Seit März 2011 logge ich mich mit Hilfe von Foursquare/Swarm an Orten ein. Insgesamt 3004 Check-ins zeigt mir die App an.
Swarm wirkt aus der Zeit gefallen. Die App ist irgendwie stehengeblieben (und ich liebe das), weil sie sich nicht gewandelt hat. Sie wollte nie mehr sein, als sie ist – es gab keine Enshittification. Bis jetzt.
Jetzt wurde das Unternehmen Foursquare verkauft. An eine Ad-Tech-Firma. Und ich denke, das ist der Zeitpunkt ‚Adieu‘ zu sagen.
so sieht das bei thomas aus, wenn man dreitausendmal irgendwo „eincheckt“:
ich nutze foursquare/swarm seit 13 jahren und zähle ca. 1000 checkins. so richtig verstanden habe ich das einchecken nie. foursquare selbst verstand ich, das war vor 10 jahren ein ganz brauchbares tool für restaurant- oder sehenswürdigkeitssuche an fremden orten. das macht man heute mit google maps, auch wenn das mittlerweile auch kaputt ist, weil google maps für unternehmen so wichtig geworden ist, dass sämtliche negativ-bewertungen weg-beschwert werden.
seit 2025 nutze ich swarm wieder aktiv, um bilder und orte via ownyourswarm in wirres.net zu schaufeln. ungefähr 260 checkins haben sich so seit ende 2025 angesammelt. bilder und orte kann ich auch anders ins blog schaufeln, aber mit swarm und ownyourswarm finde ich das besonders einfach. so checke ich jeden tag, wenn ich dran vorbeikomme, an einem bestimmten baum in den rehbergen ein.
anders gesagt: swarm interessiert mich eigentlich nur minimal, aber es ist ein ganz gutes werkzeug um mein blog mit geogetaggten bildern zu füllen. so sieht das im ergebnis bei mir aus:
alle beiträge auf wirres.net mit einem geotag
an der zahl der einträge auf der karte sieht man, dass die 260 checkins nur einen kleinen teil meiner beiträge mit geotags ausmachen. auch meine instagram-importe („sofortbilder“) haben geoinformationen und auch normale beiträge bekommen — sofern sinnvoll — geoinformationen angehängt.
dass foursquare von einem ad-tech-anbieter aufgekauft wirde hab ich erst bei thomas erfahren. aber solange die app funktioniert werde ich überall dort, von wo ich mal eben schnell ein foto posten will, einchecken. und wenns nicht mehr geht, mach ichs dann mit quill. das geht genau so einfach, nur mit ein paar klicks mehr — und am ende landet eh alles hier.
als ich vor dreizehn jahren anfing die wohnung zu automatisieren gabs fernsteuerbare steckdosen eigentlich mehr oder weniger nur auf basis von 433mhz funk. steckdosen die man mit einer fernbedienung schalten konnte. mittlerweile gibts fernsteuerbare steckdosen in jeder geschmacksrichtung und mit jedem erdenklichen funkprotokoll. zigbee, wlan, matter, bluetooth.
nur klacken tun sie ausnahmslos alle. zu 433-mhz-zeiten hat sich in den niederlanden ein system mit dem namen KlikAanKlikUit (KAKU) verbreitet. das klacken der steckdosen wurde damit sogar zum markenzeichen. ich frage mich: warum? technisch sind auch relais möglich die nicht klacken. solid-state-relais ermöglichen geräuschloses schalten. soweit ich verstehe sind sie allerdings teurer und technisch etwas komplizierter.
das hauptproblem finde ich aber, dass sich das klacken bei vielen steckdosen schrecklich anhört. wenn man bedenkt, dass in modernen autos jedes geräusch gestaltet ist, vom zufallen der autotür bis zum blinker — wobei das blink-geräusch schon seit jahrzehnten synthetisiert wird, weil blinken ohne relais oder bimetall zuverlässiger ist.
an fernsteuerbaren steckdosen hat sich offenbar noch nie ein sound-ingenieur versucht.
