umgedrehtes cdu-wahlplakat mit der handgeschriebenen aufschrift: „wählt die linke bitte“

ich fra­ge mich ja, ob die lin­ken das auf die rück­sei­ten al­ler CDU-wahl­pla­ka­te ge­schrie­ben ha­ben und die­se un­ter­schwel­li­ge bot­schaft der grund für die vie­len stim­men für die lin­ken war. 


fdp wahlplakat von maren jasper-winter mit de, slogan: „gutes deutsch. gute chancen.“

manch­mal hilft auch „gu­tes deutsch“ nicht um eine chan­ce zu ha­ben.
oder an­ders­rum: egal wir gut und ober­che­cker­mäs­sig das deutsch ist, wenn sich wor­te und ver­spre­chen nicht mit ta­ten de­cken, hat man of­fen­bar nicht so gute chan­cen. 




22.09.2026

felix schwenzel in notiert

ur­laub zu ha­ben ge­fällt mir er­war­tungs­ge­mäss sehr gut. die letz­ten ar­beits-wo­chen wa­ren ziem­lich an­stren­gend und es ge­lang mir nicht mehr so gut die ar­beit nach fei­er­abend hin­ter mir zu las­sen. ich habe mich in den letz­ten wo­chen mehr­fach da­bei er­wischt, wie ich beim ein­schla­fen über ar­beits­the­men nach­dach­te oder sie in ge­dan­ken ver­such­te zu struk­tu­rie­ren. des­halb tut es gut beim ein­schla­fen, träu­men oder un­ter der du­sche über mei­ne ei­ge­nen the­men und pro­ble­me nach­zu­den­ken.

auch schön, hun­de dür­fen jetzt bei ikea mit ein­kau­fen ge­hen. weil die bei­fah­re­rin ein paar sa­chen brauch­te, ha­ben fri­da und ich das gleich mal aus­pro­biert. ging gut, auch wenn sie ge­le­gent­lich quak­te, wenn ich mir sa­chen zu lan­ge an­sah. aus der ikea-smar­thome-ab­tei­lung reiz­te mich nicht zu ei­nem spon­tan­kauf, aber eine edel­stahl­pfan­ne woll­te ich doch mal aus­pro­bie­ren. ich habe jetzt so vie­le koch-you­tube-vi­de­os ge­se­hen, dass ich reif da­für war. gleich aus­pro­biert und da klebt tat­säch­lich nix fest, wenn man sie vor­her or­dent­lich auf­heizt (lei­den­frost-test). und wie er­fri­schend es ist mit me­tall­werk­zeu­gen in der pfan­ne han­tie­ren zu kön­nen. die be­schich­te­ten pfan­nen und töp­fe flie­gen in den nächs­ten tage alle raus und fri­da und ich wer­den noch­mal zu ikea fah­ren.


mei­ne mitt­ler­wei­le über 9 mo­na­te dau­ern­de aus­wer­tung/log­ging mei­nes me­di­en­kon­sums hat er­ge­ben, dass ich pro tag im schnitt fast um die zwei stun­den vor der glot­ze hän­ge. heu­te hab ich mir ei­nen neu­en trick bei­ge­bracht. auf dem sofa sit­zen und statt auf dem lap­top be­wegt­bil­der mit ton zu schau­en, hab ich mir den ta­schen­rech­ner vors ge­sicht ge­hal­ten und dort ein buch zu­en­de ge­le­sen, das ers­te seit ei­ni­gen jah­ren. ich habe in den letz­ten jah­ren zwar ein paar bü­cher ge­le­sen, aber keins zu­en­de.

an­de­rer­seits, wenn bü­cher CDs wä­ren, hät­te ich seit ei­ni­gen jah­ren kei­ne CD mehr ge­hört. was aber eben nicht be­deu­tet, dass ich kei­ne mu­sik ge­hört hät­te. die fra­ge stell ich mir öf­ter: sind bü­cher nicht ein­fach sorg­fäl­tig ge­schrie­be­ne und zu­sam­men­ge­stell­te ar­ti­kel? bis mar­kus ein buch ge­schrie­ben hat­te, wuss­te ich mit dem be­griff no­vel­le nicht viel an­zu­fan­gen. weil mar­kus sein much aber im­mer „no­vel­le“ nennt, ist mir der be­griff jetzt ge­läu­fig, bzw. ich weiss, dass es ein re­la­tiv kur­zes buch ist, des­sen ka­pi­tel auch als ar­ti­kel-se­rie in ei­nem blog er­sch­ei­nen könn­te. dann könn­te man die tex­te aber nicht so ein­fach ver­kau­fen und es wür­den kei­ne kri­ti­ken er­sch­ei­nen. kri­ti­ker schrei­ben kei­ne blog-kri­ti­ken, sie be­müs­si­gen sich nur bei bü­chern sie zu durch­zu­le­sen und da­nach zu be­wer­ten.

sach­bü­cher die­nen, ähn­lich wie blogs, auch dazu den au­toren oder die au­torin als ex­per­ten oder ex­per­tin zu iden­ti­fi­zie­ren. aber sach­bü­cher funk­tio­nie­ren bes­ser um ein­la­dun­gen zu vor­trä­gen oder dis­kus­si­ons- oder ex­per­ten­run­den zu be­kom­men. auf der re­pu­bli­ca ist ge­fühlt die hälf­te der vor­tra­gen­den auf pro­mo für ihr neu­es­tes buch.

