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folie mit zivilgesellschftluchen initiativen aus arne semsrotts republica vortrag

ich ver­las­se die #rp26 sehr gut ge­launt nach arne sems­rotts fan­tas­ti­schen, hoff­nungs­froh stim­men­den vor­trag. das war der dop­pel­punkt auf das ei­gent­li­che re­pu­bli­ca-mot­to die­ses jahr: re:hoff­nung

arne sems­rott ist auch schon auf you­tube …

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NEVER GONN

#rp26 mot­to­him­mel


fas­zi­nie­rend, die­sen tweet hat lord ca­ra­mac the clue­l­ess am 19.05.2011 ge­schrie­ben und jetzt wur­de er aus­ver­se­hen auf mast­o­don ver­öf­fent­licht.


die welt ist scheis­se — und das ist auch gut so

felix schwenzel

(vor­trag auf der re­pu­bli­ca am 19.05.2026)

die ti­tel mei­ner re­pu­bli­ca-ses­si­ons sind ja oft (mit­tel) stei­le the­sen, aber ich glau­be, zu be­haup­ten, die welt sei scheis­se, ist kei­ne stei­le the­se. ich gehe da­von aus, dass die meis­ten men­schen die welt ir­gend­wie scheis­se fin­den oder zu­min­dest der an­sicht sind, dass die welt aus den fu­gen ist.

ka­tia, mei­ne frau, stimmt dem ers­ten teil des ti­tels voll und ganz zu. zum zwei­ten teil mein­te sie, da hät­te ich mir ziem­lich viel vor­ge­nom­men. war­um soll das denn gut so sein? es sei doch of­fen­sicht­lich, dass es schon lan­ge — oder noch nie — so schlimm ge­we­sen sei wie jetzt.

für den fall, dass ich höre: „es ist noch niee so schlimm ge­we­sen“ hab ich im­mer die­ses bild da­bei.

präsentationsfolie mit jahreszahlen und zeiträumen an denen historische katastrophen stattfianden

ich sag dann im­mer: „1933, po­cken, pest, kuba, hi­ro­shi­ma, 9/11 — oder frag mal die di­no­sau­ri­er …“

oder — muss man sich mal vor­stel­len, noch vor 2000 jah­ren hat man leu­te ans holz ge­na­gelt, nur weil sie sag­ten, wie schön es doch wäre, wenn die men­schen zur ab­wechs­lung mal nett zu­ein­an­der wä­ren.

wenn ich fri­da, un­se­ren pu­del, fra­gen wür­de, was sie von der welt hält, wür­de sie mög­li­cher­wei­se sa­gen:

die welt ist gut so.

hun­de neh­men die welt, wie sie ist, und hal­ten sich mit ur­tei­len und be­wer­tun­gen zu­rück.

apro­pos scheis­se, ist euch schon mal auf­ge­fal­len, dass hun­de ger­ne an scheis­se rie­chen?

sie ha­ben die fä­hig­keit scheis­se nicht ek­lig zu fin­den und kön­nen die in­ter­ess­anz und kom­ple­xi­tät von scheis­se er­ken­nen.

hun­de kön­nen scheis­se dif­fe­ren­zie­ren!

das hun­de sich mit ur­tei­len über die welt zu­rück­hal­ten, kann dar­an lie­gen dass sie dif­fe­ren­zie­ren oder dar­an, dass sie kei­ne nach­rich­ten ver­fol­gen oder dass sie sehr lang­sam den­ken.

dass hun­de nicht ur­tei­len und be­wer­ten, ist wahr­schein­lich der haupt­grund da­für, dass sie so be­liebt sind.

für uns men­schen ist es sehr wohl­tu­end, nicht be­wer­tet oder be­ur­teilt zu wer­den.

hun­de neh­men das le­ben, wie es ist — und uns wie wir sind.

ei­gent­lich kann ich jetzt schon das ers­te zwi­schen­fa­zit zie­hen: wenn man sei­ne be­liebt­heit stei­gern will — ein­fach mal das ur­tei­len las­sen.


als ich fri­da vor ei­ner wei­le mal mit ins büro ge­nom­men habe, ist mir noch et­was an­de­res auf­ge­fal­len. wir sas­sen in ei­ner be­spre­chung und fri­da war et­was un­ru­hig. ich sag­te ihr: „fri­da, ent­spann dich.“

mei­ne kol­le­gin sue er­in­ner­te mich dar­an, dass so­was noch nie bei ei­ner frau funk­tio­niert habe. in der tat kann man wohl be­haup­ten, dass so­was noch nie bei ir­gend­wem funk­tio­niert hat.

emo­tio­nen, er­war­tungs­hal­tun­gen, un­zu­frie­den­hei­ten las­sen sich nicht per im­pe­ra­tiv oder kom­man­do ab­schal­ten.

an­de­rer­seits lag fri­da zwei mi­nu­ten spä­ter aus­ge­streckt und ent­spannt auf dem bo­den und schlief.

frida liegt auf dem boden und schläft

der witz an der ge­schich­te ist, dass zwei din­ge zu­gleich wahr sein kön­nen und bei­de aus gu­ten grün­den.

al­les ist im­mer kom­pli­zier­ter, als man denkt, und man kennt nie alle hin­ter­grün­de — zum bei­spiel, ob fri­da und ich das trai­niert ha­ben.

freigestelltes portrait von alan watts

dass din­ge sich nicht im­mer ein­deu­tig be­ur­tei­len las­sen, kann man auch gut mit ei­ner ge­schich­te il­lus­trie­ren, die der re­li­gi­ons­phi­lo­soph alan watts gern er­zähl­te.

in der ge­schich­te läuft ei­nem bau­ern sein pferd da­von. die nach­barn sa­gen: wie scha­de, das ist wirk­lich ein gros­ses un­glück. er sagt: „viel­leicht“.

am nächs­ten tag kommt das pferd zu­rück und bringt sie­ben wild­pfer­de mit. jetzt sa­gen die nach­barn: „oh, was für ein glück! was für eine gross­ar­ti­ge wen­dung der er­eig­nis­se“, er sagt: „viel­leicht“.

am nächs­ten tag ver­such­te sein sohn, ei­nes die­ser wild­pfer­de zu­zu­rei­ten. er wur­de ab­ge­wor­fen und brach sich ein bein. und alle sag­ten: „oje, das ist ja schreck­lich, was für ein pech!“ und der bau­er sag­te: „viel­leicht“

am dar­auf­fol­gen­den tag ka­men of­fi­zie­re der ar­mee vor­bei, um jun­ge män­ner für den krieg ein­zu­zie­hen. sie lehn­ten den sohn ab, weil er ein ge­bro­che­nes bein hat­te. und alle leu­te ka­men her­bei und rie­fen: „ist das nicht gross­ar­tig! was für ein glück du hast!“ und der bau­er sag­te: „viel­leicht“

watts woll­te da­mit nicht nur gleich­mut il­lus­trie­ren, son­dern auch zei­gen, dass man nie ge­nau wis­sen kann, ob et­was wirk­lich gut oder schlecht ist. und das nicht im mo­ra­li­schen sinn, son­dern er­kennt­nis­theo­re­tisch. so wie so­kra­tes sag­te:

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

als ich die ge­schich­te vom bau­ern vor ein paar mo­na­ten bei kon­stan­tin fand, schrieb kon­stan­tin un­ter die ge­schich­te:

Ich wünsch­te ich wür­de mehr von die­ser Hal­tung an den Tag le­gen.

ich glau­be, das ist gar nicht mal so schwer, „mehr von die­ser hal­tung“ an den tag zu le­gen. die­se hal­tung nennt man in der psy­cho­lo­gie auch am­bi­gui­täts­to­le­ranz.

am­bi­gui­täts­to­le­ranz ist die fä­hig­keit, mit un­si­cher­heit, wi­der­sprüch­li­chen in­for­ma­tio­nen und kom­ple­xen si­tua­tio­nen um­zu­ge­hen, ohne in pa­nik zu ge­ra­ten oder vor­ei­li­ge schlüs­se zu zie­hen.

die­se hal­tung ist so­zu­sa­gen ein werk­zeug, das uns hilft, hand­lungs­fä­hig zu blei­ben, ohne die ner­ven zu ver­lie­ren.

freigestelltes foto aus dem film forrest gump mit forrest auf einer parkbank mit eienr schachtel pralinen in der hand

for­rest gump hat sein le­ben da­nach aus­ge­rich­tet. was für den bau­ern das „viel­leicht“ war, ist für fo­rest gump die weis­heit, die ihm sei­ne mut­ter bei­ge­bracht hat:

Das Le­ben ist wie eine Schach­tel Pra­li­nen.
Man weiß nie, was man kriegt.

oder, wenn wir uns for­rest gump als ei­nen köl­ner vor­stel­len, wird’s noch deut­li­cher:

et kütt, wie et kütt.

wir alle ah­nen, dass sich das le­ben nicht im­mer un­se­rem wil­len beugt, dass das le­ben im­mer über­ra­schun­gen be­reit­hält.

aber for­rest gump, die köl­ner und der bau­er ha­ben be­grif­fen, dass es sich nicht lohnt, SICH ÜBER JE­DEN SCHEISS AUF­ZU­RE­GEN.

wir nei­gen ja dazu, ver­meint­lich ein­fach ge­strick­ten leu­ten wie for­rest gump oder den köl­nern nai­vi­tät, scheu­klap­pen oder eine eher ein­di­men­sio­na­le welt­sicht an­zu­dich­ten.

aber ei­gent­lich ist es um­ge­kehrt. viel­leicht ist es ein­fäl­tig zu glau­ben, dass wir schon wis­sen, wel­che pra­li­nen die gu­ten sind — und dass wir sie be­kom­men soll­ten.

