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ist depubizieren bildungsfeindlich?
beim medienloggen und beim tracken der sendung mit der maus von gestern, ist mir aufgefallen, wie absurd die praxis des depublizierens bei unseren öffentlich rechtlichen sendern und deren mediatheken ist.
die sendung mit der maus ist mit klassischen tracking websites trakt, imdb oder thetvdb.com kaum sinnvoll zu verfolgen. einzig fernsehserien.de hat eine akzeptable übersicht über die sendungen mit der maus. wobei die einzelnen einträge dort auch nur aus ein paar metadaten (immerhin gut gepflegt) und pressemitteilungen der ARD bestehen.
wie schön wäre es, wenn die permalinkseiten einzelner sendungen, wie die vom 22.02.2026 tatsächlich permanent wären? stattdessen wird die seite, zusammen mit dem video, am 30.03.2026 wieder verschwinden.
wenn ich es richtig verstehe, haben wir in deutschland kein öffentliches, bzw. im web zugängliches archiv des deutschen fernsehens (und der sendung mit der maus), weil verleger und kommerziele unterhaltungs und informationsanbieter der meinung sind, dass sowas schlecht für ihr geschäftsmodell sei. der politische kompromiss, der hier besteht, bedeutet, dass ein dauerhaftes archiv gesetzlich ausdrücklich untersagt ist, weil die öffentlich rechtlichen sonst den markt unangemessen beeinträchtgen würden. na gut, es gibt auch noch rechtefragen, da eine sendung mit der maus in den achtzigern wahrscheinlich nur die rechte mit den autoren, moderatoren oder komponisten der musik für die tv-ausstrahlung geklärt hat.
aber trotzdem, wie absurd: ein kulturgut wie „die sendung mit der maus“, das von der gesellschaft mit fernsehgebühren finanziert wurde, ist für die gesellschaft digital nicht als archiv verfügbar. was für eine bildungslücke, bzw. was für ein schatz das wäre, stünde uns eine gepflegte bibliothek der fernsehgeschichte zur verfügung, statt gelegentlich privat auf youtube hochgeladener schnipsel aus der öffentlich rechtlichen historie.
das ist natürlich auch besonders absurd, wenn es jetzt politische ambitionen gibt social media für junge menschen zu verbieten, aber gleichzeitig educational media für junge menschen auch nicht so richtig zu erlauben. ich weiss dass ein archiv des öffentlich rechtlichen fernsehen keine alternative zu social media ist, aber es wäre ein zeichen: bildung ist uns als gesellschaft so wichtig, dass kommerzielle interessen diesem ziel nicht im weg stehen dürfen. stattdessen lautet das signal: bildung gibt’s nur hinter bezahlschranken, als abo, als in-app-kauf. wir wollen die wirtschaft nicht mit öffentlich-rechtlichen-inhalten schwächen und nehmen dafür in kauf, das bildungsnivau der gesellschaft zu schwächen.
glückslauch
heute in der sendung mit der maus eine folge von trudes tier, die ich schonmal gesehen hatte. dieses mal musste ich aber mehrfach lachen. vielleicht habe ich auch schon beim letzten mal gelacht, aber ich erinnere mich nicht.
die folge setzt sich ziemlich klug mit aberglauben auseinander, beinahe philosophisch. am ende ist wie immer das tier das klügere, weil es bemerkt, dass die wirkung des „glückslauch“ eigentlich nur eine projektion war, die aber übergangsweise half innere kraft zu entwickeln.
die folge scheint dauerhaft (frei von depublikation) auf kika.de zu liegen, aber der einfachheit halber bette ich sie hier mit youtube (vom @diemaus kanal) ein.
morgenspaziergang vom 19.02.2026
es war -6°C als wir gegen 7:30 uhr das haus verliessen, aber dafür fing die sonne wieder an rum zu scheinen. das war sehr fotogen, der schnee, der himmel und frida strahlten. leider hatte ich die kamera zuhause vergessen, deshalb keine fotos.
ich wollte auch einen extra langen spaziergang machen, um einen besonders schönen gpx-track aufzeichnen zu können. leider war es so kalt, dass ich dann doch keine lust auf eine extra grosse runde hatte. dafür wurde die aufzeichnung trotzdem schön, ich bin beindruckt, dass die uhr auch ein zwei schlangenlinien die wir am ende des spaziergangs im schillerpark gelaufen sind einwandfrei aufgezeichnet hat.
→ weiterlesenwhat?
Once men turned their thinking over to machines in the hope that this would set them free. But that only permitted other men with machines to enslave them.
