blog­coun­ter

felix schwenzel

der blog­coun­ter er­fährt in letz­ter zeit re­gen zu­lauf, nicht zu­letzt durch sei­ne grossartieg schwanz­ver­gleich-funk­ti­on, eine lis­te mit den 25 meist-be­such­ten web­logs. auch die soft­ware die von blog­coun­ter be­nutzt wird, der pphlog­ger ist reiz­voll: es wer­den nur ech­te be­su­cher ge­zählt, such­ma­schi­nen-craw­ler, bots, har­ves­ter und bots wer­den nicht mit­ge­zählt, eben­so wer­den zu­grif­fe von rss-news­rea­dern igno­riert. die an­zahl der ein­zel­nen be­su­cher (uni­que vi­si­tors), bzw. pa­ge­views ist re­la­tiv aus­sa­ge­kräf­tig, nach mei­ner er­fah­rung auch in etwa ver­gleich­bar mit den pa­ge­views die goog­le-ad­sen­se zählt.

ver­gli­chen mit den stan­dard­mäs­si­gen in­stal­lier­ten apa­che-log­file aus­wer­tungs-werk­zeu­gen wie web­a­li­zer oder aw­stats er­reicht die zahl der bes­su­cher/pa­ge­views die der pphlog­ger zählt oft ge­ra­de mal 30-40% (70% des web­site-traf­fics craw­ler/bot-schrott? why not?). aus­ser­dem setzt pphlog­ger ei­nen ses­si­on-coo­kie und kannn da­mit nach­ver­fol­gen wie sich der be­su­cher durch die sei­te klickt. das funk­tio­niert zwar nicht bei al­len brow­sern (hel­lo mi­cro­soft!), aber bei vie­len. ein wei­te­re vor­teil ge­gen­über der von vie­len pro­vi­dern stan­dard­mäs­sig in­stal­lier­ten coun­tern ist der echt­zeit zu­griff auf die sta­tis­ti­sche aus­wer­tung. bei mir wer­den die web­a­li­zer-sta­tis­ti­ken im­mer um 3 uhr mor­gens ak­tua­li­siert.

blog­coun­ter be­nutzt eine „auf­ge­bohr­te“, also stark ver­än­der­te und leicht kas­trier­te ver­si­on des pphlog­gers: das de­sign wur­de kräf­tig an­ge­passt und in der lis­te der ein­zel­nen zu­grif­fe ist die re­fer­rer-funk­ti­on de­ak­ti­viert, mit der man nor­ma­ler­wei­se se­hen kann, wo je­der ein­zel­ne be­su­cher her­ge­kom­men ist. aus­ser­dem wur­de die ka­len­der­funk­ti­on de­ak­ti­viert, die ei­nem die zu­grif­fe je­des ein­zel­nen ta­ges der letz­ten 12 mo­na­te an­zeigt.

war­um also nicht das frei und kos­ten­los ver­füg­ba­re pphlog­ger auf dem ei­ge­nen web­ser­ver in­stal­lie­ren? nun, ei­ner­seits fehlt ei­nem da­mit die enorm wich­ti­ge schwanz­ver­gleich-funk­ti­on, an­de­rer­seits ist die in­stal­la­ti­on des pphlog­gers nicht ganz un­tri­vi­al, da er zur gra­fi­schen aus­wer­tung be­stimm­te auf dem ser­ver in­stall­lier­te gra­fik­bi­blio­the­ken be­nö­tigt. aus­ser­dem er­zeugt der coun­ter eine ziem­lich hohe ser­ver­last, wes­halb man­che pro­vi­der die nut­zung ei­nes sol­chen tools ex­pli­zit ver­bie­ten.

also eine tol­le sa­che die­ser blog­coun­ter? nun nicht nur ich fra­ge mich war­um der an­bie­ter des blog­coun­ters die­ses tool kos­ten­los an­bie­tet. ei­ner­seits er­for­dert der pphlog­ger recht leis­tungs­star­ke hard­ware und eine enor­me myS­QL-da­ten­bank durch­satz­ra­te. ein mo­nat sta­tis­tik kann schnell meh­re­re me­ga­byte an myS­QL-da­ten er­zeu­gen.

