goog­le’s gunst

felix schwenzel in artikel

mo­men­tan wird all­über­all die­ser ar­ti­kel von ka­tie bak­er emp­foh­len, in dem es um die tief­grei­fen­den ver­än­de­run­gen der goog­le-su­che in rich­tung KI-ant­wor­ten geht und wie sehr web­sites die sich auf such­ma­schi­nen­traf­fic ver­las­sen ha­ben und da­für op­ti­miert ha­ben, dar­un­ter lei­den.

Last month, Boulia­ne was one of the guests on an NPR seg­ment about the ch­an­ges to Goog­le; he told the hosts that his traf­fic was down 75 per­cent sin­ce AI Over­views was laun­ched in 2024. An­o­ther guest, Aman­da Na­tiv­i­dad of SparkT­oro, of­fe­red a sobering stat (well, un­less you’re a pro­duct ma­na­ger at Goog­le) about “zero-click” ra­tes the­se days. “Six­ty-eight per­cent of all U.S. Goog­le sear­ches end wi­t­hout a click,” she said—mea­ning that users get what they need di­rect­ly in the search page (or just get dis­trac­ted, I guess) wi­t­hout ha­ving to vi­sit any out­side sites. That’s an in­crease from 45 per­cent a de­ca­de ago. An­o­ther grim fi­gu­re, per The Te­le­graph: While ap­pearing first in Goog­le search re­sults used to mean get­ting a click 27 per­cent of the time, that num­ber drops to 11 per­cent when the­re’s an AI Over­view up top.

ich habe mir mal mei­ne ma­to­mo zah­len an­ge­se­hen. ma­to­mo nut­ze ich seit 2010 (da­mals noch als pi­wik). goog­le hat­te min­des­tens ein jahr­zehnt den ruf sehr blogaf­fin zu sein. goog­le moch­te da­mals sei­ten die re­gel­mäs­sig ak­tiua­li­si­ert wur­den und le­ben­dig er­schie­nen. ich kann mich an zei­ten er­in­nern, zu de­nen bei­trä­ge von mir 2 mi­nu­ten nach der ver­öf­fent­li­chung be­reits in su­cher­er­geb­nis­sei­ten auf­tauch­ten.

mit dem ein­zug von fri­da bei uns vor sechs jah­ren und tech­ni­schen pro­ble­men mit mei­nem ur­alt-CMS liess mei­ne pos­ting­fre­quenz stark nach und ich ver­lor goog­le’s gunst.

übersicht der besucher pro jahr jahr die google auf wirres.net schickt. sie zahlen sind von matomo und reichen von 2010 bis jetzt.. 2012 lagen die zahlen um 18tausend pro jahr, 2014 gab es einen dip auf 10tausend, 2019 einen spitze von 20tausend und 2026 dürften es wieder 12tausend werden.

seit ich im april 2025 die­se web­site neu­ge­star­tet habe, habe ich mich in der gunst von goog­le lang­sam wie­der hoch­ge­ar­bei­tet. im juni 2025 schick­te mir goog­le um die zwei be­su­cher pro tag vor­bei. mitt­ler­wei­le sind es so um die 60 be­su­cher täg­lich. ak­tu­ell zeigt ma­to­mo 7000 be­su­cher die mir goog­le die­ses jahr be­reits ge­schickt hat. hoch­ge­rech­net dürf­ten das min­des­tens 12.000 be­su­cher die­ses jahr wer­den. da­mit bin ich fast wie­der auf dem ni­veau der jah­re 2013 bis 2018.

screenshot aus der google search console zeigt den anstieg der impressions und klicks in den letzten 16 monaten

ein gros­ser an­teil der re­fe­rer kom­men über re­zept­su­chen. ob­wohl auch re­zept­sei­ten-be­trei­ber laut ka­tie bak­er über rück­gän­gi­ge zah­len kla­gen, scheint goog­le re­zept­su­chen­de wei­ter­hin sehr ger­ne zu re­zep­ten im web zu schi­cken, bzw. re­zept­sei­ten nach wie vor mit sehr vie­len be­su­chern zu „be­loh­nen“. ich bin da nicht al­lein.

