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dieses überwachsene gitter fiel mir heute früh auf. das sieht wirklich schön aus und so sollten eigentlich alle gitter und gullis dekoriert sein.
beim weitergehen fiel mir dann ständig weiteres grünzeug auf, dass sich über die blanken zivilisationsartfakte legt und lanfsam den asphalt aufbricht oder den stein verdeckt.
johnny ist immer noch auf substack (statt auf spreeblick), war auf der CSD trauerveranstaltung, hat ein bild-fernsehteam gesehen, still gegen die bild protestiert und ist viral gegangen.
gestern bei der kaltmamsell gelesen, dass sie und herr kaltmamsell auf der museuminsel hombroich waren. an meinen letzten besuch dort erinnere ich mich als wäre es gestern, auch wenn meine erinnerungen daran leicht verblasst und verschmolzen sind. ich bin ja in der gegend mit den broichs aufgewachsen. fussbroichs, grevenbroich, korschenbroich, mörsenbroich, broichweiden waren namen sie ich in meiner jugend ständig gesehen habe. in der gegend gibt viele eigenartige ortsnamen. wenn wir nach aachen fuhren, passierten wir immer geilenkirchen (ecclesia erotica) und puffendorf (vicus lupanaris), auf dem weg nach düsseldorf gings an hombroich und grevenbroich vorbei.
jedenfalls liess sich mein internes gedächnis an den inselbesuch nicht mit meinem externen gedächnis verifizieren. ich habe hier nie etwas über die museumsinsel hombroich geschrieben oder bilder davon gepostet — oder kann sie nicht mehr finden. auch auf meinen social media profilen fand ich zunächst nichts. in meiner fotobibliothek fand ich dann über die ortssuche einen haufen bilder aus dem april 2011. mein archiv vom april 2011 zeigt schöne texte von der #rp11, aber nix von hombroich. mein twitterarchiv reicht nur bis 2012 (obwohl ich mich bei twitter 2007 angemeldet habe), mein erster instagram post ist vom oktober 2011 (lokale kopie). ich war mir aber sicher, dass ich zu diesem besuch etwas ins internet geschrieben oder gepostet hatte. mit spotlight fand ich dann einen hinweis in einer backupdatei auf dieses youtube video aus dem graphischen kabinett der museumsinsel, dass ich 2011 gepostet habe.
meine erinnerungen an die museumsinsel sind, wie gesagt, verwaschen. ich erinner mich aber sehr gut an die cafeteria. essen und getränke dort sind im eintrittpreis inbegriffen. die museumsinsel selbst erklärts (in einfacher sprache) so:
In der Cafeteria bekommen Sie ein kostenloses einfaches Buffet.
Das Essen kommt von Landwirt:innen und Lieferant:innen aus der Nähe.
Darum ist das Essen besonders frisch.
meine erinnerung ist, dass es rosinenbrot gab. das brot war vorgeschnitten und es gab butter. die einfachheit dieser mahlzeit hat mich damals sehr begeistert. und die wespen auf der insel auch.
ich hab das schon öfter geschrieben, dass ich kunst die einem im alltag begleitet oder einfach entdeckbar ist interessant finde. meine eltern hatten nicht wenig kunst bei uns im haus und das zusammenleben mit diesen arbeiten öffnete permanent neue perspektiven. das alles funktioniert in einem museum auch, aber eben anders.
mir gehts in museen oft so, dass ich schnell gesättigt bin. beim sushi essen wird der ingwer traditionell ja nicht mit dem sushi gegessen, sondern zwischen verschiedenen sushi-sorten. damit verschafft man dem geschmackssinn angeblich eine erholung. und genau deshalb ist die musueminsel hombroich so toll. man wandert durch wunderschöne natur und stösst wie zufällig auf gefällige architektur in der oder um die kunst hängt, liegt oder steht.
