystemversion 27 unterwegs. ich habe überall gelesen und gehört, dass die betas sehr stabil und fehlerarm seien und ich kann das bestätigen. der einzige merkliche unterschied, den ich täglich beobachte, ist dass die visuellen irritationen weniger geworden sind. oder umgekehrt, wenn ich auf den arbeitslaptop wechsle, auf dem noch tahö [sic!] läuft, wundere ich mich darüber, wieviele visuelle details in tahö kaputt sind.
bisher habe ich meinen youtube-konsum (in minuten) manuell aus der youtube-historie extrahiert, um ihn mir zu visualisieren. das war zwar meditativ, aber mühsam. ich addiere gerne im kopf, aber manchmal vergass ich das addieren tagelang. also habe ich mir eine safari-extension bauen lassen, die das für mich erledigt und die spieldauer von videos auf youtube für mich erfasst. das ist sehr praktisch und gleichzeitig (in absoluten zahlen) etwas irritierend.
meine ernährung besteht seit einer weile hauptsächlich aus etwas, das man am besten mit salzigem müsli beschreiben kann. irgendwelche gemüse die wir gerade im kühlschrank, der kühltruhe oder in dosen haben mit würziger sosse angemacht. gelegentlich mit tofu, fake-hack oder huhn kombiniert. dabei improvisiere ich meistens, mal mit weniger guten, mal mit besseren ergebnissen. was gut schmeckt wird öfter gemacht. gestern und vorgestern ausversehen einen ganzen spitzkohl weggeputzt mit diesem rezept:
tofu trocknen und in heisses fett fein zerkrümmeln und scharf anbraten.
wenn alles kross ist eine in streifen geschnittene zwiebel dazugeben und glasig braten
würzsosse: etwas fett, sojasosse, essig und sambal oelek verrühren und über die tofu-zwiebel-mischung geben
reichlich feingeschnittenen spitzkohl dazu in die pfanne geben
ein paar cocktail-oliven kleinschneiden und am ende mit etwas zerkrümelten feta dazugeben und nur noch kurz beim unterrühren braten und die hitze schnell abschalten.
in life, you can wait to be lucky, but there’s usually a way you can make your own luck.
das video ist auf ganz vielen ebenen wundervoll. der video-beschreibung nach geht es nur darum vierblättrige kleeblätter zu finden und ein bisschen wissenschaftlicher hintergrund dazu. aber mit dem auftritt der kleeblatt-jägerin gabriella gerhardt wird’s wirklich interessant. um vierblättrige kleeblätter zu finden sollte man einfach loslassen, dass grosse bild betrachten und die mustererkennung in unserem kopf autonom arbeiten lassen. sehr zu sehen zu empfehlen, wie die meisten videos von rabbithole.
wenn ich das so lese was maren kroymann in diesem interview sagt und was ihre männlichen kollegen in den medien so absondern, dann wünsche ich mir im alter eher eine alte, weisse, lesbische frau zu werden, als ein zynischer, alter, weisser mann.
Anthropic compares the J-space to the global workspace in humans, a theoretical region of the brain that some scientists think we use to keep track of our conscious thoughts. But how seriously we should take this comparison is far from clear—even to Anthropic. As the company points out itself, LLMs are not brains.
darüber, dass apple seit ein, zwei jahren entwickler dazu zwingt ihre app icons in „squircle“ form zu gestalten wird seitdem an- und aufgeregt diskutiert. was mir in der diskussion immer wieder fehlt, ist der hinweis darauf, dass einschränkungen (contraints) der eigentliche motor für kreativität sind und genau diese regel, die apple sich aus der nase gezogen hat, als herausforderung angesehen werden könnte — und nicht als hindernis.
das wird zwar auch in diesem artikel über squircles nicht thematisiert, aber dafür ein gedanke von louie mantia, nämlich dass es durchaus auch einen wert hat, dass apps konsistent im squircle-jail eingeschlossen sind: die erkennbarkeit als app.
glocken in england ruhen kopfüber. das ist schonmal erstaunlich. ebenso erstaunlich: glockenläuten ist eine gemeinschaftsarbeit die dazu auch noch meditativ ist. ein höchst erstaunliches video. nicht überraschend: dass tom scott das läuten verkackt.