die fra­ge die im raum steht, ob goog­le das „of­fe­ne netz“ zer­stö­re, wird jetzt oft ge­stellt. ich bin mir da nicht so si­cher. frü­her™ war kei­nes­falls al­les bes­ser. ag­gres­si­ve such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung hat bei mir re­gel­mäs­sig sehr viel mehr ne­ga­ti­ve emo­tio­nen aus­ge­löst, als das was goog­le da ge­ra­de ver­an­stal­tet. und: mir ist es ehr­lich­ge­sagt egal ob goog­le be­su­cher für ein re­zept hier­her schickt oder das re­zept (mit or­dent­li­cher quel­len­an­ga­be) auf der such­er­geb­nis­sei­te an­zeigt.

ich gebe mir gros­se mühe re­zep­te die ich hier ver­öf­fent­li­che gut zu­gäng­lich, les­bar oder zum bei­spiel in re­zept-apps ex­por­tier­bar zu ma­chen. we­nig macht mich so ag­gres­siv wie re­zept­sei­ten im web, auf de­nen man erst­mal drei ban­ner weg­kli­cken muss und dann sechs ki­lo­me­ter scrol­len muss, um ans re­zept zu kom­men. re­zep­te sind zum ko­pie­ren, sam­meln, wei­ter­ge­ben, emp­feh­len und vor al­lem wie­der­fin­den da. das wie­der­fin­den ist der grund, war­um ich re­zep­te an­fangs über­haupt ins in­ter­net schrob: um die gu­ten sa­chen schnell wie­der­zu­fin­den. mitt­ler­wei­le fin­de ich al­les in mela1, weil ich da al­les rein­spei­che­re und mela gleich­zei­tig auch als rea­der-app nut­zen kann um das gan­ze brim­bo­ri­um auf re­zept­sei­ten aus­zu­blen­den.

ganz am ende von ka­tie bak­ers ar­ti­kel schreibt sie:

Back in 2000, four ye­ars be­fo­re Goog­le’s IPO, co­foun­der Lar­ry Page mu­sed in an in­ter­view that “ar­ti­fi­ci­al in­tel­li­gence would be the ul­ti­ma­te ver­si­on of Goog­le.” In his vi­si­on, “It would un­der­stand ever­y­thing on the web. It would un­der­stand exact­ly what you wan­ted, and it would give you the right thing.” Goog­le Search as we thought we knew it feels bro­ken, now that they’ve gone and ch­an­ged the for­mu­la. But may­be all this time it’s been roun­ding into its fi­nal form, just as the el­ders fo­re­saw.

ich er­in­ner mich noch wie ich in den frü­hen 2000ern mal mit ma­rio six­tus über ma­ris­sa may­er plau­der­te, goo­gles an­ge­stell­te num­mer 20. die hat­te sich im stu­di­um un­ter an­de­rem auf künst­li­che in­tel­li­genz spe­zia­li­si­ert. das heisst auch, dass goog­le im prin­zip seit 20, 25 jah­ren das web mit KI auf­be­rei­tet hat. vor dem auf­kom­men von lar­ge lan­guage mo­dels wa­ren das noch an­de­re KI-ge­schmacks­rich­tun­gen, aber über­ra­schend ist die ent­wick­lung von goog­le zur heu­ti­gen KI-las­ti­gen aus­prä­gung nicht wirk­lich.

ego suche nach felix schwenzel bei kagi
ego su­che nach fe­lix schwen­zel bei kagi

was auch klar ist: goog­le kommt den vor­lie­ben der men­schen, die goog­le be­nut­zen, ent­ge­gen. so rich­tig ver­ab­scheu­en schei­nen die nut­zen­den die KI-vor­schau­en in der goog­le su­che nicht. soll­ten goog­le mes­sen, dass die an­zahl der nut­zen­den ab­nimmt, wür­den sie wahr­schein­lich sehr schnell ge­gen­steu­ern.

trotz­dem habe ich mir vor­ge­nom­men jetzt für eine wei­le mal eine an­de­re stan­dard-such­ma­schi­ne zu nut­zen. kagi.com ist ja viel­ge­lobt und auch wenn mein ers­ter ein­druck nicht be­rau­schend2 ist, will ich das mal aus­pro­bie­ren.


  1. wer will kann mei­ne re­zep­te auch als RSS in mela abon­nie­ren (feed↩︎

  2. kagi.com hat wir­res.net nach ei­ge­nen an­ga­ben zu­letzt 2008 in­de­xiert zeigt ver­wir­ren­de ka­len­der­da­ten ne­ben den such­er­geb­nis­sen an. ↩︎

1 kommentar
bebal 🤸‍♂️
Das liegt am guten Content.
Mag die KI Suche.