mit dem prinzip der discoverability von kunst in der natur habe ich auch eine frühe kindheitserinnerung. meine eltern hatten bekannte die bei ludwig schokolade oder trumpf arbeiteten. ihr wohnhaus war ein frmen-bungalow, der direkt am park der familie ludwig lag und auch zugang zu diesem park hatte. der park war weitläufig und mit vielen skulpturen und bäumen gespickt. kristof und ich erkundeten den park regelmässig wenn wir bei den bekannten unserer eltern zu besuch waren. wir bekletterten die skulpturen und freuten uns über die abwesenheit von erwachsenen. der park war damals nicht öffentlich und ist heute mehr oder weniger komplett zugebaut. kunst einfach rumstehen zu lassen damit sie entdeckt, begriffen oder ignoriert werden kann, ist meiner meinung nach immer noch die beste art kunst zugänglich zu machen. mindestens genau so gut wie geschnittenes rosinenbrot.
die architektur, die bauten die auf der insel stehen sind einerseits typisch für die region und andererseits untypisch, weil geschmackvoll und minimalistisch. einfache geometrische formen umgeben von gezähmter, halb wilder natur. gelegentlich wird die natur getrimmt um die bauten zu ergänzen, an manchen stellen darf die natur machen was sie will.
auf den fotos der beifahrerin fummel ich ständig am handy rum. ich habe damals ganz offensichtlich beim besuch der insel an die verwertbarkeit im internet gedacht. sollte ich das noch rausfinden wo ich das damals gepostet habe, schreibe ich einen nachtrag. die fotos oben sind alle von der beifahrerin (mit einer Canon PowerShot SX200 IS powergeschossen). hier sind noch ein paar fotos die ich damals (mit einem HTC Incredible S) gemacht habe.
falls das noch nicht deutlich geworden ist: ich kann einen besuch der museumsinsel hombroich sehr empfehlen. das museum ist in der nähe von düsseldorf und ist mit dem auto am besten zu erreichen. bus und bahn gehen auch, wenn man gut zu fuss ist.
gestern an der fischerpinte am plötzensee stand die tür offen. der ort ist einerseits sehr einladend und romantisch, aber gleichzeitig ein bisschen unheimlich. rechts auf einer liege hatte sich jemand zum schlafen gelegt.
zum erhalt der fischerpinte gibt es eine info-seite und eine petition. auf der info seite heisst es:
Nach dem Tod des bisherigen Pächters ist die Fischerpinte geschlossen. Wann es weitergeht ist eine Sache, die vom Amtsgericht geklärt werden muss – was danach entstehen könnte oder bleiben darf, dass ist Sache des Bezirksamtes.
Wir, als Anwohner des Wedding, setzen uns dafür ein, die Fischerpinte zu retten – im Einklang mit dem Naturschutz. Und mit den Booten, so wie seit über 100 Jahren.
zwei tage in folge beim morgenspaziergang kein vierblättriges kleeblatt gefunden, dafür heute eine gurke.
nachtrag:
ich hatte mir ja vor ein paar tagen in den kopf gesetzt morgens, beim spaziergang, immer ein vierblättriges kleeblatt zu finden. zwei mal hat das geklappt. dann, am freitag, habe ich intensiv gesucht und auch einige grosse, saftige klee-inseln gefunden. aber eben keine vierblättrige kleepflanze. das hat mich erstaunlich stark frustriert und natürlich ist diese angespannte, verkrampfte haltung beim kleeblattsuchen wohl eher kontraproduktiv. oder ganz allgemein im leben.
auch heute wollte ich gerne ein vierblättriges kleeblatt finden, aber mir war es viel egaler als am freitag. ich hab mich wieder ordentlich dem hund zugewandt und in erster linie auf frida konzentriert — was dann auch für gute laune bei mir sorgte. oder genauer, ich hab mich von fridas guter laune anstecken lassen und mich von meinem komische, selbstgestellten aufgaben nicht runterziehen lassen. trotzdem kein 🍀 gefunden, aber wieder viel darüber gelernt, wei man sich gekonnt selbst verarschen kann.
ich musste mir heute früh vorstellen, wie in dem „örtchen“ ein geniesser sitzt.
