ich-dum­my

felix schwenzel

am don­ners­tag hab ich mir die ak­tu­el­le dum­my ge­kauft, über mein lieb­lings­the­ma: ich.

nach­dem ich die dum­my durch­ge­le­sen hat­te habe ich mich aus un­er­find­li­chem grund vor ei­nen haus­ein­gang vor dem bode-mu­se­um ge­stellt und dar­über ge­re­det.


„ent­schleu­nig­ter“ schwanz­ver­gleich

felix schwenzel

pri­ma neu­er schwanz­ver­gleich der aus blogrol­len ge­ne­riert wird. und wenn bov staunt, staun ich leich mal mit, weil das mit den „ver­wand­ten blogs fin­den“ funk­tio­niert bei bov echt er­staun­lich gut. das ist wirk­lich al­les zi­me­lich meta.


das klei­ne schwar­ze

felix schwenzel

schwarz steht mir und ich bil­de mir ein, es macht schlank. aus­ser­dem hält der akku tat­säch­lich so um die drei stun­den. ix bin sehr zu­frie­den. end­lich hat mein rech­ner wie­der mehr leer­lauf als ix.


stei­le the­se

felix schwenzel

in mei­nem letz­ten watch-ber­lin-bei­trag habe ich am ende ja eine stei­le the­se auf­ge­stellt: „viel­leicht wäre die welt ja ein bes­se­rer ort, wenn schäub­le kran­füh­rer ge­wor­den wäre.

bulo be­zwei­felt das:

bes­ten dank herr bulo.


ale­xa, pa­last der bau­män­gel

felix schwenzel

ich war heu­te im ale­xa. ix muss­te mir so­cken und un­ter­ho­sen kau­fen, da ich nicht mit dem wa­schen hin­ter­her­kom­me. am ein­gang be­kamm ich bei­na­he ei­nen wür­ge­reiz, als ich an der plas­tik am ein­gang vor­bei­ging die den na­men „ale­xa“ trägt und eine aus me­tall­srei­fen und di­cken dräh­ten zu­sam­men­ge­den­gel­te, abs­tra­hier­te bal­let­tän­ze­rin dar­stel­len soll.

in­nen­drin be­merk­te ich zu­erst den ge­ruch. eine mi­schung aus kaf­fee-boh­nen-, fri­sche-far­be- und schwe­fel-ge­ruch.

ich lief zu­erst durch den hal­ben la­den, zu den toi­let­ten. die ro­chen eher un­an­ge­nehm, funk­tio­nier­ten ber ganz gut, ich war er­leich­tert und hat­te frisch ge­wa­sche­ne hän­de. da­nach stell­te ich mich auf eine der vie­len em­po­ren und woll­te ei­gent­lich die ar­chi­tek­tur be­trach­ten. mir fiel auf, dass der bo­den schwank­te, so wie ich es ei­gent­lich nur von leicht­bau-brü­cken ken­ne, bzw. ein­mal in stutt­gart, auf dem klei­nen schloss­platz er­leb­te, im „switz­er­land“, ei­ner mitt­ler­wei­le ver­blass­ten und ab­ge­ris­se­nen sze­ne-knei­pe in der 200 tanz­wü­ti­ge drei mi­nu­ten­lang auf und ab spran­gen und die gan­ze kon­struk­ti­on des schloss­plat­zes zum schwin­gen brach­ten. aber im ale­xa tanz­te nie­mand. es wa­ren vie­le men­schen an­we­send, aber auf der em­po­re auf der ich stand nicht mehr als 30.

trotz­dem. der bo­den der em­po­re schwang. ich hat­te noch kei­nen al­ko­hol ge­trun­ken und auch fünf me­ter wei­ter rechts war das schwin­gen deut­lich zu spü­ren. ich ging wei­ter und kauf­te mit drei un­ter­ho­sen und sie­ben so­cken die auf de­nen die wo­chen­ta­ge ein­ge­stickt sind. da­nach lief ich an cir­ca 20 lä­den vor­bei von de­nen mich nicht ein ein­zi­ger über­rasch­te oder zum ein­tre­ten ein­lud, lief ein­mal durch den me­dia-markt, frag­te mich war­um selbst der an­geb­lich saug­röss­te me­dia-markt der welt so be­schis­sen eng kon­stru­iert wer­den muss­te, dass man nach 10 mi­nu­ten pa­nik-, schwitz- und klaus­tro­pho­bie-ata­cken be­kommt. ich be­merk­te, das schöns­te am me­dia-markt ist, wie­der raus­zu­kom­men. vor dem me­dia-markt fuhr eine trep­pe. die trep­pe quietsch­te und rat­ter­te so enorm, dass ich als ich mir, als ich un­ten an­kam wie im flug­zeug nach der lan­dung ei­nen spon­ta­nen ap­plaus ver­knei­fen muss­te.

