„Yahoo becoming a stool pigeon for China’s police state again“
yahoo hat in deutschland ja eine neue PR-agentur, die dot.communications GmbH. ende november fragte mich eine mitarbeiterin von dot-communications, ob ich für yahoo-deutschland in einer jury sitzen wolle. auf meine antwort habe ich bis heute keine reaktion erhalten. ich finde das wirklich schade, ich würde wirklich gerne wissen was yahoo zu den vorwürfen spitzeldienste für die chinesische regierung durchzuführen und keine grundsaätze für den umgang mit totalitären regierungen haben zu wollen. warum lässt eine pr-agentur den vorwurf ihr kunde sei unaufrichtig und doppelzüngig einfach unwidersprochen stehen? klar mit china möchte jeder geschäfte machen und viele sind bereit dafür ein paar ihrer grundsätze zu opfern, passiert mir auch hin und wieder.
aber schlechte presse einfach totschweigen?
die new york times hat gerade ein kleines knackiges editorial veröffentlicht (via):
The company helped Beijing’s state police uncover the Internet identities of two Chinese journalists, who were handed 10 years in prison for disseminating pro-democracy writings. Testifying before Congress last year about one case, Yahoo’s legal counsel said the company was unaware of the nature of the investigation. Did he miss the language about providing “state secrets to foreign entities” — a red flag for a political prosecution?Last month, Yahoo settled a suit by the families of the jailed journalists but it did not admit doing wrong and is refusing to change its procedures to avoid becoming a stool pigeon for China’s police state again. (quelle)
andererseits sind wir in deutschland ja auch bald soweit:
Wo kämen wir denn da hin, wenn die Meinungsfreiheit über dem Geschäftsinteresse einer Firma stünde?
videolinks und mehr
huch. immer wenn ich irgendwelche windigen typen mit französischem akzent und wackeliger kameraführung sehe, denke ich die knallen gleich zusammen ne frau durch. vielleicht guck ich zu viel pornos und zu wenig loic.tv.
* * *harald martenstein antwortet ijoma mangold. * * *
ix habe (unter anderem) eine zwischen-den-zeilen-schreibleseschwäche. * * *
der typ mir gegenüber im speisewagen hatte sein motorola razr auf einem ca. 5 zentimeter dicken windows-mobile telefon liegen. irgendwann sagte er ohne ersichtlichem grund zu seinem nebenmann: „ich hab mir die tage mal das iphone angeguckt. pfft. das is nix für geschäftsleute! nur spielerei!“
kurz vor hamburg sagte er zu seinem nebenmann dass er um 18:30 zu einer weihnachtfeier müsse. plötzlich fing er an zu strahlen, legte das razr zur seite, popelte umständlich nen stift aus der seite seines windows-mobile-gerätes, suchte den einschaltknopf an der seite, klickte wie blöd auf dem bildschirm rum und zeigte nach 40 sekunden seinem nebenmann triumphierend das gerät: „war schon eingetragen der termin!“. so sind sie, die geschäftsleute. apropos geschäftsleute: nie vergessen angenagte, überlange fingernägel beizeiten zu maniküren. is gut fürs geschäft. * * *
auch ich habe mir im ersten absatz das wort ficken verkniffen. wofür ich aber überhaupt kein verständniss habe, ist diese schreibweise des wortes ficken: „f*****“. versteh ich nicht. wenn man ficken sagen und schreiben will, das wort „ficken“ weiter unten sogar als zitat benutzt warum dann das i, das c, das k, das e und das n aus*en? das macht mich fast so zickig wie die benutzung der schwachmatenformel „… und mehr“ (statt „uns ist nix eingefallen“) oder „am morgigen tag“ (statt „morgen“). * * *
vielleicht sollte ich bildblog, wie sascha lobo, einfach nicht mehr lesen. das würde meinem selbstwertgefühl auch gut tun. denn solche artikel frustrieren mich unglaublich. ich weiss, so werde ich nie schreiben können. * * *
andererseits auch egal. schreib ich halt anders. * * *
klaus stuttmann ist grandios. fast so grandios wie hoi polloi. friedman hingegen ist unerträglich.
