mu­se­ums­in­sel hom­broich

felix schwenzel in artikel

ges­tern bei der kalt­mam­sell ge­le­sen, dass sie und herr kalt­mam­sell auf der mu­se­u­min­sel hom­broich wa­ren. an mei­nen letz­ten be­such dort er­in­ne­re ich mich als wäre es ges­tern, auch wenn mei­ne er­in­ne­run­gen dar­an leicht ver­blasst und ver­schmol­zen sind. ich bin ja in der ge­gend mit den broichs auf­ge­wach­sen. fuss­broichs, gre­ven­broich, kor­schen­broich, mör­sen­broich, broich­wei­den wa­ren na­men sie ich in mei­ner ju­gend stän­dig ge­se­hen habe. in der ge­gend gibt vie­le ei­gen­ar­ti­ge orts­na­men. wenn wir nach aa­chen fuh­ren, pas­sier­ten wir im­mer gei­len­kir­chen (eccle­sia ero­ti­ca) und puf­fen­dorf (vicus lu­pana­ris), auf dem weg nach düs­sel­dorf gings an hom­broich und gre­ven­broich vor­bei.

je­den­falls liess sich mein in­ter­nes ge­däch­nis an den in­sel­be­such nicht mit mei­nem ex­ter­nen ge­däch­nis ve­ri­fi­zie­ren. ich habe hier nie et­was über die mu­se­ums­in­sel hom­broich ge­schrie­ben oder bil­der da­von ge­pos­tet — oder kann sie nicht mehr fin­den. auch auf mei­nen so­cial me­dia pro­fi­len fand ich zu­nächst nichts. in mei­ner fo­to­bi­blio­thek fand ich dann über die orts­su­che ei­nen hau­fen bil­der aus dem april 2011. mein ar­chiv vom april 2011 zeigt schö­ne tex­te von der #rp11, aber nix von hom­broich. mein twit­ter­ar­chiv reicht nur bis 2012 (ob­wohl ich mich bei twit­ter 2007 an­ge­mel­det habe), mein ers­ter in­sta­gram post ist vom ok­to­ber 2011 (lo­ka­le ko­pie). ich war mir aber si­cher, dass ich zu die­sem be­such et­was ins in­ter­net ge­schrie­ben oder ge­pos­tet hat­te. mit spot­light fand ich dann ei­nen hin­weis in ei­ner back­up­da­tei auf die­ses you­tube vi­deo aus dem gra­phi­schen ka­bi­nett der mu­se­ums­in­sel, dass ich 2011 ge­pos­tet habe.

mei­ne er­in­ne­run­gen an die mu­se­ums­in­sel sind, wie ge­sagt, ver­wa­schen. ich er­in­ner mich aber sehr gut an die ca­fe­te­ria. es­sen und ge­trän­ke dort sind im ein­tritt­preis in­be­grif­fen. die mu­se­ums­in­sel selbst er­klärts (in ein­fa­cher spra­che) so:

In der Ca­fe­te­ria be­kom­men Sie ein kos­ten­lo­ses ein­fa­ches Buf­fet.

Das Es­sen kommt von Land­wirt:in­nen und Lie­fe­rant:in­nen aus der Nähe.
Dar­um ist das Es­sen be­son­ders frisch.

mei­ne er­in­ne­rung ist, dass es ro­si­nen­brot gab. das brot war vor­ge­schnit­ten und es gab but­ter. die ein­fach­heit die­ser mahl­zeit hat mich da­mals sehr be­geis­tert. und die wes­pen auf der in­sel auch.

ich hab das schon öf­ter ge­schrie­ben, dass ich kunst die ei­nem im all­tag be­glei­tet oder ein­fach ent­deck­bar ist in­ter­es­sant fin­de. mei­ne el­tern hat­ten nicht we­nig kunst bei uns im haus und das zu­sam­men­le­ben mit die­sen ar­bei­ten öff­ne­te per­ma­nent neue per­spek­ti­ven. das al­les funk­tio­niert in ei­nem mu­se­um auch, aber eben an­ders.