zum schalten hab ich damals keine schaltbare steckdose benutzt, sondern ein relais aus china das ich mit 433mhz-funk steuern konnte. weil ich damals ein bisschen angst vor billiger china-ware hatte, hab ich das relais in eine mehr oder weniger luftdichte und feuerfeste aufputz-dose gesteckt. die unbeabsichtigte folge davon war ein ein wohlklingendes, sattes und angenehmes klacken beim schalten.
jetzt hat das relais seinen geist aufgegeben, entweder aus altersgründen, weil billige kondensatoren verbaut waren oder es überhitzte. als ersatz habe ich es mit einer ikea inspelning-steckdose ersetzt. deren fieses klacken hab ich keine drei tage ausgehalten und mir einen shelly bestellt, den ich wieder in die aufputz-dose stecken kann. erstmal war ich beeindruckt von der packungs- und der gerätegrösse.
und jetzt bin ich so begeistert vom gedämpften, gesättigten klacken, dass ich die neon-leuchte die ganze zeit ein und ausschalte.
den shelly finde ich auch beeindruckend. so klein und doch alles an bord: matter, wifi, bluetooth, mqtt, verbrauchsmessung — alles für 12 € (bei amazon). da muss man nicht mal mehr in china einkaufen.
weil die beifahrerin kerzen im schlafzimmer haben wollte, brauchte ich einen infrarotsender im schlafzimmer. die konstruktion mit einer infrarot-LED, widerständen und einem transistor hat funktioniert, aber missfiel der beifahrerin (und mir) visuell. zu recht.
am esp8266 hängt neben der 4 × 8 × 8 pixel-matrix ein anwesenheits-radar-sensor (HLK-LD2410B) und eben eine infrarot-LED. mit einer loch-platine und etwas arbeit und einem lötkolben liess sich das verbessern.
esphome ist für solche spielereien ein segen. und mit den letzten releases von esphome hat sich die qualität, stabilität, geschwindigkeit und bedienungsfreundlichkeit nochmals stark verbessert. grossartiges projekt.
in den 90er jahren zog bei uns der der erste macintosh ein: LC II. was ich damals sensationell fand: man konnte zwei monitore anschliessen (weil wir ne grafikkarte dazu gekauft hatten). eigentlich sollte der mac eine art schreibmaschine oder druckmaschine sein. einladungen und adressen auf umschläge drucken. das hat er auch gut gemacht (mit einem angeschlossen drucker).
meine allerliebste beschäftigung mit dem LC II war aber bildschirmschoner anzusehen. ich erinnere mich stundenlang (vielleicht war es auch weniger) auf die after dark screensaver geschaut zu haben. insbesondere die simulation der bouncing balls (wir hatten damals ja nicht viel und ohne inernet gabs nicht viel zu scrollen auf so nem rechner).
heute auf dem morgenspaziergang nix fotografiert ausser dem baum. aber gestern war ja die beifahrerin dabei, deshalb hier ein paar bilder von ihr. ich habe ja selten gelegenheit beim spaziergang fotografiert oder gefilmt zu werden.
heute wars wieder neblig, sehr neblig und (leider) wenig licht. weil die fotos gestern so schön geworden sind, ist heute früh sogar die beifahrerin mit auf den morgenspaziergang gekommen. unterwegs sind uns einige leute mit hunden und spiegelreflexkameras begegnet.
was ich über die bloglesung in münchen am wochenende lese, hört sich alles nach einer sehr schönen veranstaltung an (teil 1, teil 2 und teil 3 bei frau klugscheisser, die alles wichtige verlinkt). ich wäre auch gerne dabei gewesen. aber ich muss sagen, ich war auch gerne zuhause. am samstag habe ich nach dem morgenspaziergang erstmal drei stunden mittagsschlaf gemacht. manchmal ziehe ich an wochenenden das nichtstun dem erleben vor, insbesondere wenn ich vorm ende der woche zuviel oder genug erlebt und getan habe.