die­se ein­falt ver­lei­tet uns dazu, zu glau­ben, dass wir die welt mit pa­tent­re­zep­ten oder dem ver­meint­lich ge­sun­den men­schen­ver­stand in den griff be­kom­men.

wir den­ken oft: wir müs­sen uns nur ge­nug an­stren­gen, ge­nug geld ver­die­nen, um dann vom le­ben mit glück, er­folg und zu­frie­den­heit be­lohnt zu wer­den.

for­rest gump ist ein na­tur­ta­lent im selbst­re­gu­lie­ren­den er­war­tungs­ma­nage­ment. er zeigt uns, dass es mög­lich ist, das glück im un­glück zu fin­den.

bild der beiden pixar figuren sadness und joy aus pixars film „inside out“

und dass man nicht das hells­te licht am tisch sein muss, um zu be­grei­fen, dass glück und un­glück zu­sam­men­ge­hö­ren, sad­ness und joy, viel­leicht so­gar ein­an­der be­din­gen.

wenn wir die pra­li­nen­schach­tel ohne über­höh­te er­war­tun­gen öff­nen, kann das der ers­te schritt da­hin sein, mehr von der hal­tung des bau­ern an den tag zu le­gen.

er­war­tungs­ma­nag­ment, gleich­mut — sind die ers­ten schrit­te da­hin, nicht stän­dig vom le­ben ent­täuscht zu sein.

nur mal so als bei­spiel: wenn fried­rich merz sein er­war­tungs­ma­nag­ment in den griff be­kä­me, wäre er viel­leicht ir­gend­wann nicht mehr ent­täuscht von deutsch­land, der deut­schen ar­beits­mo­ral und ge­mein­hei­ten ge­gen ihn.

zu glau­ben, dass leis­tung al­lein zu glück und ei­nem funk­tio­nie­ren­den ge­mein­we­sen führt — das ist ja ir­gend­wie auf eine art ne kon­ser­va­ti­ve bül­ler­bü-po­ny­hof-uto­pie.


titelseite von mark mansons „the subtle art of not giving a fuck“

mark man­son hat ein buch mit dem gran­dio­sen ti­tel „the subt­le art of not gi­ving a fuck“ ge­schrie­ben. auch wenn die eher der­be aus­drucks­wei­se das sug­ge­riert, ar­gu­men­tiert und plä­diert er nicht für gleich­gül­tig­keit, son­dern, ge­nau wie for­rest gump und alan watts, für gleich­mut und eine ent­spann­te her­an­ge­hens­wei­se ans le­ben, egal ob’s ge­ra­de gut läuft oder we­ni­ger gut.

in sei­nem buch (und die­sem vi­deo) hat man­son ein paar prin­zi­pi­en von alan watts zu ei­nem um­kehr-prin­zip ver­dich­tet.

alan watts back­wards law ac­cor­ding to mark man­son

  • the more you cha­se a po­si­ti­ve emo­ti­on, that cha­sing in and of its­elf is a ne­ga­ti­ve ex­pe­ri­ence.
  • the more you ac­cept a ne­ga­ti­ve ex­pe­ri­ence, the more that ac­cep­tance its­elf is a po­si­ti­ve ex­pe­ri­ence.

er sagt: je mehr wir dem glück hin­ter­her­lau­fen, je mehr wir das glück su­chen, uns selbst op­ti­mie­ren, bes­ser wer­den wol­len, des­to frus­trier­ter, un­glück­li­cher sind wir am ende. schon das (glücks-) stre­ben selbst macht uns un­glück­lich.

wenn wir da­ge­gen ne­ga­ti­ve er­leb­nis­se ak­zep­tie­ren und da­mit um­ge­hen, hat al­lein die­se ak­zep­tanz eine be­frie­di­gen­de, po­si­ti­ve wir­kung auf uns.

das wirkt auf den ers­ten blick pa­ra­dox oder eben falsch her­um, aber wenn man es ge­nau be­denkt, sieht man, dass wir be­stimm­te zie­le nicht al­lein durch wil­len, fleiss oder ziel­stre­big­keit er­rei­chen kön­nen.

un­se­re in­tui­ti­on, was gut für uns sei, täuscht uns stän­dig.

zeit spa­ren — kei­ne zeit mehr

wenn wir z.b. ver­su­chen, zeit zu spa­ren, rinnt sie uns noch schnel­ler durch die fin­ger. wenn wir un­se­re zeit da­ge­gen et­was wid­men, je­man­dem zeit schen­ken, zeit ver­brin­gen mit din­gen, für die wir eine ech­te lei­den­schaft ha­ben, dann bleibt die zeit. dann spei­chern wir er­in­ne­run­gen.

lie­be su­chen — lie­be ge­ben

oder wenn wir ver­su­chen „lie­be zu fin­den“, ha­ben wir es auch oft falsch­her­rum. das mit der lie­be funk­tio­niert viel bes­ser, wenn wir lie­be ge­ben, statt sie zu su­chen.

(dazu hab ich mal nen gan­zen vor­trag ge­hal­ten.)

ein­druck schin­den — selbst­zwei­fel

wo wir uns auch oft täu­schen: der ver­such an­de­re zu be­ein­dru­cken hilft so gut wie nie ge­gen selbst­zwei­fel oder man­gel an selbst­be­wusst­sein.

ich muss dazu ei­nen kur­zen ex­kurs, ei­nen klei­nen schwen­ker ma­chen …

wenn es et­was gibt, was ich mei­nem ju­gend­li­chen ich ger­ne sa­gen wür­de, dann wäre es ers­tens: „mein gott, bin ich froh nicht mehr jung zu sein und dei­ne pro­ble­me zu ha­ben!“

und zwei­tens: du bist kei­ne schnee­flo­cke, du bist nicht ein­ma­lig. du bist mit dei­nen pro­ble­men und ängs­ten nichts be­son­de­res, im ge­gen­teil. wir ha­ben alle die glei­chen pro­ble­me, ängs­te und un­si­cher­hei­ten — nur die far­be und der kon­trast un­ter­sch­ei­det sich ge­le­gent­lich.

wenn man das ver­steht, lässt das be­dürf­nis leu­te zu be­ein­dru­cken oder gross­kot­zig auf­zu­tre­ten, um ei­ge­ne un­si­cher­hei­ten zu ka­schie­ren, schlag­ar­tig nach.

portrait von louis XIV, via wikimedia commons, louvre
lou­is XIV

was er­staun­lich gut funk­tio­niert, ist eine ge­wis­se egal­ness (oder gleich­mut oder not gi­ving a fuck). die­se egal­ness ist ge­le­gent­lich ein ge­schenk des al­ters, manch­mal aber auch nicht. man­chen men­schen ist auch im al­ter nix egal.

reich­tum an­stre­ben — ver­lust­angst

und noch ein ex­kurs: ich bin denk­bar un­ge­eig­net hier zu ste­hen und zu be­haup­ten geld macht nicht glück­lich.

ich bin mit dem pri­vi­leg auf­ge­wach­sen, im­mer ge­nug geld zu ha­ben. zwar hat­ten mei­ne el­tern im­mer geld­sor­gen, aber ir­gend­wie war auch im­mer aus­rei­chend da.
ich habe vie­le sor­gen und ängs­te mei­ner el­tern über­nom­men — aber die nicht. sor­gen um geld hat­te ich nie. da war ich wie for­rest gump, mei­ne kon­ten wa­ren für mich im­mer wie pra­li­nen­schach­teln: ich wuss­te nie, was drin ist.

die­se egal­ness ge­gen­über geld könn­te an mei­ner pri­vi­le­gier­ten kind­heit und ju­gend lie­gen, ge­ne­tisch be­dingt sein oder ein psy­chi­scher de­fekt sein, das glaubt zu­min­dest ka­tia, mei­ne frau, ins­be­son­de­re nach­dem sie vor ein paar ta­gen in mei­nen al­ten kis­ten dut­zen­de, zwan­zig jah­re alte, un­ge­öff­ne­te brie­fe vom fi­nanz­amt fand — die mit den ro­ten, grü­nen und gel­ben brief­um­schlä­gen.

des­halb bin ich wohl un­ge­eig­net, hier zu ste­hen und zu be­haup­ten, dass die in­tui­ti­on trügt, wenn wir glau­ben — dass wir mög­lichst viel geld ver­die­nen müs­sen, um glück­lich zu sein.

oder zu be­haup­ten: je mehr geld man hat, des­to grös­ser die angst, es zu ver­lie­ren.

weil: was weiss ich denn schon?

ich weiss al­ler­dings, dass es ei­gen­ar­tig wir­ken könn­te als pri­vi­le­gier­ter, al­ter, weis­ser mann — oder als jün­ge­rer weis­ser mann wie mark man­son — ein paar psy­cho­t­ricks vor­zu­schla­gen, um das elend der welt er­träg­li­cher zu ma­chen.

und es stimmt wahr­schein­lich, dass ar­mut, struk­tu­rel­le un­ge­rech­tig­keit, be­nach­tei­li­gung, macht­miss­brauch, ras­sis­mus sich nicht al­lein durch mo­di­fi­ka­ti­on der ei­ge­nen hal­tung än­dern las­sen, vor al­lem wenn man selbst von ih­nen be­trof­fen ist.

aber — und das ist zu­min­dest mei­ne ar­beits­hy­po­the­se — um struk­tu­ren, die ge­sell­schaft oder die ge­sell­schaft­li­che hal­tung zu ver­än­dern, müs­sen wir uns erst­mal selbst re­pa­rie­ren und hand­lungs­fä­hig ma­chen.