― Frank Herbert, Dune, ca. 1965
in dune war deshalb kopfrechnen ein grosses ding.
bald kommt wahrscheinlich die CSU um die ecke und fordert: kopfrechnen statt KI. (via)
gestern abend in kreuzberg verbracht, weils so schön war heute früh gleich nochmal, mit nem kleinen spaziergang am landwehrkanal und um die marheineke markthalle.
ich mein in berlin muss es ja nicht aussehen wie in baden württemberg nach der kehrwoche, aber das ist schon ein bisschen lieblos.
ds9
jetzt isses auch schon wieder neun jahre her, dass ich ds9 neu geguckt habe. und dieses selbstziat erklärt ganz gut, warum ich starfleet academy, trotz allem, ertrage.
die serie erinnerte mich wieder daran, warum ich die star-trek-welt und ihre serien so sehr schätze. sie verfolgen konsequent ein positives menschenbild und lassen uns unsere welt, unsere gesellschaftlichen probleme mit einem gewissen abstraktionsgrad reflektieren. die parallelen sind offensichtlich, aber nicht platt. die cardassianer zeigen parallen mit den deutschen oder den japanern, der widerstand der bajoraner zeigt parallelen zu widerstandsbewegungen im nahen osten oder dem besetzten frankreich, der religiöse fanatismus einiger bajoraner zeigt parallelen zu anti-sekulären bewegungen in der ganzen welt. rassismus, freiheit und grenzen der wissenschaft, diversität, gerechtigkeit, all das wird von folge zu folge debatiert. hört sich langweilig an: eine fernsehserie in der debatten zu sehen sind, aber ich finde der vergleich passt. in den erzählungen der einzelnen folgen werden immer mindestens zwei seiten eines problems gezeigt und immer der mühsame prozess, zu gerechten und praktikablen lösungen zu kommen. teilweise, wie in der folge progress, wird auch keine wirklich befriedigende lösung erreicht, sondern es werden die schwierigkeiten durchgespielt, zwischen pflicht und menschlichkeit, gemeinwohl und einzelinteressen, gehorsam und empathie abzuwägen.
manchmal überrasche ich mich selbst mit eastereggs, die ich in home assistant versteckt habe (und offensichtlich wieder vergessen habe).
ich: hey snips, wie spät?
home assistant: hey siri, wie spät?
siri: es ist elf uhr sechsundfünfzig.
nur mal eben so am rande: ich freue mich wie ein kleines kind darüber, dass ich von zuhause aus in anderen blogs kommentieren kann. alles dank #indieweb-gedöns.
der wirres.net-RSS-newsletter, den ich vor ein paar tagen gebaut habe, ist ein voller erfolg: meine mutter hat sich angemeldet, ohne dass ich sie drauf hinweisen musste oder ihr überhaupt etwas dazu sagen musste. allerdings ist meine mutter auch die einzige abonenntin. aber das ist auch gut so.
mit diesem projekt ist es wirklich einfach sehr schöne karten oder karten-poster herzustellen. basiert (natürlich) alles auf open street map.
das habe ich auf meiner linux-kiste eingegeben:
curl -LsSf https://astral.sh/uv/install.sh | sh
git clone https://github.com/originalankur/maptoposter.git
cd maptoposter
uv run ./create_map_poster.py --city "Wedding" --country "Germany" --theme "neon_cyberpunk" -d 7200
und fertig, mein kiez:
(download grössere bild-version hier oder hier in „noir“)
gut, dass ich gerne statistiken führe. so sehe ich, wie regelmässig und konsequent ich mein liegestützen-training prokrastiniere und welche enormen fortschritte ich mache.
| datum | zeit | anzahl |
|---|---|---|
| 02.01.2026 | 17:00 h | 10 |
| 03.01.2026 | 19:00 h | 12 |
| 05.01.2026 | 17:00 h | 10 |
| 10.01.2026 | 20:30 h | 13 |
| 11.01.2026 | 11:00 h | 13 |
| 15.01.2026 | 16:10 h | 13 |
| 04.02.2026 | 06:40 h | 13 |
p.s.: das sind die langsamen knöchelliegestützen. schnelle, auf der flachen hand, schaffe ich ein paar mehr.
to title or not to title
social media posts haben in der regel keinen titel. man schreibt einfach irgendwas ins eingabefeld und fertig ist die statusmeldung. unter ins internet schreibenden, vor allem solchen die auf ihren eignen seiten ins internet schreiben, gibt’s deshalb immer wieder diskussionen und experimente wie man soetwas abbilden könne.
