peaky blinders s01e03 bis e06 (staffel-fazit)

felix schwenzel, , in gesehen    

gleich in der ersten folge hatte ich das gefühl, dass peaky blinders sehr nach sons of anarchy schmeckt. tatsächlich ist das grundmotiv von peaky blinders dem von sons of anarchy ziemlich ähnlich. beide erzählen die geschichte einer brutalen verbrecherbande aus der pespektive der gang. das gibt der erzählung die chance, die charaktere der gang-mitglieder schön auszudifferenzieren. dazu kommt in beiden serien die perspektive eines ermittlers, der versucht die verbrecher zu fall zu bringen.

das läuft dann zwangsläufig auf ein dauerpimmelfechten kräftemessen zwischen den anführern der verbrecher und den ermittlern heraus. das kräftemessen spielt sich nach einem einfachen schema-f ab: nach ein, zwei offenen, teilweise brutalen konfrontationen, fangen die gegenspieler an deals zu machen und sich gegenseitig auszumanövrieren. im laufe dieses prozesses korrumpiert sich der ermittler langsam aber stetig und alle gegenspieler reiten sich, trotz gelegentlicher taktischer erfolge, mehr und mehr in die scheisse.

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bei sons of anarchy fand ich das ein paar staffeln lang äusserst spannend, zumal die ermittler von staffel zu staffel wechselten und teilweise grandios besetzt waren. nach einer weile wurde das wiederkehrende muster dann aber langweilig, auch wenn das motiv immer leicht variert wurde. von peaky blinders hab ich jetzt die erste staffel gesehen und bin überhaupt nicht gelangweilt, im gegenteil. einerseits gefallen mir die charaktere hier sehr viel besser. die hauptfigur, der peaky-blinders-anführer thomas shelby, gespielt von cillian murphy, hat gegenüber dem etwas stumpfen SAMCRO-anführer jax teller (enorm dumpf gespielt von charlie hunnam) ein paar entscheidende vorteile: er ist klug, (meistens) kontrolliert und fähig ordentlich zu kommunizieren. das sekundär-motiv von sons of anarchy ist meiner meinung nämlich die unfähigkeit der führungsriege, entscheidende informationen auszutauschen. nicht wenige der katastrophalen ereignisse in sons of anarchy, lassen sich genau darauf zurückführen. bei sons of anarchy war das natürlich weniger ein motiv, als ein dramaturgisches mittel, um die story überhaupt in gang zu halten. peaky blinders bekommt die dramaturgie aber auch ohne diese stütze gut hin. überhaupt, ist sowohl die relativ verschachtelte geschichte, als auch die motivation von thomas shelby, viel nachvollziehbarer.

ich bin ja ein grosser fan von nachvollziehbarkeit. wenn hauptfiguren aus dramaturgischen gründen, schlecht begründete, bescheuerte entscheidungen treffen, sitze ich vor dem bildschirm und schlage mir die stirn wund. nicht so bei peaky blinders. selbst die amourösen elemente der serie bleiben nachvollziehbar, auch wenn sie, wie immer, furchbar kompliziert angelegt sind.

ich kann über diese erste staffel wenig schlechtes sagen. neben dem guten, aber irritierenden, eher inadäquaten soundtrack, haben mich eigentlich nur die etwas eindimensional bespielten kulissen gestört. sowohl die nebelmaschinen, als auch die funkensprüher wurden viel zu dick aufgetragen. ausserdem war einer der hauptspielorte, die stammkneipe der peaky blinders (the garrison) total überbeleuchtet. eher erfreulich fand ich, dass das gewummere der stahlpressen im hintergrund nie aufhörte, auch bei bettszenen lief das gewummere einfach subtil weiter im hintergrund. schauspielerisch kann ich nichts aussetzen, auch nicht am schauspiel von annabelle wallis, die die zweischneidige grace burgess spielt — ausser, dass sie, wie der soundtrack, hoffnungslos aus der zeit gefallen zu sein scheint. sie wirkte auf mich in jeder szene wie eine zeitreisende aus den 90er jahren. nichts an ihr fühlte sich nach den 1920er jahren an, in denen die serie eigentlich spielt.