vorher hat er sich möglicherweise eine pfeife angezündet um den moment besonders geniessen zu können. er sitzt gemütlich und lässt seinen blick über die pink-farbenen plastikwände schweifen. nach 20 minuten kommt er bestens gelaunt zurück an die muffige weddinger aussenluft. bereit für ein produktives tageswerk!
| datum | gewicht |
|---|---|
| mai 2025 | 113,5 kg |
| juni 2026 | 93,1 kg |

kontext: ich habe von august 2025 bis anfang oktober 2025 semaglutid / ozempic genommen. seitdem habe ich weiter abgenommen und ca. seit januar 2026 halte ich das gewicht bei 93-94 kg.
damit beende ich die berichterstattung über mein gewicht, mit ausnahme eines beitrags im april 2027.
video von der beifahrerin gepostet:
felix, frida und ich an der ostsee. frida den ganzen tag komplett aus dem häuschen weil wasser und sand. hier übt felix tricks mit erdnüssen um sie ein bischen abzulenken und für den aufenthaltsort decke zu begeistern.

jedes jahr im juni oder juli ist es der beifahrerin danach mal an den strand zu fahren. also fahren wir drei stunden lang zur ostsee, nach lubmin, an den hundestrand. wir sind jedesmal davon überrascht wie ruhig und kühl es dort ist. in berlin gingen die temperaturen, trotz eines unwetters, bis auf 30°C hoch, in lubmin blieb es unter 22°C. vom parkplatz aus gehen wir gerade mal 10 minuten nach westen und sind dann praktisch alleine am strand.
frida ist am wasser allgemein etwas gestresst und bekommt ihre aufregung nicht gut in den griff. aber wenn sie mit der beifahrerin ins wasser geht, schwimmt sie wie ein schnellboot und schwimmt ständig kreise um die beifahrerin. ganz allgemein habe ich immer wieder den eindruck, dass sie zwischen fortbewegung an land und im wasser nicht grossartig unterscheidet, so natürlich geht ihr beides aus der hand. ich bin mir auch nicht sicher was sie mehr in aufregung versetzt, der sand oder das wasser.
beim am strand lang laufen entspannt sie dann auch ein bisschen. laufen entspannt, ganz allgemein, alles und immer.
→ weiterlesen

facebook gibts seit 2004, aber es dauerte noch mindestens vier jahre, bis man es in deutschland benutzen konnte. soziale netzwerke entstanden in dieser zeit gerade, in diesem beitrag von 2004 erwähne ich einen dienst der „frienster“ hiess und an den ich mich nicht mal mehr erinnern kann. über das bloggen schrieb ich damals das hier:
die person hinter einem weblog, ihre glaubwürdigkeit und das vertrauen das sie sich erschrieben hat, steht am anfang. jedes blog ist durch links, link-hubs und link-zähler, aggregatoren, blogrolls und kommentarfunktionen in eine art soziales netz von vertrauen, empfehlungen und bewertungen eingebettet. dieses soziale netz geht jetzt schon über systeme wie „frienster“ hinaus. es funktioniert vor allem jetzt schon.
blogs funktionierten damals „in sich“, sie vernetzten sich im wortsinn durch gegenseitige verlinkungen, interaktionen (kommentare), blogrollen (linklisten) und durch die hilfe von aggregatoren und teilweise auch suchmaschinen. ausserdem waren blogs immer schon abonnierbar mit RSS. das war technisch etwas anspruchsvoller als eine webseite/ein blog im browser aufzurufen, aber gute RSS-reader oder -clients gabs auch schon damals. der reiz, damals wie heute, von RSS ist natürlich die aggregation: neue artikel werden oben angezeigt, wie in einem blog, nur dass man sich in seinem reader dutzende oder hunderte blogs zusammenstellen konnte und so den überblick über neue beiträge behalten konnte.
nicht zu unterschätzen, ungefähr 2005 kam google mit dem google reader. der google reader machte RSS-feeds einfach zugänglich. ich weiss nicht mehr wie das genau funktionierte, aber die eingangsschwelle zum google reader war niedrig und einmal drin war es einfach blogs zu folgen. etwas später kamen empfehlungsfunktionen für einzelne beiträge dazu, mit dem man gelesene beiträge weiterempfehlen und (wenn ich mich recht erinnere) auch mit einem kommentar versehen konnte.
