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rös­ti

felix schwenzel in gekocht

ich bin sehr leicht zu be­ein­flus­sen. kaum sehe ich ein vi­deo über rös­ti, muss ich rös­ti selbst ma­chen.

ich war im­mer schon be­geis­tert von tor­til­las die mit so we­ni­gen zu­ta­ten (kar­tof­fel, zwie­bel, ei, öl, salz) so enorm schmack­haft sind. aber rös­ti be­stehen nur aus ge­rie­be­nen kar­tof­feln, ge­duld und salz und ein we­nig but­ter. und sind min­des­tens ge­nau­so toll und dazu noch knusp­rig.

fertiger rösti aufgeschnitten auf einem weissen teller.

fer­ti­ger rös­ti auf­ge­schnit­ten


ele­na

felix schwenzel in bilder

vie­le din­ge auf der welt sind uns ver­bor­gen und ent­zie­hen sich un­se­rer wahr­neh­mung. das hat den vor­teil, dass wir uns über vie­les kei­ne sor­gen ma­chen müs­sen, weil wir es gar nicht mit­be­kom­men. um­ge­kehrt funk­tio­niert es aber auch, wir kön­nen din­ge se­hen, die gar nicht da sind. auf die­sen fo­tos aus den acht­zi­ger jah­ren, die ir­gend­wann viel zu nied­ri­g­auf­lö­send ge­scannt wur­den, sehe und rie­che ich un­se­re frank­reich­ur­lau­be wie­der vor mei­nem in­ne­ren auge und mei­ner in­ne­re­en nase. ich er­in­ne­re mich an un­ser al­tes haus in aa­chen/kor­neli­müns­ter und un­ser le­ben da­drin. ich er­in­ne­re mich an ele­na, wie sie war, ganz an­ders als ich. ele­na kam rein­lich und or­dent­lich aus dem mut­ter­leib, sie leg­te wert auf din­ge die mir egal wa­ren — und um­ge­kehrt. wir wa­ren von ge­burt an so grund­ver­schie­den, dass ich seit­dem der mei­nung bin, dass un­se­rer per­sön­lich­kei­ten sich von er­zie­hung, kind­heits- und ju­gend­er­fa­run­gen kaum ir­ri­tie­ren las­sen.

wie wir sind, wie wir wer­den, scheint zu ei­nem gros­sen teil vor­be­stimmt.

das ein­zig wich­ti­ge ist wohl lie­be. viel lie­be. die hat ele­na be­kom­men und frei­gie­big auf alle die mit ihr leb­ten ver­teilt. wir hat­ten eine ei­gen­tüm­lich star­ke bin­dung, die auf eine art be­din­gungs­los war und kei­ner wor­te be­durf­te. ich konn­te mich über sie lus­tig ma­chen und sie mich be­schimp­fen, ohne das die lei­ses­ten zwei­fel an un­se­rer ge­gen­sei­ti­gen lie­be auf­ka­men.

ich habe früh und viel ver­ant­wor­tung für ele­na über­tra­gen be­kom­men. ich er­in­ne­re mich, dass ich sie täg­lich vom kin­der­gar­ten ab­hol­te der et­was ent­fernt von un­se­rem zu­hau­se lag. ich be­treu­te sie nach­mit­tags, wäh­rend un­se­re el­tern ar­bei­ten oder stu­die­ren wa­ren. ob es eine gute idee ist ei­nen 12-jäh­ri­gen auf eine 5-jäh­ri­ge auf­pas­sen zu las­sen kann man wahr­schein­lich län­ger dis­ku­tie­ren. aber es hat un­se­re bin­dung ge­stärkt und uns mög­li­cher­wei­se bei­de rei­fen las­sen.


pom­mes aus dem air­fry­er

felix schwenzel in rezepte

nach ein paar ver­su­chen1 sind mir die pom­mes aus dem air­fry­er heu­te so ge­lun­gen, wie ich es mir vor­ge­stellt habe.

das rezept ist eine mischung aus dem „ul­ti­ma­ti­ven pom­mes-re­zept“ von hes­ton blu­men­thal und chris youngs TK pommes aus dem airfryer. die pommes werden herrlich knusprig, sind innen aber eher weich. die kleinen knsup­ri­gen stückchen aus den rand­stück­chen und der bruch beim aufrauhen sind fast das beste.

