spa­ghet­ti mit ro­te be­te pes­to

felix schwenzel in rezepte

ich habe ir­gen­wann ge­merkt, dass man pes­to aus fast al­lem her­stel­len kann. kräu­ter oder ge­koch­tes ge­mü­se mit nüs­sen, par­me­san und öl schme­cken im­mer. das hier schmeckt be­son­ders le­cker.

wenns schneller gehen soll, kann man die „grundlage“ auch weglassen und einfach das pesto mit nudeln vermengen.

ein weisser teller mit von rote bete pesto rot gefärbten spaghetti mit etwas gehobeltem parmesan, patersilie und zitronenzesten

zutaten

    pesto

    • 3 rote beten (oder eine grosse)
    • 3 knoblauchzehen
    • 75 g mandeln
    • 1 zitrone (saft und abgeriebene schale) oder eine halbe eingelegte zitrone
    • 40 g parmesan (oder mehr)
    • 80 ml olivenöl

    nudeln

    • 250 g spaghetti

    grundlage

    • 1 grosse scharlotte
    • 2 knoblauchzehen in scheiben geschnitten
    • olivenöl

    zubereitung

      pesto

      1. rote beete kochen, dämpfen oder im ofen rösten (ich dämpfe sie mit der schale 40-60 minuten im dampfgarer). danach schälen und in grobe würfel schneiden.

      2. rote bete stücken mit 3 knobklauchzehen, 75 g mandeln, dem zitronensaft und der schale der zitrone, 40 g parmesan und 60 ml olivenöl pürieren. wie immer bei pesto: mehr parmesan und öl nach gefühl.

      nudeln

      1. spaghetti in salzwasser kochen, ein, zwei tassen vom kochwasser aufheben.

      2. in einer pfanne die in ringe oder scheiben geschnittene scharlotte und knoblauch in öl andünsten, danach mit nudelwasser und pesto zu einer sosse rühren und mit den nudeln vermischen. nach dem transfer auf teller kann man das noch mit petersilie oder zitronenzesten und zusätzlichem parmesan dekorieren.


      (re­zept 2017 bei anke grö­ner ge­fun­den, ar­chi­ve.org-link)


      plötz­lich ist das ori­gi­nal wich­tig

      felix schwenzel in artikel

      beim bild­blog wies lo­renz mey­er heu­te auf die­ses 40 mi­nu­ten lan­ge vi­deo hin. das vi­deo ist über syn­chron­spre­cher und wie sie sich von KI be­droht füh­len.

      YouTube Video Vorschaubild
      youtube-video laden, info, direktlink

      ich habe mich durch das gan­ze vi­deo ge­quält und kann es nicht emp­feh­len. aber wenn ich über das vi­deo schrei­be, dach­te ich, muss ich da durch.

      ich bin kein fan von syn­chro­ni­sa­ti­on, im ge­gen­teil. ich ver­mei­de so gut ich kann. in den letz­ten 20 jah­ren ist mir das dank des tech­ni­schen fort­schritts auch ganz gut ge­lun­gen. die ers­ten 30 jah­re mei­nes le­bens war ich der syn­chro­ni­sa­ti­on von fil­men und fern­seh­se­ri­en hilf­los und al­ter­na­tiv­los aus­ge­lie­fert. je­der film, jede fern­seh­se­rie wur­de kon­se­quent mit deut­schen stim­men über­bü­gelt.

      DVD-cover die es 2007 in der DVDthek gab, the wire, heroes, damages, cloverfield und ein hinweis: „neuheiten im original“ (das waren importierte DVDs, die noch nicht in deutschland vertrieben wurden)
      se­ri­en­aus­wahl in mei­ner DVD­thek um das jahr 2007 her­um

      mit dem auf­kom­men der DVD wur­den ori­gi­nal­ver­sio­nen leich­ter zu­gäng­lich. wenn ich mich recht er­in­ne­re, wan­del­ten sich vi­deo­the­ken so um 2003 bis 2005 lang­sam aber si­cher zu DVD­the­ken und mit DVDs hat­te ich end­lich eine wahl mir fil­me und se­ri­en auch end­lich im ori­gi­nal an­zu­schau­en.

      auf eine art bin ich den 30 jah­ren zwangs­syn­chro­ni­sa­ti­on dank­bar. al­les was ich in den ers­ten 30 jah­ren an me­di­en kon­su­miert habe, kann ich jetzt noch­mal völ­lig neu im ori­gi­nal ent­de­cken. vor ei­nem jahr hab ich mir alle fol­gen der mup­pet show an­ge­se­hen, da­vor ma­gnum PI. vor 15 jah­ren war ich er­staunt dar­über was für eine wei­che, erns­te, sym­pa­thi­sche stim­me ed­die mur­phy hat und dass er eben kein af­fi­ger schrei­hals ist.

      im vi­deo oben ma­chen ei­ni­ge deut­sche syn­chron­spre­cher dar­auf auf­merk­sam, dass das was sie tun kunst sei. dem möch­te ich nicht wi­der­spre­chen, aber die­se kunst ist eine kunst mit der ich nichts zu tun ha­ben will. so wie ich nicht auf ein auf ein de­ath me­tal kon­zert ge­hen möch­te oder in die oper. ich habe nichts da­ge­gen wenn syn­chron­spre­cher ih­rer kunst nach­ge­hen, so­lan­ge sie mich mit ih­rer kunst in ruhe las­sen. da sie mich 30 jah­re mei­nes le­bens nicht in ruhe da­mit ge­las­sen ha­ben, habe ich in die­ser zeit — und da­nach — al­ler­dings ein emo­tio­na­les mei­nungs­bild über die­se kunst ent­wi­ckelt. kurz ge­sagt: ich er­tra­ge die­se stim­men nicht, weil sie so glatt und gleich­zei­tig über­zeich­net, ge­stelzt und auf­ge­tra­gen sind. kein mensch auf der welt re­det so, wie syn­chron­spre­cher re­den. ich den­ke im kunst­kon­text ist das auch OK, nie­mand singt so wie opern­sin­gen­de sin­gen, nie­mand malt so wie ma­le­rin­nen ma­len, nie­mand tanzt so wie bal­let­tän­ze­rin­nen tan­zen.

