ich stehe vor dem spiegel und putze mir die zähne. was mich irritiert: ich höre nichts. keine geräusche, absolute stille, obwohl ich kräftig mit der bürste an meinen zähnen reibe. auch mein aussehen wundert mich ein wenig. ich wirke braungebrannt, meine brust ist unbehaart, mein gesicht sieht schmaler aus als sonst im spiegel oder auf fotos. ich schau mir in die augen. plötzlich bemerke ich, dass ich gar nicht mir in die augen schaue sondern einem fremden, aber ich erkenne im spiegel wie ich rechts neben mir stehe, beim kameraschwenk auf mich höre ich ein eigenartiges geräusch und wache mit klopfendem herzen auf.
kürzlich las ich, dass robert basic unterwegs nach las vegas sei. dort sei er in einem hotel namens „the venetian“ untergebracht. er gab zu, das hotel nicht zu kennen. wie kann man das venetian nicht kennen fragte ich mich. dieses grössenwahnsinnige hotel dass den markusplatz und venedigs kanäle innen nachgebaut hat, nicht ganz realistisch zwar (die kanäle riechen nach chlor und nicht nach scheisse wie im original) aber doch ziemlich ambitioniert — das kennt doch jeder. mein erster gedanke war: wie kann man so ahnungslos sein und das nicht kennen? mein zweiter gedanke war: warum sollte er das wissen? nur weil ich zufälllig mal da war und er nicht sollte ich klüger sein?
mir fiel auf, dass ich reflexartig arrogant bis übermütig reagiere wenn leute etwas nicht wissen, das ich weiss. und das mir, der ich mir — wenn ich mich trauen würde — doch sokrates spruch „ich weiss dass ich nichts weiss“ auf den bauch tätowieren liesse, weil ich den spruch als eine der wenigen absolut gültigen wahrheiten erkannt zu haben glaube. ausserdem glaubte ich immer, dass understatement, bzw. bescheidenheit nicht nur eine zier sind, sondern im menschlichen miteinander den umgang ungeheuer erleichtern.
einerseits ist es so, dass ich leute die den eindruck erwecken könnnen zu allem und jedem etwas qualifiziertes zu sagen, leute die alles mit klugen zitaten ausschmücken könnnen oder sachen wissen die ich nicht mal im traum wüsste durchaus bewundern kann — solange sie dieses überwissen ironisch oder selbstreflektiv brechen. andererseits finde ich, dass man die ahnungslosigkeit glorifizieren sollte — solange diese ahnungslosigkeit mit neugier verbunden ist. kinder sind so. ahnungslos und neugierig.
zweifel, ironie, brüche, neugier, ahnungslosigkeit, distanz. davon will ich mehr lesen. klugscheisser die alles wissen und beim schreiben ihre zeigefinger heben nicht.
max sitzt in seiner wohnung vor seinem linux-streaming-server und streamt die musik über umts auf seinen laptop. 40MB in 16 minuten. grandioser schwachsinn.
anke gröner fischt aus einem artikel den ich bei stefan niggemeier schrob einen kommentar, eine „wunderbare antwort“ heraus. ich mag ja bekanntlich selbstreferentialität und verlink die gröner mal.
nicht verlinken wollt ich franz-josef wagner, aber weil er gestern so viele tolle bindestriche hatte („Freak-Show“, „Dünn-Model-Szene“, „Doping-Ullrich“ — schade eigentlich, dass er diese worte nicht gebindestricht hat: „Todes-Spiel“, „Körper-Wahn“, „Muskel-Sucht“, „Mager-Sucht“) tu ix es mal.
endlich habe ich verstanden was der unterschied zwischen damen- und herrenfahrrädern ist. auch wenn ich versucht bin, die pointe zu klauen, ich machs nicht. sie bleibt dort. quasi.
ich habe mittlerweile eine todsichere methode gefunden meinen browser safari abstürzen zu lassen neuzustarten. einfach auf vanityfair.de gehen und dort ein bis zweimal irgendwo hin klicken. vanity fair schafft das sogar wenn ich sämtliche plugins abgeschaltet habe. ich musste mir eben vorstellen wie ich mir die aktuelle ausgabe der vanity fair auf papier kaufen würde und der tisch auf dem ich sie lese fiele ins ersdgeschoss.