braune knsuprige pommes auf einem wiesen teller. danaben etwas krautsalat und ketchup.
zu pom­mes passt be­kannt­lich al­les, aber die­ser kraut­sa­lat hat be­son­dern gut ge­passt und macht aus die­ser mahl­zeit ei­nen ge­mü­setel­ler.

zutaten

  • 2 grosse kartoffeln
  • öl, salz

ergibt: 1 portion

zubereitung

  1. zuschneiden:

    kar­tof­feln schälen und in pommes schneiden. ich hab mich für ca. 11 × 11 mm ent­schie­den, aber freihand ge­schnit­ten. danach in klarem, kalten wasser die stärke abspülen.

  2. blachieren:

    ungefähr 15 minuten in kochendem wasser blan­chie­ren. dem wasser kein salz oder essig zugeben. je nach dicke der pommes kann es auch schneller gehen. wenn man mit einem spitzen messer ohne allzuviel wi­der­stand in eine pommes stechen kann, sind sie gut. sie sollten beinahe aus­ein­an­der­fal­len.

  3. aufrauhen:

    aus dem wasser in ein sieb geben. die kar­tof­feln sollen jetzt ein wenig auf­ge­rauht werden. ich habe dafür einen deckel aufs sieb gelegt und die pommes ein paar mal durch­ge­schüt­telt. ich habe auch vorher eine handvoll grob­kör­ni­ges salz da­zu­ge­ge­ben und danach abgespült. das hat gut geklappt, aber ich weiss nicht ob es eine wirklich gute idee ist, die pommes ober­flä­che sollen ei­gent­lich so trocken wie möglich werden.

    beim aufrauhen gab es ein bisschen bruch, aber auch kleine stückchen ergeben, nachdem sie ge­trock­net sind, herr­li­chen crunch im airfryer.

  4. trocknen:

    danach müssen die vorb­lachier­ten pommes trocknen. am ein­fachs­ten geht das wenn man sie 20-30 minuten offen in den kühl­schrank legt. mit etwas geduld können sie auch bei zim­mer­tem­pe­ra­tur auskühlen und trocknen.

    blanchierte und aufgerauhte pommes auf einem weissen teller.

    blan­chier­te und auf­ge­rauh­te pommes vor dem gang in den kühl­schrank (zum trocknen).

  5. airfryen:

    die pommes sollen jetzt ohne fett in den airfryer, ca. 15 minuten bei 200°C. darauf achten dass nicht zu viele pommes im korb landen. die zwei dicken lar­tof­feln haben meinen korb ganz gut gefüllt.

    auch kleine bruch­stü­cke vom aufrauhen kommen mit in den korb.

    alle 5 minuten die pommes wenden/schütteln.

  6. servieren:

    die pommes aus dem airfryer in eine schale geben und mit einem schuss öl begiessen, gut salzen und im öl und salz wenden.


  1. letz­tes mal sind sie zu glatt, ein­mal sind sie gut ge­wor­den, aber ich hab kei­ne fo­tos ge­macht ↩︎



plakat der SPD-kandidatin linda vierecke für die abgeordnetenhauswahl in berlin

lin­da vier­ecke, ge­bo­re­ne qua­dra­te1.


  1. ich weiss kei­ne wit­ze über na­men, aber hier spricht na­tür­lich auch der neid auf ei­nen so tol­len, qua­dra­ti­schen, prak­ti­schen und gu­ten na­men. ↩︎


über das denk­fa­brik-blog und frank west­phals blog auf mat­thi­as pfef­fer­les word­press-plug­in word­press-block­roll ge­stos­sen. mit word­press-block­roll kann man (mit word­press) ma­schi­nen­les­ba­re blogrolls ver­öf­fent­li­chen. frank er­klärt war­um das gut ist:

[Wir ha­ben] hier die Mög­lich­keit, ein rich­tig tol­les Öko­sys­tem zum Fol­gen, Ent­de­cken und Ver­net­zen von Blogs auf­zu­bau­en. Wir müs­sen da­für nicht ein­mal ein neu­es Netz­werk star­ten. Das Netz­werk exis­tiert be­reits. Und dar­auf könn­ten so vie­le un­ter­schied­li­che Diens­te auf­sat­teln.