nichts zu tun hat interessante effekte: ich spüre dann, wie mir die zeit durch die finger rinnt. wenn ich an veranstaltungen oder unternehmungen teilnehme, spüre ich das nicht und wundere mich dann hinterher, wo die zeit geblieben ist.
wenn mich leute fragen, wie es mir geht, antworte ich meistens: „ich kann nicht klagen“, schiebe dann noch ein „literally“ hinterher und behaupte ich könne es einfach nicht. was einerseits auf zwei bis drei metaebenen witzig sein soll und andererseits nicht stimmt. ich könnte klagen, wenn ich wollte — aber in der regel will ich es nicht.
viele menschen lieben es zu klagen. über alles mögliche, über die jugend, über die rentner, nachbarn, fremde, bekannte, über politiker, KI oder ihr vermeintlich verkorkstes leben.
klagende menschen können sehr witzig sein, zumindest wenn sie auf parschip versuchen vanessa kennenzulernen und sie dann einen sehr witzigen text daraus macht (den sie auf der bloglesung vorgelesen hat).
im herbst scheint mir danach zu sein über meine kerzen zu schreiben, letztes jahr ende september und mitte november und jetzt wieder. letztes jahr habe ich der beifahrerin 3 kerzen geschenkt, von denen sie nur so mittel-begeistert schien. sie stehen seitdem im wohnzimmer und haben das jahr über kaum gebrannt und hinter davor gestapelten sachen verbracht.
aber vor zwei wochen fragte mich die beifahrerin, ob sie nicht auch kerzen im schlafzimmer haben könnte, das sei ja so gemütlich.
mein worte. ich freue mich fast täglich wenn sie abends (automatisch) bei mir im zimmer angehen. das licht und das subtile flackern ist angenehm und beruhigend. die frage ob das realistisch sei, stelle ich mir gar nicht, genauso wie ich mir diese frage nicht beim adaptiven licht stelle, das wir mittlerweile fast überall in der wohnung haben. wenn das licht abends gelbstichiger wird und tagsüber heller und kälter, entspricht es einfach der unbewussten erwartung, die man ans licht hat. nachts, wenn alte menschen aufstehen müssen um aufs klo zu gehen, ist das licht funzelig, morgens um sechs erinnert es einen bereits daran, langsam mal wach werden zu können.
jedenfalls hatte ich noch kerzen auf halde, eigentlich mit der idee die irgendwann mal jemandem zu schenken, aber dann hab ich sie eben der beifahrerin geschenkt und im schlafzimmer aufgebaut.
der witz dieser kerzen ist ja, dass sie alleine an- und aus gehen, ohne dass man das handy oder eine fernbedienung suchen muss oder dass man überhaupt an sie denken muss. in meinem zimmer und im wohnzimmer stehen infrarot-blaster, die das übernehmen, aber im schlafzimmer gabs das nicht. also hab ich (im prinzip) eine infrarot-LED an eine vorhandene, selbstgebaute esp8266-uhr gelötet. ein widerstand und ein transistor waren auch noch nötig, aber damit schalten sich die kerzen jetzt mit dem nachttisch ein und aus. oder in der home app oder einer fernbedienung.
das sind die freuden der heimautomatisierung, wenn sich die mitbewohnerin auch mal drüber freut.
es sollte den ganzen tag stürmisch und regnerisch werden. wars dann auch am morgen, deshalb sind frida und ich nur eine kleine runde vor dem angekündigten regen gelaufen. am nachmittag kam dann die sonne raus und aus den stürmischen böen war auch die luft raus.
die zeitumstellung ging bei allen uhren glatt. nur die mikrowelle und frida müssen noch manuell umgestellt werden oder sich an die gewonnene stunde gewöhnen.
zigbee2mqtt hat sich vermutlich an der zeitumstellung verschluckt, heute früh wollten die meisten lichter nicht mehr angehen, bis ich den container neu gestartet hatte. notiz an mich selbst: automatisierung bauen, die den zigbee2mqtt-container zwei stunden nach der zeitumstellung neu startet.