denn wenn man etwas veröffentlicht, speist man das einerseits in feeds ein, will es aber gegebenenfalls auch mit einer permanenten adresse versehen, also auf einer eindeutigen, verlinkbaren seite veröffentlichen. und webseiten haben traditionell nicht nur einen inhalt, sondern auch einen seiten- (oder tab-) titel. plattformen, auf denen man titellose statusmeldungen veröffentlichen kann, generieren dann titel wie …
[person xy] auf [plattform abc] hat was gepostet was mit diesen worten anfängt …
in blogs behilft man sich ähnlich, als titel werden einfach die ersten paar worte der titellosen statusmeldung als titel genommen. dieser beitrag hätte denn den titel:
wirres.net — social media posts haben in der regel …
so sähe die statusmeldung dann auch in einem RSS reader aus. RSS erfordert zwar in der von dave winer erdachten spezifikation kein titel-attribut, aber RSS readern ist das egal, sie wollen (fast) immer einen titel darstellen. da stünde dann:
wirres.net — social media posts haben in der regel …
social media posts haben in der regel keinen titel. man schreibt einfach irgendwas rein und fertig ist die statusmeldung. unter ins internet schreibenden, vor allem solchen die auf ihren eignen seiten ins internet schreiben, gibt’s deshalb immer wieder diskussionen und experimente wie man soetwas abbilden könne. […]
jedenfalls habe ich für mich eine lösung gefunden, mit der ich sehr gut leben kann. ich vergebe auch kurzen statusmitteilungen einen titel, zeige diesen aber nicht an (beispiel). da er aber dann doch da ist, zeigen browser, RSS-feeds, suchergebnisseiten ihn dann aber trotzdem an. für eine weile hab ich meine content managment systeme auch 128-zeichen lange zusammenfassungen aus dem beitrag generieren lassen, als titelersatz. aber so finde ich das sehr viel logischer, angenehmer und pragmatischer.
nachdem ich bei @eay in einer fussnote über openclaw gelesen habe, habe ich openclaw auch mal kurz angeguckt, aber nach 6 stunden entnervt wieder die kralle geschlossen.
automatisierungen mache ich lieber mit home assistant und das hier ging dann auch mit home assistant viel einfacher als mit openclaw. und ausbaufähig isses auch.
frida liegt sehr gerne bei uns im bett. mit höflicher distanz am fussende, aber immer gerne mit körperkontakt. aber auch frida hat ihre grenzen, als die beifahrerin eben pupste, stand sie auf und legte sich lieber alleine ins dunkle nebenzimmer aufs sofa.
starfleet academy folge 4 war leider ziemlich unerträglich und knirschte erzählerisch an jeder ecke. pathetisch, vorhersehbar, unlogisch und übers knie gebrochen. am ende blieb ausser einem spruch nix hängen:
maybe the trick is not to let go of the past, but to let the present in.
nachtrag 30.01.2026:
hosenträger
ich hab mir die beifahrerin hat mir hosenträger gekauft. meine ersten hosenträger seit ungefähr 25 jahren. bis nach dem studium hab ich immer hosenträger getragen, keine ahnung warum ich irgendwann angefangen habe einen gürtel zu tragen. der gürtel nervte mich in den letzten monaten zunehmend, weil er aus allen meinen hosen sozusagen bundfaltenhosen machte.
das einzige foto, das ich finden konnte auf dem ich hosenträger trage ist eins aus lyon aus dem jahr 2003 (hier schonmal gepostet). man sieht auch nur die schnallen der hosenträger.
wenn ich hier schon bei der nabelschau bin, kann ich auch nochwas zu meinem gewicht schreiben. über die letzten monate hat sich mein gewicht im durchschnitt stabil bei 94 kilogramm gehalten, mit ganz leichter tendenz nach unten. heute stand zum ersten mal seit vielen, vielen jahren eine 92 vor dem komma auf der waage. gewichtsverlust 1 kg/3 monate, nicht viel, aber besser als plus. und natürlich mal schauen, wie es 18 monate nach dem absetzen von semaglutid aussieht.
ich esse (und koche) weiterhin alles, was sich die beifahrerin wünscht, sei es salat, raclette, nudeln mit tomatensosse, ofengemüse und zur darmspiegelung auch mal wieder „streichwurst“ mit toast, weils so in der darmentleerungsanleitung stand. nur eben kleinere portionen und nix süsses ausser meinen täglichen tk-fruchtquark, den ich mit süssstoff süsse und sehr geniesse. mein appetit ist (natürlich) merklich grösser als zu semaglutid-zeiten und die portionen dementsprechend auch nen ticken grösser, aber ich denke der bringer ist viel gemüse, wenig bis nichts süsses und stark reduzierter alkoholkonsum mit wenigen ausnahmen, zuletzt weihnachten.
das mit dem muskelaufbau ist auch eher schleppend, das regelmässige training (klimmzüge und liegestützen) wurde durch eine heimtückische attacke eines tödlichen männerschnupfens und gelegentliche lustlosigkeit unterbrochen, aber erstaunlicherweise schaffe ich mit hilfe meiner bizepse jetzt ein bis zwei 85-prozentige klimmzüge. bei allen anderen hand-/armhaltungen komme ich gerade mal 30% weit hoch. da ruft die rückenmuskulatur laut vernehmlich: „bau mich weiter auf!“