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plur1bus s01e09

felix schwenzel in gesehen

alle ge­schich­ten die wir uns er­zäh­len han­deln von rei­sen. das kön­nen in­ne­re rei­sen sein, aber auch rei­sen zu or­ten. jede rei­se ver­än­dert uns und jede rei­se in ei­ner ge­schich­te ver­än­dert die prot­ago­nis­ten, ihre sicht auf ihre iden­ti­tät, ihre ver­gan­gen­heit, ihre zie­le oder die welt in der sie le­ben. gute ge­schich­ten soll­ten uns stau­nen las­sen, uns über­ra­schen und mit mehr fra­gen zu­rück­las­sen, als wir vor­her hat­ten. gute ge­schich­ten las­sen uns nicht nur an­ders auf die welt oder uns selbst bli­cken, son­dern vor al­lem tie­fer. sie le­gen schich­ten frei, die vor­her nicht sicht­bar wa­ren.

plu­ri­bus liegt eine ein­fa­che idee, eine art ge­dan­ken­ex­pe­riemnt zu­grun­de. über die ers­te staf­fel hin­weg wird aus die­ser ein­fa­chen idee eine kom­ple­xe me­lan­ge. die ein­fa­che idee ent­fal­tet sich zu ei­nem kom­pli­zier­ten, viel­schich­ti­gen et­was. die ant­wor­ten die wir be­kom­men, wer­fen im­mer neue fra­gen auf.

ich mag se­ri­en die nach­voll­zieh­bar sind. vie­le se­ri­en be­kom­men das an­fangs gut hin und ver­lie­ren mich dann auf der rei­se oder wenn die prot­ago­nis­ten sich im lau­fe ih­rer rei­se ent­sch­ei­den, dass die pro­ble­me de­nen sie be­geg­nen am bes­ten mit faust­kämp­fen oder schnel­len au­to­fahr­ten zu lö­sen sind. gute se­ri­en las­sen mich der rei­se­rou­te fol­gen, ohne mich an die hand zu neh­men.

plu­ri­bus hat es ge­schafft mich an je­der stel­le mit­zu­neh­men und nach­voll­zieh­bar zu blei­ben, ob­wohl ich mich mit kei­nem der prot­ago­nis­ten iden­ti­fi­zie­ren konn­te. aber die fra­gen die mir beim zu­schau­en in den sinn ka­men, wa­ren so in­ter­es­sant, dass ich gar nicht ge­nug über die plu­ri­bus-welt er­fah­ren konn­te. ob­wohl na­tür­lich je­der aspekt die­ser welt sorg­fäl­tig kon­stru­iert ist, wirkt nichts dar­an kon­stru­iert. ob­wohl al­les nach­voll­zieh­bar bleibt und man stän­dig be­kann­te ele­men­te des ge­schich­ten­er­zäh­lens er­kennt, wird man stän­dig über­rascht.

ja­mes bald­win hat mal ge­sagt:

The pur­po­se of art is to lay bare the ques­ti­ons which have been hid­den by the ans­wers.

der zweck von kunst ist es also, fra­gen bloss­zu­le­gen, die von den ant­wor­ten ver­deckt wer­den. in­so­fern hat die ers­te staf­fel von plu­ri­bus gute ar­beit ge­leis­tet und schon früh klar ge­macht, dass es zwar auch ant­wor­ten ge­ben wird, aber kei­ne end­gül­ti­gen. was es gibt sind fra­gen über fra­gen, die schicht für schicht frei­ge­legt wer­den.

was ich sa­gen will: die ers­te staf­fel von plu­ri­bus hat mir sehr gut ge­fal­len, die letz­te, neun­te fol­ge war ein wür­di­ger ab­schluss. und beim ab­schluss-cliff­han­ger habe ich ge­lacht, ei­ner­seits weils wit­zig war und an­de­rer­seits weil der cliff­han­ger so vie­le neue fra­gen auf­warf.

(5/5)

plur1bus s01e08

felix schwenzel in gesehen

ich bin zu­neh­mend ge­nervt von den gan­zen er­klär­bä­ren und er­klär­bä­rin­nen, die je­weils drei bis acht theo­rien ha­ben, wie plu­ri­bus en­den könn­te und was sich da ei­gent­lich ge­ra­de vor un­ser al­ler au­gen ab­spielt. jede klei­nig­keit wird ana­ly­si­ert und you­tube ist voll von men­schen, die be­haup­ten jetzt ge­nau zu wis­sen wie plu­ri­bus en­det und dass vin­ce gil­ligan uns das schon in fol­ge x ge­sagt hat und wir nur nicht ge­nau hin­ge­schaut ha­ben. im­mer­hin er­in­ne­re ich mich so, dass das schö­ne am fern­se­hen das se­hen ist. wäh­rend you­tu­ben­de mei­nen, wahr­schein­lich nicht ganz zu un­recht, dass sie die gan­ze zeit spre­chen müs­sen, ist es doch schön in plu­ri­bus selbst ein­fach zu­se­hen zu kön­nen wie sich die sa­chen ent­wi­ckeln — und dort manch­mal über meh­rer mi­nu­ten hin­weg ein­fach nix ge­sagt wird.

ge­schich­ten er­zählt be­kom­men ist un­ter­halt­sa­mer als ge­schich­ten er­klärt zu be­kom­men. din­ge nicht zu ver­ste­hen kann auch schön sein, erst recht wenn man sich dann spä­ter selbst ein ge­ge­be­nen­falls un­voll­stän­di­ges oder kra­ke­li­ges bild aus­ma­len kann.

je­den­falls hab ich die­se ach­te fol­ge (na­tür­lich) wie­der ger­ne ge­se­hen. und auch wenn wir mitt­ler­wei­le viel über ca­rol und das kol­lek­tiv wis­sen, ist ge­nau so klar, dass bei­de für über­ra­schun­gen gut sind und mehr im schil­de füh­ren als sie je­weils zu­ge­ge­ben. in die­ser fol­ge er­fährt man viel über das bis­her un­be­kann­te oder nur an­ge­deu­te le­ben des kol­lek­tivs — und wie sie kom­mu­ni­zie­ren, dass sie haus­tie­re nicht hal­ten, aber sich um sie küm­mern und vor al­lem, dass sie lan­ge nicht al­les wis­sen.

als ich vor­ges­tern das jüngs­te kni­ves out-dings sah, muss­te ich an plu­ri­bus den­ken. denn bei­de, ca­rol und das kol­lek­tiv, lü­gen nicht — aber eben nur in dem sin­ne, wie fa­ther jud das klug um­schrie­ben hat:

You can al­ways be ho­nest by not say­ing the unho­nest part.
-- Fa­ther Jud Du­ple­n­ti­cy in Wake Up, Dead Man: A Kni­ves Out Mys­tery

ich muss mich auch kor­ri­gie­ren. mög­li­cher­wei­se bin ich gar nicht ge­nervt von den er­klär­bä­ren und er­klär­bä­rin­nen, die ver­su­chen die rät­sel zu lö­sen und theo­rien kon­stru­ie­ren. ich glau­be mir ist es egal, vor al­lem was im staf­fel­fi­na­le pas­sie­ren wird. es wird ohne fra­ge un­ter­halt­sam und auf ir­gend­ei­ne art fas­zi­nie­rend sein. wir wer­den wie­der ein biss­chen mehr er­fah­ren und zum nach­den­ken be­kom­men, aber ganz ge­wiss nicht al­les er­klärt be­kom­men. da­für sind viel zu vie­le sa­men ge­säät, die gil­ligan und sein team ganz si­cher wei­ter­ver­fol­gen wol­len. und ich bin noch nicht mal ganz si­cher, dass man sich im wri­ters room schon ei­nig ist, wo die se­ri­en in den fol­gen­den staf­feln ge­nau hin­ge­hen wird. das ist das ei­gent­lich tol­le an die­ser se­rie, die ge­dul­di­ge aus­saat und das ver­spre­chen auf eine reich­hal­ti­ge ern­te ir­gend­wann.

als weih­nachts­ge­schenk sen­det app­letv das staf­fel­fi­nal üb­ri­gens am hei­lig­abend. das freut mich un­ge­mein.

an­mer­kung:
ich habe die­sen ar­ti­kel durch un­ge­schick­lich­keit et­was zu früh ver­öf­fent­licht, als ich noch gar nicht fer­tig war. des­halb konn­te man mit qua­si beim schei­ben zu­se­hen. jetzt ist der ar­ti­kel aber fer­tig.