Als bekannt wurde, dass Oscarpreisträgerin Lupita Nyong’o in Christopher Nolans Verfilmung der Odyssee die Helena spielen würde, ließ Kritik nicht lange auf sich warten. In Sozialen Netzwerken hieß es, diese Besetzung sei historisch unzutreffend. Helena von Troja, auch bekannt als die schöne Helena, sei schließlich weiß gewesen.
genau, und jesus, cleopatra und winnetou auch. und caesar war blond und und hatte marmorfarbene haut.
menschen die ihr historisches wissen aus film und fernsehen oder aus ihren eigenen oder den halluzinationen einer KI beziehen sollte man wahrscheinlich eh nicht so ernst nehmen.
aber gelegentlich frage ich mich, woher die erwartung kommt, dass fiktion in irgendwas zutreffend oder akkurat sein müsste, ausser im übertragenen sinne?
gibt es menschen (oder biologen) die sich darüber eschauffieren, dass der wolf in rotkäppchen spricht oder dass es ein märchen gibt, in dem ein gestiegelter kater rumläuft?
man kann historische fiktion auch aus dem hier und jetzt kritisieren, die intention, die interpretation, so wie es sophie brakemeier auf filmlöwin tut. sehe ich zwar anders, spätestens sobald ich den film gesehen habe, aber das ist ja auch der witz, dasss man ein werk subjektiv, aus dem hier und jetzt beurteilt.
Uncovered, a site for judging books by their first pages. “No cover. No bestseller sticker, no celebrity book club, no BookTok trend. You read the opening of a real book, blind, and answer the only question that matters: would you keep reading?”
die idee find ich gut, die nutzung der site ist etwas unpraktisch und uninuitiv.
das video macht schon appetit. zwei der flaschen sind dann auch in meinem whisky.de-warenkorb gelandet. dann habe ich die warenkorbseite doch wieder geschlossen und alle zehn whiskys auf meinen whisky.de-wunschzettel gepackt.
aber weil solche wunschzettel erfahrungsgemäss nicht besonders lange halten, hier die liste der im video empfohlenen whiskys:
auch dank des autos wurden städte mehr und mehr versiegelt.
das finden bäume generell nicht gut.
auch wenn der gehweg vor ein paar jahren etwas entsiegelt wurde, ist dem baum vor unserer haustür, nach mehreen trockenen sommern, mal wieder ein ast zu schwer geworden.
das finden autos generell nicht gut.
der baum vor unserem haus hat ein ganz gutes auge und versuchte den ast in eine freie parklücke fallen zu lassen. leider hat der ast dann doch noch die windschutzscheibe des blaue chevy getroffen, die, per definition, eben keine baumschutzscheibe ist und entsprechend nachgab.
unser ID3, der diekt unter dem baum stand, wurde jetzt zum zweiten mal innerhalb eines jahres von herabfallenden ästen verfehlt.
In Dusty’s early days, when we felt quite lost, I used to occasionally encounter a friendly bedraggled stranger, who would always comment on what a lovely dog I had, which meant a surprising amount to me. On about the seventh occasion I saw him, he was sitting in a churchyard smoking crack. Dogs transcend social boundaries better even than sport and childcare, those usual mainstays of community expansion in secular societies.
kann ich bestätigen, durch frida habe ich, haben wir kontakt in soziale schichten, der ohne hund weder möglich, noch unbedingt wünschenswert gewesen wäre. aber so ist das schon interessant, was sich im alltag immer wieder für situationen ergeben.