flucht vor pro­ble­men — pro­ble­me kle­ben

wir las­sen uns als ge­sell­schaft — aber auch als ein­zel­ne — von pro­ble­men läh­men. das doo­fe ist, dass un­ge­lös­te pro­ble­me kle­ben.

je mehr wir ver­su­chen, pro­ble­men aus dem weg zu ge­hen, des­to mehr be­stim­men sie das le­ben.

es gibt ja die schö­ne fi­gur von mi­cha­el ende vom schein­rie­sen.
je nä­her man ei­nem schein­rie­sen kommt, des­to klei­ner wird er. din­ge, die be­droh­lich er­sch­ei­nen, wir­ken dann plötz­lich aus der nähe harm­los.

ana­log dazu gibt’s auch schein­glück. wenn man stän­dig nur dem glück hin­ter­her­läuft und vor ne­ga­ti­ven ge­füh­len weg­läuft und sie nicht kon­fron­tiert, wirkt der frust mit zu­neh­men­der di­stanz im­mer grös­ser und be­droh­li­cher. das gilt mög­li­cher­wei­se für alle pro­ble­me, vor de­nen man weg­läuft.

mein held und der meis­ter der glücks­fin­dung durch los­las­sen — ist hans im glück.

ich habe hier vor acht jah­ren mal da­für plä­diert, dass wir uns hans im glück nicht als je­man­den vor­stel­len soll­ten, der durch schlech­te tausch­ge­schäf­te al­les ver­lo­ren hat.

im ge­gen­teil: hans im glück küm­mert sich nicht um ge­sell­schaft­lich kon­stru­ier­te wer­te.

er be­freit sich schritt für schritt von al­lem, was ihm als last er­scheint, zu­erst das gold, dann das pferd, die kuh und am ende den schleif­stein. am ende fühlt er sich leicht, frei und glück­lich.

nicht hans ist der dum­me, son­dern wir, weil es uns so schwer fällt, glück jen­seits von leis­tungs­lo­gik und be­sitz zu er­ken­nen.

hans hat er­kannt, dass man durch los­las­sen das glück bes­ser grei­fen kann.

besser greifen durch loslassen

oder noch­mal an­ders ge­sagt: be­stimm­te din­ge

  • glück
  • sinn
  • ge­las­sen­heit

las­sen sich nicht di­rekt her­stel­len, son­dern sind ne­ben­pro­duk­te. ne­ben­pro­duk­te vom los­las­sen, von gleich­mut, von op­ti­mis­mus im an­ge­sicht von schwie­rig­kei­ten.

oder wie mark man­son sagt: not gi­ving a fuck.

statt dem glück hin­ter­her­zu­lau­fen, ist es er­gie­bi­ger, sich dem scheiss, den pro­ble­men, die uns die welt in den weg legt, wie ei­nem schein­rie­sen zu nä­hern: op­ti­mis­tisch, dass die pro­ble­me aus der nähe hand­hab­bar und lös­bar er­sch­ei­nen.

wenn man das ne­ga­ti­ve als teil des le­bens, als be­din­gung für das po­si­ti­ve ak­zep­tiert, wirkt die scheis­se, die ei­nem die welt ent­ge­gen­wirft, plötz­lich — viel­leicht — wie schein­sch­eis­se.


screenshot von dirk von gehlens TEDx talk über optimismus. überlagert mit der aussage: „ohne optimismus funktioniert demokratie nicht“

dirk von geh­len hat vor ein paar mo­na­ten ei­nen tedx-talk ge­hal­ten, in dem er (sinn­ge­mäss) be­haup­tet: „Ohne Op­ti­mis­mus funk­tio­niert De­mo­kra­tie nicht.“

ich er­wäh­ne das auch nur, da­mit ihr nicht denkt, dass ich der ein­zi­ge quatsch­kopf bin, der an­ge­sichts der ak­tu­el­len po­li­ti­schen lage für op­ti­mis­mus plä­diert.

die be­grün­dung, war­um das so ist, will ich et­was an­ders als dirk von geh­len her­lei­ten. und zwar mit ei­ner idee, die j. m. bar­rie schon 1904 in pe­ter pan for­mu­liert hat, und mit ei­ner leich­ten um­de­fi­ni­ti­on von op­ti­mis­mus.

bar­rie schrieb in pe­ter pan:

je­des mal, wenn ein kind sagt „ich glau­be nicht an feen“, stirbt ir­gend­wo eine fee.

der satz im­pli­ziert, dass auf­merk­sam­keit und emo­tio­na­le bin­dung et­was — oder je­man­den — mit be­deu­tung und macht auf­la­den kön­nen — und dass be­deu­tung und macht ver­ge­hen, wenn der glau­be dar­an schwin­det.

auf­merk­sam­keit = macht = exis­tenz

je mehr men­schen et­was be­deu­tung ge­ben, des­to rea­ler und mäch­ti­ger wird es.

wenn sich das zu abs­trakt an­hört, oder zu mär­chen­haft: so wie feen nur exis­tie­ren weil kin­der dran glau­ben, kann geld nur funk­tio­nie­ren (und eine un­heim­li­che macht aus­üben), weil wir alle dran glau­ben. geld kann ge­nau wie feen ster­ben, wenn wir auf­hö­ren dran zu glau­ben. das ha­ben wir in der wei­ma­rer re­pu­blik ge­se­hen oder kürz­lich in ve­ne­zue­la.

na­tio­nal­staa­ten, der weih­nachts­mann, mode, trends, hol­ly­wood­stars oder so­was wie „nächs­ten­lie­be" — al­les kol­lek­ti­ve glau­bens­ak­te.

das ist aber auch der grund, war­um do­nald trump dort steht, wo er (mo­men­tan) noch steht.

so wie die grau­en män­ner in momo den men­schen die zeit steh­len, in­dem sie sie da­von über­zeu­gen, zeit zu spa­ren — ge­nau­so stiehlt do­nald trump un­se­re auf­merk­sam­keit und kon­ver­tiert sie in macht — und das in solch ei­nem ko­los­sa­len aus­mass, dass wir es noch nicht mal mer­ken, dass es un­se­re auf­merk­sam­keit ist, die ihn nährt.

zu­rück­hal­tung beim vor­schnel­len ur­tei­len, los­las­sen, gleich­mut, not gi­ving a fuck — das ist, ver­ein­facht, nichts an­de­res als ge­fühls­re­gu­la­ti­on. und — viel­leicht — auch ein weg zu ei­ner et­was rea­lis­ti­sche­ren wahr­neh­mung der welt.


wir ma­chen uns ger­ne über kin­der lus­tig, weil die ihre ge­füh­le nicht im griff ha­ben. die kin­der­psy­cho­lo­gin be­cky ken­ne­dy er­klärt, war­um kin­der so emo­tio­nal auf al­les re­agie­ren.

kids are born with all of the emo­ti­ons and none of the skills.

kin­der wer­den mit al­len ge­füh­len ge­bo­ren, aber kei­nem ein­zi­ges werk­zeug um da­mit um­zu­ge­hen.

er­wach­sen wer­den be­deu­tet die­se fä­hig­keit nach und nach zu ler­nen — oder bei­ge­bracht zu be­kom­men — oder werk­zeu­ge da­für zu sam­meln.

im in­ter­net wer­den wir al­ler­dings fast täg­lich zeu­ge da­von, dass vie­le, sehr vie­le er­wach­se­ne, ge­fühls­re­gu­la­ti­on nicht mal im an­satz meis­tern und sich mehr oder we­ni­ger wie kin­der am quen­gel­re­gal auf­füh­ren.

po­pu­lis­ten wis­sen das zu nut­zen.

ihr ge­schäfts­mo­dell ist emo­tio­na­le über­for­de­rung: sie peit­schen emo­tio­nen auf, sie ver­ein­fa­chen, spal­ten, ver­brei­ten alar­mis­mus — und bie­ten da­für das ge­fühl von klar­heit. das funk­tio­niert ge­nau dann be­son­ders gut, wenn wir nicht ge­lernt ha­ben, mit un­ein­deu­tig­keit um­zu­ge­hen.

ein ge­gen­mit­tel ist die fä­hig­keit, in­ne­zu­hal­ten, be­vor man ur­teilt — und zu ak­zep­tie­ren, dass man­che din­ge kom­pli­zier­ter sind, als sie im ers­ten mo­ment er­sch­ei­nen.

po­pu­lis­ten has­sen am­bi­gui­tät und dif­fe­ren­zie­rung. des­halb has­sen sie kunst und nen­nen sie ent­ar­tet, wenn sie viel­deu­tig ist.

gul dukat heilt einen kranken bajoraner, gefunden bei anmutunddemut.de

pro­pa­gan­da ist nie­mals viel­deu­tig, hat kei­ne me­ta­ebe­nen. al­les ist klar und ein­deu­tig.

wo war ich? ich woll­te ja über feen re­den.

wäh­rend das mit den feen bei bar­rie wie ein mär­chen klingt — feen, die ster­ben, wenn nie­mand mehr an sie glaubt — ist das mit der de­mo­kra­tie, so­li­da­ri­tät, ver­söh­nung, mensch­lich­keit ganz kon­kret: wenn nie­mand dar­an glaubt, dass sie funk­tio­nie­ren, dann ster­ben sie.

wir ret­ten die de­mo­kra­tie nicht al­lein mit ei­ner ro­sa­ro­ten bril­le oder in­dem wir uns zu mehr gleich­mut stup­sen oder nud­gen, aber es wür­de mög­li­cher­wei­se schon hel­fen, wenn wir auf­hör­ten zu glau­ben, dass das eh al­les nichts bringt, al­les im­mer nur schlim­mer wird und man eh nichts än­dern kann.