ehr­lich. die­ser bau macht mir angst. ich habe angst im ale­xa we­gen ir­gend­wel­cher bau­män­gel, we­gen schlam­pi­ger und hek­ti­scher bau­aus­füh­rung er­schla­gen zu wer­den. ein neu­bau der schwingt, an al­len en­den quietscht und rat­tert und stinkt macht mir angst.

aus­ser­dem fiel mir auf, das ale­xa hät­te gar nicht so gross und häss­lich wer­den müs­sen. im prin­zip hät­te man es ein­fach 20 me­ter tie­fer bau­en kön­nen, so dass oben nur ein ein­stö­cki­ges ge­bäu­de ge­stan­den hät­te. bis auf we­ni­ge aus­nah­men ver­wei­gern alle lä­den dem ta­ges­licht den ein­tritt. kein fun­ken son­nen­licht dringt in die lä­den. ob­wohl bei­spiels­wei­se der me­dia-markt oder das h&m schau­fens­ter auf stras­sen­ni­veau ha­ben, hat man die zu­ge­mau­ert. ein we­nig na­tür­li­ches licht lässt man in die in­nen­hö­fe, oder wie die ale­xa-be­rei­ber es nen­nen „courts“, durch ober­lich­ter hin­ein. nur da­für hät­te man nicht drei stock­wer­ke in die höhe bau­en müs­sen. die kis­te in die erde zu ver­sen­ken wäre viel­leicht nicht güns­ti­ger, aber ehr­li­cher und funk­tio­na­ler ge­we­sen.

ich kann auch po­si­ti­ves be­rich­ten: der rosa be­ton fühlt sich gut an, die hap­tik ist enorm an­ge­nehm. trotz­dem, ich habe sel­ten so schlecht zu­sam­men­ge­füg­ten be­ton ge­se­hen. kaum ein de­tail sitzt, al­les wirkt wie von äs­the­ti­schen lai­en zu­sam­men­ge­fügt. selbst die gar nicht so dum­me ges­te die be­ton­plat­ten aus­sen, auf der s-bahn zu­ge­wand­ten sei­te wie vor­hän­ge wir­ken zu las­sen wird durch ab­sur­de, rie­sen­haf­te lö­cher für die wer­be­pla­kat-be­leuch­tung und die pla­ka­te selbst kon­ter­ka­riert. die ecken des ge­bäu­des, in­nen wie aus­sen, fü­gen sich nicht, al­les was es an ar­chi­tek­to­ni­schen ges­ten noch zu er­ken­nen gibt wird mit grün­zeug, pla­ka­ten und über­kan­di­del­ter deko hilf­los ver­deckt. der bau ist ein elend und macht mir angst. ich wer­de ver­mut­lich nie wie­der ei­nen fuss hin­ein set­zen.


„ei­ne ganz nor­ma­le wo­che“

felix schwenzel

hei­ko wer­ning mit ei­nem ganz wun­der­ba­ren text über die „Ge­gen­warts­geg­ner“ eva her­man und kar­di­nal meis­ner und „Würst­chen-Bra­ten-Bu­let­ten-Ve­ge­ta­ri­er“:

Mei­ne Güte, was ist es nur mit den Na­zis, dass alle sie so po­pu­lär fin­den. Hät­te Eva Her­man nicht sa­gen kön­nen, dass die Fa­mi­li­en­po­li­tik Ade­nau­ers su­per ge­we­sen ist, oder dass nicht al­les schlecht un­ter Kai­ser Wil­helm war? Hät­te der Kar­di­nal nicht sa­gen kön­nen, Kunst ohne Gott sei gott­los und Gott­lo­se ge­hör­ten vor ein Ge­richt der In­qui­si­ti­on? (quel­le)

die welt be­herr­schen

felix schwenzel

ich habe am don­ners­tag ge­gen 17 uhr ei­nen text ge­schrie­ben und so ge­gen 17:45 uhr ver­sucht den text — oder zu­min­dest die wich­tigs­ten pas­sa­gen — zu me­mo­rie­ren. ge­gen 18 uhr habe ich hin­ter dem pa­last der re­pu­blik un­ge­fähr fünf mal ver­sucht den text auf­zu­sa­gen. beim fünf­ten mal sass der text ei­ni­ger­mas­sen. den text kann man jetzt hier se­hen oder hier le­sen.