* * *

die erste staffel hat auf rotten tomatoes sehr gute wertungen, die zweite noch bessere. hier meine anmerkungen zur ersten und zur zweiten folge. sehen kann man die erste staffel auf netflix, die zweite leider (noch?) nicht. ich habe die letzten vier folgen beinahe am stück gesehen, was im prinzip ein gutes zeichen sein sollte. kann aber auch daran liegen, dass ich am wochenende ne sturmfreie bude hatte. weil ich so wenig an der serie auszusetzen habe, gebe ich nach ganz leichtem zögern auch die volle punktzahl.

jimmy kimmel live vom 13.04.2016

felix schwenzel, , in gesehen    

(mit robert downey junior, don cheadle, emily vancamp, paul bettany und musik von mayer hawthorne)

jimmy kimmel beginnt seine standups sehr sympathisch: er quatscht nach 5 sekunden applaus einfach unbeirrt in den applaus rein und zwingt das publikum so, den applaus einzustellen. die meisten late-night-gastgeber kosten ihren applaus zehn bis zwanzigmal so lange aus. das erweckt in mir den eindruck, dass kimmel sehr geerdet ist, zumal er während seiner standups auch immer ein bisschen schüchtern wirkt. der standup dieser sendung war auch relativ witzig, unter anderem erzählte kimmel von bono, der
vor einem subkomintee des us-senats vorschlug, komiker in den nahen osten zu schicken, weil lachen religiöse extremisten entzaubern würde. deshalb sollte amerika komiker wie chris rock, amy schumer oder sacha baron cohen in den nahen osten schicken. kimmel schlug vor erstmal mit bill cosby anfangen und gucken wie das funktioniert.

kreuzöde, aber dann doch irgendwie niedlich, war der einspieler mit kimmels cousin, der an der rückgabekasse eines supermarkts, vor versteckter kamera, versuchte ein rentnerpäärchen aus der fassung zu bringen. das sympathische war, dass die beiden höflich, hilfsbereit und ganz nüüdlich blieben.

als gast war robert downey junior eingeladen, um den neuen captain-america-film promotion zu machen.

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robert downey gab eine interessante mischung aus hyper-arroganz und schnelldenkerei zum besten. ich weiss nicht ob ich ihn sympathisch finden möchte, aber ich vermute, genau das ist sein ziel mit solchen auftritten. deshalb finde ich ihn jetzt aus trotz sympathisch. in der zweiten hälfte brachte er noch ein paar kollegen aus dem ensemle des neuen captain-america-film mit auf die bühne („team ironman“), was ziemlich langweilig und überflüssig auf mich wirkte. bei der musik hab ich abgeschaltet.

peaky blinders s01e02

felix schwenzel, , in gesehen    

in dieser folge türmen sich die erfolge für thomas shelby übereinander. sein strategisches geschick scheint sich auszuzahlen, alles was er eine folge lang geplant und vorbereitet hat, geht in dieser folge auf. das ist sehr angenehm zu schauen, und auch wenn wir uns bisher kaum kennen, dieser shelby und ich, freue ich mich mit ihm, dass das alles klappt, auch wenn er ein verbrecher ist. so werden sich die drehbuchautoren das auch gedacht haben.

schon nach zwei folgen bin ich jetzt doch ein grosser fan von cillian murphy geworden, der thomas shelby sehr blauäugig, ruhig und unprätentiös spielt. auch wenn sam neill als inspector campbell in manchen einstellungen wie schulze ohne den anderen schulze aussieht, spielt er so überragend, dass man es nicht merkt, dass er spielt. eins der zentralen ereignisse der folge, ist eine unterhaltung der beiden, von der sich charlie „jax“ hunnam damals gerne eine scheibe hätte abschneiden können.

nicht schlecht, aber etwas irritierend, war der soundtrack dieser folge. an nick caves red right hand als titelmelodie habe ich mich schnell gewöhnt, aber die white stripes passen irgendwie nicht zu den 20er jahren.

diese folge ist bereits die zweite folge, die mit einem pferd aufmacht. irgendwas hat thomas shelby mit pferden, leider habe ich durch pures zusehen, nicht herausfinden können, was das ist. wenn das so weitergeht, schlage ich es im internet nach.