was den artikel von william davies angeht: er erzählt vieles das wohl alle menschen die mit hunden zusammenleben kennen, aber bleibt für meinen geschmack etwas undifferenziert bei der positiven verstärkung als wichtigste erziehungsmassnahme stecken. positive verstärkung ist unglaublich effektiv, aber genau so sind es grenzen die man setzt und beziehungsarbeit. sich das vertrauen eines hundes zu erarbeiten, so dass der hund dem menschen zutraut schwierige situationen zu bewältigen und den nötigen überblick zu behalten, ist die eigentliche hauptarbeit. meine erfahrung ist, dass es sich lohnt viel arbeit in das lernen der sprache der hunde zu investieren. sie zu verstehen und mit dem körper zu sprechen. ein schlagwort dass man von menschen mit expertise immer wieder hört ist: „räume verwalten.“ wenn man das einmal verstanden hat, sich von den hunden selbst abgeguckt hat, ist das bereits die halbe miete einer erfolgreichen beziehungsarbeit.
The holy grail of dog training is focus, whereby the dog stares unerringly at their handler, waiting for instruction, regardless of distractions around them.
diese orientierung ist keine einbahnstrasse wie william davies es hier darstellt. die absolute konzenration des menschen auf den hund, unabhängig von ablenkung, handy oder sorgen, ist genauso unabdingbar. hunde prüfen ihre menschen unablässig, ist der mensch verfügbar, hat die person ein auge auf mich, kann sie wirklich mit dieser situation umgehen? wenn es auch nur den leisesten zweifel gibt, springt der hund ein und übernimmt führung, verantwortung und die kontrolle — bis man sie ihm wieder (sanft, geduldig, körpersprachlich) abringt.
als ich vor fast 30 jahren mit meinem damaligen mitbewohner hannes und ein paar kommilitonen in zürich das bühnenbild und licht für ein theaterstück gemacht habe, hatte hannes eine ganz bestimmte vorstellung vom licht.
er war fasziniert davon, wie das licht von bildschirmen das menschliche gesicht beleuchtet. damals waren die bildschirme vor unseren gesichtern noch flackernde, oft blaustichige röhrenmonitore.
moderne mobiltelefone sind nicht nur im wahrsten sinne des wortes mobile fernseher, sondern auch mobile gesichtsbeleuchtungen. sie sorgen dafür, dass menschen im dunkeln mit beleuchteten gesichtern durch die gegend laufen können.
in der ubahn habe ich auch schon oft beobachtet, dass mobiltelefone auch als beleuchtete spiegel genutzt werden können — und genutzt werden.
mich wundert allerdings, dass diese gesichtsbeleuchtungsfunktion noch keine apps hervorgebracht hat die das aktiv nutzen. auf macs gibt es für videokonferenzen bereits einen virtuellen, aber wirksamen leuchtring um sich vorteilhaft mit dem bildschirm auszuleuchten.
ich frage mich warum es sowas noch nicht als apps auf telefonen gibt: „zeichne dein gesicht weich, während du entspannt in der ubahn doom-scrollst“. man könnte sich vornehme blässe aufs gesicht zaubern oder seiner wut besonderen ausdruck verleihen.
mit ein bisschen hardware-aufwand, gerichteten LEDs oder schwachen lasern könnte man optisch, mit gezielt eingesetztem licht, leichte kosmetische korrekturen im gesicht vornehmen oder konturen betonen.
irgendwann, wenn mobiltelefone wirklich gut mit diesen lichteffekten sind und uns signifikant besser aussehen lassen können, wird die kosmetische wirkung von mobltelefonen vielleicht wichtiger als die bilder und videos auf dem bildschirm.
wer weiss, vielleicht halten wir uns in zukunft das telefon nicht mehr vors gesicht, um etwas zu sehen, sondern um in einem besseren licht zu erscheinen.
kopfüber-treppe im bewölkten himmel über züngelnden, grünen bäumen.
wie von chefs table gewohnt leicht verpathost, aber trotzdem gerne gesehen. ich hab gelegentlich etwas vorgespult, wenns zu pathetisch wurde.