[…] Ich baue als Nächs­tes ein Plätz­chen, an dem Blogrolls als Gan­zes oder in Tei­len abon­niert wer­den kön­nen. Wo man se­hen kann, wer wen ger­ne liest. Wer von wem ger­ne ge­le­sen wird. Und wo man sich von Blogroll zu Blogroll wei­ter­han­geln kann.

also hab ich mei­nen pro­gram­mier­as­sis­ten­ten ge­fragt, ob wir das zu­sam­men bau­en kön­nen. die aus­ga­be des ers­ten pro­to­typ ist hier zu se­hen, der pro­to­typ des kir­by plug­ins den ich da­für nut­ze ist auf git­hub.

die alte blogrol­le auf der rück­sei­te ist noch et­was um­fang­rei­cher, ich er­gän­ze hier im lau­fe der zeit die ein­trä­ge und be­we­ge noch das eine oder an­de­re teil falls nö­tig oder sinn­voll.

[nach­trag 18.08.2026]
die block­rol­le auf git­hub habe ich um­be­nannt zu kir­by blogroll block. den ti­tel die­ses bei­trags habe ich auch um­be­nannt, von block­roll zu blogroll. das wort­spiel war su­per, aber miss­ver­ständ­lich. hier soll nie­mand ge­blockt wer­den, le­dig­lich die tech­ni­sche ba­sis sind (CMS) blö­cke.

[nach­trag 19.08.2026]
die ak­tu­el­len bei­trä­ge aus die­ser blogrol­le kann man in mei­nem „rea­der“ le­sen.

blogroll ansehen …


jung­ge­sel­len­früh­stück mit ho­nig-knob­lauch-sau­ce

felix schwenzel in rezepte

wir ha­ben fri­da nie wirk­lich trai­niert al­lein zu blei­ben. weil fri­da und ich jetzt seit ei­ner wo­che al­lei­ne zu­hau­se sind, weil die bei­fah­re­rin noch eine wei­te­re wo­che in ham­burg ar­bei­tet, kann ich auch nicht ein­fach ein­kau­fen ge­hen.

heu­te früh des­halb mor­gen­ein­kauf auf dem gen­ter-stras­se-wo­chen­markt, statt mor­gen­spa­zier­gang. wir wa­ren ge­gen halb neu da, aber es wur­de im­mer noch auf­ge­baut. aber glück­li­cher­wei­se kön­nen die freund­li­chen ver­käu­fer mul­ti­tas­ken und da­mit auf­bau­en und ver­kau­fen. da­mit soll­te ich die nächs­ten sie­ben tage über die run­den kom­men.

einkauf auf dem wochenmarkt, man sieht ein bund möhren, zwei maiskolben, vier spitzpaprika, vier dicke kartoffeln und einen weisskohl. ausserdem drei hähnchenbeine.

zu­hau­se erst­mal früh­stück ma­chen. be­vor wir los­ge­gan­gen sind, hab ich ein paar klei­ne rote bee­te in den dampf­ga­rer ge­wor­fen um dar­aus spä­er rote-bete-sa­lat zu ma­chen. die hähn­chen­bei­ne hab ich zu­erst ent­beint [scnr!], in bröck­chen ge­schnit­ten, in stär­ke ge­wälzt und 12 mi­nu­ten im air­fry­er bei 200°C ge­ba­cken (ein­mal nach 6 mi­nu­ten ge­wen­det). dazu gabs ne ho­nig-knob­lauch-sau­ce.

honig-knoblauch-sauce für gebackene oder frittierte hähnchenbeine

zutaten

  • 4 el olivenöl
  • 4 knoblauchzehen gequetscht (oder mehr)
  • 4 el honig
  • 4 el sojasauce
  • 1 tl schwarzer pfeffer (frisch gemachlen)
  • 1 el sambal olek

ergibt: 4 portionen

zubereitung

  1. olivenöl erhitzen, den ge­quet­sche­ten knoblauch darin andünsten, nicht braun werden lassen und die übrigen zutaten hin­zu­fü­gen. 10 minuten köcheln lassen.

die ent­bein­ten kno­chen habe ich aus­ge­kocht, das gibt brü­he für die nächs­ten tage. die hähn­chen­bein stück­chen wa­ren zart, knusp­rig und sehr um­a­mi dank der her­vor­ra­gen­den sau­ce.


nicht klug

felix schwenzel in notiert

whalplakat der CDU mit der aufschrift: „Berlin wird klüger. Lesen Schreiben, Rechnen statt Gendern.“

die­ses CDU wahl­pla­kat ist auf so vie­len ebe­nen falsch, aus der zeit ge­fal­len und tone deaf, dass ich bei­na­he lust ver­spü­re vor är­ger auf den ten­nis­platz zu ge­hen.