marvel’s agents of S.H.I.E.L.D s03e15 (spacetime)

felix schwenzel, , in gesehen    

nachdem ich mich zuletzt irre über die watchdogs-folge geärgert habe, muss ich jetzt wirklich aufhören mit agents of shield. ich halte den pathos und die billigen spannungsbögen einfach nicht mehr aus. ich vermute, dass es im writer room der serie heftige beweungen gab und das der oder diejenige, die den geschichten bisher immer noch ein bisschen humor und sinn eingehaucht hat, rausgeflogen ist. die geschichten enthalten jetzt nur noch pathos, militärische zackigkeit, heldentum-gedöns und billige schockeffekte. leider ist dasd nicht mehr auszuhalten, was wirklich schade ist, den agents of shield hat mal so gut angefangen und sich stark gehalten. das scheint jetzt vorbei zu sein.

peaky blinders s01e01

felix schwenzel, , in gesehen    

eine serie, die bei rotten tomatoes für die erste staffel 86% und für die zweite 100% tomaten-punktzahl bekommt, wollte ich dann doch mal gucken. und tatsächlich hat mir die erste folge auch gleich auf anhieb ganz gut gefallen.

ein bisschen fühlt sich das an wie eine mischung aus gangs of new york und sons of anarchy in den 20er jahren. die erzählstruktur ist angenehm flott, ohne grosse hektik, gleich in der ersten folge kann man sich ein ganz gutes bild machen, um was es in den kommenden folgen wohl so gehen wird. neben der vorstellung der hauptfiguren und des handlungsrahmens, schaffen es die autoren auch gleich ein paar überraschende wendungen in die erste folge einzubauen — wie gesagt, ohne hektik aufkommen zu lassen. das deutet entweder auf ziemlich gute drehbuchautoren, oder es liegt an cillian murphy als tommy shelby, der eine angenehme ruhe ausstrahlt, obwohl ich gar nicht mal so sympathisch finde.

die erste staffel ist von 2013, 2014 lief die zweite staffel und eine dritte staffel ist für den mai diesen jahres angekündigt (aus der wikipedia abgeschrieben).

ich guck das gerne weiter, unnd bin vor allem auf die zweite staffel gespannt, um zu sehen, wie eine staffel aussieht, die so gute kritiken einheimst.

(läuft unter anderem auf auf netflix)

modern family s07e19 (man shouldn’t lie)

felix schwenzel, , in gesehen    

während mir the big theory immer weniger gefällt, gefällt mir modern family immer mehr. die geschichten in dieser folge ergaben zwar überhaupt keinen sinn und es zeigte sich, dass dreharbeiten mit tieren die schauspieler furchtbar überfordern, aber über phils dialoge in dieser folge musste ich mehrfach herzlich lachen.

the big bang theory s09e20 (the big bear precipitation)

felix schwenzel, , in gesehen    

ach je. die big bang theory langweilt mich wirklich sehr. nur die gewohnheit hält mich davon ab, damit aufzuhören. ja, ein zwei gags zündeten auch bei mir, aber die haltung der sendung, alle doof ausser sheldon und auch der ist doof, ist jetzt wirklich ausgelutscht. vielleicht höre ich doch genau jetzt auf, die serie weiterzu gucken. gibt ja genug anders.

better call saul s02e09 (nailed)

felix schwenzel, , in gesehen    

ich hatte ja erwartet, dass es in dieser folge richtig knallt. es knallt aber nur so mittel. diente die gesamte vorherige folge als eine art langer-cliffhanger zu nailed, wird chuck tatsächlich auf eine art genagelt. jimmy nagelt sich selbst als anwaltsikone und mike nagelt das kartell.

jimmy mcgill vor einer frisch gewaschenen fahne
jimmy mcgill vor einer frisch gewaschenen fahne

das ist alles weit weniger daramtisch als die spannung die die letzte folge aufgestaut hat vermuten liess, aber vollkommen in ordnung, auch weil das cliffhangeln am ende der folge munter weitergeht.