(5/5)

down ce­me­tery road s01

felix schwenzel in rezensionen

filmplakat für die serie „down cemetery road“ auf apple tv. zwei frauen stehen auf einer grasbewachsenen anhöhe mit einem verwitterten schild im hintergrund. sie blicken in die ferne, gekleidet in lässige jacken vor einem bewölkten himmel.

down ce­men­try road ist eine bri­ti­sche kri­mi­se­rie mit emma thomp­son und ruth wil­son, die auf ap­ple tv läuft. ich habe die se­rie an­ge­fan­gen, nach­dem ich emma thomp­son bei gra­ham nor­ton ge­se­hen habe. das pro­mo-ge­döns in so­chen chat-shows funk­tio­niert also bes­tens. viel­leicht hät­te ich mir die se­rie aber nicht an­ge­schaut, wenn ich nicht auf­ge­schnappt hät­te, dass sie aus der fe­der von mick her­ron stammt, der auch slough house, bzw. slow hor­ses (auch auf ap­ple tv) schrieb.

slow hor­ses schaue ich seit fünf staf­feln an, weil ich die fi­gu­ren mag und glaub­wür­dig fin­de — und na­tür­lich auch we­gen gary old­mann in sei­ner pa­ra­de­rol­le. die fi­gu­ren in down ce­men­try road fin­de ich nicht be­son­ders sym­pa­thisch und teil­wei­se völ­lig mis­ra­ten, wie zum bei­spiel ham­za, der von ade­el akhtar völ­lig über­kan­di­delt und over the top ge­spielt wird.

ir­gend­wie trug mich der spa­nungs­bo­gen der se­rie dann aber doch über zahl­rei­che un­ge­reimt­hei­ten und schmerz­punk­te hin­weg, an de­nen ich nor­ma­ler­wei­se ab­schal­ten wür­de. als die se­rie in den letz­ten bei­den fol­gen im­mer ac­tion-las­ti­ger wur­de be­ob­ach­te­te ich mich da­bei, wie ich mehr und mehr vor­spul­te um schnell zum ende zu kom­men und zu se­hen, ob sie das ende wirk­lich so vor­her­seh­bar und platt zei­gen wür­den wie ich er­war­te­te. lei­der war das ende dann ge­nau­so platt und vor­her­seh­bar wie ich be­fürch­tet hat­te und im nach­hin­ein weiss ich nun, dass ich mir die zwei letz­ten fol­gen hät­te spa­ren kön­nen.

die ers­ten sechs fol­gen wa­ren im­mer­hin nicht lang­wei­lig und be­inhal­te­ten auch ein paar dre­hun­gen von schwarz-weiss ge­zeich­ne­ten fi­gu­ren in bun­te­re, kom­ple­xe­re cha­rak­te­re. schaup­spie­le­risch wa­ren emma thomp­son und ruth wil­son er­träg­lich, der rest der fi­gu­ren war ein­di­men­sio­nal, über­kan­di­di­delt oder schau­spie­le­risch auf der­rick-ni­veau.

weil die ent­fal­tung des span­nungs­bo­gen mich zu­min­dest sechs fol­gen lang bei stan­ge hal­ten konn­te geb ich zwei punk­te. aber emp­feh­len würd ich die se­rie nicht. slow ho­res hin­ge­gen emp­feh­le ich sehr.

die fol­ge der gra­ham nor­ton show, in der emma thomp­son ihre pro­mo­ti­on von down ce­men­try road mach­te, war se­hens­wert we­gen ei­nes ela­bo­rier­ten wit­zes, der wahr­schein­lich gar kein witz ist, von ro­wan at­kin­son (mr. bean). da er­zähl­te er, dass mr. bean jah­re­lang nicht in ita­li­en aus­ge­strahlt wur­de, da­mit er un­be­hel­ligt dort ur­laub ma­chen konn­te.

(2/5)

brea­king ca­rol

felix schwenzel in gesehen

manch­mal glau­be ich ja, dass vin­ce gil­ligan — und sein team von re­gis­seu­ren und au­toren — ge­le­gent­lich fol­gen in ihre se­ri­en ein­bau­en, die das pu­bli­kum tes­ten sol­len. so wie man beim hun­de­trai­ning ge­le­gent­lich ein­fach das tem­po raus­nimmt, weil die hun­de zu auf­ge­regt oder über­dreht sind. ein biss­chen so fühl­te sich die­se sieb­te fol­ge plu­ri­bus je­den­falls an. tem­po raus, da­mit sich alle be­ru­hi­gen und mal schau­en wie es mit der ge­duld steht. ca­rol ein­fach den gross­teil der fol­ge schlecht sin­gen las­sen und ma­nou­s­ous die gan­ze zeit spa­nisch und ge­bro­chen-eng­lisch brumm­meln las­sen.

aber na­tür­lich hat­te das al­les ei­nen tie­fe­ren sinn, wir sa­hen den bei­den prot­ago­nis­ten von aus­sen bei ih­rer in­ne­ren rei­se zu, rei­sen an de­ren ende sie bei­de aus ver­schie­de­nen grün­den zu­sam­men­bra­chen. und un­ter­wegs, wenn die prot­ago­nis­ten lei­den, kann das pu­bli­kum ru­hig ein biss­chen mit­lei­den. aber bis auf ca­rols mu­si­ka­li­schen er­güs­se war es gar nicht so schlimm und vor al­lem nicht lang­wei­lig, weil man die gan­ze zeit zum mit­den­ken auf­ge­for­dert wird: wie lan­ge hal­ten men­schen al­lein­sein aus, wie lan­ge hal­ten gute vor­sät­ze, was bringt ein star­ker wil­le, wenn der kör­per ir­gend­wann nicht mehr mit­spielt?

je­den­falls wie­der ei­ni­ges ge­lernt über ca­rol und ma­nou­s­ous, schö­ne bil­der aus dem nor­den süd­ame­ri­kas ge­se­hen und er­kannt, dass man für furcht­ein­flös­sen­de le­be­we­sen gar kei­ne ex­tra­ter­res­tri­schen phan­ta­sie­we­sen braucht, ein gang in den mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen dschun­gel, zu den as­tro­ca­ry­um stand­ley­anum reicht schon.

es wird auch zu­neh­mend klar, dass plu­ri­bus als se­rie auf meh­re­re staf­feln aus­ge­legt ist und wir in die­ser ers­ten staf­fel nicht mehr vie­le ant­wor­ten dar­auf be­kom­men wer­den, ob die welt noch zu ret­ten ist oder nicht.

in der you­tube-welt be­mü­hen sich ei­ni­ge, die rät­sel schon vor­ab zu lö­sen und sich ein zwei fol­gen vor­zu­ar­bei­ten. ich schau mir das auch ger­ne an: eine der eher lang­wei­li­gen, aber über­zeu­gen­de­ren theo­rien dreht sich dar­um, dass sich das kol­lek­tiv über funk­wel­len syn­chro­ni­si­ert und dass die me­lo­die die im vor­spann läuft ge­nau die­se me­lo­die sei. oder dass das kol­lek­tiv doch lü­gen kann.

ich glau­be vin­ce gil­ligan, das au­toren team, ist den rät­sel-kna­ckern im­mer ei­nen oder zwei schrit­te vor­aus und lässt sich beim lüf­ten der schlei­er ge­nüss­lich viel zeit für das ei­gent­lich re­le­van­te: der con­di­tio hu­ma­na (wenn vin­ce gil­ligan rum­la­tei­ni­si­ert, kann ich das auch).

aber viel wich­ti­ger: bei vin­ce gil­ligan geht’s nie um die tech­ni­schen de­tails, son­dern um mo­ra­li­schen ab­grün­de. das wie, die tech­nik, die me­cha­nik da­hin­ter, spielt nur dann eine rol­le, wenn sie be­ein­dru­cken­de bil­der ab­wirft, die hel­fen kön­nen in­ne­re und mo­ra­li­sche di­lem­ma­ta zu il­lus­trie­ren.

und viel­leicht geht’s gil­ligan so­wie­so nur um die bil­der.