„Creativity is the process of having original ideas“
ich bin euphorisiert. ich bin zum ersten mal nach dem betrachten eines internetvideos am ende aufgestanden um stehend zu applaudieren. es sah ein bisschen doof hier in meiner einzimmerwohnung aus, alleine stehend zu applaudieren, aber der vortrag hatte es verdient. in dem video sprach ken robinson über erziehung und bildung, obwohl das eigentlich untertrieben ist. er sprach über die welt und die zukunft und über alles. oder anders, dieser vortrag ist ein hervorragendes beispiel für das was wichtig im leben ist, oder genauer, wem man sein gehör und seine aufmerksamkeit schenken sollte: man sollte seine aufmerksamkeit ausschliesslich leuten schenken die ein quentchen humor haben und leute dazu auffordern fehler zu machen. oder nochmal anders ausgedrückt, ich habe die schnauze voll von leuten die meinen die weisheit mit dem silberlöffel gefressen zu haben und ihr leben und ihre ansichten als modell für andere propagieren. ken robinson ist das gegenteil davon und jemand der schen sagt wie „We are educating people out of their creativity“ oder „If you are not prepared to be wrong, you will never come up with anything original”, den muss man einfach lieben.
kurz: grossartiges video, grandioser, inspirierender vortrag.
bin ix energiesparer?
ix auf watchberlin über die bekloppte lichtaus.info-aktion von springer/bild, greenpeace und pro7 (siehe auch stefan niggemeiers brief an greenpeace dazu) — diesmal neben rosacea auch noch mit heftigen kompressionsartefakten im gesicht.

film bei watchberlin gucken.
[nachtrag 04.12.2007, 20:30]
hübscher artikel inner taz zum thema. am besten selber lesen, dann brauch ich nichts dazu zu schreiben.
sagt man neuerdings nicht statt fritteuse, fritteurin?
keine anmut, keine demut, keine aufrichtigkeit
papst benedikt XVI kritisiert den atheismus:
„Es ist kein Zufall, dass [das Konzept des Atheismus] zur größten Grausamkeit und Verletzung der Gerechtigkeit geführt hat.“ Der Marxismus habe eine „Spur schrecklicher Zerstörungen“ hinterlassen, weil er verkannt habe, dass der Mensch nicht ausschließlich das Produkt wirtschaftlicher Verhältnisse sein könne. (quelle)
mag ja sein, dass menschen die sich atheisten nannten grösste grausamkeiten begangen haben, aber soetwas zu sagen, ohne demut und selbstkritik über die verbrechen die unter der flagge des christentums begangen wurden und werden und diese noch nicht einmal am rande zu erwähnen, kommt mir doch sehr selbstgerecht und fehlbar vor. vor allem wahrnehmungsgestört. das christentum hat eine solche jahrtausende alte tradition von grausamkeit, bigotterie und unbarmherzigkeit hinter sich, dass mir ein mann der eigentlich den ruf hat alle sinne beieinander zu haben dann doch eher den eindruck eines kalkulierenden machtpolitikers als geistigen führers macht. was ist mit den kreuzzügen, der hexenverfolgung und inquisition im mittelalter, dem schweigen zu den naziverbrechen mitte dieses jahrhunderts, den unfassbaren quälereien und gewaltaten die priester an wehrlosen kindern in irland, den USA und anderswo ausführten?
arschlöcher sind arschlöcher, ob sie nun atheistisch, katholisch oder was weiss ich für einen glauben haben. die grössten arschlöcher sind aber die, die ausschliesslich mit dem finger auf andere zeigen.
anderes thema, aber genauso irritierend, was mr. wong so über kindesmissbrauch denkt.

kress.de gekonkt
thomas mrazek konkt kress.de: „Kress.de-Trallala-Berichterstattung“
doggy
egozentrische offenlegung
cem fragt „Hat sich euer Sozialverhalten durch das Bloggen nachhaltig verändert?“.
