verwirrung, unsicherheit, dilettantismus
maximilian buddenbohm hat heute (unter anderem linkwerk) dieses video empfohlen.
Bei OpenCulture, wo man sich ohnehin pausenlos komplett und lange verlieren kann, fand ich ein animiertes Video (8 Minuten), in dem die Thesen und das Leben von Foucault erläutert werden. Und nach kurzer Zeit kamen mir diese Animationen immer anziehender vor. Es macht Spaß, die Effekte beim Text mitzudenken, und es würde sicher auch Spaß machen, an so etwas mitzuarbeiten. Zum Inhalt des Videos aber bitte auch die kundigen Kommentare darunter beachten, es gibt eine Falschaussage.
ich fand das video, trotz der der ungenauigkeiten, sehr lehrreich. mich erinnert das unter anderem an meine frühe jugend, in der ich ein stern-sonderheft über verschiedene philosophen las. wie immer mit sekundär oder terziär-quellen schleichen sich beim zusammenfassen und runterkochen von komplexen sachverhalten fehler oder ungenauigkeiten ein. das ist nicht erst seit LLMs so. trotzdem helfen solche gekürzten und vereinfachten zusammenfassungen sehr dabei einen überblick über, zum beispiel, einige bereiche der philosophie zu gewinnen.
ausserdem hat der youtube algorithmus sich gemerkt, dass ich dieses video gut fand und mir heute abend ein weiteres video aus dieser reihe vorgeschlagen.
das fand ich fast noch hilf- und lehrreicher als das video über faucault. denn es fasst einen der kernpunkte von derridas philosophie wie folgt zusammen:
Being confused and uncertain around such concepts isn't a sign of weakness or stupidity. It is for Derrida the central mark of maturity. Derrida's tactic was to glamorize this condition and to give it a positive ring, which is why he brought back into use a beautiful Greek word: Aporia.
Aporia, meaning impasse or puzzlement. He was proposing Aporia as a state we should feel proud to know and to visit on a regular basis. Confusion and doubt and not embarrassing dead ends in a Derridean world view. They're simply evidence of the adulthood of the mind.
schöner kann man es kaum ausdrücken, warum ich diese webseite wirres.net nenne. und wenn ich das richtig verstehe liefert derrida auch den philosophischen unterbau des hier von mir konsequent praktizierten dilettantismus: als dilettant nähert man sich themen nicht professionell, sondern aus neugier und im besten fall aus leidenschaft (vom italienischen dilettare = sich erfreuen).
ich bin jetzt nur unsicher wem ich grössere dankbarkeit schulde: maximilian oder dem youtube-algorithmus?