Ber­lin wird klü­ger
Le­sen, Schrei­ben, Rech­nen statt Gen­dern.

  • wer liest, zu­min­dest wenn die wer­ke nach 1955 sind, lernt au­to­ma­tisch gen­dern. wo­bei ich da­von aus­ge­he, dass jun­ge men­schen das auch ohne le­sen ler­nen, zum bei­spiel von po­li­ti­kern die seit vie­len, vie­len jah­ren in ih­ren gruss­for­meln da­men und her­ren, freun­de und freun­din­nen, fa­schis­ten und fa­schis­tin­nen in­klu­die­ren, sich also be­mü­hen, alle mit­zum­einen.
  • rech­nen? lernt man das nicht mehr we­gen gen­dern? oder we­gen ta­schen­rech­nern? (wäre ta­schen­rech­ner nicht ein wun­der­ba­res, viel pas­sen­de­res wort für smart­phone?)
  • wie wärs mit me­di­en­kom­pe­tenz? kom­mu­ni­ka­ti­ons­kom­pe­tenz? le­bens­kom­pe­tenz, stär­kung des selbst­wert­ge­fühls und der re­si­li­enz? oder gar neu­gier?
  • schrei­ben zu for­dern und för­dern find ich gut. und zwar so wie man will, mit spass und ohne un­klu­ge, gest­ri­ge vor­ga­ben aus der po­li­tik.

auch wit­zig, noch kürz­lich pla­ka­tier­te die CDU: „ver­bie­ten ver­bo­ten“. aber falsch spre­chen (gen­dern) wird man ja wohl noch ver­bie­ten dür­fen?


hier mein vor­schlag wie das pla­kat bes­ser an­kom­men könn­te:

ber­lin wird sport­li­cher

re­gie­ren statt ten­nis spie­len und lü­gen.


bild von der grossen wiese in den rehbergen. der sonnenuntergang ist gleichzeitig eine parzielle sonnenfinsternis, aber das erkennt man nicht.

schö­ner son­nen­un­ter­gang


nach­trag 20:45: fri­da und ich sind heu­te um 19:30 uhr noch­mal in die reh­ber­ge ge­gan­gen. wir wa­ren nicht die ein­zi­gen, die die­se idee hat­ten. aus­ser uns woll­ten of­fen­bar noch ei­ni­ge an­de­re die par­zi­el­le son­nen­fins­ter­nis heu­te abend se­hen.

se­hen konn­te man nicht viel, aus­ser dass sich das licht merk­lich ver­än­der­te, es wur­de an­ders dun­kel als sonst, ge­dimm­ter. al­les sehr fried­lich und schön.

nach­trag 13.08.2026: koltack weist dar­auf hin, dass man die ver­deck­te son­ne in den ka­me­ra­re­fle­xio­nen sieht (ein win­zi­ges, leicht grün­li­ches bild)

bild von der grossen wiese in den rehbergen. wegen der sonnenfinsternis haben sich recht viele leute versammelt und sitzen im gras.
eine fussgänger allee in den regbergen, ein baum ist warm vom licht der untergehenden sonne zum teil beleuchtet, sonst ist das licht eher kalt. im hintergrund, auf dem weg, sieht man ein paar.


abend­essen ges­tern

felix schwenzel in gekocht

ges­tern nach­mit­tag, vor dem spa­zie­ren­ge­hen, hat­te ich den im­puls mit fri­da zu ei­nem mc­do­nald’s zu spa­zie­ren um dort pom­mes zu es­sen. ich wan­del­te mei­nen ap­pe­tit auf pom­mes dann aber schnell in den plan um, noch­mal am pom­mes aus dem air­fry­er-re­zept zu fei­len.

lei­der habe ich die rau­hig­keit der ober­flä­che auch die­ses mal nicht so hin­be­kom­men wie ich es woll­te, die pom­mes wa­ren knusp­rig und luf­tig, aber trotz­dem nicht so wie ich woll­te. der kri­ti­sche punkt ist das blan­chie­ren. ich glau­be ich war hier im­mer noch zu un­ge­dul­dig.