war­um bie­tet blog­coun­ter die­ses tool also kos­ten­los und wer­be­frei an? es gibt leu­te die ver­mu­ten um den pa­ge­rank der do­main blog­coun­ter.de zu er­hö­hen. links von blogs, von de­nen be­kannt­lich vie­le mit ei­nem ziem­lich ho­hen pa­ge­rank be­dacht wer­den brin­gen si­cher­lich ei­ni­ges an „goog­le-juice“. aber der goog­le juice wirkt ja auch zu­rück, zu­min­dest auf die top-25 der web­logs, da sie ja qua­si ei­nen fes­ten link zu­rück­be­kom­men. frank helm­schrott von blog­coun­ter schrieb mir auf nach­fra­ge, dass blog­coun­ter bis­her kei­ne ein­nah­men ge­ne­rie­re und dass es kei­ne kon­kre­ten plä­ne gäbe den blog­coun­ter zu ver­gol­den.

viel kri­ti­scher kommt mir die samm­lung der de­tail­ier­ten zu­griffs­da­ten hun­der­ter blogs vor. eine da­ten­samm­lung, die rich­tig aus­ge­wer­tet, ei­ni­ges brin­gen könn­te. durch die aus­wer­tung mei­ner sta­tis­ti­schen da­ten die mein pri­vat in­stal­lier­ter pphlog­ger sam­mel­te kann ich mir ein zum teil recht de­tail­ier­tes bild über mei­ne be­su­cher ma­chen. gros­se fir­men-pro­xies zei­gen wo die be­su­cher tags­über her­kom­men, zum teil kannn ich se­hen, dass ein­zel­ne be­su­cher tag­täg­lich vom glei­chen rech­ner auf mei­ne site zu­grei­fen. aus­ser­dem habe ich aus den re­fer­rern oft gül­ti­ge ses­si­on-va­ria­blen fi­schen kön­nen, mit den­ne ich zu­griff auf nor­ma­ler­wei­se pass­wort­ge­schüt­ze sei­ten hät­te be­kom­men kön­nen. zwar ist, wie ge­sagt, die re­fer­rer funk­ti­on in der ein­zel­aus­wer­tung im blog­coun­ter de­ak­ti­viert, mit­ge­schrie­ben wer­den sie trotz­dem und auch sicht­bar zu ma­chen sind sie re­la­tiv ein­fach, in­dem man die url http://www.blog­coun­ter.de/bc/coo­kie.php?show­ref_on­off=1 auf­ruft. die­se url setzt ei­nen coo­kie, der für die brow­ser ses­si­on lang gül­tig ist und hier die an­zei­ge der re­fer­rer ak­ti­viert.

die fra­ge bleibt, was macht blog­coun­ter mit den ge­sam­mel­ten da­ten? die blog­coun­ter agbs habe ich so ver­stan­den, dass blog­coun­ter sich vor­be­hält die da­ten die sie sam­meln zu nut­zen. wo­für auch im­mer. eine da­ten­schutz­er­kä­rung und be­schrei­bung der even­tu­el­len der nut­zung die­ser da­ten habe ich auf der blog­coun­ter sei­te ver­geb­lich ge­sucht. frank helm­schrott selbst gibt sich naiv: über die da­ten­schutz­er­klä­rung habe man sich noch kei­ne ge­dan­ken ge­macht, eben­so wie über eine kom­mer­zi­el­le nut­zung.

ich neh­me blog­coun­ter, bzw. frank helm­schrott das mal ab, auch wenn es da sehr viel kri­ti­sche­re an­on­o­nym ge­äus­ser­te ver­mu­tun­gen gibt. zum the­ma dia­ler-sites hat mir frank helm­schrott auf nach­fra­ge ver­si­chert, dass er, bzw. die im im­pres­sum von blog­coun­ter als be­trei­ber ge­nann­te Kom­mu­ni Ltd. kei­ne dia­ler-site (mehr) be­trei­be.

ich hal­te das für harm­los, den­ke aber man könn­te mal dar­auf hin­wei­sen, dass die sta­tis­ti­sche aus­wer­tung der be­su­cher­zah­len nicht nur für die top 25 sicht­bar sind, son­dern im prin­zip von je­dem (um frem­de stats zu se­hen muss man aus dem blog­coun­ter aus­ge­loggt sein):