gestern fiel mir auf, dass meine regenradar daten fehlten. ich beziehe (mehr oder weniger) alle wetterdaten in home-assistant vom deutschen wetterdienst. und der deutsche wetterdienst macht mit diesen wetterdaten, was man als steuerzahlender bürger von einer öffentlich rechtlichen anstalt erwartet: er stellt sie im internet für jedermann, jederfrau und jedermaschine zur verfügung. beim öffentlich rechtlichen fernsehen ist das ja nicht so, da wird weiterhin depubliziert und funktionierende urls in 404s verwandelt.
dehalb möchte ich hier ein kurzes loblied auf den DWD singen. ich bekomme alle aktuellen wetterdaten von der wetterstation in tegel und vorhersagen die sich stündlich aktualisiert werden. damit sehe ich auf einen blick wie es morgen wird: trocken, am nachmittag etwas sonne, leicht böig und wolkig bei temperturen um die zehn grad.
ausserdem liefert der DWD auch einen regenradar der mir in den letzten 2 oder 3 jahren ziemlich genau sagen konnte ob und wieviel es in den nächsten zwei stunden regnen wird. das schöne ist ja, wenn man die daten einmal hat, kann man damit machen was man will. wetter- oder regenwarnungen auf bildschirmen oder mit subtilen lichteffekten im flur, so dass man am lichteffekt ablesen kann ob und wieviel regen es beim verlassen der wohnung geben wird. nachrichten aufs telefon und neuerdings unterstützt home-assistant auch live-aktivitätsanzeigen, die dann durchgehend die stärke des regens über die nächsten zwei stunden anzeigt.
jedenfalls funktionierte das abholen genau dieser regenradar-daten seit gestern nicht mehr. der DWD stellt die daten jetzt in einem moderneren format und an anderer stelle zur verfügung. weil ich mir noch vor den zeiten von künstlicher intelligenz selbst ein script zusammengegooglet habe um diese daten zu holen und in home-assistant weiterzubearbeiten, konnte ich das mit coding-assistenz ziemlich schnell wieder fixen. der maintainer meiner lieblings HA custom-integration (dwd weather) brauchte noch einen tag länger. weil diese custom-integration seit ein paar monaten auch radardaten von DWD ausliest (wenn man das will), brauche ich eigentlich keinen eigenen radar-daten scraper mehr, aber weil ich die radardaten auch haben will, wenn ich nicht zuhause bin, brauche ich das doch noch.
home assistant weiss ja jederzeit wo ich bin und holt dann die radar daten von genau dieser geolocation — um mir dann, falls es bald regnen sollte, bescheid zu sagen.
aber dafür gibts doch apps, höre ich die lesenden sagen. ja, so halb. carrot weather bietet das an, aber das mit dem benachrichtigen funktioniert immer nur so halb (also oft nicht) und ich habe das gefühl, dass die daten nicht so genau sind.
nano, eine ios-app die ihre daten auch vom deutschen wetterdienst zieht und schön darstellt, kann auch regenwarnungen basierend auf radar-daten auf den sperrbildschirm zaubern, aber das muss ich noch weiter testen.
rené hat das thema modelbauen aufgegriffen und mich dazu gebraht jemandem 90 minuten dabei zuzuschauen ein revel-modelbauauto zusammenzubauen und anzumalen. rené findet das entspannend, ich auch, aber das war mir dann doch etwas fummelig und kleinteilig und perfektionitisch um mich zu inspirieren. sowas will ich nie selbst machen! aber dabei zugesehen habe ich fasziniert und gerne. (teil 1, teil 2 und teil 3 auf youtube)
weil ich die daten ohnehin habe, bzw. seit jahren manuell tracke, habe ich mir gedacht mal eine übersichtsseite zu machen, auf der ich alle erwähnungen bei rivva aufliste. weil ich diese erwähnungen seit 2011 sammle, ist die liste ziemlich lang geworden (wirres.net/rivva). und man sieht, dass ich nach ein paar jahren abwesenheit in den letzten anderthalb jahren wieder gelegentlich von anderen ins internet schreibenden verlinkt werde.