de­mo­kra­tie — und op­ti­mis­mus — le­ben da­von, dass wir glau­ben

  • dass die din­ge bes­ser wer­den kön­nen
  • und un­ser han­deln wir­kung hat

ich plä­die­re eben nicht für eine ro­sa­ro­te bril­le, son­dern da­für, dass wir die schwarz­ma­le­ri­sche bril­le ab­neh­men.

rote und  blaue pille

es geht auch nicht dar­um, die rote oder blaue pil­le zu wäh­len, son­dern dar­um, uns den blick auf die mög­lich­kei­ten nicht durch vor­schnel­les ur­tei­len zu ver­stel­len.

wir müs­sen die welt nicht so se­hen, als wäre schrö­din­ger’s kat­ze im­mer tot. so­bald wir uns eine bes­se­re zu­kunft vor­stel­len kön­nen, kann die­se zu­kunft po­ten­zi­ell ent­ste­hen.

das ist der ent­sch­ei­den­de punkt, dass wir ler­nen und er­ken­nen, dass die welt we­der schlecht noch gut ist.

sie ist erst­mal rei­nes po­ten­zi­al.
sie ist das, was wir in ihr für mög­lich hal­ten.
(und) sie wird das, was wir glau­ben, was sie sein könn­te.

oder mit we­ni­ger pa­thos:

wie wir die welt se­hen, ist nicht egal.

ein halb volles glas

pes­si­mis­ten und po­pu­lis­ten sa­gen: das glas ist halb leer.

aber op­ti­mis­mus ist nicht zu sa­gen: „das glas ist halb voll“.

ein volles glas

op­ti­mis­mus ist die über­zeu­gung, dass man das glas auf­fül­len kann.

die­se op­ti­mis­mus-de­fi­ni­ti­on er­klärt üb­ri­gens auch die of­fe­ne fra­ge, war­um es denn jetzt gut sei, dass die welt scheis­se ist.

ein vol­les glas kann man nicht auf­fül­len.

  • der trick ist — wie der bau­er — sich nicht von der scheis­se be­ein­dru­cken zu las­sen.
  • wie for­rest gump das rich­ti­ge zu tun.
  • wie si­sy­phos den fel­sen fröh­lich den berg hoch­zu­schie­ben.
  • wie fri­da und hans das le­ben neh­men wie es ist und los­las­sen.

das schlech­te se­hen und an das gute glau­ben.

die welt ist scheis­se — das ist nicht egal und auch nicht wirk­lich gut — aber das ist so ge­dacht.

it’s not a bug, it’s a fea­ture


#rp26, tag 1

felix schwenzel

sehr schö­ner, lan­ger tag auf der re­pu­bli­ca. ich glau­be, ich war noch nie so früh auf ei­ner re­pu­bli­ca. kei­ne ah­nung war­um. viel­leicht weil ich dach­te, ich kön­ne dort früh­stü­cken.

ich glau­be auch, ei­nen ti­cken mehr leu­te als sonst ge­trof­fen und ge­spro­chen zu ha­ben als sonst.

die ses­si­ons, die ich heu­te ge­se­hen habe, ha­ben mich nicht um­ge­wor­fen, aber ein paar über­ra­schen­de mo­men­te gab’s doch. lui­sa neu­bau­er ist zum bei­spiel ein rhe­to­ri­sches schwung­rad. sie fängt lang­sam und zö­ger­lich an zu spre­chen, aber dann kommt sie in schwung und noch mehr schwung und schleu­dert über­ra­schend gute wor­te ins pu­bli­kum. sehr be­ein­dru­ckend. auch cory doc­to­row schien be­flü­gelt. wäh­rend sei­ne letz­ten talks auf der re­pu­bli­ca wie ge­lang­weil­te vor­le­sun­gen auf mich wirk­ten, wirk­te er heu­te wie aus­ge­wech­selt, ein feu­er­werk der gu­ten lau­ne.

man kann sei­nen 45-mi­nü­ti­gen vor­trag mit we­ni­gen sät­zen zu­sam­men­fas­sen: 1) ka­me­rad trump und ka­me­rad pu­tin ha­ben in 1-2 jah­ren so viel für die eu­ro­päi­sche un­ab­hän­gig­keit ge­tan, wie er nicht mal im an­satz in sei­ner 20-30-jäh­ri­gen ak­ti­vis­ten-tä­tig­keit er­reicht hat. 2) die ge­set­ze ge­gen das um­ge­hen tech­ni­scher sper­ren (DRM, Ja­ilb­reak-Schutz usw.) müs­sen weg, da­mit die eu­ro­pä­er bzw. die län­der der welt sich un­ab­hän­gig(er) von ame­ri­ka­ni­scher tech­no­lo­gie ma­chen kön­nen. 3) er sagt „fuck op­ti­mism“, nennt sich aber so hoff­nungs­froh wie lan­ge nicht mehr. op­ti­mis­mus sei pas­siv, hoff­nung sei ak­tiv. man kön­ne auch frus­triert und ver­ängs­tigt hoff­nung ha­ben, aber op­ti­mis­mus läh­me ge­nau wie pes­si­mis­mus. ich ar­gu­men­tie­re mor­gen um 13 uhr ge­nau ge­gen­tei­lig und de­fi­nie­re op­ti­mis­mus kur­zer­hand um. wahr­schein­lich we­ni­ger wort­mäch­tig und mit we­ni­ger in­tel­lek­tu­el­ler und se­man­ti­scher schär­fe als doc­to­row, aber hof­fent­lich ge­nau­so nach­voll­zieh­bar.

die büh­ne am en­er­gie­mo­bil fasst auf je­den fall ei­nen gu­ten ti­cken mehr als 20 leu­te und ich gehe da­von aus, dass es ganz flau­schig dort wer­den könn­te.

das von alex matz­keit or­ga­ni­sier­te pa­nel zur frü­hen blogo­sphä­re heu­te abend war auch sehr flau­schig und er­in­ner­te mich vor al­lem dar­an, was ich al­les im lau­fe der jah­re ver­ges­sen habe, ob­wohl es ja theo­re­tisch (fast) al­les hier im ar­chiv nach­les­bar wäre. der schöns­te ge­dan­ke, den die kalt­mam­sell mir heu­te abend wie­der in er­in­ne­rung rief: wir wa­ren da­mals, bei un­se­rem ers­ten gros­sen tref­fen, der „blog­mich“-par­ty 2005, (fast) alle fan­boys und -girls von­ein­an­der. und chris­ti­an bug­gisch er­in­ner­te uns dar­an, dass auch wenn re­le­vanz und reich­wei­te fir­le­fanz sind, blogs oder ein­fach ins in­ter­net zu schrei­ben (egal wo), durch­aus in­spi­rie­rend wa­ren, sind und sein kön­nen.

kurz ge­sagt: ein sehr schö­ner tag.

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nach der pre­pu­bli­ca ist re­pu­bli­ca

felix schwenzel

ges­tern mit fri­da den nach­mit­tags­spa­zier­gang vom platz der luft­brü­cke zur sta­ti­on ge­macht. ich woll­te mich von hin­ten an das ge­län­de schlei­chen, auch um die mir zu­ge­wie­se­ne büh­ne für mei­ne ses­si­on mor­gen zu be­gut­ach­ten.

das „en­er­gie­mo­bil“ ist eine aus­sen­büh­ne, laut spea­k­er­brie­fing gibts ne au­dio­auf­zeich­nung, aber kein „Live Voice“. das heisst das ist kei­ne kopf­hö­rer-büh­ne, aber da­mit auch kein live­stream. es gibt ei­nen 55" mo­ni­tor und die büh­ne ist für 20 zu­schau­er aus­ge­legt. fin­de ich ei­gent­lich ganz gut, heu­te wer­de ich mal schau­en, wie die büh­ne sich bei den ers­ten mon­tags ses­si­ons an­fühlt. theo­re­tisch soll­ten dank feh­len­der wän­de auch mehr als 20 leu­te platz fin­den, mal schau­en wie die pra­xis aus­sieht. mein vor­trag funk­tio­niert trotz ca. 80 fo­li­en die­ses jahr auch gut ohne fo­li­en. auch wenn die fo­li­en auch die­ses jahr ihr ei­gen­le­ben ha­ben.

das wet­ter soll­te laut DWD mit­spie­len und sehr re­pu­bli­ca-freund­lich sein. heu­te son­nen­schein und bis zu 20°C, mor­gen et­was we­ni­ger son­ne und bis zu 18°. am mitt­woch im­mer noch über­wie­gend son­nig, aber et­was wol­ki­ger, reg­nen solls die drei tage nicht.