  • mal­colm (peak am 4. mai, hat seit dem 9. nicht mehr in die stats ge­guckt)
  • praschl/sofa (peak nach der blog­mich, guckt re­gel­mäs­sig in die stats)
  • sum1 (auf­merk­sam­keits-kampf an der hun­ter­ter-gren­ze)
  • mar­cus (guckt nie in die stats)
  • se­bas (schwe­rer peak nach der blog­mich, guckt un­re­gel­mäs­sig)
  • fran­ziskript (500er blog­ging, ist noch sta­tis­tik-gei­ler als ich)
  • bild­blog (per­for­mance-fres­ser im 20000er be­reich mit schlim­men wo­chen­end­ein­brü­chen)
  • usw.

was sa­gen die ex­per­ten zur sen­si­bi­li­tät von de­tail­ier­ten log-da­tei­en in „frem­der“ hand? war­um bin ich sta­tis­tik süch­tig? war­um gu­cke ich jede nacht um kurz nach 12 auf den schwanz­ver­gleich? wer ist frank helm­schrott, bloggt der über­haupt?

[nach­trag 13.05.2005]
blog­coun­ter hat jetzt per .ht­ac­cess ei­nen auf­ruf frem­der sta­tis­ti­ken ohne blogstats-re­fer­rer un­ter­bun­den, was na­tür­lich den stump­fen kli­cker von der an­sicht der frem­den sta­tis­tik ab­hält, aber nicht den schlau­en sur­fer der die url ma­nu­ell in die adress­lei­te pas­tet. trotz­dem, net­ter ver­such.
#
re­fer­rer in der ein­zel­an­sicht sind jetzt auch ohne trick ein­zu­schal­ten [zei­ge re­fer­rer ein/aus], die funk­ti­on sei „ver­se­hent­lich“ aus­ge­baut wor­den und lau­fe jetzt wie­der.

[nach­trag 02.12.2005]
der blog­coun­ter steht jetzt zum ver­kauf.


tia, ma­vis, ju­lie

felix schwenzel

da scheint je­mand iden­ti­täts­pro­ble­me zu ha­ben: tia leh­man ist der name, die mail­adres­se scheint ei­nem ma­vis ma­jor zu ge­hö­ren und dann stellt sich tia/ma­vis als ju­lie vor. leicht in­kon­sis­tent.


ver­ges­se­ne wor­te

felix schwenzel

ges­tern habe ich ein paar neue wor­te ge­lernt:

  • pfiff (auch „schnitt“ ge­nannt)
  • trep­pel
  • klabus­ter­bär­chen (auf schwä­bisch klabusch­terb­ähr­le)

ich kann­te be­reits:

  • plü­mo
  • afte

wenn je­mand wis­sen will was die wor­te be­deu­ten, ich ver­ra­te es am don­ners­tag abend, wenn es bis da­hin nicht in den kom­men­ta­ren steht.

[nach­trag don­ners­tag abend]

pfiff/schnitt:
ist ein schnell ge­zapf­tes bier mit viel schaum. so'n last mi­nu­te ding, in der re­gel bil­li­ger und mit deut­lich we­ni­ger bier als in der her­kömm­li­chen ab­fül­lung. (burn­s­ton)

trep­pel:
sind an­geb­lich pe­da­le.

klabus­ter­bär­chen:
pein­lich zu er­klä­ren, des­halb er­klär ichs mit den bie­nen an ei­nem hund: die ha­ben, wenn sie lan­ges fell ha­ben, manch­mal klei­ne run­de stück­chen kot im fell um den af­ter hän­gen. die nennt man klabus­ter­bär­chen. aber erst wenn sie tro­cken sind und nur noch mit­samt dem fell zu ent­fer­nen sind. un­be­stä­tig­ten be­rich­te zu­fol­ge soll das auch bei men­schen vor­kom­men.

plü­mo:
könn­te man auch plüm­mo (flo­ri­an) oder plü­meau (is­abo) zu sa­gen, kommt aus dem fran­zö­si­schen plu­me (=fe­der) und be­zeich­net dau­nen­bett­zeug, vor al­lem im rhein­land.

afte/aph­te:
eien ent­zün­dung, ein fu­run­kel oder so, is­abo meint py­ral­vex hel­fe da­ge­gen.


für mehr un­nö­ti­ges in blogs

felix schwenzel

man könn­te in­tel­li­genz auch mit ar­ro­ganz ver­wech­seln.
viel­leicht auch we­gen der zets. oder der gan­zen gen­zen. don't tel­li me.

inar­ro­genz.


bär-con­tent

felix schwenzel

kann man bei ebay kau­fen, bis zum 18. mai.