2013 endete der google reader, weil google eine bekloppte idee namens google plus hatte. wozu das gut sein sollte verstand damals ausserhalb von google niemand und irgendwann verstand das bei google auch niemand mehr und google plus wurde auch eingestellt. viele sahen das als eine art todesstoss für blogs, aber weder das ende des google readers, noch facebook oder twitter waren das ende von blogs. blogs verschwanden lediglich wieder in ihre nischen, in denen sie auch vorher schon waren, etwas ausserhalb der wahrnehmung des mainstreams.
jetzt habe ich weit ausgeholt, obwohl ich eigentlich nur sagen wollte, dass ich, als ich mein zitat oben las, dachte: das würde ich heute genau so schreiben. blogs funktionieren, blogs sind weiterhin da. manche verschwinden, viele neue tauchen auf, und ständig findet man perlen, inspiration, unterhaltung, kontroversen oder serendipität — wenn man im strom ein bisschen mitschwimmt.
und was mich in den letzten tagen immer wieder fasziniert hat ist das aufpoppen (in meinem sichtfeld) von spannendne „neuen“ technologien (#atproto, #activitypub), apps und aggregatoren die das potenzial haben dem ganzen (immer) wieder neuen schwung zu verleihen.
bubbles, ein relativ neuer, toller aggregator mit voting empfehlungs- und kommentarfunktion, lahmt im deutschsprachigen bereich noch ein bisschen, aber im englischsprachigen brummts. maurice schrieb in einem kommentar:
inzwischen ist [bubbles] bei mir der haupt-referrer über den leserinnen auf meine seite kommen. Außerdem stöbere ich dort auch echt gerne.
das er viele besucher von dort bekommt liegt wahrscheinlich auch daran, dass er (auch) englisch schreibt (seine profilseite bei bubbles zeigt auf die englische version seiner website), bei mir schaufelt rivva derzeit noch mehr besucher als fast jede andere website rüber. top referrer in den letzten 12 monaten:
tatsache ist aber, auch jetzt funktionieren blogs mindestens so gut, wenn nicht sogar besser als 2004. einerseits natürlich weil signifikant mehr leute ins internet schreiben, weil es RSS, rivva, blogrollen, webringe gibt, weil ins internet schreibende sich weiter gegeseitig verlinken und weil sich weiter viele menschen gedanken darüber machen, wie man technologien, plattformen, protokolle weiterentwickeln kann um dem ganzen nochmal mehr schwung zu geben.
ein anderer grund warum das ganze blogdings weiter brummt fällt mir morgens oft beim ersten kaffee auf, wenn sich mir (in etwa) dieses bild präsentiert:
die konstanz mancher ins internetschreibenden ist beeindruckend. jeden tag zwischen 6 und 7 uhr tauchen maximilian buddenbohm und die kaltmamsell bei mir in den feeds auf. oft ganz nah dran: markus. es scheint (weiterhin) sehr viele menschen zu geben, für die die lektüre bestimmter blogs zur morgen- oder tagesroutine gehört. ich hab wenig ahnung für wie viele menschen meine texte zur routine gehören, aber ich freue mich natürlich immer sehr, wenn ich andere mit in meine rabbitholes reissen kann oder zumindest dazu inspirieren kann, mal kurz einen blick auf dinge zu werfen über die ich mich gerade freue.
tl;dr: berichte über den tod des offenen webs sind stark übertrieben.
das artikelbild zeigt netnewswire icons von 2006 bis heute.
siehe auch:
ich habe mich jetzt tagelang über neue „discovery“ möglichkeiten in der ATmosphere für blogs gefreut. die beiträge aller blogs der welt, die ihre beiträge im standard.site-dokumenten-format veröffentlichen, sehe ich zum beispiel hier aufgelistet: standard-reader.app/discover oder pckt.blog/read oder leaflet.pub/reader.