mir gehts in mu­se­en oft so, dass ich schnell ge­sät­tigt bin. beim su­shi es­sen wird der ing­wer tra­di­tio­nell ja nicht mit dem su­shi ge­ges­sen, son­dern zwi­schen ver­schie­de­nen su­shi-sor­ten. da­mit ver­schafft man dem ge­schmacks­sinn an­geb­lich eine er­ho­lung. und ge­nau des­halb ist die musuem­in­sel hom­broich so toll. man wan­dert durch wun­der­schö­ne na­tur und stösst wie zu­fäl­lig auf ge­fäl­li­ge ar­chi­tek­tur in der oder um die kunst hängt, liegt oder steht.

mit dem prin­zip der dis­co­vera­bi­li­ty von kunst in der na­tur habe ich auch eine frü­he kind­heits­er­in­ne­rung. mei­ne el­tern hat­ten be­kann­te die bei lud­wig scho­ko­la­de oder trumpf ar­bei­te­ten. ihr wohn­haus war ein frmen-bun­ga­low, der di­rekt am park der fa­mi­lie lud­wig lag und auch zu­gang zu die­sem park hat­te. der park war weit­läu­fig und mit vie­len skulp­tu­ren und bäu­men ge­spickt. kris­tof und ich er­kun­de­ten den park re­gel­mäs­sig wenn wir bei den be­kann­ten un­se­rer el­tern zu be­such wa­ren. wir be­klet­ter­ten die skulp­tu­ren und freu­ten uns über die ab­we­sen­heit von er­wach­se­nen. der park war da­mals nicht öf­fent­lich und ist heu­te mehr oder we­ni­ger kom­plett zu­ge­baut. kunst ein­fach rum­ste­hen zu las­sen da­mit sie ent­deckt, be­grif­fen oder igno­riert wer­den kann, ist mei­ner mei­nung nach im­mer noch die bes­te art kunst zu­gäng­lich zu ma­chen. min­des­tens ge­nau so gut wie ge­schnit­te­nes ro­si­nen­brot.

die ar­chi­tek­tur, die bau­ten die auf der in­sel ste­hen sind ei­ner­seits ty­pisch für die re­gi­on und an­de­rer­seits un­ty­pisch, weil ge­schmack­voll und mi­ni­ma­lis­tisch. ein­fa­che geo­me­tri­sche for­men um­ge­ben von ge­zähm­ter, halb wil­der na­tur. ge­le­gent­lich wird die na­tur ge­trimmt um die bau­ten zu er­gän­zen, an man­chen stel­len darf die na­tur ma­chen was sie will.

auf den fo­tos der bei­fah­re­rin fum­mel ich stän­dig am han­dy rum. ich habe da­mals ganz of­fen­sicht­lich beim be­such der in­sel an die ver­wert­bar­keit im in­ter­net ge­dacht. soll­te ich das noch raus­fin­den wo ich das da­mals ge­pos­tet habe, schrei­be ich ei­nen nach­trag. die fo­tos oben sind alle von der bei­fah­re­rin (mit ei­ner Ca­non Power­Shot SX200 IS powerge­schos­sen). hier sind noch ein paar fo­tos die ich da­mals (mit ei­nem HTC In­cre­di­ble S) ge­macht habe.

falls das noch nicht deut­lich ge­wor­den ist: ich kann ei­nen be­such der mu­se­ums­in­sel hom­broich sehr emp­feh­len. das mu­se­um ist in der nähe von düs­sel­dorf und ist mit dem auto am bes­ten zu er­rei­chen. bus und bahn ge­hen auch, wenn man gut zu fuss ist.

kartenübersicht  mit markierungen wo die fotos auf dieser seite augfgenommen wurden.

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1 kommentar
Torsten Kleinz
Wurde ja grade neu eröffnet