[tnx strom­jau­se]


was be­deu­tet das?

felix schwenzel

kann mir je­mand er­klä­ren was die­ses schild be­deu­ten soll?
auf­stei­gen­de hun­de ver­bo­ten? männ­chen ma­chen ver­bo­ten? ma­ger­sücht­ge hun­de müs­sen lei­der draus­sen blei­ben? hun­de nicht platt­hau­en?

nach­trag 12.05.2005:


flick­mich05

felix schwenzel

schon wit­zig wie da jetzt so lang­sam im­mer mehr fo­tos bei flickr ein­tru­deln. bei del.icio.us tru­delt we­ni­ger ein.

im üb­ri­gen fand ich die chi­li con car­ne her­vo­r­a­gend, habe be­merkt wie un­voll­stän­dig mei­ne blogrol­le ist und dass herr mama (und sei­ne mit­strei­ter) eine ganz zau­ber­haft un­prä­ten­tiö­se ver­an­stal­tung hin­or­ga­ni­siert ha­ben.

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i'll be back

felix schwenzel

i'll be back

das bild ist von bon­dy boy, hängt bei ge­nau­so.und.an­ders° und ge­fällt mir sehr gut.

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spie­len

felix schwenzel

For ye­ars, I’ve li­ved a dou­ble life.
In the day, I do my job –
I ride the bus, roll up my slee­ves with the hoi pol­loi.
But at night, I live a life of ex­hi­la­ra­ti­on,
of missed he­art­beats and ad­re­na­lin.
And, if the truth be known, a life of du­bio­us vir­tue.
I won’t deny it – I’ve been en­ga­ged in vio­lence, even in­dul­ged in it.
I’ve mai­med and kil­led ad­ver­s­a­ries – and not me­re­ly in self-de­fence.
I’ve ex­hi­bi­ted dis­re­gard for life, limb and pro­per­ty,
and sa­vou­red every mo­ment.
You may not think it, to look at me,
but I have com­man­ded ar­mies and con­que­r­ed worlds.
And though in achie­ving the­se things I’ve set mo­ra­li­ty asi­de,
I have no re­g­rets.
For though I’ve led a dou­ble life, at least I can say:
I’ve li­ved.

nein das hat nicht ge­or­ge w. bush ge­sagt, das ist der text ei­nes her­vo­r­a­gen­den wer­be­spots, mi­nes­tens ge­nau­so her­vo­r­a­gend be­spro­chen bei d-frag.

[via be­hin­der­ten­park­platz]


ivy.spread­shirt.de

felix schwenzel

das gilt na­tür­lich auch hier­für.

[via/von sven k]


