i tell alexa that my wife wants to read in the guest room and she dims the lights as katia likes it. after i finish cooking, i tell her that diner is ready and alexa calls katia (dinging a gong) and dims the light appropriately. if i need more or less light, i just say turn up the light or turn it down or off, she does so, depending in which room i am in. i can ask alexa alexa to add items to a shopping list, set the heating or set timers …

… except that it’s not really alexa, but a self hosted, local service running on a couple of raspberries in out flat. after watching citizenfour my wife wanted the real, the amazon alexa out of the house and i had to rebuild her on my own using homeassistant and snips (and a universal snowboy hotword model). i actually don’t miss anything of the real alexa and rather enjoy that i can tweak my new assistant to my liking (and not amazons’ liking). i’m not a coder and what i do to keep my home automation running can hardly be called programing. but it works.

and i think, if we want to talk about voice assisatnts seriously, we also need to talk about the emerging privacy aware voice assistants (snips, mycroft and full or semi open source stuff, that you can plug together to built your own solution). snips.ai is really amazing. hotword and voice recognition are all done on a pi, without the need for an external network connection. i only use an external service for text to speech, because the non-cloud services (at least for the german language) are still too crappy (there are decent ones for english, though).

the ease of use and setup for these self hosted solutions is still no match for amazon’s solutions and reach, but they are getting there. and frankly, i think it’s only a matter of time, that people get fed up with the snooping and unfettered data collection of the cloud giants. „it just works“ is not enough any more - at least in the long run.

i could also use siri for most of the light and home control i want to excercise. all my lights, switches, sensors and media playes are also connected to homekit. but siri is still really stupid and cumbersome. the only thing i occasioanlly use siri for is „wake me at 6 a.m.“ or „5 minute timer, please“. the state of siri is a shame, especially if you see the flexibility, customizability and quality of a solution like snips.ai.

der snips standard tts-service ist pico2wav, was sich wirklich eher armselig anhört. man kann snips aber auch per homebrew auf einem mac installieren (auf meinem high sierra laptop hat das geklappt, auf dem el capitan mac mini nicht) was dann die apple-sprachsynthese nutzt. die ist auch nicht sooo toll, aber viel besser als pico2wav. vor allem funktioniert das dank mqtt auch auf dem raspi, auf dem mac müsste ausser dem tts-service nichts anderes laufen und alle snips-instanzen könnten dann den mac-tts-service mitnutzen.

mycroft hat auch ein ganz gutes open source tts-projekt das lokal funktioniert, nur leider (noch) nicht in deutsch. über andere alternativen bin ich noch nicht gestolpert.

(ich nutze übigens amazon polly, wenn das internet weg sein sollte, fällt snips auf pico2wav zurück.)

oder andersrum: ohne das auskunftsrecht hätten wir nie erfahren, wie schlampig man bei amazon mit privaten daten umgeht, dass diese daten keinesfalls pseudonymisiert gespeichert werden und dass amazon offenbar grundsätzlich keine meldungen über datenschutzunfälle abgibt.

angesagt bin ich offenbar nicht, hab aber trotzdem ein highlicht

felix schwenzel, , in artikel    

digitalzimmer.de hat angesagte Blogger-Kollegen gefragt, welche Produkte oder Trends sie in den vergangenen zwölf Monaten besonders beeindruckt haben.

ich wurde nicht gefragt, bin also in der digitalzimmerwelt nicht angesagt. das hat den vorteil, dass ich ohne einschränkungen trotzdem meinen senf abgeben kann und mich vor allem nicht wie die „blogger-kollegen“ an „highlights“ und „trends“ halten muss, die man einfach im laden kaufen kann. meine highlights bestehen nämlich (quasi) aus bausätzen.

* * *

felix schwenzel

felix schwenzel ist gründer des kraut- und rüben-blogs wirres.net. vor zwei jahren hat er begonnen funksteckdosen zu vernetzen und funksensoren zu bauen. auf der suche nach wegen seine vernetzten geräte zu automatisieren, stiess er auf home-assistant und verwaltet damit jetzt fast alle leuchten in seiner wohnung, um die 50 sensoren und gefühlt 600 automatisierungen.

vor einem jahr habe ich mit amazons alexa die freuden der sprachsteuerung entdeckt. meine wirklich grosse freude über funktionierende spracherkennung und die möglichkeit sowohl unsinn als auch sinnvolles per sprache zu steuern, wurde allerdings dadurch getrübt, dass es unglaublich viele restriktionen bei der anpassung an unsere bedürfnisse gab und gibt. weder ich noch die beifahrerin können uns die teils komplizierten, erforderlichen satzkonstruktionen merken („öffne bring und füge joghurt zur einkaufliste hinzu“). die mangelnde kontrolle, das nagende unwohlsein einen lauschsprecher in der küche zu haben, der alle möglichen daten und audioschnipsel in amazons silos speichert, hat schliesslich dazu geführt, dass ich mit snips experimentieren wollte.

