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Für meine Generation ist Herbert Grönemeyer so etwas, wie das eben noch leckere Kaugummi, das man sich in den Schuh eingetreten hat.
In dem im März veröffentlichten Statement der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora und der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis hieß es dazu: »Wir sind überzeugt davon, unsere Angehörigen hätten auch zum Kundenkreis der drei Buchläden gehören können. Bei Verhaftungen durch die Gestapo wurde bei ihnen nachweislich linke Literatur beschlagnahmt.«
neben der kritik an wolfram weimer, berichtet der spiegel auch, dass hape kerkeling „durchgehend richtige und wichtige Worte“ in seiner gedenkrede in buchenwald fand. die rede, den volltext, mag der spiegel aber nicht verlinken, obwohl die stiftung-gedenkstaetten.de den volltext bereithält. das finde ich völlig unverständlich. wenn man etwas richtig und wichtig findet, warum dann nicht auch entsprechend handeln?
Der Elektriker riet uns eindringlich zum knx-System und weil uns das als das System mit den meisten Möglichkeiten erschien, haben wir das auch so beauftragt. […]
Die Grundlagen der Technik sind also maximal vorbereitet, jetzt muss nur noch ich begreifen, wie ich das System am optimalsten einrichte und benutze. Meine Traumvorstellung wäre, ich finde jemanden, der sich nicht nur richtig viel Zeit nimmt, alle meine Fragen zu beantworten, sondern mir vor allem auch praktische Tipps gibt, wie ich das System am pragmatischsten auf meine Ansprüche und auf meine Bedürfnisse einrichte.
Aktuell habe ich nur sehr wenig Vorstellungen, wie man das alles am besten machen könnte
KNX ist bestimmt erstmal keine schlechte wahl, obwohl ich glaube, dass es alles andere als günstig ist. ich habe vor 10 jahren mit homeassistant angefangenm nicht weil ich das fummeln an technik so toll finde, sondern weil das schlicht und ergreifend der einzige weg war meine vorstellungen von automatisierung umzusetzen. zuerst fand ich es toll, alles mit der apple home app verwalten zu können, aber automatisierungen waren mit „home“ erst nicht möglich und später dann eine qual. mit der hue bridge und app liess sich damals auch nichts automatisieren.
die idee von KNX ist, soweit ich das verstehe, dass man damit alle aktoren und sensoren verwaltet und dann eben auch automatisiert. ich vermute mal, fremdsysteme, zigbee oder tado oder hue sind da eher schwer bis gar nicht zu integrieren. homeassistant ist system-agnostisch. knx, zigbee, hue, tado — alles lässt sich damit verbinden und über die systemgrenzen hinweg automatisieren.
vor langer zeit habe ich mal gesagt, dass man für gute heimautmatisierung vor allem sensoren, viele sensoren, braucht. ohne sensoren, keine ordentlichen automatisierungen. kürzlich fiel mir dann auf wie die biologie das macht: nicht 10, 20 oder hundert sensoren, sondern abermillionen. damit lassen sich dann sehr komplexe automatisierungen umsetzen, wie zum beispiel einen ball zu werfen. einen ball zu werfen ist ein hochkomplexer vorgang, einer der so komplex ist, dass (humanoide) roboter es nach wie vor nicht können. hunderte von muskelbewegungen müssen koordiniert und synchronisiert werden. irgendwer sagte mal: wenn roboter das konnen, müssen wir anfangen uns sorgen vor den maschinen zu machen.
heimautomatisierung muss aber keine bälle werfen können. das was für befriedigende automatisierung nötig ist, ist wenig anspruchsvoll. aber der automat muss augen, aktoren und ein flexibles gehirn haben.
ich zähle mal die wichtigsten grundprinzipien für gute automatisierung auf, die ich meine, im laufe der jahre identifiziert zu haben.
anwesenheit, lichtstimmungen, schalter, statusanzeigen, sensorik.
anwesenheitserkennung ist das a und o. wenn das system weiss ob die wohnung, ein raum oder eine sitzgelegenheit besetzt oder leer ist, kann es daraus bereits die wichtigsten informationen und aktionen ableiten: heizung, kameras und licht ein oder ausschalten. wenn das system auch noch weiss wer da ist oder ob gäste anwesend sind, lassen sich weitere aktionen ableiten.