was man zu blog­mich wis­sen könn­te

felix schwenzel

  • blogmich05 ist ein kollaboratives offline-weblogger-dingsbums am 7.5.2005 in berlin
  • blogmich05 findet hier statt
  • blogmich05 beginnt ab ca. 16:00, man kann aber auch später kommen
  • es gibt ein programm
  • blogmich ist ein bisschen organisiert, so zu ca 5%.
  • zu blogmich05 haben sich 111 autorEttes angekündigt. es können aber auch andere rein, & sie müssen nicht einmal blogisten sein.
  • ab ca. 21:00. uhr kostet blogmich05 eintritt, aber nicht die welt. spenden sind willkommen. etwaige überschüsse gehen an antville. darüber hinaus gilt: money don’t matter 2nite.
  • ab 16.00 gibt es ein random piquenique. es wäre schön, wenn jeder, der zu blogmich05 kommt, zu essen mitnimmt, am besten für 2-3 leute. dann werden alle satt. was übrig bleibt, wird an hungrige menschen verschenkt.
  • bei blogmich05 gibt es ein line up grandioser djs& djettes, die jeweils 15 minuten lang auflegen werden.
  • bei blogmich05 findet ein cd-swap statt. wäre schön von dir, wenn auch du 2 (identische) cds mit musik deiner wahl auf den haufen werfen würdest - dafür bekommst du 2 (nichtidentische) cds mit musik anderer menschen wahl. die musik sollte zu 50 prozent hintergrund, zu 50 prozent zum tanzen aufputschend sein.
  • blogmich05 wird von vielen digitalfotografeurinnen und digitalfotoren dokumentiert werden. wenn du nicht willst, dass dein wirklich-leben-aussehen in der blagosfere bekannt wirst, hast du hier die möglichkeit, deinen wunsch nach privatheit zu dokumentieren und einen model release zu verweigern. darüber hinaus ersuchen wir jeden, jeden wunsch nach nichtdokumentiertwerden zu respektieren: no means no.
  • blogmich05 ist eine offline-veranstaltung. instant publishing wird als langweilig verfemt.
  • als toll gelten bei blogmich: wham, bam, glam.
  • bei blogmich05 muss keine keinen siezen und umgekehrt auch nicht.
  • enjoy!

steh­buch

felix schwenzel

auf der sei­te kann man also auch ar­bei­ten. leo hat raus­ge­fun­den wie es geht. war­um man es ma­chen soll­te weiss er auch nicht.


oh shrek!

felix schwenzel

dan­ke sven k. hab ich schon­mal er­wähnt dass ix sven k lie­be?

[sie­he auch hier]


ti­ger we­cken

felix schwenzel

den ti­ger we­cken? brauch ich nicht, hab ix doch schon in­stal­liert. aufm power­book und nicht in mir.

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mo­de

felix schwenzel

also ix muss­te drü­ber la­chen.


der feu­er­zeug­mann

felix schwenzel

vor un­ge­fähr ei­nem jahr sprach mich ein typ am bvg-fahr­kar­ten­au­to­ma­ten am kott­bus­ser tor an. er sag­te ir­gend­was von „fahr­kar­te“ und ich dach­te er wol­le mir eine ge­brauch­te fahr­kar­te ver­kau­fen. der üb­li­che preis für „ge­brauch­te“ fahr­kar­ten den ich be­reit war zu zah­len, lag im­mer so um ei­nen euro. ich gab ihm ei­nen euro. er woll­te mir al­ler­dings gar kei­ne kar­te ver­kau­fen, son­dern le­dig­lich fra­gen, ob ich eine ge­brauch­te für ihn üb­rig habe. als er das miss­ver­ständ­nis be­merk­te woll­te er mir mei­nen euro wie­der­ge­ben. ich wink­te ab und kauf­te mir eine fahr­kar­te am au­to­ma­ten. das fand er of­fen­bar ganz nett von mir, denn im­mer wenn wir uns jetzt am kott­bus­ser tor sa­hen, be­grüss­te er mich freund­lich, frag­te mich wie es mir gehe und teil­te mir mit wie es ihm gehe (nicht so gut, „die dro­gen“). er er­zähl­te mir, dass er nun­mehr kei­ne fahr­kar­ten mehr ver­kau­fe, son­dern ir­gend­wo bil­lig feu­er­zeu­ge kau­fe und die­se dann ein­zeln wei­ter­ver­kau­fe, mit ein biss­chen mar­ge.

„aha“ ant­wor­te­te ich ihm meist oder „ahja“.

heu­te früh sah ich ihn mal wie­der, in der ubahn­li­nie acht, um neun uhr mor­gens. er trug in der ei­nen hand eine klei­ne pa­let­te feu­er­zeu­ge, in der an­de­ren eine dose bier (wer­nes­grü­ner?). wie im­mer, be­grüss­te er mich mit hand­schlag. wie es mir gehe. wo ich hin­fah­re.

im­mer wenn sich bei mir be­son­ders vie­le un­be­zahl­te rech­nun­gen tür­men, kun­den säu­mig sind, ich auf spen­den und leih­ga­ben an­ge­wie­sen bin, also seit ei­ni­ger zeit, füh­le ich mich be­son­ders be­müs­sigt men­schen die mich freund­lich und ohne mit­leid­e­re­gungs­hund oder jam­mer­r­he­to­rik da­nach fra­gen et­was geld zu ge­ben. bar­geld-man­gel-so­li­da­ri­tät wahr­schein­lich. in sol­chen si­tua­tio­nen schaf­fe ich es mei­nen an­ge­bo­re­nen geiz zu über­win­den.