      der witz ist: als ich vor ei­ner wei­le mal test­wei­se die stim­me der chatgpt-app ak­ti­viert habe, dach­te ich so­fort an syn­chron­spre­cher: viel zu viel pa­thos, emo­ti­on, mühe. al­les et­was zu doll auf­ge­dreht und eine durch­gän­gi­ge nu­schel-pho­bie.

      im vi­deo sagt pe­ter flecht­ner, der un­ter an­de­rem ben af­fleck syn­chro­ni­siert, an ei­ner stel­le:

      ich glau­be die leu­te wer­den ir­gend­wann auch ge­nervt sein wie­der von den ki stim­men.

      das glau­be ich auch, aber ich glau­be auch das vie­le leu­te von den syn­chron­stim­men ge­nervt sind. be­stimmt nicht alle, im ge­gen­teil, ganz of­fen­sicht­lich mö­gen die vie­le auch, aber ich fand es frap­pie­rend wie in dem vi­deo die gan­ze zeit dar­auf hin­ge­wie­sen wird wie scheis­se und pa­ra­si­tär KI ist, aber kaum dar­über ge­re­det wird, dass syn­chro­ni­sie­rung das ori­gi­nal ver­zerrt und um­in­ter­pre­tiert. ich ver­mu­te, dass vie­le fil­me­ma­cher syn­chro­ni­sa­ti­on ih­rer wer­ke nur we­gen kne­bel­ver­triebs­ver­trä­gen zu­las­sen. ich kann mir zu­min­dest nicht vor­stel­len, dass je­mand der jah­re­lang für ei­nen di­rec­tors cut kämpft es toll fin­det, wenn das werk dann noch­mal von syn­chron­stu­di­os neu in­ter­pre­tiert wird.

      hol­ly­wood­schau­spie­ler sind of­fen­bar zu pro­fes­sio­nell um sich on the re­cord ne­ga­tiv über syn­chro­ni­sa­ti­on aus­zu­las­sen. jo­die fos­ter hat in ei­nem in­ter­view mal dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sie sich selbst in fran­zö­sisch syn­chro­ni­siert. das sei ein schwie­ri­ger, an­stren­gen­der job.

      So, I wish more ac­tors could do it, but I got to tell you it's re­al­ly hard. It's re­al­ly hard.

      aber sie weist auch dar­auf hin, dass die fil­me eben um­in­ter­pre­tiert wer­den:

      I was […] su­per­vi­sing the Ita­li­an and the Ger­man and the Spa­nish and all of that. It was so in­te­res­t­ing to see how all the dif­fe­rent ro­mance lan­guages would in­ter­pret and how the cha­rac­ter ch­an­ges in some ways in all tho­se lan­guages.

      jo­die fos­ter fin­det das auf eine art auf­re­gend, ich find es eher scha­de. vie­le leu­te fin­den es auch auf­re­gend ihre au­tos tie­fer zu le­gen oder spoi­ler dran­zu­kle­ben oder kaf­fee mit sprüh­sah­ne zu trin­ken. ich fin­de meis­tens das ori­gi­nal auf­re­gend ge­nug.


      wenn es tat­säch­lich so ist, dass die men­schen ihre syn­chron­stim­men lie­ben, dar­auf wei­sen die syn­chron­spre­cher und spre­che­rin­nen mehr­fach im vi­deo hin, dann gibt es ja ei­gent­lich kei­nen grund zur sor­ge für die bran­che. dann lehnt die mehr­heit ar­ti­fi­zi­el­le stim­men ab und die gros­sen strea­ming­an­bie­ter, film­stu­di­os, ver­mark­ter müs­sen nach­zie­hen und wei­ter schau­spie­ler fürs syn­chro­ni­se­ren zah­len.

      mei­ne ver­mu­tung ist al­ler­dings dass es den meis­ten men­schen egal ist. zu­min­dest den men­schen die jetzt schon syn­chro­ni­sier­te fil­me und se­ri­en ak­zep­tie­ren oder dem ori­gi­nal (mit un­ter­ti­teln) vor­zie­hen. die von den syn­chron­spre­chern viel­be­schwo­re­ne „deut­sche syn­chron­spre­cher-kul­tur“ hat über vie­le jahr­zehn­te im wört­li­chen sin­ne das ori­gi­nal mar­gi­na­li­siert und ent­wer­tet. war­um soll­te sich die­se mehr­heit — der das ori­gi­nal egal ist — jetzt plötz­lich da­für in­ter­es­sie­ren, ob die stim­men ori­gi­nal, kunst oder KI sind?


      ro­te be­te sa­lat mit es­sig und öl

      felix schwenzel in rezepte

      ich mag rezepte mit wenig zutaten — oder besser gesagt: rezepte mit wenigen zutaten schmecken oft am besten. er­staun­lichs­tes beispiel: die gur­ken­sticks mit knoblauch und essig und salz. dieses rezept ist auch sehr zu­ta­ten­arm und trotzdem äusserst lecker und variabel.

      rote bete salat auf einem weissen, tiefen teller. man erkennt die fein gehobelten rote bete scheiben und rot durchgefärbte zwiebelstückchen

      zutaten

      • 2 rote bete (ca. 450 g)
      • 1 zwiebel
      • 35 ml essig
      • 20 ml rotwein
      • 10 ml rapsöl
      • salz

      gewürze (optional)

      • 4 el brühe
      • 5 pfefferkörner
      • 4 ganze nelken
      • 0,5 tl tl gemahlende koriandersamen

      zubereitung

      1. rote bete gar kochen (ich lege sie un­ge­schält 40-60 minuten in den dampf­ga­rer). danach abkühlen lassen und schälen und in feine scheiben schneiden oder hobeln.