mir gefällt der minimalismus von peppe guida, er behauptet nie mehr als vier zutaten für ein nudelgericht zu benutzen. die zählweise funktioniert natürlich nur, wenn man wasser, basilikum, salz und pfeffer nicht mitzählt. aber ich muss auch sagen: die einfachsten gerichte die wir uns zuhause kochen sind die, die mich am meisten begeistern.
mich haut es immer wieder um, wenn ich kartoffeln und zwiebeln leicht anfrittiere und dann mit etwas ei und salz zu einer tortilla in der pfanne ausbacke. kartoffeln, zwiebeln, ei, salz und fett können so gut schmecken, dass es mich jedes mal erneut umhaut.
pellkartoffeln mit quark, in den etwas knoblauch, gurke, salz und öl eingerührt wird — und was gerade an kräutern da ist (oder nicht). jedesmal ein fest.
pesto, also öl, nüsse, parmesan und entweder kräuter, rote bete oder was sonst im haus ist mit einer knalligen farbe mit ein paar nudeln und nudelwasser — schmeckt jedesmal wie urlaub.
da ist schon was dran: wenig ergibt oft mehr als viel.
★★★★☆
allein weil vodafone in berlin wieder drückerkolonnen an die haustüren schickt, würde ich da niemals kunde werden wollen.
aber dass mir diese heinis dann erzählen, dass DSL „bald“ abgeschaltet würde und man auf „kabel“ wechseln müsse, verschiebt meinen ohnehin nicht besonders guten eindruck von vodafone in eine sehr kloakige richtung.
wie verzweifelt muss ein unternehmen sein, um so zu agieren?
„Dein Lieblingsörtchen“
ich musste mir heute früh vorstellen, wie in dem „örtchen“ ein geniesser sitzt.
vorher hat er sich möglicherweise eine pfeife angezündet um den moment besonders geniessen zu können. er sitzt gemütlich und lässt seinen blick über die pink-farbenen plastikwände schweifen. nach 20 minuten kommt er bestens gelaunt zurück an die muffige weddinger aussenluft. bereit für ein produktives tageswerk!
dieses wochenende waren wir kurz in hamburg um die abschlussausstellung vom kind anzusehen. also eigentlich war das die abschlussausstellung der bachelor und master absolvierenden dieses jahres an der hfbk. die arbeiten vom kind haben mir sehr gut gefallen und auch wenn ich das nicht so gut ausdrücken kann wie die beifahrerin, haben die arbeiten in mir resoniert. ich fand dieses bild auf den ersten blick interessant, wegen der tiefe und weil es möglicherweise ein paar architekten-saiten in mir anzupfte. ich mag es, wenn man mit minimalen mitteln etwas räumliches schafft das offen genug ist, um es mit eigenen assoziationen zu füllen.
der witz war, dass sich auf dem bild auch croutons befinden. die hatte ich aus der entfernung zwar gesehen, aber als gemalte, konstruktive elemente angesehen. solche mehrschichtigkeiten mag ich. auch zu den anderen arbeiten des kindes fand ich zugang.
mein zugang zu kunst war und ist eigentlich immer: resoniert da was in mir oder sehe ich etwas, das ich so toll finde, dass ich mir wünsche da selbst draufgekommen zu sein? manche leute sagen ja beim betrachten von eher minimalistischer kunst: „das hätte ich auch machen können!“ das ist natürlich aus mehreren gründen lahm: erstens haben leute die sowas sagen es eben nicht gemacht und zweitens übersieht eine solche aussage das wichtigste: den kontext.
ein werk, eine arbeit, ein objekt (und alles andere) hat immer kontext. es gab einen prozess (der sichtbar oder verborgen sein kann) der zu eben diesem ergebnis führt. der kontext, wie ein ding präsentiert wird, ist auch entscheidend.
ich bin sicher: das k in kunst kommt nicht von können, sondern von kontext.