screenshot aus pluribus s01e07 der carol in einem golfcart zeigt, wie sie an einem büffel vorbeifährt
(5/5)

plur1bus s01e06

felix schwenzel in gesehen

pete pe­pers meint die­se fol­ge habe ihm bi­her am bes­ten ge­fal­len. ich glau­be mir auch. ins­be­son­de­re wie der cliff­han­ger aus der letz­ten fol­ge auf­ge­löst wur­de war meis­ter­haft. die auf­lö­sung zeigt, wel­che kraft ehr­lich­keit ha­ben kann. wenn gräu­el­ta­ten ei­nen gu­ten grund ha­ben, ver­lie­ren sie nicht ohne wei­te­res ih­ren schre­cken, aber man kann ge­ge­be­nen­falls ver­ständ­nis für sie auf­brin­gen.

wie das al­les wie­der er­zählt wur­de, die bil­der von ei­nem leer­ge­feg­ten las ve­gas, die iso­la­ti­on von ca­rol, die gut­her­zig­keit des leicht af­fi­gen dia­ba­té, das war wie­der ein gros­ses ver­gnü­gen und die fol­ge wirk­te, trotz ih­rer 49 mi­nu­ten län­ge, ge­ra­de mal wie 20 mi­nu­ten. die de­tail­ver­ses­sen­heit, der lie­be­vol­le und sorg­fäl­ti­ge fi­gu­ren-auf­bau, die be- und gleich­zei­tig un­be­re­chen­bar­keit der hand­lung, ma­chen die­se se­rie wie­der zu sehr gros­sem kino.

ich fra­ge mich die gan­ze zeit, was denn pas­sie­ren wür­de, wenn die mit­glie­der des kol­lek­tivs wie­der, wie sich ca­rol das wünscht, in in­di­vi­du­en ge­trennt wer­den. er­in­nern sie sich an das kol­lek­ti­ve ge­däch­nis, seh­nen sie sich zu­rück in die ge­bor­gen­hiet und klar­heit des kol­lek­tivs? ist die in­di­vi­dua­li­sie­rung, das be­wusst­sein al­ler der­zei­ti­gen men­schen, ihre se­pa­ra­ti­on von der welt, et­was das ein mensch, der ab­so­lu­te ein­heit mit der welt ge­spürt hat, je­mals wie­der zu­rück ha­ben möch­te? die ver­bin­dung, das joi­ning in plu­ri­bus, ist ja ef­fek­tiv die um­kehr des bi­bli­schen „sün­den­falls“. aus der (selbst-) er­kennt­nis fol­gen scham, ein­sam­keit und das be­wusst­sein nicht (mehr) eins zu sein.

klar, teil ei­nes ab­so­lu­ten kol­lek­tivs zu sein, das sich zu gros­sen tei­len von HDP1 er­nährt, ist zwar theo­re­tisch das pa­ra­dies auf er­den, aber prak­tisch ziem­lich mau. weil die se­rie es bis­her ge­schafft hat alle auf­kom­men­den fra­gen be­frie­di­ge­nend zu be­ant­wor­ten, bin ich zu­ver­sicht­lich, dass das auch mit mei­ner fra­ge ge­sche­hen wird, was pas­siert, wenn die ver­bin­dung des kol­lek­tivs wie­der ge­löst wer­den soll­te. und wenn es erst in 3-4 staf­feln ist.


  1. spoi­ler nach dem klick 


nach­trag 06.12.2025:
5 mi­nu­ten aus der fol­ge auf you­tube, john cena er­klärt HDP.

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(5/5)

de­nis piz­za place

felix schwenzel in rezensionen

foto von pizzaresten meiner piiza von denis

hier gibt’s nea­po­li­ta­ni­sche piz­za, die mit dem di­cken, auf­ge­plus­ter­ten rand und dün­nen bo­den. @de­ni­s­piz­za­place sagt, dass sie für die her­stel­lung ei­nen seit sie­ben jah­ren ge­pfleg­ten sau­er­teig nut­zen. der teig ist eher auf der fes­ten/ker­ni­gen, als der fluf­fi­gen sei­te aber mir schmeckts und die piz­za wird schnell nach der be­stel­lung ser­viert.

das re­stau­rant ist ziem­lich gross, bis­her hat­ten wir nie pro­ble­me ei­nen platz zu fin­den. hun­de sind will­kom­men (steht auch im fens­ter auf ei­nem schild). wenn wir piz­za mal nicht selbst ba­cken wol­len, ge­hen wir wie­der zu de­nis piz­za.


de­nis piz­za place
cor­ne­li­us-fre­de­ricks-stras­se 76
13351 ber­lin

home­page, in­sta­gram, goog­le

(4/5)

plur1bus s01e05

felix schwenzel in gesehen

[ent­hält po­ten­zi­el­le spoi­ler, also lie­ber nicht le­sen, erst recht nicht, wenn man die fol­ge fünf von plur1bus noch nicht ge­se­hen hat.]

auch fol­ge fünf von plur1bus war ein gros­ses ver­gnü­gen. viel­leicht wa­ren die­ses mal ein­zel­ne ein­stel­lun­gen und bil­der noch be­ein­dru­cken­der als sonst und ich muss­te auch ein paar mal mehr la­chen als in der letz­ten fol­ge. die um eine la­ter­ne ge­wi­ckel­te droh­ne dürf­te eine ähn­lich star­ke vi­ra­le wir­kung ent­fal­ten, wie die piz­za auf wal­ter whites ga­ra­gen­dach.

screenshot aus pluribus’ fünfter folge, der eine drohne zeigt, die sich um eine strassenlaterne gewickelt hat

in­halt­lich be­wegt sich die ge­schich­te lang­sam vor­an, weil ca­rol zeit hat ein biss­chen de­tek­tiv­ar­beit zu ma­chen. un­ter­wegs ist die gan­ze fol­ge, wie auch die vor­he­ri­gen fol­gen, ge­spickt mit zi­ta­ten und an­spie­lun­gen aus der film- und fern­seh­ge­schich­te, wo­bei ich die meis­ten die­ser an­spie­lun­gem nicht er­ken­ne und mir von di­ver­sen you­tubern er­klä­ren las­sen muss.

in der letz­ten sze­ne war mir aber schon 5 mi­nu­ten vor schluss klar, wor­auf es hin­aus­läuft: ein deut­li­che an­spie­lung auf soy­lent green.

zum the­ma wie lan­ge die mensch­heit sich von men­schen er­näh­ren könn­te hat sich xkcd vor ei­ner wei­le ge­dan­ken ge­macht. und auch, wenn es 500.000.000.000 ka­lo­rien men­schen-mas­se auf der erde gibt, ist das mit dem ka­ni­ba­lis­mus kei­ne gute idee, meint xkcd.

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auf die haupt­nah­rungs­quel­le des kol­lek­tivs hät­te man an­ge­sichts der be­ses­sen­heit des kol­lek­tivs auf ef­fi­zi­enz auch schon frü­her kom­men kön­nen und vin­ce gil­ligan hat­te mehr oder we­ni­ger auch schon an­ge­kün­digt, dass er sich hem­mungs­los in der sci­ence-fic­tion-ge­schich­te be­die­nen wird (und ihre kli­schees auf den kopf stel­len wür­de):

If you’re a fan of sci-fi or hor­ror, you’ll li­kely re­co­gni­ze the sto­ries that in­fluen­ced Plu­ri­bus. Its in­spi­ra­ti­ons aren’t exact­ly subt­le — and that’s the point. Gil­ligan says his goal with the new show was to riff on the gen­re its­elf.

“I was thin­king of every sci­ence fic­tion tro­pe and hor­ror-mo­vie tro­pe I could throw into this show, and then turn all of tho­se tro­pes onto their head,” Gil­ligan says. “ That was what tick­led me.”

In other words: Plu­ri­bus is a sci-fi show for sci-fi fans.

(zi­tat­quel­le)

plu­ri­bus ist voll­ge­stopft mit die­sen an­deu­tun­gen und spielt meis­ter­lich da­mit — weil man ei­ner­seits nichts da­von ver­ste­hen muss um die se­rie zu ge­nies­sen und wenn doch, füllt ei­nen die se­rie mit stolz auf die ei­ge­ne „be­le­sen­heit“ mit sci-fi-ma­te­ri­al.

um zu se­hen wel­che tei­le der film- und fern­seh­ge­schich­te plur1bus ver­wurs­ten wird, muss man jetzt al­ler­dings neun tage war­tem.

