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Ich verfasse aber Texte und Sätze, weil ich mich aus­drü­cken will, weil ich etwas mitteilen will. Wenn das eine ge­ne­ra­ti­ve KI für mich macht, dann würde ich einfach Content pro­du­zie­ren, meine per­sön­li­che Ebene ginge darin verloren, mein Ge­dan­ken­gang, meine Idee, meine For­mu­lie­rung und eventuell auch meine Fehler. Content muss nicht ver­werf­lich sein, aber das will ich dann nicht als meinen Ausdruck dar­stel­len. Ver­mut­lich ist mein Wunsch, au­then­tisch zu sein, größer als der Wunsch, Content zu pro­du­zie­ren. Und das will ich auch von anderen Leuten. Ich will au­then­ti­sche Leute um mich herum, keine Hüllen, die nur etwas dar­stel­len.













lorenz meyer teaserte diesen text von tilman baum­gär­tel vor ein paar tagen auf 6 vor 9 mit diesen worten an:

Tilman Baum­gär­tel beklagt in seinem Essay, dass ela­bo­rier­te Kul­tur­tex­te in der heutigen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie kaum noch Resonanz fänden, da die Reich­wei­te von Print­me­di­en schwinde, und Social-Media-Al­go­rith­men dif­fe­ren­zier­te Inhalte sys­te­ma­tisch be­nach­tei­li­gen würden.






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ein etwas atemlos be­geis­ter­ter jordan golson zeigt das von jony ive’s „love from“ design-studio ge­stal­te­te be­nut­zer­inter­face des neuen elek­tri­schen ferrari. die witzigste stelle ist, als golson nach 8 minuten euphorie über die kleinsten details des tachos und lenkrads am sitz des neuen ferrari vor­bei­geht und sagt:

it’s a seat … whatever

… und wei­ter­geht um die ein­zel­tei­le des tachos und lenkrads zu be­grap­schen.

ich komme mit den touch-schaltern in unserem auto gut klar. kann man si­cher­lich besser machen, aber man bekommt eben wofür man bezahlt und solange es funk­tio­niert kann ich mich auch das das un­freund­lichs­te design gewöhnen. es bleibt trotzdem zu hoffen, dass in künftigen auto-ge­ne­ra­tio­nen die design ideen von jony ive und seinem team hem­mungs­los geklaut werden. digital ist gut wo digital gut ist, aber haptik ist manchmal auch gut und wie man die beiden so kom­bi­niert, dass sie be­frie­di­gen scheint das ive-design ein­drucks­voll zu de­mons­trie­ren.


in den letzten tagen habe ich mich hier und da mit den themen mo­ne­ta­ri­sie­rung und reich­wei­te be­schäf­tigt und mir kam der gedanke, was für ein wahnsinn das ei­gent­lich ist, dass es für un­ab­hän­gi­ge be­wegt­bild-pro­du­zie­ren­de ei­gent­lich nur eine einzige stelle im internet gibt, wo sie ihre reich­wei­te und brötchen her­be­kom­men: youtube.

ein gi­gan­ti­scher monolith, der im prinzip bestimmen kann, was hunderte millionen sehen und ein paar hun­dert­tau­send verdienen. wahr­schein­lich ist es höchste zeit mir mal ein nebula abo zu besorgen, auch wenn die trum­pis­ten noch nicht ihre axt-hände an youtube gelegt haben mögen.

mir kam beim lesen dieser meldung beim netz­feuil­le­ton aber ein ganz anderer gedanke. die BBC wird inhalte speziell für youtube pro­du­zie­ren, „auch wenn die Inhalte auch weiterhin auf iPlayer und Sounds er­schei­nen können“ (sollen, werden?). das erinnert mich an die indieweb-phi­lo­so­phie Publish (on your) Own Site, Syndicate Elsewhere (POSSE). wenn man die inhalte bei sich „zuhause“ vorhält, sie aber an andere orte syn­di­ziert/kopiert, um ei­ner­seits die reich­wei­te oder mo­ne­ta­ri­sie­rung zu erhöhen, behält man an­de­rer­seits (theo­re­tisch) ein paar ticken mehr un­ab­häb­gig­keit, als wenn man exklusiv „elsewhere“ pu­bli­ziert.

theo­re­tisch machen das ja auch die deutschen öf­fent­lich recht­li­chen schon mit ein paar kanälen für jüngeres publikum, mit dem un­ter­schied, dass das eine art PUPZ-POSSE ist: publish elsewhere und dann bei sich selbst de­pu­bli­zie­ren.