standard.reader.app listet gerade 5.600 blogs auf die es kennt. als ich heute früh geguckt und einen screenshot gemacht habe, waren es noch 5.500. in 15 stunden kommen offenbar um die 100 blogs dazu. zum grossen teil liegt das wohl an matthias pfefferle und seinem ATmosphere wordpress plugin.
das mit der auffindbarkeit funktioniert auch, eben wurde mir auf standard-reader.app das blog mit der zitrone vorgeschlagen (rivva auch). seit kurzem gibts auf der discovery-seite von standard-reader.app auch filter und suchoptionen. ich finde ständig neuen lesestoff, momentan, naturgemäss, oft techniklastig, hier und hier gerne gelesen.
was dem ganzen noch fehlt ist — natürlich — RSS, aber das kann man sich vielleicht ganz schnell bauen mit der (auch neuen) standard-reader-api.
in meinem RSS-reader, der immer noch meine primäre lesestelle ist, habe ich heute bei waxy.org bubbles.town entdeckt. eigenbeschreibung für die deutschsprachige variante:
300 unabhängige Blogs. Eine Startseite. Sortiert nach Aktualität und durch deine Votes.
und für die englischsprachige variante:
5034 independent, personal blogs. One front page. Ranked by votes and freshness, shaped by you.
ich finde an bubbles alles gut. minimales design, darkmode (automatisch, optional), knappe, aber informative blogprofile mit „folgen“ option, zum folgen und voten anmeldung über ein vorhandenenes mastodon, bzw. fediverse konto und kluge RSS-feed-optionen.
wirklich toll, besonders hat mich gefreut, dass ich mich mit meinem goto-social-konto anmelden konto, das funktioniert sonst anderswo oft nicht, wegen der konzentration auf mastodon. kein wunder, weil der macher, „Ben aus Mülheim an der Ruhr“, auch goto-social für bubbles nutzt. so erklärt er es:
Bubbles veröffentlicht jeden neuen deutschsprachigen Artikel auch im Fediverse über @bubbles_de@social.bubbles.town. Antworten auf diese Posts erscheinen als Kommentare auf Bubbles.
auf der deutschen frontpage ist die beteiligung am voten oder kommentieren noch etwas maum aber auf der englischen ist einiges los. und das führt auch zu tollen auffindungen: „I wanted Bear Blog, but for my photos“
ich stelle fest, die blogrenaissance die ich vor ein paar wochen leise und noch ein bisschen zweifelnd zu beobachten glaubte ist ziemlich real. rivva lebt und wächst, die ökosyteme um activityPub und ATproto sind irre fruchtbar und lassen lauter spannende sachen wachsen, blogplattformen spriessen und die leute schreiben und schreiben ins internet.
standard.site is built to be extended; its own docs say the existing properties “should not be seen as constraints, but rather as starting points.” So going off and building your own thing is the intended move, not a hack. That’s the same energy that makes the whole atmosphere feel vibrant and fast right now. Everyone is shipping new things every day, is finding new creative things to store on PDS. The downside is solutions that don’t talk to each other.
… und das ist genau wie ich es gerade empfinde, die ATmosphere, das fediverse, fühlen sich gerade ungeheuer lebendig und dynamisch an, überall poppen interessante dinge auf, möglicherweise auch durchs vibe-coden beschleunigt.
find ich gut, weiter so, demnächst mehr.
ich habe gemini um eine einschätzung meines textes gebeten. es hat eine gute beobachtung gemacht, die ich gerne zitieren möchte, weil ich den gedanken auch hatte, aber nicht „web 4.0“ schreiben wollte:
Dein Text beschreibt einen „Sommer der Prototypen“. Es fühlt sich an wie das Web von 2004, aber mit den technischen Muskeln von 2026.
nachtrag 18.06.2026:
hier ist bens bubbles blog, mit neuigkeiten und warum er bubbles gebaut hat. ausserdem sehe ich dort, dass es eine bubbles API gibt, mit der man die vote-anzahl und bubbles id holen kann. siehe auch „Naive Ben Meets Naive Bayes“.
ich muss leider nochmal an einem teil meines publikums vorbeischreiben. das ATmosphere-rabbithole, in dem ich gerade stecke fasziniert mich gerade zu sehr, um das nicht aufzuschreiben.