ich versuche mal hier zu antworten, vielleicht wird meine antwort ja ein bisschen länger. die spontane antwort lautet nein. mein verhalten hat sich eigentlich nicht geändert, aber mein umfeld. wenn ich nachdenke muss ich das dann doch einschränken. denn das umfeld verändert einen ja auch. die grösste veränderung ist, dass ich jetzt teil einer patchworkfamilie geworden bin, was sich doof anhört, aber wunderbar ist. ich habe durch das bloggen nicht nur eine beifahrerin gewonnen, sondern habe jetzt quasi ein kind, was wunderbar ist und — das ist das beste — auch schon mit seinen 12 jahren aus dem gröbsten heraus ist. auch meine verwandschaft ist gewachsen, die neuen mitglieder rekrutieren sich teilweise aus bloggern. am aufälligsten ist mein adressbuch gewachsen. in den mittlerweile über 10 jahren in denen ich ins internet schreibe habe ich wahnsinnig viele leute kennengelernt. viele von diesen bekanntschaften sind gute freunde geworden, manche auftraggeber oder geschäftspartner, auch meine letzten festen angestellungen habe ich indirekt dem ins internet schreiben, bzw. den beziehungen die dadurch entstanden, zu verdanken. zu behaupten, täglich stundenlang auf den bildschirm zu glotzen würde die menschen die das tun vereinsamen lassen, ist so ziemlich der grösste humbug den man sagen kann. vielleicht ruiniert man sich die augen dabei, aber nicht das sozialleben.
mein sozialleben hat sich also doch etwas verändert, es ist vor allem reicher geworden und ich habe leute kennengelernt die ich sonst nie kennengelernt hätte. viele habe ich auch kennengelernt, die ich sonst nie hätte kennenlernen wollen.
was ich bemerke, menschen die digital, also per email oder instant messanging nicht gut zu erreichen sind, sehe ich seltener. dieser elektronische quatsch schafft wirklich auch nähe, auch über grosse geografische distanzen. freundschaften die eher offline-affin sind, leiden darunter ein wenig, das hängt allerdings auch damit zusamen, dass ich vollzeit arbeite und nicht mehr einfach durch deutschland kurven kann um leute zu besuchen. das ist eher der fluch des alltages, des erwachsenenlebens, das zu führen ich manchmal gezwungen bin. arbeit, familie, ins internet schreiben, da fallen dann leider doch einige durch die schablonen die einem der alltag aufdrückt. früher hatte ich viel zeit, aber keine kohle, jetzt habe ich ein bisschen kohle aber wahnsinnig wenig zeit. obwohl, wenn ich recht bedenke, seit dem abi hatte ich eigentlch immer enorm wenig zeit.
trotzdem. ich bemühe mich auch mein beziehungsgeflecht ausserhalb der arbeit, des internets und der familie zu pflegen. fundamental durch das ins internet schreiben hat sich da nicht viel verändert.
was sich vielleicht ein wenig verändert hat ist wie ich leute kennenlerne. mir fällt das mittlerweile sehr viel leichter als früher. es ist mitunter leichter leute im echten leben kennen und schätzen zu lernen die man schon online kennt und schätzt. oder anders ausgedrückt, online menschen kennenzulernen ist einfacher als offline. freundschaften zu halten und zu pflegen ist aber genauso komplex und zeitweise schwierig wie auch sonst.
auch mein lebensstil hat sich durch das bloggen einerseits überhaupt nicht verändert, andererseits dann doch massiv. einerseits lebe ich in berlin weiterhin in einer einzimmerwohnung mit matraze und sofa, ohne kühl- und kleiderschrank, ohne küchengeräte und ohne einen stuhl. andererseits bin ich am wochende in einer voll ausgestatteten wohnung, mit kühlschrank, wlan, frau und kind. das ist durchaus eine veränderung, die sich im nächsten jahr konsolidieren wird. allerdings nur indirekt durch das blogdings.
im letzten jahr habe ich relativ gut mit dem ins internet schreiben und sprechen verdient. robert basic meint ja es sei „dumm und unpartizipativ“ nicht über solche einnahmen zu sprechen, also spreche ich hier mal drüber: durch werbung und honorare die mehr oder weniger mit meinem blogdings hier zu tun haben, habe ich in diesem jahr im durchschnitt im monat 1500 euro eingenommen. brutto. verändert hat das mein sozialverhalten wenig bis gar nicht. vielleicht gehe ich ein bisschn mehr essen und saufen. aber eigentlich hab ich das auch getan als ich kein festes gehalt und kein einkommen aus tätigkeiten im und ums blogdings hatte. und durch die einnahmen gebe ich mehr für das schreiben aus: sowohl zum dld, zur bambiverleihung und ein paar andere veranstaltungen bin ich auf eigene kosten gefahren um darüber zu schreiben. die hemmschwelle geld für teure apparate auszugeben oder um über veranstaltungen zu schreiben ist durch meine einnahmen etwas gesunken. wobei die hemmschwelle eigentlich vorher auch nicht sonderlich hoch war.
