Über die Si­cher­heit von Fin­ger­ab­drü­cken

felix schwenzel

seit dem som­mer habe ich ein ipho­ne 5S, das sich mit ei­nem fin­ger­ab­druck­sen­sor ent­sper­ren lässt. in den USA kann man mit dem fin­ger­ab­druck auch be­zah­len.

na­tür­lich ist so ein fin­ger­ab­druck nicht si­cher im sin­ne von si­cher. vie­le leu­te wei­sen dar­auf hin, dass fin­ger­ab­drü­cke schon lan­ge ge­hackt sind — und vor al­lem, dass man sei­ne PIN oder sein pass­wort än­dern kön­ne, sei­ne fin­ger­ab­drü­cke aber nicht. aber zum ent­sper­ren des te­le­fons ist fin­ger­ab­drü­cken mei­ner mei­nung nach (cir­ca) zwei­tau­send mal si­che­rer, als in al­ler öf­fent­lich­keit eine PIN ein­zu­tip­pen. ich sehe je­den tag ca. 5-10 PINs oder an­droid-öff­nungs­mus­ter, wenn leu­te in der bahn oder im bus ihr te­le­fon ent­sper­ren. ich ent­sper­re mein te­le­fon per hand­auf­le­gen. um mein te­le­fon auf­zu­be­kom­men, muss man nicht nur das te­le­fon in die hand be­kom­men, son­dern auch mei­nen fin­ger.

und zum be­zah­len eine PIN an ei­nem frem­den ter­mi­nal ein­zu­ge­ben, ist, auch wenn man das PIN-pad mit dem ei­ge­nen kör­per ab­deckt, al­les an­de­re als si­cher: mit wär­me­ka­me­ras kann man die tas­ten­kom­bi­na­ti­on nach­träg­lich be­quem ab­le­sen, die in­te­gri­tät des ter­mi­nals ist kei­nes­falls ge­si­chert (sieht man bei ma­ni­pu­lier­ten geld­au­to­ma­ten) und per un­ter­schrift zu zah­len ist — naja — auch nicht ge­ra­de das, was ich mir un­ter „si­cher“ vor­stel­le. des­halb sehe ich beim zah­len per fin­ger­ab­druck eher ei­nen klei­nen fort­schritt bei der si­cher­heit und schütz­bar­keit, als ei­nen rück­schritt.

und: zu­min­dest auf mei­nem ipho­ne kann ich je­der­zeit den fin­ger­ab­druck­sen­sor de­ak­ti­vie­ren und wie­der eine (je­der­zeit) zu än­dern­de PIN nut­zen, falls ich das ge­fühl habe, mein fin­ger­ab­druck sei kom­pro­mi­tiert (was er ist, seit­dem ich ihn mehr­fach bei der ein­rei­se in die USA ab­ge­ben muss­te).

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