(5/5)

plur1bus s01e04

felix schwenzel in gesehen

letz­te wo­che habe ich be­haup­tet, dass eine der gros­sen stär­ken von plu­ri­bus sei:

man mag für nie­man­den wirk­lich par­tei er­grei­fen.

das zeig­te sich in der heu­ti­gen fol­ge wie­der, als ca­rol und zo­sia sich über frei­en wil­len, frei­heit und as­si­mi­la­ti­on un­ter­hiel­ten. ca­rol brach­te die üb­li­chen ar­gu­men­te für in­di­vi­dua­li­tät und frei­heit vor und ver­bat sich, dass an­de­re sie zu et­was ma­chen wol­len, was sie nicht ist oder will. zo­sia ant­wort: du willst uns doch auch än­dern und:

We know what it feels like to be you. To be alo­ne. To suf­fer. We'­ve been you, but you'­ve never been us.

an­ge­sichts die­ser ar­gu­men­te und der freund­lich­keit, gut­mü­tig­keizt und ehr­lich­keit der an­de­ren kann man nicht wirk­lich par­tei er­grei­fen — bei­de sei­ten ha­ben ire­nd­wie recht und lie­fern nach­voll­zieh­ba­re ar­gu­men­te.

auch ihr dia­log mit dem rad­fah­rer-kla­mot­ten-lar­ry war bril­li­ant, ko­misch und hat das po­ten­zi­al ir­gend­wann in psych­lo­gi­scher fach­li­te­ra­tur auf­zu­tau­chen. hier ein vor­ge­schmack, gar­niert mit der hoff­nung, dass so­was nicht nur mich eu­pho­ri­si­ert.

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auch wenn das was ich hier sage und zi­tie­re kei­ne wirk­li­chen spoi­ler sind, sinn er­gibt das al­les na­tür­lich nur, wenn man die se­rie selbst an­guckt.

des­halb fas­se ch mich heu­te kurz und be­las­se es da­bei fest­zu­stel­len, dass mei­ne be­geis­te­rung über … 

  • die bril­li­an­ten dia­lo­ge (in ei­ner sci­ence fic­tion se­rie!),
  • die klei­nen, ur­ko­mi­schen ab­sur­di­tä­ten,
  • die sub­ti­len und we­ni­ger sub­ti­len an­deu­tun­gen, die ei­nem zur in­ter­pre­ta­ti­on vor­ge­wor­fen wer­den,

… seit der letz­ten fol­ge noch­mal po­ten­ziert ha­ben.

da passt es gut, dass es schon am mitt­woch wei­ter mit der fol­ge 5 geht.

wer noch eu­pho­ri­sche­re lo­bes­hym­nen auf die se­rie hö­ren will, mar­co risch von nerd­kul­tur kann das lie­fern.

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(5/5)

plur1bus s01e03

felix schwenzel in gesehen

ich mag es wenn in fil­men men­schen por­trai­tiert wer­den die nett, freund­lich, dau­er­op­ti­mis­tisch und ehr­lich sind. ty­pi­scher­wei­se wir­ken die­se men­schen leicht naiv, weil wer ist in die­ser welt vol­ler ge­fah­ren und bö­sen ab­sich­ten im­mer freund­lich? pipi lang­strumpf ist der fik­tio­na­le cha­rak­ter der dem ei­ner­seits nah kommt und die mir so­fort in den sinn kommt, weil ich sie schon so lan­ge ken­ne. aber auch si­mo­ne aus aus mrs. da­vis, ted las­so, kim­my schmidt. oder das pa­ra­de­bei­spiel für un­er­schüt­ter­li­chen op­ti­mis­mus und freund­lich­ke­keit: hans im glück.

in plur1bus ist plötz­lich die gan­ze welt von die­sen men­schen ge­füllt, bis auf ein dut­zend aus­nah­men. eine der aus­nah­men, ca­rol, ist kon­se­quent un­freund­lich, pat­zig und auf eine art rück­sichts­los. ich fand das schwer er­träg­lich an­zu­se­hen, wie sie mit men­schen um­geht, die ihr of­fen, freund­lich und ehr­lich ge­gen­über­tre­ten und ihr nichts bö­ses wol­len. und an­de­rer­seits kann man ihre wut, ih­ren hass, ihre selbst­be­zo­gen­heit auch je­der­zeit gut nach­voll­zie­hen.

für mich kris­tali­si­ert sich be­reits nach drei fol­gen raus, dass ge­nau dies die stär­ke der se­rie ist. man mag für nie­man­den wirk­lich par­tei er­grei­fen. bei­de par­tei­en sind für ein paar mil­lio­nen tote ver­ant­wort­lich und doch kann man ver­ständ­nis für ihr mo­ti­ve oder de­fi­zi­te auf­brin­gen.

die an­de­re stär­ke der se­rie ist das neu de­fi­nie­ren von post apo­ka­lyp­ti­schen bild-wel­ten. der sau­ber leer­ge­räum­te su­per­markt (zen­ra­le ver­wal­tung und ver­tei­lung von re­sour­cen ist „ef­fi­zi­en­ter“) ist ein bild für die ge­schicht­bü­cher des sci­ence-fic­tion gen­res.

ich bin aus­ser­dem über­rascht, wie in­spi­rie­rend die se­rie ist. die ver­dreh­te welt die hier ge­zeigt wird, regt mich aus­ser­or­dent­lich zum nach- und wei­ter­den­ken an. was ist glück, was kommt hin­ten raus wennn man ef­fi­zi­enz und den ka­te­go­ri­schen im­pe­ra­tiv nie­man­dem zu scha­den als obers­te ma­xi­me sei­nes han­deln kon­seu­qent um zu set­zen verucht?

ich freu mich schon auf die nächs­ten fol­gen und bin gleich­zeitg jetzt schon tief-trau­rig, dass die ers­te staf­fel am ende des jah­res schon vor­bei ist.

(5/5)

plur1bus s01e01 und e02

felix schwenzel in gesehen

welt­frie­den, gleich­heit für alle, glo­ba­le ko­ope­ra­ti­on, alle ar­bei­ten hand in hand, kein pu­su­it of hap­pi­ness mehr, son­dern ein dau­er­haf­ter zu­stand von glück für alle. per­fek­te li­ber­té, éga­li­té, fra­ter­ni­té.

was kann da schon schief­ge­hen?

mit die­ser fra­ge be­schäf­tigt sich Plur1bus auf ap­ple tv ge­ra­de. ap­ple hat ges­tern zwei fol­gen von vin­ce gil­ligans neu­er se­rie ver­öf­fent­licht und ich hab mir die ohne ei­nen fun­ken lan­ge­wei­le am stück rein­ge­zo­gen — und kann nicht kla­gen. im ge­gen­teil, das war wit­zig, ab­surd und wun­der­schön ge­filmt. für die in­sze­nie­rung, auch der kleins­ten gags, wur­de kein auf­wand ge­scheut und die wit­ze wa­ren wohl­plat­ziert und zahl­reich - ohne dass die dra­ma­tik litt.

nach die­sen zwei fol­gen kann man Plur1bus wohl am bes­ten als ge­sell­schafts­dra­ma mit wei­chen sci­ence-fic­tion und har­ten phi­lo­so­phi­schen ele­men­ten be­zeich­nen. beim zu­schau­en wer­den as­so­zia­tio­nen an so ziem­lich je­des film- und se­ri­en­gen­re ge­weckt, aber im­mer auf den kopf ge­stellt oder nach links oder rechts ge­dreht. zom­bies die klug und freund­lich sind und kei­ner flie­ge et­was zu­lei­de tun, or­dent­lich-sau­be­re, wohn­lich-at­trak­ti­ve post-apo­ka­lyp­se, Body Snat­cher die den kol­la­te­ral­scha­den auf­rich­tig be­dau­ern. ein wil­der ritt, der aber im­mer nach­voll­zieh­bar und ge­er­det bleibt. und zi­ta­te die qua­si über nacht zu klas­si­kern wer­den könn­ten:

Pou­let Yas­sa!
Ho­we­ver, and I’m not com­plai­ning mind you …
I did or­der lobs­ter.

We sear­ched a wide ra­di­us, but the only lobs­ter curr­ent­ly available is live.

