simpsons und blogging

horst köhler in seiner ersten rede nach seiner wahl zum bundespräsidenten:
ich liebe unser land.
ob er künftig auch ein präsidenten-jingle benutzen wird? der jingle ist ja schon fertig, mcdonalds hats gemacht: ich liebe es.
den folgenden absatz einfach jemand anders deutlich und laut vorlesen. trotzdem wird den text niemand verstehen... wette ich...
mähen äbte heu?
nie mähen äbte heu...
wenn äbte mähen, mähen äbte gras.
wenn man sich den satz selbst vorliest klappt das latürnich nicht, es funktioniert nur mit mindestens zwei personen...
diedrich diedrichsen schreibt in der taz über vergissmeinnicht (eternal sunshine of the spotless mind). wunderbar verquaster satz:
[...] die als verunsichert pampige Postslackerin großartige Kate Winslett
das ist von der satzkonstruktion ja schon fast macnewsisch.
einer der pfiffigsten privathochschulbetreiber deutschlands hat mir vor einiger zeit versichert, dass diedrichsen der klügste mensch sei den er kenne. also glaub ich es auch. ich habe diedrichsens kritik nicht ganz verstanden, vermute aber er fand den film gut. [via perlentaucher]
äusserst beliebte sprachregelung (für alles) der amerikanischen regierung und des militärs: „der vorfall wird untersucht...“ das heisst auf deutsch: „schnauze. wir machen das schon richtig. bis zur wiederwahl von bush bitte nicht mehr drüber reden.“
ausserdem: „Wie viele Leute fahren für eine Hochzeitsfeier mitten in die Wüste?“ — vorfall wird untersucht.
die washington post scheint jetzt eine wöchentliche serie draus machen zu wollen: jede woche neue folter-fotos.
wenn man das so liest, kann man sich, selbst nach wochen in denen über die amerikanische art demokratie im irak einzuführen berichtet wird, noch immer richtig heftig empören, und das am frühen morgen.
ich hatte mal eine tante, eine ganz liebe, aber eben schon etwas älter, die beine schon recht krumm und mit wasser vollgelaufen. mit der war ich vor einigen jahren, als sie noch lebte, mal zu fuss unterwegs. vor uns lief eine andere ältere dame. meine tante: „guck mal was die für krumme, fette beine hat...“
sowas gibts auch heute noch:
Doch jetzt hat [Madonna] die Grenze des guten Geschmacks endgültig überschritten...
ob mir jemand zwei fünf cent stücke in 10 cent wechseln könne fragte ich heute früh in den erstaunlich vollen waschsalon hinein. konnte keiner. die junge frau sagte, sie brauche die fünfzig cent stücke (auf die ich ihr vierzig cent herausgeben könnte) alle für den wäschetrockner. dann überlegte sie es sich anders und schenkte mir fünfzig cent.
ich kann zwar jeden cent gebrauchen, aber neben der tatsache, dass ich mich (hiermit) herzlich bedanke bei der unbekannten werde ich meinen vorsatz intelligent schnorrenden schnorrern immer was zu geben treu bleiben und die funfig cent bei nächster gelegenheit weitergeben.
vorgestern habe ich einer alten frau in einem rollstuhl fünfzig cent gegeben die an uns vorbeiführ als wir an der oranienstrasse zu mittag tranken. sie fuhr vorbei, erhaschte meinen augenkontakt und schüttelte den kopf als ob sie sagte „nein, nicht, sie wollen mir nichts geben?“ subtiles schnorren gewinnt.
gut, aber völlig überrumpelnd und mich deshalb vereisend, fand ich die gutgekleidete dame vor einem halben jahr am hackeschen markt, die mich und k@rpfen mit leicht französischem akzent ansprach ob wir ihr vielleicht zwanzig euro schenken wollten. die dame ist leerausgegangen weil ich darüber erstmal dreissig minuten nachdenken musste...
"Company - das Ensemble" bleibt ein kaum geschütteltes Kaleidoskop austauschbar flacher Bilder.
ich konnte mir das lachen kaum verkneifen als ich den trailer sah. „so eine scheisse“ dachte ich. dann las ich ein ziemlich positive kritik im tagesspiegel und dachte „hmm, vielleicht kann man sich das ja doch angucken“. jetzt bin ich verwirrt. was soll ich machen?
ich glaube auf die geste mit dem erhobenen daumen sollte für eine weile verzichtet werden. insbesondere wenn man gummihandschuhe trägt. diese geste ist einfach verbrannt.
→ weiterlesenjohn gruber erklärts mal wieder am besten. wobei der herr weber auch den nagel auf den kopf trifft. allerdings haben die beiden dinge nur entfernt miteinander zu tun...
das sind die beine von leonardo di caprio seiner freundin, fräulein bündchen. sehr gut konstruierte beine, man beachte die gleichmässige breite der fuge die vom knie bis zur fussunterseite, die konstant 0,5 cm breit ist. faszinierend.
fiel mir kürzlich auf:
oktoberdruck. umwelt. freundlich. drucken.
immer wieder das gleiche dilema. wie illustriere ich einen bericht über viren, trojaner und windows-sicherheit? ich nehme den nächsten funktionierenden rechner und fotografiere/filme ihn. so geschehen kürzlich bei 3sat nano (nano antwortete herrn wurch sogar) und jetzt bei einem der beliebten dau-magazine aus dem milchschnitten- oder strassen-verlag:
differenzieren, differenzieren, differenzieren. nicht vereinfachen...
mit das intelligenteste was ich in der aktuellen terrorismus-debatte gelesen habe: dirk baecker im taz-interview:
Auch der Terrorismus sitzt ja in einer politischen Falle. Seit Machiavelli weiß man, dass derjenige, der Gewalt tatsächlich ausüben muss, trotz aller Wirkungen, die er damit erzielt, schon verloren hat, weil es letztlich die Androhung von Gewalt ist, die Territorien zu pazifizieren und politisch und ökonomisch auszubeuten erlaubt. Wer zuschlägt, zeigt, dass er für wirkliche Politik zu schwach ist. Wir müssen uns in eine Auseinandersetzung mit der muslimischen Welt begeben, die den "Konflikt der Kulturen" dort ernst nimmt, wo er ernst zu nehmen ist, nämlich als Konflikt über Politik, Wirtschaft, Recht, Erziehung, Wissenschaft und Religion. Wir müssen aufhören, die Lage zu vereinfachen.
schon älter, aber nicht minder erschütternd: us-justizminister john ashcroft singt. ganz ohne humor und distanz. pathetische, selbstgestrickte, peinliche kacke.
[tnx sebastian]
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