      2. zwiebel sehr fein würfeln und zusammen mit dem rotwein und dem essig vermengen. salzen und pfeffern nach geschmack und wer lust auf eine weih­nachtkli­che oder glühwein-note hat fügt noch nelken oder koriandr hinzu. statt brühe gehen auch auch wasser und salz oder etwas wasser und in­stant­brü­hen­pul­ver.

      3. min­des­tens eine stunde oder über nacht im kühl­schrank durch­zie­hen lassen. das öl soll laut ori­gi­nal­re­zept erst zum schluss hin­zu­ge­fügt werden. ist aber nicht schlimm wenns vorher drin ist.

      4. optional: mit zer­krü­mel­ten oder ge­wür­fel­ten feta bestreuen.

      rote beete salat mit groben feta-stücken bestreut


      abend­essen ges­tern

      felix schwenzel in gekocht

      ges­tern nach­mit­tag, vor dem spa­zie­ren­ge­hen, hat­te ich den im­puls mit fri­da zu ei­nem mc­do­nald’s zu spa­zie­ren um dort pom­mes zu es­sen. ich wan­del­te mei­nen ap­pe­tit auf pom­mes dann aber schnell in den plan um, noch­mal am pom­mes aus dem air­fry­er-re­zept zu fei­len.

      lei­der habe ich die rau­hig­keit der ober­flä­che auch die­ses mal nicht so hin­be­kom­men wie ich es woll­te, die pom­mes wa­ren knusp­rig und luf­tig, aber trotz­dem nicht so wie ich woll­te. der kri­ti­sche punkt ist das blan­chie­ren. ich glau­be ich war hier im­mer noch zu un­ge­dul­dig.

      war trotz­dem le­cker.

      ein weisser teller mit einem braun geröstetem tilapia-filet und selbstgemachten, leicht glänzenden pommes aus dem airfryer. daneben ein grosser klecks ketchup.
      fish & chips






      samm­lun­gen

      felix schwenzel in über wirres

      nach­dem ich vor ein paar ta­gen im 2005er ar­chiv die­ser web­sei­te ge­wühlt habe und drü­ber ge­schrie­ben habe, konn­te ich in den letz­ten ta­gen ei­nen 20 jah­ren al­ten punkt von mei­ner to­fo­lis­te strei­chen: die bei­trä­ge die ich da­mals ins wahl­blog.de ge­schrie­ben habe auf wir­res.net ko­pie­ren.

      weil das schnell un­über­sicht­lich wur­de habe ich eine samm­lungs­sei­te ver­fasst, die das al­les bün­delt: samm­lung #wahl05

      samm­lun­gen sind eine idee die mir frank west­phal min­des­tens ein­mal ins ohr ge­legt hat. die samm­lungs­sei­te habe ich als ein­fa­chen blog­bei­trag an­ge­legt, aber alle in ihr er­wähn­ten oder re­le­van­ten bei­trä­ge lin­ken auf den ar­ti­kel­sei­ten wie­der zu­rück auf die samm­lung (bei­spiel). so eine art kon­text-klam­mer fin­de ich gut.

      weil ich ge­ra­de da­bei war zu schau­en was ich sonst noch so über par­tei­ta­ge schrieb, fiel mir auf wie nö­tig sol­che über­sicht­sei­ten sind. ich er­in­ner­te mich, dass ich in den fol­ge­jah­ren noch ein paar mal auf par­tei­ta­gen war und dar­über schrieb. aber so rich­tig zu­recht­ge­fun­den habe ich mich in mei­nem ar­chiv nicht. also habe ich das mal et­was sor­tiert und für die an­de­ren par­tei­ta­ge eine ei­ge­ne samm­lung an­ge­legt: samm­lung par­tei­ta­ge

      in der #wahl05 samm­lung schrieb ich, dass ich zwar das ar­chiv auf­ge­räumt und et­was struk­tu­riert habe, die wahl­blog­sei­ten aber wei­ter­hin für such­ma­schi­nen in­de­xie­rung sper­re:

      das ar­chiv dient mei­nem pri­vat­ver­gnü­gen und ich emp­feh­le nie­man­dem den al­ten scheiss von mir zu le­sen (ob­wohl es teil­wei­se ganz amü­sant zu le­sen ist).

      so wie ich vor 20 jah­ren schrieb, wür­de ich heu­te nicht mehr schrei­ben, aber in 20 jah­ren wer­de ich das si­cher noch­mal in­ter­es­siert le­sen. so wie ich es jetzt, 20 jah­re spä­ter auch noch­mal (fast) al­les ge­le­sen habe. aber sonst muss das wirk­lich kei­ne(r) le­sen, auch wenns geht.


      bris­tol stuhl­for­men­ska­la

      felix schwenzel in notiert

      fri­da hat ei­nen emp­find­li­chen darm. bei je­der fut­ter­um­stel­lung kriegt sie dünn­schiss — bis sich ir­gend­wann ihre ver­dau­ung sta­bi­li­si­ert. es gibt auch vie­le ge­mü­se und fleisch­sor­ten an die sie sich nicht ge­wöhnt. we­gen fri­das fra­gi­ler ver­dau­ung ist die qua­li­tät von fri­das stuhl­gang ein stän­di­ges the­ma zwi­schen mir und der bei­fah­re­rin.

