spd parteitag

was mach ich hier eigentlich, hab ich mich gerade gefragt. statt in hamburg mit der beifahrerin gemütlich zu frühstücken, einzukaufen und gemeinsam zu essen sitzt ich hier vor einem adipösen schreihals der „jops“ statt „jobs“ sagt, von „win-win-win-win-situationen“ spricht, den eindruck erweckt, dass er seine haare färben könnte, wie ein überambitionierter streber wirkt und sigmar gabriel heisst. was er gut kann, das muss ich zugeben, ist „liebe genossinen und genossen“ am ende fast jeden dritten satzes in ein wort zusammenzunuscheln.
die antwort auf meine frage oben lautete bisher — wie immer — schnittchen essen, fotos machen, gucken ob der widget-lumma hier irgendwo rumsitzt und wie alle anderen ständig nach aufgeregte-hühner-art rumzulaufen.

bis jetzt reden hier alle nur vom klimawandel, von ökologie, von „gerechtigkeit“ und „zukunft“. fühlt sich an wie ein grünen-parteitag, auch wenn die delegierten hier eher spinnen als stricken. von voratsdatenspeicherung, oder darüber, dass die bundesregierung die zukünftig dank vorratsdatenspeicherung reichhaltigen kommunikationsprofile von bundesbürgern mehr oder weniger bedingungslos an 52 ausländische staaten weitergeben will redet hier bis jetzt keiner. vielleicht sollte ich zur vermeidung von langen sätzen aufhören mich aufzuregen. oder mich in der aufregung einfach kürzer fassen. beispielsweise so: „die SPD scheisst auf die privatsphäre und informationelle selbstbestimmung der bürger.“ so ein satz ist vielleicht in all seiner verfälschenden knappheit auch nicht schlecht damit ihm mal jemand widerspricht.

ich könnte mich auch über jochen wiemken aufregen, der mich am 16.10. zum SPD-parteitag einlud und um email-antwort bis zum 22.10 bat. auch wenn meine antwort vom 17.10 bis heute von herrn wiemken unbeantwortet blieb und ich wie befürchtet nicht angemeldet war, rege ich mich nicht auf. denn die dame am presse-einlass meinte nicht nur nachbarin von mir zu sein, sondern akkreditierte mich auch einfach so gegen vorlage meines abgelaufenen, vorläufigen personalausweises.
kurt beck hat sich übrigens gerade in luft aufgelöst. eben war er noch auf der bühne. jetzt isser weg. ich werd auch nicht alt hier.
fragen die ix mir hin und wieder stelle
- warum bohrt florian henckel von donnersmark löcher in die faz?
- warum ruft beck die spd zur geschlossenheit auf? wollen die keine neuen mitglieder?
- ist dieses schild selbstkopiert oder lässt die stvo wirklich kopierfarbene warnschilder zu?
- wo geht eigentlich die frakturschrift hin, wenn die faz sie pensioniert? hierhin?
- warum geht bei mir die prozessorlast von safari auf 35% hoch, wenn ich lumma.de aufrufe? selbst mit deaktivierten plugins? sind widgets böse, oder erst böse wenn mehr als 20 stück auf einer einzigen seite sind? ist widgetlumma.de noch frei?
charlotte roche wird von watchberlin geinterviewt
bildbloglesung backstage
spd medienkommision gegen vorratsdatenspeicherung?
scheint so. nur das argument, dass der „Informantenschutz in Deutschland und die Pressefreiheit massiv gefährdet“ seien greift ein bisschen kurz. was ist mit dem persönlichkeitsrecht und dem absurden, wilden sammeln von allen möglichen daten aller anderen bürger? ix reg mich da ja echt drüber auf. ich geh gegen diesen wahnsinn ganz definitiv auf die strasse. und zur not radikalisiere ix mich und fange an das wort „stasi-schweine“ unkontrolliert zu benutzen.
denny crane
denny crane. denny crane. my poop doesn’t smell. comes out in pretty colors. pastels. denny crane. denny crane.
denny crane, irgendwann in [amazon-werbelink] boston legal season 2
schell, ganz schell
die webseite von o2 klemmt an allen seiten. ich habe schon zehn bis zwanzigmal versucht im o2-bonus-dings prämien zu bestellen und habe stets fehlermeldungen nach dem senden der bestellung kassiert, zumindest wenn ich sachen bestellt habe die auf dem landwege verschickt werden müssen. aber nicht nur an der technik hapert es:

und dass die o2-loop karten ausverkauft sein sollen buche ich entweder unter zu blöd für aussagekräftige grafik oder kundenverarschung ab.

naja. solange ich telefonieren kann will ich mich nicht weiter beschweren.
suchmaschinenoptimierung fickt sich ins knie, endlich
das wird dem rel=“nofollow“ zum durchbruch verhelfen. schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen, zumal es selbst ein laden wie die zeit nicht für nötig befindet, werbung als werbung zu kennzeichnen und meint affiliate-links „angebote“ nennen zu müssen.
„subversive body performance“
wirklich schlimm wäre wenn dieses dingsfestival „vollerotikfestival“ heissen würde.
telefonzelle am hamburger bahnhof

