links vom 11.02.2016

felix schwenzel,    

ich bin 17 minuten lang, von bis uhr, ungefähr 1,78 kilometer weit gelaufen.

* * *

„ersatzverkehr“ ab wedding, tz. statt die bushaltestelle zu suchen und auf den bus (auf dem „U6“ stand) zu warten, bin ich das letzte stück einfach gelaufen. nach 10 minuten, auf höhe vom bolu, überholt mich erst der bus, der natürlich völlig überfüllt war. laufen ist natürlich ein bisschen anstrengender als im bus zu sitzen, aber in überfüllten bussen zu sitzen oder zu stehen ist auch anstrengend. gestern bin ich auch von mitte nach charlottenburg gelaufen (dort, im filmkunst66, wollte mario sixtus zwei neue filme zeigen). laut kartendiensten hätte das mit bus und bahn etwas über30 minuten gedauert. zu fuss hat es etwas über ne stunde gedauert.

ich bin nicht ganz sicher ob ich den weg nach charlottenburg gestern gelaufen bin, weil ich laufen wollte, oder weil ich ihn aufzeichnen und automatisch hier veröffentlichen konnte. oder weil ich antizipiert habe, dass mario sixtus mich fragen würde: „und, bist du auch gelaufen, wie sich das gehört?“

* * *

ich werde nicht alle strecken die ich laufe hier veröffentlichen und die, die ich veröffentliche, landen, leicht versteckt, in der kategorie „fortbewegt“, die ich bestimmt noch umbenennen werde, wenn mir ein besserer kategoriename einfällt. aber die längeren strecken, werde ich jetzt auf jeden fall hier veröffentlichen, egal ob das ausser mir jemanden interessiert.

die lösung mit der ich meine strecken aufzeichne und veröffentliche ist übrigens komplett open source. für das ios-programm, den GPS-logger braucht man die apple developper tools, um die iphone-app zu kompilieren, den compass-server, auf dem die daten liegen und der die API zur verfügung stellt, kann man sich selbst installieren oder den von aaron parecki verwenden. man kann die daten also komplett bei sich selbst halten, wenn man das möchte. das ist derzeit alles noch ein bisschen fummelig zusammenzusetzen, aber funktioniert, wie man sieht.

pubsubhubbub

felix schwenzel,    

kürzlich fragte torsten kleinz:

Lebt pubsubhubbub noch?

meine antwort lautete:

pubsubhubbub lebt noch, so wie RSS noch lebt. aber die noch erstaunlichere nachricht ist: es funktioniert.

pubsubhubbub ist nun schon ein paar jahre alte, aber vor ein paar wochen, entschied ich mich, dass es nun zeit sei das auch mal auf wirres.net zu implementieren. der grund hing mit dem indieweb zusammen, dass sehr RSS-unaffin ist, diese push-technologie aber für die benachrichtigung von ein paar indieweb-readern benutzt.

im prinzip funktioniert pubsubhubbub so: ich annonciere auf meinen seiten, oder meinen feeds, welchen pubsubhubbub-server (hub) ich benutze (so dass andere hubs dort benachrichtigungen abonnieren können) und pinge „meinen“ hub an, sobald einer meiner feeds (oder meine seite) aktualisert wurden. damit weiss erstmal nur mein hub bescheid, aber da auch andere hubs meine aktualisierungen bei „meinem“ hub abonnieren können, können die benachrichtigungen kaskadieren, von einem hub zum nächsten wandern.

praktisch sieht das so aus, dass ich zum beispiel meinen haupt-RSS-feed bei superfeedr.com abonnieren kann — oder ein rezpet bei ifttt.com bauen kann, dass etwas tut sobald mein feed aktualisiert wird — und superfeedr millisekunden nach einem update bescheid weiss, obwohl ich superfeedr gar nicht anpinge.

in der tat benutzt ifttt superfeedr genau dafür: sobald ein abonnierter feed aktualisiert wird, weiss ifttt im selben moment bescheid, vorausgesetzt der feed sagt irgendeinem pubsubhubbub-hub bescheid (ping), ansonsten dauert es ein paar minuten, bin superfeedr den feed crawlt (ring).