aber nicht nur technisch begeht vanityfair.de so eine art browser-harakiri (eine seite die wegen schlechter technischer und gestalterischer umsetzung ihr gesicht verliert, versucht mit browsertötung die ehre ihres betreibers wiederherzustelllen), auch inhaltlich bin ich immer kurz vorm absturz wenn ich dort lese. abschreiben aus der bild-zeitung gehört bei der so genannten qualitätspresse ja mittlerweile zum guten ton und erkennungszeichen, aber solche schwachsinnigen satzstellungen im ersten absatz sind ja selbst für sonntagnachmittags-redaktionspraktikanten schwer erklärbär:
Komikerin Anke Engelke (41) habe lange gebraucht, um ihren Körper zu akzeptieren, sagte sie der Zeitung „Bild am Sonntag“. „Ich habe ganz lange gebraucht, um meinen Körper zu akzeptieren. Und auch zu akzeptieren, wie ich überhaupt so bin“, gibt Anke Engelke zu. (quelle)
ich finde man muss nicht alles wiederholen oder alles wiederholen und gleich zweimal hintereinander schreiben oder es, wenn man es vorher schonmal geschrieben hat, nochmal schreiben. nochmal schreiben.
abgesehen davon bezweifle ich es ganz stark, dass anke engelke der „bild am sonntag“ irgendetwas sagt, seit wann redet anke engelke eigentlich wieder mit der „bild“-zeitung?
[apropos reproduzierbar abstürzen lassen. ich kann mein nokia n70 zuverlässig abstürzen lassen neustarten, indem ich den o2 connection-manager (version 2.0, build 070105.161002) bei aktiver daten-verbindung beende. dann beendet sich auch das n70.]
auch erstaunlich, wie dumm man sich anstellen kann, wenn man sich an angelbliche „influencer“ ranwanzen will. wer visionen hat, sollte den konsum einschränken und sein grosskotz-wiki sichern. sonst hagelts „influence“. ich mag transparenz. wirklich.
Lebenslanges Lernen propagieren die Mächtigen - und sehen sich selbst von dieser Pflicht entbunden. Ausgerechnet jenen, von denen man erwartet, dass sie mit ihrem Wissen und ihrer Orientierung in unserer komplizierten Welt zu Leuchttürmen für das Volk werden, fehlt der Wille, sich mit dem Internet vertraut zu machen. Innenminister Wolfgang Schäuble sagte im vergangenen Jahr bei einer Rede an der Fachhochschule des Bundes: „Wir brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die lebenslanges Lernen nicht ein notwendiges Übel, sondern Selbstverständlichkeit und Anregung ist.“ Es wird Zeit, dass dies auch für die Chefs gilt.
am freitag abend hab ich mich mit der beifahrerin auf ihr dach gesetzt. ein paar nachbarn und freunde sassen mit uns auf dem dach. irgendwann leucheten ein paar scheinwerfer und laser in den himmel, man hörte, wie inner ubahn aus spacken-handys, leise, basslose und verzerrte musik, ab und an knallte es und der himmel leuchtete in irgendwelchen farben. immer wieder 5-10 minuten in denen nix passierte ausser dass ich fror und schiss hatte jemand oder ne flasche könnten vom dach kullern. irgendwann schob sich ein lahmer, hässlicher kahn ins bild und verschwand kurz darauf wieder fast aus dem gesichtsfeld um ne flasche sekt auf sich werfen zu lassen.
angekündigt war eigentlich das grösste feuerwerk der welt, jemals. kostenpunkt angeblich fünf millionen euro. ich empfand es eher wie das sporadischste feuerwerk aller zeiten. ich hab mich furchtbar gelangweilt, was mich dann etwas später, im bett sitzend gar nicht mehr schlimm fand. ich hatte ja den laptop auf dem schoss und mir wurde wieder langsam warm.
glaubt man der pr-agentur der aida, war es ein voller erfolg und die hamburger fanden es grossartig. tu ix aber nicht.
eben gedacht, eigentlich könnte man die „stasi 2.0“-schablone mit einer beta-version ergänzen. auf ihr wäre dann aber ein schattenriss von otto schily zu sehen.