das ist im produktdesign oder auch bei jeder anderen kreativen arbeit nicht anders. die idee ist weniger wichtig als der prozess, als die umsetzung, die umstände, die finanzierung, der zeitgeist — eben der kontext.
mindestens genauso interessant wie die rezeption der arbeiten auf einer ausstellung ist die rezeption der ausstellungsbesucher. wir hatten sehr viel zeit zur ausstellung an der hfbk mitgebracht und verbrachten dann auch nicht wenig zeit im ausstellungsraum des kindes. dort standen dankenswerter weise ein paar sofas auf denen wir sitzen konnten um die besucher der ausstellung zu beobachten.
ganz wie zuhause war das natürlich nicht, sowohl frida als auch ich sind auf dem sofa zuhause sehr viel entspannter. ausserdem schmeckt das bier zuhause besser.
da wir am samstag sehr früh losfuhren und ich meinen laptop erst nach 22 uhr in die hand bekam, konnte ich natürlich nichts bloggen. meine „streak“ regel, also wie ich zähle ob ich an einem tag gebloggt habe um dann (auf der rückseite) zu behaupten …
jedenfalls fiel mir bei dieser reise wieder auf, wie glücklich ich mit meinem aktuellen „blog“-setup bin. ich kann klassisches bloggedöns machen, schreiben, bilder posten, kurze und lange notizen festhalten und für alle die es interessieren mag auf der vorderseite und im rss-feed vorhalten und zugänglich machen. aber ich kann auch loggen, logbuch führen, buch über alle youtube-videos führen, denen ich einen 👍 gegeben habe, bookmarks setzen und später verwenden (oder nicht), bookmarks kommentieren und wenn es sich lohnt oder ich lust habe in beiträgen aggregieren oder einzeln auf die vorderseite holen.
kurz, die aufteilung in eine vorderseite auf der alles auftaucht was ich gerne mit einem breiteren publikum zeigen möchte, eine rückseite die beim navigieren der vorderseite helfen kann und ein paar teile des hintergrundrauschens zeigt. und dann das hintergrundrauschen, das nicht unsichtbar, aber eben auch nicht im vordergrund passiert. alles ist in verschiedenen stufen abonnierbar und niemand muss von meinen manchmal manischen aktivitäten im hintergrund genervt sein.
nochmal zurück zur hfbk. ich habe oben ja davon gesprochen, dass ich beim betrachten von fremden arbeiten gelegentlich denke: „schade dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin.“ gestern dachte ich zumindest einmal: so eine idee hatte ich schonmal. leider habe ich mir weder den raum noch den namen der künstlerin notiert, aber sie hat einen traurigen mechanischen vogel aus kabeln, motoren und mechanischen kuckuckspfeifen gebaut.
weit weniger elegant, durchdacht und wohlklingend, hab ich das vor drei jahren auch mal gemacht (am ende sah es so aus).
über pfingsten eine kuckucksuhr gebaut. fast fertig, bevor das zifferblatt der funkuhr dran kommt, muss die beifahrerin das ding noch bemalen (statt beschnitzen, wie im schwarzwald).
wir sagen ja gerne: „verarschein kann ich mich selbst“. ich bezweifle das schon länger und meine überzeugung, dass wir gar nicht mal so gut dadrin sind uns selbst gezielt was vorzumachen, wurde heute signifikant gestärkt. ausserdem bin ich jetzt der meinung, dass diese fähigkeit in der tat wünschenswert ist.