unter der u2-brücke, neben dem gelände der station

nach dem ab­ho­len mei­ner bänd­chen, ha­ben fri­da und ich uns noch­mal auf die ein­gangs­wie­se ge­setzt und ein bier­chen und ein wäs­ser­chen ge­trun­ken. rein, aufs ge­län­de dür­fen hun­de ja seit ein paar jah­ren nicht mehr. draus­sen sprach mich sa­bi­ne an, die sich als eine der fuss­ball-freun­din­nen von meq vor­stell­te. das fand ich sehr nett und das ist ir­gend­wie auch sehr blog­gig. nicht nur die blog­gen­den selbst ken­nen und le­sen sich ge­gen­sei­tig, auch die mit­le­sen­den ken­nen sich ir­gend­wie. spä­ter kam noch alex matz­keit dazu. wir ha­ben na­tür­lich über blogs und das was man­che vor 15, 20 jah­ren auch blogos­hä­re oder web­log­be­deu­tungs­ma­fia oder di­gi­ta­le bo­he­me oder di­gi­ta­le klo­wän­de ge­nannt ha­ben. wie 99,99% der be­völ­ke­rung hat er da­von da­mals we­nig bis gar nichts mit­be­kom­men, aber an­ders als 99,99% der leu­te, in­ter­es­si­ert ihn das jetzt ir­gend­wie. mei­ne the­se ist ja, dass die­se form der text­ba­sier­ten sub­kul­tur da­mals et­was mehr auf­merk­sam­keit be­kom­men hat als heu­te. oder ge­nau­er, die blog­gen­den ha­ben da­mals ge­schafft sich et­was mehr auf­merk­sam­keit zu er­kämp­fen (un­ter an­de­rem mit ver­an­stal­tun­gen wie der re­pu­bli­ca) und auch wenn es den ein­druck macht, dass blogs kei­ne re­le­vanz mehr ha­ben, ha­ben sie mei­ner mei­nung nach ge­nau­so we­nig oder viel re­le­vanz wie da­mals. oder an­ders ge­sagt, der re­la­tiv ho­mo­ge­ne ein­druck, den die blogo­sphä­re da­mals ge­macht ist weg, aber vie­le kei­ne bla­sen, un­zäh­li­ge mi­kro­ge­mein­schaf­ten, wahr­schein­lich mehr als je­mals zu­vor, sind wei­ter­hin ak­tiv, al­ler­dings un­ter dem ra­dar der brei­ten öf­fent­lich­keit. naja, wird je­den­falls be­stimmt span­nend das ge­spräch heu­te abend.


reich­wei­ten

felix schwenzel in artikel

über den me­t­abe­ne news­let­ter bin ich auf die­ses vi­deo ge­stos­sen, in dem ro­bin thies­mey­er (meta bene), rocko scha­mo­ni und marc-uwe kling über „of­fe­ne so­zia­le Net­ze“ re­den.

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am an­fang zeigt ro­bin eine kur­ze prä­sen­ta­ti­on, in der er sich vor­stellt. ich fand das sehr wit­zig.

… weil ich mi­ni­ma­list bin, als äs­the­ti­sches kon­zept, das ken­nen sie viel­leicht, das is ne sehr an­stren­gen­de art von faul­heit …

der rest war nicht so lus­tig, weil die drei, vier auf der büh­ne, dann über reich­wei­te und mo­ne­ta­ri­sie­rung re­den. über reich­wei­te re­den oder nach­den­ken ist im­mer ir­gend­wie trau­rig. wenn ei­nen kei­ner liest (oder sieht), ist man trau­rig, wenn man merkt dass ein paar leu­te das le­sen oder se­hen was man ins netz ver­öf­fent­licht, ist man auch trau­rig, weil an­de­re ja be­stimmt mehr auf­merk­sam­keit be­kom­men. und wenn man 1000 fol­lower oder abon­nen­ten hat, ist man trau­rig, dass man nicht 2000 hat.

da­mit will ich mich kei­nes­falls über die drei auf der OMG 2MR-büh­ne lus­tig ma­chen, son­dern es ist eine er­fah­rung die ich in den letz­ten 30 jah­ren ge­macht habe. noch trau­ri­ger wird es, wenn dann ne­ben reich­wei­te auch noch über mo­ne­ta­ri­sie­rung ge­spro­chen wird, weil bei­des wahn­sin­nig schwer ist und mit die­sen „of­fe­nen so­zia­len netz­wer­ken“ noch schwe­rer. und wenn man wirk­lich vie­le leu­te er­rei­chen will, muss man sich ge­ge­be­nen­falls auch noch ver­bie­gen und die an­ge­bo­te von ame­ri­ka­ni­schen tech-bu­den in an­spruch neh­men und sich da an ab­sur­de re­geln hal­ten oder mit bü­ro­k­ar­ti­schen bots aus­ein­an­der­set­zen.

wenn mich am mon­tag alex matz­keit in sei­nem pa­nel auf der re­pu­bli­ca fragt, wie es denn da­mals in den frü­hen ta­gen der blogo­sphä­re war, wer­de ich mög­li­cher­wei­se (auch) sa­gen: wir konn­ten uns für eine kur­ze wei­le ein­bil­den viel reich­wei­te und eine ge­wis­se re­le­vanz zu ha­ben. ein­bil­dung des­halb, weil das viel­leicht eine re­la­tiv hohe reich­wei­te war, aber ab­so­lut eher nicht. wir ha­ben halt in un­se­rer bla­se „ge­bloggt“ und ge­le­gent­lich ver­ges­sen, dass un­se­re bla­se ei­gent­lich teil ei­nes rie­si­gen schaum­tep­pichs mit mil­li­ar­den an­de­ren bla­sen ist.

un­se­re blogo­bla­se (viel­leicht ein bes­se­res wort als blogos­hä­re?) hat­te al­ler­dings eine ei­gen­schaft, die die reich­wei­te ver­meint­lich mas­siv er­höh­te: die blogo­bla­se hat­te vie­le schnitt­stel­len mit der jour­na­lis­ten-bla­se. des­halb gab es mul­ti­pli­ka­ti­ons­ef­fek­te und ge­le­gent­lich so­was wie ge­fühl­te re­le­vanz. aber mei­ne the­se ist, dass „wir“, die blog­gen­den men­schen der frü­hen 2000er und 2010er, un­se­rer reich­wei­te aus ei­nem sehr be­grenz­ten um­kreis re­kru­tier­ten.

ir­gend­wann (vor 10 jah­ren) wur­den mal ein paar er­folg­rei­che you­tuber auf die re­pu­bli­ca ein­ge­la­den. als die ihre zu­schau­er- und abon­nen­ten­zah­len nann­ten, fiel den meis­ten blog­gern, min­des­tens mir, die kinn­la­de run­ter. trotz der be­ein­dru­cken­den zah­len der you­tuber wa­ren sie trotz­dem ex­tre­me ni­schen­an­bie­ter. auch die you­tuber-bla­sen wa­ren bei wei­tem nicht so gross, dass mei­ne el­tern ei­nen oder eine von ih­nen je­mals ge­se­hen hät­ten oder freun­de und be­kann­te aus­ser­halb mei­ner in­ter­net-bla­se die kann­ten.

was ich sa­gen will: reich­wei­te ist re­la­tiv. und sehr, sehr schwer zu er­rei­chen und noch schwe­rer zu hal­ten. und mo­ne­ta­ri­sie­rung ist noch schwe­rer. elen­dig viel ar­beit.

was ich auch sa­gen will: ich bin froh dass mir bei­de the­men, reich­wei­te und mo­ne­ta­ri­sie­rung, mitt­ler­wei­le (gröss­ten­teils) völ­lig egal sind. das hat eine sehr ent­spa­nen­de wir­kung. an­de­rer­seits muss ich da­von was ich in der öf­fent­lich­keit ver­an­stal­te auch nicht le­ben.

eay hat heu­te ein zi­tat von jim niel­sen ver­bloggt:

John Gru­ber, quo­ting Walt Dis­ney:

We don’t make mo­vies to make mo­ney; we make mo­ney to make more mo­vies.

Gru­ber’s ver­si­on: don’t make soft­ware to make mo­ney, make mo­ney to make more soft­ware.

My ver­si­on: don’t make web­sites to make mo­ney, make mo­ney to make more web­sites.

das ist ge­nau mein der­zei­ti­ger ar­beits­mo­dus im netz: das was ich hier ver­an­stal­te tue ich nicht um geld zu ver­die­nen, son­dern ich ver­die­ne geld, da­mit ich das hier ma­chen kann. der grund war­um ich an­fing öf­fent­lich zu schrei­ben, zu­erst in ei­nen news­let­ter, dann un­ter mei­ner ei­ge­nen do­main wir­res.net, war mein be­dürf­nis zu schrei­ben. ein be­dürf­nis et­was zu tun, was sich krea­tiv an­fühlt und mich zwingt um und in mich zu schau­en — und das was ich sah in wor­te zu fas­sen.

und das ma­che ich seit­dem. reich­wei­ten und mo­ne­ta­ri­sie­rungs­fra­gen ha­ben mich auf die­ser rei­se ge­le­gent­lich neu­gie­rig ge­macht und ich habe da­mit viel ex­pe­ri­men­tiert, aber die ei­gent­li­che mo­ne­ta­ri­sie­rung kam im­mer aus der lohn­ar­beit.

ich bin dar­über nicht trau­rig, im ge­gen­teil, aber trotz­dem ist es doch trau­rig, dass krea­ti­ve ar­beit mit krea­ti­ver ar­beit al­lein so schwer fi­nan­zier­bar ist. ich glau­be auch nicht dass es da­für te­chi­sche lö­sun­gen gibt. die gibt und gab es schon län­ger, ste­ady, pa­tre­on oder you­tube — und frü­her mal flattr. aber bis auf ganz we­ni­ge aus­nah­men, kön­nen da die we­nigs­ten von le­ben.

vor zwan­zig oder dreis­sig jah­ren hat­ten wir mal die hoff­nung, dass das netz die gate­kee­per da­von­schwemmt und auf­merk­sam­keit de­mo­kra­ti­scher oder ge­rech­ter ver­teilt wer­den könn­te. oder dass die 15 mi­nu­ten fame die uns andy war­hol in den 60ern ver­spro­chen hat, sich durchs netz und neue tech­no­lo­gien ver­viel­fa­chen lies­sen. statt­des­sen ka­men neue gate­kee­per und die kon­ku­renz um die ware auf­merk­sam­keit wird im­mer schär­fer.

ich lie­be wei­ter­hin auf­merk­sam­keit, aber um sie erst­haft zu ver­fol­gen bin ich wahr­schein­lich ein­fach zu müde und zu alt. mir ge­fällt, dass ich die­sen text hier ein­fach raus­rot­zen kann und ihn erst spä­ter, lan­ge nach dem drü­cken des ver­öf­fent­li­chen-knopfs, noch­mal ge­gen­le­se und die gröbs­ten or­tho­gra­phi­schen schnit­zer raus­kor­ri­gie­re.