      nor­ma­le men­schen wür­den nach dem mor­gen­spa­zier­gang be­rich­ten: „ka­cki war su­per“ (oder die kon­sis­tenz be­schrei­ben, wenns nicht so su­per war). ich kann mir na­ür­lich nicht ver­knei­fen je­den tag den glei­chen gag zu ma­chen: „ka­cki war su­per! [kur­ze pau­se] das von fri­da auch!“

      na­tür­lich ist der ei­gent­li­che gag die wie­der­ho­lung und die kon­sis­tenz der dar­bie­tung.

      je­den­fallls ist das ka­cki von fri­da seit mo­na­ten bom­big gut. mor­gens kom­men zu­erst fes­te köt­tel raus (ich nen­ne sie „den pfrop­fen“) und danch wei­te­re würs­te mit im­mer wei­cher wer­den­der kon­sis­tenz. sie kackt sich so­zu­sa­gen je­den mor­gen auf der bris­tol-stuhl­for­men­ska­la1 von typ 1 bis typ 4.

      bristol stuhlformenskala in wissen macht ah!

      auf das the­ma bin ich heu­te ge­kom­men, weil john gru­ber hims­elf heu­te (oder ges­tern) auch über ka­cke ge­schrie­ben hat:

      My first thought upon re­a­ding this was, What a load of shit. Then I rea­li­zed, well, yes, li­te­ral­ly.

      der load of shit sind äus­se­run­gen zu er­näh­rung und stuhl­gang von sean o’mara die in ei­nem NYT-ar­ti­kel zi­tiert wer­den.

      At one point in our con­ver­sa­ti­on he pul­led up the Bris­tol Stool Chart, which ran­ges from Type 1 (“se­pa­ra­te, hard pel­lets”) to Type 7 (“wa­tery, no so­lid pie­ces”). O’Mara is con­sis­t­ent­ly de­li­ve­ring Type 4 (“smooth, soft, like a sna­ke”), with poin­ted ends, in­di­ca­ti­ve of he­alt­hy rec­tal func­tion, he told me. “When you start ea­ting he­alt­hy, you don’t need toi­let pa­per,” he clai­med. “Ani­mals in the wild have no re­si­du­al stool on their anus.

      seit ich mei­ne er­näh­rung auf zu­cker­frei, viel ge­mü­se, TK-obst, sehr we­nig fleisch, viel öl, hül­sen­früch­te, röst­aro­men und um­a­mi um­ge­stellt habe, kann ich o'­ma­ras be­ob­ach­tung teil­wei­se be­stä­ti­gen, muss ihr aber zu­gleich hef­tig wi­der­spre­chen: die stuhl­gän­ge ei­ni­ger wild­tie­re in den reh­ber­gen ha­ben hun­dert­pro­zen­tig spu­ren an de­ren anus­sen hin­ter­las­sen!


      glei­ches, aber an­de­res the­ma: ganz stimmt „kein zu­cker“ na­tür­lich nicht. seit dem se­maglut­id ist mein ap­pe­tit auf süs­ses meis­tens non­e­xis­tenz, bzw. lässt sich (ab­sur­der­wei­se) mit ein paar ge­sal­ze­nen nüs­sen wirk­sam stil­len, soll­te er mal kurz auf­flam­men. und der milch­zu­cker in mei­ner mor­gen­lat­te mei­nem mor­gen­kaf­fee mit milch ist na­tür­lich auch zu­cker, ganau­so wie der zu­cker in man­chen asia­ti­schen sau­cen die ich ge­le­gent­lich noch be­nut­ze. aber ich schei­ne mich vom zu­cker ex­trem ent­wöhnt zu ha­ben, wie ich kürz­lich merk­te als das kind, das ge­ra­de zu be­such war, uns und sei­ner freun­din ein paar mac­a­rons back­te. na­tür­lich muss­te ich ei­nen pro­bie­ren. er war sehr le­cker, aber da­nach habe ich zum ersten­mal seit mo­na­ten ma­gen­schmer­zen be­kom­men.


      1. den link auf die „wis­sen macht ah!“ pdf hab ich aus ei­nem ar­ti­kel von 2016 ge­prö­kelt. die way­back-ma­chi­ne-ver­si­on hält so­gar noch das ein­ge­bet­te­te mp4 der sen­dung über ex­kre­men­te ab­spiel­be­reit vor. ↩︎


      jim­my carr

      felix schwenzel in notiert

      ich fin­de jim­my carr wahn­sin­nig un­sym­pa­thisch. aber auch wit­zig. sei­ne mo­de­ra­ti­on des bri­ti­schen lol (last one laug­hing) war gut und wit­zig. er lacht ko­misch. ob­wohl ich ihn un­sym­pa­thisch fin­de, mag ich ihn.

      das ist ein phä­no­men, das ich im al­ter öf­ter er­le­be. ich muss leu­te nicht mö­gen um sie zu mö­gen. viel­leicht is­ses aber auch nicht das al­ter, son­dern die bri­ten. zum bei­spiel die bri­ten im bri­ti­schen lol: se­hen ko­misch aus, sind nicht wirk­lich sym­pa­thisch aber sind doch alle ir­gend­wie lie­bens­wert.

      vor ein paar ta­gen habe ich die­sen schlim­men pod­cast mit jim­my carr und ka­the­ri­ne ryan ge­se­hen. das ge­spräch ist sehr in­spi­rie­rend für fremd­schäm-afi­ci­o­na­dos, aber weil bei­de es schaf­fen ihre pein­li­chen hal­tun­gen und an­sich­ten auf ver­schie­de­nen me­ta­ebe­nen zu re­flek­tie­ren habe ich bis mi­nu­te 40 durch­ge­hal­ten.