wirres.net pingt google’s hub an (mit ein paar zeilen code und der php-klasse von pfefferle). ein ping für jeden feed, der aktualisiert wird. in meinem fall sind das nicht nur der hauptfeed, sondern auch die kategorie-feeds der kategorien, in denen ein artikel gespeichert ist.

um zur ursprungsfrage und antwort zurückzukommen. pubsubhubbub funktioniert so gut, dass dieser artikel, den ich heute um 7 uhr (automatisch) veröffentlicht habe, bereits um 7:03 uhr in den google-suchergebnissen auftauchte, drei minuten später:

3 minuten nach veröffentlichung im suchergebnis, auch wenn das angezeigte alter nicht stimmt
3 minuten nach veröffentlichung im suchergebnis, auch wenn das angezeigte alter nicht stimmt

pubsubhubbub kann übrigens auch „fett“ pingen, also abonnenten nicht nur bescheid sagen, sondern auch gleich den neuen inhalt mitliefern. so braucht google’s crawler (theoretisch) noch nichtmal auf wirres.net nach dem neuen artikel zu crawlen, weil der hub den inhalt in den ping gepackt hat.

superfeedr lohnt übrigens auch einen zweiten blick. superfeedr reagiert nicht nur auf pubsubhubbub-pings, sondern crawlt feeds auch selbsttätig alle paar minuten (ring statt ping). so hat superfeedr.com quasi mehr oder weniger alle (RSS) feeds der welt in seinem index und liefert sie, auf wunsch, jedem aus der das möchte, inklusive benachrichtigungen. und weil superfeedr (quasi) alle feeds der welt kennt, kann man superfeedr auch super als stichwort-alarm und zur recherche nutzen. superfeedr nennt das trackers. theoretisch kosten diese tracker geld, aber nur wenn man sich bepingen lässt, einen tracker also abonniert und einen webhook angibt, der gepingt werden soll. wer tracker lediglich als RSS/ATOM-feed aboniert (ohne ping), zahlt nichts.

[Werbung] Dong Xuan Center

felix schwenzel,    

Seit letzter Woche gibt’s die GEO Special Berlin im Handel. Gruner + Jahr hat mir ein Heft überlassen, um darin interessante Orte zu finden, die ich noch nicht kenne oder noch nicht als besuchenswert erkannt habe und darüber zu schreiben. Für diesen Artikel bekomme ich ein Honorar von Geo, deshalb versuche ich auch auf Gross- und Kleinschreibung zu achten.

In der GEO Special habe ich tatsächlich ein paar Orte gefunden, die ich noch nicht kannte und unbedingt besuchen möchte. Bei uns um die Ecke, zum Beispiel, gibt es die Preußische Spirituosen Manufactur (Seestrasse 13, psmberlin.de), die unter anderem Kräuterliköre herstellt. Sehr einladend sieht auch das Kaffeehaus Grozs in Charlottenburg aus (Kurfürstendamm 193/194), wo ich demnächst mal einen Kaffee trinken möchte.

Ich habe mich aber entschieden das Dong Xuan Center am Sonntag anzusehen. Laut des Tipps der „Berliner Kreativen“ Carl Jakob Haupt und David Kurt Karl Roth (beide, laut Bildunterschrift, 31 Jahre alt) auf Seite 101 der Geo Special, ist das Dong Xuan Center ein „Little Hanoi“, in dem „Vietnamesen alles von Kleidung bis zur besten Pho-Suppe“ verkaufen. Sonntags gehe ich immer gerne spazieren, also bin ich aus dem Wedding dorthin gelaufen. Google Maps gibt eine Laufzeit von zweieinhalb Stunden an, gedauert hat es dann aber dreieinhalb — auch weil ich noch ein paar kleine Umwege und Pausen gemacht habe.

trip 07.02.2016, von 12:50 bis 16:21 uhr

Eigentlich wollte ich mir nämlich, obwohl er Sonntags geschlossen ist, den Showroom Geyersbach ansehen (Kopenhagener Strasse 17, geyersbach.com), in dem Ulf Geyersbach Altholz zu neuen Möbeln tischlert und die Ergebnisse dort zeigt. Eine Fehlbedienung meines Navigationssystems führte mich aber auf eine falsche Fährte, was ich erst an der Schönhauser Allee, Ecke Eberswalder Strasse merkte.