weiterlesen

po­ly­feind

felix schwenzel

heu­te abend um zwölf guck ich mal in den fern­se­her wie kat­rin bau­er­feind po­ly­lux mo­de­riert. der ta­ges­spie­gel über­schrieb sei­nen teaser heu­te po­ly­lux-teaser heu­te „Bau­er­feind gibt ih­ren Senf dazu“. ich wer­de mor­gen auch mei­nen senf dazu ge­ben. und ob ix wirk­lich ei­nen stein zum um­den­ken ge­bracht habe weiss ix nicht.

[nach­trag 0:11]
urks.

[nach­trag 14.09.2007, 19:12h]
peer schaa­der schreibt in sei­nem blog und der faz über die sen­dung. ich stim­me ihm ir­gend­wie ziem­lich zu, aber al­les was ich zur sen­dung zu ha­ben sage, habe ich oben schon ge­sagt. aber ich wie­der­ho­le es ger­ne: urks.


kon­ver­tit­ten

felix schwenzel


wenn die hor­mo­ne krei­sen, geht der ver­stand auf rei­sen

felix schwenzel

se­bas lei­det:

Und dann die Hor­mo­ne. Ich lebe un­ter dem Dik­tat der Hor­mo­ne. Erst kürz­lich warf mir das Herz­mäd­chen im Ver­lauf ei­nes Abends un­ter Trä­nen mei­ne ge­sam­te Exis­tenz vor. Un­ter ih­ren Trä­nen na­tür­lich. Was hat­te ich ge­tan? Ich hat­te ein Bröt­chen ge­ges­sen.

lei­den­schafts­los bis zum um­fal­len

felix schwenzel

ges­tern war ix auf dem me­dia cof­fee dings von news ak­tu­ell in ber­lin. das the­ma soll­te an­geb­lich lau­ten „Von der Edel­fe­der zum Con­tent­lie­fe­ran­ten? - Print­me­di­en im Wan­del“. doch da­von war ei­gent­lich kaum die rede. was man auf dem po­di­um sah und hör­te wa­ren be­schwö­rungs­for­meln, rat­lo­sig­keit und ein biss­chen gross­manns­sucht.

auf dem po­di­um sas­sen von links nach rechts ste­fan nig­ge­mei­er, die ehe­ma­li­ge edel­fe­der der sz und der faz die jetzt so sa­chen im in­ter­net macht, hol­ger stark, der bü­ro­lei­ter des spie­gels in ber­lin der sich selbst vor al­lem als „re­cher­cheur“ und „re­por­ter“ sieht, ur­su­la wei­den­feld, stell­ver­tre­ten­de chef­re­dak­teu­rin des ta­ges­spie­gels die klug ge­nug ist ihre rat­lo­sig­keit ge­gen­über den di­gi­ta­len me­di­en of­fen zu­zu­ge­ben, chris­ti­an ja­ku­betz, der die ver­an­stal­tung mit fra­gen am le­ben zu er­hal­ten ver­such­te, von den ver­an­stal­tern als mo­de­ra­tor be­zeich­net wur­de und ir­gend­was an der deut­schen jour­na­lis­ten­schu­le in mün­chen macht und rei­ner metz­ger, der knuf­fi­ge stell­ver­tre­ten­de chef­re­dak­teur der taz der für ba­scha mika ein­sprang. ba­scha mika hat­te of­fen­bar kei­nen bock zu dis­ku­tie­ren, wo­bei ihre furcht un­be­grün­det war, es wur­de näm­lich eh nur ge­plau­dert. ganz rechts sass frank thom­sen, der chef­re­dak­teur von stern.de der ver­zwei­felt ver­such­te die rol­le des agent pro­vo­ka­teurs und ober­che­ckers zu spie­len.