das experiment stellte sich als arbeitsintensiv, aber für meine bedürfnisse besser geeignet als de amazon-cloud-lösung heraus. snips ist deshalb mein highlight des jahres 2018, weil ich endlich natürlich und personalisiert mit meinen vernetzten lichtern, aktoren und sensoren reden kann. um szenen zu aktivieren brauche ich nicht zu sagen „aktiviere entspannung“, sondern kann sätze sagen wie: „ich möchte fernsehen“ (dimmt das licht im aktuellen raum), „katia möchte im kinderzimmer lesen“ (aktiviert die szene „lesen“ im kinderzimmer), „katia möchte fernsehen“ (erkennt dass es sich um den raum „stube“ handelt und schaltet neben gedimmten licht auch gleich den fernseher ein). den „küchentisch“ kann ich beliebig dimmen (indem ich prozentzahlen sage, „hell“, „dunkel“, „heller“, „dunkler“ sage), farben anpassen („gelbweiss“, „blauweiss“, „tageslichtweiss“), aber auch alltagssätze wie „es ist zu dunkel“, „es ist dunkel wie im bärenarsch“ oder „katia ist da“ verändern das licht entsprechend (die beifahrerin möchte es in der küche immer hell haben, ich eher gedimmt, weshalb „katia ist da“ oder „katia ist wieder weg“ entsprechend die lichtstimmung steuern und das ganze mit blöden sprüchen komplettieren). vor allem kann ich die küchentischbeleuchtung auch „tisch“, „esstisch“ oder „deckenlampe“ nennen — und wäre ich lustig mir auch beliebig viele andere synonyme ausdenken.

ich kann den vorhang mit einfachen sätzen steuern („vorhang auf“, „vorhang schliessen“, „kannst du den vorhang auf machen?“), was mir mit alexa nur auf umwegen gelungen ist („schalte den vorhang ein“). wenn ich in der küche sage, dass das essen fertig sei, ruft snips die beifahrerin und dimmt das licht (mittelhell, so wie die beifahrerin es gerade noch aushält). timer und wecker kann ich nicht nur (wie mit alexa) auf zuruf stellen, sondern auch anzeigen. geräusche, umgebungsgeräusche (ambient sounds) kann ich mit sätzen wie „meeresrauschen im bad“ oder „pups mal im flur“ auf unsere audio-systeme schicken (musik steuern wir (momentan noch) lieber per mobiltelefon, wo spotify-connect sie dann auf ein paar raspberries oder einem yamaha verstärker in beliebigen räumen abspielt).

der vorteil von snips ist gleichzeitig der nachteil von snips: man muss/kann alles selbst machen. welche sätze snips versteht bestimme ich, nicht ein amazon-ingenieur. die arbeit die mir hunderte oder gar tausende amazon-ingenieure abnehmen, wenn ich einen echo-lauschsprecher nutze, muss ich zum grossen teil selbst erledigen. wobei snips einem da wirklich sehr viel arbeit abnimmt. und auch wenn snips noch nicht alle quellen ofengelegt hat, sind doch immerhin alle schnittstelen offen und dokumentiert und das basteln, das selber bauen, das tinkern und rumprobieren wird von den entwicklern und einer recht aktiven community unterstützt.

die sprachassistenten von amazon, apple oder google haben alle eine rudimentäre persönlichkeit. mit snips kann man die persönlichkeit seines assistenten selbst formen. wie er oder sie antwortet, auf was er oder sie wie reagiert, das alles habe ich mit snips selbst in der hand. das macht grossen spass.

und der lackmustest den jedes konsumentenfreundliche gerät bestehen sollte: snips lässt sich auch einfach abschalten.

„Der Protest-Strich“

felix schwenzel, , in antworten    

kusanowsky:

Soweit ich informiert bin – und es kann ja sein, dass ich mich irre – unterliegen Kinder unter 18 Jahren der Aufsicht durch Eltern, Lehrer oder sonstigen, mit der Ausübung einer Aufsichtspflicht beauftragten Personen, die selber mindestens 18 Jahre alt sind. Dazu zählt vor allem auch die Bestimmung über den Aufenthaltsort, den Kinder von 15 Jahren nicht gegen den Willen ihres Vormunds wählen dürfen. Das ist das eine.

Das andere ist, dass Kinder aus eigenem Antrieb sehr viele Dinge tun oder lassen, Schule schwänzen beispielsweise, Mitschüler mobben, Lehrer ärgern, Eltern anschreien, Murmeln spielen, Kaninchen streicheln oder Bettnässen. Dass sich Kinder aus eigenem Antrieb weigern, die Schule aufzusuchen, kann jeder glauben, der selber Kind war und zur Schule gehen musste.
Dass ein 15 jähriges Mädchen schulfrei dafür bekommt, gegen etwas zu protestieren, über das sie nur von ihren Lehrern informiert und unterrichtet wurde, hat sie gewiss nicht aus eigenem Antrieb geschafft.