war trotz­dem le­cker.

ein weisser teller mit einem braun geröstetem tilapia-filet und selbstgemachten, leicht glänzenden pommes aus dem airfryer. daneben ein grosser klecks ketchup.
fish & chips





2005, als blog­gen noch po­ten­zi­al hat­te

felix schwenzel in artikel, teil der sammlung: #wahl05

ich ge­hö­re nicht zu den leu­ten die die al­ten zei­ten im in­ter­net ver­mis­sen. ich fin­de das in­ter­net so wie es ist im­mer noch gut. ist halt noch un­über­sicht­li­cher ge­wor­den. 2005 war das in­ter­net klei­ner, aber auch schon gross und un­über­sicht­lich.

2005 hat­te sa­scha lobo noch kei­nen iro­ke­sen und er­klär­te an­de­ren das in­ter­net noch nicht. das hat 2005 ma­rio six­tus ge­tan, zum bei­spiel hier in der zeit.

im ar­ti­kel lässt er doc searls blogs er­klä­ren:

»Blog­gen ist wie Schnee­bäl­le ei­nen Hang her­un­ter­rol­len, man­che blei­ben lie­gen, an­de­re rol­len wei­ter, man­che wer­den so­gar rie­sig«, sagt Searls. Ein ein­zi­ger in­spi­rier­ter Ein­trag kann in der Welt der Blogs eine Ei­gen­dy­na­mik oh­ne­glei­chen ent­wi­ckeln. Da­her gilt die Blogo­sphä­re als Früh­warn­sys­tem für The­men, Trends und manch­mal so­gar Nach­rich­ten. »Blogs sind Ge­sprä­che«, per­si­fliert sich Searls selbst. Mit der Phra­se »Märk­te sind Ge­sprä­che« hat­te er vor sechs Jah­ren die Grund­la­ge des Clue­train Ma­ni­fests ge­legt.

heu­te sind blogs nur noch schnee­flo­cken.

2004 hat­ten „der ehe­ma­li­ge MTV-Mo­de­ra­tor Adam Cur­ry zu­sam­men mit dem Web-Ent­wick­ler und Blog-Guru Dave Wi­ner eine Me­tho­de, Au­dio­da­tei­en zeit­ver­setzt und au­to­ma­ti­si­ert in den Spei­cher von MP3-Spie­lern zu über­mit­teln“ er­son­nen. so lan­ge ist das schon her.

weil 2005 das wort „so­cial me­dia“ noch nicht ge­läi­fig war, schrieb ma­rio six­tus da­mals von ei­nem „hu­ma­ni­sier­tem netz“, da­mals be­stand die hoff­nung, dass das in­ter­net von men­schen ge­prägt wer­den kön­ne. kom­mu­ni­ka­ti­on, zu­sam­men­ar­beit, ver­trau­en und per­sön­li­che be­zie­hun­gen wür­den sich in und um blogs bün­deln — so die hoff­nung.

2005 fand ich, dass die­ser ar­ti­kel von ma­rio six­tus der „bes­te ar­ti­kel über blogs (ever)“ sei. so hab ich das da­mals auf­ge­schrie­ben in ei­nem ar­ti­kel den ich über ein in­ter­view schrieb, das ma­rin ma­ji­ca da­mals mit mir ge­fürhrt hat.

er woll­te mich in­ter­view­en, wir tra­fen uns um 18 uhr im star­bucks am ha­cke­schen markt. er kam fünf mi­nu­ten zu spät, aber ich schleim­beu­tel lob­te ihn für sei­ne pünkt­lich­keit. ich wur­de, par­tei­tags­ge­stählt, gleich in­ves­ti­ga­tiv: „le­sen sie blogs? wel­che?“. er log mich an: „ja. ein paar.“ na gut ein paar blogs kann­te er, aber von jam­ba und spree­blick hat­te er noch nix ge­hört. ich trug ihm mit mei­ner un­ver­bes­ser­li­chen ar­ro­ganz auf das zu goog­len und drück­te ihm den bes­ten ar­ti­kel über blogs (ever) in die hand, den ich zu­fäl­lig (wirk­lich), aus­ge­druckt, da­bei hat­te.