The only se­cret of ma­gic is that I'm wil­ling to work har­der on it than you think it's worth.
-- Penn Jil­let­te

die­ses zi­tat flog mir eben in den kopf und ich muss­te erst­mal eine quel­le fin­den, um den wort­laut wie­der zu­sam­men­zu­be­kom­men. das zi­tat er­klärt gut wie zau­be­rei, il­lu­sio­nen, aber auch ganz all­ge­mein, jede krea­ti­ve ar­beit funk­tio­niert. ge­nau ge­nom­men gilt das für jede ar­beit und al­les was wir gut kön­nen. wenn je­mand et­was gut kann, dann hat die­se per­son ir­gend­wann mal da­für ge­übt — und mit ziem­li­cher wahr­schein­lich­keit mehr, als man als aus­sen­ste­hen­der für nö­tig oder mög­lich hält.

mir fällt in dem zu­sam­men­hang auch im­mer die (wahr­schein­lich aus­ge­dach­te) an­ek­do­te ein, die pa­blo pi­cas­so zu­ge­schrie­ben wird. der sass in ei­nem café und zeich­ne­te auf ei­ner ser­vi­et­te. als eine frau ihn frag­te ob er sie auf der ser­vi­et­te por­trä­tie­ren wür­de, war er in zwei mi­nu­ten fer­tig und ver­lang­te eine as­tro­no­mi­sche sum­me für das por­trät. auf den ein­wand, dass er doch nur ein paar mi­nu­ten da­für ge­braucht habe, sag­te er: „es hat mich mein gan­zes le­ben ge­kos­tet, das in zwei mi­nu­ten zu zeich­nen.“

ich fin­de bei al­lem was ich tue per­fek­ti­on über­flüs­sig. ich will nicht sa­gen, dass ich per­fek­ti­on has­se, im ge­gen­teil, per­fek­ti­on fas­zi­niert mich. aber mir ist das zu viel ar­beit. das hält mich aber nicht da­von ab, re­gel­mäs­sig sehr viel ar­beit in „gut ge­nug“ zu ste­cken. oft wahr­schein­lich deut­lich mehr, als an­de­re für ver­nünf­tig hal­ten wür­den.


neu an mei­ner wand

felix schwenzel in notiert

das pos­ter habe ich vor 20 jah­ren bei eboy ge­kauft (ar­chi­ve-link). seit­dem, also die letz­ten 20 jah­re, lag es zu­sam­men­ge­rollt in ei­ner un­se­rer kam­mern. bei der letz­ten auf­räum­ak­ti­on hat die bei­fah­re­rin das pos­ter ge­fun­den und wir ha­ben es auf­ge­hängt.

das pos­ter in in vier­fa­cher hin­sicht su­per: ich mag wim­mel­bil­der, iso­me­tri­sche dar­stel­lung und pi­xel-äs­the­tik. und dazu ist es noch eine art hi­os­to­ri­sches do­ku­ment und zeigt al­ler­hand ge­döns, das es nicht mehr gibt (sky­pe, tech­no­ra­ti, del.ici.us, feedb­ur­ner). das pos­ter ist so alt, dass da­mals face­book und twit­ter noch kein ding wa­ren.


nach­trag 13.05.2026:
frank west­phal hat das pos­ter 2006 ver­bloggt und sich die mühe ge­macht ein paar der web2.0-diens­te zu ver­lin­ken. den html-block ko­pie­re ich mal, weil er vor­treff­lich il­lus­triert, wie viel web2.0 den exit ge­macht hat.

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morgenspaziergang mit just out of bed haaren

#mor­gen­spa­zier­gang mit just out of bed haa­ren


abend­essen 07.05.2026

felix schwenzel in gekocht

das war wirk­lich ein­fach: schin­ken, spar­gel, zwie­bel­rin­ge, feta und ein paar to­ma­ten im air­fry­er sta­peln, 14 mi­nu­ten bei 180°C ba­cken, fer­tig. zum ser­vie­ren et­was salz, sehr le­cker.

nach­trag: ver­ges­sen: 4 eier wa­ren auch noch drauf­ge­sta­pelt (ohne scha­le)


#rp26 app

felix schwenzel in notiert

screenshot der #rp26-app mit einer suche nach „felix schwenzel“

die re­pu­bli­ca-app für die­ses jahr ist draus­sen. das freut mich, weil ich dann jetzt mein #rp26-pro­gram mit der ♥️ funk­ti­on zu­sam­men­kli­cken kann (und die tage hier ver­öf­fent­li­chen kann).

noch mehr wür­de ich mich na­tür­lich freu­en, wenn ganz vie­le mei­nen vor­trag im pro­gramm der app su­chen („fe­lix schwen­zel“) und fin­den und mit ei­nem ♥️ mar­kie­ren wür­den. ich glau­be, in al­ler be­sch­ei­den­heit, dass mein vor­trag die­ses jahr ganz gut sein könn­te. und die­ses jahr is­ser auch nicht am letz­ten re­pu­bli­ca-tag, weil er schon fast fer­tig ist und ich die drei re­pu­bli­ca-tage nicht zum fer­tig­schrei­ben brau­che.


nach­trag: of­fen­bar kann man in die­sem jahr ein­zel­ne ses­si­ons oder ein zu­sam­men­ge­stell­tes #rp26 pro­gramm in die app im­por­tie­ren.

mit die­sem link oder QR code soll­te mei­ne ses­si­on zum mar­kie­ren in die app im­por­tiert wer­den kön­nen.
https://re-pu­bli­ca.com/app-im­port?s=10417


schein­glück

felix schwenzel in notiert

je­der kennt schein­rie­sen: ein rie­se, der im­mer klei­ner wird, je nä­her man ihm kommt.

für mei­ne #rp26-prä­sen­ta­ti­on habe ich mir eine va­ria­ti­on von mi­cha­el en­des wun­der­ba­rem bild aus­ge­dacht: schein­glück

wenn man dem glück hin­ter­her­rennt, des­to grös­ser wird der frust, den man ei­gent­lich zu­rück­las­sen möch­te. gilt auch für alle an­de­ren pro­ble­me, vor de­nen man weg­lau­fen möch­te.

mei­ne prä­sen­ta­ti­on, mein plä­doy­er für op­ti­mis­mus („die welt ist scheis­se — und das ist auch gut so“), fin­det am zwei­ten #rp26-tag statt, am 19.05.2026 von 13:00 bis 13:30 uhr. mei­ne „büh­ne“ ist das so­ge­nann­te en­er­gie­mo­bil, 55" screen und mi­kro­fon und platz für 20 zu­schau­er ist laut spea­k­er-brie­fing vor­han­den.

ich freue mich über je­den der kommt und noch mehr dar­über, dass ich schon 35% des texts fer­tig habe. der rest ist auch fer­tig, den muss ich nur noch auf­schrei­ben.

noch 14 tage bis zur #rp26.


mond

felix schwenzel in notiert

home-assistant-dashboard mit daten zu den gestirnen

in mei­nem home as­sistant da­sh­board las­se ich mir den son­nen- und mond­stand an­zei­gen. der son­nen­stand ist prak­tisch, weil ich dann weiss, ob wann mor­gens die son­ne auf­geht. weil es mich er­freut, hat­te ich dort auch im­mer ein sche­ma­ti­sches bild des mond, wie er im mo­ment in ber­lin aus­sieht. ti­meand­da­te.com ge­ne­riert die­ses bild für je­den ort der erde.

das bild hat sich home as­sistanz dort im­mer ge­scraped. seit ei­ner wei­le ver­hin­dert cloud­fla­re für ti­meand­da­te.com jetzt das scra­ping. fair en­ough. also frag­te ich cur­sor, ob es mir das bild mit ei­nem script be­rech­nen kön­ne. es mein­te zwar, dass es das kön­ne, aber wie so oft, konn­te es das nicht, auch nach sechs schril­lio­nen to­kens und meh­re­ren ite­ra­tio­nen kam nicht mehr als ein hit­ler­bild raus.

j sei dank hat­te sich schon je­mand an­ders die mühe ge­macht: mit den tools in die­sem repo las­sen sich aus nasa-bil­dern und ein paar py­thon-scrip­ten aku­ra­te bil­der des mond ge­ne­rie­ren, je nach ort und zeit.

das bringt so gut wie gar nichts, aus­ser dass es mir gros­se freu­de be­rei­tet.

akurates bild des mondes, wie er in berlin am 04.05.2026 um 05:00 uhr aussehen würde. generiert aus nasa fotos und mit github.com/dorjeduck/lunardelight
der mond wie er in ber­lin am 04.05.2026 um 05:00 uhr aus­se­hen wür­de

ivar­duft

felix schwenzel in notiert

weil wir un­se­re ab­stell­kam­mer um et­was re­gal­platz er­wei­tern wol­len, hat die bei­fah­re­rin heu­te ein paar ivar-re­gal­bret­ter ge­kauft. als die da so im flur stan­den son­der­ten sie ei­nen so an­ge­neh­men kie­fern­harz­duft aus, dass ich nicht um­hin­kam das mehr­fach ge­gen­über der bei­fah­re­rin zu er­wäh­nen.

ich bin ja schon im­mer ein gros­ser ikea-fan, aber noch län­ger ein ivar fan. die kom­bi­na­ti­on aus pri­mi­ti­ven, aber ef­fek­ti­vem de­sign, ex­tre­mer lang­le­big­keit und sta­bi­li­tät und dass es die se­rie min­des­tens so lan­ge gibt, wie es mich gibt, fin­de ich fas­zi­nie­rend. und wo gibt es das heut­zu­ta­ge noch? ein pro­dukt das es seit > 50 jah­ren gibt und vol­le kom­pa­ti­bi­li­tät zu al­len ver­sio­nen be­hal­ten hat? ein pro­dukt das auch tat­säch­lich län­ger als 50 jah­ren hält und das be­lie­big vie­le um­zü­ge un­be­scha­det über­lebt und trotz­dem nicht alt­ba­cken aus­sieht?

und das dazu auch noch (fa­brik­neu) wahn­sin­nig gut riecht?

blick in unsere rumoelkammer im  flur, deren einen ecke wir entrümpelt haben um regalplatz mit einem neuen ivar zu schaffen.
et­was un­kon­ven­tio­nel­le eck­kon­struk­ti­on, funk­tio­niert aber

far­ben­froh wie im herbst.