lichtstimmungen lassen sich aus vorlieben, vom sonnenstand und der tages- oder nachtzeit ableiten. optimalerweise wird das licht mit der richtigen stimmung beim betreten eines raums eingeschaltet und nach dem verlassen des raums wieder aus. anpassungen der lichtstimmung lassen sich am einfachsten klassisch mit schaltern umsetzen oder gegebenenfalls aus sensordaten ableiten. wenn ich mich nach 17 uhr auf sofa setze, möchte ich gerne etwas gedimmteres licht haben als am schreibtisch. wenn ich mich nach 21 uhr ins bett lege, soll das licht ausgehen — ausser es sitzt noch jemand auf dem sofa oder es sind mehr als eine personem im raum. dann ist es wahrscheinlich, dass das bett als sitzgelegenheit genutzt wird und noch nicht zum schlafen.
folgende lichtstimmungen habe ich für jeden raum definiert: flutlicht (arbeitslicht, volle beleuchtung, meist kaltweiss), gedimmt (standardlicht, nicht zu hell, nicht zu düster, geeignet für den alltag), gemütlicht (warmweiss, eher für die abendstunden oder nach dem aufstehen), nachtlicht (wenn man nachts aufstehen muss und auf dem weg zum klo nicht geblendet werden will, aber auch nirgendwo anstossen will), schlaflicht (aus, vielleicht mit einem subtilen grundleuchten).
ich mag es, wenn die automatische wohnung mir hinweise zum status gibt. nicht per notification, die nerven nur, sondern durch subtile signale: zur vollen stunde ein leiser gong, ab sechs uhr leises vogelgezwitscher, ein tusch wenn die wasch- oder spülmaschine fertig ist, rotes licht an fridas wassernapf, wenn er fast alle ist, kerzen die zum sonnenuntergang an gehen, wenn das zimmer besetzt ist. ein rotes hinweislicht, wenn der CO₂-gehalt zu hoch ist und gelüftet werden sollte, ein kurzes blinken der badbeleuchtungm wenn man länger als 5 minuten geduscht hat (oder 10, 15 oder 20 minuten). ein tusch, wenn ich länger als 5 minuten auf dem klo sitze. eine strenge ermahnung, wenn die kühlschrank- oder wohnungstür zu lange offen sind.
ich mag adaptives licht sehr. die beifahrerin hasst es, zumindest in ihrem zimmerm wenn die lichtfarbe sich dem sonnenstand anpasst. so bleibt es im wohnzimmer (das zimmer der beifaherin) und im schlafzimmer bei festen lichtstimmungen, in der küche ist es zwischen 8 und 22 uhr immer hell, aber in alle anderen zimmerm passt sich die lichtfarbe dem sonnenstand an. wenn jemand von draussen nach hause kommt, schaltet das flurlicht sich immer ganz hell ein. sonst tut die flurbleuchtung so, als hätte der flur ein fenster.
auch gelernt: vorhänge oder rollos sollten sich bei anwesenheit nicht automatisch öffnen oder schließen. das wirkt paternalistisch. auf wunsch, am besten per schalter oder sprachbefehl, ist das automatische öffnen oder schließen OK.
es ist irre befriedigend, wenn sich das licht bei der bewegung durch die wohnung automatisch, zum genau richtigen zeitpunkt und in der richtigen stimmung einschaltet und später wieder ausschaltet. aber genauso wichtig ist es sowohl das ein- als auch das ausschalten per schalter vollziehen zu können. das ist wichtig für gäste, aber auch wichtig für die ureinwohner der wohnung. ich beobachte mich ständig selbst dabei, wie ich das küchenlicht beim verlassen der küche regelmässig ausschalte, obwohl es ein paar sekunden später zuverlässig automatisch aus geht.
weil sich gewohnheiten und bedürfnisse ständig ämdern, ist es meiner meinung nach wichtig, dass man anpassungen an den automatisierunen schnell und flexibel umsetzen kann. ich habe die grundsätzlichen automationsregeln zwar seit über 2 jahren nicht mehr angefasst, aber gerade für die beifahrerin muss ich immer wieder finetuning machen.
möglicherweise sieht man auch an dem was ich hier schreibe, wie wichtig die sensorik ist. gerade für präsenzerkennung gab es mit mmwave-sensoren in den letzten jahren grosse fortschritte. essentiell finde ich auch unsere bett-sensoren. wenn beide betten besetzt sind soll dunkelheit und ruhe herrschen. wenn wir ein vernetztes türschloss hätten, sollte das spätestens dann zugehen. aber genauso sollte ein schummriger lichtpfad angehen, sobald einer von uns beiden aufsteht.
ich könnte dazu stundenlang referieren, aber das soll erstmal reichen.