      pein­li­cher­wei­se tei­le ich ei­ni­ge an­sich­ten von jim­my carr und eine idee ge­fiel mir be­son­ders gut. sinn­ge­mäss lau­tet sie:

      What could you do to­day that you to­mor­row would be hap­py you did?

      das ist in der tat ein wun­der­ba­res werk­zeug zur selbt­ma­ni­pu­la­ti­on. mei­ne, sehr viel pri­mi­ti­ve­re, ver­si­on die­ser idee re­sul­tier­te aus ei­ner be­ob­ach­tung: wenn man scho­ko­la­de oder süs­sig­kei­ten an ei­nem ab­sur­den ort la­gert, schafft man es manch­mal sie zu ver­ges­sen und sei­nem zu­künf­ti­gen ich eine gros­se freu­de zu ma­chen, wenn es die süs­sig­keit wie­der fin­det.

      mir hilft die­se idee auch ge­le­gent­lich we­ni­ger zu es­sen. denn al­les was ich auf dem tel­ler oder der schüs­sel las­se, über das kann ich mich dann am nächs­ten tag beim res­tees­sen zum früh­stück freu­en.

      die fra­ge, was man für sein mor­gi­ges ich heu­te tun könn­te, über das es sich mor­gen freu­en wür­de, scheint jim­my carr bei je­der ge­le­gen­heit zu wie­der­ho­len. zum bei­spiel bei die­sem auf­ttritt in frank­furt. dort zeigt sich jim­my carrs stär­ke, die viel­leicht auch sein schwä­che ist. er ist nicht nur vor­be­rei­tet wit­zig, son­dern auch spon­tan wit­zig und ernst. er schafft es nicht nur mit zwi­schen­ru­fern sou­ve­rän um­zu­ge­hen, er kul­ti­viert und or­ga­ni­si­ert in sei­nen shows of­fen­bar so­gar das zwi­schen­ru­fen. da­bei wan­delt er re­la­tiv ge­konnt zwi­schen wit­zig, ernst und be­lei­di­di­gend. aber ir­gend­wann er­schien mir carrs erns­te sei­te dann so pa­the­tisch, dass ich auch das vi­deo vom fran­fur­ter auf­tritt schlies­sen muss­te.

      viel­leicht ist ge­plan­te am­bi­va­lenz heut­zu­ta­ge die ei­gent­li­che kunst?


      qt­vr re­kon­struk­ti­on

      felix schwenzel in ix über wirres

      beim stö­bern im ar­chiv ges­tern ei­nen al­ten quick­time VR film ge­fun­den. mit QTVR konn­te man da­mals pan­ora­men sphä­risch dar­stel­len oder ob­jek­te dre­hen. das liess sich da­mals auch mit ei­nem quick­time plug­in im brow­ser im web dar­stel­len. mitt­ler­wei­le kann noch nicht mal mehr ma­cos sol­che fi­lem dar­stel­len.

      mit ob­ject2vr und der hil­fe von cur­sor habe ich das wie­der re­kostru­iert, bzw. re­ani­miert: ix be­wegt.


      2005, als blog­gen noch po­ten­zi­al hat­te

      felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

      ich ge­hö­re nicht zu den leu­ten die die al­ten zei­ten im in­ter­net ver­mis­sen. ich fin­de das in­ter­net so wie es ist im­mer noch gut. ist halt noch un­über­sicht­li­cher ge­wor­den. 2005 war das in­ter­net klei­ner, aber auch schon gross und un­über­sicht­lich.

      2005 hat­te sa­scha lobo noch kei­nen iro­ke­sen und er­klär­te an­de­ren das in­ter­net noch nicht. das hat 2005 ma­rio six­tus ge­tan, zum bei­spiel hier in der zeit.

      im ar­ti­kel lässt er doc searls blogs er­klä­ren:

      »Blog­gen ist wie Schnee­bäl­le ei­nen Hang her­un­ter­rol­len, man­che blei­ben lie­gen, an­de­re rol­len wei­ter, man­che wer­den so­gar rie­sig«, sagt Searls. Ein ein­zi­ger in­spi­rier­ter Ein­trag kann in der Welt der Blogs eine Ei­gen­dy­na­mik oh­ne­glei­chen ent­wi­ckeln. Da­her gilt die Blogo­sphä­re als Früh­warn­sys­tem für The­men, Trends und manch­mal so­gar Nach­rich­ten. »Blogs sind Ge­sprä­che«, per­si­fliert sich Searls selbst. Mit der Phra­se »Märk­te sind Ge­sprä­che« hat­te er vor sechs Jah­ren die Grund­la­ge des Clue­train Ma­ni­fests ge­legt.

      heu­te sind blogs nur noch schnee­flo­cken.

      2004 hat­ten „der ehe­ma­li­ge MTV-Mo­de­ra­tor Adam Cur­ry zu­sam­men mit dem Web-Ent­wick­ler und Blog-Guru Dave Wi­ner eine Me­tho­de, Au­dio­da­tei­en zeit­ver­setzt und au­to­ma­ti­si­ert in den Spei­cher von MP3-Spie­lern zu über­mit­teln“ er­son­nen. so lan­ge ist das schon her.

      weil 2005 das wort „so­cial me­dia“ noch nicht ge­läi­fig war, schrieb ma­rio six­tus da­mals von ei­nem „hu­ma­ni­sier­tem netz“, da­mals be­stand die hoff­nung, dass das in­ter­net von men­schen ge­prägt wer­den kön­ne. kom­mu­ni­ka­ti­on, zu­sam­men­ar­beit, ver­trau­en und per­sön­li­che be­zie­hun­gen wür­den sich in und um blogs bün­deln — so die hoff­nung.

