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carolin ehmke: leitet aus dem #rp26 motto ab: solange es jemanden gibt für den es sich lohnt, bin ich natürlich immer/weiter mutig.
leider bin ich völlig unfähig während panels live zu microbloggen, hätte hier zum beispiel noch gerne eine referenz auf project hall mary eingefügt, wo es ja auch einen dialog gab, das mut nix angeborenenes ist, sondern mut dann da ist, wenn man jemanden findet für den man mutig sein will.
bin halt ein post-panel/-vortrags poster.

propevoll bei stage 2 und spannend, weil die auflösung (warum wir nicht aufgeben) erst am ende kommen soll. #rp26
unter den (offensichtlich) tincon teilnehmenden sind signifikant mehr rauchende und dampfende als unter den älteren semestern die für die #rp26 hier sind.

die freilichtbühne am energiemobil hat unerwartet doch wände im „zuschauerraum“.trotzdem schön hier. #rp26


die halle von stage 1 riecht noch nach frisch gesägten spanplatten. persisches „street food“ frühstück war ok. die leute sind dieses jahr noch netter als letztes jahr. #rp26
The only secret of magic is that I'm willing to work harder on it than you think it's worth.
-- Penn Jillette
dieses zitat flog mir eben in den kopf und ich musste erstmal eine quelle finden, um den wortlaut wieder zusammenzubekommen. das zitat erklärt gut wie zauberei, illusionen, aber auch ganz allgemein, jede kreative arbeit funktioniert. genau genommen gilt das für jede arbeit und alles was wir gut können. wenn jemand etwas gut kann, dann hat diese person irgendwann mal dafür geübt — und mit ziemlicher wahrscheinlichkeit mehr, als man als aussenstehender für nötig oder möglich hält.
mir fällt in dem zusammenhang auch immer die (wahrscheinlich ausgedachte) anekdote ein, die pablo picasso zugeschrieben wird. der sass in einem café und zeichnete auf einer serviette. als eine frau ihn fragte ob er sie auf der serviette porträtieren würde, war er in zwei minuten fertig und verlangte eine astronomische summe für das porträt. auf den einwand, dass er doch nur ein paar minuten dafür gebraucht habe, sagte er: „es hat mich mein ganzes leben gekostet, das in zwei minuten zu zeichnen.“
ich finde bei allem was ich tue perfektion überflüssig. ich will nicht sagen, dass ich perfektion hasse, im gegenteil, perfektion fasziniert mich. aber mir ist das zu viel arbeit. das hält mich aber nicht davon ab, regelmässig sehr viel arbeit in „gut genug“ zu stecken. oft wahrscheinlich deutlich mehr, als andere für vernünftig halten würden.
neu an meiner wand

das poster habe ich vor 20 jahren bei eboy gekauft (archive-link). seitdem, also die letzten 20 jahre, lag es zusammengerollt in einer unserer kammern. bei der letzten aufräumaktion hat die beifahrerin das poster gefunden und wir haben es aufgehängt.
das poster in in vierfacher hinsicht super: ich mag wimmelbilder, isometrische darstellung und pixel-ästhetik. und dazu ist es noch eine art hiostorisches dokument und zeigt allerhand gedöns, das es nicht mehr gibt (skype, technorati, del.ici.us, feedburner). das poster ist so alt, dass damals facebook und twitter noch kein ding waren.
nachtrag 13.05.2026:
frank westphal hat das poster 2006 verbloggt und sich die mühe gemacht ein paar der web2.0-dienste zu verlinken. den html-block kopiere ich mal, weil er vortrefflich illustriert, wie viel web2.0 den exit gemacht hat.
warum heißt es eigentlich maniküre und pediküre, aber nicht kapilliküre?
#rp26 app

die republica-app für dieses jahr ist draussen. das freut mich, weil ich dann jetzt mein #rp26-program mit der ♥️ funktion zusammenklicken kann (und die tage hier veröffentlichen kann).
noch mehr würde ich mich natürlich freuen, wenn ganz viele meinen vortrag im programm der app suchen („felix schwenzel“) und finden und mit einem ♥️ markieren würden. ich glaube, in aller bescheidenheit, dass mein vortrag dieses jahr ganz gut sein könnte. und dieses jahr isser auch nicht am letzten republica-tag, weil er schon fast fertig ist und ich die drei republica-tage nicht zum fertigschreiben brauche.

nachtrag: offenbar kann man in diesem jahr einzelne sessions oder ein zusammengestelltes #rp26 programm in die app importieren.
mit diesem link oder QR code sollte meine session zum markieren in die app importiert werden können.
https://re-publica.com/app-import?s=10417
republica vorträge schreiben
mmen vorträge für die republica schreiben ist nicht das allergrösste vergnügen. aber alle paar jahre entscheide ich mich dazu, mich in die lage zu bringen 30 minuten einigermassen nachvollziehbaren text zu versprechen und dann auch tatsächlich im mai abzuliefern.
die idee dahinter ist immer die gleiche. ich formuliere eine steile these zu einem thema das mich fasziniert, interessiert oder beschäftigt und versuche dann einen text zu erarbeiten, der die erwartungen erfüllt. dieses jahr war die these besonders steil (die welt ist scheisse — und das ist auch gut so) und auch wenn ich bei der einreichung eine idee hatte, in welche richtung das ganze gehen sollte, erfordert das schreiben dann doch noch ziemlich viel denk-akrobatik.
mir fällt das schreiben und öffentliche reden gar nicht mal so leicht. hier im blog kann ich texte hemmungslos veröffentlichen, auch wenn sie nicht wirklich zuende gedacht sind oder noch sehr ungeschliffen sind. „hingerotzt“ nennen andere das gelegentlich und so sind die texte hier auch meistens eher fragmente, einzelteile für weitere denkprozese und zum weiterdenken, die ich später nbochmal aufgreife oder auch nicht.
so ein vortrag, eine präsentation vor publikum auf der republica sollte aber, zumindest im ansatz, in sich geschlossen sein. das rotzige, teils ungeschliffene ist oft weiter ein bestandteil, aber es muss auch etwas substanz rein, damit er bestehen kann.
andererseits bilde ich mir ein, relativ git einschätzen zu können, was ich publikum der republica zumuten kann und was nicht. und natürlich ist das republica publikum sehr offen und positiv. ich habe jedenfalls immer das gefühl, dass ich mit dem publikum eine gemeinsame wellenlänge finden kann und mir witze und andeutungen erlauben kann, die mir jedes andere publikum um die ohren schlagen würde.
trotzdem: es steckt viel arbeit in diesen prösentationen und der grund warum ich die mir alle paar jahre zumute ist der gleiche warum ich ins internet schreibe: selbstgestellte aufgaben zu lösen, den mund etwas voll nehmen und dann trotzdem was liefern können, einen auf den ersten blick unüberwindbaren berg zu ersteigen ist befriedigend. einfache aufgaben (spülmaschine reparieren, brot backen) zu erledigen ist befriedigend, aber an schwierige aufgaben (hund erziehen, öffentlich sprechen) nicht zu scheitern ist befriedigender.
der ablauf so einen vortrag zu schreiben ist meisten auch ziemlich ähnlich. ich pumpe mich wochenlang mit informationen zum thema voll, bzw. suche und finde an allen möglichen ecken des internet und in büchern (die ja auch internet sind) bezüge zu meinem thema die ich mich in seitenlangen kladden notiere. danach versuche ich das alles zu einem einigermassen kohärenten text zusammenzufassen, den ich im prinzip auch so ins internet stellen könnte. während des ganzen prozesses baue ich bereits folien die mir unterwegs einfielen, von denen ich danch mindestens die hälfte wegschmeisse. die präsenentation baue ich dann in keynote, den text aufgeteilt in den moderatoren notizen und dazu dann hiunderte folien.
den text habe ich seit gestern fertig. er muss noch geschliffen und an vielen stellen gekittet und ergänzt oder gestutzt werden, aber in ein zwei tagen könnte ich den im prinzip hier veröffentlichen.
und ich frage mich gerade ob das ein gute idee ist. so wirklich dagegen spricht eigentlich meine vortragslektorin, der ich den vortrag immr mindestens einmal vor der republica vorspiele, schaut sich auch meist noch gerne den vortrag nochmal live an. den text vorher zu veröffentlichen, sollte also niemanden davon abhalten den vortrag trotzdem noch zu sehen. andererseits habe ich dieses mal ja eine eher abseitige bühne mit offiziell 20 plätzen zugewiesen bekommen.
trotzdem weiss ich nicht ob es eine gute idee ist den text vorher zu veröffentlichen. vielleicht tut leserfeedback dem text ja noch gut? oder spoilt das die ganze geschichte?
nachtrag 08.05.2026:
ich habe eine umfrage auf mastodon gemacht, bei der ich nach ein paar stunden ausversehen 15 stimmen gelöscht habe, die stimmen danach tendierten am ende eher zu einer vorab-veröffentlichung („würd ich lesen“). heiko hingegen hat mir zwei webmentions kommentare gesendet (einen hab ich mittlerweiel gelöscht), die sich schon fast flehend anhörten: „Nicht vorher veröffentlichen“
ich warte jetzt erstmal ab, was meine lektorin sagt, wenn ich ihr das am wochenende vorspiele.
nachtrag 11.05.2026:
fazit nach einer kurzen session mit der lektorin (@dasnuf): text ist noch nicht fertig.
und sie hätte mir gerne 5 minuten länger zugehört. ich brauche noch ein paar tage bis ich meine hausaufgaben erledigt habe.
scheinglück
jeder kennt scheinriesen: ein riese, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt.
für meine #rp26-präsentation habe ich mir eine variation von michael endes wunderbarem bild ausgedacht: scheinglück
wenn man dem glück hinterherrennt, desto grösser wird der frust, den man eigentlich zurücklassen möchte. gilt auch für alle anderen probleme, vor denen man weglaufen möchte.
meine präsentation, mein plädoyer für optimismus („die welt ist scheisse — und das ist auch gut so“), findet am zweiten #rp26-tag statt, am 19.05.2026 von 13:00 bis 13:30 uhr. meine „bühne“ ist das sogenannte energiemobil, 55" screen und mikrofon und platz für 20 zuschauer ist laut speaker-briefing vorhanden.
ich freue mich über jeden der kommt und noch mehr darüber, dass ich schon 35% des texts fertig habe. der rest ist auch fertig, den muss ich nur noch aufschreiben.
noch 14 tage bis zur #rp26.
mond

in meinem home assistant dashboard lasse ich mir den sonnen- und mondstand anzeigen. der sonnenstand ist praktisch, weil ich dann weiss, ob wann morgens die sonne aufgeht. weil es mich erfreut, hatte ich dort auch immer ein schematisches bild des mond, wie er im moment in berlin aussieht. timeanddate.com generiert dieses bild für jeden ort der erde.
das bild hat sich home assistanz dort immer gescraped. seit einer weile verhindert cloudflare für timeanddate.com jetzt das scraping. fair enough. also fragte ich cursor, ob es mir das bild mit einem script berechnen könne. es meinte zwar, dass es das könne, aber wie so oft, konnte es das nicht, auch nach sechs schrillionen tokens und mehreren iterationen kam nicht mehr als ein hitlerbild raus.
j sei dank hatte sich schon jemand anders die mühe gemacht: mit den tools in diesem repo lassen sich aus nasa-bildern und ein paar python-scripten akurate bilder des mond generieren, je nach ort und zeit.
das bringt so gut wie gar nichts, ausser dass es mir grosse freude bereitet.

#pastpuzzle 292
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pastpuzzle.de
crawling, lesen, früher

gestern abend, kurz bevor ich ins bett gehen wollte, sah ich hohe CPU last auf dem server auf dem wirres.net läuft. normalerweise (re-) aktivere ich dann kurz cloudflare (was ich normalerweise deaktiviert habe) und die unhöflichen AI-crawler, die meine meine seite mit anfragen beschiessen, verschwinden dann relativ schnell. gestern schien das aktivierte cloudflare nicht viel auszurichten. die last blieb hoch. erst als ich das caching und die AI-crawler-abwehr auf sehr aggressiv umstellte, ging die last runter.
das heisst wohl zweierlei: die crawler scheinen etwas geschickter darin zu werden, sich als legitime besucher auszugeben, sind aber weiterhin viel zu aggressiv oder nachlässig programmiert. ich hab ja nichts dagegen, wenn die meine seiten indexiert werden. von suchmaschinen, AI-crawlern oder mechanischen türken. aber ich würde mir schon wünschen, dass sie sich an die regeln halten oder zumindest höflich bleiben. ich habe vor allem keine lust, die ganze zeit die cloudflare schutzwälle hochgezogen zu lassen oder AI-labyrinthe aufzustellen.
jedenfalls stolperte ich gestern abend bei meinem kontrollgängen über meine website über diesen fast 20 jahre alten beitrag: ich nenne es lesen
der beitrag erinnerte mich daran, dass „wir nennen es arbeit“ jetzt schon 20 jahre alt ist, dass ich seit 2006 einen youtube-kanal mit 63 abonnenten habe und einmal ein video veröffentlicht habe, das > 100k views eingesammelt hat.
und weil alex matzkeit mir, der kaltmamsel und franzi auf der republica die frage „wie war es damals wirklich?“ stellen wird, fiel mir die offensichtliche antwort wieder ein: damals war es genauso wie heute. ausser dass wir etwas jünger waren. es gab etwas weniger crawler und das hosting war eine spur einfacher, aber es gab und gibt genau so viel oder wenig interesse von echten menschen an in text-, audio- oder videoform geloggten inhalten wie heute.
google fand blogs damals total gut und schickte gelegentlich besucher vorbei, die dann irritiert wieder abzogen. heute schickt google nur noch leute vorbei, die sich für rezepte interessieren.
was geblieben ist: bloggen ist weiterhin ein randphänomen. und das ist auch nicht weiter schlimm. im gegenteil.










