kon­train­tui­ti­ver mor­gen­spa­zier­gang

felix schwenzel

baum in den rehbergen im gegenlicht — ob bäume auch intuition haben?

heu­te früh ha­ben fri­da und ich den mor­gen­spa­zier­gang zum büro statt in den reh­ber­gen ge­macht. ich bin ja ein ste­ter ho­me­of­fice-mensch und gehe nur äus­serst sel­ten ins büro. aber der spa­zier­gang in rich­tung und die an­schlies­sen­de fahrt ins büro wa­ren gar nicht mal so in­ef­fi­zi­ent. um 07:15 uhr sind wir los (zu fuss vom wed­ding zur born­hol­mer stras­se, da­nach s-bahn zum ost­kreuz) und um 8:50 uhr wa­ren wir im büro. das wa­ren an­dert­halb stun­den, in­klu­si­ve ei­ner 5 mi­nü­ti­gen früh­stücks­pau­se. sonst ge­hen wir eine bis an­dert­halb stun­den mor­gen­spa­zie­ren.

trotz­dem: mei­ne pro­duk­ti­vi­tät im büro lässt sehr zu wün­schen üb­rig. ich weiss gar nicht war­um man­che ar­beit­ge­ber im­mer noch das ge­gen­teil an­neh­men, dass die pro­duk­ti­vi­tät im ho­me­of­fice zu wün­schen üb­rig lies­se. na gut, ich ver­mu­te ich weiss es schon: man­geln­des ver­trau­en in die ar­beit­neh­men­den.

das mit dem ver­trau­en funk­tio­niert ja be­kannt­lich kon­train­tui­tiv: wer ver­trau­en schenkt, be­kommt es nicht nur zu­rück, son­dern säät pflicht­ge­fühl. das ist zu­min­dest mei­ne er­fah­rung. funk­tio­niert mit men­schen, ge­nau­so wie mit hun­den.

was ich erst in den letz­ten mo­na­ten rea­li­si­ert habe: wie ef­fi­zi­ent be­schwer­den sein kön­nen, wenn sie sach­lich, freund­lich und ohne emo­tio­nen vor­ge­tra­gen wer­den. ich habe die­se er­fah­rung als be­schwer­den-emp­fän­ger ge­macht und ich kann be­rich­ten: emo­tio­nal oder gar ag­gres­siv vor­ge­tra­ge­ne be­schwer­den kann man leicht ab­per­len las­sen und weg­ra­tio­na­li­sie­ren. die sach­li­chen, stim­mi­gen und freund­li­chen hin­ge­gen sind die, die wirk­lich an die sub­stanz ge­hen.

es gibt so vie­les wo man mit in­tui­ti­on da­ne­ben lie­gen kann. ges­tern hat mir zum bei­spiel mark man­son er­klärt, dass die jagd nach po­si­ti­ven ge­füh­len dazu führt, dass wir uns schlecht füh­len. wenn man hin­ge­gen los­lässt und auch ne­ga­ti­ve ge­füh­le ak­zep­tiert, des­to mehr kann die­se ak­zep­tanz po­si­ti­ve ge­füh­le her­vor­ru­fen. mark man­son hat ein buch mit dem her­vor­ra­gen­den ti­tel „the subt­le art of not gi­ving a fuck — a coun­ter­in­tui­ti­ve ap­proach to li­ving a good life“ ge­schrie­ben. lei­der fand ich mark man­son in dem vi­deo eher un­sym­pa­thisch, so dass ich der­zeit we­der lust habe wei­te­re vi­de­os von ihm zu se­hen, noch sein buch zu le­sen, was es ei­gen­ar­ti­ger (und un­in­tui­ti­ver) wei­se auch als frei zu­gäng­li­ches pdf gibt.

trotz al­le­dem bin ich wei­ter­hin ein gros­ser fan von in­tui­ti­on. ich er­zäh­le im­mer wie­der ger­ne von mei­nem va­ter, der als kran­ken­haus-arzt im not­dienst oft zehn bis zwan­zig mi­nu­ten vor ei­nem not­fall-an­ruf wach wur­de. mei­ne er­klä­rung da­für ist völ­lig uneso­te­risch: wer sich in­ten­siv mit et­was be­schäf­tigt, tut das nicht nur be­wusst, son­dern auch un­be­wusst. das pas­siert, wenn man sich wirk­lich für ein the­ma in­ter­es­si­ert und tief dar­in ab­taucht.

ich habe mir im­mer ge­wünscht, auch in mei­nem le­ben sol­che the­men zu fin­den, in die ich so tief ein­tau­chen kann, dass sich dar­aus eine sol­che in­tui­ti­on ent­wi­ckelt. ge­le­gent­lich ge­lingt mir das auch.

morgenspaziergang zur bornholmer strasse

morgenspaziergang zur bornholmer strasse

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