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eine sehr schöne „schreib­übung“ von horax:

Vor acht Jahren (tagebuch)bloggte ich in Sätzen mit zwei Worten – eine spie­le­ri­sche Mo­di­fi­ka­ti­on – über einige Sonntage. Die Tage in dieser Kürze zu be­schrei­ben fiel mir nicht leicht da die Worte im Text möglichst nicht wie­der­holt werden sollten. Das ging stockend von der Hand. Viel­leicht werde ich die Schreib­übung in un­re­gel­mä­ßi­gen Abständen wie­der­ho­len.

… und das macht er dann auch und ich finde es gut.



Diese Ver­schie­bung ist me­di­en­theo­re­tisch nicht neu. Wir haben sie bereits bei Such­ma­schi­nen erlebt, die Inhalte nicht mehr ver­mit­tel­ten, sondern ersetzten, indem sie Zu­sam­men­fas­sun­gen an die Stelle der Quelle setzten. Mit LLMs wird dieser Schritt ra­di­ka­li­siert: Aus der Ver­weis­struk­tur des Netzes wird eine Ex­trak­ti­ons­lo­gik. Texte werden nicht mehr gelesen, sondern aus­ge­beu­tet, ihr Kontext ver­schwin­det im Ant­wort­for­mat.

(via)


The river is what's here right now. You scroll through it, save what you want to keep, and let the rest go.

current ist ein RSS reader mit nem neuen dreh, eben diesem river und artikeln die eine le­bens­dau­er haben und dann aus dem blick ver­schwin­den. find ich gut, will ich mal aus­pro­bie­ren, auch wenn ich kein problem, keinen stress mit der klas­si­schen prä­sen­ta­ti­on von RSS-readern habe die einfach stumpf umgekehrt chro­no­lo­gisch und zu­sa­ätzlch (viel­leicht) nach ka­te­go­rien ihren inhalt zeigen.

aber die de­fi­ni­ti­on des river gefällt mir. ei­ner­seits weil ich denke das blogs genau so funk­tio­nie­ren, artikel, links, notizen poppen auf, altern, rutschen nach unten, aus dem sichtfeld. wenn man möchte kann man den fluss befahren und ex­pe­di­tio­nen in die ver­gan­gen­heit un­ter­neh­men, in die tiefe gehen oder auch völlig abzweigen.
(via)




anke gröner über einen text von englisch-professor walt hunter im atlantic: „Stop Meeting Students Where They Are“ (geschenk-link von anke).

Keine pseu­do­klu­ge, weil an­ge­le­se­ne Wie­der­ga­be von fremden Po­si­tio­nen, sondern das Ab­ar­bei­ten am eigenen Un­ver­ständ­nis. Die Kon­fron­ta­ti­on mit Fragen anstatt die Suche nach der einen Antwort, die es eh nicht gibt. […]
Lesen [ist] eben immer mehr ist als Lesen: Fragen stellen, nach­den­ken, Po­si­tio­nen über­den­ken. […]


When phone cameras got good enough, portrait pho­to­graph­ers scolded people who took their own headshots.

And when the Mac got pretty good at ty­pe­set­ting, pro­fes­sio­nal designers pointed out that people who can’t tell a font from a typeface and don’t care about kerning should avoid it.

Pro­fes­sio­nal trans­la­tors bring humanity and insight to trans­forming writing from one language to another, but many people continue to use Google Translate…

Here’s the thing: the trans­la­tors take their own headshots. Web designers often use trans­la­ti­on software. And life coaches build their own websites with Squa­re­space and put their own selfies on Linkedin. We all make our own decisions, and most of the time, we use tech to do it ourselves.

das sind natürlich auch alles „Stan­dard­si­tua­tio­nen der Tech­no­lo­gie­kri­tik“.





Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich aus­drü­cken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine ge­ne­ra­ti­ve KI für mich macht, dann würde ich einfach Content pro­du­zie­ren, meine per­sön­li­che Ebene ginge darin verloren, mein Ge­dan­ken­gang, meine Idee, meine For­mu­lie­rung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht ver­werf­lich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck dar­stel­len. Ver­mut­lich ist mein Wunsch, au­then­tisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu pro­du­zie­ren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will au­then­ti­sche Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas dar­stel­len.