ein wei­te­rer grund ein buch zu ver­öf­fent­li­chen, statt eine web­sei­te oder blog zu ver­öf­fent­li­chen, sind ran­kings. blog- oder web­sei­ten-ran­kings nimmt nie­mand mehr ernst und ab­ge­se­hen daon gibt es sie ei­gent­lich auch gar nicht mehr. bes­te­sel­ler­lis­ten meh­men man­che leu­te noch ernst.


ei­gent­lich woll­te ich heu­te bei ikea mei­nen weg tra­cken. oder zu­min­dest aus­pro­bie­ren ob das in der ikea-blech- und be­ton-büch­se über­haupt funk­tio­niert. hab ich aber lei­der ver­ges­sen und konn­te das des­halb auch nicht als nach­mit­tags-wan­de­rung log­gen. noch nicht mal ein­ge­scheckt hab ich mich heu­te dort. ich glau­be ich habe ei­nen in­ne­ren zwang mei­nen ikea-be­such zu ef­fi­zi­ent wie mög­lich zu ge­stal­ten und ver­ges­se da­bei dann al­les was ich mir aus­ser ein­kau­fen vor­ge­nom­men habe: op­ti­mal plat­zier­ten park­platz fin­den, ein­gang hoch, so­fort run­ter in die „markt­hal­le“, dort so vie­le ab­kür­zun­gen wie mög­lich nut­zen, um so schnell wie mög­lich an der selbst-scan-kas­se wie­der raus zu kom­men. ich glau­be wir wa­ren heu­te ge­ra­de mal 20 mi­nu­ten im ikea.


zu es­sen hab ich mir ges­tern mal wie­der die sau­er­kraut­sup­pe nach mäl­zer ge­macht. statt mit kalbs­brat­wurst­brät mit selbst­ge­mach­ten tofu-brät das köst­lich war, aus dem ich aber fri­ka­del­len bra­ten muss­te, weils zu flüs­sig wur­de. das an­bra­ten des tofu-brät-breis war der ul­ti­ma­ti­ve edel­stahl­pfan­nen-sti­cki­ness-test, den sie mit bra­vur be­stan­den hat. 




im­mer noch 14 von 66 seen

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: 66 seen wanderungen

die stre­cke von han­gels­berg nach fürs­ten­wal­de hab ich raus­ge­sucht, weil sie nicht zu lang ist (14 ki­lo­me­ter) und man von fürs­ten­wal­de mit der bahn zu­rück nach han­gels­berg fah­ren kann. wir sind dann zwar mit dem bus ge­fah­ren, aber das klapp­te ge­nau­so gut. die an­fahrt ha­ben wir mit dem auto ge­macht, weil das nur 50 mi­nu­ten dau­er­te und mit den öf­fent­li­chen zwei stun­den ge­dau­ert hät­te.

die tour soll­te 14 ki­lo­me­ter lang sein und drei stun­den dau­ern, wir ha­ben das mit zwei pau­sen dann auch tat­säch­lich in 3 stun­den ge­schafft.

die GPX-rou­te von hier ist ziem­lich ver­al­tet und hat uns ein­mal in eine sack­gas­se ge­lei­tet. auch von dem fast durch­ge­hen­den fahr­rad­weg zwi­schen han­gels­berg und fürs­ten­wal­de wuss­te die GPX-rou­te nichts. trotz­dem, die stre­cke war nicht kom­pli­ziert, im prin­zip im­mer an der müg­gel­spree und spä­ter an der fürs­ten­wald­spree ent­lang. be­son­ders an­spruchs­voll war die stre­cke auch nicht, aber teil­wei­se sehr schön. seen gabs kei­ne, aber die müg­gel- und fürs­ten­wal­de-spree wa­ren auch schön und teil­wei­se seen-ar­tig.

ei­ner­seits schön, an­de­rer­seits ein biss­chen an­stren­gend war, dass der ziem­lich neue fahr­rad­weg zwi­schen han­gels­berg und fürs­ten­wal­de oft auch gleich­zei­tig der 66 seen wan­der­weg war. trotz­dem hat das auch gut mit dem hund ge­klappt. bei ei­ner hun­de­be­geg­nung wur­de es kurz ein biss­chen laut, ei­ner von zwei hun­den kam bel­lend auf uns zu und das frau­chen schrie un­ab­läs­sig um ihn zu­rück­zu­ru­fen. er war aber be­schäf­tigt ei­nen ko­mi­schen al­ten mann (mich) mit ei­nem noch ko­mi­sche­ren klei­nen hund (fri­da) zu ver­trei­ben und konn­te des­halb nicht zu­rück zur be­sit­ze­rin lau­fen. ich hab ihn dann lang­sam aber si­cher (mit ab­stand) doch wie­der in rich­tung sei­ner be­sit­ze­rin ge­drückt. wäh­rend­des­sen blieb fri­da ru­hig und vor­bild­lich hin­ter mir und liess mich die si­tua­ti­on re­geln.