gestern einen grossen topf chili con carne gemacht der uns auch heute noch befriedigt hat und morgen mit dem frühstück zu neige gehen wird. das beyond hack hat sich gut darin gemacht und der mais von zwei frischen maiskolben auch. dieses chili zu kochen ist herrlich einfach und unkompliziert und effizient. wenn mich jetzt jemand fragen würde, was ich auf eine einsame insel mitnehmen würde, wären es 200 dosen mutti tomaten und je 100 dosen kidney bohnen, kichererbsen und mais (oder die getrockneten varianten davon).
ich habe früher regelmässig briefe geschrieben. auch wenn es über 30 jahre her ist, erinnere ich ich daran, dass es ein grossses vergnügen war. wenn ich briefe schrieb, bekam ich auch briefe zurück. also nicht die unangenehmen oder langweiligen dinger die die post heutzutage in den briefschlitz drückt (werbung, (ab-) rechnungen, todesanzeigen), sondern texte, die sich jemand für mich persönlich ausgedacht hatte. entweder um mich zu unterhalten, zu informieren, zu erfreuen oder nach meinem wohlergehen zu erkundigen. ohne die intention mir etwas verkaufen zu wollen oder nach geld zu fragen (meistens).
der unterschied zwischen briefen und modernen kommunikationformen ist nicht in erster linie das medium. briefe wurden zwar meistens auf papier geschrieben oder gedruckt und in papierumschlägen verschickt, aber das entscheidende war die sorgfalt, die mühe und die zeit die man in briefform goss.
briefe schrieb man damals nicht um aufmerksamkeit zu bekommen, sondern um aufmerksamkeit zu geben.
moderne textformen die briefen nahekommen gibt es natürlich weiterhin: newsletter, blogbeiträge, essays die mit mühe und sorgfalt erstellt werden.
aber wer schreibt heute noch essays für eine einzige person?
ich nicht. damit habe ich tatsächlich vor etwas über 30 jahren aufgehört — vermutlich aus effizienzgründen.
damals hab ich mir überlegt, dass es doch viel effektiver wäre, wenn ich briefe so verfasse, dass ich sie an mehrere leute senden kann. deshalb setzte ich in mit yahoo eine liste auf, fügte alle meine freunde hinzu, die damals schon email hatten, und schickte ihnen updates aus meinem leben. im gegenteil zu briefen die man einer einzelnen person schickt, schrieb nie jemand zurück. aber das gefiel mir trotzdem, bis auf die aufdringlichkeit die so ein newsletter hat. diese effizienteren, aber eben auch unpersönlicheren briefe buhlten um die gleiche aufmerksamkeit und drückten sich in die gleiche inbox, in die eigentlich nur briefe gehörten.
statt mit druck, wollte ich lieber mit sog arbeiten. unter einer festen adresse ins internet schreiben schien mir eine gute lösung und klügere leute als ich hatten dafür auch gerade kostenlose software entwickelt mit der man genau das machen konnte.
seitdem ich mir ezpublish auf einem server installiert habe, schreibe ich briefe an viele ins internet. aber einen brief an eine einzelne person hab ich seitdem nicht mehr geschrieben. oder erinnere mich nicht mehr daran. schade eigentlich.
st rule of RSS Club is “Don’t Talk About RSS Club”.
nd rule of RSS Club is “Don’t Share on Social Media”.
rd rule of RSS Club is “Provide Value”.