ur­su­la wei­den­feld fand, dass ge­druck­te ta­ges­zei­tun­gen durch­aus noch po­ten­zia­le ha­ben, sie sei von print ge­nau­so be­geis­tert wie von on­line. sie war hin und weg vom ge­re­launch­ten ta­ges­spie­gel.de, vor al­lem weil der jetzt viel mehr aus­se­he wie ne ge­druck­te zei­tung. bei on­line sei sie aber völ­lig über­for­dert, sie und ihre kol­le­gen sei­en da plötz­lich wie­der auf der stu­fe von vo­lon­tä­ren. ur­su­la wei­den­feld und frank thom­sen von stern.de em­pör­ten sich bei­de ge­hö­rig dar­über, wie­viel macht die tech­nik und die tech­ni­ker bei die­sem gan­zen on­line-ge­döns hät­ten. da gebe es kaum ein­ge­hal­te­ne dead­lines, vor­ga­ben wür­den aus tech­ni­schen grün­den nicht ein­ge­hal­ten, nix funk­tio­nie­re so wie man das wol­le. thom­sen, hat­te man den ein­druck, fin­det das zum kot­zen. rei­ner metz­ger stimm­te in den kla­ge­ge­sang ein, es gebe ein­fach kei­ne on­line re­dak­ti­ons-sys­te­me die man ein­fach neh­men könn­te und die funk­tio­nier­ten. ste­fan nig­ge­mei­er sag­te er ma­che ge­nau die ge­gen­tei­li­ge er­fah­rung: man nimmt sich ein­fach word­press, bü­gelt das auf sei­nen ser­ver und legt los, schreibt, bin­det vi­de­os ein, bil­der. jaja, mein­te metz­ger, die taz-blogs ein­zurch­ten das sei ein­fach ge­we­sen, aber das re­dak­ti­ons­sy­tem, der re­launch sei­en ein alp­traum ge­wor­den.

nach­dem man über die tech­nik ge­jamm­mert hat­te, fing man an über die kos­ten zu jam­mern. was das al­les kos­ten wür­de, zu­mal man on­line ja der­zeit viel we­ni­ger als mit print ver­die­ne. ei­ge­ne vi­deo-in­hal­te zu pro­du­zie­ren kom­me bei­spiels­wei­se für die taz gar nicht in fra­ge. zu teu­er, zu auf­wen­dig und wenn man vi­deo ma­che, dann wol­le man das schon so rich­tig pro­fes­sio­nell ma­chen und nicht rum­di­le­tie­ren. aus­ser­dem gebe es für so­was ja schliess­lich „fern­seh­an­stal­ten“. urks. ich muss­te mir nach die­ser aus­sa­ge vor­stel­len wie die grün­der der taz 1978 zu­sam­men­sas­sen und über­leg­ten ne zei­tung zu grün­den und da­nach wie­der ta­ten­los und re­si­gniert zu­rück in ihre wgs ge­gan­gen wä­ren: „och ne zei­tung grün­den? wie­so denn? da gibts doch schon ganz vie­le, ganz vie­le die das auch to­tal pro­fes­sio­nell ma­chen. da kön­nen wir doch gar nicht mit­hal­ten.“ et­was mehr eu­pho­rie lief aus ur­su­la wei­den­fels. sie sag­te pod­casts und so zu pro­du­zie­ren wür­de gros­sen spass ma­chen, auch wenn das er­geb­niss oft ein alp­traum, zu­min­dest für die le­ser, sei. die pro­duk­ti­on sei gross­ar­tig.

nach­dem man also aus­gie­big über tech­nik und kos­ten ge­jam­mert hat­te be­müh­te man sich ge­mein­sam das hohe lied des qua­li­täts­jour­na­lis­mus an­zu­stim­men. das ist ein ir­res phä­no­men wenn press­fuz­zis zu­sam­men­sit­zen lie­fern im­mer nur die an­de­ren schlech­tes zeug ab, man selbst pro­du­zie­re aus­schliess­lich und ge­gen alle wi­der­stän­de ver­läss­li­che in­for­ma­tio­nen, de­nen die men­schen da draus­sen ver­trau­en wür­den. un­ab­hän­gig­keit, qua­li­tät, pro­fes­sio­na­li­tät, ver­trau­en - alle sties­sen in das horn des qua­li­täts­jour­na­lis­mus. auf dem bo­den des po­di­ums klap­per­ten die lee­ren wort­hül­sen, man ver­stand kaum noch ein wort und trotz­dem schlief ich fast ein. ich frag­te mich, war­um sind die­se men­schen da oben jour­na­lis­ten ge­wor­den? um über um­satz­zah­len und er­lös­mo­del­le zu re­den, um rum­zu­jam­mern wie schwer das al­les ge­wor­den ist oder um schwanz­ver­glei­che an­zu­stel­len? frank thom­son hol­te am ende der dis­kus­si­on sei­nen klei­nen ivw-pim­mel raus und tön­te gross­mäu­lig: in fünf jah­ren hat stern.de spie­gel.de als füh­ren­des on­line-me­di­um ab­ge­löst! bloggs, be­haup­te­te er, wür­den sich nicht durch­set­zen, goog­le wer­de ab­ge­löst von et­was bes­se­rem. klar dach­te ix, der stern hat sei­ne tech­nik nicht im griff, aber das zeug zum welt­markt­füh­rer für al­les zu wer­den.