die zwei­te und drit­te hun­de­be­ge­gung er­in­ner­te mich an die ge­schich­te vom igel und dem ha­sen. ein päär­chen mit je ei­nem hund an der lei­ne kam uns auf dem weg zwei­mal (!) ent­ge­gen. wir hat­ten wirk­lich ein gu­tes tem­po1 drauf und ich kann mir, ob­wohl wir zwi­schen­durch eine 20-mi­nü­ti­ge pau­se ge­macht ha­ben, nicht wirk­lich er­klä­ren wie die das ge­macht ha­ben.

die 14 ki­lo­me­ter ha­ben wir gut weg­ge­steckt, fri­da hat­te ei­nen ste­ti­gen und ent­spann­ten vor­wärts­drang. das ent­span­nen fiel ihr wit­zi­ger­wei­se bei der pau­se schwer. ein­mal un­ter­wegs läuft und läuft und läuft sie und ich glau­be ich/wir kön­nen auch eine län­ge­re wan­de­rung als 14 ki­lo­me­ter mit ihr wa­gen. al­ler­dings war sie nach der wan­de­rung schon sehr müde und schläft und schläft und schläft. 


  1. der durch­schnittspace über die gan­ze stre­cke war 10'25"/km, also fast 6 km/h (ob­wohl stän­di­ges fo­to­gra­fie­ren und die­se eine hun­de­be­geg­nung den pace na­tür­lich leicht rui­niert ha­ben). ↑︎

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was frau klug­sch­eis­ser hier über das ok­to­ber­fest schreibt, er­in­nert mich an die rhei­ni­sche tra­di­ti­on des kar­ne­vals. ich bin im rhein­land auf­ge­wach­sen und habe das un­ge­fähr 20 jah­re mit­er­lebt und be­ob­ach­tet. im un­ter­schied zum ok­to­ber­fest, hat kar­ne­val auch ei­nen po­li­ti­schen hin­ter­grund, von dem man in der neu­zeit­li­chen aus­prä­gung zwar nicht mehr all­zu viel mit­be­kommt. die idee, im schutz von ver­klei­dung und hu­mor die ob­rig­keit zu ver­spot­ten und ge­sell­schaft­li­che zu­stän­de zu kri­ti­sie­ren, ist aber hier und da noch sicht­bar.

prak­tisch dient der kar­ne­val, wie das ok­to­ber­fest, aber vor al­lem als aus­re­de, sich mass­los zu be­sau­fen, sich ge­hen zu las­sen und ge­wis­se ge­sell­schaft­li­che kon­ven­tio­nen für eine wei­le aus­zu­set­zen. als ju­gend­li­cher im rhein­land fand ich das gut und habe die ge­le­gen­heit ger­ne ge­nutzt. ich habe er­fah­run­gen sam­meln kön­nen, zu de­nen ich im nor­ma­len le­ben kei­ne ge­le­gen­heit hat­te, wie zum bei­spiel ei­nen faust­schlag ins ge­sicht zu be­kom­men und die ge­le­gen­heit auf ei­ner abend­ver­an­stal­tung zu knut­schen.

bis zu mei­nem acht­zehn­ten le­bens­jahr fand ich kar­ne­val gut. ich habe die ta­ge­lan­ge ver­an­stal­tung ra­tio­na­li­si­ert und mir ge­dacht, dass es gut sei, wenn men­schen ein­mal pro jahr nar­ren­frei­heit be­kom­men und die­se zeit als ab­lass­ven­til nut­zen kön­nen und für eine ge­wis­se zeit ihre sor­gen, zwän­ge und hem­mun­gen ver­ges­sen könn­ten. dann fuhr ich mit 17 jah­ren für ein jahr als aus­tausch­schü­ler nach ame­ri­ka. dort bil­de­te ich mir kurz ein, den kar­ne­val zu ver­mis­sen, aber als ich als acht­zehn­jäh­ri­ger zu­rück­kam, war ich dem kar­ne­vals­trei­ben völ­lig ent­frem­det.

in mei­ner nach-aus­tausch­schü­ler-zeit fand ich kar­ne­val nur noch stö­rend, laut, über­grif­fig und al­bern. je­des jahr zur kar­ne­vals­zeit flüch­te­te ich aus dem rhein­land. das ist auch ei­ner der un­ter­schie­de zum ok­to­ber­fest, das ok­to­ber­fest, die the­re­si­en­wie­se, kann man viel­leicht um­fah­ren, auch wenn die aus­wir­kun­gen in der gan­zen stadt mün­chen spür­bar sind, ist der ei­gent­lich wahn­sinn ört­lich be­grenzt. dem kar­ne­val ent­kommt man in rhei­ni­schen städ­ten nicht. es wird über­all ge­sof­fen, froh­sinn in die welt ge­ru­fen und krach ge­macht. die gan­ze stadt steht im wahrs­ten sin­ne des wor­tes kopf, von don­ners­tag bis diens­tag. um dem wahn­sinn zu ent­kom­men, muss man das rhein­land ver­las­sen. 


tas­ta­tur­kür­zel

felix schwenzel in über wirres

mir ist auf­ge­fal­len1, dass ich den html-tag <kbd> noch nie rich­tig ge­sty­led hat­te. das habe ich jetzt nach­ge­holt und kann über die tas­ta­tur­kür­zel, die auf wir­res.net funk­tio­nie­ren, schrei­ben.

was ich stän­dig selbst be­nut­ze, ist die tas­te y. die klappt das na­vi­ga­ti­ons­me­nü rechts auf, egal wo ich mich auf der sei­te be­fin­de. was ich auch stän­dig selbst be­nut­ze, ist j/k. auf ar­ti­kel­sei­ten na­vi­giert man da­mit zum vor­he­ri­gen / nächs­ten ar­ti­kel, auf über­sichts­sei­ten scrollt man da­mit von ei­nem bei­trag zum nächs­ten.

eine über­sicht der tas­ta­tur­kür­zel be­kommt man mit ?, und mit x klappt man ar­ti­kel tem­po­rär zu (was über­sichts­sei­ten manch­mal über­sicht­li­cher macht).