      2005 fand ich, dass die­ser ar­ti­kel von ma­rio six­tus der „bes­te ar­ti­kel über blogs (ever)“ sei. so hab ich das da­mals auf­ge­schrie­ben in ei­nem ar­ti­kel den ich über ein in­ter­view schrieb, das ma­rin ma­ji­ca da­mals mit mir ge­fürhrt hat.

      er woll­te mich in­ter­view­en, wir tra­fen uns um 18 uhr im star­bucks am ha­cke­schen markt. er kam fünf mi­nu­ten zu spät, aber ich schleim­beu­tel lob­te ihn für sei­ne pünkt­lich­keit. ich wur­de, par­tei­tags­ge­stählt, gleich in­ves­ti­ga­tiv: „le­sen sie blogs? wel­che?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kann­te er, aber von jam­ba und spree­blick hat­te er noch nix ge­hört. ich trug ihm mit mei­ner un­ver­bes­ser­li­chen ar­ro­ganz auf das zu goog­len und drück­te ihm den bes­ten ar­ti­kel über blogs (ever) in die hand, den ich zu­fäl­lig (wirk­lich), aus­ge­druckt, da­bei hat­te.

      ma­rin ma­ji­ca in­ter­es­sier­te sich da­mals für mich, weil im (bun­de­tags-) wahl­kampf 2005 die da­ma­li­ge blog­platt­form um nico lum­ma blogg.de ein wahl­blog or­ga­ni­sisr­te, dass ein paar blog­ger, un­ter an­de­rem mich, zu par­tei­ta­gen schick­te. mit ein biss­chen pres­se­ar­beit mach­te das da­mals eine klei­ne wel­le in der jour­na­lis­ten­welt.

      das press­echo zu mir hab ich da­mals hier fest­ge­hal­ten: re­spekt­los?

      der ar­ti­kel von ma­rin ma­ji­ca ge­fiel mir da­mals (und heu­te) am bes­ten: Manch­mal schläft er ein (ar­chi­ve.org link)

      Bei ei­nem Tref­fen in ei­nem Ber­li­ner Café de­mons­triert Schwen­zel ganz ne­ben­bei sei­ne Ar­beits­me­tho­den. Un­ge­fragt macht er mit dem Han­dy ein Foto des Ge­gen­übers, das er di­rekt in sei­nen Blog lädt. "Flick­rn" heißt das, be­nannt nach der da­für be­nutz­ten Soft­ware Flickr. Am Nach­mit­tag wird er noch ei­nen Kom­men­tar zu dem Ge­spräch mit dem Jour­na­lis­ten da­zu­stel­len. Für den ist das ge­wöh­nungs­be­dürf­tig: be­schrie­ben zu sein, be­vor man selbst be­schreibt.

      auch die taz schrieb da­mals über mich und zi­tier­te mich:

      Auch dass La­fon­taine so häu­fig das Wort „ich“ ver­wen­de­te, wur­de von Schwen­zel kom­men­tiert: „Da scheint sich eine neue Spiel­art im lin­ken Spek­trum ab­zu­zeich­nen: So­zia­lich­mus.“


      so war das da­mals: das in­ter­net steck­te noch vol­ler hoff­nungs­froh stim­men­dem po­ten­zi­al und man konn­te auf­merk­sam­keit er­re­gen, in­dem man ein­fach ins in­ter­net schrob.

      von der pro­gnos­ti­zier­ten hu­ma­ni­sie­rung des net­zes ist im grös­se­ren mas­stab — aus­ser pod­casts — nicht mehr all­zu­viel üb­rig. aber viel­leicht ja doch, nur eben et­was an­ders als wir uns das da­mals vor­ge­stellt ha­ben. das in­ter­net be­steht nach wie vor vor al­lem aus men­schen, mit all sei­nen vor- und nach­tei­len.

      viel­leicht soll­ten wir wie­der mehr dar­über nach­den­ken wie wir die auf­merk­sam­keits­strö­me wie­der hu­ma­ni­sie­ren und aus den klau­en der gros­sen platt­for­men und al­go­rith­men be­frei­en — oder un­se­re klei­nen, über­sicht­li­chen re­so­nanz­räu­me aus­bau­en, wie ich es vor ein paar mo­na­ten mal hier skiz­ziert habe: ela­bo­rier­te kul­tur­tex­te


      pho­to­chro­me

      felix schwenzel in notiert

      über die­sen re-toot auf die­sen bei­trag …

      … auf der web­site der pho­to­chrom-dru­cke-samm­lung der konhgress-bi­blio­thek ge­lan­det und in ein rab­bit hole ge­fal­len. ei­ner­seits kam mir das ir­gend­wie be­kannt vor und tat­säch­lich, vor 10 jah­ren war ich schon­mal in die­sem rab­bit hole.

      da­mals hab ich die pho­to­chrom-dru­cke in der wi­ki­me­dia durch­stö­bert und ein paar paa bil­der raus­ge­an­gelt.

      in der kon­gress bi­blio­thek kann man die pho­to­chrom-samm­lung durch­su­chen, zum bei­spiel nach aa­chen oder ber­lin. die samm­lung um­fasst so um die 6500 di­gi­ta­li­sier­te dru­cke.


      un­ter den lin­den, zwi­chen ca. 1890 und 1900 (quel­le)

      an dem bild oben fin­de ich fas­zi­nie­rend, dass un­ter den lin­den wie in ei­nem al­ten wes­tern aus­sieht. was ja auch nicht völ­lig ab­we­gig ist, weil es die glei­che epo­che ist, so um die vor­letz­te jahr­hun­dert­wen­de. und wenn man sich den goog­le street­view aus der glei­chen per­spek­ti­ve an­schaut, fällt ei­ner­seits auf, dass die ver­meint­lich his­to­ri­schen stras­sen­la­ter­nen zu­min­dest nicht die ver­si­on aus den 1890ern imi­tie­ren und dass heu­te deut­lich we­ni­ger pfer­de­ge­span­ne un­ter­wegs sind als da­mals.

      vik­to­ria­park ber­lin zwi­schen ca. 1890 und 1900 (quel­le)

      die­ses bild vom was­ser­fall im vik­to­ria­park set­ze ich mir hier als re­min­der ir­gend­wann ein foto aus der glei­chen per­spek­ti­ve zu ma­chen. ob­wohl die­ses bild schon ziem­lich nah dran kommt.



      aus dem ma­schei­nen­raum von waxy.org; andy baio hat sein supercut.org renoviert, bzw. wie­der­be­lebt.

      auf su­per­cut.org ver­liert man sich schnell. ich hate schon fast vet­ges­sen, wie ger­ne ich so­was mag.