kaum ein wort wur­de ver­lo­ren über die chan­cen der di­gi­ta­len me­di­en (wohl aber wur­de das in­ter­net als „neu­es“ me­di­um be­zeich­net), kaum ei­ner sprach dar­über wie gross­ar­tig es ist, dass die in­for­ma­ti­ons­mo­no­po­le brö­ckeln und es im­mer ein­fa­cher wird sich zu in­for­mie­ren und sich eien mei­nung zu bil­den, wie gross­ar­tig es ist die ei­ge­nen ideen, re­por­ta­gen, bil­der viel ef­fek­ti­ver zu ver­tei­len, die ziel­grup­pen ge­nau­er zu be­die­nen, an sich zu bin­den, wis­sen und bil­dung zu ver­brei­ten, auf­zu­klä­ren und zu er­klä­ren und da­mit so­gar geld ver­die­nen zu kön­nen. es war nichts von eu­pho­rie, kei­ne lust auf neu­es, nicht die lei­ses­te spur ei­ner auf­bruch­stim­mung zu spü­ren.

auf dem po­di­um sas­sen 5 ge­lang­weil­te ver­wal­ter ver­le­ge­ri­scher be­sitz­stän­de und ei­ner der sei­ne eu­pho­rie auf dem po­di­um im saum hielt, weil er ges­tern abend kei­nen bock hat­te der be­rufs­pro­vo­ka­teur zu sein.

aber viel­leicht muss jour­na­lis­mus auch lei­den­schafts­los, qua­si kli­nisch tot sein. was weiss ich schon?


der ale­xa

felix schwenzel

ich habe vor ein paar ta­gen über das neue ar­chi­tek­to­ni­sche mons­trum am alex­an­der­platz in die watch-ber­lin ka­me­ra ge­spro­chen. das ding ist wirk­lich ne wucht­brum­me und an häss­lich­keit kaum zu über­bie­ten.

das gi­gan­ti­sche wa­ren­la­ger mit wa­ren­aus­ga­be ist wirk­lich noch ek­li­ger ge­wor­den als der roh­bau be­reits sug­ge­rier­te. al­lein die auf­ge­kleb­te fas­sa­den­de­ko und die am ein­gang auf­ge­stelll­te plas­tik sind so geist­los, dass es ei­nem die trä­nen in die au­gen treibt.

das bild vom ale­xa-cen­ter auf der home­page des ale­xa-be­trei­bers, von dem ich am ende des vi­de­os spre­che, sieht so aus:

selbst im mo­dell, im dun­keln sieht das ding scheis­se aus. von der lieb­los zu­sam­men­ge­klöpp­pel­ten web­sei­te will ich gar nicht re­den. trotz­dem, ich pro­phe­zeie, das ding wird ein pu­bli­kums­ren­ner. ich wer­de es mir mor­gen auch mal von in­nen an­schau­en.

[nach­trag 12.09.2007]
heu­te ge­gen sechs war ich mal kurz am ale­xa-dings. un­fass­bar wie schlecht ar­chi­tek­tur im de­atil aus­ge­führt wer­den kann, wie lieb­los da rosa be­ton­klöt­ze zu­sam­men­ge­stöp­selt wer­den kön­nen. aber die leu­te ste­hen schlan­ge. die po­li­zei hat all­le stras­sen rund­um weit­räu­mig ab­ge­sperrt und vor den ein­gän­gen ste­hen hun­der­te die um ein­lass bet­teln. so vie­le men­schen un­te­rer ein­kom­men­schich­ten hab ich noch nie auf ei­nem hau­fen in mit­te ge­se­hen. rein­ge­kom­men bin ich nicht. ich steh doch nicht schlan­ge um in ein ein­kaufs­zen­trum zu kom­men!


schreib mehr ar­ti­kel

felix schwenzel

eben hab ix eine sehr net­te email be­kom­men. dar­in stand ich sol­le bit­te mehr ar­ti­kel schrei­ben. ich kom­me die­ser bit­te ger­ne nach, nicht ohne mich herz­lich für die email zu be­dan­ken:

der, die, das, die, der, das, das, der, die, das, die, der, das, das, der, die, das, die, der, das, das, der, die, das, die, der, das, das, der, das, der, die, das, die, der, das, das, die, der, der, die, das, die, der, das, das.