Strassenmusiker an der Schönhauser Allee

Das war aber auch OK, weil dort, wie im Heft beschrieben, ein Strassenmusiker stand und musizierte, auch wenn es nicht der im Heft portraitierte Geordie Little war. Ich mag die Ecke aber so oder so, weil dort wirklich immer sehr viel Leben herrscht, weil es an der Ecke guten Kaffee gibt (Impala), ich hier in der Nähe die Beifahrerin kennengelernt habe (An einem Sonntag im August) und man hier gut wegkommt.

Weiter also durch und dann raus aus dem Prenzlauer Berg, die Danziger Strasse entlang, deren Schaufensterauslagen etwas weniger hip, als die im Prenzlauer Berg sind.

Schaufensterauslage an der Danziger Strasse

Vorbei am Velodrom, und dann durch Fennpfuhl, eine ziemlich grosse Plattenbausiedlung aus der DDR-Zeit, durch die ich eigentlich ganz gerne laufe, auch weil es dort schöne Parkanlagen und Gewässer gibt und die Plattenbauten sehr wohnlich aussehen. Eine Strassenbahn (M8) fährt auch mitten durch die Siedlung, teilweise auf begrünten Gleisen.

Nach Fennpfuhl wandelt sich das Stadtbild in sanierungsbedürftiges Gewerbegebiet. Dieses Gebäude ist bereits auf dem Gelände des Dong Xuan Center.

Gewerbehof, kurz vor dem Dong Xuan Center

Der eigentliche Eingang, bzw. die Einfahrt liegt aber noch ein paar hundert Meter weiter.

Eingang/Einfahrt des Dong Xuan Center

Das Dong Xuan Center besteht aus 6 Markthallen, drei grossen und mehreren kleineren. Die drei grösseren sieht man oben auf dem Bild. Das Center ist jeden Tag offen, ausser Dienstags, da ist Ruhetag. In den Hallen fühlt man sich ein bisschen wie in China-Town in New York, sehr viele fremde Gerüche und irritierende Enge. Alles ist ein bisschen schäbig, aber auf eine unhippe, sympathische Art.

Dong Xuan Center, Halle 2

In den Hallen gibt es mehrere Lebensmittelläden, sehr viele Friseure, einige Läden mit Ausstattungen für Nagelstudios, aber auch ein paar Läden in denen man nicht nur die Ausstattung kaufen kann, sondern sich auch gleich die Nägel machen lassen kann. Es gibt auch einen Plastikblumen-Laden und unzählige Läden mit analogem Plastiktand oder elektrischem Tand.

Plastikblumen-Laden im Dong Xuan Center

An den Eingängen der Hallen steht zwar überall Grosshandel, aber soweit ich sehen konnte, lassen sich auch problemlos kleinere Mengen kaufen, teilweise, so scheint es mir, recht günstig.

Was ich witzig fand, waren die Hinweisschilder in den Gängen, auf denen die Hausverwaltung eindringlich auf das strenge Rauchverbot hinweist:

Da Verwaltung, Hausmeister und der Sicherheitsdienst schon mehrfach auf das Rauchverbot in den Hallengängen hingewiesen haben und sich trotzdem keiner daran hält, wird mit sofortiger Wirkung eine Strafe von 50 Euro bei Missachtung des Rauchverbots eingezogen.

Die Verwaltung, die Hausmeister und der Sicherheitsdienst haben das gut beobachtet: in den Gängen wurde hemmungslos von den Händlern gequarzt.