Davis Taffler

This par­ti­cu­lar in­di­vi­du­al, this is Da­vis Taff­ler, Un­der Se­cre­ta­ry of Agri­cul­tu­re for Farm Pro­duc­tion and Con­ser­va­ti­on. But you are curr­ent­ly tal­king to every per­son on earth, in­clu­ding Da­vis Taff­ler. […] Da­vis Taff­ler hap­pend to be ne­ar­by and int­act. And he was wea­ring a suit.

die se­rie kam so­fort zur sa­che. bei Bet­ter Call Saul hat die ex­po­si­ti­on und der auf­bau der ge­schich­te noch ewig, min­des­tens drei, vier oder fünf fol­gen ge­dau­ert. um so ge­spann­ter bin ich, was Plur1bus jetzt aus der lie­be­voll de- und re­kon­stru­ier­ten welt macht, ob die se­rie auf meh­re­re staf­feln an­ge­legt ist, sich schon nach der ers­ten staf­fel zur ruhe legt, das ende ab­schliesst oder of­fen lässt. an­de­rer­seits möch­te ich gar nicht wis­sen, ob es noch wei­te­re staf­feln gibt. als ich mir vor 16 jah­ren die ers­te staf­fel Brea­king Bad in der DVD­thek lieh, hat­te mei­ne ah­nungs­lo­sig­keit zur lauf­zeit der se­rie ei­nen gros­sen ein­fluss dar­auf, dass ich die se­rie vor span­nung kaum aus­hielt und im­mer wie­der pau­sie­ren muss­te. in Brea­king Bad, er­kann­te ich schnell, konn­te al­les pas­sie­ren.

dass in Plur1bus al­les pas­sie­ren kann, ist jetzt auch mei­ne er­war­tungs­hal­tung für den rest der se­rie. und des­halb bin ich ge­spannt wie ein flit­ze­bo­gen.


(gif via de­ci­der.com, Plur1bus läuft auf ap­ple tv, je­den frei­tag eine neue fol­ge.)

(5/5)

mir ist schon klar, dass ich die bei­zeich­nung „dra­ma­ti­scher him­mel“ hier in­fla­tio­när nut­ze. aber die­ser him­mel ist gar nicht dra­ma­tisch, son­dern zu gut um wahr zu sein. ich sehe den him­mel und den­ke: „le­cker!“ oder „boar!“. je­den­falls find ich den him­mel gut.

und wie im­mer lässt ei­nen der him­mel se­hen was man will. hier lässt er mich, fast schon ein biss­chen platt, an v wie vend­at­ta oder guy faw­kes den­ken. ich fra­ge mich im­mer ob der film wirk­lich so gut war wie ich mei­ne mich zu er­in­nern. wahr­schein­lich eher nicht, aber an die­sen him­mel muss ich mich gar nicht er­in­nern, er steht ja di­rekt vor mir. und er hat sich glat­te der 4 von 5 stern­chen ver­dient. sich selbst gönnt er in ein paar stun­den aber si­cher sehr viel mehr stern­chen. so um die zwei bis drei tau­send wer­den da wohl spä­ter sicht­bar sein.

(4/5)

spring­weg brennt

felix schwenzel in rezensionen

die pa­pier-ver­si­on von mar­kus pfei­fers buch hab ich mir schon vor ner wei­le ge­kauft. ge­druck­te bü­cher lan­den auf mei­nem nacht­tisch, da­mit sie mich von dort aus an­star­ren und mir ins ge­wis­sen re­den kön­nen. da­mit ha­ben sie ei­nen vor­teil ge­gen­über den bü­chern die in mei­ner kind­le-bi­blio­thek lan­den. die müs­sen dar­auf hof­fen, dass sie spu­ren in mei­nem un­ter­be­wusst­sein hin­ter­las­sen ha­ben und dass sich mein un­ter­be­wusst­sein ge­le­gent­lich bei mir für sie ein­setzt.

mich vom nacht­tisch aus zu über­zeu­gen ist trotz­dem nicht leicht, ich fin­de meis­tens gute aus­re­den um dann doch lie­ber in den be­leuch­te­ten RSS-rea­der zu schau­en, statt auf un­be­leuch­te­tes pa­pier.

am sams­tag nach der #rp25 lag ich mit fie­ber im bett und gab dem quen­geln nach. ich schal­te­te die schein­wer­fer­hel­le le­se­lam­pe ein, fand eine be­que­me le­se­po­si­ti­on und fing an zu le­sen.

no­vel­le ist so ein gros­ses wort, des­halb war ich froh als ich beim le­sen merk­te: „ach, das ist ein­fach ein sehr lan­ger und schön ge­setz­ter blog­ar­ti­kel von mar­kus!“ al­les wie im blog: un­auf­ge­reg­te, schnör­kel­lo­se spra­che, kein pa­thos, leich­te selbst­iro­nie und selbst­di­stanz. das buch las sich qua­si selbst, bot kei­nen wi­der­stand.

ob­wohl das buch aus mar­kus er­in­ne­run­gen an sei­ne jah­re in ut­recht be­steht, weck­te es ganz ne­ben­bei er­in­ne­run­gen in mir. er­in­ne­run­gen dar­an, wie es ist jung zu sein und ei­nen an je­der ecke of­fe­ne wege und po­ten­zia­le zum aus­pro­bie­ren ein­la­den. dass man ei­gent­lich gar nicht su­chen muss um fün­dig zu wer­den, weil ein­fach am rich­ti­gen ort sein oft schon reicht. und vor al­lem er­in­ne­run­gen dar­an, wie das le­ben ohne han­dies und in­ter­net so war und wel­che ei­gen­ar­ti­gen ge­räu­sche alt­bau­ten manch­mal von sich ge­ben.

und, so wie alle gu­ten bü­cher, blogs, ar­ti­kel, fil­me oder vi­de­os, be­ant­wor­tet spring­weg brennt drän­gen­de fra­gen, die man sich vor­her gar nicht un­be­dingt ge­stellt hat: wie funk­tio­nie­ren haus­be­set­zun­gen? (nach streng ein­zu­hal­ten­den re­geln) wie bür­ger­lich wa­ren haus­be­set­zer? (sehr)

mir hat das al­les sehr ge­fal­len, ich kam mir beim le­sen vor wie ein war­mes mes­ser, das durch ein fes­tes stück but­ter glitt. ge­le­gent­lich blieb ich kurz hän­gen, im­mer dann, wenn ich las, dass wie­der ir­gend­ein por­sche in flam­men auf­ging oder sich wie­der eine an­walts­kanz­lei pflas­ter­stei­ne ein­fing. da habe ich mir im­mer et­was ein­ord­nung, be­wer­tung oder framing des ich-er­zäh­lers ge­wünscht. zu­mal die her­stel­lung ei­nes zu­sam­men­hangs zwi­schen bren­nen­den por­sches und brand­nes­tern im spring­weg 23 ja auch li­te­ra­ri­sches po­ten­ti­al ge­bo­ten hät­te. so hät­te mar­kus ne­ben den geis­ter- und spuk­ge­schich­ten ei­nen wei­te­ren mys­tery-strang mit kar­ma-spe­ku­la­ti­on auf­ma­chen kön­nen.

wha­te­ver, ich hab spring­weg brennt ger­ne ge­le­sen, fand es in­spi­rie­rend und freu mich auf mar­kus nächs­tes buch.