ma­rin ma­ji­ca in­ter­es­sier­te sich da­mals für mich, weil im (bun­de­tags-) wahl­kampf 2005 die da­ma­li­ge blog­platt­form um nico lum­ma blogg.de ein wahl­blog or­ga­ni­sisr­te, dass ein paar blog­ger, un­ter an­de­rem mich, zu par­tei­ta­gen schick­te. mit ein biss­chen pres­se­ar­beit mach­te das da­mals eine klei­ne wel­le in der jour­na­lis­ten­welt.

das press­echo zu mir hab ich da­mals hier fest­ge­hal­ten: re­spekt­los?

der ar­ti­kel von ma­rin ma­ji­ca ge­fiel mir da­mals (und heu­te) am bes­ten: Manch­mal schläft er ein (ar­chi­ve.org link)

Bei ei­nem Tref­fen in ei­nem Ber­li­ner Café de­mons­triert Schwen­zel ganz ne­ben­bei sei­ne Ar­beits­me­tho­den. Un­ge­fragt macht er mit dem Han­dy ein Foto des Ge­gen­übers, das er di­rekt in sei­nen Blog lädt. "Flick­rn" heißt das, be­nannt nach der da­für be­nutz­ten Soft­ware Flickr. Am Nach­mit­tag wird er noch ei­nen Kom­men­tar zu dem Ge­spräch mit dem Jour­na­lis­ten da­zu­stel­len. Für den ist das ge­wöh­nungs­be­dürf­tig: be­schrie­ben zu sein, be­vor man selbst be­schreibt.

auch die taz schrieb da­mals über mich und zi­tier­te mich:

Auch dass La­fon­taine so häu­fig das Wort „ich“ ver­wen­de­te, wur­de von Schwen­zel kom­men­tiert: „Da scheint sich eine neue Spiel­art im lin­ken Spek­trum ab­zu­zeich­nen: So­zia­lich­mus.“


so war das da­mals: das in­ter­net steck­te noch vol­ler hoff­nungs­froh stim­men­dem po­ten­zi­al und man konn­te auf­merk­sam­keit er­re­gen, in­dem man ein­fach ins in­ter­net schrob.

von der pro­gnos­ti­zier­ten hu­ma­ni­sie­rung des net­zes ist im grös­se­ren mas­stab — aus­ser pod­casts — nicht mehr all­zu­viel üb­rig. aber viel­leicht ja doch, nur eben et­was an­ders als wir uns das da­mals vor­ge­stellt ha­ben. das in­ter­net be­steht nach wie vor vor al­lem aus men­schen, mit all sei­nen vor- und nach­tei­len.

viel­leicht soll­ten wir wie­der mehr dar­über nach­den­ken wie wir die auf­merk­sam­keits­strö­me wie­der hu­ma­ni­sie­ren und aus den klau­en der gros­sen platt­for­men und al­go­rith­men be­frei­en — oder un­se­re klei­nen, über­sicht­li­chen re­so­nanz­räu­me aus­bau­en, wie ich es vor ein paar mo­na­ten mal hier skiz­ziert habe: ela­bo­rier­te kul­tur­tex­te



na­tur vs. stein & stahl

felix schwenzel in bilder

die­ses über­wach­se­ne git­ter fiel mir heu­te früh auf. das sieht wirk­lich schön aus und so soll­ten ei­gent­lich alle git­ter und gul­lis de­ko­riert sein.

ein kellergitter an einer hausfassade das beinahe zugewachsen ist und sehr hübsch aussieht.

beim wei­ter­ge­hen fiel mir dann stän­dig wei­te­res grün­zeug auf, dass sich über die blan­ken zi­vi­li­sa­ti­ons­art­fak­te legt und lanf­sam den asphalt auf­bricht oder den stein ver­deckt.





john­ny ist im­mer noch auf sub­stack (statt auf spree­blick), war auf der CSD trau­er­ver­an­stal­tung, hat ein bild-fern­seh­team ge­se­hen, still ge­gen die bild pro­tes­tiert und ist vi­ral ge­gan­gen.