24, 30, 1, 359

felix schwenzel in über wirres

heu­te ist im fuss die­ser web­sei­te der satz

hier schreibt fe­lix schwen­zel seit 24 jah­ren ger­ne ins in­ter­net (ei­gent­lich seit 30 jah­ren).

von 23 auf 24, bzw. 29 auf 30 um­ge­sprun­gen, weil der ers­te ar­ti­kel den ich hier ver­öf­fent­licht habe vom 20.04.2002 ist. mir sind die­se jah­res­ta­ge ei­gent­lich nicht wich­tig, aber sta­tis­ti­ken mag ich ger­ne. des­halb be­tä­ti­ge ich mich mal eben als sta­tis­tik-chro­nist.

wahr­schein­lich wäre es mitt­ler­wei­le bes­ser, un­ten hin­zu­schrei­ben, dass ich jetzt schon „sehr lan­ge“ ins in­ter­net schrei­be. bei sol­chen zeit­räu­men ist der ge­naue tag dann auch ir­gend­wann egal, so wie mir die ka­len­da­ri­schen ko­or­di­na­ten mei­ner ge­burts­ta­ge nach fast 60 jah­ren mitt­ler­wei­le auch egal sind.

kir­by nut­ze ich jetzt auch be­reits seit über ei­nem jahr („hal­lo kir­by“). ich be­reue den um­stieg nicht, im ge­gen­teil, kir­by ist mir je­den tag er­neut eine gros­se freu­de.

was ich jetzt auch seit fast ei­nem jahr ma­che: je­den tag et­was ver­öf­fent­li­chen. der streak ist mitt­ler­wei­le 359 tage lang. die an­zahl-der-posts-über­sicht­gra­fik auf der rück­sei­te ist mitt­ler­wei­le ohne schwar­ze punk­te.

anzahl-der-posts-übersichtgrafik von der rückseite

be­mer­kens­wert an der gra­fik ist ei­gent­lich nichts, aus­ser dass man kaum mus­ter er­ken­nen kann wie und wann ich wie viel ver­öf­fent­li­che. man er­kennt al­ler­dings ein clus­ter zwi­schen mai und juni: re­pu­bli­ca. so er­kennt man: noch vier wo­chen bis zu #rp26. das mi­ni­ma­lis­ti­sche de­sign die­ses jahr ge­fällt mir sehr gut, hier mei­ne „spea­k­er-sei­te“ für die­ses jahr. ende der durch­sa­ge.


eine zeichnung von metabene auf meinem neuen trmnl e-paper-display. diese sagt: „immer streiten wir über dasselbe.“ „das gleiche.“
meta bene auf trmnl-epa­per

hier­zu ↑ schrieb meta bene vor ein paar ta­gen:

wie man sieht, hat er na­tür­lich recht.

foto von drei bilderrahmen, einer ist vor switchbot mit einem farbigen e-paper-display, einer ist mit einer original tusche-zeichnung auf papier von meta bene geladen und einer ist ein trmnl-e-paper display mit einer meta bene zeichnung
meta bene auf pa­pier-pa­per und e-pa­per (oben ir­gend­was auf farb-e-pa­per)

aber da­für gibt’s auf dem e-pa­per-dis­play je­den tag ein neu­es an­de­res meta-bene-mo­tiv.



mor­gen­spa­zier­gang 05.04.2026

felix schwenzel in bilder

klei­ne run­de durch das „ju­den­bruch“ wäld­chen in was­sen­berg. die aus holz ge­schnitz­ten ses­sel die über­all rum­stan­den, konn­ten wir uns na­tür­lich nicht als sel­fie-ge­le­gen­hei­ten ent­ge­hen las­sen.


me­t­abe­ne trmnl

felix schwenzel

ich fürch­te ro­bin / @meta_bene wird das für ein sa­kri­leg hal­ten, aber ich bin ehr­lich ge­sagt be­geis­tert da­von, wie gut sich tu­sche auf dem e-pa­per macht. je­den tag ein zu­fäl­li­ges neu­es bild. bei der aus­wahl der 67 bil­der, aus de­nen eine zu­falls­funk­ti­on um mit­ter­nacht ein neu­es bild aus­sucht, war ich wie­der baff, wie gut und in­tel­li­gent die zeich­nun­gen von me­t­abe­ne sind. ich fand die im­mer schon toll und habe auch mal ein ori­gi­nal ge­kauft, aber heu­te war ich wie­der neu be­geis­tert und jetzt vor­aus­sicht­lich auch täg­lich neu.

eine zeichnung von metabene auf meinem neuen trmnl e-paper-display. diese sagt: „immer streiten wir über dasselbe.“ „das gleiche.“
grossaufnahme eines der tusche-vögel.
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trmnl (od)

felix schwenzel in artikel

wir ha­ben ei­gent­lich mehr als ge­nug bild­schir­me in der woh­nung. aber ich habe mich vor zwei ta­gen von snaz­zy labs, ge­nau­er, die­sem vi­deo, be­quat­schen las­sen das trmnl (og) zu kau­fen.

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youtube-video laden, info, direktlink

die lie­fe­rung war promt (2 tage) und kos­ten­los. der preis nicht so irre güns­tig, al­ler­dings gab’s mit dem re­fe­rer-code von snaz­zy labs 10% ra­batt.

das trmnl ist ein klei­ner epa­per-bild­schirm mit akku und mi­cro­con­trol­ler, ähn­lich dem switch­bot-bil­der­rah­men, nur eben in schwarz-weiss.

was mich über­zeugt hat war das en­ga­ge­ment von trmnl im open source be­reich, von dem im vi­deo viel die rede ist. sprich, wenn ich woll­te könn­te ich das ge­rät auch ohne die trmnl-cloud be­trei­ben, in­dem ich ein­fach ei­nen do­cker con­tai­ner hoch­fah­re (repo) und das trmnl da­mit ver­bin­de, statt der trmnl-cloud.

die ein­rich­tung (mit der cloud) war wie­der mal et­was ha­ke­lig. die cloud schien auch mehr­fach wäh­rend mei­ner ein­rich­tung aus­fäl­le ge­habt zu ha­ben und das trmnl mel­de­te zu­erst mehr­fach, dass es sich nicht mit dem wlan ver­bin­den könn­te — und spä­ter be­klag­te es sich, dass es sich zwar mit dem wlan ver­bin­den, aber nicht mit der api ver­bin­den konn­te.

es gibnt eine viel­zahl von er­wei­te­run­gen mit de­nen man in­hal­te auf das trmnl brin­gen kann. das ein­fachs­te ist plain text, der auf dem dis­play auch sehr kna­ckig und scharf aus­sieht.

als ich die home as­sistant er­wei­te­rung fand war ich sehr er­freut. ich habe schon seit jah­ren nach ei­ner mög­lich­keit ge­sucht screen­shots von home as­sistant da­sh­boards au­to­ma­tisch an­fer­ti­gen zu las­sen. lö­sun­gen gibt’s, aber das war al­les fum­me­lig, auf­wän­dig und bas­te­lig. trmnl hat eine lö­sung ent­wi­ckelt, trmnl-home-as­sistant, die nicht nur von home as­sistant da­sh­boards screen­shots ma­chen kann, son­dern von be­lie­bi­gen web-sei­ten. die kann man dann als jpg, png oder bit­map aus­ge­ben las­sen, für das epa­per-dis­play di­thern las­sen — oder eben nicht. und das al­les in­dem man — mal wie­der — ein­fach ei­nen do­cker-con­tai­ner hoch­fährt: do­cker-com­po­se.yml in der doku.

al­lein für die­se ent­de­ckung hat es sich ge­lohnt > 100 € für das teil aus­zu­ge­ben. wenn ich mal in bas­tel­lau­ne bin wer­de ich da­mit bil­der auf ei­nen cheap yel­low dis­play bea­men. jetzt hab ich erst­mal mei­nen wet­ter-gra­phen aufs trmnl ge­beamt.

links das switch­bot epa­per-dis­play, rechts ein bild der bei­fah­re­rin, un­ten das trmnl (od)
oben wol­ken­de­cke und son­nen­schein­dau­er, mit­te tem­pe­ra­tur, un­ten re­gen­wahr­schein­lich­keit und nie­der­schlag laut dwd re­gen­ra­dar

da las­sen sich noch ei­ni­ge span­nen­de sa­chen draus bas­teln.