(4/5)

clark­sons farm s04

felix schwenzel in gesehen

nor­ma­ler­wei­se geh ich am tag vor der re­pu­bli­ca auf die „pre-pu­bli­ca“ um mir dort mein ti­cket in ein arm­bänd­chen um­zu­wan­deln zu las­sen und die war­te­schlan­gen an der ak­kre­di­tie­rung am ers­ten re­pu­bli­ca tag zu ver­mei­den. heu­te hab ich mich ent­schie­den lie­ber die neue staf­fel (4) von clark­sons farm wei­ter zu schau­en.

seit vor­ges­tern liegt die neue staf­fel (bzw. vier fol­gen) auf ama­zon prime, ges­tern hab ichs ge­merkt und dann auch gleich 3 fol­gen ge­schaut. zwi­schen­fa­zit: alle 10 bis 20 mi­nu­ten habe ich laut ge­lacht. das ist un­ge­wöhn­lich viel für je­man­den der grund­sätz­lich al­lei­ne fern­se­hen guckt und für mich erst recht.

in der ers­ten fol­ge hat­te ich in den ers­ten 10, 20 mi­nu­ten al­ler­dings leich­te top-gear-vi­bes. bei top gear war ich oft ge­nervt, dass es nicht nur ge­scrip­tet, also von vor­ne bis hin­ten kal­ku­liert und durch­ge­plant war, son­dern dass man daa auch oft sehr stark be­merk­te. die ers­ten 15 mi­nu­ten clark­sons farm fühl­ten sich dann auch so an, als ob man eine ein­lei­tung für den rest der fol­ge brauch­te und den dann nach dreh­buch und mit mit­tel­mäs­si­gen schau­spiel­küns­ten übers knie zu bre­chen ver­such­te.

die ers­ten staf­feln der se­rie fühl­ten sich über­haupt nicht so an. die be­scheur­ten ideen von clark­son fühl­ten sich 100% an wie be­scheu­er­te ideen von clark­son und die schwie­rig­kei­ten in die clark­son eine nach der an­de­ren schli­der­te fühl­ten sich au­then­tisch und real an.

für mich wa­ren die ers­ten staf­feln auch au­gen­öff­ner, so wie das manch­mal auch blogs schaf­fen: ich be­kam ein­bli­cke in eine ar­beits­welt, eine rea­li­tät, die ich sonst nur aus dem auto oder ge­le­gent­lich beim spa­zie­ren ge­hen von feld­we­gen aus der di­stanz be­ob­ach­ten konn­te. die mühe, die psy­chi­schen und fi­nan­zi­el­len be­las­tun­gen von bau­ern, die müh­len ge­gen die sie zu kämp­fen ha­ben — all das war mir eine frem­de welt, in die je­re­my clark­son und sein team mir ein­blick ver­schaff­ten.

na­tür­lich sind sen­dun­gen an de­nen je­re­my clark­son be­tei­ligt ist im­mer stramm auf un­ter­hal­tung und kon­stru­ier­te span­nungs­mo­men­te ge­bürs­tet, auch clark­sons farm, aber dies­mal war — ist — das er­geb­nis ge­ra­de­zu dif­fe­ren­ziert und eben auch au­then­tisch. es gab in den ver­gan­ge­nen staf­feln im­mer wie­der mo­men­te in de­nen man je­re­my clark­son da­bei zu­schau­en konn­te wie ihn er­kennt­nis­se er­eil­ten und ihn er­leb­tes emo­tio­nal be­rühr­te. dass das al­les dann auch noch un­ter­halt­sam ist war dann das ne­ben­pro­dukt, auch weil sich clark­son nicht zu scha­de ist sich über sich selbst lus­tig zu ma­chen und sei­ne mit­strei­ter und zu­schau­er auch ge­ra­de­zu dazu auf­for­dert sich über ihn, sein un­wis­sen, sei­ne gross­mäu­lig­keit und sei­ne un­ge­schik­lich­keit lus­tig zu ma­chen.

nach der et­was trü­ben ers­ten vier­tel stun­de, klappt das auch in staf­fel vier wie­der. schon die ers­te fol­ge ist ge­spikt mit un­fass­bar wit­zi­gen und erns­ten mo­men­ten, schlag­fer­tig­keit und nach­denk­lich­keit — al­les ohne pa­thos.

ganz viel an­teil am tur­n­around nach 15 mi­nu­ten hat­te na­tür­lich har­riet co­wan die für eine wei­le für kaleb coo­per ein­springt, weil der auf grand tour durch eng­land ist. für wei­te­re span­nung und un­ter­hal­tung dürf­te das gros­se the­ma „knei­pe“ sor­gen, das sich je­re­my clar­son in die­ser staf­fel in den kopf ge­setzt hat. kei­ne ah­nung ob sein her­zinarkt in die­ser staf­fel eine rol­le spie­len wird, ich geh mal da­von aus und bin ge­spannt wie das ge­spon­nen wird.

(5/5)

will trent s03

felix schwenzel in gesehen

will trent ist eine stan­dard hol­ly­wood se­ri­en pro­duk­ti­on. vor 11 jah­ren hab ich sol­che pro­duk­tio­nen mal „mit­tel­gu­te ame­ri­ka­ni­sche fern­seh­se­ri­en“ ge­nannt.

mit­tel­gu­te ame­ri­ka­ni­sche fern­seh­se­ri­en kön­nen durch die prot­ago­nis­ten, die ge­schich­ten oder die qua­li­tät des ro­ten fa­dens durch­aus sehr gut sein.

ich fin­de will trent tat­säch­lich ziem­lich gut. der rote fa­den, der mit­tel­gu­te ame­ri­ka­ni­sche fern­seh­se­ri­en von an­fang bis ende durch­läuft, ist bei will trent die be­trach­tung der trau­ma­ta der haupt­fi­gu­ren. will trent und an­ge­la po­la­ski ha­ben ihre kind­heit bei pfe­ge­el­tern ver­bracht, die nicht be­son­ders pfleg­lich mit ih­nen um­gin­gen. in der se­rie heißt es im­mer wie­der: sie durch­lie­fen das fos­ter care sys­tem, was im ame­ri­ka­ni­schen meist nichts gu­tes be­deu­tet. dazu kommt, dass will trent, die names­ge­ben­de fi­gur, leg­asthe­ni­ker ist, aber auch ein bril­li­an­ter er­mitt­ler.

das hört sich al­les furcht­bar lang­wei­lig an, aber ei­ner­seits sind die ge­schich­ten oder fäl­le die­ser kri­mi­nal­se­rie gut ge­strickt, aber vor al­lem gibt sich die se­rie mühe dif­fe­ren­ziert und viel­schich­tig zu er­zäh­len. die bö­se­wich­ter sind sel­ten in schwarz/weiss ge­zeich­net und alle prot­ago­nis­ten kämp­fen auf ir­gend­ei­ne art mit ih­ren dä­mo­nen.

ich bin we­der ame­ri­ka­ner, mei­ne leg­has­tenie ist nur mil­de aus­ge­prägt, ich bin kein la­ti­no, nicht schwarz, kei­ne frau und kein po­li­zist — und doch kann ich mich mit fast al­len fi­gu­ren iden­ti­fi­zie­ren. viel­leicht ein biss­chen pa­the­tisch, aber es trifft den kern der se­rie ganz gut: will trent, die se­rie, die au­toren, ge­ben sich mühe hu­ma­nis­tisch an die ge­schich­ten und fi­gu­ren zu ge­hen.

wäh­rend in fast al­len ame­ri­ka­ni­schen pro­duk­tio­nen die nut­zung von hand­feu­er­waf­fen ba­na­li­siert wird und schuss­waf­fen oft als werk­zeu­ge zum pro­blem­lö­sen dar­ge­stellt wer­den, er­zählt will trent in der drit­ten staf­fel die ge­schich­te, die trau­ma­ta ei­nes ein­zi­gen schus­ses über meh­re­re fol­gen bis ins kleins­te de­tail. der kon­sum von will trent hat bei mir dazu ge­führt, dass ich die geist­lo­se bal­le­rei in vie­len ame­ri­ka­ni­schen se­ri­en und fil­men noch schwe­rer er­tra­ge.

ich freu mich je­den­falls über jede neue fol­ge will trent und es ist wirk­lich eine sehr gute mit­tel­gu­te ame­ri­ka­ni­sche fern­seh­se­rie.


statt tl;dr → llm;dr (ein lar­ge lan­guage mo­del hats ge­le­sen und zu­sam­men­ge­fasst):

will trent ist eine ty­pi­sche, mit­tel­gu­te ame­ri­ka­ni­sche fern­seh­se­rie – al­ler­dings eine der bes­se­ren. die se­rie er­zählt kri­mi­nal­ge­schich­ten mit viel fein­ge­fühl für ihre fi­gu­ren, ihre ver­gan­gen­heit und ihre in­ne­ren kon­flik­te. be­son­ders be­ein­druckt hat mich, wie dif­fe­ren­ziert die se­rie mit the­men wie trau­ma, her­kunft und ge­walt um­geht – fern­ab von der üb­li­chen fern­seh­ba­na­li­sie­rung. trotz al­ler stan­dard-zu­ta­ten fühlt sich will trent er­staun­lich hu­ma­nis­tisch und em­pa­thisch an – und ge­nau das macht sie se­hens­wert.