Die Welt: „Der Artikel beschreibt, wie günstige Drohnen die klassische militärische Überlegenheit in der Luft verändern. Während teure Abwehrsysteme wie die MIM-104 Patriot Millionen kosten, sind einfache Drohnen extrem billig – wodurch Angriffe wirtschaftlich im Vorteil sind.
ich bin ja ein großer freund der behauptung, dass viele entwicklungen und phänomene unserer zeit eigentlich gar nicht neu sind, sondern altbekannte vorgänge in neuem anstrich oder mit anderem technologischem unterbau. ohne hier eine besondere expertise vortäuschen zu wollen: kriege sind, soweit ich es mitbekommen habe, noch nie alleine mit technologischer oder ökonomischer übermacht zu gewinnen gewesen. das haben die amerikaner in vietnam erfahren, nur dass der vietkong dort statt drohnen menschen eingesetzt hat, um das ökonomische gleichgewicht des krieges zu seinen gunsten zu kippen.
wo kriegsherren (das wort braucht man derzeit wahrscheinlich nicht zu gendern) oder der widerstand gegen invasoren heute drohnen einsetzen, wurden früher menschenschwärme oder sabotageakte genutzt. in afghanistan und im irak waren improvisierte sprengfallen der widerstandsgruppen die drohnen der 2000er; die kamikazeflieger der japaner im zweiten weltkrieg sind die konzeptionellen urgroßväter der heutigen drohnen. drohnen sind in diesem sinne die konsequente fortführung von guerilla-taktiken mit digitalen mitteln.
es bleibt — mehr oder weniger — auch beim krieg alles beim alten: krieg ist scheisse und im prinzip auch nicht zu gewinnen. ökonomisch lohnt sich der scheiss kaum noch und zivilisatorisch oder moralisch sowieso nicht. egal wie übermächtig man sich fühlt, egal wie „günstig“ drohnen oder widerstand auch sind oder werden: am ende ist der preis von krieg immer um ein vielfaches höher als der wert des friedens vorher. nur leider erinnern sich die entscheidenden deppen da nie dran.
sehr gute app enmpfehlung von eay.cc: On This Day Rewind
die app macht nicht viel anderes als fotos anzuzeigen die in den vorjahren dieses tages aufgenommen wurden (und in der iphone bildmediathek sind). 365 × x tage sind zwar ein her zufälliger, willkürlicher parameter, aber immer gut um eine erinnerung zu wecken. hier auf wirres.net habe ich diese funktion auch in jeder artikel-beilage.
(And if I’m wrong about the post being AI slop and a human at Photon actually wrote this, I would suggest taking it easy with the cocaine.)
als ich das las musste ich laut kichern.
Es ist ja überhaupt keine Competition weil alles, wirklich alles an der Artemis II Mission so toll ist, und natürlich ist dieses Foto hier, dass gerade überall geteilt wird absolut beeindruckend, aber für mich... für mich ist es im Moment dieser Shot. Holy shit. Unbedingt in Originalgröße ansehen, die Kompression hier macht leider viele Details zunichte.
Noch viel mehr Fotos von der Mission gibt es bei Flickr.
sehr tolle bilder, sind gleich auf meinen desktophintergrund gelandet.

tatsächlich freue ich mich jetzt jedes mal, wenn ich den computer aufklappe und dieses bild sehe.
was man auf diesem bild eigentlich sieht, habe ich mir von hank green (auf youtube) erklären lassen: man sieht nicht nur sterne, sondern auch planeten — und man erkennt, dass sie sich alle auf einer umlaufebene befinden (sie sind auf dem bild quasi aufgereiht). der mond erscheint nicht wie sonst bei einer mondfinsternis wie eine schwarze scheibe, weil er von der erde am linken oberen rand beleuchtet wird. und die aufnahmen der mondfinsternis waren nur möglich, weil die artemis-mission verschoben wurde.
viele sagen ja (unter anderem hank green), dass das die besten fotos der welt sein könnten, aber gleichzeitig sind das wahrscheinlich auch mit die teuersten fotos der welt, was die produktionskosten angeht. und trotzdem gibt es eine einfache relativ einfache lizenz, mit der man die bilder nichtkommerziell nutzen kann.