mu­se­ums­in­sel hom­broich

felix schwenzel in artikel

ges­tern bei der kalt­mam­sell ge­le­sen, dass sie und herr kalt­mam­sell auf der mu­se­u­min­sel hom­broich wa­ren. an mei­nen letz­ten be­such dort er­in­ne­re ich mich als wäre es ges­tern, auch wenn mei­ne er­in­ne­run­gen dar­an leicht ver­blasst und ver­schmol­zen sind. ich bin ja in der ge­gend mit den broichs auf­ge­wach­sen. fuss­broichs, gre­ven­broich, kor­schen­broich, mör­sen­broich, broich­wei­den wa­ren na­men sie ich in mei­ner ju­gend stän­dig ge­se­hen habe. in der ge­gend gibt vie­le ei­gen­ar­ti­ge orts­na­men. wenn wir nach aa­chen fuh­ren, pas­sier­ten wir im­mer gei­len­kir­chen (eccle­sia ero­ti­ca) und puf­fen­dorf (vicus lu­pana­ris), auf dem weg nach düs­sel­dorf gings an hom­broich und gre­ven­broich vor­bei.

je­den­falls liess sich mein in­ter­nes ge­däch­nis an den in­sel­be­such nicht mit mei­nem ex­ter­nen ge­däch­nis ve­ri­fi­zie­ren. ich habe hier nie et­was über die mu­se­ums­in­sel hom­broich ge­schrie­ben oder bil­der da­von ge­pos­tet — oder kann sie nicht mehr fin­den. auch auf mei­nen so­cial me­dia pro­fi­len fand ich zu­nächst nichts. in mei­ner fo­to­bi­blio­thek fand ich dann über die orts­su­che ei­nen hau­fen bil­der aus dem april 2011. mein ar­chiv vom april 2011 zeigt schö­ne tex­te von der #rp11, aber nix von hom­broich. mein twit­ter­ar­chiv reicht nur bis 2012 (ob­wohl ich mich bei twit­ter 2007 an­ge­mel­det habe), mein ers­ter in­sta­gram post ist vom ok­to­ber 2011 (lo­ka­le ko­pie). ich war mir aber si­cher, dass ich zu die­sem be­such et­was ins in­ter­net ge­schrie­ben oder ge­pos­tet hat­te. mit spot­light fand ich dann ei­nen hin­weis in ei­ner back­up­da­tei auf die­ses you­tube vi­deo aus dem gra­phi­schen ka­bi­nett der mu­se­ums­in­sel, dass ich 2011 ge­pos­tet habe.

mei­ne er­in­ne­run­gen an die mu­se­ums­in­sel sind, wie ge­sagt, ver­wa­schen. ich er­in­ner mich aber sehr gut an die ca­fe­te­ria. es­sen und ge­trän­ke dort sind im ein­tritt­preis in­be­grif­fen. die mu­se­ums­in­sel selbst er­klärts (in ein­fa­cher spra­che) so:

In der Ca­fe­te­ria be­kom­men Sie ein kos­ten­lo­ses ein­fa­ches Buf­fet.

Das Es­sen kommt von Land­wirt:in­nen und Lie­fe­rant:in­nen aus der Nähe.
Dar­um ist das Es­sen be­son­ders frisch.

mei­ne er­in­ne­rung ist, dass es ro­si­nen­brot gab. das brot war vor­ge­schnit­ten und es gab but­ter. die ein­fach­heit die­ser mahl­zeit hat mich da­mals sehr be­geis­tert. und die wes­pen auf der in­sel auch.

ich hab das schon öf­ter ge­schrie­ben, dass ich kunst die ei­nem im all­tag be­glei­tet oder ein­fach ent­deck­bar ist in­ter­es­sant fin­de. mei­ne el­tern hat­ten nicht we­nig kunst bei uns im haus und das zu­sam­men­le­ben mit die­sen ar­bei­ten öff­ne­te per­ma­nent neue per­spek­ti­ven. das al­les funk­tio­niert in ei­nem mu­se­um auch, aber eben an­ders.

mir gehts in mu­se­en oft so, dass ich schnell ge­sät­tigt bin. beim su­shi es­sen wird der ing­wer tra­di­tio­nell ja nicht mit dem su­shi ge­ges­sen, son­dern zwi­schen ver­schie­de­nen su­shi-sor­ten. da­mit ver­schafft man dem ge­schmacks­sinn an­geb­lich eine er­ho­lung. und ge­nau des­halb ist die musuem­in­sel hom­broich so toll. man wan­dert durch wun­der­schö­ne na­tur und stösst wie zu­fäl­lig auf ge­fäl­li­ge ar­chi­tek­tur in der oder um die kunst hängt, liegt oder steht.