In’s Dong Xuan Center bin ich natürlich auch wegen des Essens gegangen. In Berlin gibt es sehr viele sehr gute vietnamiesische Restaurants und ich war sehr gespannt, ob sich hier etwas besseres finden liesse. Leider war die Auswahl ziemlich schwer. Alle Restaurants waren auch noch am Nachmittag gut besucht, alle sahen eher nach gehobener, unambitionierter Strassenküche aus und in den meisten wurde auch bedient. Ich entscheid mich für die einfachste Wahl, das Viet Phô, das vorne in Halle 2 liegt, mit Blick auf den Eingang und das einen einladenden Eindruck machte. Die Speisekarte war unfassbar lang und ich entscheid mich nach etwas innerem hin und her für die Nummer 40, Phở bò áp chảo nước, Reisbandnudelsuppe mit gebratenem Rindfleisch und vietnamesischem Gemüse für 7 Euro. Dazu gabs ein köstliches Mango-Lassi.

Reisbandnudelsuppe mit gebratenem Rindfleisch

Die Suppe war OK, hat mich aber nicht umgehauen. Sowohl die Brühe, als auch das Fleisch waren sehr aromatisch, die Pak Choi waren knackig, unten schwamm schön viel Knoblauch und Ingwer und die Suppe hat satt gemacht. Beim nächsten mal probier ich das Restaurant hinten rechts in Halle 3 aus. Nächstes mal nehme ich dann auch die Beifahrerin mit, die geht nämlich auch sehr gerne in Gewerbegebieten spazieren.

Dong Xuan GmbH
Herzbergstr. 128-139
10365 Berlin
Täglich: 10:00 - 20:00 Uhr - Dienstag ist Ruhetag
(+49) 30 – 55 15 20 38
dongxuan-berlin.de

berlin, 9. februar 2016

felix schwenzel,    

berlin, 8. februar 2016

gestern habe ich die vierte folge billions geguckt und das wetter heute scheint eine art fortsetzung des in der serie gezeigten hin und hers zu sein. als ich das haus verliess schien die stadt gräulich-trüb, in der ubahn verschwand das wetter kurz, um sich an der französischen strasse als kalt und klar zu inszenieren. auf dem gendarmenmarkt kam dann, wie immer, die sonne raus und weckte kurz frühlingsgefühle in mir. weil dann auch noch offiziere in paradeuniform über den gendarmenmarkt schlenderten und selfies schossen [sic!], dachte ich kurz daran, dass heute ja veilchendienstag ist. da die offiziere ihre uniformen aber mit einer prise zu viel würde und stolz trugen, war klar sie meinen es ernst.

nur das wetter, merkte ich dann an der bauakademie, hatte sich verkleidet.

berlin, 8. februar 2016

links vom 09.02.2016

felix schwenzel,    

bratkartoffeln mit rettichsalat

felix schwenzel,    

bratkartoffeln mit rettichsalat

heute abend nochmal die ottolenghi-bratkartoffeln gemacht, etwas krosser angebraten dieses mal — und mit mehr frischen kräutern als letztes mal. natürlich war das wieder extrem lecker. dazu gab’s einen rettich-salat mit radischen, den ich in stevan pauls deutschland vegetarisch gefunden habe. neben 8 fein gehobelten radischen, sollen da 200 gramm fein gehobelter weisser rettich rein. wir hatten noch so viel rettich übrig, dass ich die dreifache menge rettich genommen habe. das dressing war sensationell:

  • 4 esslöffel helles weizenbier
  • 2-3 esslöffel apfelessig (ich hab weissen balsamico genommen)
  • 1-2 esslöffel honig
  • 1 esslöffel scharfen senf
  • 4 esslöffel sonnenblumenöl (ich hab rapsöl genommen)
  • viel pfeffer und salz

stevan paul schlägt vor noch 12 scheiben allgäuer emmentaler in den salat zu mischen, aber ohne war das auch sehr lecker.

berlin, 7. februar 2016

felix schwenzel,    

berlin, 4. februar 2016

angekündigt war ein, schöner, warmer tag. so sah es zunächst auch aus, aber das wetter hatte einen twist: es sperrte im laufe des tages die sonne hinter einer dünnen, immer dichter werdenden wolkendecke aus. das ergab für die zuschauer ein schön diffuses licht, aber auch eine eher kühle atmosphäre. ausserdem habe ich gelernt, dass quad-bikes für kinder, sich wie kaputte stromgeneratoren anhören und kinder auf kinder-quad-bikes so aussehen wie ich mir ozzy osbourne auf einem quad-bike vorstelle — nur eben kleiner.