bookmarks
kleines spiel, bei dem man sich erstens eine farbe merken muss und dann die farbe auswählen muss.
erster versuch: 40,1/50 (also 80,2%)
(via)
das sieht sehr, sehr langweilig aus.
lorenz meyer teaserte diesen text von tilman baumgärtel vor ein paar tagen auf 6 vor 9 mit diesen worten an:
Tilman Baumgärtel beklagt in seinem Essay, dass elaborierte Kulturtexte in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie kaum noch Resonanz fänden, da die Reichweite von Printmedien schwinde, und Social-Media-Algorithmen differenzierte Inhalte systematisch benachteiligen würden.
2004: ankegroener.de bekommt permalinks
2026: ankegroener.de bekommt fussnoten
ein etwas atemlos begeisterter jordan golson zeigt das von jony ive’s „love from“ design-studio gestaltete benutzerinterface des neuen elektrischen ferrari. die witzigste stelle ist, als golson nach 8 minuten euphorie über die kleinsten details des tachos und lenkrads am sitz des neuen ferrari vorbeigeht und sagt:
it’s a seat … whatever
… und weitergeht um die einzelteile des tachos und lenkrads zu begrapschen.
ich komme mit den touch-schaltern in unserem auto gut klar. kann man sicherlich besser machen, aber man bekommt eben wofür man bezahlt und solange es funktioniert kann ich mich auch das das unfreundlichste design gewöhnen. es bleibt trotzdem zu hoffen, dass in künftigen auto-generationen die design ideen von jony ive und seinem team hemmungslos geklaut werden. digital ist gut wo digital gut ist, aber haptik ist manchmal auch gut und wie man die beiden so kombiniert, dass sie befriedigen scheint das ive-design eindrucksvoll zu demonstrieren.
in den letzten tagen habe ich mich hier und da mit den themen monetarisierung und reichweite beschäftigt und mir kam der gedanke, was für ein wahnsinn das eigentlich ist, dass es für unabhängige bewegtbild-produzierende eigentlich nur eine einzige stelle im internet gibt, wo sie ihre reichweite und brötchen herbekommen: youtube.
ein gigantischer monolith, der im prinzip bestimmen kann, was hunderte millionen sehen und ein paar hunderttausend verdienen. wahrscheinlich ist es höchste zeit mir mal ein nebula abo zu besorgen, auch wenn die trumpisten noch nicht ihre axt-hände an youtube gelegt haben mögen.
mir kam beim lesen dieser meldung beim netzfeuilleton aber ein ganz anderer gedanke. die BBC wird inhalte speziell für youtube produzieren, „auch wenn die Inhalte auch weiterhin auf iPlayer und Sounds erscheinen können“ (sollen, werden?). das erinnert mich an die indieweb-philosophie Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere (POSSE). wenn man die inhalte bei sich „zuhause“ vorhält, sie aber an andere orte syndiziert/kopiert, um einerseits die reichweite oder monetarisierung zu erhöhen, behält man andererseits (theoretisch) ein paar ticken mehr unabhäbgigkeit, als wenn man exklusiv „elsewhere“ publiziert.
theoretisch machen das ja auch die deutschen öffentlich rechtlichen schon mit ein paar kanälen für jüngeres publikum, mit dem unterschied, dass das eine art PUPZ-POSSE ist: publish elsewhere und dann bei sich selbst depublizieren.
dieses video hat mich in ein kleines rabbit hole gestürzt (gefunden bei eay.cc).
ich war sofort angetan von scott jensons angenehm euphorischer und unkonfrontativen art sein lieblings-thema (benutzer-schnittstellen-funktion) anderen menschen nahezubringen. unterwegs schnitt er so viele inspirierende ideen und kleine details kurz an, ohne sie weiter zu verfolgen, dass sich in meinem kopf gleich merhere DIN A4 seiten füllten mit todos und sachen denen ich mal nachgehen will.
dann seine webseite. endlich mal wieder eine webseite die das auge entspannt und den geist reizt. allein der letzte artikel, „Boring is good“, ist so voller guter neuer ansätze über die welt, LLMs, das schreiben, das denken nachzudenken, dass ich seine webseite gerne in den urlaub mitnehmen möchte, um sie dort in ruhe von vorne bis hinten zu lesen.
But writing is hard for a deeply human reason. You don’t know what you don’t know. You write to understand, which usually means writing a ton of awful text that must then be ruthlessly thrown away. Trying to ‘write automatically’ using LLMs completely circumvents this pain.
Ultimately, a mature technology doesn’t look like magic; it looks like infrastructure. It gets smaller, more reliable, and much more boring.
jedenfalls ist das video ein toller einstieg nicht nur ins thema benutzer-schnittstellen-funktion und design (im sinne von design is how it works), sondern auch ins thema lernen (im weitesten sinne). dieses zitat hänge ich mir möglicherweise übers bett:
Fun is just another word for learning
— Raph Koster, A Theory Of Fun For Game Design
If you want to understand what goes into a big YouTube production, this behind-the-scenes look from the tenth most popular tech channel seems to be a good place to start. It is remarkable how Marques Brownlee has grown from being just a guy making webcam videos from home to having a dedicated production space full of staff — and it all kind of hinges on YouTube, a singular video hosting platform. That would make me anxious daily, but Brownlee has made it work for about nine years.
das behind the scenes video ist andertalb stunden lang und ich habe es (noch) nicht zuende geschaut, auch weil ichs ein bisschen langweilig finde. aber wie nick herr sagt, das ist schon alles ziemlich remarkable.