ich bin im letzten jahr zwar hin und wieder auf der strasse oder im h+m von mir fremden leuten erkannt und angesprochen worden, ein paarmal von profis fotografiert und gefilmt und geinterviewt worden, aber auch deshalb hat sich nichts verändert. ich verhalte mich nicht anders, ich kleide mich nicht anders und meine frisur sieht auch immer noch gleich bescheuert aus.
jetzt aber mal die kurze antwort: durch das ins internet schreiben und sprechen hat sich alles verändert, aber eigentlich auch nichts. ich möchte allerdings nichts was ich durch das bloggen erfahren und kennengelernt habe missen.
kein bullshit
Re: Yahoo! Entdeckungen 2007 - Anfrage auf Jurymitgliedschaft
Sehr geehrter Herr Schwenzel,
nun soll es den schon in England erfolgreichen Yahoo! ‘Finds of the Year 2007’ Award auch in Deutschland geben.
Es sollen jeweils die 5 (in einer Kategorie) erfolgreichsten, deutschen Websites gekürt werden, die entweder im Jahr 2007 starteten oder ihren Durchbruch hatten.
Sites aus folgenden Kategorien wären zu bewerten:1. Freunde im Netz
(Web 2.0 Communities)2. Am Puls der Zeit
(News & Entertainment Angebote)3. Die Gute Tat
(Soziale Initiativen)4. Schlau für lau
(Bildung & Wissen)5. Schrill & Schön
(Originelle, innovative Websites)Hätten Sie Interesse bei diesem Ereignis Jury-Mitglied zu sein?
Ich freue mich auf Antwort von Ihnen und verbleibe mitFreundlichen Grüßen
xxxxx xxxxxx
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xxxxx xxxxxx
dot.communications GmbH
Marken-PR für Medien, Mobile und E-Business
sorry frau xxxxxx,
wenn yahoo irgendwann mal eine klare position zur wahrung von menschenrechten und gegen zensur bezieht und sich die eigner nicht mehr aus profitgier gegen vorschläge des managments wehren, die solche fragen klären könnten (siehe http://www.heise.de/newsticker/meldung/91087) können sie mich gerne erneut fragen. aber solange yahoo meint beim schutz von persönlichen daten beispielsweise in china andere massstäbe anlegen zu müssen als in den usa und vor allem solange flickr meint, deutsche benutzer müssten wie unmündige kinder behandelt werden und ihnen mit faulen argumenten („jugendschutz“) bilder vorenthält, solange möchte ich nicht mit yahoo zusammenarbeiten. ich habe nicht ohne grund alle meine yahoo-benutzerkonten gekündigt.
sie können mir gerne bescheid sagen, wenn sich yahoo zu einer klaren position durchringt und PR nicht mehr mit nebelkanonen betreibt (siehe http://www.heise.de/newsticker/meldung/98363/), sondern mit transparenz und aufrichtigkeit.
ansonsten vielen dank für die anfrage und viel glück dabei yahoo ein positives image zu verpassen.
entschuldigen sie den pathos.
grüsse
felix schwenzel
admin-rechte missbrauchen
sollte ix vielleicht öfter machen, meine admin-zugänge für das einstellen von videos bei anderen leuten zu nutzen. kann natürlich sein, dass dann irgendwann wieder die staatsanwaltschaft kommt.

[nachtrag 29.11.2007, 9:20h]
derzeit sind sowohl blog.dummy-magazin.de als auch www.dummy-magazin.de offline. frag mich nicht warum. ix vermute da ist der webserver abgeraucht, anpingen kann man den server nämlich noch.
[nachtrag 29.11.2007, 20:32h]
dummy ist wieder online. irgendwer muss jetzt oliver gehrs sagen, dass man zum erfolgreichen bloggen vor allem erreichbar sein muss.
barrierefreiheit ist mehr als „behindertengerecht“
ich werde es nie verstehen. es gibt organisationen die haben etwas zu sagen, eine botschaft die sie auf allen kanälen rauszublasen versuchen. pressemeldungen, vorträge, interviews, klinkenputzen, drückerkolonnen auf der strasse, eine webseite, bücher — was weiss ich.
dann macht so ein laden ein blog auf, zugegebenermassen auf den ersten blick gar nicht mal so schlecht, verbaut dem leser mit allen möglichen sausackblöden einschränkungen dann aber den lesefluss:
- der rss-feed ist kastriert/gekürzt. warum? haben thilo bode und seine essensgucker angst ihre inhalte könnten illegal, im volltext verbreitet werden? was fürn kack!
