mor­gen­spa­zier­gang 07.06.2026

felix schwenzel

fri­da ist nach ih­rer läu­fig­keit ex­trem ent­spannt, hat mich bis fast 8 uhr schla­fen las­sen, da­nach ge­dul­dig eine stun­de ge­war­tet wäh­rend ich zwei kaf­fee trank und dann noch­mal 30 mi­nu­ten im auto ge­ses­sen vor der ers­ten bla­sen­ent­lee­rung.

weil das auto leer war, sind wir aus­nahms­wei­se und seit mo­na­ten erst­mals wie­der mit dem auto spa­zie­ren ge­fah­ren, zum la­den zum lidl an der rum­mels­bur­ger bucht und dort die halb­in­sel um­run­det. fri­das ent­spannt­heit set­ze sich den gan­zen spa­zier­gang fort. weil sie nach ih­rer läu­fig­keit für rü­den noch in­ter­es­sant riecht, sie aber kein in­ter­es­se mehr an rü­den hat, er­klär­te sie das auch al­len in­ter­es­sier­ten rü­den — ge­dul­dig und an­ge­mes­sen, auch mehr­fach. den gan­zen vor­mit­tag über freu­te ich mich dar­über, was für ei­nen tol­len hund wir ha­ben. auf dem weg zur bucht rief mich mei­ne mut­ter an und liess mich wis­sen, dass sie die gan­ze nacht nicht schla­fen konn­te, weil sie sich so dar­über freu­te, was für eine tol­le 16-jäh­ri­ge en­ke­lin sie hat. vor­her hat­te ihr die en­ke­lin ge­schrie­ben, dass sie sich sehr dar­über freue, was für eine tol­le oma sie habe. man könn­te mei­nen es sei won­ners­tag, da­bei ist es nur sonn­tag.

in der spree, bzw. um die in­sel der ju­gend schwanmmen heu­te hun­der­te men­schen. zu­hau­se re­cher­chi­ert: ber­lin tri­at­lon

ich habe mich sehr ge­freut spa­zie­ren ge­hen zu kön­nen und nicht schwim­men oder ren­nen zu müs­sen.

plakat mit der aufschrift „DEAR FUTURE NEIGHBORS. PLEASE KEEP IN MIND: THIS CORNER HAS BEEN DEDICATED TO CULTURE, MUSIC AND ARTS FOR MANY YEARS. THE SOUND BELONGS TO THIS AREA AND SHOULD BE TAKEN INTO ACCOUNT BEFORE BUYING OR RENTING SPACES HERE.“ am nachtclub  „renate“

an der re­na­te wird eine ty­pisch ber­li­ner si­ta­ti­on be­schrie­ben.

DEAR FU­TURE NEIGH­BORS.
PLEA­SE KEEP IN MIND:
THIS COR­NER HAS BEEN DE­DI­CA­TED TO CUL­TU­RE, MU­SIC AND ARTS FOR MANY YE­ARS. THE SOUND BE­LONGS TO THIS AREA AND SHOULD BE TA­KEN INTO AC­COUNT BE­FO­RE BUY­ING OR REN­TING SPACES HERE.

men­schen zie­hen in eine ge­gend weil sie ir­gend­wie hip und in ist und mer­ken dann, dass es ih­nen zu laut ist und wün­schen sich dann, dass es dort dann mit ih­rer an­kunft we­ni­ger hip und in wird.

ich kann mich an ein ber­lin er­in­nern, das vol­ler ver­las­se­ner orte war, die sich dann ir­gend­wel­che leu­te zu ei­gen ge­macht ha­ben und dort sa­chen ver­an­stal­tet ha­ben. so war es auch in stutt­gart. der klei­ne schloss­platz war ein trau­ri­ger, ver­las­se­neer ort der nach urin roch und von men­schen nach mög­lich­keit ge­mie­den wur­de. bis pauls bou­tique und spä­ter das switz­er­land dort öff­ne­ten. da­mit war der klei­ne schloss­platz plötz­lich tag und nacht ein an­ge­sag­ter und gut be­such­ter ort der ein biss­chen nach urin roch.

die ver­las­se­nen und re­cla­im­ten orte in ber­lin sind alle aus mei­nem blick­feld ver­schwun­den, mit ein paar aus­nah­men die sich in­sti­tu­tio­na­li­si­ert ha­ben. aber ich bin si­cher, dass es die­se orte wei­ter­hin noch gibt und dass sie, so wie es sein muss, im­mer wei­ter­zie­hen.

apro­pos ruhe: auf eine art bin ich üb­ri­gens froh, dass bei uns vor der tür die ben­zin-as­sis ihre mo­to­ren in der (theo­re­ti­schen) fahr­rad­stras­se auf­heu­len las­sen um (sehr) lau­te fehl­zün­dun­gen zu pro­vo­zie­ren. den gan­zen tag über, aber am liebs­ten nach mit­ter­nacht. so­lan­ge die­se as­sis hier noch woh­nen und fah­ren, stemmt der wed­ding sich noch ge­gen die gen­tri­fi­zie­rung. und das ist ir­gend­wie auch gut so.

treptower park tower neben einem beeindruckenden wolkenberg und fast blauem himmel

der wol­ken­berg ne­ben dem trep­tower park tower er­in­ner­te mich eben an den mount rai­nier in wa­shing­ton sta­te, den man in ta­co­ma und in se­at­tle von fast über­all aus se­hen kann.

rummelsburger bucht

rummelsburger bucht

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