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      Wie erfüllend so Nichts sein kann
      Wie eine grosse, leere Kirche ist es hier – einfach ohne Gott (oder mit Gott, das ist wohl eine in­di­vi­du­el­le An­ge­le­gen­heit)
      Das blosse Hiersein ist erholsam wie ein Sau­na­be­such – einfach ohne die Hitze

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      [Lindsay Ems] schreibt: „Mir wurde klar, dass die Amish der Tech­no­lo­gie gegenüber ei­gent­lich neutral ein­ge­stellt sind. Es ist für sie zweit­ran­gig, worum es sich bei einer neuen Tech­no­lo­gie handelt oder wie sie funk­tio­niert; ent­schei­dend ist für sie, welche Aus­wir­kun­gen ihre Ein­füh­rung auf die Ge­mein­schaft hätte.“

      kaf­fee­rin­ge denkt darüber nach was wir über tech­no­lo­gie-nutzung von den amish lernen könnten. le­sens­wert auch der artikel von lindsay ems mit dem titel How the Amish Let Tech­no­lo­gy in Without Letting It Take Over:

      I became less intrigued by Amish rest­ric­tions on tech­no­lo­gy than by the social world they sought to preserve and protect with those rest­ric­tions. In the end, I came to realize that the Amish are, in fact, tech­no­lo­gy-agnostic. They do not care much about what a new tech­no­lo­gy is or how it works; they care about what its adoption would mean for the sur­roun­ding community.

      lind­say ems buch über die amisch ist schon et­was äl­ter (2022), auch wenn der ar­ti­kel auf mit­press.mit neu ist. lei­der schei­nen die in­hal­te des buchs be­reits ein biss­chen ver­al­tet zu sein. so schreibt ems über den ser­vice pc­f­ree­mail, mit dem ei­ni­ge amish per fax emails schrei­ben und emp­fan­gen wür­den. den ser­vice gibts al­ler­dings nicht mehr — nur noch auf ar­chi­ve.org.

      aber dar­um gehts ja nicht, son­dern eben dar­um, dass man sich fra­gen soll­te/könn­te, wel­che aus­wir­kun­gen tech­no­lo­gie auf die ge­mein­schaft hat. auch wir nicht amish tun das ja, man den­ke nur an die dis­kus­sio­nen um das so­cial me­dia ver­bit für ju­gend­li­che oder neil post­mans buch von anno da­zu­mal über die aus­wir­kun­gen von fern­se­hen auf die ge­sell­schaft. wo­bei wir als nicht amisch uns schon län­ger dazu ent­schie­den ha­ben, dass es ok ist, wenn tech­no­lo­gie un­se­re ge­sell­schaft ver­än­dert.

      ab­ge­se­hen da­von, das ist ein schö­nes bei­spiel, dass re­li­gö­se ge­bo­te durch­aus auch et­was für un­re­li­gö­se men­schen be­reit­hal­ten kön­nen. die drei C’s fin­de ich gut: da­nach stre­ben ein vor­bild zu sein, kri­tik an­neh­men und für ei­ge­ne feh­ler ein­ste­hen.

      One of my clo­sest Amish cont­acts was Noah, a 57-year-old en­tre­pre­neur and self-de­scri­bed “tech­no­lo­gy buff.” Noah hims­elf was a mi­nis­ter yet used a smart­pho­ne, email, and text mes­sa­ges, and even had a Face­book ac­count. His usa­ge was ani­ma­ted by the th­ree C’s: con­vic­tion (mo­de­ling the right be­ha­vi­or), con­fes­si­on (as­king others to hold you ac­coun­ta­ble), and con­tri­ti­on (be­ing wil­ling to own up to your mista­kes). “Whe­ther or not you use a tech­no­lo­gy is less im­portant than how you use it,” he told me.

      jetzt habe ich endlich mal ein pro-argument für pixelfed gehört, dass ich verstehe:

      Mastodon kann ja immer nur die ersten vier davon anzeigen, aber Pixelfed kann mit mehr Bildern umgehen.

      trotzdem: nur um mehr als vier bilder ins fediverse posten zu können werde ich mir kein pixelfed-konto zulegen. zumal die probleme die steffen hier be­schreibt und die ihn zum umzug bewogen haben, genau die gleichen sind, denen ich auch aus dem weg gehen möchte.

      „wir“ wundern uns ja immer über im­mi­gran­ten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“

      wenn politiker hingegen ver­schär­fun­gen des straf- oder zi­vil­rechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. po­pu­lis­mus funk­tio­niert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mit­ge­meint sind, dass ver­schär­fun­gen und frei­heits­ein­schrä­kun­gen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wie­der­keh­ren­den for­de­run­gen scharf zu dif­fe­ren­zie­ren von thomas fischer teilweise auch sehr an­stren­gend und ge­le­gent­lich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.