10 jah­re zig­bee (bei uns zu­hau­se)

felix schwenzel in artikel

vor ziem­lich ge­nau 10 jah­ren habe ich die ers­ten bei­den hue LED-bir­nen ge­kauft. von den zwei bir­nen die da­mals im hue-star­ter­set wa­ren lebt eine noch und ist noch im ein­satz. die er­war­tun­gen an LED-leuch­ten lau­ten da­mals: 15 bis 20 jah­re le­bens­dau­er. in der pra­xis freue ich mich dar­über, dass eine von de­nen tat­säch­lich 10 jah­re hält. es zeigt sich lei­der, dass LED-bir­nen teil­wei­se ge­nau so schnell ka­putt­ge­hen (oder lan­ge hal­ten) wie die al­ten glüh­bir­nen. ent­we­der gibt das netz­teil, die ele­tro­nik und manch­mal auch das ge­häu­se auf.

trotz­dem be­reue ich nicht, die gan­ze woh­nung nicht nur auf LED um­ge­stellt zu ha­ben, son­dern zum gröss­ten teil auch auf zig­bee. seit dem ich vor sechs jah­ren die pro­prie­tä­ren hubs von ikea und hue weg­ge­schmis­sen habe und ei­nen ei­ge­nen hub mit zig­bee2mqtt be­trei­be, lässt sich das po­ten­zi­al von zig­bee auch voll aus­schhöp­fen. fum­me­lig und teil­wei­se bug­gy war es trotz­dem ge­le­gent­lich, vor al­lem fie­len im­mer wie­der die tol­len, klei­nen und güns­ti­gen xiao­mi und aqua­ra ge­rät­chen aus dem zig­bee netz und woll­ten neu ge­paart wer­den. aber auch die firm­ware mei­nes zig­bee-ko­or­di­na­tors, also mei­nes DIY-hubs (ein CC26x2R Launch­Pad) zick­te im­mer wie­der mal und hat­te bugs.

aber ins­ge­samt war zig­bee über die jah­re sta­bil, schnell, gut zu er­wei­tern und zu­frie­den­stel­lend. ins­ge­samt sind hier 88 ge­rä­te, da­von 39 bat­te­rie­be­trie­be­ne (sen­so­ren und schal­ter). aber als home as­sistant vor ein paar mo­na­ten ei­nen neu­en, selbst­enmt­wi­ckel­ten, of­fe­nen zig­bee-rou­ter (zbt-2) vor­stell­te, schlug ich zu. das ver­spre­chen von zu­kunfts­fä­hig­keit, ei­ner op­ti­mier­ten an­ten­ne, mo­derns­ter chip­sät­ze und gu­ter per­for­mance ge­fiel mir und bis­her hab ich gute er­fah­run­gen mit der hard­ware (der soft­ware so­wie­so) die home as­sistant baut ge­macht.

die mi­gra­ti­on vom al­ten „hub“ zum neu­en hub war lei­der sehr fum­me­lig, un­ter an­de­rem, weil ich mei­ne 80 ge­rä­te nicht alle neu an­ler­nen woll­te. am ende lief al­les, auch merk­lich sta­bi­ler, aber ein paar ei­gen­ar­ti­ge pro­ble­me blie­ben. so konn­te ich be­stimm­te ge­rä­te ein­fach nicht ins netz­werk hin­zu­fü­gen. der work­around war, dass ich die­se ge­rä­te dann in mein zweit zig­bee-netz hin­zu­füg­te, das ich seit ein paar jah­ren mit dem vor­gän­ger des zbt-2, dem sky-con­nect be­trieb. dort­hin hat­te ich da­mals alle xiao­mi und aqua­ra sen­so­ren aus­ge­la­gert, die im haupt­netz im­mer raus­fie­len, und im klei­nen son­der­netz kei­ne mu­cken mehr mach­ten. ins­ge­samt fand ich das un­be­frei­di­gend und weil ich die­ses wo­chen­en­de sturm­freie bude hat­te und licht­aus­fäl­le nicht be­schimpft wer­den wür­den, ent­schied ich mich mein haupt-zig­bee-netz neu auf­zu­span­nen.

den ers­ten test führ­te ich mit ei­ner jung­fräu­li­chen, frisch ge­on­boar­de­ten zig­bee2mqtt-in­stal­la­ti­on durch, ich wähl­te ei­nen we­ni­ger be­leg­ten zig­bee-ka­nal und schau­te ob die ge­rä­te die sich vor­her nicht joinen lies­sen jetzt dem netz­werk bei­tra­ten. dass sie es ta­ten war gleich­zei­tig eine gute und eine schlech­te nach­richt. jetzt konn­te ich um die 80 ge­rä­te ma­nu­ell hin­zu­fü­gen und neu kon­fi­gu­rie­ren und hät­te dann am ende ein feh­ler­lo­ses zig­bee-netz.

die gan­ze pro­ze­dur war dann wirk­lich sehr müh­sam, auch weil ich im home as­sistant vie­le der en­ti­ty-ids und na­men neu set­zen muss­te, aber an­de­rer­seits konn­te ich auch ein biss­chen auf­räu­men. tat­säch­lich, nach zwei ta­gen ar­beit, läuft das zig­bee-netz laut zig­bee2mqtt feh­ler­frei, die ein­zi­ge leuch­te die ge­le­gent­lich feh­ler­mel­dung im log ver­ur­sacht ist die 10 jah­re alte hue-bir­ne, die zu ih­rer ver­tei­di­gung aber auch in ei­nem me­tal­le­nen lam­pen­ge­häu­se steckt. an­sons­ten kei­ne feh­ler­mel­dun­gem, time­outs oder un­er­reich­ba­re ge­rä­te.

auch die bei­den neu­en ka­j­plats weiss­spek­trum bir­nen mit 1500 lu­men, die ich kürz­lich ge­kauft habe, sind jetzt im zig­bee-netz. die wer­den ei­gent­lich mit mat­ter aus­ge­lie­fert, spre­chen aber auch zig­bee. weil mein zbt-2 die aber nicht ins zig­be­e­netz auf­neh­men woll­te, habe ich die auch 2-4 wo­chen mit mat­ter be­trie­ben. das lief ei­gent­lich auch sehr gut, mat­ter re­agiert min­dens­tens so schnell wie zig­bee, sub­jek­tiv viel­leicht so­gar ei­nen ti­cken schnel­ler. was mat­ter aber noch fehlt ist eine brauch­ba­re grup­pie­rung auf netz­werk-ebe­ne. bei zig­bee kann man be­lie­big vie­le leuch­ten in eine zig­bee-grup­pe ste­cken und dann mit ei­nem ein­zi­gen broad­cast-be­fehl alle leuch­ten schal­ten, statt jede ein­zel­ne zu schal­ten. bei zwei, drei bir­nen ist das ei­gent­lich egal, aber es fühlt sich ein­fach bes­ser an, alle drei lam­pen im flur mit ei­nem ein­zi­gen be­fehl zu schal­ten und den weiss­wert zu set­zen, statt mit drei­en.

zwi­schen mat­ter und zig­bee kann man üb­ri­gens so um­schal­ten: erst mat­ter zu­rück­set­zen, in­dem man die bir­ne 6 mal aus- und an­schal­tet, da­nach zig­bee zu­rück­set­zen, bzw. in den ver­bin­dungs­mo­dus ver­set­zen mit 12 mal aus- und an­schal­ten.

ner­vig ist, dass von den 10 ver­schie­de­nen her­stel­lern von de­nen ich zig­bee-bir­nen be­sit­ze, je­der eine ei­ge­ne art hat die bir­nen zu re­set­ten, bzw. in den ver­bin­dungs­mo­dus zu ver­set­zen: mal, wie bei ikea, sechs­mal aus und an, manch­mal 5 mal je 5 se­kun­den aus und 5 se­kun­den an und man­che mu­ten ih­ren nut­zern so­gar kom­bi­na­tio­nen aus 5 se­kun­den und 2 se­kun­den schalt­se­quen­zen zu. zum glück gibt’s touch­link, zum bei­spiel mit der 10 jah­re al­ten hue fern­be­die­nung: wenn man die fern­be­die­nung an eine lam­pe hält und an- und aus-tas­ter 10 se­kun­den lang hält, re­set­ten die meis­ten lam­pen sich und ver­bin­den sich neu.

aus­ser­dem ge­lernt, die bin­dings mit de­nen man zum bei­spiel zig­bee-fern­be­die­nun­gen di­rekt mit ei­ner leuch­te ver­bin­den kann, so dass man die auch mit der fern­be­die­nung steu­ern kann, wenn das zig­bee-netz aus­ge­fal­len ist, die­se bin­dun­gen wer­den nicht in zig­bee2mqtt ge­spei­chert, son­dern in den ge­rä­ten selbst. man sieht die­se bin­dings zwar im zig­bee2mqtt-front­end, aber zig­bee2mqtt holt sich die info je­des mal aus dem ge­rä­te­spei­cher. das ist ein biss­chen scha­de, weil ich im­mer die vor­stel­lung hat­te, dass zig­bee2mqtt die­se info si­chert und wenn sie im ge­rät ver­lo­ren ge­hen soll­te, wie­der neu set­zen kann beim „re­kon­fi­gu­rie­ren“. is aber nicht so.

mein fa­zit lau­tet also: ich lie­be und has­se mein zig­bee-netz gleich­zei­tig. ei­ner­seits ist es (bis­her) zu 95% zu­ver­läs­sig ge­we­sen, aber die 5% pro­ble­me kos­ten im­mer noch zu viel zu viel zeit. ich hof­fe mit dem zbt-2 jetzt auf 99,9% zu­ver­läs­sig­keit. mat­ter ist be­reits sehr gut, aber noch nicht ganz so weit um da­mit gros­se net­ze zu ver­wal­ten. der teu­fel und die ar­bei­ten ste­cken da noch in vie­len klei­nen de­tails. bei­de, zig­bee und mat­ter sind des­halb toll, weil man sich da­mit zu 100% her­stel­ler­un­ab­hän­gig ma­chen kann. und al­lein des­halb über­wiegt mei­ne lie­be zu zig­bee — und in ein paar jah­ren si­cher auch zu mat­ter.


heu­te früh beim mor­gen­spa­zier­gang gabs viel son­ne, ge­gen­licht, rau­reif und ein biss­chen ne­bel.