letz­tes wo­chen­en­de und kla­gen

felix schwenzel in notiert

was ich über die blog­le­sung in mün­chen am wo­chen­en­de lese, hört sich al­les nach ei­ner sehr schö­nen ver­an­stal­tung an (teil 1, teil 2 und teil 3 bei frau klug­sch­eis­ser, die al­les wich­ti­ge ver­linkt). ich wäre auch ger­ne da­bei ge­we­sen. aber ich muss sa­gen, ich war auch ger­ne zu­hau­se. am sams­tag habe ich nach dem mor­gen­spa­zier­gang erst­mal drei stun­den mit­tags­schlaf ge­macht. manch­mal zie­he ich an wo­chen­en­den das nichts­tun dem er­le­ben vor, ins­be­son­de­re wenn ich vorm ende der wo­che zu­viel oder ge­nug er­lebt und ge­tan habe.

nichts zu tun hat in­ter­es­san­te ef­fek­te: ich spü­re dann, wie mir die zeit durch die fin­ger rinnt. wenn ich an ver­an­stal­tun­gen oder un­ter­neh­mun­gen teil­neh­me, spü­re ich das nicht und wun­de­re mich dann hin­ter­her, wo die zeit ge­blie­ben ist.


wenn mich leu­te fra­gen, wie es mir geht, ant­wor­te ich meis­tens: „ich kann nicht kla­gen“, schie­be dann noch ein „li­te­ral­ly“ hin­ter­her und be­haup­te ich kön­ne es ein­fach nicht. was ei­ner­seits auf zwei bis drei me­ta­ebe­nen wit­zig sein soll und an­de­rer­seits nicht stimmt. ich könn­te kla­gen, wenn ich woll­te — aber in der re­gel will ich es nicht.

vie­le men­schen lie­ben es zu kla­gen. über al­les mög­li­che, über die ju­gend, über die rent­ner, nach­barn, frem­de, be­kann­te, über po­li­ti­ker, KI oder ihr ver­meint­lich ver­korks­tes le­ben.

kla­gen­de men­schen kön­nen sehr wit­zig sein, zu­min­dest wenn sie auf par­s­chip ver­su­chen va­nes­sa ken­nen­zu­ler­nen und sie dann ei­nen sehr wit­zi­gen text dar­aus macht (den sie auf der blog­le­sung vor­ge­le­sen hat).

aber sonst? wozu ist kla­gen sonst gut? 

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