man sagt ja: wenn man einen hammer in der hand hat, sieht man überall nägel. ich sehe im moment überall das AT-protokoll und die formate, bzw. lexika die dahinterstecken. mich fragen leute was der vorteil des standard.site-formats gegenüber RSS sei. der vergleich geht ein bisschen an der sache vorbei. die frage ist einfach: was sind die sachen die man mit einem protokoll machen kann, was sind die potenziale?
bereits 2002/2003, noch bevor es wordpress gab, hatte ich auf wirres.net bereits RSS (mit volltexten) eingebaut. weil ich potenzial, anwendungsfälle dafür sah — und weil es anwendungsfälle gab. ich weiss nicht ob ich es damals schon nutzte, aber netnewswire, also einen tollen RSS-reader, gabs seit 2002. 99,99% aller menschen interessierten sich damals nicht für RSS (und blogs), aber die die es nutzten fanden es grossartig, weil es grossartig und praktisch war.
mike masnik erinnert sich an das internet von damals, dass es angeblich nicht mehr gibt und von plattformen und apps zerfressen und zerfasert wurde. allerdings mit dem twist, dass das einerseits nicht stimmt, das alte internet ist noch da, und es keimt unter dem plattform-beton gerade wieder auf.
das entscheidende und spannende, damals wie heute, sind nicht die grossen visionen, die massenwirksamen apps und plattformen, sondern die greifbareren, jetzt nutzbaren werkzeuge die genutzt, ernsthaft weiterentwickelt werden und funktionieren. die arbeit im maschinenraum ist real. nicht meine, sondern die von tausenden frickelnden menschen, auf deren schultern man sich stellen kann und ihre werkzeuge mitbenutzen kann.
gestern habe ich eine liste von ein paar apps die auf dem AT-protokoll aufsetzen veröffentlicht die funktionieren und mit denen man spannenede sachen machen kann.
das tolle am AT-protokoll ist, dass sich dienste und menschen auf basis dieses protokolls — und seiner (beliebig) erweiterbaren, strukturierten lexika — verbinden können. eine gemeinsame, offene, gestalbare sprache ist die basis von gemeinschaft.
man muss meine (aktuelle) begeisterung für protokolle nicht teilen. ich interessiere mich zum beispiel sehr wenig für den CAN bus oder das OBD-II protokoll. aber ich weiss, dass man mit ihnen spannende sachen mit autos machen kann. vor allem weiss ich, dass standardtisierte, offene protokolle jede technologie soweit voranbringen können, dass sie für jedermann und jederfrau nutzen bringen. kaum jemand interessiert sich für TCP/IP, http oder SSL, aber mittlerweile nutzten sie fast alle und freuen sich darüber, ohne zu wissen worüber sie sich freuen.
für mich ist wirres.net die quelle der wahrheit. nicht in dem sinn, dass alles was hier geschrieben steht stimmt, sondern das alles was ich ins internet schreibe und poste seine heimat hier hat. ich veröffentliche hier und verteile anderswohin. in ausnahmen veröffentliche ich auch anderswo, aber dann hole ich es auch wieder hierher. dafür gibts die beiden indieweb-begriffe POSSE und PESOS, aber das ist egal, weil das grundprinzip wichtiger ist, als wie man es nennt. der entscheidende punkt ist, dass ich einerseits hier alles an einer stelle beisamen und persistiert haben möchte und andererseits aber auch die menschen dort erreichen möchte wo sie gerade sind.
die liste kann ich fast beliebig weiterführen, der entscheidende punkt ist, dass die gezielte verteilung meiner inhalte im internet einerseits anderen entgegegnkommt und andererseits für mich die beschäftigung mit interessantem technik-gedöns bedeutet.
artikel im volltext mit dem standard.site protokoll in die ATmosphere zu blasen ersetzt RSS nicht. aber es eröffnet neue potenziale der entdeckbarkeit, von empfehlungs- und interaktionsmöglichkeiten. wenn ich einem RSS feed folge weiss das niemand. wenn ich einer standard.site publikation folge, wie zum beispiel nicos couchblog, sieht man das hier oder auch hier.