Don’t talk about it. Let people find it. Make it worthwhile.
aber weil regeln natürlich dazu da sind sie zu brechen, vor allem selbst auferlegte, mache ich es doch. einerseits weil das exklusive veröffentlichen im RSS tatsächlich spass macht und andererseits weil ich mir in diesem rahmen eine weitere, neue regel auferlegen kann. oder besser, eine neue gewohnheit angewöhnen kann: regelmässig oder (ungefähr) jede woche einen text zu veröffentlichen, der nicht in ein paar stunden hingerotzt ist, sondern über ein paar tage hinweg.
und es hat interessante effekte diese texte halböffentlich zu veröffentlichen, von suchmaschinen und social media seiten auszuschliessen. obwohl ich mir mühe gegeben habe die rss-club texte gut zu verstecken — oder zumindest auf alle internen links und auflistungen zu verzichten, lecken die texte trotzdem ein bisschen in die welt ausserhalb meiner feeds. so bläst der bubbles bot die texte in mastodon, es gibt zwei, drei lecks auf der rückseite und web-reader, wie der von konstantin, zeigen die texte auch. aber suchmaschinen sehen die texte nicht, rivva und bots, die sich an die regeln halten, auch nicht.
die spannende frage (an mich selbst) ist, wie lange ich das durchhalte (ungefähr) alle sieben tage was zu schreiben, das „worthwhile“ ist.
die andere spannende frage ist, hilft das rss-reader wieder attraktiver zu machen? ich finde ja eigentlich, dass exklusivität, genau wie relevanz, firlefanz ist, aber hier passt die exklusivität, die einschränkung auf einen ausgabekanal, weil ich mich damit zu etwas mehr sorgfalt und mühe nudgen kann und mich alle (ungefähr) sieben tage an etwas bsonderem versuchen kann. rss-exklusive texte sind ein bisschen wie ostereier, überraschungseier oder easter eggs.
für den mac kann ich netnewswire empfehlen. netnewswire runteraladen, ein paar opml-feeds runterladen (hier oder hier), in netnewswire importieren, wirres.net/feed abonnieren, lesen.
feedly habe ich früher auch mal länger benutzt (jetzt nutze ich miniflux), bis zu 100 feeds und opml lassen sich auch in feedly mit einem kostenlosen konto nutzen. oder wer rivva unterstützt, kann mit rivva 5 auch den rivva feedreader nutzen.
kürzlich hab ich ja drüber nachgedacht was „bloggen, als ob niemand mitliest“ für einzelne ins internet schreibende bedeuten könnte. goethe wollte da auch was zu sagen:
Wer aber nicht eine Million Leser erwartet, sollte keine Zeile schreiben.
der kontext ist, dass goethe für seinen werther viel kritik von zeitgenossen einstecken musste, er diese kritik aber wegsteckte, weil er ahnte dass viele andere seinen text schätzen würden. auch wenn sich der satz grosskotig und nach SEO-optimierung anhört, könnte er damit durchaus sowas ähnliches gemeint haben wie „bloggen, als ob niemand mitliest“: man sollte durchaus mit dem anspruch schreiben viele menschen erreichen zu können, aber auf den drang verzichten können, jedem einzelnen gefallen zu wollen.
connor von den „Pre Internet Labs“ beim bauen des miniatur-blockbusters zuzuschauen fand ich sehr inspirierend. plötzlich habe ich einen neuen eintrag auf meiner bucket liste: auch mal ne fotorealistische miniatur bauen. faszinierend was man heutzutage alleine mit modernem LED-licht machen kann.
ich hab ja als kind auch ne modeleisabahn gehabt und meine der gedanke an dioramen oder nachbildungen der realität in kleinem massstab hat mich immer zum träumen gebracht. solche dinge zu tun hat zwar einen sehr bierseligen und ultrakonservativen ruf, aber mein traum war weniger die vergangenheit abzubilden, als die triste gegenwart. das macht die blockbuster-miniatur eigentlich ziemlich gut, auch wenn es die triste realtität von vor ein paar jahrzehnten ist. aber das kann man ja wohl noch als „jetzt“ gelten lassen.
beim morgenspaziergang am sonntag kam mir die idee einfach mal von einer modelleisenbahn zu träumen die einfach nur — massstabsgetreu und nicht miniaturwunderlandtisiert — das gleisgefüge am und um den bahnhof gesundbrunnen abbildet oder simuliert. ich mein’ da ist einiges los und das auf eine gewisse art auch mehrdimensional. wahrscheinlich würde mich schon die planung einer solchen anlage ausreichend befriedigen und ich müsste sie gar nicht bauen. aber das vermeintlich verzwirbelte gleischaos, voller abzweigungen, überbrückungen und überlagerungen gedanklich zu entwirren und nachzuzeichnen und zu verstehen, das wäre auch ein guter bucketlist eintrag.