(ko­n­a­mi code ist nicht im­ple­men­tiert. der funk­tio­niert aber auf bubbles.) 


  1. an den html-tag <kbd> hat mich die­ser mark­down-edi­tor er­in­nert. den nut­ze ich zwar nicht, aber in den letz­ten ta­gen habe ich sehr oft das pas­te-to-mark­down-fea­ture auf der glei­chen sei­te ge­nutzt. das ist enorm hilf­reich, wenn man for­ma­tier­ten text (mit for­ma­tie­rung oder links) mal eben schnell in mark­down wan­deln will, was ich bei der re­kon­struk­ti­on mei­ner al­ten piqs sehr viel ge­tan habe. ↑︎



18.09.2026

felix schwenzel in notiert

ab heu­te 2 wo­chen ur­laub. in mee­tings habe ich heu­te mehr­fach auf die fra­ge, was ich denn ma­chen wür­de, ge­scherzt: von der ur­laubs­über­ga­be er­ho­len. ich konn­te zwar er­staun­lich vie­le lose en­den letz­ten bei­den ta­gen ver­kno­ten, aber lan­ge nicht alle. ur­laubs­über­ga­ben sind wahr­schein­lich auch der grund, war­um ich so un­ger­ne ur­laub neh­me. was ich sehr ger­ne ma­che, wenn ich am ende des jah­res zu­viel ur­laubs­ta­ge üb­rig habe, ist mir ei­ni­ge mitt­wo­che frei­zu­neh­men und mir so jede wo­che ein zwei­tes, kur­zes wo­chen­en­de zu be­sche­ren. ein frei­er mitt­woch struk­tu­riert die wo­che auf eine sehr an­ge­neh­me art.

seit mei­ner kind­heit bin ich un­fä­hig wo­chen­en­den wirk­lich zu ge­nies­sen, weil mir ir­gend­wann auf­fiel, wie schnell so ein wo­chen­en­de rum ist. ei­gent­lich ist nur der sams­tag rich­ti­ges wo­chen­en­de. am sams­tag kann ich mich noch ein biss­chen freu­en, weil ich weiss, am nächs­ten tag noch frei zu ha­ben. am sonn­tag sehe ich den mon­tag stän­dig am ho­ri­zont win­ken. an­de­rer­seits, und das ma­che ich erst seit ich über 50 bin, freue ich mich mon­tags dar­über, dass die wo­che bald wie­der vor­bei ist. weil im al­ter rennt die zeit nur so an ei­nem vor­bei. das il­lus­triert die­ser xkcd co­mic sehr schön, der ers­te den ich seit mo­na­ten auf an­hieb ver­stan­den habe.

foto vom möwensee im volkspark rehberge, im wasser reflektiert sich der wolkige himmel, der se ist dicht mit saftigen, grünen bäumen zugewachsen.
him­mel im mö­wen­see vor ein paar ta­gen

kon­stan­tins hüf­te er­laubt ihm skate­board zu fah­ren:

Bin erst ganz vor­sich­tig drauf­ge­stie­gen und lang­sam los­ge­fah­ren. Ging gut. Dann ge­dreht, mit der Hüf­te Schwung ge­ge­ben. Ging rich­tig gut. Da nahm ich Fahrt auf.

und hier schreibt er:

Was ich nach wie vor nicht kann, und kei­ner­leih Am­bi­tio­nen da­für habe, ist das Tricks ma­chen auf ei­nem Skate­board. Aber was ich in­zwi­schen ohne grös­se­re An­stren­gung be­herr­sche, ist das die-Stras­se-ent­lang-Glei­ten auf mei­nem kur­zen Long­board, Shor­ty.

kon­stan­tin hat mit 44 an­ge­fan­gen skate­board zu fah­ren. ich so mit 12 oder 13. aus­ser zu fah­ren hab ich auch nie was ge­lernt und hat­te kei­ne am­bi­tio­nen ir­gend­wel­che tricks zu ler­nen. im ge­gen­teil. ich hielt das skate­board für das idea­le fort­be­we­gungs­mit­tel. man kann es un­ter den arm klem­men, in den öf­fent­li­chen oder pri­va­ten nah­ver­kehr mit­neh­men, in ge­schäf­te mit­neh­men oder sich eben ein­fach drauf stel­len und schnel­ler als zu fuss vor­an­kom­men.

ir­gend­wann bin ich so viel skate­board ge­fah­ren, dass sich mei­ne achil­les­seh­ne ent­zün­det hat und ich ein paar wo­chen pau­sie­ren muss­te.

