darmspiegelung
weil meine hausärztin es mir vorschlug, habe ich mir vor einem halben jahr einen termin zur darmspiegelung von der beifahrerin organisieren lassen. am dienstag war es soweit.
zur vorbereitung der darmspiegelung muss man den darm (natürlich) erstmal leeren. am tag vor der untersuchung darf man ab neun uhr nichts mehr essen, fünf tage vorher musste ich bereits auf kerne, nüsse und alle vollkörnige verzichten. einen tag vorher muss man ziemlich eklige abführflüssigkeit trinken. das hatte ich noch in schlechter erinnerung von meinen vorherigen darmspiegelungen. aber da die anleitung darauf hinwies, dass ich zweimal einen halben liter von dem zeug „langsam, in kleinen schlücken“, über eine stunde verteilt trinken soll, war das dann ziemlich entspannt. ausserdem empfahl die anleitung dazu auch noch einen halben liter klares wasser zu trinken, damit war es dann fast ein vergnügen.
durch die zeitliche entzerrung der darmreinigungsflüssigkeitsaufnahme, lief auch das entleeren des darms relativ gesittet ab. mir fiel auf, wie homeoffice, ist auch homedarmentleerung sehr viel angenehmer als in einem wartezimmer oder krankenhaus.
für die koloskopie selbst hatte ich mir vorgenommen auf eine betäubung oder „schlafspritze“ zu verzichten. meine bisherigen darmspiegelungen hatte ich auch alle ohne betäubung gemacht und auch wenn ich mich daran erinnere dass das nicht besonders angenehm war, vor allem wenns um die kurven geht und luft in den darm gepumpt wird, wollte ich es dieses mal auch so machen. allein schon das ganze gewese mit abholen lassen, aufwachraum und den restlichen tag nicht ganz bei mir sein zu können hielt mich schon davon ab mich betäuben zu lassen.
ich muss sagen: angenehm ist das nicht, aber schlimmer als ein quersitzender furz ist es auch nicht. und ich konnte so auch mal wieder in mich reingucken und smalltalk mit den anwesenden machen. unterwegs fand der arzt ein paar polypen, die er einfach abschnitt und die abschnitte dann rauszog zur histologischen untersuchung. die reise durch den darm ging bis zum dünndarm und dauerte so um die 10 minuten.
für die darmreinigung wollte mir der arzt nicht die bestnote geben, aber die sicht war schon ziemlich klar. ich war wieder begeistert wie aufgeräumt es in mir aussieht. und die technik! das endoskop kann mit einem wasserstrahl die darmwände abzuspritzen, die linse war nicht eine sekunde beschlagen oder verschmiert, das bild war durchgehend kristalklar. irgendwie scheint die technik insgesamt fortschritte gemacht zu haben, denn auch die mörderblähungen die ich nach den letzten untersuchungen dieser art hatte, blieben diesmal aus.
in drei jahren soll ich wiederkommen um nochmal einen blick auf die polypen zu werfen. freu ich mich nicht unbedingt drauf, aber im prinzip würde ich schon sagen: gerne wieder.
die wichtigste erkenntnis habe ich nachträglich gewonnen, war mir in der form noch gar nicht klar: das was ich esse braucht ungefähr 23 stunden, bis die reste wieder ausgeschieden werden. ich dachte eigentlich dass ich mir mit der verdauung mehr zeit nehme.
apropos darm, ich glaube dieses „handwerkskunst“ video, in dem man einem chirurgen bei einer darmoperation zusehen kann, hatte ich schon mal empfohlen. am faszinierensten finde ich die ästhetik des eingriffs und des menschlichen innenlebens. da ist eigentlich nichts ekliges zu sehen und auch das auseianderschneiden und wieder zusammenfügen des darms sieht beinahe trivial einfach und unspektakulär aus.