      Zwei alte Bücher mit Bukowski-Kurz­ge­schich­ten gefunden. Habe mal durch­ge­blät­tert; ich glaube nicht, dass ich das Zeug heute noch lesen möchte. In Zeiten des Her­an­wach­sens war Charles Bukowski für viele eine große Sache. Anti-bür­ger­lich, verkommen und sowohl gegen rechte als auch gegen linke Lehrer zu ge­brau­chen.

      da stimme ich zu und das erinnert mich an das was ma­xi­mil­li­an bud­den­bohm gerade neulich schrob:

      Kurz kam mir auch wieder die Er­in­ne­rung daran, wie ich mit den Söhnen, als sie noch klein waren, einen ver­meint­lich lustigen Film aus meiner Kindheit sehen wollte, mit Bud Spencer und Terence Hill. Denn was hatten wir gelacht damals! In den ersten Minuten des Films wurden dann Frauen und Kinder ge­schla­gen, wurde ohne Gurt Auto gefahren, wurde beim Fa­mi­li­en­es­sen geraucht und gesoffen. Ich hatte so viel spontanen Er­klä­rungs­be­darf, wir haben den Film dann nicht wei­ter­ge­se­hen. Zumal auch keine einzige der Pointen bei den Söhnen funk­tio­nier­te.

      Tempi passati, das gilt oft auch für den Humor der Zeit.

      ver­gan­ge­ne zeiten indeed.


      na­tur vs. stein & stahl

      felix schwenzel in bilder

      die­ses über­wach­se­ne git­ter fiel mir heu­te früh auf. das sieht wirk­lich schön aus und so soll­ten ei­gent­lich alle git­ter und gul­lis de­ko­riert sein.

      ein kellergitter an einer hausfassade das beinahe zugewachsen ist und sehr hübsch aussieht.

      beim wei­ter­ge­hen fiel mir dann stän­dig wei­te­res grün­zeug auf, dass sich über die blan­ken zi­vi­li­sa­ti­ons­art­fak­te legt und lanf­sam den asphalt auf­bricht oder den stein ver­deckt.



      frank’s restarant in bur­bank

      felix schwenzel in notiert

      su­gar s02e07 (läuft auf app­letv) ge­se­hen. das di­ner in ei­ner sze­ne kam mir be­kannt vor.

      also kurz in mei­nem ex­ter­nen ge­däch­nis ge­sucht und dar­an er­in­nert wor­den, dass frank’s re­stau­rant schon vor 11 jah­ren in sons of an­ar­chy und the bridge mit­ge­spielt hat. das in­ter­net sagt, in gone girl und parks and re­crea­ti­on hat es auch mit­ge­spielt.

      screenshot aus sugar s02e07
      screen­shot aus su­gar s02e07


      grain

      felix schwenzel in notiert

      ich nut­ze ja ei­ni­ge diens­te in der AT­mo­sphe­re. die „AT­mo­sphe­re“ sind an­wed­nun­gen oder web­sei­ten die man (ver­kürzt ge­sagt) mit sei­nem blues­ky kon­to nut­zen kann, die aber nix mit blues­ky zu tun ha­ben (müs­sen). leaf­let er­klärt das hier ganz gut für nicht-so-tech­nisch-ver­sier­te:

      grain ist das was in­sta­gram mal war: foto pos­ten und ver­schlag­wor­ten und fo­tos an­gu­cken. die­ser mi­ni­ma­lis­mus, bzw. die kon­zen­tra­ti­on auf das un­kom­ple­xe vi­su­el­le hat ei­nen ganz ei­ge­nen reiz. ich be­ob­ach­te mich wild da­bei al­les zu li­ken was mir ge­fällt und men­schen de­ren fo­tos mir ge­fal­len un­be­se­hen zu fol­gen. bei text­ba­sier­ten in­hal­ten bin ich da meis­tens zu­rück­hal­ten­der oder be­dach­ter. fo­tos sind so wun­der­bar nied­rig­schwel­lig und oft eben auch ein­fach schön.

      das scheint in bei­de rich­tun­gen zu funk­tio­nie­ren. grain ist bis­her der re­ak­ti­ons­stärks­te AT-dienst den ich (test­wei­se) nut­ze. auch das fühlt sich ein biss­chen wie das frü­he in­sta­gram an. pos­ten, gu­cken, li­ken. nicht gross nach­den­ken. kei­ne vi­de­os die ei­nen fes­seln und wei­ters­wi­pen las­sen. ein ru­hi­ger fluss, kein jahr­markt mit markt­schrei­ern.

      es ist wirk­lich ein­fach: wer ein blues­ky (oder eu­ro­s­ky) kon­to hat, kann sich da­mit ein­fach bei grain an­mel­den. dein pro­fil wird über­nom­men, lässt sich aber auch an­pas­sen. al­les sehr un­kom­pli­ziert, kei­ne po­pups, kein ge­döns. grain steckt noch in der ent­wick­lung, so gibts zum edi­tie­ren von ei­ge­nen posts auf der web­site oder der app (ja, app gibts auch) kei­nen but­ton, aber auf der web­site kann man ein­fach ein /edit an die url hän­gen und man ist im edit mo­dus. pos­ting per api ist auch mög­lich in­dem man auf den PDS schreibt.

      bei sol­chen pri­vat ge­stemm­ten pro­jek­ten kann man sich na­tür­lich — ge­nau wie bei pro­jek­ten der gros­sen platt­for­men — nie 100% si­cher sein wie lang­le­big sie sind oder ob sie ver­küm­mern, ver­sch­eis­sen oder ka­putt­ge­hen. des­halb ma­che ich es wie bei al­len an­de­ren diens­ten: fo­tos, bei­trä­ge erst bei mir ver­öf­fent­li­chen und dann syn­di­zie­ren, also an­ders­wo, zum bei­spiel zu grain, ko­pie­ren.

      screenshot von grain