noch was an­de­res, noch al­ber­ne­res: heu­te stand ich auf dem weg zur ar­beit wie ein klei­ner jun­ge vor ei­ner sehr gros­sen ma­schi­ne.

die ma­schi­ne hat­te so ge­gen 9 be­reits eine ziem­lich gros­se fur­che in die brei­te stras­se in mit­te ge­fräst. ein­fach so. sie fährt über die stras­se und frisst sie qua­si auf.

nach der ar­beit, so ge­gen sechs war schon die hal­be stras­se weg­ge­fräst. die ma­schi­ne war be­reits da­bei, die zwei­te schicht stras­se weg­zu­frä­sen.

ich stand nach der ar­beit min­des­tens 20 mi­nu­ten mit of­fe­nem mund auf dem geh­weg und be­staun­te die ar­beit der fräs­ma­schi­ne. sie fräs­te den asphalt weg als sei er aus but­ter und schmiss da­bei ton­nen­wei­se ge­röll di­rekt in ei­nen vor ihr fah­ren­den last­wa­gen. die rie­si­ge la­de­flä­che des last­wa­gens fülll­te sich in­ner­halb von 3-4 mi­nu­ten. fast die ge­sam­te brei­te stras­se ha­ben zwei die­ser ma­schi­nen in­ner­halb von 9 stun­den ei­nen hal­ben me­ter tie­fer­ge­legt. ich stand da wie ein klei­nes kind und be­wun­der­te den bau­ar­bei­ter der auf dem füh­rer­stand die­ses mon­trums stand und mit ein paar he­bel­be­we­gun­gen ein­fach mal so die la­de­flä­che ei­nes rie­si­gen last­wa­gens füll­te. eine mons­trö­se ma­schi­ne be­die­nen ist, glau­be ich, der wunsch­traum ei­nes je­den ver­nunft­be­gab­ten men­schen.

lau­renz mey­er, den ich heu­te mit­tag auch an der brei­ten stras­se am BDI-haupt­quar­tier rum­ste­hen und wäh­rend ei­ner lob­by­pau­se rau­chen sah, be­wun­der­te ich we­ni­ger. um ge­nau zu sein fand ich ihn in echt ge­nau­so fatz­kes­que wie im fern­se­hen. aber er hat­te ja auch kei­ne mons­trö­se, laut rat­tern­de ma­schi­ne un­ter sich we­gen der ich ihn hät­te be­wun­dern kön­nen, son­dern nur piek­fei­ne, tip­top ge­pfleg­te le­der­schu­he (wie im üb­ri­gen je­der po­li­ti­ker dem ich bis­her auf die füs­se gu­cken konn­te).


ber­lin alex­an­der­platz

felix schwenzel


na­tür­lich zahl’ ich, ich hab’ angst

felix schwenzel

nach­dem die gez sich im au­gust be­reits mit ei­ner fu­rio­sen image-kam­pa­gne (über die die ARD und das ZDF wohl nicht so glück­lich wa­ren) ins ge­spräch ge­bracht hat, setzt der ge­büh­ren­ein­zugs­dings jetzt noch eine hoch­wer­ti­ge pla­kat­kam­pa­gne drauf:

auf die­sem bild sieht man eine frau die of­fen­bar kurz zu­vor von ei­nem ge­büh­ren­fahn­der rund­funk­ge­büh­ren­be­auf­trag­tem ver­prü­gelt be­sucht wor­den ist. der schre­cken steht ihr noch im ge­sicht, ihre au­gen fle­hen um hil­fe und drü­cken gros­se furcht aus. man weiss nicht ge­nau was die­ser frau an­ge­tan wur­de, aber auch ohne wor­te kann man zwi­schen den zei­len „na­tür­lich zahl’ ich“ le­sen: „ich hab’ angst!“


war ja nicht al­les schlecht bei den na­zis

felix schwenzel

im abend­blatt steht ein be­richt von der jüngs­ten buch­vor­stel­lung von eva her­man. wäh­rend der buch­vor­stel­lung soll her­man sym­pa­thie mit den na­zis zum aus­druck ge­bracht ha­ben:

In die­sem Zu­sam­men­hang mach­te die Au­torin ei­nen Schlen­ker zum Drit­ten Reich. Da sei vie­les sehr schlecht ge­we­sen, zum Bei­spiel Adolf Hit­ler, aber ei­ni­ges eben auch sehr gut. Zum Bei­spiel die Wert­schät­zung der Mut­ter. Die hät­ten die 68er ab­ge­schafft, und des­halb habe man nun den ge­sell­schaft­li­chen Sa­lat. (quel­le)

die wert­schät­zung der na­zis für müt­ter war ja re­la­tiv ein­ge­schränkt. müt­ter die nicht der rich­ti­gen „ras­se“ an­ge­hör­ten oder „erb­krank“ wa­ren wur­den nicht so doll wert­ge­schätzt, son­dern ver­gast, zwangs­ste­ri­li­siert oder für me­di­zi­ni­sche ex­pe­ri­men­te mis­braucht und ge­quält. ari­sche müt­ter hin­ge­gen, die nicht „erb­krank“, „kri­mi­nell“ oder „aso­zi­al“ wa­ren be­ka­men hin und wie­der so­gar ein „mut­ter­kreuz“ ver­lie­hen. al­ler­dings nur un­ter der vor­aus­set­zung, dass ihre kin­der „le­bend ge­bo­ren wur­den“ und sie sich „ras­se­ge­mäß“ ver­hiel­ten.

das kann man „sehr gut“ fin­den, so eine art der wert­schät­zung von müt­tern. nur war­um? weil man es „sehr gut“ fin­det, dass frau­en als zucht­ma­schi­nen für das fort­be­stehen ei­ner fa­na­ti­schen ideo­lo­gie wert­ge­schätzt wer­den? fin­det eva her­man es auch „sehr gut“, dass frau­en zum kriegs­en­de als zwangs­ar­bei­te­rin­nen in die rüs­tungs­in­dus­trie ge­zwun­gen wur­den? fin­det eva her­man es „sehr gut“, dass ideo­lo­gisch nicht kom­pa­ti­ble müt­ter im drit­ten reich ein­fach ver­gast wur­den?

da­mals wa­ren es die ju­den, der „jü­di­sche in­tell­lekt“ der an­geb­lich „den ge­sell­schaft­li­chen sa­lat“ an­rich­te­ten, jetzt die 68er. eva her­man scheint ar­gu­men­ta­tiv adolf hit­ler enorm nahe zu ste­hen:

Wir ha­ben des­halb die Frau ein­ge­baut in den Kampf der völ­ki­schen Ge­mein­schaft, so, wie die Na­tur und die Vor­se­hung es be­stimmt hat. [...] Kämp­fe­rin­nen für das ge­mein­sa­me Le­ben im Diens­te der ge­mein­sa­men Le­bens­er­hal­tung, die da­bei den Blick nicht auf die Rech­te rich­ten, die ein jü­di­scher In­tel­lek­tua­lis­mus vor­spie­gelt, son­dern auf die Pflich­ten rich­ten, die die Na­tur uns ge­mein­sam auf­bür­det.

[M. Doma­rus. Hit­ler. Re­den 1932 bis 1945. Kom­men­tiert von ei­nem deut­schen Zeit­ge­nos­sen. Bd. 1, 1932 – 1945. Le­on­berg(4) 1988, S. 451, quel­le]

was für eine wert­schät­zung!

meint eva her­man wirk­lich, ohne „schlech­tes“ wie adolf hit­ler wäre das drit­te reich ganz ku­sche­lig ge­we­sen? ist eva her­man wirk­lich so ah­nungs­los und ver­blen­det wie das zi­tat aus dem abend­blatt na­he­legt? oder ist sie ein­fach nur sau­sack­blöd?

[bild­quel­le]

[nach­trag 08.09.2007]
die faz zi­tiert das abend­blatt und meint im NDR (für den her­man die sen­dung „her­man & tiet­jen“ mo­de­riert) sei die auf­re­gung gross. die faz meint, „noch“ sei her­man dort nicht ge­feu­ert wor­den.

[nach­trag 09.09.2007]
seit heu­te mit­tag ti­cker­te es dann durch die ard: der NDR „be­en­det Zu­sam­men­ar­beit mit Eva Her­man“. NDR-pro­gramm­di­rek­tor vol­ker her­res meint frau her­man ste­he es frei, ih­ren „Mut­ter­kreuz­zug“ fort­zu­set­zen, aber mit der rol­le ei­ner NDR-fern­seh­mo­de­ra­to­rin sei ihr ver­hal­ten nicht län­ger zu ver­ein­ba­ren.