I built a thing. I LOVED making it. It's called TinyLittleOffice. It's a web office suite (word processor, outliner, decks, spreadsheet, calculator, drawing tool, diagram maker, animator, calendar, trip planner) that stores the docs in your URL. tinylittleoffice.com?c=hgmcggn#/v...
auch snelle.tools funktionieren wie tinylitteloffice grösstenteils im browser (beim text diff zum beispiel: „alles bleibt in deinem Browser, nichts wird verschickt“). der lecktest (den ich ich hier schon kurz erwähnte) hat natürlich eine serverkomponente, aber vieles funktioniert einfach und datensparsam im browser, mit javascript zauberei. faszinierend!
mir kommt es vor als läge berlin am polarkreis. morgens wird es nicht mehr richtig hell. heute zumindest. obwohl wir extra spät losgingen, wars wirklich düster.
wir sind vom wedding zum prenzlauer berg gelaufen. richtung prenzlauer berg wurde es zwar nicht heller, aber je näher wir dem prenzlauer berg kamen, desto höher wurde die anzahl einladender cafés. oder wie ich momentan sagen würde: die dichte der einladenden kohlenhydrate-, zucker- und koffein-dealer verhält sich offenbar umgekehrt proportional zur entfernung vom prenzlauer berg.
es ist wirklich erstaunlich wie emotional ich auf kaffeehaus-geschirrgeklimper und stimmen-wirrwar reagiere. oder kaffeeduft und gedimmtes, gelbstichiges licht die aus solchen läden strömen. nur die auslagen in den theken und den regalen reizen mich nicht mehr. das ist erstaunlich, denn früher wäre ich für eine gute cinnamon roll oder ein nata oder croissant meilenweit gegangen. jetzt hab ich morgens bock auf deftig. während des spaziergangs meditierte ich darüber wie ich mir den restlichen krautsalat von gestern abend heute früh verlängern würde. mit frisch blanchierten bohnen und zwei stangen surimi, etwas sahne und sojasauce hat mir das dann späer zuhause mehr freude bereitet als eine süssspeise.
ansonsten war der spaziergang ein deutlicher hinweis der welt darauf, dass jetzt die trübe jahreszeit begonnen hat und die stadt noch etwas trübseliger wirkt als sonst.
wenn man die augen zusammenkneift, kann man am gesundbrunnen kurz das gefühl generieren in manhattan zu sein. aber das gefühl hält nicht lange.
andererseits ist auch manhattan trübselig und wandelt sich mit brutaler härte. am s-bahnhof schönhauser allee sind überall alte fotos in die kacheln und wände eingearbeitet. bilder aus der zeit vor dem mauerfall oder den weltkriegen. nichts ist mehr so wie früher, fast kein laden den es noch vor 5 oder 10 jahren gab gibt es noch. das espresso house das vor ein paar jahren noch am eingang der arcaden war, ist jetzt über die strasse gewandert und hat die räume des ehemaligen balzac coffee übernommen. da wo früher das espresso house war ist jetzt ein starbucks. die einen kommen, die anderen gehen und dann kommen wieder andere. auch mit autoteilen scheint man offline heutzutage kein geschäft mehr machen zu können.
auch auffällig wie schnell das neue berlin altert. diese neubauten am gesundbrunnen, bzw. bärbel-bohley-ring sind gerade mal zehn jahre alt und scheinen nicht in würde altern zu wollen. kann natürlich sein, dass diese neubauten in sonnenlicht weniger trübsal blasen.
das ehemalige umspannwerk an der kopenhageren strasse altert dagegen ziemlich würdevoll, auch nach gut hundert jahren.
insgesamt 6 kilometer gelaufen und um die zwei stunden unterwegs gewesen.