- artikel die länger als eine seite sind werden auf der startseite mit „Den ganzen Beitrag lesen“-links gekürzt. wer den link klickt bekommt ein, zwei absätze nachgeliefert. wozu? um pageviews zu generieren und sich für werbefuzzis hübsch zu machen? oder einfach nur um die leser zu nerven und wie blöd klicken zu lassen? warum?
ich versteh das auch bei ARD und ZDF nicht. nach jeder sendung wird auf die quote geguckt, jeder zuschauer mehr lässt die fernsehfuzzis jauchzen. aber die inhalte ausserhalb des senders zeigen? zum dowwnload anbieten? in video-portalen einstellen? da zählen auf einmal nicht mehr die zuschauer sondern die rechlichen bedenken. ich versteh das echt nicht. entweder man will viele zuschauer oder leser haben und bespielt alle kanäle, kommt den lesern oder zuschauern entgegen und bedient sie so tückenlos und barrierefrei wie möglich — oder eben nicht. wozu dienen diese künstlichen barrieren?
jeder hat rechte, manche haben aber rechter
ich bin auch rechteinhaber. ich habe rechte. hat man mir gesagt. auch urheberrechte.
heisst das jetzt, dass ich auch vollen zugriff auf die vorratsdaten bekomme?
eigentlich haben hinz und kunz rechte. schliesslich leben wir in einem rechtsstaat. hat an mir gesagt. und jetzt will der bundesrat „rechteinhabern“ den zugriff auf „vorratsdaten“ ermöglichen — um die staatsanwaltschaften zu entlasten? hinz und kunz entlasten die staatsanwaltschaften? recht2.0 unter beteiligung aller rechteinhaber, der recht-user? früher nannte man das selbstjustiz, jetzt den schutz geistigen eigentums. schusswaffen für jeden sollen soweit ich das erkennen kann verboten bleiben, aber wer meint rechte zu haben soll sich jetzt „zivilrechtlich“ in selbstjustiz und mit privatesten daten zu seinem recht verhelfen können?
um das mal mit den worten von dr. dieter wiefelpütz zu sagen: „Wer erfindet solchen Schwachsinn?“ die „rechtemacher“ im bundesrat und bundestag unter anleitung der „rechteinhaber“? oder kommen die da von alleine drauf?
klar, ich weiss auch was demnächst kommt. clemens rasch und alle manager der musikindustrie wollen demnächst volle diplomatische immnunität und die erlaubnis mit blaulicht durch die strassen zu fahren.
[via jens scholz]
ich bin falschrum
„wenn deine nase läuft und deine füsse riechen, bist du falschrum gebaut.“ gehört bei „sopranos“ irgendwann in s6e1 oder e2.
wie bekam der tagesspiegel eine animation auf die titelseite?
ich habe heute 10 minuten lang auf die titeleite des tagespropheten tagesspiegel gestarrt. es hat sich nicht bewegt. obwohl das bunte ding was heute auf der titelseite zu sehen war angeblich eine „Computeranimation“ sein sollte.

laut wikipedia, aber auch laut meiner becheidenen lebenserfahrung, ist eine animation eine „Technik, bei der durch das Anzeigen von Einzelbildern für den Betrachter ein bewegtes Bild geschaffen wird.“
hm. vielleicht meinte der qualitätsjournalist der die bildunterschrift verfasste eine computersimulation oder gar eine computervisualisierung?
[nachtrag 07.12.207]
na geht doch!

sich die füsse abschneiden ist gut für das geschäft?
ich hab keine ahnung, ob das was die zitty und die anderen berliner stadtmagazine machen unendlich blöd ist, eine unverfrorene ausnutzung einer monopolstellung ist oder einfach eine total pfiffige sache. heiko werning hat eine zimelich dezidierte meinung dazu. die zu lesen ist definitiv amüsanter als zitty zu lesen. und wen ich mir angucke, was auf seiten wie wevent.org los ist, müssen sich die schnarchnasen der berliner verlagslandschaft definiv warm anziehen.