Vielleicht wäre es an dieser Stelle gar nicht so schlecht, du würdest dich etwas differenzierter mit meiner verquasten Ausdrucksweise beschäftigen.
Manche Dinge sind nämlich gar nicht so kompliziert zu verstehen,

verquasung raubt mir meisten nur die lust auf auseinandersetzung oder weiterlesen, nicht unbedingt das verständnis. auch hier, in deinem kommentar, ist deine argumentation intellektuell einwandfrei, aber sie scheint mir eher auf nachdenken als einer auseinandersetzung mit der eigentlichen situation zu beruhen. gerade wenn man andere leute mit sexuell und gewalttätig konnotierten und herabsetzenden methaphern beschreibt, kann es ja nichts schaden nicht nur in den eigenen kopf zu schauen, sondern zum beispiel auch auf die berichterstattung.

ich nehme mir nicht heraus genau zu verstehen, was das mädchen im einzelnen antreibt, aber was ich über sie gelesen habe, lässt mich eher in eine andere richtung denken als dich.

ich habe gelesen, dass das mädchen dem autistischen spektrum zugeordnet ist (asperger) und vom zustand der welt so frustriert war, dass sie erkrankte. der aktivismus, so habe ich verschiedene artikel über sie verstanden, war ihr weg aus der krankheit — dem sich ihre eltern nicht in den weg stellen wollten, ihn aber auch nicht explizit gefördert haben.

der spiegel zitiert das mädchen:

Ihre Eltern wollten sie überzeugen, es sein zu lassen. „Und als sie nicht nachgab“, erzählt Vater Svante Thunberg, „haben wir ihr gesagt: ’Wir können nicht hinter dir stehen. Du musst es ganz allein machen.‘“

natürlich kann man darüber streiten ob diese form des protests pampige machtkommunikation ist, an der politischen und gesellschaftlichen realität vorbeigeht oder insgesamt untauglich ist, aber einfach aus dem eigenen, beschränkten erfahrungshorizont jemanden zu verurteilen ist dann auch wieder nicht anderes als ein kleines, vom schreibtisch initiertes machtspiel, ohne jedes risiko und mit minimalem einsatz. aber immerhin trägst du deine überzeugungen genauso unerschütterlich selbstbewusst vor, wie greta thunberg. mit dem unterschied, dass du ihr das verlassen auf den gesunden menschenverstand, das weglassen von „empirizität“ ankreidest, dir selbst aber zusätzlich auch das weglassen von evidenz erlaubst.

das ist nicht nur wunderbar und erfreulich, sondern auch exemplarisch. man sollte nicht nur auf’s lebensglück hinarbeiten, sondern auch und vor allem auf die fähigkeit glück zu erkennen.

erstmal ist es nicht unbedingt grandios, nur weil gerade alle davon reden, sondern vor allem neu (in deutschland). ansonsten; gute frage, ich hab noch ein paar mehr:

  • was ist so toll daran zeitung oder bücher auf dem handy zu lesen? (statt auf papier, das keinen akku braucht?)
  • was ist so toll daran bordkarten, eintrittkarten, kundenkarten auf dem handy zu haben? (statt sie übersichtlich auf papier oder plastik im geldbeutel zu haben?)
  • was ist so toll daran strassenkarten auf dem handy zu haben?
  • was ist so toll daran eine foto- und video-kamera auf dem handy zu haben?

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ne antwort auf all die rhetorischen fragen hab ich natürlich auch: es ist irre praktisch, alles was man unterwegs so braucht an einem ort und leicht zugänglich zu haben. ob das nun apple-, google- oder kreissparkasse-hintertupfingen-pay ist, ob es google-, here- oder apple-karten sind, ob es das apple-wallet oder irgendeine andere app ist, die meine bord- und eintrittkarten verwaltet, dürfte in den meisten fällen egal sein.

grandios wird es aber dann, wenn die nutzung wirklich einfach und reibungsfrei ist, wenn sich die lösung im alltag bewährt und auch tatsächlich sicher und datensparsam ist.

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letzte woche habe ich bemerkt, dass mein #aufdemwegzurarbeit-netto (ohne hund) jetzt auch selbstbedienungskassen installiert hat. ich bin einfach an der kassenschlange von 8 leuten vorbeigegengen, habe mein mittagessen gescant und meine EC karte auf das zahlterminal gelegt. keine PIN, keine unterschrift, super, raus, fertig.

heute früh hab ich mich wieder selbst im netto bedient, statt der EC karte habe ich heute aber mein handy ans zahlterminal gehalten. keine PIN, keine unterschrift, super, raus, fertig.

weil ich ungefähr 20 karten in meiner tasche habe werde ich künftig wohl die zahlung mit dem handy vorziehen, weil sie mir das rausgesuche erspart. mein handy habe ich immer griffbereit, meine EC karte (und PIN) nicht. ist das grandios? nö, aber ziemlich praktisch.

nicht zu vergessen, deutschlands führendes wetter-rumpelstilzchen und dummheits-anprangerer @kachelmann scheint auch auch jeden scheiss zu glauben, der ihm gerade in den aktuellen wutausbruch passt.

ich bin mir nicht ganz sicher, aber soweit ich das verstanden habe, sind länder mit beispielhaftem breitbandausbau (norwegen, schweden) da auch nur mit staatlicher förderung hingekommen. so spät wie das kommt, liegt doch hier sinne der marktsteuerung eher politikversagen vor.