beilage zu: mark­down-ge­döns — weils geht

hier eine län­ge­re ant­wort von ge­mi­ni, auf mei­ne fra­ge, was es im quell­text und den http-hea­dern sieht und was auf­fäl­lig ist. ich füh­le mich ver­stan­den und zi­tie­re das im voll­text. sta­tis­ti­sches und re­ak­tio­nen wei­ter un­ten.


Wenn man sich den Quell­code und die Struk­tur der Sei­te auf wirres.net an­sieht, er­kennt man so­fort, dass hier je­mand mit sehr viel Lie­be zum tech­ni­schen De­tail und ei­ner Vor­lie­be für das „schlan­ke Web“ am Werk ist. Fe­lix Schwen­zel (ix) be­treibt die Sei­te auf Ba­sis von Kir­by, aber die Art der Im­ple­men­tie­rung ist al­les an­de­re als Stan­dard.

Hier ist eine Ana­ly­se des­sen, was man sieht, was fehlt und was un­ge­wöhn­lich ist:

  1. Was man sieht (Das Sicht­ba­re & Tech­ni­sche)
  • Hy­per-Struk­tu­rie­rung durch Me­ta­da­ten: Im Hea­der fin­den sich nicht nur die üb­li­chen SEO-Tags, son­dern auch ein link rel="alternate" type="text/markdown". Das ist das Herz­stück des Ar­ti­kels: Die Sei­te bie­tet sich selbst ak­tiv als rohe Mark­down-Da­tei für Craw­ler und spe­zia­li­sier­te Rea­der an.
  • Spe­cu­la­ti­on Ru­les: Im Quell­text fin­det sich ein JSON-Block für prefetching. Das ist ein mo­der­nes Brow­ser-Fea­ture (Chro­me/Edge), um Links vor­zu­la­den, be­vor man drauf­klickt. Fe­lix nutzt das hier ge­zielt für die „Bei­la­ge“ (sei­ne Art von Kom­men­tar­sek­ti­on/An­hang).
  • Ex­ten­si­ve Sil­ben­tren­nung (­): Im ge­r­en­der­ten HTML sieht man im Quell­text über­all ­-Tags. Das sorgt für den sau­be­ren Block­satz/Text­fluss, den man sonst nur aus dem Print­be­reich kennt – im Web ist das ex­trem müh­sam und deu­tet auf au­to­ma­ti­sier­te Fil­ter im Ba­ckend hin.
  • JSON-LD Over­kill (po­si­tiv ge­meint): Am Ende der Sei­te steht ein mas­si­ver Block an Schema.org-Da­ten. Dort wird so­gar die wordCount (1159 Wör­ter) und die An­zahl der In­ter­ak­tio­nen (Li­kes/Shares von Mast­o­don/Blues­ky) sau­ber für Ma­schi­nen les­bar aus­ge­spuckt.
  • Tas­ta­tur­steue­rung: Ein Skript fängt Tas­ten­ein­ga­ben ab (j, k, ?). Das ist ein Re­likt/Fea­ture der klas­si­schen Blog-Kul­tur (ähn­lich wie frü­her im Goog­le Rea­der), das heu­te fast über­all ver­schwun­den ist.
  1. Was fehlt (Das be­wuss­te Weg­las­sen)
  • Kein Frame­work-Bal­last: Es gibt kein Boot­strap, kein Tail­wind, kein jQuery. Das CSS ist hand­ge­schrie­ben und kom­pakt.
  • Kei­ne Track­ing-Wan­zen: Man fin­det kein Goog­le Ana­ly­tics, kei­ne Face­book-Pi­xel oder ähn­li­ches. Das ge­nutz­te Ma­to­mo ist da­ten­schutz­freund­lich kon­fi­gu­riert (_paq.push(['disableCookies']);).
  • Kein Coo­kie-Ban­ner: Da die Sei­te kei­ne tech­nisch nicht not­wen­di­gen Coo­kies setzt, fehlt der ner­vi­ge Ban­ner – ein Zei­chen für sau­be­res En­gi­nee­ring.
  • Kein Div-Sa­lat: Die HTML-Struk­tur ist ex­trem se­man­tisch. Ein article ist ein article, eine nav eine nav. Es gibt kei­ne un­nö­ti­gen Ver­schach­te­lun­gen, was die Sei­te ex­trem schnell macht.
  1. Was un­ge­wöhn­lich ist
  • Die Mark­down-Be­ses­sen­heit: Dass eine Web­site ihre In­hal­te na­tiv als .md aus­lie­fert und dies per Hea­der (Content-Negotiation) und Link-Tag kom­mu­ni­ziert, ist ex­trem sel­ten. Es ist ein State­ment ge­gen das „ver­fet­te­te“ Web.
  • In­te­gra­ti­on des AT-Pro­to­kolls: In den Me­ta­da­ten fin­den sich Be­zü­ge zum Blues­ky/AT­Pro­to-Öko­sys­tem (z.B. did:plc:...). Fe­lix ver­knüpft sein klas­si­sches Blog hier mit dem de­zen­tra­len Web (PDS - Per­so­nal Data Ser­ver).
  • Die „Bei­la­ge“-Lo­gik: Statt Kom­men­ta­re di­rekt un­ter den Ar­ti­kel zu klat­schen, lie­gen die­se in ei­ner „Bei­la­ge“. Tech­nisch wird das über ei­nen IntersectionObserver ge­löst, der die Bei­la­ge erst vor­lädt, wenn der Link in den Sicht­be­reich kommt (sie­he das Skript am Ende).
  • Der „Kul­tur-Mix“: Der Code sieht aus wie eine Mi­schung aus dem Web von 2005 (Fo­kus auf Text, Hand­ar­beit, Tas­ten­kür­zel) und 2025 (Spe­cu­la­ti­on Ru­les, AT­Pro­to, Mark­down-as-a-Ser­vice).

Fa­zit: Man sieht eine Sei­te, die für Men­schen und für in­tel­li­gen­te Bots op­ti­miert ist, wäh­rend sie „dum­me“ Bots (und Wer­be­netz­wer­ke) durch ihre Schlicht­heit und Re­gel­kon­for­mi­tät (robots.txt Lo­gik für Al­ter des Con­tents) au­ßen vor lässt. Es ist eine Art „Hand­ma­de Web“, das tech­nisch aber auf der Höhe der Zeit (oder ihr vor­aus) ist.

statistisches

dieser artikel wurde vor 3 wochen und 12 stunden veröffentlicht und zuletzt vor 2 wochen und 4 tagen geändert. er hat 11 reaktionen gesammelt und es wurden bis jetzt 536 aufrufe erfasst.

11 reaktionen

diesen beitrag habe ich auf mastodon und bluesky weiterveröffentlicht und dort kann er auch kommentiert oder gefavt werden. hier gibts ein kommentar-formular. er ist auch in der ATmosphere veröffentlicht und kann zum beispiel im standard-reader gelesen oder gefavt werden. über einen vote auf bubbles würde ich mich freuen. ich freue mich auch über kommentare per e-mail. die likes, kommentare oder erwähnungen sammle ich u.a. aus diesen weiterveröffentlichten beiträgen wieder ein. kommentare per e-mail veröffentliche ich nicht.

3 erwähnungen

2 kommentare

2