schwarzgelbfahren
ich bin zum schwarzfahren zu feige. die aufregung halte ich nicht aus. das heisst nicht, dass ich es nicht trotzdem tue. denn meine schlampigkeit ist manchmal stärker als meine feigheit. manchmal vergesse ich ein, zwei tage lang eine neue monatskarte zu kaufen, manchmal, ganz selten, im sommer, wechsle ich mein jacket oder lasse es gar zuhause. da mein jacket mein portemonnaie ist, ist es mir auch letztes jahr passiert, dass ich ohne jacket unterwegs war und die monatskarte nicht dabei hatte.
die kontrolleure waren damals ausgesprochen freundlich. wie ich später herausfand waren sie allerdings auch unfassbar hinterhältig und logen mir freundlich grinsend ins gesicht. und wie ich seit gestern mit ziemlicher sicherheit weiss, tun BVG-kontrolleure das offenbar systematisch.
mir haben die kontrolleure damals erzählt, wenn ich die monatskarte mit EC-karte bezahlt hätte, bräuchte ich die 40 euro strafe nicht zu zahlen. ich solle einfach zum BVG-kundenzentrum gehen und dort alles weitere besprechen. pustekuchen. der unfreundliche, aber offenbar etwas ehrlichere mensch hinter dem kundenschutzglas sagte mir, dass übertragbare karten immer vorzuzeigen seien. vergesslichkeit verzeiht die BVG nur bei persönlichen, nicht übertragbaren karten. nachdem er mir das erklärt hatte, bat er mich eindringlich das kundenzentrum zu verlassen. immerhin gabs keine prügel.
letzte woche hat sich ein kollege ohne seine monatskarte erwischen lassen. freudestrahlend erzählte er mir, die kontrolleure seien äusserst freundlich gewesen und hätten ihm erklärt wenn er die karte mit EC-karte gezahlt habe bräuchte er die 40 euro nicht zu zahlen. ich sagt ihm, er sei verarscht worden. trotzdem ging er ins BVG-kundenzentrum um dort sein glück zu versuchen, wurde aber wie ix mit dem stinkefinger abgefertigt.
ich frage mich echt, ob diese kundenverarschung systematisch ist und was sich die BVG davon versprechen würde, ihre kunden systematisch zu belügen. konfliktvermeidung? lügen um kontrolleure zu schützen? saftladen?
[nachtrag 27.11.2007]
aus den kommentaren:
Das erhöhte Beförderungsentgelt ermäßigt sich (mit Ausnahme bei Nutzung übertragbarer Zeitkarten) im Falle von Absatz 1 Nr. 2 auf 7,00 EUR wenn der Fahrgast innerhalb einer Woche ab dem Feststellungstag bei der Verwaltung des Verkehrsunternehmens nachweist, dass er zum Zeitpunkt der Feststellung Inhaber einer gültigen persönlichen Zeitkarte oder einer entsprechenden Fahrtberechtigung war. Das Verkehrsunternehmen braucht die Vorlage der Zeitkarte als Nachweis nicht anzuerkennen, wenn der Fahrgast bereits in den zurückliegenden 12 Monaten ab Feststellungsdatum ohne gültigen Fahrausweis oder eine entsprechende Fahrtberechtigung angetroffen wurde.[Beförderungsbedingungen des VBB (§9 Nr 3)]
das heisst, wenn man im BVG-kundenzentrum richtig verhandelt, kann man den preis drücken. offenbar aber nur, wenn man den schalterbeamten die richtigen paragrafen vorliest. worüber ich mich jetzt mehr ärgern soll, die kontrolleure oder die schalterbeamten weiss ich nicht. ich weiss nur, dass ich es als zahlender kunde nicht schätze verarscht zu werden.
stinkefingerindustrie
publikumsbeschimpfung ist das sicherste anzeichen dafür, dass der auf der bühne am ende ist. sei es wegen grössenwahn, drogen oder arroganter hilflosigkeit (via thomas knüwer).
[nachtrag 27.11.2007]
das wäre auch mal was. publikumsbeschimpfungen sammeln. ich fang mal an:
kackverbot
grandios, volker strübing:
Vor diesem Hintergrund erinnert mich die Diskussion um das Rauchverbot in Lokalen doch sehr an die Aufregung damals, als es untersagt wurde, im Schankraum zu kacken. Was haben die Leute gewettert! “Dann geht doch keiner mehr in die Kneipe, wenn man da nicht mehr kacken darf!” “Heute verbietet der Staat das Kacken am Kneipentisch, morgen verbrennt er Bücher!” “Die wollen doch bloß die Staatskasse mit Bußgeldern sanieren”