I don’t need time. What i need is a deadline. — Duke Ellington
im video spricht david epstein vor allem über einen kognitiven bias den psychologen „additive bias“ oder „subtractive neglect“ nennen. wir tendieren dazu probleme durch hinzufügen von etwas zu lösen und tun uns oft schwer damit problemlösungen in betracht zu ziehen, die etwas entfernen.
zum beispiel: besser fertig werden mit weniger zeit, statt mehr. die beispiele die er im video aufzählt und illustriert sind eingängig und überzeugend. und das was er erzählt und wie er es rüberbringt macht einen grossen bogen um die üblichen selbstoptimierungs tipps & tricks und geht eher in die richtung: guck mal wie andere sich effizient und erfolgreich selbst manipulieren („selbst verarschen“).
als ich dann weiter im kanal rumschaute und mir „I Studied Elite Performers For 20 Years So You Don't Have To“ ansah (was sich vom titel her schon ein bisschen „tschakka!“ anhört), merkte ich, dass ich viele der methoden die david epstein aufzählte und mit beispielen illustrierte, schon seit ewigkeiten praktiziere. ich bin zwar weit davon entfernt „elite performer“ in irgendwas zu sein, aber ich kann mittlerweile bequem auf kommando einschlafen, habe mein leben dutrchritulisiert und versuche mir durch rituale und gewohnheiten so viel mentale micro-lasten zu ersparen wie möglich.
ausserdem erzähle ich allen immer wieder, dass ich der festen überzeugung bin, dass man in der ausbildung oder besser auf dem weg zum beruf, den man irgendwann mal ausübt, keine zeit verschwenden kann. umwege, erfahrungen in möglichst vielen bereichen — auch zum beispiel gastronomie — kommen einem in jedem beruf zu gute. epstein bestärkt so viele meiner überzeugungen, dass ich schon fast fürchte hier opfer eines harten falls von confirmation bias zu sein.
seine schlussworte illustrieren ganz gut wie undogmatisch und frisch er an seine themen geht:
None of that really sounds like conventional productivity advice. Some of it sounds like quite the opposite. And that, I think, is the point. The people who perform at the highest level across all the fields that I've studied or been involved with have figured out something that the rest of us, I think, often resist, at least for a while. Peak performance doesn't come from grinding harder. It comes from understanding how you and your mind and your rhythms actually work and designing habits and environments that work with rather than against them. The weirdest sounding habit on this list, it may actually turn out to be the one that changes how you work.
oder anders gesagt: statt selbstdisziplin und schuffterei muss man nur gute wege finden sich geschickt selbst zu verarschen um kreativität und neugier und spass am tun aus sich heraus zu locken.
schön fand ich auch die kleinen details; in einem video spricht er von vincent van gogh (und seinen „long winding path“) zu dem beruf, der ihn berühmt machte, und illustriert das eben nicht mit einem der bekannten selbstportraits die wir sonst immer sehen, wenn von van gogh gesprochen wird.
auch schön: im video von david epstein fielen zum teil die gleichen begriffe, wie in diesem video von ralph caspers (default mode network). das hatte ich kurz vorher gesehen und mich gefreut, wie das zusammenspiel von youtube-algorithmus, blogempfehlungen und zufall einen gelegentlich — mit wechslenden perspektiven — zu den gleichen themen führt.
die beifahrerin über das kind, kunst und sich selbst. epischer text, gern gelesen — auch beim vierten mal.
malerei erklärt sich nicht durch sprache, weder in die eine noch in die andere richtung. in die eine richtung kommen illustrationen heraus, in die andere werden äpfel zu birnen. was gemalte bilder sind und was sie zeigen kann sprache nur umkreisen. wer seine malerei tatsächlich vollständig in sprache übersetzen kann der braucht aus meiner sicht eigentlich nicht malen.
das video ist auf ganz vielen ebenen wundervoll. der video-beschreibung nach geht es nur darum vierblättrige kleeblätter zu finden und ein bisschen wissenschaftlicher hintergrund dazu. aber mit dem auftritt der kleeblatt-jägerin gabriella gerhardt wird’s wirklich interessant. um vierblättrige kleeblätter zu finden sollte man einfach loslassen, dass grosse bild betrachten und die mustererkennung in unserem kopf autonom arbeiten lassen. sehr zu sehen zu empfehlen, wie die meisten videos von rabbithole.