modern family s07e18 (the party)

felix schwenzel, , in gesehen    

runde witzige folge, in der es um eine party geht (obviously) und phil und mitch irgendwann, sehr lustig und „high as kites“, bekifft durchs haus laufen.

mir fiel in dieser folge wieder eine der entscheidenden qualitäten dieser serie auf: sie mag ihre protagonisten. die drehbuchschreiber quetschen die figuren nicht nur aus, damit ein paar witze heraustropfen, sondern sie kitzeln die witze liebevoll heraus. wie das anders geht, sieht man an der big bang theory, bei der ich das gefühl habe, dass die autoren ihre figuren nicht mögen und sie keine scheu haben, sie dumm dastehen zu lassen.

in modern family mögen sich alle, auf irgendeine art. wir mögen die figuren, weil wir uns in ihnen wiedererkennen, die autoren mögen die figuren nicht nur wegen ihres witz-potenzials, sondern weil sie offenbar spass daran haben, mit sympathischen figuren zu spielen und die figuren mögen sich untereinander, weil sie eine familie sind. in der big bang theory spürt man den figuren gegenüber keine liebe, 80 prozent des ensembles werden als deppen gezeichnet und aus deren stumpfsinnigkeit und deren fehlern, werden die gags geschöpft. die figuren in modern family haben auch ihre schwächen und brüche, aber die werden immer mit sympathischen eigenschaften gekontert.

modern family ist, in einem wort, philanthropisch.

black mirror christmas special (white christmas)

felix schwenzel, , in gesehen    

ich hatte ja so meine probleme mit der ersten staffel black mirror und fand die ersten beiden folge ganz gut, aber die dritte eher albern. weil mir das weihnachtsspecial in meinen timelines wärmstens empfohlen wurde, habe ich mir das special angesehen, und die zweiten staffel erstmal übersprungen.

und ich fand diese folge (wieder) ziemlich gut. teile der geschichten krochen mir erneut in den kopf und deprimierten mich aufs äusserste. die drei geschichten sind extrem geschickt verschachtelt und miteinander verwoben. diese erzählstrucktur macht den wesentlichen reiz dieser folge aus und liess mich über gelegentliche erzählerische schwächen und absurditäten hinwegsehen. jede der drei geschichten wäre gut genug für eine eigene folge gewesen, aber so ineinander verschachtelt entwickelt sie einen besonderen reiz.

was mir nach dieser folge (endlich) auffiel, war das strickmuster von black mirror. die serie gilt ja als science-fiction und die oberflächlich gut erkennbare idee hinter der serie ist, bestimmte technologische und gesellschaftliche entwicklungen zugespitzt weiter oder zuende zu denken und zu zeigen, was dieser technologie- und gesellschaftswandel in der konsequenz bedeuten könnte. eine ebene tiefer zeigt sich aber noch ein anderes motiv. es ist genau das element, das die faszinierende unerträglichkeit der einzelnen folgen ausmacht und genau das element, was mir immer wieder nach dem zuschauen in den kopf kroch und mich irre deprimierte (und nachdenklich machte). das vorherrschende, nicht ganz offensichtliche thema der serie ist sadismus. black mirror zeigt nicht (nur), welche deprimierenden folgen technologie haben könnte, sondern was passieren könnte, wenn die (micro) gesellschaften oder einzelne personen, die in der serie gezeigt werden, sich neuer technologien bemächtigen, um ihren sadismus auszuleben.

besonders krass (und gleichzeitig faszinierend) ist das in white christmas ausformuliert. am ende des specials urteilen zwei polizisten eigenhändig nach einem verhör und denken sich eine strafe aus („now, that’s a proper sentence“), die wahrhaft bilblische dimensionen hat: pi mal daumen 3 millionen jahre strafe. wie man jemanden (theoretisch) 3 millionen jahre lang bestrafen kann, wird im laufe der folge plastisch erklärt und hergeleitet und die vorstellung ist so monströs, dass man diese folge black mirror wohl gut und gerne als existenzialistisches werk bezeichnen könnte. oder als sadistischen horror: de-sade-fiction.

toll erzählt, gut gespielt und sehenswert. verdirbt allerdings die laune und lust auf weihnachten.

(läuft unter anderem auf netflix)