ich gab dem feu­er­zeug­mann zwei euro. ich gab sie ihm auch, weil dazu bock hat­te, weil ich mich freu­te ihn wie­der­zu­se­hen, weil ich von mei­nen ex­or­bi­tan­ten ein­nah­men aus dem t-shirt-ver­kauf (40 euro seit no­vem­ber 2004) noch et­was üb­rig hat­te. er hielt mir sei­ne feu­er­zeu­ge-pa­let­te un­ter die nase. es roch nach bier. ich nahm mir ein feu­er­zeug. ich sol­le drei neh­men, weil das glück bräch­te. er be­stand da­r­uf, dass ich drei näh­me. also nahm ich drei.

zur be­loh­nung be­glei­te­ten er und sei­ne fah­ne mich noch am kott­bus­ser tor aus der ubahn. er er­klär­te mir, dass das mit dem geld ja ei­gent­lich scheis­se sei, brin­ge ja eh nix. ges­tern habe er 40 euro ver­dient. da kön­ne man nicht viel mit reis­sen. dro­gen sei­en scheis­se. die dose bier steck­te in sei­ner ja­cken­brust­ta­sche. er wün­sche mir ei­nen schö­nen tag und all­les gute. bis bald mal wie­der. ich sol­le es mir gut ge­hen las­sen.

die roll­trep­pe fuhr ich dann ohne ihn und sei­ne fah­ne und mei­ner mei­nung nach un­pas­send emo­tio­na­li­siert nach oben. ich habe kei­ne ah­nung vom le­ben die­ses men­schen. ich habe kei­ne ah­nung was er ne­ben al­ko­hol für dro­gen nimmt. ich habe kei­ne ah­nung für wen drei feu­er­zeu­ge ge­gen zwei euro der bes­se­re deal wa­ren. und trotz­dem fuhr ich die roll­trep­pe nach oben als ob ich ge­ra­de aus dem film 21 gramm ge­kom­men wäre, mit kloss im hals und über­mäs­sig emo­tio­na­li­siert.

hel­fen ist so­et­was ähn­li­ches wie wich­sen wi­xen. es tut gut, es er­leich­tert. das habe ich un­ter an­de­rem wäh­rend des zi­vil­diens­tes er­lebt und be­ob­ach­tet. es be­ru­higt das ge­wis­sen. es macht es ei­nem leich­ter zu glau­ben, man sei ein gu­ter mensch. es er­hellt ei­nem die see­le, weil man da­bei ab und zu ein lä­cheln, manch­mal auch ein un­sicht­ba­res, ern­ten kann. und man kann über das hel­fen schrei­ben und sich selbst mit güte über­gies­sen. si­cher­lich könn­te man auch sei­nen en­keln da­von er­zäh­len, woll­ten sie es hö­ren. vor al­lem aber be­frie­digt hel­fen.

un­be­schei­den und be­rech­nend wie ich nun aber mal bin, er­hof­fe ich mir im stil­len aber auch eine ge­gen­leis­tung beim ge­ben. ich er­hof­fe mir bei­spiels­wei­se im­mer so eine art stern­ta­leref­fekt. gib und du wirst ge­ge­ben.

das fürch­ter­lichs­te aber ist, die­ses prin­zip scheint zu funk­tio­nie­ren; im­mer wenn ich ei­nem pen­ner, ei­nem pun­ker, ei­nen feu­er­zeug­ver­käu­fer et­was zu­viel geld gebe, muss­te ich abends mein bier nicht be­zah­len. das könn­te dar­an lie­gen, dass ich mich abends manch­mal mit net­ten men­schen tref­fe, aber auch am stern­ta­ler­ef­fekt.

mich wür­de jetzt mal in­ter­es­sie­ren ob es an­de­ren bier­trin­kern ähn­lich er­geht und for­de­re hier­mit alle bier­trin­ker dazu auf dem nächs­ten freund­lich fra­gen­den men­schen zwei euro (oder mehr) zu ge­ben und mir in den kom­men­ta­ren da­von zu be­rich­ten, wie­vie­le bier am abend da­für raus­spran­gen.


ol­les zeug

felix schwenzel

#1
rühr dich nicht vom fleck. ich bin gleich wie­der da. ich geh nur kurz ka­cken.
und ix hab hier­mit die poin­te ver­saut.