(5/5)

the good fight s02

felix schwenzel in gesehen

die öff­nungs-se­quenz von the good fight haut mich um. mi­ni­ma­lis­tisch und bom­bas­tisch zu­gleich.

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seit zwei wo­chen läuft die zwei­te staf­fel und als ich letz­te wo­che die ers­te fol­ge sah, war ich schwer be­ein­drucckt. vom en­sem­ble, von der pro­duk­ti­ons­qua­li­tät, vom dreh­buch, von der er­zähl­wei­se. be­ein­druckt war ich schon in der ers­te staf­fel. die bei­den show­run­ner, ro­bert und mi­chel­le king ha­ben es ge­schafft aus ei­ner oh­ne­hin gu­ten se­rie (the good wife, lief von 2009 bis 2016) ei­nen spin­off zu drech­seln, der bes­ser als das ori­gi­nal ist. al­les was in the good wife ge­nervt hat (vor al­lem zum ende hin zu viel ali­cia-selbst­fin­dungs­ge­döns), ist hier weg, al­les was gut war (aus­ser eli gold), wird bei the good fight kon­zen­triert ser­viert: so­li­de rote fä­den (statt wö­chent­li­cher klein­vieh-fäl­le), ak­tu­el­le. po­li­ti­sche be­zü­ge (sub­ti­le kom­men­ta­re im se­ri­en-for­mat), di­ver­si­tät, sub­ti­ler hu­mor — und kei­ne zeit­lu­pen (aus­ser in der er­öff­nungs-se­quenz).

par­al­lel zu the good fight schaue ich ge­le­gent­lich eine fol­ge jes­si­ca jo­nes auf net­flix. ob­wohl mir die ers­te staf­fel jes­si­ca jo­nes gut ge­fiel, kommt mir die zwei­te ziem­lich tra­shig vor. ich weiss nicht ob das am kon­trast zum strin­gent und trei­bend er­zähl­ten good fight liegt oder ob net­flix bei erst-staf­fel-er­fol­gen die zwei­te staf­fel ein­fach grund­sätz­lich ver­kackt, durch lieb­lo­sig­keit, bud­get­kür­zun­gen oder ver­mes­sen­heit.

ich wünsch­te mir je­den­falls, dass the good fight nicht wö­chent­lich er­schien, son­dern net­flix­mäs­sig ein­fach weg­ge­bin­ged wer­den könn­te.


kurz­kri­tik ta­boo s01

felix schwenzel in gesehen

go­li­ath, das wie ta­boo auf ama­zon prime lief, hat mir gut ge­fal­len. ge­schich­ten in de­nen ein mensch oder meh­re­re ge­gen ver­meint­lich un­über­wid­ba­re wi­der­stän­de und rie­sen kämp­fen sind fast im­mer se­hens­wert, wenn sie es nicht ver­pas­sen, ihre cha­rak­te­re nicht all zu schwarz und weiss zu zeich­nen. ta­boo ist go­li­ath mal drei. ja­mes ke­ziah de­laney (toll ge­spielt von dem mann mit mei­ner lieb­lings­stim­me, tom har­dy) kämpft nicht nur ge­gen ei­nen go­li­ath, son­dern gleich ge­gen 3 und sich selbst ei­gent­lich auch.

die se­rie spielt im frü­hen neun­zehn­ten jahr­hun­dert, ist dun­kel und bru­tal, ach­tet aber pein­lich dar­auf kei­ne weib­li­chen brust­war­zen ab­zu­bil­den. al­les an­de­re zeigt die se­rie aber aus­führ­lich, bru­ta­li­tät, mord, sex, aus­wei­dun­gen und dra­pie­rung von lei­chen in schwei­gen-der-läm­mer-ma­nier. trotz­dem hat mich die se­rie von der ers­ten fol­ge an tief rein­ge­zo­gen. zum gros­sen teil dürf­te das an tom har­dy ge­le­gen ha­ben, der sei­ne rol­le fast ei­nen ti­cken zu cool aus­füllt, aber doch ein pas­send. auch am rest des en­sem­bles ist nichts aus­zu­set­zen, im ge­gen­teil, das cas­ting hat über­ra­gend gut ge­ar­bei­tet und un­ter an­de­rem ein mäd­chen ge­fun­den, dass fran­ka po­ten­te wie aus dem ge­sicht ge­schnit­ten ähn­lich sieht, so ähn­lich, dass ich schon dach­te hier sei .zau­be­rei fx am werk ge­we­sen. aus­ser­dem scheint das hal­be en­sem­ble von game of thro­nes mit­zu­spie­len.

die ge­schich­te ist gut er­zählt, auch wenn man von an­fang an, durch die aus­las­sun­gen und un­be­leuch­te­ten frag­men­te der ver­gan­gen­heit, merkt, wo­hin die ge­schich­te ge­dreht wer­den wird. von mir aus hät­ten die vo­doo/eso­te­rik und mys­tery-ele­men­te auch raus­ge­stri­chen wer­den kön­nen, aber sie ha­ben auch nicht gross wei­ter ge­stört, bzw. be­ka­men auch ab und zu ei­nen klei­nen co­mic-re­li­ef.

auch wenn die re­qui­si­ten aus der glei­chen BBC-aser­va­ten-kam­mer stam­men wie down­ton ab­bey, pen­ny dreadful oder litt­le do­rit, in ta­boo er­wa­chen sie zu wun­der­bar dunk­len le­ben. ich hab’s ger­ne ge­se­hen, ich glau­be aber es ist nicht je­der­manns ge­schmack. läuft auf ama­zon.


this is us s01e01

felix schwenzel in gesehen

ich habe den pi­lo­ten von this is us ge­guckt und will jetzt gar nicht mehr fol­gen da­von se­hen. nicht weil die se­rie schlecht wäre, son­dern weil der pi­lot so gut war. den pi­lo­ten könn­te man auch als ab­ge­schlos­se­ne kurz­ge­schich­te se­hen und für sich ste­hen. er schafft es in 42 mi­nu­ten nicht nur ein en­sem­ble von ei­nem hal­ben dut­zend haupt­cha­rak­te­ren vor­zu­stel­len und in ihr le­ben ein­zu­füh­ren, son­dern auch noch eine wun­der­bar ver­schach­tel­te fa­mi­li­en­sa­ga nach­zu­er­zäh­len.

ab­ge­se­hen da­von hat die se­rie et­was ge­schafft, was mir schon lan­ge nicht mehr pas­siert ist: ich war am ende tief be­rührt, nicht weil das ende der ers­ten fol­ge trau­rig war, son­dern weil es so mensch­lich, so herz­er­wei­chend war — und das al­les auch noch ohne pa­thos und holz­ham­mer, son­dern ganz sub­til und sanft.


au­key USB-C hub mit vier USB-3 ports, ei­nem USB-C Port mit la­de­funk­ti­on und ei­nem HDMI-port

felix schwenzel in rezensionen

ich habe mir die­sen hub ge­kauft weil er güns­tig und gut be­wer­tet war. grund­sätz­lich funk­tio­niert er auch ge­nau­so wie er­war­tet, man kann (bis zu vier) USB-ge­rä­te mit USB-A-ste­ckern an­schlies­sen, ei­nen mo­ni­tor per HDMI und ein la­de­ge­rät. all die­se ge­rä­te schliesst man dann mit ei­nem ein­zi­gen USB-C ka­bel an den com­pu­ter an (bei mir ein mac­book pro von 2016).

lei­der hat mein hub an­ge­fan­gen laut und durch­ge­hend zu zie­pen und pfei­fen, so­bald ein la­de­grät per USB-C an den hub an­ge­schlos­sen war. auch ohne an­ge­schlos­se­nes la­de­ge­rät, le­dig­lich mit ei­nem USB-ether­net-ad­ap­ter, war ein lei­ses, re­gel­mäs­sig schwan­ken­des fie­pen zu hö­ren.

auch der HDMI-an­schluss funk­tio­nier­te nicht so, wie ich mir das ge­dacht habe. ste­cke ich ein USB-C auf hdmi ka­bel in mein mac­book ein, er­scheint das com­pu­ter­bild gleich auf dem mo­ni­tor. ste­cke ich den au­key-hub mit an­ge­schlos­se­nem HDMI-ka­bel ein, er­scheint zu­nächst gar nichts auf dem mo­ni­tor. die USB-ge­rä­te und die strom­durch­lei­tung wer­den alle er­kannt, der mo­ni­tor aber erst, wenn ich das HDMI-ka­bel ein­mal ab­zie­he und dann wie­der ein­ste­cke.

auf die pro­ble­me (per mail) an­ge­spro­chen hat sich au­key be­reit­erklärt mir den kauf­preis zu er­stat­ten und das ich den hub nicht zu­rück­schi­cken müs­se.


