Wie erfüllend so Nichts sein kann Wie eine grosse, leere Kirche ist es hier – einfach ohne Gott (oder mit Gott, das ist wohl eine individuelle Angelegenheit) Das blosse Hiersein ist erholsam wie ein Saunabesuch – einfach ohne die Hitze
[Lindsay Ems] schreibt: „Mir wurde klar, dass die Amish der Technologie gegenüber eigentlich neutral eingestellt sind. Es ist für sie zweitrangig, worum es sich bei einer neuen Technologie handelt oder wie sie funktioniert; entscheidend ist für sie, welche Auswirkungen ihre Einführung auf die Gemeinschaft hätte.“
I became less intrigued by Amish restrictions on technology than by the social world they sought to preserve and protect with those restrictions. In the end, I came to realize that the Amish are, in fact, technology-agnostic. They do not care much about what a new technology is or how it works; they care about what its adoption would mean for the surrounding community.
lindsay ems buch über die amisch ist schon etwas älter (2022), auch wenn der artikel auf mitpress.mit neu ist. leider scheinen die inhalte des buchs bereits ein bisschen veraltet zu sein. so schreibt ems über den service pcfreemail, mit dem einige amish per fax emails schreiben und empfangen würden. den service gibts allerdings nicht mehr — nur noch auf archive.org.
aber darum gehts ja nicht, sondern eben darum, dass man sich fragen sollte/könnte, welche auswirkungen technologie auf die gemeinschaft hat. auch wir nicht amish tun das ja, man denke nur an die diskussionen um das social media verbit für jugendliche oder neil postmans buch von anno dazumal über die auswirkungen von fernsehen auf die gesellschaft. wobei wir als nicht amisch uns schon länger dazu entschieden haben, dass es ok ist, wenn technologie unsere gesellschaft verändert.
abgesehen davon, das ist ein schönes beispiel, dass religöse gebote durchaus auch etwas für unreligöse menschen bereithalten können. die drei C’s finde ich gut: danach streben ein vorbild zu sein, kritik annehmen und für eigene fehler einstehen.
One of my closest Amish contacts was Noah, a 57-year-old entrepreneur and self-described “technology buff.” Noah himself was a minister yet used a smartphone, email, and text messages, and even had a Facebook account. His usage was animated by the three C’s: conviction (modeling the right behavior), confession (asking others to hold you accountable), and contrition (being willing to own up to your mistakes). “Whether or not you use a technology is less important than how you use it,” he told me.
jetzt habe ich endlich mal ein pro-argument für pixelfed gehört, dass ich verstehe:
Mastodon kann ja immer nur die ersten vier davon anzeigen, aber Pixelfed kann mit mehr Bildern umgehen.
trotzdem: nur um mehr als vier bilder ins fediverse posten zu können werde ich mir kein pixelfed-konto zulegen. zumal die probleme die steffen hier beschreibt und die ihn zum umzug bewogen haben, genau die gleichen sind, denen ich auch aus dem weg gehen möchte.
„wir“ wundern uns ja immer über immigranten die trump wählen oder der afd nahe stehen. so nach dem motto: „verstehen die nicht, dass sie sich damit selbst schaden?“
wenn politiker hingegen verschärfungen des straf- oder zivilrechts fordern sind wir auch oft zu schnell an bord. populismus funktioniert, weil wir immer irgendwie denken, dass wir nicht mitgemeint sind, dass verschärfungen und freiheitseinschräkungen uns bestimmt nie betreffen werden. ich finde die wiederkehrenden forderungen scharf zu differenzieren von thomas fischer teilweise auch sehr anstrengend und gelegentlich bräsig, aber genauso finde ich sie wichtig und richtig. macht ja sonst kaum noch jemand.
Zwei alte Bücher mit Bukowski-Kurzgeschichten gefunden. Habe mal durchgeblättert; ich glaube nicht, dass ich das Zeug heute noch lesen möchte. In Zeiten des Heranwachsens war Charles Bukowski für viele eine große Sache. Anti-bürgerlich, verkommen und sowohl gegen rechte als auch gegen linke Lehrer zu gebrauchen.
Kurz kam mir auch wieder die Erinnerung daran, wie ich mit den Söhnen, als sie noch klein waren, einen vermeintlich lustigen Film aus meiner Kindheit sehen wollte, mit Bud Spencer und Terence Hill. Denn was hatten wir gelacht damals! In den ersten Minuten des Films wurden dann Frauen und Kinder geschlagen, wurde ohne Gurt Auto gefahren, wurde beim Familienessen geraucht und gesoffen. Ich hatte so viel spontanen Erklärungsbedarf, wir haben den Film dann nicht weitergesehen. Zumal auch keine einzige der Pointen bei den Söhnen funktionierte.
Tempi passati, das gilt oft auch für den Humor der Zeit.