#2
cat­con­tent gabs hier auch schon­mal. klar.

#3
und weil da­nach ge­fragt wur­de, ix kann man auch be­we­gen.


ver­schie­dent­lichs­tes

felix schwenzel

#1
„wie ein­fach man in frem­de rech­ner ein­drin­gen kann, er­fah­ren sie heu­te abend bei w wie wis­sen.“
aha. ix ken­ne nur sen­dun­gen fil­me oder bil­der in de­nen män­ner in frau­en ein­drin­gen. in mei­nen rech­ner kann man nicht ein­drin­gen, aus­ser man ist eien CD/DVD, RJ45-, fire­wire oder usb-ste­cker. oder ganz flach.

#2
ist das ein ur­he­ber­recht­ver­stoss, tom?

#3
ix wer­de fort­an das wort zei­tung hin­ter bild nicht mehr in an­füh­rungs­zei­chen set­zen. bild aber auch nicht. blöd­zei­tung wer­de ich auch nicht sa­gen und folg­lich auch nicht in an­füh­rungs­zei­chen set­zen. ich blei­be ein­fach bei fach­blatt für bi­got­te­rie.

#4
gros­se idee von frau grö­ner. mir fällt dazu nichts ein, denn mein iron­sens ist alle und mei­ne maus ist um­ge­fal­len. aus­ser­dem konn­te ix ges­tern nicht blog­gen, da habe ix mich mit blog­gern ge­trof­fen.


scoo­ping

felix schwenzel

ich hal­te das für klei­ne sen­sa­tio­nen:

1. blog­ger ma­chen die us-ge­heim­diens­te lä­cher­lich, bzw. ent­hül­len die er­schüt­tern­de, him­mel­schrei­en­de in­kom­pe­tenz eben­die­ser.
vol­ker we­ber griff ges­tern abend eine ge­schich­te des ita­lie­ni­schen blog­gers gi­an­lu­ca neri auf, der sich den us-ge­heim­dienst­be­richts der den tod des ita­lie­ni­schen ge­heim­dienst­lers ca­li­pa­ri klä­ren soll­te mal ge­nau an­schau­te. er konn­te mit­tels cut and pas­te alle ge­schwärz­ten stel­len des ge­heim­dienst­be­richts les­bar ma­chen. na­men, orte, der name des schüt­zen, sei­ner vor­ge­setz­ten, al­les. irre. mehr bei vowe. [mitt­ler­wei­se ist die ge­schich­te ge­bo­ing­bo­ingt, aka auf dem weg zu den main­stream­m­e­di­en]

2. blog­ge­rin ver­klagt die bild-„zei­tung“ und bild.de auf scha­den­er­satz, un­ter­las­sung und schmer­zens­geld.
wir er­in­nern uns, mal­colm fand dass die b!ld klaut, ins­be­son­de­re das bild von pia. die zah­lungs­auf­for­de­rung an die bild-„zei­tung“ kann man bei pias an­walt le­sen. [via bild­blog 1, 2]

das wird ein span­nen­des jahr, da las­se ich mal nen di­cken furzt drauf.


biz­ness

felix schwenzel

dog­food über fair­press dot biz, die „On­line-Platt­form für Ju­ris­ten, Me­di­en und ihre Op­fer“.

ich bin heu­te früh auch im ta­ges­spie­gel über die­sen ar­ti­kel ge­stol­pert und habe mich an zei­ten er­in­nert zu de­nen ich mei­ne ak­tu­el­len in­for­ma­tio­nen aus der „ful­da­er zei­tung“ be­zog. ein solch pro­vin­zi­el­ler, mie­ser ar­ti­kel be­rech­tig­te mich mei­ner mei­nung nach zur so­for­ti­gen kün­di­gung des ta­ges­spie­gel-abos, hät­te ich eins.