wäh­rend des stu­di­ums in stutt­gart bin ich über­all mit dem skate­boad hin­ge­fah­ren. da ich mich wäh­rend des stu­di­ums schon ziem­lich alt ge­fühlt habe und nicht mehr ju­gend­lich schlank war, dach­te ich mir, dass ich mein skate­board-fah­ren iro­nisch bre­chen müss­te und trug beim ska­ten aus­schliess­lich an­zug und pas­sen­de le­der­schu­he. vor 22 jah­ren hab ich da mal was zu ge­schrie­ben:

dass skate­board­fah­ren viel an­stren­gen­der, lau­ter, und zum teil auch un­prak­ti­scher [als fahr­rad fah­ren] war nahm ich in kauf. […] aus­ser fah­ren und brem­sen kann ich mit dem skate­board nicht viel, vor al­lem kann ich kei­ne trep­pen­ge­län­der run­ter­fah­ren oder in der hal­ben pfei­fe fah­ren.

videostill aus einem kurzen video in dem ich mit einem anzug und lederschuhen kurz auf einem skateboard rumtolle
ix vor > 22 jah­ren im an­zug auf ei­nem skate­board

ja­son kott­ke liest ge­ra­de ein buch über den ge­ruchs­sinn. ab­ge­se­hen da­von dass ich es sehr ger­ne mag, wenn ja­son kott­ke mal mehr als kur­ze kom­men­ta­re un­ter links oder vi­deo pos­tet, ist das eine gute er­in­ne­rung dar­an, sich noch­mal in­ten­si­ver mit ge­rü­chen aus­ein­an­der zu set­zen.

Smell is the most di­rect of all our sen­ses. When I hold a vio­let to my nose and inha­le, odor mole­cu­les float back into the na­sal ca­vi­ty be­hind the bridge of the nose, whe­re they are ab­sor­bed by the mu­co­sa con­tai­ning re­cep­tor cells bea­ring mi­cro­sco­pic hairs cal­led ci­lia. Five mil­li­on of the­se cells fire im­pul­ses to the brain’s ol­fac­to­ry bulb or smell cen­ter. Such cells are uni­que to the nose. If you de­s­troy a neu­ron in the brain, it’s fi­nis­hed fo­re­ver; it won’t re­grow. If you da­ma­ge neu­rons in your eyes or ears, both or­gans will be ir­repa­ra­b­ly da­ma­ged. But the neu­rons in the nose are re­pla­ced about every thir­ty days and, un­li­ke any other neu­rons in the body, they stick right out and wave in the air cur­rent like ane­mo­nes on a co­ral reef.

noch­mal zur er­in­ne­rung: wir ha­ben 5-6 mil­lio­nen die­ser zel­len, hun­de 200–300 mil­lio­nen. mei­ne ver­mu­tung ist ja, dass so wie wir in bil­dern den­ken, hun­de in ge­rü­chen den­ken. so wie wir uns ge­schich­ten er­zäh­len um in­ne­re bil­der zu kon­stru­ie­ren, kon­stru­ei­ren sich hun­de ihr welt­bild aus ge­rü­chen, den­ken in ge­ruchs­ka­te­go­rien — und: kein wun­der das hun­de so emo­tio­nal sind.


 

aus­ser­dem ge­le­sen:

These whist­le­b­lo­wers aren't really sur­pri­sing anybody with the re­ve­la­ti­on that our biggest tech companies are wildly unethical, don't develop their products re­spon­si­bly, and utterly loathe trans­pa­ren­cy. The fact that they're just now ap­par­ent­ly realizing this raises more than a few questions.

Amusingly, Sam Altman (a few months out from a feature story framing him as an abject sociopath) and Elon Musk (a white su­pre­macist fascist with a head full of con­spi­ra­cy theories and re­crea­tio­nal ketamine) leveraged all the fear to claim the tech industry needs to slow the rate of AI de­ve­lo­p­ment over safety concerns.

via pxlnv.com


66 seen

felix schwenzel in notiert

vor 11 jah­ren ha­ben wir ein paar wan­de­run­gen auf dem 66-seen-wan­der­weg ge­macht. ich habe die wan­de­run­gen in gu­ter ein­ne­rung, aber mir fehl­te im­mer der über­blick, wie viel des wan­der­wegs wir denn jetzt ab­mar­schiert ha­ben. und ich habe lust den kreis wei­ter zu schlies­sen. da­mals habe ich die seen ge­zählt, an de­nen wir vor­bei­ge­kom­men sind, stand jetzt: 14 von 66.

ges­tern hat­te ich das be­dürf­nis das zu vi­sua­li­sie­ren. tat­säch­lich habe ich wohl bei der letz­ten wan­de­rung auch gpx-tracks an­fer­ti­gen las­sen und auch eine ent­spre­chen­de il­lus­tra­ti­on.

