funksteckdosen mit homekit schalten

felix schwenzel, , in notiert    

ich freue mich auf mein wochenendprojekt: nach dieser anleitung und mit homebridge unsere alten funksteckdosen per homekit oder http-request schalten. allzu kompliziert scheint mir das nicht zu sein, aber vor allem kostet das nicht besonders viel. schaltbare steckdosen, die zusammen mit apple homekit spielen, kosten so zwischen 25 und 40 euro. die teile die ich jetzt gekauft habe, weniger als 20 euro. mal schauen wie das klappt.

river vs. bosch

felix schwenzel, in gesehen    

river (auf netflix) ist kein schlechter krimi. die story ist schön verwoben und john river bohrt sich durch jede einzelne zwiebelhülle bis er in der achten folge im zentrum anlangt. ich hab die serie aber nicht gerne gesehen, jede folge war eine qaual. ich fühlte mich wie im theater. ich habe nichts gegen psychologie oder gegen die filmische aufbereitung von psychischen problemen, aber wie die serie john rivers psychose, bzw. seinen umgang mit den stimmen in seinem kopf auswalzte war mir einfach viel zu langatmig. ja, stellan skarsgård hat ein wunderbares gesicht, aber müssen wir es wirklich jede folge 30 minuten lang in grossaufnahme bewundern? acht folgen lang? so gesehen war die serie ein qual, aber ich war am ende froh, sie durchgestanden zu haben, denn das ende war sehr OK und die serie insgesamt auch.

ich habe jetzt die zweite staffel bosch (auf amazon) angefangen und war erstaunt, was für ein kontrast das ist. die erste staffel bosch fand ich nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich mich gleich auf die zweite staffel gestürzt hätte. aber jetzt, nach der river-qual, bin ich erstaunt wie gut verdaulich manche fernsehserien sein können, bzw. bosch ist. zwei folgen habe ich am stück weggesehen und die dritte hätte ich wohl auch gleich noch weggeatmet, wenn ich mich nicht selbst unterbrochen hätte um diesen gedanken aufzuschreiben: man muss im fernsehen einen charakter nicht sezieren um ihm nahezukommen, man muss die welt nicht aus seiner perspektive zeigen, um sein verhalten zu verstehen, man muss nicht jede regung der hauptfigur ausinszenieren und theatralisch überhöhen, um empathie zu einem charakter zu entwickeln. fernsehen funktioniert im kopf des zuschauers. ich möchte nicht alles ausformuliert, garniert und gargekocht serviert bekommen, ich möchte die sätze selbst im kopf zuende führen, ich will die emotionen selbst auf die charaktere projizieren und ab und zu auch was zum kauen haben.

leider ist bosch ein denkbar schlechtes beispiel für exquisite erzählkunst, aber weil bosch eben zufällig gerade auf river folgte, fiel mir der kontrast auf und ich musste ihn mal aufschreiben. aber auch wenn bosch nur eine gut gemachte mittelgute serie ist, bleibt sie doch ein gutes beispiel dafür, das gute erzählungen und interessante charaktere nicht von der serie selbst, ihrer inszenierung oder dem regisseur erschlossen werden müssen, sondern dass man das gut dem zuschauerkopf überlassen kann.

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bosch telefoniert in der ersten folge der zweiten staffel mehrfach mit seiner tochter. das akkustische signal und das eingeblendete logo rechts oben lassen keinen zweifel daran aufkommen, dass microsoft/skype einen gewichtigen teil zum produktionsbudget beigetragen hat. komisch fand ich aber, wie bosch während des telefonats seinen daumen auf sein bild hielt:

bosch skyped mit seiner tochter

und das, obwohl er seinen daumen eigentlich gar nicht auf dem bildschirm hatte.

bosch skyped mit seiner tochter

ich vermute die frontkamera des produkt-platzierten samsung telefons war einfach zu schrottig für eine HD-serie.

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kann auch sein, dass ich bosch lieber gucke, weil ich so unfassbar gerne das gesicht von jamie hector ansehe.

labskaus

felix schwenzel, , in gekocht    

ich mag corned beef ja ganz gerne. die beifahrerin traut dem dosenzeug nicht, keine ahnung warum. jahrelang haben wir uns vorgenommen pökelfleisch beim metzger zu kaufen, das problem ist allerdings, dass man das ein paar tage vorher bestellen muss. so gut haben wir in den letzten drei jahren nur einmal vorausplanen können. jetzt gabs corned beef bei aldi, und weil das vertrauen der beifahrerin in aldi unendlich ist, konnte ich heute spontan labskaus machen.

ich hab mich grob an dieses rezept von tim mälzer gehalten, und von allem ein bisschen mehr genommen:

  • 1 dose corned beef
  • 3 grosse rote beete knollen
  • 1,2 kilogram kartoffeln
  • 2 grosse zwiebeln, fein gewürfelt
  • 50 gramm butter
  • 100 milliliter brühe
  • 1 kräftiger schuss gurkenwasser
  • saure gurken
  • rollmöpse
  • spiegeleier

die rote beete knollen hab ich ungeschält 40 minuten gekocht. damit hatten sie noch biss, was sich als vorteilhaft für die labskaus-konsistenz herausstellte. nach dem schälen habe ich eine halbe beete beseite gestellt und die anderen stücke püriert. wegen dem biss, kam da kein püree raus, sondern sehr feine stückchen.

nebenbei habe ich ich die kartoffeln im dampfgarer 25 minuten gedampft. [-werbelink] der dampfkocher ist eine der besten anschaffungen der letzten jahre. wir haben zwar den alten meiner eltern übernommen, aber kartoffeln lassen sich mit dem ding super zubereiten. die kartoffeln hab ich nach 20 minuten grob gestampft.

in der pfanne die zwiebeln mit viel butter andünsten, nach 2 minuten das corned beef dazu und nochmal 2-3 minuten verbraten. danach 2-3 minuten die rote beete stückchen mit anbraten, mit brühe und gurkenwasser ablöschen und etwas einkochen. am ende den kartoffelstampf dazu, unterrühren ein weilchen köcheln/braten lassen und grosszügig salzen und pfeffern.

keine ahnung wo der geschmack herkam, ich vermute zu einem grossen teil von der roten beete, aber der stampf hat diesmal auch schon pur, ohne die beilagen, sehr super geschmeckt — aber mit den beilagen ganz besonders.

labskaus

* spiegel.de: Smartphone und Erziehung: Weglegen ist auch keine Lösung

sehr gut: sascha lobo zerlegt die aktuelle spiegel-titelgeschichte auf spiegel-online. und tatsächlich beschreibt er ein problem, das seit vielen jahren ein echtes problem ist: internet- oder technologiekritik bewegt sich auf erschütternd oberflächlichem niveau und verhindert so eher debatten über die eigentlichen probleme, als sie anzufeuern. oder wie sascha lobo es ausdrückt, es wird über die feuchten strassen geredet, ohne auch nur ein wort oder gedanken über den regen zu verlieren.

wir brauchen keinen aufgesetzten digitalskeptizismus der an der oberfläche rumkrakelt, sondern, wie andrew keen das mal gesagt hat: „wir brauchen menschen, die das thema geistig durchdringen.“ wir brauchen soetwas wie eine solide digitalgesellschaftswissenschaft.