was haben zwei männer gestern in dieser telefonzelle gemacht? das hier.
seriösere informationen zur vorratsdatenspeicherung, zur abstimmung im bundestag anfang november und zur demo am 6. november hier.
[nachtrag 04.11.2007]
wegen des relaunces bei watch berlin ist das video kurzzeitig verschwunden bzw. wird seine adresse wechseln. solange ist es hier zu sehen.
denny crane nahm mir die angst vorm aufquellen
als ich 13 oder 14 war, fand ich es furchtbar alt zu werden. mit dem alter verband ich damals vor allem menschen die einem im bus anpöbelten, wenn man den platz nicht für sie frei machte, menschen die ständig lamentierten, früher sei alles besser gewesen oder die einfach komisch waren. ich wollte nie so werden. ich brauchte eine ganze weile, bis ich begriff, dass anstrengend, dumm oder misepetrig sein nicht unbedingt eine eigenschaft des alters sein muss. für mich war der augenöffner ein alter mann im fernsehen der sachen sagte die mich begeisterten. ich weiss nicht mehr wer das war oder worüber er genau redete, ich glaube er war architekt oder philosoph. was er sagte berührte mich, inspirierte mich. mir fiel auf, die alten menschen die ich bis dahin wahrnahm inspirierten mich nicht. sie jammerten, beklagten sich oder schimpften.
als ich diesen mann im fernsehen sah, konnte ich mir plötzlich vorstellen alt zu werden. ich verstand plötzlich, dass man auch im alter vorwärtsgewandt und inspirierend sein konnte und dass angenehme oder unangenehme charktereigenschaften nichts mit dem alter zu tun haben. und ich verstand wie wichtig es ist, andere menschen zu inspirieren.
heute hab ich wieder was gelernt. wieder im fernsehen. als ich william shatner als denny crane im „boston legal“ sah, habe ich gelernt, dass es egal ist wenn man alt und fett ist oder aufgequollene, trübe augen hat. die hauptsache ist, dass man fähig zur selbstironie und zur liebe ist. weniger pathetisch ausgedrückt, misanthropen inspirieren niemanden und sind nicht wirklich liebenswert.
flauschig
Von: Sibylle Berg
Datum: 22. Oktober 2007 20:00:17 MESZ
An: Felix Schwenzel
Betreff: kurz wieder daliebe flauschrüssler-
eine kleine pause zwischen lesungsveranstaltungen,die heute EVENTS heissen, ein kleiner brief an euch, eine innere geburtstagsparty für günther grass, der 110 geworden ist , udn ein unermüdlicher mahner. jovial quatschend sah man ihn mit anderen gruppe 47 greisen auf einer bühne sitzen, und kleine spässe über die gemeinsame nazi vergangenheit reissend. ist klar. hey, die autobahnen.sonst war noch: die buchmesse
abgesehen davon, das ich diesen newsletter den ich vor einiger zeit in völliger umnachtung abonniert habe, absolut nicht lesen kann weil er wirklich ganz fürchterlich geschrieben ist, fiel mir das wort „flauschrüssler“ auf. hat stefan niggemeier da nicht sowas wie ein patent drauf?
witziger diskussionsstil
zu sagen viele die über ein thema reden hätten keine ahnung, aber im nächsten satz auch zu sagen man habe selbst keine ahnung, sei aber klar dafür, weil einer der angeblich mehr ahnung hat sagt man müsse dafür sein. eigentlich erschütternd, wenn das der innenminister sagt.
der palast der republik wird immer transparenter
viagra in flaschen
boston juristisch
heute als ich „boston legal“ s2e5 sah, kam mir der gedanke, ob das in kanzleien wirklich so läuft wie es in der serie aussieht, nämlich dass man als anwalt ein drittel seiner zeit damit verbringt auf dem flur auf und ab zu laufen um jedesmal wenn man jemanden trifft eine adhoc-besprechung im flur abzuhalten. als anwalt der kanzlei „crane, poole and schmidt“ steht man 20 prozent der zeit in der kaffeeküche rum, 33 prozent läuft man auf dem flur, 10 prozent der zeit verbringt man im eigenen büro und 37 prozent vor gericht und schwingt reden die das wesen der welt, des menschen und der gesellschaft besser erklären und geschliffener sind als die monologe bei shakespeare.
manchmal lesen die anwälte auch was vor, zum beispiel von martin niemöller:
in germany the came first for the communists. and i didn’t speak up, because i wasn’t a communist.
then they came for the jews. and i didn’t speak up, because i wasn’t a jew.
then they came for the trade unionists. and i didn’t speak up, because i wasn’t a trade unionist.
then they came after for the catholics. and i didn’t speak up, because i was a protestant.
then they came after me. and by that time, there was no one left to speak up.
„autobahnkirche“ geht gar nicht
wer hat eigentlich die autobahnkirche erfunden. hitler oder adenauer?
wer anderen ne grube grubt, sich selber in die hose puppt
die qualität von veranstaltungsnamen.
videolinks
- medienrauschen.de: „leschs universum.“ grandios. hab sie alle angeguckt.
- elektrischer reporter: „Biz Stone über Twitter und soziale Alchemie.“ hab ich geguckt und dabei die ganze zeit genickt.
- amadelio.de: „Jean-Christophe Ammann: Ein Leben für die Kunst.“ konnte ix nicht zuende gucken, das goldkettchen. noch härter: die ansage! die ansage!
- jamieoliver.com/podcast: „jamie at home.“ grandios. alles und alle sind „lovely“. das ist kein koch, das ist ein lieb-haber.
waschzwang
wie man sich einen waschzwang zulegt. lesen, wirken lassen, waschen, waschen, waschen, waschen …
[punkt sieben wäre noch: Use the expended paper towel to open the bathroom door.]