aber die gpx da­tei­en selbst konn­te ich jetzt (na­tür­lich) nicht mehr fin­den. also hab ich mich ge­fragt, ob ich aus al­len bil­dern die ich da­mals mit dem ta­schen­rech­ner ge­macht habe die geo-da­ten und timestamps ex­tra­hie­ren könn­te und dar­aus eine gpx-da­tei bau­en könn­te. es zeigt sich: das geht er­staun­lich gut. das habe ich dann mit al­len 5 wan­de­run­gen ge­macht und konn­te so ei­nen über­blick er­stel­len, den ich in mit ei­ner neu­en samm­lung kom­bi­niert habe: samm­lung 66 seen wan­de­run­gen

vor 11 jah­ren klag­te ich dar­über, dass ich so­vie­le fo­tos ge­macht habe, dass ich platz­pro­ble­me auf dem ta­schen­rech­ner hat­te und dass un­se­re ak­kus ge­ra­de mal so hiel­ten:

ob­wohl wir die han­dys die meis­te zeit off­line im flug­zeug­mo­dus hat­ten, reich­ten un­se­re ak­kus ge­ra­de so die neun stun­den die wir un­ter­wegs wa­ren. das nächs­te ge­rät das ich mir kau­fe wird ein mo­bi­les akku-pack sein, um un­ter­wegs die han­dys la­den zu kön­nen.

das akku-pack von da­mals habe ich noch im­mer und nut­ze es im­mer noch. man­che din­ge hal­ten auch heu­te noch er­staun­lich lan­ge. und die platz- und akku-pro­ble­me soll­ten heu­te auch kein so gros­ses pro­blem mehr sein. aber wir wa­ren für eine wan­de­rung neun stun­den un­ter­wegs? herr­je, wa­ren wir da­mals am­bi­tio­niert.

trotz­dem: ich habe mir jetzt drei stre­cken raus­ge­sucht die man mit der bahn oder dem auto an­fah­ren kann und nach der wan­de­rung be­quem mit der bahn zum aus­gangs­punkt oder wie­der nach hau­se fah­ren kann.

und mit die­sem ar­ti­kel set­ze ich mich un­ter zug­zwang das jetzt wirk­lich mal an­zu­ge­hen. 

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NET­FLIX

felix schwenzel in notiert

net­flix star­te­te 2014 in deutsch­land. ich habe seit no­vem­ber 2010 ein net­flix kon­to. of­fen­sicht­lich habe ich mich dort da­mals mit ei­ner ame­ri­ka­ni­schen adres­se an­ge­mel­det und $8,99 pro mo­nat be­zahlt. mei­ne ein­zi­ge er­in­ne­rung an net­flix im jahr 2010 ist, dass ich es schau­en konn­te, aber dass sehr viel ge­buf­fert wer­den muss­te. mein in­ter­net­an­schluss oder die trans­at­lan­tik-lei­tun­gen wa­ren da­mals noch nicht gut ge­nug da­für. in mei­nem mail­ar­chiv sehe ich, dass ich mein kon­to dann schon im de­zem­ber 2010 on hold ge­setzt habe. im ok­to­ber 2011 habe ich es wie­der re­ak­ti­viert und im fe­bru­ar 2012 hab ich das kon­to ge­löscht.

2012 und 2013 schick­te mir net­flix dann alle paar mo­na­te nach­rich­ten mit dem be­treff

fe­lix, come back to Net­flix to­day.

im sep­tem­ber 2014 hab ich das kon­to re­ak­ti­viert und dann auch in euro be­zahlt. zu­erst 7,99 € pro mo­nat, dann 8,99 € um auf „zwei bild­schir­men“ gu­cken zu kön­nen. im april 2015 woll­te ich net­flix auf vier bild­schir­men gu­cken und zahl­te ab dann 11,99 €.

im no­vem­ber 2017 sehe ich die ers­te preis­er­hö­hung auf 13,99 €.

The cost of your Pre­mi­um plan (4 screens at a time + Ul­tra HD) has ch­an­ged to €13.99 a month. This ch­an­ge ta­kes ef­fect Sun­day, De­cem­ber 17th, 2017.

im mai 2019 gings hoch auf 15,99 €, im april 2021 auf 17,99 €, im mai 2024 auf 19,99 €. im sep­tem­ber 2025 zog net­flix die ac­count sha­ring dau­men­schrau­ben an und da­mit das kind wei­ter net­flix schau­en konnt, ha­ben wir für 3,99 € pro mo­nat ei­nen „ex­tra mem­ber slot“ ge­kauft. mach­te in sum­me dann 23,98 € pro mo­nat.

im ok­to­ber 2025 stieg der preis für an­ton um ei­nen euro: 24,98 €.

am 10. sep­tem­ber kün­dig­te net­flix an, dass un­ser mo­nat­li­cher preis bald auf fast 30 € stei­gen wür­de, auf 21,99 € + 5,99 € = 27,98 €.

das fühl­te sich nicht mehr gut an. in mei­ner er­in­ne­rung war das letz­te was ich mit ver­gnü­gen auf net­flix ge­se­hen habe dri­ve to sur­vi­ve vor un­ge­fähr ei­nem jahr. weil ich ja nach­gu­cken kann, sehe ich, dass ich auch ne­mi­sis mit re­la­tiv gros­sem ver­gnü­gen ge­se­hen habe und eine fol­ge chefs ta­ble1. da­für lohnt es sich nicht fast 30 € pro mo­nat aus­zu­ge­ben.

von 9 € auf 28 € in 9 jah­ren sind un­ge­fähr 13% stei­ge­rung pro jahr. dem­nach wür­de uns net­flix in 9 jah­ren 87 € pro mo­nat kos­ten.