mit dem prin­zip der dis­co­vera­bi­li­ty von kunst in der na­tur habe ich auch eine frü­he kind­heits­er­in­ne­rung. mei­ne el­tern hat­ten be­kann­te die bei lud­wig scho­ko­la­de oder trumpf ar­bei­te­ten. ihr wohn­haus war ein frmen-bun­ga­low, der di­rekt am park der fa­mi­lie lud­wig lag und auch zu­gang zu die­sem park hat­te. der park war weit­läu­fig und mit vie­len skulp­tu­ren und bäu­men ge­spickt. kris­tof und ich er­kun­de­ten den park re­gel­mäs­sig wenn wir bei den be­kann­ten un­se­rer el­tern zu be­such wa­ren. wir be­klet­ter­ten die skulp­tu­ren und freu­ten uns über die ab­we­sen­heit von er­wach­se­nen. der park war da­mals nicht öf­fent­lich und ist heu­te mehr oder we­ni­ger kom­plett zu­ge­baut. kunst ein­fach rum­ste­hen zu las­sen da­mit sie ent­deckt, be­grif­fen oder igno­riert wer­den kann, ist mei­ner mei­nung nach im­mer noch die bes­te art kunst zu­gäng­lich zu ma­chen. min­des­tens ge­nau so gut wie ge­schnit­te­nes ro­si­nen­brot.

die ar­chi­tek­tur, die bau­ten die auf der in­sel ste­hen sind ei­ner­seits ty­pisch für die re­gi­on und an­de­rer­seits un­ty­pisch, weil ge­schmack­voll und mi­ni­ma­lis­tisch. ein­fa­che geo­me­tri­sche for­men um­ge­ben von ge­zähm­ter, halb wil­der na­tur. ge­le­gent­lich wird die na­tur ge­trimmt um die bau­ten zu er­gän­zen, an man­chen stel­len darf die na­tur ma­chen was sie will.

auf den fo­tos der bei­fah­re­rin fum­mel ich stän­dig am han­dy rum. ich habe da­mals ganz of­fen­sicht­lich beim be­such der in­sel an die ver­wert­bar­keit im in­ter­net ge­dacht. soll­te ich das noch raus­fin­den wo ich das da­mals ge­pos­tet habe, schrei­be ich ei­nen nach­trag. die fo­tos oben sind alle von der bei­fah­re­rin (mit ei­ner Ca­non Power­Shot SX200 IS powerge­schos­sen). hier sind noch ein paar fo­tos die ich da­mals (mit ei­nem HTC In­cre­di­ble S) ge­macht habe.

falls das noch nicht deut­lich ge­wor­den ist: ich kann ei­nen be­such der mu­se­ums­in­sel hom­broich sehr emp­feh­len. das mu­se­um ist in der nähe von düs­sel­dorf und ist mit dem auto am bes­ten zu er­rei­chen. bus und bahn ge­hen auch, wenn man gut zu fuss ist.

kartenübersicht  mit markierungen wo die fotos auf dieser seite augfgenommen wurden.



fi­scher­pin­te

felix schwenzel in bilder

foto vom steg der fischerpinte am plötzensee, im hintergrund leere ruderboote und der plötzensee. der himmel ist blau.

ges­tern an der fi­scher­pin­te am plöt­zen­see stand die tür of­fen. der ort ist ei­ner­seits sehr ein­la­dend und ro­man­tisch, aber gleich­zei­tig ein biss­chen un­heim­lich. rechts auf ei­ner lie­ge hat­te sich je­mand zum schla­fen ge­legt.

zum er­halt der fi­scher­pin­te gibt es eine info-sei­te und eine pe­ti­ti­on. auf der info sei­te heisst es:

Nach dem Tod des bis­he­ri­gen Päch­ters ist die Fi­scher­pin­te ge­schlos­sen. Wann es wei­ter­geht ist eine Sa­che, die vom Amts­ge­richt ge­klärt wer­den muss – was da­nach ent­ste­hen könn­te oder blei­ben darf, dass ist Sa­che des Be­zirks­am­tes.

Wir, als An­woh­ner des Wed­ding, set­zen uns da­für ein, die Fi­scher­pin­te zu ret­ten – im Ein­klang mit dem Na­tur­schutz. Und mit den Boo­ten, so wie seit über 100 Jah­ren.

die gittertür zur fischerpinte steht offen.