wenn ich ein bookmark in meinen river werfe sieht das kaum jemand. man kann die bookmarks zwar per RSS abonnieren (oder alles, wirklich alle abonnieren), aber vielleicht ist es ja besser dieses bookmark auch in einer dezidierten bookmarkanwendung finden zu können. hier zum beispiel. oder hier. wenn man sich mit seinem bluesky-login dort angemeldet, kann man mein bookmark kommentieren, weiterverteilen, faven oder selbst sichern.
das verteilen meiner artikel oder bookmarks ist und war nicht kompliziert. ausser schreibzugriff auf mein (bluesky) PDS (per app-passwort) brauche ich nichts weiter. kirby schickt dann ziemlich leichtgewichtige json-blobs an den PDS und fertig. obwohl margin.at keine ausgewachsene API hat, kann ich dort bookmarks, anmerkungen oder markierungen einfach (per knopfdruck) aus meinen ohnehin vorhandenen bookmarks auf wirres.net senden. ich brauche keine margin.at-app, das AT-protokoll reicht. wobei eine margin-app (fürs handy) gibts eh nicht, wohl aber eine chrome extension. die brauche ich dank des protokolls nicht zum anlegen von bookmarks, aber sie ist trotdem toll, weil zitate die ich ins bookmark kopiere, dann mit der extension in chrome auch auf der seite markiert werden.
diese markierung wäre dann auch sichtbar für jemanden der bei margin.at angemeldet ist und die chrome extension installiert hat.
ich weiss, alles technische, komplizierte spielereien deren nutzen zweifelhaft oder zumindest nicht sonderlich weit verbreitet ist. null relevanz. aber so viel potenzial.
um nochmal das zitat von tim trautmann von oben zu wiederholen:
Whether atproto ends up being the thing, or a stepping stone to the thing, I don't know.
weiss niemand, ob das zu was führt oder jemals von normalen menschen adaptiert wird. aber interessant ohne ende isses schon — und es funktioniert.
die überschrift („ich will keine APPs, ich will APIs“) habe ich ein bisschen im text vernachlässigt. das hole ich jetzt nach.
mir ist das schon seit vielen jahren aufgefallen, dass viele hersteller von sachen glauben, dass ihre sachen eine app brauchen. in der praxis geht das oft völlig am bedarf vorbei. bei der heimautomatisierung setzt sich (j sei dank) langsam die erkenntnis durch, dass es keinen sinn macht wenn der kühlschrank, die spülmaschine, der airfryer, der staubsaugerroboter und die lichter jeweils eine eigene app haben. langsam setzt sich (dank matter) die erkenntnis durch, dass offnene protokolle der weg sind, mit denen technisch komplexe sachen irgendwann mal akzeptanz finden können.
mit protokollen kann ich mit den sachen entweder machen was ich will oder etablierte, stabile systeme eines herstellers meiner wahl nutzen. im fall von heimautomatisierung zum beispiel home assistant, homekit, google home oder dieses alexa-gedöns.
wedium hat den schuss offenbar nicht gehört. wedium, das ich seit der republica „testen“ darf, erscheint mir als das langweiligste, verschlossenste und nutzloseste „soziale Netzwerk“ der welt.
im web ist wedium nicht zugänglich, beiträge sind auch nicht ausserhalb der app teilbar. der share-button in der app kopiert lediglich eine url des beitragsbildes. ich kann auf ios noch nicht mal aus der photos-app ein bild per share-button zu wedium sharen. nicht eine schnittstelle habe ich in der beta-version der app gesehen.
aber das ist neben dem „sozialen“ der ganze witz an einer netzwerk app: dass man sie vernetzen kann, dass man mit APIs spielen kann, potenziale ausloten kann, dass man als nutzer die app besser machen kann, indem man mit auf dem netzwerk rumhackt. völlig unverständlich, dass man bei wedium glaubt nicht nur das rad netzwerk neu erfinden kann, sondern dass man es auch von null auf besser machen könne.