Hi fe­lix,
We can­ce­led your mem­ber­ship be­cau­se you did not agree to the new pri­ce. It will take ef­fect at the end of your bil­ling pe­ri­od. You can con­ti­nue wat­ching un­til Oc­to­ber 9th, 2026.
Come back any­ti­me to en­joy the best TV shows & mo­vies. Your pro­files and pre­fe­ren­ces will be wai­ting for you for 24 months.
[…]
The Net­flix team


nach­trag:
ich hab die pro­gres­si­on der net­flix prei­se et­was un­güns­tig be­rech­net. rück­bli­ckend auf die ver­gan­ge­nen neun jah­re gabs bei uns ca. 13% preis­stei­ge­rung pro jahr, aber 13% preis­stei­ge­rung pro jahr zu pro­je­zie­ren er­gibt ein ex­po­nen­ti­el­les wachs­tum und 87 €. so weit geht net­flix dann wohl nicht. li­ne­ar pro­je­ziert sind es dann wohl nur 44 bis 55 €. hier ein­mal auf­ge­zeich­net. 


  1. sind doch ein paar mehr sa­chen ge­we­sen, die ich im letz­ten jahr auf net­flix ge­se­hen habe als ich zu­nächst dach­te. hat­te das al­les nicht so sau­ber ver­schlag­wor­tet. ↑︎


13.09.2026

felix schwenzel in notiert

wenn ich eins in den letz­ten jah­ren in der kü­che ge­lernt habe, dann ist es re­zep­te als ein­stiegs­punkt zu neh­men und dass man kei­ne hem­mun­gen beim neu-kom­bi­nie­ren ha­ben soll­te. pes­to kann man zum bei­spiel aus fast al­lem ma­chen: ir­gend­wel­che nüs­se, gu­tes öl, par­me­san und ir­gend­was mit far­be und ge­schmack. das kön­nen, ganz klas­sisch, kräu­ter sein, to­ma­ten oder rote bete. geht al­les, schmeckt al­les. bei sup­pen ist es da glei­che, eine gute ba­sis, eine ein­la­ge da­mit was was zu kau­en hat und ir­gend­was crun­chi­ges.

heu­te habe ich die gute alte blu­men­kohl­sup­pe nach anke grö­ners re­zept wie­der mal ge­macht. die frit­tier­ten rote bete flöck­chen im re­zept sind so un­ge­fähr das le­ckers­te was es gibt, aber wir hat­ten kei­ne rote bete. also hab ich die kör­ner von zwei mais­kol­ben im air­fry­er ge­rös­tet. das er­gab auch eine tol­le mahl­zeit.

dar­über hab ich schon­mal ge­schrie­ben: ro­bert alex­an­ders Blogroll Net­work Map. ich bin da jetzt auch drin und man sieht ein paar re­la­tio­nen des teils der deut­schen blogs­s­hä­re, de­ren teil ich bin. und wenn man sei­nen feed­rea­der rich­tig voll ma­chen will, könn­te man die > 5000 feeds aus der bubbles-blogroll im­por­tie­ren. je­den­falls schön, dass das the­ma blogrolls ge­ra­de so viel auf­merk­sam­keit be­kommt und vie­le men­schen ihre blogrolls auf vor­der­mann brin­gen oder so­gar ma­schi­nen­les­bar ma­chen. ich hab in den letz­ten wo­chen ei­ni­ge neue feeds in mei­nen feed­rea­der ge­wor­fen.

auf emp­feh­lung von b30 hab ich mir auch lire in­stal­liert und tes­te das ge­ra­de. bis­her war ree­der clas­sic der RSS rea­der mei­ner wahl auf dem ta­schen­rech­ner, aber da gibts seit mo­na­ten oder gar jah­ren kei­ne ent­wick­lung mehr und der (new) ree­der ist auch nicht so mein ding.

auf dem lap­top nut­ze ich wei­ter­hin das web­front­end von mi­ni­flux.


ich habe in den letz­ten ta­gen vie­le klei­nig­kei­ten hier an der web­site re­pa­riert und ge­baut, die mich ent­we­der schon län­ger nerv­ten oder die ich mir schon lan­ge wünsch­te. be­son­ders er­freut es mich, dass bei­trä­ge sich jetzt bes­ser un­ter­ein­an­der ver­net­zen. samm­lun­gen ver­wei­sen auf bei­trä­ge und die dann wie­der zu­rück zur samm­lung, ar­ti­kel die ich selbt ver­lin­ke set­zen au­to­ma­tisch eine back­link („sei­ten die hier­her lin­ken“) und sei­ten die ich in ar­ti­kel ein­bet­te ver­wei­sen jetzt auch zu­rück auf die sei­te in der sie ein­ge­bet­tet sind. die­ser ar­ti­kel hat zum bei­spiel schon sehr vie­le back­links ge­sam­melt.