USB typ C auf HDMI ka­bel von choe­tech

felix schwenzel in rezensionen

ich habe die­ses ka­bel für mein mac­book pro (2016) ge­kauft und es funk­tio­niert ex­akt so wie er­war­tet: auf der ei­nen sei­te in den com­pu­ter ste­cken, auf der an­de­ren in den mo­ni­tor und schon hat man das com­pu­ter­bild auf dem mo­ni­tor. das ka­bel sitzt an bei­den en­den gut, wa­ckelt nicht und ist auch nicht zu dick.

ich hat­te mir über­legt noch we­gen des prei­ses (der­zeit um die 20 euro) rum­zun­ölen, aber wenn man be­denkt, dass man im ein­schlä­gi­gen elek­tro­han­del nor­ma­le HDMI-ka­bel kaum für un­ter 15 oder 20 euro be­kommt, da­für aber al­ler­lei gold oder pla­tin-kon­tak­te oder HDMI-ka­bel mit „ether­net“, er­scheint die­ses ka­bel bei­na­he wie­der güns­tig.


mr. ro­bot s02

felix schwenzel in gesehen

schon nach der ers­ten fol­ge war ich ein biss­chen ge­nervt und ge­lang­weilt von der ak­tu­el­len staf­fel mr. ro­bot. jetzt ist die ak­tu­el­le staf­fel fünf fol­gen alt und zum ers­ten mal nach vier­ein­halb stun­den lauf­zeit kam ein biss­chen span­nung auf.

die selbst­ver­liebt­heit der se­rie, die mir gleich in der ers­ten fol­ge ne­ga­tiv auf­stiess, ver­tieft sich von fol­ge zu fol­ge. all das, was sich in der ers­ten staf­fel en pas­sant zeig­te, um eine strin­gen­te, gute er­zäh­lung zu un­ter­stüt­zen, schiebt sich jetzt selbst­zweck­ar­tig in den vor­der­grund.

un­ter­stütz­ten die teils wun­der­ba­ren ka­me­ra­ein­stel­lun­gen in der ers­ten staf­fel die ge­schich­te mit pas­sen­den bil­dern, habe ich jetzt das ge­fühl, dass die bil­der für sich ste­hen sol­len: schaut her, was für schö­ne bil­der wir im fern­se­hen zei­gen kön­nen!
wa­ren die bil­der von el­li­ots com­pu­ter­bild­schir­men in der ers­ten staf­fel er­freu­lich ak­ku­rat, aber nie das zen­trum der auf­merk­sam­keit, zeig­te die ka­me­ra in der fünf­ten fol­ge el­li­ots bild­schirm teil­wei­se mi­nu­ten­lang, in gross­auf­nah­me und im split­screen. ja es ist toll, dass sich eine fern­seh­se­rie um ak­ku­ra­tes­se bei der dar­stel­lung von com­pu­ter­sys­te­men und hacks be­müht, aber ge­nau das stolz in den vor­der­grund zu stel­len nervt.
die er­zäh­lung in der ers­ten staf­fel war über wei­te stre­cken bruch­stück­haft und füll­te die leer­stel­len erst zum ende hin — aber sie war strin­gent und in sich ge­schlos­sen. in der zwei­ten staf­fel habe ich das ge­fühl, dass die au­toren mög­li­cher­wei­se eine run­de ge­schich­te ge­töp­fert ha­ben, die­se aber aus dra­ma­tur­gi­schen grün­den, nach dem bren­nen, zer­dep­per­ten und den zu­schau­ern jetzt die bruch­stü­cke aus­ufernd prä­sen­tie­ren. kann man so ma­chen, ist dann aber eben scheis­se — erst recht wenn man die bruch­stel­len deut­lich sieht.

die hand­lung kam mit der vier­ten und fünf­ten fol­ge lang­sam in gang, aber der mo­tor stot­tert noch im­mer. das ti­ming der schnit­te zwi­schen den et­was zu zahl­rei­chen er­zähl­strän­gen ist schreck­lich, das cliff­han­ging am ende der fol­gen bil­lig. al­les was die ers­te staf­fel mr. ro­bot an eu­pho­rie in mir we­cken konn­te, pflügt die­se zwei­te staf­fel jetzt un­ter. das gross­ar­ti­ge, la­ko­ni­sche spiel von rami ma­lek wirkt jetzt wie ein lie­gen­ge­blie­be­ner kä­fer auf der au­to­bahn, der auf den ADAC war­tet. die wut und ra­di­ka­li­tät die chris­ti­an sla­ter sei­ner rol­le in der ers­ten staf­fel ver­lieh, wirkt jetzt ähn­lich hys­te­risch und ner­vig wie wi­no­na ry­ders joy­ce by­ers in stran­ger things.

ich schaue mir mr. ro­bot, kei­ne fra­ge, auf je­den fall zu­en­de an — und seit fol­ge fünf be­steht auch hoff­nung dass der zug lang­sam fahrt auf­nimmt. aber es wun­dert mich nicht, dass die quo­ten der se­rie im kel­ler sind.


lon­don spy s01e01

felix schwenzel in gesehen

am an­fang habe ich fast ab­ge­schal­tet, als die pi­lot­sen­dung mit zeit­lu­pen-ge­döns an­fing. die ers­te sze­ne war ein klas­si­scher se­ri­en und film­auf­ma­cher: lo­nely cow­boy par­ty­boy streift durch u-bahn-gän­ge und geht in ei­nen club (an der war­te­schlan­ge vor­bei). tat­säch­lich ret­te­te eine ge­konn­te in­sze­nie­rung dann aber doch den ers­ten ein­druck:
der typ geht (in zeit­lu­pe) in den club — schnitt — und er kommt im mor­gen­grau­en, leicht ge­rä­dert wie­der raus.

end­lich (!) eine sen­dung, die nicht wild um­her­schnei­dend wil­de, hap­py par­ty-peo­p­le zeigt, fla­cker- und stro­bo­skop-licht nutzt, um wurs­ti­ge par­ty­stim­mung zu er­zeu­gen. was im club pas­siert, bleibt im club. ich hof­fe die­se wun­der­ba­re in­sze­na­to­ri­sche ab­kür­zung wäh­len künf­tig noch mehr fil­me- und se­ri­en­ma­cher.

also habe ich trotz des zeit­lu­pen-ge­döns wei­ter­ge­guckt. was dann pas­siert ist das, was ich in der pi­lot­fol­ge von the night­ma­na­ger moch­te: die hand­lung bleibt nach­voll­zieh­bar und ge­er­det. wir se­hen wie sich sanft eine be­zie­hung zwi­schen zwei sehr un­ter­schied­li­chen män­nern ent­wi­ckelt. das wirkt al­les echt und fast ein biss­chen schmon­zig, weil sich die er­zäh­lung fast 30 mi­nu­ten auf die ent­wick­lung der be­zie­hung kon­zen­triert. dann in der letz­ten vier­tel­stun­de wird’s et­was mys­te­riö­ser, spio­niger. et­was ist pas­siert und dan­ny, der haupt­dar­stel­ler, hat so ne ah­nung und der zu­schau­er auch, und dan­ny macht al­les rich­tig und bleibt miss­trau­isch, und der zu­schau­er auch. und zack, ist die pi­lot­fol­ge vor­bei.

das ge­fiel mir al­les sehr gut, auch wenn ich be­fürch­te das mir hier das glei­che pas­siert wie beim night­ma­na­ger: gran­dio­se, ge­er­de­te, nach­voll­zieh­ba­re er­öff­nung und dann über die nächs­ten fol­gen ein ste­ti­ges ab­glei­ten in ste­reo­ty­pen gen­re-schmu. aber viel­leicht ja auch nicht. ich schaue jetzt ein­fach mal wei­ter.

(läuft auf net­flix)