[nachtrag]
für peter turi die überschrift in anführungszeichen gesetzt, denn sie ist ein zitat. von irgendwem. ausserdem ein symbolbild hinzugefügt.
was muss ich da im dataloo blog lesen? spreadshirt würde sein stasi2.0 motiv (cc Lizenz) nicht drucken wollen wegen rechtlicher bedenken. unsinn. da muss man echt aufpassen, die rechtsleute sind da gerne übereifrig.
unsinn? rechtsleute? statt diesem fraternisierendem rumgewitzel, hätte ich gerne eine klare ansage gelesen. und das nicht 4 tage nach kenntnissnahme.
seit fast 10 jahren bin ix keine telekom-kunde mehr und lebe ohne festnetzanschluss. das hat einen riesengrossen vorteil: ix habe nix mit der telekom zu tun und keinen anschluss der zu hause rumschimmelt und sinnlos frisst kostet. aber eben auch kein dsl.
dieses surf@home-dings ist nun zwei jahre alt und weil es mir mitunter kosten von manchmal 80 bis 90 euro im monat verursachte wollte ich es jetzt kündigen um mich nach einer mobilen flatrate umzuschauen. das war gar nicht so einfach: vor weihnachten hab ich mir im internet die base flatrate für 50 euro im monat bestellt, was sicher eine prima lösung gewesen wäre, wäre der lieferant von base/eplus nicht völlig unfähig und inkompetent gewesen. man weigerte sich mir zu weihnachten die sim-karten zu meinen eltern nachzusenden, mit der begründung eplus verbiete lieferungen in dieses postleitzahlengebiet. eplus antwortete mir auf meine nachfrage, ca. 14 tage später, dass das gar nicht stimme. mir war das zu blöd zwischen eplus und seinem lieferanten zu vermitteln, zumal ein anruf beim lieferanten mich jedesmal zwei bis 8 euro kostete. im januar schickte base mir die erste rechnung, die ich zurückschickte, zusammen mit der frage wo denn die bestellte ware sei. base konnte eine gewisse logik in meiner argumentation entdecken und stornierte die bestellung.
dass ich ob dieser ganzen aufregung die fristgemässe kündigung von surf@home verduselte ist ärgerlich, aber dafür bot mir o2 ende märz an, meinen handy-vertrag für 25 euro im monat mit 5 GB internet aufzupimpen. prima sache, jetzt kann ich unterwegs auf dem handy klugscheisser spielen und wikipedia-einträge nachgucken oder googlen oder mailen oder flickern ohne zusatzkosten. obwohl ich für den vertrag, mit dem ich 5 GB internet verfheizen darf, zwei sim karten habe, also die zweite theoretisch in die laptopkarte stecken könnte in der vorher die surf@home sim war, funktioniert das leider nicht. die pappnasen von o2 haben auf die laptopkarte im surf@home router eine sim-sperre gepackt die offenbar nur mit surf@home sim-karten funktioniert.
natürlich funktioniert es, meinen laptop per bluetooth und modem-emulation an meinem nokia N70 ins internet zu stöpseln (klappt oft, nicht immer, ganz prima mit dem o2 connection manager), das problem ist nur, das n70 ist nicht sonderlich UMTS-affin. es ist wankelmütig und schaltet auch bei bestem UMTS-empfang immer wieder zurück auf GPRS. mit der laptopkarte ging das stabiler. keine ahnung ob ich die sim-sperre mit nem firmwareupdate weggebrannt bekomme, ohne windows-laptop kann ich das leider derzeit nicht ausprobieren. ein weiterer nachteil des bluetooth-surfens: der handy-akku, is nach drei stunden leer.
trotzdem nett, zum beispiel auch auf fast der gesamten strecke berlin-hamburg eine internetverbindung zu haben. seit dem 1. april habe ich übrigens allein durch die bluetooth-leitung 730 MB gesaugt, die 5 GB sollten also dicke bis zum monatsende reichen. obwohl o2-rechnungen immer auch für überraschungen gut sind.