aber am meis­ten freue ich mich über ein klei­nes fea­ture, über das ich mich wun­de­re, dass es mir noch nicht viel frü­her ein­ge­fal­len ist. am fuss je­des bei­trags steht das ver­öf­fent­li­chungs­da­tum. und statt das da­tum ein­fach nur da­hin zu schrei­ben, ver­lin­ken der tag, mo­nat und das jahr auf die je­wei­li­gen ar­chiv­sei­ten. heu­te am 13.09.2026 sähe das so aus. das ist wirk­lich prak­tisch wenn ich zu­fäl­lig auf ei­nem al­ten ar­ti­kel von mir lan­de und se­hen will was ich sonst so an die­sem tag ge­trie­ben habe. zum bei­spiel wa­ren wir heu­te vor 10 jah­ren an die­sem tag in tsche­chi­en.


green­wa­shing kennt ja mitt­ler­wei­le je­der. pink­wa­shing kann­te ich noch nicht, hab ich aber schon öf­ter be­ob­ach­tet (LGBTQ+-freund­lich­keit zu image­zwe­cken her­aus­stel­len). aber wie wür­de man das hier auf dem foto nen­nen? ass­wa­shing er­gibt ja ir­gend­wie kei­nen sinn? 

plakat mit der aufschrift „mario barth’s RTL — wir helfen kindern — kinderhaus“ am romanshorner weg in berlin.

weil ja be­kann­ter­mas­sen bald wie­der weih­nach­ten ist, kann ich be­reits den ers­ten weih­nacht­markt an­kün­di­gen. wie letz­tes jahr, hat sich die bei­fah­re­rin mit ein paar an­de­ren küns­te­rin­nen zu­sam­men­ge­tan, um in der vor­weih­nachts­zeit klei­ne ar­bei­ten zum ver­kauf an­zu­bie­ten.

die beus­sel bi­en­na­le 2026 in der beus­sel­stras­se. vom 28. bis zum 29. no­vem­ber. 

flyer der beussel-biennale, eine vorweihnachtliche verkaufsausstellung  mit arbeiten von charlie broecker, esther enzian, benji hanoben, lisa herfeldt, anton kelm, katia kelm, franca laufer, henrieke ribbe, luise thiele und sebastian zarius.

„die wahr­schein­li­che wahr­heit“

felix schwenzel

mads pan­kow hat mich vor ein paar ta­gen zu sei­ner buch­vor­stel­lung ein­ge­la­den. das buch schien mir in­ter­es­sant also hab ichs mir ge­kauft und zu­ge­sagt zur buch­vor­stel­lung zu kom­men („wg. Wein, Stüh­le“).

ich woll­te das buch bis heu­te durch­ge­le­sen ha­ben, aber es kam so vie­les da­zwi­schen, die neue staf­fel re­a­cher, eine gute fol­ge stran­ge new worlds, ar­beit, noch mehr ar­beit und you­tube. 49% pro­zent le­se­fort­schritt zeigt mir ap­ple books an. das buch ge­fällt mir sehr. 20% der 49% pro­zent, die ich bis jetzt ge­le­sen habe, hat mads pan­kow zu ei­nem vor­trag kom­pri­miert, den er heu­te zu sei­ner buch­vor­stel­lung hielt. der vor­trag ge­fiel mir auch gut, aber ge­schrie­ben ge­fällt mir sei­ne stim­me bes­ser. nicht dass sei­ne vor­trags­stim­me un­an­gen­hem wäre, aber sei­ne stim­me im buch ist an­ge­nehm schlüs­sig, un­auf­ge­regt und auf eine un­kom­pli­zier­te art ge­schlif­fen. aber dazu mehr, so­bald ich 100% ge­le­sen habe.

mir fällt jetzt auf, dass ich wie ein LLM schrei­be, oder so, wie mads pan­kow be­schreibt, wie ein LLM schreibt. es setzt sei­ne tex­te aus wör­tern zu­sam­men, die am wahr­schein­lichs­ten zu den vor­he­ri­gen wör­ter pas­sen. ich bil­de mir zwar ge­le­gent­lich ein, vor dem schrei­ben eine lei­se idee da­von zu ha­ben was ich schrei­be, aber was ich tat­säch­lich schrei­be er­gibt sich ei­gent­lich aus dem was ich schrei­be. viel­leicht ist der grund, war­um wir von LLMs ge­ne­rier­te tex­te so sehr ver­ach­ten, dass sie das so ähn­lich wie wir ma­chen, nur (schein­bar) mü­he­lo­ser und ge­le­gent­lich bes­ser oder schlech­ter als wir. das ist aber nur so ein ge­dan­ke und dass sich jetzt ganz vie­le men­schen ge­dan­ken um die­ses gan­ze KI-ge­döns ma­chen ist bit­ter nö­tig — weil weg­ge­hen wird das al­les nicht mehr — und die ge­sell­schaft­li­chen, phi­lo­so­phi­schen und mo­ra­li­schen um­wäl­zun­gen die das al­les ha­ben wird dürf­ten mas­siv sein. das zu­min­dest zeigt mads pan­kows buch ziem­lich gut und, wie ge­sagt, un­auf­ge­regt, weit aus­ho­lend, aber nach­drück­lich und strin­gent.

ich bin nicht mehr für den wein ge­blie­ben, da­mit ich in der bahn und zu­hau­se wei­ter­le­sen konn­te. 

mads pankow erzählt aus seinem buch „die wahrscheinliche wahrheit“

wahr­schein­lich in­ter­es­sant

ursprünglich veröffentlicht am 11.09.2026