mein vortragsvorschlag für die republica 2026

ich habe 90 minuten vor dem ende der deadline meinen vortragsvorschlag für die republica dieses jahr eingereicht. eigentlich wollte ich meine einreichung zuerst um die idee wickeln die eine fernsehserie (pluribus) in mir geweckt hat: was, wenn es gar nicht so toll ist, wenn in der welt frieden herrscht, alle zufrieden sind und sich gegenseitig lieben? diese höchst kontraintuitiven gedanken würde ich gerne auswalzen und trotzdem die frage beantworten, wie man angesichts der weltlage optimismus und motivation auf einem erträglichen niveau hält.
am ende isses dann etwas generischer geworden und angesichts der vielen vorbereitungsarbeit die so ein vortrag und die vorab aufgestellten steilen thesen bedeuten, wünsche ich mir beinahe, dass mein vorschlag dieses jahr abgelehnt wird.
das habe ich eben eingereicht:
Die Welt ist scheisse — und das ist auch gut so
Sobald wir akzeptieren, dass die Welt voller Ungerechtigkeit, Schmerz und Absurdität ist, können wir uns dem Schönen zuwenden. Das Schlechte ist nicht wünschenswert, aber notwendig. Es ist der Rohstoff, aus dem Sinn, Kunst, Fortschritt und Optimismus überhaupt erst entstehen.
Die Welt in der wir leben hat nichts mütterliches, auch wenn der Volksmund das seit Jahrtausenden behauptet. Die Welt macht ihr Ding, nimmt ihren Lauf und beachtet uns Menschen nicht weiter. Wir Menschen machen es uns Menschen auch nicht gerade leicht, im Gegenteil. Aber genau die Feinseligkeit und Absurdität der Welt ist die Quelle aus der wir Optimismus, Kraft für Veränderung und Glück schöpfen können. Optimismus muss keine Schönfärberei sein und ist nicht der Glaube, dass alles gut wird. Optimismus ist die Entscheidung, in einer beschissenen Welt trotzdem Bedeutung zu erzeugen.
In diesem Sinne möchte ich 30 Minuten Optimismus verbreiten.
siehe auch: