River





Man on Fire (S01E04) gesehen

nachdem die ersten drei folgen immerhin hier und da über­ra­schend waren und rio und brasilien sehr gut als hin­ter­grund für die serie funk­tio­nie­ren, kam es in dieser folge dann doch zum üblichen CIA er­schwö­rungs­ge­döns was man aus jeder 08/15 serie und film kennt. schade ei­gent­lich, dass es nicht mal eine serie gibt, die den CIA als un­kor­rum­pier­ba­re or­ga­ni­sa­ti­on darstellt. das würde zwar niemand glauben, aber das wäre dann we­nigs­tens mal über­ra­schend.









Das ist der ei­gent­lich ge­fähr­li­che Punkt: Menschen haben schon immer Unsinn gedacht. Das gehört einfach dazu. Aber digitale Platt­for­men haben aus fast jeder Ab­wei­chung, jeder Kränkung, jeder Wut und jeder Ver­schwö­rungs­fan­ta­sie sofort einen schein­ba­ren sozialen Raum gebaut.

das ist ein sehr schön dif­fe­ren­zier­ter und nach­denk­li­cher text von florian heinz über räume. räume im netz, in kneipen, im digitalen und im analogen. aber ich würde gerne etwas un­dif­fe­ren­ziert, bzw. kurz an­ge­bun­den wi­der­spre­chen.

die räume, in denen wir menschen in­ter­agie­ren, sind alle syn­the­tisch, also von uns menschen kon­stru­iert und mit regeln versehen. digitale räume sind lediglich eine weitere aus­prä­gung.

manche räume haben eine jahr­tau­sen­de­al­te ge­schich­te hinter sich, und alle un­ter­lie­gen einem steten wandel. ich war immer fas­zi­niert von der idee der kaf­fee­häu­ser, orte, an denen sich kluge menschen treffen, dis­ku­tie­ren, ideen ent­wi­ckeln und streiten. aber gibt’s das noch? starbucks und andere kaf­fee­haus­ket­ten leben zum teil von dieser nostalgie, aber ich würde sagen: so wie sich die digitalen räume ständig wandeln, wandeln sich auch die analogen räume, die gas­tro­no­mi­schen, po­li­ti­schen, kul­tu­rel­len orte.

ich sehe das problem eher darin, dass wir die digitalen räume noch nicht so­zia­li­siert haben, noch nicht die richtigen regeln, den richtigen umgang damit gelernt haben. in meiner jugend hatten wir ein gutes gefühl dafür, welche öf­fent­li­chen orte wir lieber meiden und in welche wir passen. ganz platt gesagt: nazi-kneipen gab’s auch schon vor dem internet. agitieren, ra­di­ka­li­sie­ren, ver­schwö­rungs­theo­re­ti­sie­ren geht, das zeigt die ge­schich­te, auch ganz gut mit analogen mitteln.

und, nur so ein gedanke: virtuelle soziale räume gab’s auch schon lange vor dem internet. die vir­tu­el­len, gedachten räume, die ge­spro­che­ne oder ge­schrie­be­ne er­zäh­lun­gen öffnen, un­ter­schei­den sich meiner meinung nach nicht sub­stan­zi­ell von den neuen digitalen räumen, die sich in den letzten 20–30 jahren geöffnet haben. es gab immer wieder ka­ta­ly­sa­to­ren, tur­bo­la­der, die die alten regeln über den haufen warfen und für aufregung, umbrüche und teils radikale ver­än­de­rung sorgten. die erfindung des buch­drucks oder kürzlich des internets und jetzt unsere fähigkeit, künst­li­che neuronale netze mit vorher gedachtem, gemachtem oder auf­ge­schrie­be­nem zu füttern — all diese umbrüche er­for­der­ten und erfordern an­pas­sun­gen von ge­sell­schaft­li­chen normen und regeln, um negative effekte ab­zu­schwä­chen.

ja, ich sehe auch, dass aus digitalen räumen viel toxisches, übel­rie­chen­des kommt und dass die brut­stät­ten der de­mo­kra­tie­feind­lich­keit und aus­län­der­feind­lich­keit sich zum großen teil in digitale räume verlagert haben. aber das muss nicht unbedingt an den struk­tu­rel­len ge­ge­ben­hei­ten der räume liegen, sondern in erster linie daran, dass wir als ge­sell­schaft den umgang mit diesen räumen noch nicht gelernt haben. oder dass die radikalen schneller lernen, an­pas­sungs­fä­hi­ger, flexibler sind als die moderaten.

trotzdem: man kann nicht zu viel darüber nach­den­ken oder dis­ku­tie­ren, wie unsere sozialen räume funk­tio­nie­ren oder funk­tio­nie­ren sollten.








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via con­ver­sa­ti­ons­wi­th­ty­ler.com:

Tyler and Craig discuss why webpage design has gotten worse for 30 years, what Craig’s “obsessive customer service disorder” taught him about human nature, why trusting people and main­tai­ning a nine-second rule for scams aren’t as con­tra­dic­to­ry as they sound, why roommate ads are a better way to find love, why Craigs­list never added seller eva­lua­tions, why Leonard Cohen speaks to him more than Bob Dylan, what William Gibson’s Neu­ro­man­cer got right about the internet, why Jackson Lamb is now one of his role models, why large foun­da­ti­ons lose ac­coun­ta­bi­li­ty, what two painful Ivy League grants taught him phil­an­thro­py, what he gets from rescuing pigeons, the hard lesson he learned about con­fron­ting people who lie for a living, his favorite TV shows and movies, the one genuine luxury he can’t go without, what he still needs to learn, and much more.

leider hat craig newmark nicht besonders viel dazu gesagt, warum jackson lamb sein vorbild ist, trotzdem sehens- und hö­rens­wert wenn man craig newmark gerne zuhört, was ich sehr gerne tue.