so überwältigt ich in den letzten paar tagen vom AT-protokoll war, davor ganz ähnlich vom fediverse und activityPub fasziniert war, so unterwältigt bin ich von wedium.
wenn wedium schon das marketing verkackt, wie soll das dann erst mit der eigentlichen maschine klappen? bei der konkurenz? also konkret den grossen (über-) mächtigen plattformen und den vielen kleinen, spannenden, lebhaften und dynamischen projekten, die auf offenen protokollen aufsetzen.
spannende zeiten, aber höchstwahrscheinlich nicht für wedium.
ich schreibe gerne am publikum vorbei. also nicht absichtlich, sondern weil ich mich selten frage, was könnte lesende interessieren und lieber genau das schreibe was mich gerade fasziniert, interessiert oder beschäftigt. ich teile gerne und hoffe damit im besten fall andere anzuregen oder dass sie neue perspektiven finden. gelegentlich andere auf neue ideen zu bringen oder ein kleines stück zu bewegen, zähle ich als erfolgserlebnis. das ist nicht messbar, aber gelegentlich bekomme ich es doch mit und freue mich.
es betrübt mich aber andererseits auch nicht, wenn sich ausser mir niemand für das grossartige standard.site-format interessiert oder wie ich kurzurls oder weiterleitungen baue. da überwiegt viel mehr die selbstbefriedigung durch neufeatureritis und neugierbefriedigung.
gelegentlich scheint es aber doch überschneidungen zwischen den interessen des publikums und mir zu geben, sagen mir zumindest meine besucherzahlen. dieses rezept hat in den letzten 6 monaten über 3000 lesende gezählt. wer nach spitzkohl und airfryer googelt, findet es ganz oben im suchergebnis. wenn man davon ausgeht, dass google einigermassen weiss wonach menschen suchen, dann sieht es so aus als ob sich menschen (laut google) ausschliesslich für rezepte von mir interessieren. ich habe ungefähr 40 rezepte und fast alle tauchen mit bestimmten wortkombinationen ganz weit vorne bei google auf.
gerade gestern habe ich wieder irgendwo gelesen, dass die grässlichen langen texte die man bei fast allen internet-rezepten findet, eine suchmaschinenoptimierung sind. glaub ich nicht, aber was google offenbar sehr liebt, sind rezepte die mit json-ld und schema.org angereichert sind.
auch wenn das publikum und google mich nach mehr rezepten fragt: mach ich nicht. ich schreib weiter über langweiligen technik kram und die obskuren dinge, für die ich mich gerade zufällig interessiere, logge meinen medienkonsum, den niemand wissen will und produziere hintergrundrauschen, das niemand sieht.
das ist ein sehr dankbarer und einfacher salat aus ottolenghis nopi. man kann einfach alle zutaten zusamenschmeissen und verrühren oder die melone auf einem teller oder einer schale drappieren und mit dem dressing dressen und dem feta bestreuen. genauso kann man beliebige zutaten weglassen. mehr geht auch immer, ich glaube wir nehmen immer mindestens 250 g feta.
schmeckt immer.
wir haben heute den basilikum weggelassen und statt einer chili, sambal olek genommen. kräuter hatten wir heute nur minze, getrockneten thymian und rosmarin. auf die eingelegten zitronen aus dem arabischen supermarkt (oder mit etwas vorlauf selbstgemacht), möchten wir allerdings ungern verzichten.
wassermelone schälen und in würfel schneiden und in schalen oder teller verteilen.
aus den restlichen zutaten, ausser dem feta, ein dressing rühren.
knoblauch quetschen, eingelegte zitronen in feine streifen oder würfelchen schneiden, oliven auch kleinschneiden, frische kräuter sehr fein schneiden, getrocknete kräuter ein bisschen verreiben.
dressing auf den melonenstücken verteilen, feta darüber krümeln oder vorher in würfel schneiden und dann über der melone verteilen.
hier und hier hatte ich den salat schonmal gepostet. aber ehrlichgesagt tun die alten fotos dem salat etwas unrecht.









