braunschlag

felix schwenzel, , in gesehen    

ich habe zwei folgen braunschlag auf netflix gesehen. früher wäre ich in die videothek gegangen, hätte das ziemlich bescheuerte DVD-cover gesehen, die DVD im regal stehen gelassen und mir was anderes ausgeliehen. in der tat ist das gar nicht so unwahrscheinlich, dass genau das passiert ist, denn die braunschlag-DVD erschien im märz 2012 — eine zeit in der ich noch in videotheken gegangen bin (glaub ich).

jetzt habe ich die serie angefangen, weil mich @zwanzigtausend darauf aufmerksam gemacht hat:

mir haben die beiden folgen, die ich bis jetzt gesehen habe, ganz gut gefallen. ich wusste vorher nicht um was es in braunschlag geht und habe einfach angefangen zu gucken. dieses vergnügen möchte ich niemandem verderben und schlage vor, hier, an dieser stelle, einfach aufzuhören zu lesen und rüber zu netflix zu gehen und einfach eine oder zwei folgen zu gucken. meine unsortierten gedanken zur serie kann man hier auch später noch lesen.

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braunschlag spielt in einem fiktiven ösetereichischen provinzdorf. mir gefiel die auffällig gute kameraarbeit gleich von anfang an. die kamera drängt sich nicht auf, liefert aber wunderbare bilder. diese bilder sind stellenweise aufwändig durchkomponiert, wie kleine stillleben des provinzlebens. manchmal sind die kompositionen so gut gelungen, dass ich allein wegen der bilder leise lachen musste und mich an ihrer absurdität erfreute.

genauso gefiel mir von anfang an, dass man gleich ins geschehen geworfen wird und der film sich nicht mit einer bemühten, langwierigen exposition aufhält oder sich die mühe macht, grossartig zu erklären, wer zu sehen ist und was sich da abspielt. mir war klar, dass sich das alles im laufe der serie klärt, aber dass sich filmemacher darauf verlassen, dass ihre zuschauer diese geduld aufbringen, erscheint mir — zumindest im deutschsprachigen raum — eher ungewöhnlich.

was ebenfalls augenscheinlich ist und in den ersten paar minuten irritierend: die leute sprechen komisch, sehr komisch. in der filmrealität scheint das niemanden zu stören, eben weil alle so sprechen. mir fiel dann irgendwann auf, dass ich diese sprache aus dem skiurlaub kenne: sie sprechen östereichisch. östereichisch ist dem deutschen nicht ganz unähnlich, aber doch ganz anders. nach zwei folgen verspürte ich irritierenderweise das bedürfnis, auf fragen der beifahrerin oder des kindes ebenfalls östereichisch zu antworten. leider ist das ziemlich schwer, weshalb ich dem drang dann widerstand.

die geschichte, die braunschlag erzählt, ist eher vorhersehbar und langweilig, aber das macht nichts, weil das zusammenspiel der charaktere, die nicht besonders subtile, aber gut dosierte überzeichnung der figuren, tatsächlich spass macht. je mehr ich drüber nachdenke, desto weniger steil erscheint mir die these, dass die erzählung sich stilistisch an den cartoons von gerhard haderer orientiert. und selbst wenn die these zu steil ist, mir bereitet beides ähnliches vergnügen: haderer cartoons zu betrachten und braunschlag gucken.

schauspielerisch kann ich zu 90 prozent nichts aussetzen. eigentlich möchte ich nur an manuel rubey rumnörgeln, der den „apostolischen visitator“ banyardi spielt. die texte die ihm die drehbuchautoren in den mund legen sind exquisit, aber sie kommen leider zu gestelzt, zu gespielt, zu artifiziell aus seinem mund. in der zweiten folge gibt es einen wunderbar absurden dialog von banyardi mit der „deutschen magd“ silke und im zusammenspiel der beiden kackt manuel rubey leider total ab. in einer weiteren szene geht’s dann, weil er nicht sprechen muss und einfach eine folge grandios absurd überzeichneter bilder gezeigt wird.

die serie ist acht folgen lang, eine fortsetzung, habe ich in der wikipedia gelesen, wird’s nicht geben, aber die restlichen sechs folgen sehe ich mir sicher noch an.

youtube-video
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heimwerkerking

felix schwenzel, , in gesehen    

gestern, kurz vor feierabend, schickte mir die beifahrerin einen link zu diesem video.

youtube-video
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dort sieht man wie fynn kliemann sich in seinem garten einen teich ausbaggert. das video ist ungefähr ne viertelstunde lang und liebevoll und unterhaltsam zusammengeschnitten. nachdem ich das video gesehen hatte, dachte ich: das ist der grund warum youtube so toll sein kann und warum das normale fernsehen es in den nächsten jahren sehr, sehr schwer haben wird.

ich fand das jedenfalls sehr unterhaltsam, fynn kliemann dabei zuzusehen wie er die ganze zeit quatscht und macht. dann habe ich mir mehr videos von ihm angesehen, unter anderem wie er seine terrasse umbaut, den zweiten teil seines teichprojekts oder wie er einen gartentisch baut (und sich dabei mehrfach beinahe tötet).

die beziehungs- und humorkrisen die man in diesen videos sieht, sind denen die ich aus meinem alltag kenne nicht ganz unähnlich. ich fand diesen fynn kliemann auf anhieb sehr sympathisch. noch sympathischer fand ich ihn, nachdem ich dieses kurze portrait von ihm auf der deutschlandradio website gelesen habe: Werbung? In die Tonne gekloppt

dadrin wird er unter anderem so zitiert:

Ich bin jetzt überhaupt nicht grundsätzlich gegen alles oder gegen das System. Das stimmt gar nicht. Sondern ich habe einfach nur kein Bock auf Sachen, die von mir verlangt werden und ich stehe nicht dahinter. Und das ist der Inbegriff von Werbung.

sehr sympathisch. in den nächsten tagen guck ich definitiv seinen youtube-kanal leer.

mietwagen

felix schwenzel, , in artikel    

ich bin ein mittelgrosser fan von sixt. die website zum bestellen von mietwagen funktioniert einigermassen, die abwicklung ist schnell und zuverlässig: führerschein und kreditkarte zeigen, tippi-di-tipp, fertig. in der regel jedenfalls. manchmal gerate ich dann doch an übertrainierte angestellte, die mir eine phalanx an trickfragen stellen, um mich zu diversen upgrades zu bewegen. und sixt ist nicht besonders günstig. deshalb hat meine zuneigung zu sixt in letzter zeit ein bisschen gelitten.

die letzten zwei mietwagen habe ich bei billiger-mietwagen.de gemietet, was am ende meist so um die 50% weniger kostet als bei sixt direkt. die auswahl dort ist ein bisschen komplizierter, weil man dort angebote von ein paar dutzend firmen findet, die nicht immer ohne weiteres vergleichbar sind und teilweise sehr unterscheidliche mietbedingungen haben. mich hat das früher immer ein bisschen abgeschreckt, denn bei angeboten wie billiger-mietwagen.de hat man es plötzlich mit drei bis vier vertragspartnern zu tun. bei meiner letzten miete hat billiger-mietwagen.de mir einen vermittler (car del mar) vermittelt, car del mar hat mir einen vermieter vermittelt (keddy), der wohl eine tochtergesellschaft von europcar ist und die miete über europcar abwickelt. de-facto habe ich es zwar mit vier partnern zu tun, praktisch ist aber doch alles mit ein paar klicks beim hauptvermittler erledigt.

im gegenteil zu sixt, hat die abholung bei keddy/europcar ungefähr dreimal so lang gedauert. ausweis, kreditkarte, voucher, führerschein, tippi-di-tipp, noch mehr tippi-di-tipp, dann die freundlich geflötete frage: „für nur sechs euro können sie auf einen audi a3 upgraden …“. ich hasse diese tricks, frage aber trotzdem freundlich: „pro tag?“ „ja, sechs euro pro tag“. natürlich funktioniert der trick beim ersten mal oder wenn die kunden übernächtigt sind, aber warum zum kack nennen die vermieter nicht einfach die gesamtsumme — oder mindestens den zusatz pro tag? ich glaube das nächste mal werde ich bei der frage aggressiv.

genau so arschig finde ich die frage: „brauchen sie ein navigationssystem?“ ich sage immer „nein“ und umgehe so den symbolischen navigationssystem-aufpreis — denn bisher hatte jedes, wirklich jedes auto, dass ich in den letzten 5 jahren gemietet habe, ein eingebautes navigationssystem. kundenverarschung als grundprinzip scheint die profite der autovermieter massiv zu erhöhen, aber zufriedene kunden gewinnt man so doch nicht?

wenn ich mir ansehe, wie gut die minuten-, bzw. stundenweise miete von stadtautos (car2go, drive-now, etc.) mittlerweile vor sich geht, frage ich mich sowieso, warum der mietprozess so irre lange dauern muss. ich setz mich doch nicht an meinem computer und vergleiche minutenlang angebote, versicherungen, inklusiv-kilometer, extras, um dann am schalter durch irgendwelche irritationstricks alles über den haufen zu werfen. ja, ich freue mich über upgrades, eine bessere wagenklasse, aber ich freue mich nicht, wenn ich das gefühl habe, auf der anderen seite der theke will mich jemand über den tisch ziehen. dann lieber niemanden auf der anderen seite der theke und alles per automat.

in amerika ist diese unsitte am schalter auch weitverbreitet. die verkäufer versuchen alles einem mit falschen angaben (den tagespreis) zu upgrades zu bewegen oder zum gebührenpflichtigen navigationssystem zu bringen, aber einen vorteil hat das automieten in den USA: je nach klasse sucht man sich den wagen auf dem parkplatz frei aus. es gibt für jede klasse eie park-reihe, die schlüssel stecken, und das auto das einem am besten gefällt nimmt man dann.

das führt mich zum letzte grossen mysterium der mietwagenbranche: warum machen die vermieter auf ihren seiten werbung dafür, einen golf oder einen BMW mieten zu können, wenn man am ende dann doch einen focus oder audi bekommt? ich mag den überraschungseffekt ja meistens, aber das muss doch über geschicktes fuhrparkmanagement zu machen sein, dass man exakt das auto das man online bestellt, am ende auch bekommt?

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weil ich dort jetzt zweimal zufrieden — und ich glaube günstig — ein auto fürs wochenende gemietet habe, empfehle ich billiger-mietwagen.de hier mal per affiliate link. wer über diesen link einen mietwagen mietet, spielt mir eine 10 euro werbeprämie von billiger-mietwagen.de zu: affiliate link