[nach­trag 07.10.2007]
her­man hat zwi­schen­zeit­lich, 20 tage nch ih­ren aus­sa­gen, ihre sicht der din­ge und was sie wirk­lich ge­sagt habe auf ihre home­page ge­stellt. und ich hab noch­mal drü­ber nach­ge­dacht.

[nach­trag 30.01.2009]
das köl­ner amts­ge­richt hat dem ham­bur­ger abend­blatt un­ter­sagt her­mans äus­se­run­gen wie folgt zu­sam­men­zu­fas­sen:

Da sei vie­les sehr schlecht ge­we­sen, zum Bei­spiel Adolf Hit­ler, aber ei­ni­ges eben auch sehr gut. Zum Bei­spiel die Wert­schät­zung der Mut­ter.

wört­lich ge­sagt hat her­man

Und wir müs­sen vor al­lem das Bild der Mut­ter in Deutsch­land auch wie­der wert­schät­zen ler­nen, das lei­der ja mit dem Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und der dar­auf fol­gen­den 68er-Be­we­gung ab­ge­schafft wur­de. Mit den 68ern wur­de da­mals prak­tisch al­les, das al­les [ab­ge­schafft], was wir an Wer­ten hat­ten. Es war eine grau­sa­me Zeit, das war ein völ­lig durch­ge­knall­ter, hoch­ge­fähr­li­cher Po­li­ti­ker, der das deut­sche Volk ins Ver­der­ben ge­führt hat, das wis­sen wir alle. Aber es ist da­mals eben auch das, was gut war, und das sind Wer­te, das sind Kin­der, das sind Müt­ter, das sind Fa­mi­li­en, das ist Zu­sam­men­halt – das wur­de ab­ge­schafft .

via ste­fan nig­ge­mei­er.

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ter­ror-angst in deutsch­land!

felix schwenzel

bild deckt at­ten­tats­ver­such von ter­ror-crui­se auf. hit­ler-ter­ror ver­setzt deutsch­land in angst und schre­cken. wel­che rol­le die on­line-durch­su­chung beim auf­de­cken des at­ten­tats­ver­suchs spiel­te ist noch un­be­kannnt. ob crui­se ge­fasst wird? sind deut­sche ein­rich­tun­gen im in- und aus­land ge­fähr­det?

[dan­ke ste­fan]


brust­krebs früh­erken­nungs-witz

felix schwenzel

ich muss ja im­mer wenn ich die­se sau­blö­de „wer macht denn so­was“-rag-wer­bung sehe an die­sen witz über ei­nen leicht se­ni­len frau­en­arzt den­ken den mir mein va­ter mal vor ner wei­le er­zählt hat.

der witz geht so: kommt ne frau zum frau­en­arzt und sagt: „herr dok­tor, ich habe ei­nen kno­ten in der brust!“ sagt der arzt: „ja, wer macht denn so­was?“


der mass­lo­se staat

felix schwenzel

die­sen ar­ti­kel von he­ri­bert prantl wür­de ich am liebs­ten ab­satz­wei­se zi­tie­ren. das le­sen lös­te bei mir hef­ti­ges kopf­ni­cken aus. muss man le­sen, sagt udo. der schock­wel­len­rei­ter wür­de wahr­schein­lich emp­feh­len: „aus­dru­cken“. ich hab ihn ein­fach ko­piert ab­ge­spei­chert. ko­pie­ren ist näm­lich laut nzz „ver­bo­ten“.


blogamne­sie

felix schwenzel

ges­tern abend habe ich ei­nen ar­ti­kel im text­edi­tor für wir­res.net zu­sam­men­ge­stöp­selt, den ar­ti­kel aber nicht ab­ge­spei­chert. da­nach bin ich nach­hau­se ge­gan­gen und hab mir die zwei­te fol­ge der zwei­ten staf­fel von „the it-crowd“ an­ge­guckt. da­bei ist aus ir­gend­ei­nem un­er­find­li­chen grund mein com­pu­ter ein­ge­fro­ren und da­mit sind mir auch alle (zwei) of­fe­nen da­tei­en flö­ten ge­gan­gen. nor­mal.

das be­un­ru­hi­gen­de ist nur: ich weiss nicht mehr was ich ges­tern ge­schrie­ben habe.


aus­drucks­stark?

felix schwenzel

aldi be­wirbt ei­nen lap­top als „kraft­voll. schnell. aus­drucks­stark.“ da­bei ist im lie­fer­um­fang gar kein dru­cker ent­hal­ten. oder kön­nen lap­tops sich mitt­ler­wei­le selbst aus­drü­cken oder gar aus­dru­cken?